Philip Weiss - Warum die Israellobby schwächer werden wird
Dies ist der zweite Teil einer zweiteiligen Artikelserie, inspiriert von dem New Yorker Journalisten Philip Weiss und seine Beobachtungen und Reflexionen über Israel, die US-Amerikanische Nahostpolitik und die Struktur und den Status der in den USA lebenden jüdischen Menschen.
Den ersten Teil findet man hier.
Im diesem zweiten Teil wird beantwortet, welche gesellschaftlichen Entwicklungen dafür sprechen, dass die Unterstützung für Israel in Zukunft weniger und vor Allem vernünftiger werden wird.
Der Grund für das Ganze ist einfach: Der so genannte “Krieg gegen den Terror” ist das für uns Bürger momentan wichtigste politische Thema. Wichtig in dem Sinne, das es die nachhaltigsten Konsequenzen hat, seien es Krieg, Folter oder Überwachung. Wenn nun der Grund für den “Krieg gegen den Terror” eben jener Terror islamischer Prägung ist, an den wir seit dem 11. September glauben sollen, dann ist Israels Verhalten und die bedingungslose westliche Unterstützung dafür einer der Hauptgründe für diesen Terror. Bin Laden, sofern er überhaupt existiert, wurde auch durch Israels Behandlung der Palästinenser und die Rückendeckung der Vereinigten Staaten zu seinem Tun motiviert.
Ob die bislang stattgefundenen Anschläge, 9/11 in den USA, 7/7 in London, und 3/11 in Madrid, echt waren oder inszeniert, spielt für dieses Thema keine Rolle. Wenn Bin Laden inszeniert ist, dann muss man mit einem echten Bin Laden rechnen, solange die Kriege und die Besatzungen in der arabischen Welt nicht aufhören.
Wer also diesen so genannten “Krieg gegen den Terror” und das immer schneller sinkende Ansehen der westlichen Welt in der restlichen Welt vernünftig angehen will, der muss die bedingungslose und moralisch falsche Unterstützung für Israel beenden und es wie ein normales Land behandeln. Um dies zu erreichen, muss eben diese Unterstützung erst einmal analysiert werden. Dieser Text soll ein Beitrag dazu sein.
Zudem lässt sich feststellen, dass zwar das Thema Israellobby mittlerweile von einigen Autoren angeschnitten wurde, die dahinter liegenden gesellschaftlichen Strukturen aber immer noch nicht offen diskutiert werden - siehe unten Faktor 2. Auch zu dieser offenen Diskussion soll dieser Text ein Beitrag sein. - HEJ
Philip Weiss - Warum die Israellobby schwächer werden wird
Wie im ersten Teil beschrieben, fußt der Erfolg der Israellobby und die immense westliche Unterstützung überhaupt auf 6 Faktoren:
1. Für einen Teil der Westler sind Israel und das Judentum etwas Besonderes
2. Der Holocaust ist immer noch nicht überwunden
3. Die Gründung des Staates Israel bringt jüdische Menschen in einen Loyalitätskonflikt und verwirrt Nichtjuden
4. Israel nutzt den Identitätskonflikt der jüdischen Bürger anderer Staaten schamlos aus
5. Die jüdischen und christlichen Unterstützer Israels sind einflussreich
6. Westliche Eliten haben ein strategisches Eigeninteresse an einem brutal-militärischen Israel
Und so klar Israel-Unterstützung momentan auch noch ausfällt, Philip Weiss und andere sind der Ansicht, dass sich die Macht der Israellobby langsam aber sicher dem Ende zuneigt.
Post-Zionismus ist auf dem Vormarsch
Wenn der Holocaust auch dazu geführt hat, dass wie im ersten Teil beschrieben sowohl jüdische als auch nicht-jüdische Menschen den Staat Israel als unabdingbar für die Sicherheit aller jüdischen Menschen auf der Erde erachten, so ist der Holocaust doch schon viele Jahrzehnte her.
Und wie unter Faktor 5 im ersten Teil beschrieben, fällt es besonders in den USA den konservativen jüdischen Organisationen immer schwerer, das Bild vom stets verfolgten Juden aufrecht zu erhalten.
Im Gegenteil sind die in den USA lebenden jüdischen Menschen fester Bestandteil der wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und kulturellen Elite.
