Politblog.net
 

Deborah Jean Palfrey ermordet

Deborah Jean Palfrey ist eine Frau, die einen Prostitutionsring unterhielt, und von den Behörden dabei erwischt wurde. Da Prostitution (bis auf zwei Bundesstaaten) in den USA illegal ist, ist das ein Problem für Palfrey.

Sie versuchte mit der berühmten Behauptung einer Gefängnisstrafe zu entgehen, ihre Mädchen hätten nur “Eskortdienste” und “Massagen” zur Verfügung gestellt, keinen Geschlechtsverkehr. Um die Chance zu erhöhen, dass die Richter ihr glauben, wollte sie die Kunden ihres “Eskortdienstes” dazu bringen, ihre Aussage zu bestätigen.

Dies funktioniert natürlich nur, wenn für erwähnte Kunden die Lüge von den Massagen selbst ein Mittel ist, um den eigenen Hals aus der Schlinge zu ziehen. Es müssten also Kunden sein, für die Teilnahme an Prostitution ein echtes Karriereproblem ist - also berühmte, erfolgreiche Kunden, die ein Image zu verlieren haben.

Glücklicherweise war das kein Problem für Palfrey. In den Tagen und Wochen nach ihrer Festnahme hagelte es in Washington Rücktritte und Entschuldigungen: Zu den Kunden gehörten unter Anderem Senator David Vitter, Entwicklungsbüro-Chef Randall Tobias sowie “Angehörige und Mitarbeiter der Streitkräfte, der NASA, der Weltbank und des Währungsfonds IWF”.

Die Ausstrahlung eines Berichtes des Fernsehsenders ABC, der angeblich auch Vizepräsident Dick Cheney als Kunde Palfreys nennen sollte, wurde in letzter Minute abgesagt. Angeblich auf Druck des Weißen Hauses.

Nachdem Palfrey ABC einige Dokumente gegeben hatte, auf denen die Geschäfte mit Mitglieder des Washingtoner Establishments dokumentiert waren, verhängte ein Gericht diesbezügliche Schweigepflicht über die vielen tausend weiteren Dokumente, die Palfrey noch besaß.

Dann kam Montag, der 28. April. An diesem Tag sah ein Zeuge Deborah Palfrey mit einer Schachtel:


“Sie hatte eine weiße Archivbox dabei, und sie sagte mir darin befänden sich wichtige Dokumente. Und sie hob dabei die Augenbrauen, so dass man sich denkt ‘klar, da sind all die Informationen über ihre Geschäfte in Washington drin’.”



Am Donnerstag, 1. Mai, wurde Palfrey dann im Haus ihrer Mutter tot aufgefunden, mit einer Nylon-Schnur um den Hals.

Die Polizei notiert “Selbstmord”, die weiße Archivbox ist seitdem verschwunden und in Washington atmet man auf.

Politischer Mord ist so häufig in dieser Welt, dass er hier im Blog eine eigene Kategorie bekommt.

Henry Edward J.

Anmerkung: Besonders plump kommen wieder die Massenmedien daher. In einem Fall, in dem es keinen Mangel gibt an mächtigen Leuten, die ein Motiv für einen Mord an Palfrey haben, betitelt beispielsweise die Süddeutsche ihren Artikel “Chefin von Callgirl-Ring begeht Selbstmord”. Wo logischerweise die einzig vernünftige Überschrift sein kann “Chefin von Callgirl-Ring tot aufgefunden”, und die dubiosen Umstände im Artikel erwähnt werden müssten.
Dieser Eintrag wurde am Mittwoch, den 7. Mai 2008 von Henry Edward J. geschrieben und in die Kategorie Mord eingeordnet. Du kannst alle Kommentare zu diesem Artikel mit dem RSS 2.0 Feed beobachten. Du kannst eine Antwort hinterlassen, oder durch einen Trackback auf diesen Artikel verlinken.
Tags:

Kommentar von Spocht am 7. Mai um 07:59 Uhr

„… und ewig ertönt das monotone Surren der Bartwickelmaschine.”

