Politblog.net
 

Mehr Details zum Finanzkollaps der USA - wahre Verschuldung bei 50 Billionen US-Dollar

Ich schrieb bereits darüber, wie ernst die finanzielle Lage der USA und des Dollars mittlerweile ist. Der eigene Rechnungsprüfer sagt frei heraus, dass die aktuelle Finanzpolitik “inakzeptabel” ist. Die Firmenchefs in den USA verkaufen die Aktien ihrer eigenen Firmen in einem Umfang wie seit 20 Jahren nicht mehr.

Wenn man den Government Accountability Office Report des Rechnungsprüfers liest, dann stößt man auf noch erschreckendere Zahlen. So sind die 8,6 Billionen US$ des Haushaltsdefizits nur die Spitze des Eisbergs und das Ergebnis von unrealistischen Buchhaltungsmethoden:



“Die gesamten angegebenen Verbindlichkeiten der Regierunge der USA, einschließlich der Verpflichtungen bei den Sozialversicherungen und andere finanzielle Ausgaben wachsen weiter und betragen nun ungefähr 50 Billionen US$. Dies entspricht ungefähr 400% unseres Bruttoinlandprodukts 2006. Im Vergleich zum Jahr 2000 hat sich diese Zahl um ungefähr 20 Billionen US$ erhöht.
Während das Defizit langfristig wachsen wird könnte die Pensionierung der so genannten Baby-Boomer-Generation schon 2008 Realität werden.”



Uff. Die Gesamtverschuldung der USA hat sich also in 6 Jahren um lockere 40% erhöht! Wollte man den Schuldenberg von 2006 mit einem Male abbezahlen, müsste die Volkswirtschaft der USA die Produktion von vier vollen Jahren abführen. Und man bedenke, bei diesen unglaublichen 50 Billionen US$ sind nur die Schulden des Bundes berücksichtigt. Die einzelnen Bundesstaaten, die Gemeinden, die Firmen und die Verbraucher sind mit ihrem Schuldenstand noch gar nicht mit eingerechnet.

Und es gibt noch ein weiteres Problem. Nicht nur dass ein unvorstellbarer Schuldenberg angewachsen ist, die Buchhaltung ist auch völlig miserabel und intransparent:


“Die Regierung ist nicht in der Lage zufriedenstellend nachzuweisen, dass Regierungseigentum vor Allem im Besitz des Verteidigungsministeriums ordentlich in den Finanzunterlagen festgehalten wurden.”



Dass das Pentagon sich sowieso kaum darum kümmert, dem Steuerzahler nachzuweisen wohin seine Billionen geflossen sind, ist nichts Neues. Kein anderer als Donald Rumsfeld hatte 2001 auf einer Pressekonferenz verkündet, dass er keine Ahnung hat, wo 2,3 Billionen US$ im Pentagon verschwunden sind. Doch diese Pressekonferenz fand am 10 September 2001 statt, und einen Tag später kümmerte sich niemand mehr um verschwundenes Geld. PNAC und die damit verbundenen Rüstungskonzerne konnten weiter fröhlich Steuergelder einsacken, ohne dafür irgendwas ordnungsgemäß zu liefern.

Doch das Problem ist keineswegs auf das Verteidigungsministerium beschränkt. Mercury News zitiert den Rechnungsprüfer, wonach “53% der Vermögenswerte der Regierung im besitz von Ministerien sind, deren Buchhaltung nicht ordentlich kontrolliert werden konnte”.

Was also wird angesichts dieses unglaubichen Schuldenbergs passieren? Die Geschichte lehrt uns, dass solche Regierungen versuchen, ihre Probleme durch den massenhaften Druck von weiterem Geld zu lösen. Zu diesem Zweck hat die Federal Reserve Bank im vergangenen März damit aufgehört, die Gesamtmente des Geldes im Umlauf (M3) zu veröffentlichen. Die bis dahin veröffentlichten Daten zeigen, dass die FED innerhalb von nicht ganz zwei Jahren (März 2004 bis Januar 2006) über 1,1 Billiarden US$ in den Umlauf gebracht hat.

Für die US-Amerikaner brechen also noch schwerere Zeiten an. Und die sind jetzt schon schlecht. Das ergab unter Anderem auch die kürzlich abgehaltene jährliche Sitzung der versammelten Bürgermeister der USA. Eine Umfrage unter 23 Städten ergab demnach Folgendes: Die Beantragungen von Zuzahlungen für Lebensmittel stiegen im Vergleich zu 2005 um 7%. Die Beantragung von Unterkünften stiegen um 9%. Zudem hätten ein Drittel der Erwachsenen, die Essensmarken beantragten, einen Arbeitsplatz. Die Gehälter müssen also in diesem Fall unmenschlich niedrig sein.