Wenn die nicht-jüdischen Menschen in westlichen Gesellschaften tatsächlich so latent judenfeindlich wären, wie es die konservativen jüdischen Organisationen gerne behaupten, dann müsste es ob der vielen jüdischen Menschen in hochrangigen Positionen schon lange zu Progromen gekommen sein.
Man bedenke: Eine frühe Manifestierung der westeuropäischen Judenfeindlichkeit waren die Umstände um die Verhandlung gegen den jüdischen Spion Alfred Dreyfuss. Theodor Herzl, einer der ideologischen Väter des Zionismus, beobachtete den Prozess gegen Dreyfuss und war ab da der Ansicht, jüdische Menschen bräuchten einen eigenen Staat.
Was sollte ein Herzl heute sagen? In den USA werden immer wieder jüdische Spione festgenommen, die für Israel spionieren. Doch die US-Bürger reagieren nicht mit Progromen und keiner zweiten Reichskristallnacht. Während der Clinton- und der Bush-Jahre kamen reihenweise jüdische Menschen in höchste Staatsämter. Und immer noch keine Progrome.
Viel mehr sind jüdische Menschen in den USA gut aufgehoben, und viele von ihnen wissen das. In der Tat wissen das immer mehr junge jüdische Menschen, was einer der größten Hoffnungsschimmer für Philip Weiss ist.
Ein zweiter Aspekt ist, dass Israel für jüdische Menschen tatsächlich immer gefährlicher wird. Solange die Besatzung des völkerrechtlichen Palästinas weitergeht und weiter jüdische Kolonien gebaut werden und Jerusalem faktisch von Israel einverleibt wird, werden in Israel lebende jüdische Menschen immer der Gefahr von Anschlägen oder Kriegen ausgesetzt sein.
All das führt summa sumarum dazu, dass immer mehr jüdische und nicht-jüdische Menschen damit aufhören, Israel als die wahre Heimat aller jüdischen Menschen und damit Vertreterin und Sprecherin des Gesamtjudentums anzusehen. Und das war bislang der springende Punkt, auf dem die meiste Macht der Israellobby aufgebaut hatte.
Jüdische Dissidenten werden zunehmend wahrgenommen
Wie im ersten Teil beschrieben, setzen nicht-jüdische und jüdische Eliten und Massenmedien seit dem Holocaust auf scheinheilige Vereinfachung: Alle jüdischen Menschen sind Zionisten und unterstützen Israel.
Dabei gehören jüdische Menschen zu den schärfsten Kritikern der Regierungen in Tel Aviv. Nur wurden und werden sie von der Israellobby in den anderen Ländern auch mit der “self-hating Jew”-Keule möglichst mundtot gemacht.
Dank Internet jedoch werden immer mehr Menschen auf diese Stimmen aufmerksam, und nehmen sie mit Freude zur Kenntnis. Sowohl Einzelpersonen als auch jüdische Organisationen werden verstärkt wahrgenommen, und der Alleinvertretungsanspruch der alten, konservativen Organisationen bröckelt.
Der Status Quo wird also immer offener in Frage gestellt, und es zeichnet sich zunehmend ein Fortschritt ab: Anstatt wie früher der von nicht-jüdischen und jüdischen Eliten propagierten Einteilung “Nicht-Juden auf der einen, Juden auf der anderen Seite” zu folgen, erkennen immer mehr Menschen: Die wahre Unterteilung lautet: Friedliebende, humanistische und liberale Menschen auf der einen, Kriegstreiber, Rassisten und religiöse Fanatiker auf der anderen Seite. Und beide Gruppen verteilen sich gleichmäßig auf Nichtjuden wie Juden.
Wir können im Moment beobachten, wie sich immer mehr junge Menschen aus jüdischen und nicht-jüdischen Familien von den Ansichten ihrer Vorgängergeneration emanzipieren. Junge jüdische Menschen beginnen damit, die Angst vor den nicht-jüdischen Menschen abzuschütteln und nicht mehr ihren Predigern zu glauben, laut denen sie umgeben von Judenfeindlichkeit sind.
Und junge nicht-jüdische Menschen beginnen damit, die durch ihre Elterngeneration von Schuldgefühlen geprägte Glorifizierung des Staates Israel und die Gleichsetzung mit dem Gesamtjudentum zu hinterfragen und zu erkennen, dass ihre einzige Pflicht darin besteht, in ihrem eigenen Land jüdischen Menschen und anderen Minderheiten ein freiheitliches Leben zu ermöglichen.
