Wer Nazis wirklich effektiv bekämpfen will, sollte sie sprechen lassen!
Mit dem Start des von der “Zeit” initiierten Internet-Portals “Netz gegen Nazis” ist der so genannte Kampf gegen Rechts wieder in den Schlagzeilen.
Einer der möglichen Haltungen zum “Kampf gegen Rechts” ist es, möglichst vieles zu verbieten, was einem “Rechts” vorkommt.
Schon bei der Einschränkung der Geschichtsforschung und -interpretation fängt das in Deutschland an. In dem Glauben, so der Menschlichkeit zu dienen, werden schwammige Verbotsgesetze formuliert und von vielen Bürgern als nützlich erachtet.
Wie schon in den Gedanken zur Redefreiheit geäußert, halte ich diese Vorgehensweise für moralisch falsch und vor Allem kontraproduktiv.
Ich vertrete nach wie vor die Ansicht, dass eine starke demokratische Gesellschaft locker mit “rechten” Geschichtsinterpretationen und politischen Ansichten klarkommt. Und dass eine starke demokratische Gesellschaft ihr Durchsetzungsvermögen gegenüber Rassismus und Vorstellungen von starkem Staat und Führer durch Zulassen rechter Ansichten eher steigert denn schmälert.
Die “Zeit” liefert in ihrer (gedruckten) Ausgabe vom 8. Mai, im zum aktuellen Anti-Nazi-Dossier gehörenden Artikel “Hüpfburg und Hitlergruß” ein schönes Beispiel dafür, dass der “Kampf gegen Rechts” nicht durch Verbannen in die Illegalität stärker wird, sondern durch Raufholen auf die Bühne:
Natürlich ist es bequemer, so viel wie möglich zu verbieten. Das erfordert nicht den “langen Atem”, von dem der engagierte Lehrer spricht. Aber für die Schüler von Herrn Lehmann war es wahrscheinlich zehn Mal hilfreicher, die Verteidiger der NPD während der offenen Diskussion ihrer Ansichten “ins Schwitzen kommen” zu sehen, als damit beruhigt zu werden, dass sie solche Ansichten nicht zu hören brauchen und diese sowieso verboten sind.
Anmerkung: Keineswegs bedeutet die Maxime, auch die Artikulation rechter Positionen zuzulassen, dass man diese Positionen nicht ablehnen oder ihnen nicht entgegen treten kann. Niemand sagt, dass die Schüler, die dem NPD-Referat lauschen, nicht während des Vortrags Anti-Nazi-T-Shirts tragen oder entsprechende Banner hochhalten dürfen. Ebenso sollten die gleichen Schüler auch nicht zögern, wenn die NPD-Anhänger nach dem Referat auf dem Schulhof einen Schüler ausländischer Herkunft verprügeln, diesem zu Hilfe zu eilen und später gegen die Schläger auszusagen.
Henry Edward J.
Einer der möglichen Haltungen zum “Kampf gegen Rechts” ist es, möglichst vieles zu verbieten, was einem “Rechts” vorkommt.
Schon bei der Einschränkung der Geschichtsforschung und -interpretation fängt das in Deutschland an. In dem Glauben, so der Menschlichkeit zu dienen, werden schwammige Verbotsgesetze formuliert und von vielen Bürgern als nützlich erachtet.
Wie schon in den Gedanken zur Redefreiheit geäußert, halte ich diese Vorgehensweise für moralisch falsch und vor Allem kontraproduktiv.
Ich vertrete nach wie vor die Ansicht, dass eine starke demokratische Gesellschaft locker mit “rechten” Geschichtsinterpretationen und politischen Ansichten klarkommt. Und dass eine starke demokratische Gesellschaft ihr Durchsetzungsvermögen gegenüber Rassismus und Vorstellungen von starkem Staat und Führer durch Zulassen rechter Ansichten eher steigert denn schmälert.
Die “Zeit” liefert in ihrer (gedruckten) Ausgabe vom 8. Mai, im zum aktuellen Anti-Nazi-Dossier gehörenden Artikel “Hüpfburg und Hitlergruß” ein schönes Beispiel dafür, dass der “Kampf gegen Rechts” nicht durch Verbannen in die Illegalität stärker wird, sondern durch Raufholen auf die Bühne:
“(Gert Lehmann, Lehrer für Gesellschaftskunde in Sachsen,) ließ seine Schüler Landtagswahl spielen. es war das Jahr (2004), als die NPD mit 9 Prozent ins Parlament einzog und die Großparteien aus allen Wolken fielen.
Lehmann war nicht überrascht, als die NPD an seiner Provinzschule in Soland 25 Prozent holte. (…)
‘Dagegen kommt man mit moralischen Appellen nicht an’, sagt Lehmann heute. ‘Man muss versuchen, Argumente zu entkräften. Dazu muss man sie aber kennen. Und dazu muss man hinhören’.
Also ließ er rechte Schüler im Unterricht die NPD vorstellen, dabei kamen sie ins Schwitzen, und er konnte den nationaldemokratischen Chauvinismus entlarven. Als erster Lehrer holte er Neonazi-Aussteiger in seinen Unterricht. Büffelte germanische Runen, um mitreden zu können. (…)
Jetzt komme dieser neue demokratische Aktionismus von oben, ‘ein schwachsinniges Gewühle und Gemache’. Demokratie sei aber eine Frage der Erziehung, dafür brauche man einen langen Atem.”
Natürlich ist es bequemer, so viel wie möglich zu verbieten. Das erfordert nicht den “langen Atem”, von dem der engagierte Lehrer spricht. Aber für die Schüler von Herrn Lehmann war es wahrscheinlich zehn Mal hilfreicher, die Verteidiger der NPD während der offenen Diskussion ihrer Ansichten “ins Schwitzen kommen” zu sehen, als damit beruhigt zu werden, dass sie solche Ansichten nicht zu hören brauchen und diese sowieso verboten sind.