Diese wachsende Anzahl von Armen stört natürlich das hochgehaltene Image des Landes der unbegrenzten Möglichkeiten. Besonders in Las Vegas, dem Ziel der hoffnungsvollen Glücksritter, wird die zunehmende Zahl der Obdachlosen als Problem gesehen. Und so hat der Bürgermeister dort Obdachlosencamps räumen lassen und es sogar für illegal erklärt, Obdachlosen Essen zu geben. Er schlug sogar schon vor, die Obdachlosen in ein 30 Meilen entferntes verlassenes Gefängnis zu transportieren.

Keinesfalls gibt die schlechte wirtschaftliche Lage in den USA Anlass zu etwaiger Schadenfreude. Denn erstens sieht die Verschuldung in Deutschland auch nicht gerade rosig aus, und zweitens geht normalerweise die gesamte politische Lage bei Wirtschaftskatastrophen ebenfalls in Richtung Katastrophe. Erhöhte Armut führt zu erhöhter Gewalt und zu erhöhter Unterstützung für noch unmenschlicherere Politiken. Man stelle sich nur vor, die Regierung präsentiert dem aufgebrachten Mob diverse Sündeböcke für die wirtschaftliche Situation.

DaRockwilda
Dieser Eintrag wurde am Dienstag, den 19. Dezember 2006 von DaRockwilda geschrieben und in die Kategorie Wirtschaft eingeordnet. Du kannst alle Kommentare zu diesem Artikel mit dem RSS 2.0 Feed beobachten. Du kannst eine Antwort hinterlassen, oder durch einen Trackback auf diesen Artikel verlinken.
Tags:

Kommentar von adversarius am 19. Dezember um 09:12 Uhr

Wow, na soviel hätte ich ja auch nicht erwartet. Und China will in nächster Zeit auch noch seine Dollar-Reserven auf den Markt werfen, wie von Bernanke und Paulson angekündigt.:-)

Wird das der Beginn der Weltwirtschaftskrise? Also ausgehen wird diese ja definitiv von den USA.
Was meinst du DaRockwilda?

Kommentar von Matt am 19. Dezember um 09:12 Uhr

Dazu passend:

China wirft eine „Trillion“ US-Dollar auf den Markt

Von Michael George am 17.12.2006

Gegenwärtig überstürzen sich die Meldungen aus den USA: China startet einen Großangriff auf den maroden Dollar.

Ich gebe hier neben eigenen Einschätzungen eine frei übersetzte Zusammenfassung eines Beitrages auf http://www.halturnershow.com wieder

Nachdem bekannt wurde, dass China sich entschlossen hat, sich von großen Mengen seiner Dollar-Reserven zu trennen, reiste in der vergangenen Woche eine hochrangige US-Delegation nach Peking, um zu retten, was noch zu retten war. Unter Führung von FED-Chef Ben Bernanke und dem Chef des Schatzamtes Henry Paulson konferierte die Delegation am 14. und 15. Dezember in Peking mit einer chinesischen Abordnung, offenbar mit der Absicht, die Chinesen von ihrem Vorhaben abzubringen, am kommenden Montag, dem 18. Dezember, sage und schreibe eine „Trillion“ US-Dollars (das ist mit unserer europäischen Schreibweise eine Billion, also eintausend Milliarden oder eine Million Millionen) aus ihren Devisenvorräten zu lösen. (Die Zahl kennen einige vielleicht aus dem SF von Andreas Eschbach…).

Doch die Chinesen ließen die US-Unterhändler abblitzen.

Für ihre Absicht, sich von erheblichen Teilen ihrer Dollarvorräte zu trennen, führten sie folgende Gründe an:

1. Nachdem die Federal Reserve Bank im vergangenen März ihre Berichte über die umlaufende Geldmenge M3 eingestellt hat, sei es für niemanden mehr möglich einzuschätzen, wie viel neues Geld gedruckt worden sei.

2. Der US-Dollar hat in jüngster Vergangenheit gegenüber anderen Währungen bis zu 30 Prozent seines Werts eingebüßt. Das bedeutet, dass China 300 Milliarden US-Dollar allein dadurch verloren hat, dass es diesen Betrag in seinen Währungsreserven hielt.