Das Eis taut merklich, und diese Chance sollte man nicht verstreichen lassen. Lasst uns unser Zusammenleben wieder persönlichen Beziehungen und Austausch geprägt sein, nicht mehr von den alten Institutionen, die an ihrem Status Quo festhalten. Personalisierung statt Institutionalisierung, Versachlichung statt übertriebene Vorsicht sollten die Parolen für das neue Verhältnis von nicht-jüdischen und jüdischen Menschen sein.
Anmerkung: Ich habe mir viel Mühe gegeben, diese Artikelserie zu schreiben. Ich werde keinen Kommentatoren dulden, der versucht, diese Mühe mit offensichtlicher Provokation zunichte zu machen. Für diese Artikelserie werde ich nach meinem eigenen Ermessen entscheiden, welcher Kommentar veröffentlicht wird und welcher nicht. Das ist kein Schuss gegen die vielen engagierten und ehrlichen Kommentatoren, sondern eine Reaktion auf die Gewissheit, dass bei diesem Thema Provokateure aus mehreren Lagern auftauchen.
Henry Edward J.
Den ersten Teil findet man hier.
Im diesem zweiten Teil wird beantwortet, welche gesellschaftlichen Entwicklungen dafür sprechen, dass die Unterstützung für Israel in Zukunft weniger und vor Allem vernünftiger werden wird.
Der Grund für das Ganze ist einfach: Der so genannte “Krieg gegen den Terror” ist das für uns Bürger momentan wichtigste politische Thema. Wichtig in dem Sinne, das es die nachhaltigsten Konsequenzen hat, seien es Krieg, Folter oder Überwachung. Wenn nun der Grund für den “Krieg gegen den Terror” eben jener Terror islamischer Prägung ist, an den wir seit dem 11. September glauben sollen, dann ist Israels Verhalten und die bedingungslose westliche Unterstützung dafür einer der Hauptgründe für diesen Terror. Bin Laden, sofern er überhaupt existiert, wurde auch durch Israels Behandlung der Palästinenser und die Rückendeckung der Vereinigten Staaten zu seinem Tun motiviert.
Ob die bislang stattgefundenen Anschläge, 9/11 in den USA, 7/7 in London, und 3/11 in Madrid, echt waren oder inszeniert, spielt für dieses Thema keine Rolle. Wenn Bin Laden inszeniert ist, dann muss man mit einem echten Bin Laden rechnen, solange die Kriege und die Besatzungen in der arabischen Welt nicht aufhören.
Wer also diesen so genannten “Krieg gegen den Terror” und das immer schneller sinkende Ansehen der westlichen Welt in der restlichen Welt vernünftig angehen will, der muss die bedingungslose und moralisch falsche Unterstützung für Israel beenden und es wie ein normales Land behandeln. Um dies zu erreichen, muss eben diese Unterstützung erst einmal analysiert werden. Dieser Text soll ein Beitrag dazu sein.
Zudem lässt sich feststellen, dass zwar das Thema Israellobby mittlerweile von einigen Autoren angeschnitten wurde, die dahinter liegenden gesellschaftlichen Strukturen aber immer noch nicht offen diskutiert werden - siehe unten Faktor 2. Auch zu dieser offenen Diskussion soll dieser Text ein Beitrag sein. - HEJ
Philip Weiss - Warum die Israellobby schwächer werden wird
Wie im ersten Teil beschrieben, fußt der Erfolg der Israellobby und die immense westliche Unterstützung überhaupt auf 6 Faktoren:
1. Für einen Teil der Westler sind Israel und das Judentum etwas Besonderes
2. Der Holocaust ist immer noch nicht überwunden
3. Die Gründung des Staates Israel bringt jüdische Menschen in einen Loyalitätskonflikt und verwirrt Nichtjuden
4. Israel nutzt den Identitätskonflikt der jüdischen Bürger anderer Staaten schamlos aus
5. Die jüdischen und christlichen Unterstützer Israels sind einflussreich
6. Westliche Eliten haben ein strategisches Eigeninteresse an einem brutal-militärischen Israel
Und so klar Israel-Unterstützung momentan auch noch ausfällt, Philip Weiss und andere sind der Ansicht, dass sich die Macht der Israellobby langsam aber sicher dem Ende zuneigt.
