Politblog.net
 

Was kommt nach Marulanda?

In einem dem lateinamerikanischen Fernsehsender TeleSur zugespielten Video (spanisches Original) hat das Sekretariat der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC-EP) den Tod des obersten Comandante der ältesten und größten Guerrilla Lateinamerikas, Manuel Marulanda, bestätigt.

Wie aus der von Timoleón Jiménez verlesenen Mitteilung hervorgeht, starb Marulanda am vergangenen 26. März nach kurzer Krankheit an den Folgen eines Herzinfarktes in den Armen seiner Lebensgefährtin und umgeben von seiner Leibwache und allen Einheiten, die für seine Sicherheit verantwortlich waren.
“Wir haben ihm die Ehren erwiesen, die ein Anführer seiner Größenordnung verdient und ihm ein ehrenvolles Begräbnis gegeben”, heißt es in der Erklärung. “Wir verabschieden ihn physisch im Namen Tausender und Abertausender FARC-Guerrilleros und bolivarischer Milizionäre und der Millionen von Kolumbianern und Bürgern der Welt, die ihn trotz der widerlichen Medienkampagne gegen die FARC schätzen, bewundern und lieben.”


“Inmitten der größten reaktionären Offensive gegen irgendeine revolutionäre Organisation in der Geschichte Lateinamerikas werden wir unsere Aufgaben entsprechend der beschlossenen Pläne weiter verfolgen, fest vereint und zutiefst optimistisch, dass wir trotz des Gegners voranschreiten werden. Mit den Bannern von Bolívar, Jacobo und Manuel hoch erhoben setzen wir ohne Pause unseren Kampf fort, bis wir das Ziel des neuen Kolumbien erreichen, das große lateinamerikanische Heimatland und den Sozialismus. Das schwören wir über dem Grab unseres Comandante!”

Blättern wir einmal zurück:
Alles begann an einem 9. April 1948, als der liberale Präsidentschaftskandidat Jorge Elicier Gaitán auf offener Straße ermordet wurde und die politischen Spannungen in offene Gewalt umschlugen.

Allein an diesem Tag starben 3000 Menschen in den Unruhen. Die folgenden Tage, an denen eine beispiellose Welle der Gewalt über die Hauptstadt schwappte, sind als “Bogotazo” in die Geschichtsbücher eingegangen. Ein blutiger Bürgerkrieg zwischen der Oligarchie und den Bauern hatte begonnen und, diese Ereignisse markierten den Anfang der Epoche der Gewalt (”La Violencia”) und die Geschichte eines Guerrileros, Marulanda.

Viel weiß man nicht über ihn. Er wurde am 12. Mai 1928 unter dem Namen Pedro Antonio Marín als ältestes von fünf Kindern in dem Kaffeebauerndorf Génova geboren. Desertierte Guerrilleros sagen, er sei so charismatisch und loyal wie erbarmungslos.

1953 legten viel die Waffen nieder, nicht so Marulanda. Er war mit daran beteiligt als 1964 der “Bloque Sur” gegründet wurde, aus dem dann die FARC entstand (die CIA sah das damals so).

Bekannt wurde Marulanda vor allem in der Zeit von 1982-86 durch seine Teilnahme an den Verhandlungen zwischen dem damaligen Präsidenten Belisario Betancourt und der Guerrilla. Dieser Prozess scheiterte nicht zuletzt durch das Massaker von mehr als 3000 Mitgliedern der “Unión Partiótica” (politische Partei der FARC) durch Paramilitärs der extremen Rechten.

Trotz wiederholten Offensiven gegen die Guerrilla konnte diese bisher 24 der 32 Departments Kolumbiens unter ihre Verwaltung bringen.
Doch in den 90ern begannen sie dann hunderte von Soldaten, Polizisten und Politiker als Druckmittel gefangen zu nehmen und dadurch scheiterten weitere Verhandlungen, diesmal mit Andrés Pastrana (1998-2002).

Das große Fragezeichen ist nun: wie wird es weitergehen? Sein Nachfolger Alfonso Cano ist zwar bekannt, doch was wird sich ändern, wird sich etwas ändern?