3. Die USA besitzen keinerlei Pläne zur Reduzierung ihres Haushaltsdefizits oder zur Begleichung ihrer Schulden – außer, dies mit frisch gedrucktem Geld zu tun.

Deshalb habe China entschieden, sich von großen Mengen seiner Dollar-Reserven zu trennen, bevor andere Staaten damit beginnen. Wie berichtet wird, sagte man der US-Delegation: „Wir sind die größten Halter von US-Währung, und wenn der Rest der Welt ihre Reserven abwirft, bevor wir es tun, stehen wir ohne Hemd da.“

Es ist freilich nicht zu erwarten, daß die Chinesen ihre Dollarmengen einfach auf den Währungsmarkt werfen. Eher ist zu erwarten, daß sie neben Euro, britischem Pfund und Schweizer Franken große Mengen Gold, Silber und andere Edelmetalle kaufen sowie Militärgüter, Schiffe, Flugzeuge und Industrieanlagen.

Nach der Sitzung mit den chinesischen Offiziellen soll FED-Chef Bernanke kalkweiß und mit kaltem Schweiß auf der Stirn aus dem Sitzungsraum gewankt sein.

Kein Wunder, denn die Folgen des Schrittes der Chinesen sind absehbar:

Der US-Dollar wird zusammenbrechen, denn immer mehr Staaten, Firmen, Fonds und Einzelpersonen werden aus dem Dollar fliehen, und der inflationäre Galopp wird erst die US-Wirtschaft und dann die Weltwirtschaft in eine schwere Krise stürzen. Möglicherweise in die tiefste Krise, die es bislang je gab – wenn es da nicht auch Kräfte im Hintergrund gäbe, die auf eine solche Situation hingearbeitet haben und die über die Mittel und Möglichkeiten verfügen, den zu erwartenden Crash abzufangen und eine weltweit angelegte Lösung auf den Weg zu bringen.

Aber da ist noch ein weiterer Spieler auf dem Feld: Die Öl-Saudis und die OPEC.

Deren Offizielle haben bereits zu verstehen gegeben, dass sie den USA beispringen werden, indem sie drohten, den Chinesen den Ölhahn abzudrehen. Sie gehen davon aus, daß die Chinesen das Öl für ihre boomende Wirtschaft dringend brauchen. Doch die Chinesen sind klug kalkulierende Leute, und man kann davon ausgehen, daß sie den OPEC-Zug auskontern werden.

Pikant an der OPEC-Position ist nun freilich, daß sie ihre Stützungsrolle gegenüber den USA nicht ohne Gegenleistung ausüben werden.

Und da gibt es die nahe liegende Möglichkeit, daß die arabischen OPEC-Mitglieder von den USA fordern werden, ihre bedingungslose Unterstützung des zionistischen Israel aufzugeben.

Im Pentagon ist man unterdessen höchst besorgt: „Wenn die Chinesen ihre `Trillion` auf den Markt werfen, um die Dollar-Währung zusammenbrechen zu lassen, so haben sie Erfolg damit, die USA als effektive Militär- und Wirtschaftsmacht von der Weltbühne zu stoßen – und das ohne einen einzigen Schuß!“

http://taz.de/blogs/datenschei.....apiertiger
http://www.halturnershow.com/C.....llars.html
http://www.zweitausendeins.de/.....E82F7EC9F0

Kommentar von Lara am 19. Dezember um 10:07 Uhr

Interessant, dass dazu in den großen Wirtschaftsblättern nichts steht, nicht wahr? Zynisch, wie man werden kann, wenn man sich die egoistische und menschenverachtende Kriegspolitik der USA ansehen musste, ist man versucht, dem Herrn Bernanke zu sagen: Das sind halt die Birth Pangs einer neuen Weltordnung. Schmerzhaft, aber notwendig, um die verbliebene Supermacht zurechtzustutzen und ihr die Krallen zu schneiden, mit denen sie andere Länder ins Chaos stürzt, wirtschaftlich zu Wohlverhalten erpresst und sich selbst immer mehr zu bereichert (natürlich nur die sogenannte “Elite”, der Staat selbst und seine Bürger haben davon nichts, im Gegenteil).