Post-Zionismus ist auf dem Vormarsch
Wenn der Holocaust auch dazu geführt hat, dass wie im ersten Teil beschrieben sowohl jüdische als auch nicht-jüdische Menschen den Staat Israel als unabdingbar für die Sicherheit aller jüdischen Menschen auf der Erde erachten, so ist der Holocaust doch schon viele Jahrzehnte her.
Und wie unter Faktor 5 im ersten Teil beschrieben, fällt es besonders in den USA den konservativen jüdischen Organisationen immer schwerer, das Bild vom stets verfolgten Juden aufrecht zu erhalten.
Im Gegenteil sind die in den USA lebenden jüdischen Menschen fester Bestandteil der wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und kulturellen Elite.
Wenn die nicht-jüdischen Menschen in westlichen Gesellschaften tatsächlich so latent judenfeindlich wären, wie es die konservativen jüdischen Organisationen gerne behaupten, dann müsste es ob der vielen jüdischen Menschen in hochrangigen Positionen schon lange zu Progromen gekommen sein.
Man bedenke: Eine frühe Manifestierung der westeuropäischen Judenfeindlichkeit waren die Umstände um die Verhandlung gegen den jüdischen Spion Alfred Dreyfuss. Theodor Herzl, einer der ideologischen Väter des Zionismus, beobachtete den Prozess gegen Dreyfuss und war ab da der Ansicht, jüdische Menschen bräuchten einen eigenen Staat.
Was sollte ein Herzl heute sagen? In den USA werden immer wieder jüdische Spione festgenommen, die für Israel spionieren. Doch die US-Bürger reagieren nicht mit Progromen und keiner zweiten Reichskristallnacht. Während der Clinton- und der Bush-Jahre kamen reihenweise jüdische Menschen in höchste Staatsämter. Und immer noch keine Progrome.
Viel mehr sind jüdische Menschen in den USA gut aufgehoben, und viele von ihnen wissen das. In der Tat wissen das immer mehr junge jüdische Menschen, was einer der größten Hoffnungsschimmer für Philip Weiss ist.
Ein zweiter Aspekt ist, dass Israel für jüdische Menschen tatsächlich immer gefährlicher wird. Solange die Besatzung des völkerrechtlichen Palästinas weitergeht und weiter jüdische Kolonien gebaut werden und Jerusalem faktisch von Israel einverleibt wird, werden in Israel lebende jüdische Menschen immer der Gefahr von Anschlägen oder Kriegen ausgesetzt sein.
All das führt summa sumarum dazu, dass immer mehr jüdische und nicht-jüdische Menschen damit aufhören, Israel als die wahre Heimat aller jüdischen Menschen und damit Vertreterin und Sprecherin des Gesamtjudentums anzusehen. Und das war bislang der springende Punkt, auf dem die meiste Macht der Israellobby aufgebaut hatte.
Jüdische Dissidenten werden zunehmend wahrgenommen
Wie im ersten Teil beschrieben, setzen nicht-jüdische und jüdische Eliten und Massenmedien seit dem Holocaust auf scheinheilige Vereinfachung: Alle jüdischen Menschen sind Zionisten und unterstützen Israel.
Dabei gehören jüdische Menschen zu den schärfsten Kritikern der Regierungen in Tel Aviv. Nur wurden und werden sie von der Israellobby in den anderen Ländern auch mit der “self-hating Jew”-Keule möglichst mundtot gemacht.
Dank Internet jedoch werden immer mehr Menschen auf diese Stimmen aufmerksam, und nehmen sie mit Freude zur Kenntnis. Sowohl Einzelpersonen als auch jüdische Organisationen werden verstärkt wahrgenommen, und der Alleinvertretungsanspruch der alten, konservativen Organisationen bröckelt.
Der Status Quo wird also immer offener in Frage gestellt, und es zeichnet sich zunehmend ein Fortschritt ab: Anstatt wie früher der von nicht-jüdischen und jüdischen Eliten propagierten Einteilung “Nicht-Juden auf der einen, Juden auf der anderen Seite” zu folgen, erkennen immer mehr Menschen: Die wahre Unterteilung lautet: Friedliebende, humanistische und liberale Menschen auf der einen, Kriegstreiber, Rassisten und religiöse Fanatiker auf der anderen Seite. Und beide Gruppen verteilen sich gleichmäßig auf Nichtjuden wie Juden.