Anmerkung: Keineswegs bedeutet die Maxime, auch die Artikulation rechter Positionen zuzulassen, dass man diese Positionen nicht ablehnen oder ihnen nicht entgegen treten kann. Niemand sagt, dass die Schüler, die dem NPD-Referat lauschen, nicht während des Vortrags Anti-Nazi-T-Shirts tragen oder entsprechende Banner hochhalten dürfen. Ebenso sollten die gleichen Schüler auch nicht zögern, wenn die NPD-Anhänger nach dem Referat auf dem Schulhof einen Schüler ausländischer Herkunft verprügeln, diesem zu Hilfe zu eilen und später gegen die Schläger auszusagen.
Henry Edward J.
Kommentar von saarmichel am 14. Mai um 15:43 Uhr
Wer sich wirklich mit rechtem Gedankengut befassen will, sollte neueste geistige Ergüsse der CDU konsumieren.
Links, Rechts, Mitte…meist die selbe Mischpoke.
Kommentar von redlope am 14. Mai um 16:10 Uhr
Ich stimme dem voll und ganz zu. Lasst sie reden und setzt Euch mit Ihnen auf diskutierender Ebene auseinander. Nur so kann man die Leerheit ihrer Phrasen entlarven. Ein Verbot macht sie eventuell nur interessant für Oppositionelle aller Schattierungen.
Die Verbotskeule kann außerdem auch hinten losgehen. Denn so werden Präzedenzfälle geschaffen, die auch das Verbot anderer unliebsamer (linker) Gruppen erleichtern.
Hier noch ein alter Kommentar von mir dazu
http://politblog.net/nachricht.....ment-61474
Die betroffenen Nazigruppen würden sich sowieso einfach neu sortieren. Sie gründen dann eben eine andere Partei gleichen Inhalts.
Durch das Vermeiden jeder Diskussion wird ein nebliger Popanz geschaffen, der einer näheren Betrachtung gar nicht standhalten würde, während zugleich legitime Fragen der nationalstaatlichen Souveränität mit dem Vertrag von Lissabon mal eben so unter den Tisch gekehrt werden und Kritik daran in die soeben hübsch vernebelte rechte Ecke geschoben wird. Sehr bequem, das.
Viel wichtiger als das ständige 70jährige Zurückschauen und fast pawlowsche Springen auf alles, was nach Hakenkreuz aussieht, ist doch die heutigen aktuellen Entwicklungen im Bereich Freiheitsberaubung, Zwangsdienste, Kriegswirtschaft, Überwachung… zu erkennen und anzuprangern als das, was sie sind: Faschismus im neuen Gewand.
Auch, was in rechten Think Tanks passiert (z.b. „Bürgerkonvent“ etc…) sollte sehr genau untersucht und Gegenstand kritischer Diskussion in der Öffentlichkeit werden.
Alte und alt-modische Nazis lenken da prima ab (wobei natürlich jede Gewaltausübung rechter Art konsequent verfolg werden muss!!).
Kommentar von JoCa am 17. Mai um 14:07 Uhr
Ich glaube, dass die vom Verfassungsschutz mittels V-Leuten gesteuerte Neonazi-Bewegung lediglich dazu dienen soll, Kräfte der Linken in einem unsinnigen Kampf zu binden un davon ablenken soll, dass die wirklichen Faschisten in der Regierung und in den Konzernzentralen sitzen und saßen.
Besonders deutlich wird dies unter anderem auf Indymedia-Deutschland.
Auch die Tatsache, dass rechte Demonstranten durch die Bank von Polizisten protektiert werden und die Justiz kaum gegen rechte Gewalt vorgeht, lässt mich vermuten, dass die Neonazis quasi als Stellvertreter von oben gezüchtet werden und eine dialektische Funktion erfüllen sollen.
Kommentar von StephanB am 19. Mai um 09:37 Uhr
Macht es eigentlich Sinn NICHT zu wählen, so wie ich es schon verschiedentlich gelesen habe, u.a. auch von jüdischen Journalisten? Klar die Zahl der Wählerstimmen und damit die Einnahmen für die großen Parteien schrumpfen (zählen eigentlich auch ungültige Stimmen?), aber was ist mit Parteien wie der NPD? Wenn diese durch die Sitzverteilung im Bundestag an der Regierung beteiligt werden müßte, dann müßten wir eigentlich eine Situation wie vor ein paar Jahren in Österreich bekommen: Wir werden isoliert.
Aber dank Wahl-Computern wird es wahrscheinlich nie so weit kommen.
Denn dann müßte unser “demokratisches” System sich wirklich mal den Problmen in unserem Land auseinandersetzen. Bisher wird ja einfach immer nur alles als wirre Äußerungen abgetan.
Noch besser ist es natürlich aus einer Partei auszutreten, so wie es viele derzeit machen (auch bei der CDU!) nach der jüngsten Diätenerhöhung. Gelesen habe ich: 16% bis 2010!
Wenn es nicht mehr genug “Fußvolk” bei den Parteien gibt, wer organisiert die Wahlveranstaltungen dann bzw. besser baut alles auf und wieder ab? Wer klebt dann die ganzen Plakate und verteilt Flyer und Werbebroschüren? Ein-Euro-Jobber weil Wahlkampf gemeinnützige Arbeit ist?
Da fällt mir ein, dass natürlich nicht nur das Ergebnis mit Hilfe der Wahlcomputer so wie in den USA gefälscht werden kann, sondern auch die Höhe der Wahlbeteiligung bzw. die Anzahl der Wählerstimmen und damit die Einnahmen für die Parteien bei einer Wahl.