Diejenigen, die Bush in diesen Sumpf geschickt haben, haben sich wohlweislich bereits abgesetzt und versuchen, jegliche Verantwortung auf ihn abzuschieben. Aber wir wissen es alle: Es sind die Neokonservativen, die diese Entwicklung in Gang gesetzt haben. Ihre Methoden der Organisierten Kriminalität waren es, die verantwortlich sind. Bush der Idiot war und ist nur der Hampelmann einer gestörten Truppe, der zu dumm war, das Spiel zu durchschauen. Und diese Truppe ist einfach zu größenwahnsinnig und hat nicht verstanden, dass man den Druck nur bis zu einem gewissen Grad erhöhen kann. Wird er zu hoch, fliegt einem der Kessel um die Ohren.

Diese Artikel sind auch sehr aufschlussreich:

“Das Öl, der Dollar und das Ende des Imperiums

Saddam Hussein tat das Gleiche wie es jetzt der Iran plant: die Einrichtung einer Ölbörse / Und damit wäre das Ende des bedruckten Papiers namens Dollar eingeläutet “
http://www.saar-echo.de/de/art.php?a=30566

Und was uns noch deutlicher machen sollte, wo der Hase langläuft:

SCO: Furchterregende geostrategische Masse
“Hu Jintao erreichte die Shanghai Cooperation Organization - was erreichte Bush? / Iran könnte alsbald Partner von vier Atommächten sein “
http://www.saar-echo.de/de/art.php?a=32041

Kommentar von DaRockwilda am 19. Dezember um 13:26 Uhr

@adversarius:

Also bei diesen Daten muss die USA auf jeden Fall eine entscheidende Rolle bei einer etwaigen Weltwirtschaftskrise spielen. Fraglich ist wer den Anfang macht, ich meine ein anderes Land kann ja auch den Auslöser spielen auf verschiedenste Weisen… Eben Umschichtung der Reserven oder sowas.

Was könnten deiner Meinung nach andere Auslöser sein?

Kommentar von Jason am 19. Dezember um 13:58 Uhr

Zumindest bei den Zahlen aus dem Verteidigungsministerium vermute ich einen kleinen Übersetzungsfehler in Bezug darauf, dass one billion “nur” eine Milliarde ist. Bei der Gesamtsumme dürften die Billionen jedoch richtig sein.

Jason

Kommentar von DaRockwilda am 19. Dezember um 14:02 Uhr

@Jason:

“”According to some estimates we cannot track $2.3 trillion in transactions,” Rumsfeld admitted.

$2.3 trillion — that’s $8,000 for every man, woman and child in America. To understand how the Pentagon can lose track of trillions, consider the case of one military accountant who tried to find out what happened to a mere $300 million.

“We know it’s gone. But we don’t know what they spent it on,” said Jim Minnery, Defense Finance and Accounting Service. “

Aus der von mir verlinkten Seite auf CBS News.

Kommentar von winfried aus chemnitz am 19. Dezember um 15:03 Uhr

Die USA hat für sich eine Inflation beschlossen und wir bekommen mit Zeitverzug eine Deflation!

Letztere ist viel schlimmer!

Dann werden die Goldheinis kommen und wir bekommen in 30 Jahren das gleiche Problem noch einmal!

Die Lösung beschreibe ich auf meinem Blog!

Kommentar von DaRockwilda am 19. Dezember um 19:05 Uhr

” US inflation made a surprise comeback in November with a surprising 2.0 percent rise in wholesale prices, the biggest monthly jump in 30 years, the government has reported.”

http://www.breitbart.com/news/.....mpzp9.html

Kommentar von adversarius am 19. Dezember um 20:13 Uhr

@ DaRockwilda

also als Auslöser kämen meiner Meinung nach in Betracht:

- Großpleite eines börsennotierten Unternehmens mit riesigem Aktienvolumen
- Untergang einer großen Finanz-Institution
- extrem schneller Dollar-Abverkauf durch irgendein internationales Ereignis
- rapide steigender Goldpreis auf ca. 1000 $/oz
- oder China (oder ein anderers Land mit genügend Devisenreserven) wirft all seine Dollar-Reserven auf den Markt und damit folgende hyperinflationäre Entwicklung des Dollars

Das wären die Auslöser, die ich für möglich halte.
Kennt jemand noch andere?

Kommentar von DaRockwilda am 4. Januar um 02:15 Uhr

Hier schreibt der Rechnungsprüfer einen Brief an den Chefredakteur der Washington Post, indem er sich unter der Hand darüber beschwert, warum die Massenmedien so wenig über seinen Schuldenbericht schreiben.

http://www.washingtonpost.com/.....00653.html

Eigenen Kommentar verfassen:

Du musst eingeloggt sein um einen Kommentar schreiben zu können.