Wir können im Moment beobachten, wie sich immer mehr junge Menschen aus jüdischen und nicht-jüdischen Familien von den Ansichten ihrer Vorgängergeneration emanzipieren. Junge jüdische Menschen beginnen damit, die Angst vor den nicht-jüdischen Menschen abzuschütteln und nicht mehr ihren Predigern zu glauben, laut denen sie umgeben von Judenfeindlichkeit sind.
Und junge nicht-jüdische Menschen beginnen damit, die durch ihre Elterngeneration von Schuldgefühlen geprägte Glorifizierung des Staates Israel und die Gleichsetzung mit dem Gesamtjudentum zu hinterfragen und zu erkennen, dass ihre einzige Pflicht darin besteht, in ihrem eigenen Land jüdischen Menschen und anderen Minderheiten ein freiheitliches Leben zu ermöglichen.
Das Eis taut merklich, und diese Chance sollte man nicht verstreichen lassen. Lasst uns unser Zusammenleben wieder persönlichen Beziehungen und Austausch geprägt sein, nicht mehr von den alten Institutionen, die an ihrem Status Quo festhalten. Personalisierung statt Institutionalisierung, Versachlichung statt übertriebene Vorsicht sollten die Parolen für das neue Verhältnis von nicht-jüdischen und jüdischen Menschen sein.
Anmerkung: Ich habe mir viel Mühe gegeben, diese Artikelserie zu schreiben. Ich werde keinen Kommentatoren dulden, der versucht, diese Mühe mit offensichtlicher Provokation zunichte zu machen. Für diese Artikelserie werde ich nach meinem eigenen Ermessen entscheiden, welcher Kommentar veröffentlicht wird und welcher nicht. Das ist kein Schuss gegen die vielen engagierten und ehrlichen Kommentatoren, sondern eine Reaktion auf die Gewissheit, dass bei diesem Thema Provokateure aus mehreren Lagern auftauchen.
Henry Edward J.
Kommentar von Henry Edward J. am 9. Mai um 14:05 Uhr
An alle Leser:
Zusätzlich zu den Hinweisen am Ende des Artikels: Wenn ich gerade keine Zeit habe, ein Auge auf die Kommentare zu haben, dann bleiben alle neuen Kommentare zunächst nicht freigeschaltet, bis ich wieder Zeit habe.
Leider ist diese Maßnahme unumgänglich, weil hier schon wieder die ersten hetzerischen Kommentare ankamen, die ich dann manuell zurücknehmen musste.
-HEJ
Kommentar von Reinhard am 9. Mai um 15:44 Uhr
Die wahre Unterteilung lautet: Friedliebende, humanistische und liberale Menschen auf der einen, Kriegstreiber, Rassisten und religiöse Fanatiker auf der anderen Seite.
Wobei erstere die klare Mehrheit bilden, zweitere diese Mehrheit leider gängeln, weil diese Mehrheit sich gängeln lässt, was dadurch zu erklären ist, dass diese Mehrheit die Ambitionen (Gier nach Reichtum und Macht) der Minderheit nicht teilt, ja, sie nicht einmal begreifen oder sich vorstellen kann.
Andererseits sehe ich für die Zukunft eher schwarz, denn wenn die bisherigen demagogischen Methoden nicht mehr greifen, dann wird man halt frech und ungeniert gegen die manifeste Mehrheitsmeinung handeln. Das ist ohnehin für den Zeitpunkt zu erwarten, wenn diese Minderheit sich mächtig genug wähnt, was der Fall sein wird, sobald alle vorgesehenen Kontrollmaßnahmen in ihrem Einflussbereich in Kraft sein werden. Anzeichen dafür, dass diese Minderheit sich nahezu mächtig genug wähnt, gibt es zu Hauf.