Guillermo León Sáenz Vargas alias Alfonso Cano, geb. am 22.7.1948 in Bogotá, Antropologe, gilt als der Ideologe der FARC. In den 60er Jahren gehörte er der kommunistischen Partei als einer deren prinzipalen Studentenführer an, in den 80ern war er maßgeblich an der Gründung der Unión Patriótica und den Verhandlungen mit Betancourt beteiligt und übernahm nach dem Massaker (s.o) auch militärische Aufgaben.

Seit 2000 ist er der Verantwortliche der “Movimiento Bolivariano de la Nueva Colombia” (bolivarianische Bewegung des neuen Kolumbiens)

Reflexion:
Jetzt da Marulanda tot ist denken wohl die Einen, na endlich ein “Bandit” weniger und die Falken reden sich das Ende der FARC herbei und feiern in Vorfreude. Die Anderen fragen sich unsicher wer sich nun für sie der organisierten Oppression entgegenstellen wird und hoffen… weitere 60 Jahre?

Doch die Geschichte lehrt uns, dass charismatische Lider über ihr Grab hinaus weiterleben und ein solcher war “Tirofijo” sicherlich. Und sicherlich war er auch weder ein blutrünstiger Narco-Terrorist noch ein glorioser Held in strahlender Rüstung, er lebte wohl das was er für richtig hielt, auf seine Art, mit den Mitteln die ihm gegeben waren. Ob es die Richtigen waren wage ich nicht zu entscheiden. Zumindest war nicht er der Grund für all diese Gewalt, eher ihr Resultat.

Doch mit ihm stirbt nur er selbst. Denn die Umstände die ihn zu dem gemacht haben was er war haben sich nicht sonderlich geändert, sind im Gegenteil eventuell sogar noch “perfekter” in ihrer ganzen Härte geworden. Andere werden fortsetzen was unvermeidlich ist denn solange es die Ursachen gibt wird es deren Auswirkungen geben.

Oder wie John F. Kennedy einmal gesagt hat: Wer friedliche Revolution unmöglich macht, der macht gewaltsame Revolution unvermeidlich.

Chris W.
Dieser Eintrag wurde am Donnerstag, den 29. Mai 2008 von Chris W. geschrieben und in die Kategorie Krieg, Militär, Terrorismus eingeordnet. Du kannst alle Kommentare zu diesem Artikel mit dem RSS 2.0 Feed beobachten. Du kannst eine Antwort hinterlassen, oder durch einen Trackback auf diesen Artikel verlinken.
Tags:

Kommentar von Pontifex am 29. Mai um 13:14 Uhr

Quelle für das Zitat von Kennedy?

ich finde es per google nicht.

Kommentar von Henry Edward J. am 29. Mai um 13:48 Uhr

@Pontifex:

Auf englisch heisst es:

“Those who make peaceful revolution impossible, make violent revolution inevitable”

Bei Google gibt es x Quellen, eine davon ist die:

http://thinkexist.com/quotatio.....11217.html

Kommentar von Pontifex am 29. Mai um 14:02 Uhr

Danke, das Zitat gefällt mir.

Muss ich bei gelegenheit mal einbaun^^

Kommentar von Rufus am 30. Mai um 17:37 Uhr

Sorry Chris, aber da muss ich mal ernste Kritik üben.
Die FARC ist keine legitime Befreiungsbewegung sondern eine terroristisch agierende Gruppe von Extremisten, die eine kommunistische Diktatur in Kolumbien errichten wollen. Wenn Du ein kommunistisches System als Staatsform für Kolumbien für erstrebenswert halten solltest ist das Dein Bier, in dem Fall hättest Du aber meiner Ansicht nach nichts im Politblog verloren, weil der für Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit steht. Ein großes Problem in Kolumbien ist die politische Apathie der Massen, die dazu führt, dass extremistische Randgruppen, Links wie Rechts, die politische Agenda anheizen. Wer die FARC auch nur mit einem Minimum an Sympathie überschüttet kann genauso gut “F-4″ und “Alpha66″ loben, da sie ja auch gegen eine Diktatur ankämpfen (Cuba), das Prinzip bleibt das selbe. Widerstand gegen Unterdrückung - ja, immer. Eine rechte Diktatur mit einer linken zu ersetzen - nein Danke.

