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Airbus verlagert Jobs ins Billiglohnland USA

Im Zuge der Meldung, dass in New York jetzt auch bei kleinen Straßenhändlern in Euro bezahlt wird, schrieb ich noch halb scherzhaft und halb ernst:



“Ich prognostiziere: In 15 bis 20 Jahren werden Asiaten die dann vollständig aufgeschmissenen USA als Paradies für billigen Sextourismus und die Auslagerung von Hochlohnjobs schätzen.”



Schon heute schätzt zumindest das europäische Unternehmen Airbus die USA als Billiglohnland für die Produktion eines Teiles des A-350 Großraumflugzeugs:


“Mit dem Zuschlag an eine US-Firma geht Airbus einen weiteren Schritt in seiner angekündigten Strategie, Teile der Produktion aufgrund der Dollar-Schwäche in den Dollar-Raum zu verlagern und vor allem beim Bau des neuen A350 Partnerfirmen an Bord zu holen.”



Diese Entwicklung ist durchweg positiv: Denn sie zeigt die große Lüge der realitätsfernen Gaukler auf, die behaupten: Die reichen Länder können einfach ihre Produktionsprozesse ins Ausland verlagern und trotzdem reich bleiben. Nö, können sie nicht.

Eine Randbemerkung noch. Im Artikel der Süddeutschen Zeitung, aus dem obiges Zitat ist, findet sich auch das hier:


“Airbus produziert überwiegend im Euro-Raum, wird für seine Flugzeuge aber in Dollar bezahlt.”



Warum verlangt eine europäische Firma nicht Euros für ihre Ware? Es ist bekannt, dass Ölexporteure von den USA dazu genötigt werden, ihren Handel in Dollar abzuwickeln. Was für einen Grund hat Airbus, diesen Unsinn mitzumachen? Warum sorgt Airbus für eine künstliche Erhöhung des im Umlauf befindlichen Dollar-Volumens?

Henry Edward J.
Dieser Eintrag wurde am Sonntag, den 18. Mai 2008 von Henry Edward J. geschrieben und in die Kategorie Wirtschaft eingeordnet. Du kannst alle Kommentare zu diesem Artikel mit dem RSS 2.0 Feed beobachten. Du kannst eine Antwort hinterlassen, oder durch einen Trackback auf diesen Artikel verlinken.
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Kommentar von souldoubt am 18. Mai um 23:43 Uhr

mögliche Antwort auf die lezte Frage:

ein bekannter sagte kürzlich…, weil Airbus, sorry E-A-D-S, ein riesen Rüstungsunternehemen ist(wissen wir)…weiter wissen wir welches der größte Markt, wenn nicht der größte (China is immer so undurchsichtig!?), für Rüstungsgüter ist…richtig die USA…so… könnt es sein, dass die jenigen, welche da das Sagen über die zu investierenden Gelder haben, die selben sind, die auch gern bei einer künstlichen Erhöhung des Dollar-Volumens applaudieren

Kommentar von chris am 19. Mai um 01:07 Uhr

Airbus ist nur die erkennbare Spitze des Eisbergs - und dem Dampfer “Europa” fehlt eine vernünftige, wenn schon nicht agierende, so doch zumindest reagierende Währungspolitik, will er den drohenden Untergang im Gefolge des Dollarcrashs noch vermeiden.

Airbus-Dollar-Krise

Damit ist die Frage natürlich nicht beantwortet aber ich erinnere mich noch als Saddam Hussein sein Erdöl per Euro verkaufen wollte…er kann uns nicht mehr antworten was daraus geworden ist…

Kommentar von ali am 19. Mai um 16:03 Uhr

[Im Falle eines Doppelpostings möchte ich um Entschuldigung bitten, es schien als ob mein Posting geschluckt wurde]

Warum verlangt eine europäische Firma nicht Euros für ihre Ware?

Ich vermute weil die Mehrheit der Kunden eine Bezahlung in Dollar vorzieht. Das wäre dann auch nicht ein ‘künstliches ‘ Erhöhen des Dollarvolumens (falls ich richtig verstehe, was mit dieser eher schwammigen Klassifizierung gemeint ist). Selbst wenn die Erhöhung ‘künstlich’ ist, so what?

Diese Entwicklung ist durchweg positiv: Denn sie zeigt die große Lüge der realitätsfernen Gaukler auf, die behaupten: Die reichen Länder können einfach ihre Produktionsprozesse ins Ausland verlagern und trotzdem reich bleiben. Nö, können sie nicht.

Ich kann hier deiner Logik nicht folgen. Warum widerlegt eine Verlagerung von Teilen der Produktion in die USA, dass ein reiches Land von einer Verlagerung ins Ausland nicht profitieren kann? Wo siehst du hier einen Zusammenhang und wie stellst du dir die Kausalität vor? Nur weil Airbus dies tut beweist dies a) nicht dass dies geschieht weil die Kosten/Preise runter sind wegen Verlagerung anderer Industriezweige ins Ausland und b) selbst wenn dies der Fall wäre, sagt dies überhaupt nichts über die Auswirkung auf den Wohlstand eines Landes aus. Da wurden etwas viele Annahmen aus dem Hut gezaubert.

Noch zwei Anmerkungen:

1. Das Duopol von Airbus und Boeing ist das denkbar schlechteste Beispiel um irgendwelche Effekte von Marktkräften abzuleiten, da der Markt bei diesen von indirekten Subventionen und politischer Unterstützung aufgeblähten Giganten sowieso überhaupt nicht spielt.

2. Ich vermute dass die verlagerten Produktionen entweder sehr schnell wieder abgezogen werden können oder sowieso hätten in die USA verlegt werdensollen (z.B. weil Hi-Tech). Nur auf der Basis von unberechenbaren Wechselkursschwankungen kann ein solcher Schritt ökonomisch kaum gerechtfertigt werden.

Kommentar von OhDaeSu am 21. Mai um 03:02 Uhr

@ Die reichen Länder können einfach ihre Produktionsprozesse ins Ausland verlagern und trotzdem reich bleiben. Nö, können sie nicht.

das ist falsch.

ersetze reiche Länder durch Reiche Menschen bzw. Konzerne bze Kapitalbesitzer etc. und es ist vollkommen zutreffend. (siehe armutsbericht…)

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