Andererseits betrachte ich diesen Zirkus um Juden und Israel als ein Mittel zum Zweck. Wenn’s genehm ist, dann können auch tibetanische Mönche für diese Rolle genutzt werden…
Kommentar von mein-parteibuch.com » 60 Jahre Israel - kein Grund zu feiern am 9. Mai um 23:27 Uhr
[…] Natürlich können Bürger von Israel erwarten, in ihrer Heimat Israel ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Neue Vertreibungen würden neues Leid bringen. Das kann niemand wollen. Trotzdem ist der staatstragende unkritische Journalismus in Deutschland zum Thema Israel schier unerträglich. Muss das Unrecht, was in Israel geschah und geschieht, in der deutschen Propaganda auch noch bejubelt werden? Kann nicht stattdessen wenigstens mal ansatzweise darauf gedrungen werden, dass in dem geschundenen Flecken Land endlich Frieden einkehrt? Es muss ja nichtmal eine derart tiefgreifende Geschichte wie die Frage danach sein, “warum die Israellobby so erfolgreich ist” und “warum die Israellobby schwächer werden wird“. […]
Kommentar von Peter Weiss - Warum die Israellobby schwächer werden wird « Ansar News am 10. Mai um 00:12 Uhr
[…] Lesen Teil II […]
Kommentar von nemetico am 10. Mai um 05:05 Uhr
Der springende Punkt scheint mir zu sein, ob man Dinge wie den Nahostkonflikt etc. aus einer “völkischen” Perspektive betrachtet oder nicht.
Geht man von “Völkern” als handelnde Subjekte aus, die mithin - außer einer vagen Identität - auch kollektive “Schuld” und “Verantwortung” tragen, dann geht diese ganze “Wer-Israel-kritisiert-ist-ein-Antisemit” - Scheiße auch auf. Dummerweise ist diese “völkische Perspektive” aber auch 100% deckungsgleich mit der nationalsozialistischen Sicht der Dinge.
Hendryk M. Broder exerziert es ja immer wieder vor: “die Deutschen” sollen gefälligst kapieren, daß “sie” 1933-1945 die “falschen Untermenschen” drangsaliert und umgebracht hätten, weswegen sie “die Israelis” bzw “die Juden” gefälligst als “Herrenmenschen” gegen die arabischen “Untermenschen” bedingungslos, gewissermaßen als “völkische Busse” bedingungslos zu unterstützen hätten. So jedenfalls übersetze ich mir seine únsägliche Schreibe.
Jedoch ist “völkische” Sichtweise immer und ausnahmslos von Übel, egal ob es um “die Juden”, “die Deutschen”, “die Serben”, “die Araber” usw usf geht. Nicht zufällig waren übrigens die zionistischen “Revisionisten” um Jabotinsky geradezu ehrfürchtige Hitlerverehrer, deren “völkische” Sichtweise sie lediglich in verschiedenen Vorzeichen veränderten. In den KZs kollaborierten diese Leute mit den Nazi - Mördern gegen ihre “Volksgenossen”. Es gibt zahlreiche historische Belege für diese höchst unrühmliche Vergangenheit.
Heute instrumentalisiert diese Strömung den Holocaust, mit dem sie kollaborierte, für ihre Zwecke.
Die Nachkommen dieser Strömung sitzen heute in der israelischen Regierung, und ich bin überzeugt davon, daß sie sehr genau wissen, was sie tun. Und kollaboriert dabei zynischerweise mit der Bush - Regierung, deren Präsident und Aushängeschild Nachkomme einer Sippe ist, die durch die Finanzierung der NSDAP, der Aufrüstung der Wehrmacht und sogar durch Zwangsarbeit von Auschwitz - Häftlingen reich geworden ist (Prescott Bush hieß der ehrenwerte Großpapa von George W.).
Dagegen muß gehalten werden: Mörder und Verbrecher haben immer Namen und Adresse. Es darf ihnen nicht gestattet werden, sich hinter einer “völkischen Identität” zu verstecken.
Ich werde demnächst einen Artikel dazu in meinem Blog und für die Linke Zeitung schreiben, die entsprechenden Quellen finden sich aber bereits in den Kommentarfeldern älterer Politblog - Artikel aus dem Jahr 2007.
Kommentar von Candide am 12. Mai um 07:29 Uhr
Danke für diese sehr interessanten Beiträge. Ich habe soeben auf derStandart.at ein äußerst interessantes Interview mit Benny Morris gelesen:
Die Kommentare der Benutzer dazu sollte man auch lesen und auch das, sollte keinem vorenhalten bleiben: http://de.wikipedia.org/wiki/T.....ign_Policy