Kommentar von Chris W. am 30. Mai um 18:00 Uhr

@Rufus

Ich zitiere mich mal selbst:

…Ob es die Richtigen waren wage ich nicht zu entscheiden…

Kommentar von Rufus am 31. Mai um 10:06 Uhr

Hi Chris,
ich denke, eine Entscheidung hättest Du schon treffen können. Nämlich die, daß die Methoden der FARC (Bomben in Städten, Landminen, Entführungen von Zivilisten und einfachen Soldaten/Polizisten, Folter, Kindersoldaten uvm.)
in jedem Fall abzulehnen sind. Sicher, die andere Seite bedient sich ähnlicher Mittel was ebenso abzulehnen ist. Die FARC hätte meiner Ansicht nach eine Legitimation wenn sie ihrer kommunistischen Ideologie abschwört und Gewalt nur zur Selbstverteidigung einsetzt. Aber das Problem liegt, wie gesagt, in der Apathie der Bevölkerung, die verschiedene Ursachen hat. Ein ECHTER Volksaufstand zur Verbesserung der Lebensbedingungen in einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung hätte wesentlich mehr Erfolg. Wenn 40 Jahre lang erfolglos rumgeballert wird hat das seine Gründe. Mich hatte an Deinem Beitrag die mangelnde Verurteilung der FARC irritiert. Tirofijo war mit Sicherheit doch EINER der Gründe für die Gewalt und nicht bloss ihr Resultat. Grüße, Rufus

Kommentar von Chris W. am 31. Mai um 17:33 Uhr

@Rufus
Du schreibst von freiheitlich-demokratischen Grundordnung:
Als nach der Ermordung des Liberalen Jorge Elicier Gaitán (s.o) dessen Anhänger Pedro Antonio Marín (sein ziviler Name), vom jungen, kleinen Händler zum Guerrillero Marulanda wurde herrschte ein blutiger Bürgerkrieg im Land (1948-1953, mit ca. 200.000 Toten). Sein Dorf wurde damals überfallen, niedergebrannt und wer nicht flüchten konnte wurde ermordet. Die Bauernmiliz, die er darauf hin formierte bestand aus etwa 30 Verwandten und Bekannten, mit der er sich und seine liberalen Angänger vor weiteren Übergriffen der rechten „Konservativen“ schützen wollte.
Das verstehe ich als Reaktion auf Gewalt.

Und dass auch heute noch keine freiheitlich-demokratischen Grundordnung in Kolumbien vorhanden ist ergibt sich allein schon aus der Tatsache dass die derzeit Regierenden geradezu unter einem Generalverdacht stehen Drahtzieher von Drogenhandel und dem berüchtigten Paramilitarimus zu sein.

A. Uribe steht kurz vor einem technischen (demokratischen) k.o. Mehr als 60 seiner Kongressisten sind bereits verhaftet, andere werden es bald sein, da gegen sie Haftbefehle wegen Korruption, Drogenhandel und, oder Zugehörigkeit zum Paramilitarismus erlassen wurden.

Das wir alle, mich eingeschlossen, Morden, Geiselnahmen, Folter u.ä. Greueltaten verurteilen ist doch eine Selbstverständlichkeit.

Kommentar von Rufus am 1. Juni um 07:25 Uhr

Hi Chris,
Was die freiheitlich-demokratische Grundordnung angeht hatte ich mich wohl nicht ganz präzise ausgedrückt: De facto existiert sie in Kolumbien derzeit nicht (hat auch nie dort existiert). Muss aber erst geschaffen werden damit sich das Land zum Besseren wendet.
Marín war ursprünglich kein Kommunist, das ist richtig. Und irgendwie war er es auch nie. Damals herrschte ein Krieg zwischen den “Liberalen” und “Konservativen” (Kolumbien-spezifisches 2-Parteienmodell) in dem jene beiden Flügel der Oberschicht ihre Fußtruppen verheizten. Sicher, Marín war ein Opfer der Umstände und die (Kultur der) Gewalt ist in Kolumbien ein sehr tief verwurzeltes Phänomen dessen Ursprünge weit in die Kolonialzeit zurückreichen. Trotzdem, die Methoden der FARC sind inakzeptabel und er hätte sich davon lösen müssen. Das ist ja das Problem: Mit Entführungen und Terror sammelt man keine Sympathien in der Bevölkerung und wenn man Leute um sich schart (Sekretariat der FARC), die das Land nach der Machtübernahme in einen stalinistischen Gulag verwandeln wollen hilft das auch nicht viel. Es ist im Prinzip wie hier: Die Linkspartei ist auch keine echte Opposition sondern nur die andere Seite der gleichen (freiheitsfeindlichen) Medaille. Die FARC muss sich auflösen, denn sie wird nichts zum Besseren verändern. Leider ist es so, daß Uribes Politik der “harten Hand” bei vielen ziemlich gut ankommt und die FARC war da sein Steigbügelhalter. Was nach der FARC kommt? Ein weiterer Ausverkauf des Landes an internationale Konzerne, eine Festigung der prekären (Ausbeutungs-)Verhältnisse und möglicherweise eine ausgeweitete Fortführung der Aktionen gegen Chavez von kolumbianischem Boden aus.

Kommentar von Chris W. am 1. Juni um 18:21 Uhr

@Rufus
Soweit ich informiert bin war es genau Raúl Reyes der eine Verhandlungsbasis schaffen wollte um diesem nun schon 60 Jahre andauernden “Konflikt” ein Ende zu machen, zumindest stammt die Idee des humanitären Austausches (canje humanitario) von ihm. Mehr noch, die Freilassung von Ingrid Betancourt war bereits beschlossene Sache (dies hatte sogar Rafael Correa indirekt bestätigt).

Warum Raúl Reyes genau zu diesem Zeitpunkt mit Hilfe des “Imperiums” ermordet wurde spricht doch Bände…und dann dieser opportune Fund seiner laptops, sticks etc die nun je nach Belieben neue “Beweise” liefern kann doch nur eines bedeuten:
Man will den status quo aufrechterhalten um so einen Pseudo-Grund zu haben den plan colombia weiterhin zu rechtfertigen ( eigentlich aber nur um den einträglichen Drogenhandel und die Paramilitärs zu legitimieren)
btw: dieser “plan” = 1 million $/tag

Kommentar von Rufus am 1. Juni um 19:50 Uhr

Oh, natürlich, der Zeitpunkt und die Art des Todes von Reyes sind höchst verdächtig und immerhin wurde da ganz frech die Souveränität eines anderen Staates verletzt. Und ja, der Laptop… ha ha, deutlicher geht es nicht. Da steckt mit Sicherheit die CIA/NSA mit drin. Die kolumbianischen Behörden haben nicht so eine Phantasie (und wohl auch nicht das Know How) so eine Laptop-Aktion durchzuziehen. Trotzdem, ich wäre sehr vorsichtig damit der FARC etwas Positives abzugewinnen. Das ist der falsche Ansatz. “Humanitärer” Austausch? Unter welchen Bedingungen leben denn die Entführten? Sind Entführungen an sich “humanitär”? Für die FARC heißt “Frieden” nur “Machtübernahme”. Alles andere sind nur Maßnahmen auf dem Weg dorthin. Wenn sie klug sind gehen die Bosse nach Kuba, lassen die Geiseln frei und machen sich mit ihren Millionen einen angenehmen Lebensabend (ich würde sie allerdings lieber vor Gericht sehen). Wer seit 40 Jahren auf der Stelle tritt wird auch in den nächsten 40 Jahren nichts reißen - schon gar nicht mit jenen Methoden. Ich denke auch, daß Uribe & Co. sowie die USA aber ein Interesse daran haben weiterhin eine zwar geschwächte aber dennoch präsente FARC zu haben - für die Gründe, die Du genannt hast. Interessant wäre es zu sehen ob die USA Venezuela demnächst in ein neues “Nicaragua”, mit Paramilitärs als “Contras” verwandeln. Die Kolumbianer müssen ihren A… hochbekommen, denn das Land und die Leute werden Stück für Stück nach dem üblichen NWO-Muster auseinander genommen und vergiftet. Aber mit FARC/Paramilitär-Methoden und Linksextremismus wird das nichts.

Kommentar von Chris W. am 1. Juni um 20:35 Uhr

@Rufus
Es geht nicht darum wer mehr Verbrechen auf seiner Liste vorweisen kann, wer der Gute und wer der Böse hier ist, m.E, geht es darum WIE man einen Ausweg aus dieser Sackgasse der Gewalt finden kann. Und von einer “Machtübernahme” von Seiten der FARC würde ich in diesem Zusammenhang nicht ausgehen denn dazu gibt es keinerlei Anhaltspunkte.
btw: Nicaragua, der damalige Comandante Cero (Eden Pastora) muss ja nicht unbedingt ein Beispiel sein (zumindest der Umweg über die CIA sollte der FARC erspart bleiben ;-) )

Zusammengefasst: ich halte nicht viel von “Ideologien” welcher Couleur auch immer, mit ein bisschen gesundem Menschenverstand, fernab von egoistischer Selbstüberbewertung wäre es doch eigentlich verhältnismäßig einfach einen Kompromiss zu finden.
(ok, das mag weltfremd klingen, ist aber meine feste Überzeugung).

Kommentar von Rufus am 2. Juni um 21:26 Uhr

@Chris
Oh, beide Seiten stehen, was die Intesität der Verbrechen angeht, absolut gleich da. Die staatliche Seite hat quantitativ aber natürlich mehr angestellt, einfach weil sie in absoluten Zahlen mehr Täter beschäftigt. Darauf wollte ich auch gar nicht hinaus. “Machtübernahme” der FARC? Aber sicher. Das ist zumindest das offizielle Endziel (oder ihr Wunschtraum, je nachdem), oder glaubst Du die laufen da zum Spaß schwer bewaffnet durch den Urwald? Zumindest die Bosse sehen das so. Du versteht doch Spanisch, lies einfach ihre Statements, die sind 100% eindeutig. Die mittleren Führungskräfte (Frente-Kommandanten) sind teils rote Idealisten, teils einfach nur Gangster und Mörder (die wechseln auch schon mal die Seite und arbeiten dann als Paras). Das Fußtruppen-Kanonenfutter tut´s oft einfach nur für´s Geld, für´s Essen oder weil sie gezwungen werden oder weil die Gegenseite Verwandte umgebracht hat. Spiegelverkehrt gilt diese Analyse natürlich auch auch genauso für die Paramilitärs. Einen Ausweg aus der Gewaltspirale? Äh, nein. Das dauert noch Jahrzehnte. In Kolumbien kriegt jeder auch nur mäßig exponierte Aktivist sofort ne Morddrohung in den Briefkasten (und mag er noch so friedlich und neutral sein). “Querulanten” wie Schachtschneider oder Gauweiler hätten dort längst ne Kugel “von Unbekannt” im Kopf, um mal eine Relation zu bemühen. Das ist zwar “bequem” für die Oberschicht aber auch die gerät schon mal ins Kreuzfeuer - siehe Uribe´s Vater oder Vizepräsident Santos (entführt Anfang der 90er).

Kommentar von Rufus am 2. Juni um 21:30 Uhr

Zusammengefasst: ich halte nicht viel von “Ideologien” welcher Couleur auch immer, mit ein bisschen gesundem Menschenverstand, fernab von egoistischer Selbstüberbewertung wäre es doch eigentlich verhältnismäßig einfach einen Kompromiss zu finden.

Das ist die richtige Einstellung! Aber das mit dem Kompromiss - vergiss es. Die sind festgefahren und verkrustet. Außerdem führt Links gegen Rechts ja eh zu nix weil sie sich wie der Hund in den Schwanz beißen. Oben drüber sitzt die Elite und lacht sich was (Uribe ist sich dessen wohl nicht bewusst. Er glaubt, daß er die Fäden zieht aber in Wirklichkeit ist sein Land längst in der Hand der Konzerne und Banken).
Die Bürger müssen dort endlich aufstehen und ihre Rechte einfordern (mit friedlichen Mitteln). Aber wie gesagt, sobald dort ein “Crowd Puller” auftaucht wird er platt gemacht. Das ist das Traurige daran.

Eigenen Kommentar verfassen:

Du musst eingeloggt sein um einen Kommentar schreiben zu können.