(Auch dieser Witz hat einen soooooooo langen Bart, sprich: es werden mal wieder Eulen nach Athen getragen.)

Die Marionettenspieler hinter dem Secret Service haben den JFK-Fahrer damals in Dallas zum Ermorden mit einer Feuerwaffe vom amtierenden Präsidenten Kennedy veranlaßt, bevor auch der um die Ecke entsorgt wurde. Beim Justizminister und Bruder Robert hat man dasselbe in den Räumlichkeiten einer Küche durchgeführt, und die Paneele der Holzvertäfelung gleich mit entsorgt, wie später die mit Thermit und Thermat durchseuchten Stahlträger vom World-Trade-Center des Silverstein in New York, wg. möglicher Spurenanalytik.

Und diesmal wurde eine Dame des zweitältesten Gewerbes von einem Täter des ältesten Gewerbes, oder war es umgekehrt, entsorgt. Wie die angeblich freie Presse dabei wohlorchestriert mitzuspielen hat, wissen wir doch seit John Swinton, der als Chefredaktor der New York Times dazu ein und für alle Male Stellung bezogen hat, hier seine Worte dazu (für diejenige Leserschaft, die die Wahrheit noch nicht kennen):

Kommentar von Spocht am 7. Mai um 08:00 Uhr

Hier ist er, der versprochene Link (bitte zusammenfassend lesen).

Kommentar von Spocht am 7. Mai um 08:01 Uhr

Kommentar von gerina am 7. Mai um 09:41 Uhr

Hallo

aha, die Pause ist jetzt wohl vorbei.
Ist das jetzt der - wie angekündigt - die neue Plattform ??

Wohl kaum…
was ist eigentlich mit dem alten politblog passiert ??

Mal sehen, ob mein Kommentar veröffentlicht wird.
gerina

Kommentar von Hmann0815 am 7. Mai um 10:16 Uhr

Da der Link zu “Swinton” unvollständig ist, hier der Text:

Eines Abends etwa um das Jahr 1880 war John Swinton, damals der bedeutendste New Yorker Journalist, Gast eines ihm zu Ehren von seinen früheren Branchenkollegen gegebenen Banketts. Irgendjemand, der weder die Presse noch Swinton kannte, brachte einen Trinkspruch aus, auf die unabhängige Presse. Swinton schockierte seine Kollegen mit der Antwort:
“Es gibt hier und heute in Amerika nichts, was man als unabhängige Presse bezeichnen könnte. Sie wissen das und ich weiß das. Es gibt keinen unter Ihnen, der es wagt seine ehrliche Meinung zu schreiben, und wenn Sie sie schrieben, wüssten Sie im voraus, dass sie niemals gedruckt würde. Ich werde wöchentlich dafür bezahlt, meine ehrliche Überzeugung aus der Zeitung, der ich verbunden bin, herauszuhalten. Anderen von Ihnen werden ähnliche Gehälter für ähnliches gezahlt, und jeder von Ihnen, der so dumm wäre, seine ehrliche Meinung zu schreiben, stünde auf der Straße und müsste sich nach einer anderen Arbeit umsehen. Würde ich mir erlauben, meine ehrliche Meinung in einer Ausgabe meiner Zeitung erscheinen zu lassen, würden keine vierundzwanzig Stunden vergehen und ich wäre meine Stelle los. Das Geschäft von uns Journalisten ist es, die Wahrheit zu zerstören, freiheraus zu lügen, zu verfälschen, zu Füßen des Mammons zu kriechen und unser Land und seine Menschen fürs tägliche Brot zu verkaufen. Sie wissen es, ich weiß es, wozu der törichte Trinkspruch auf die unabhängige Presse. Wir sind die Werkzeuge und Vasallen reicher Menschen hinter der Szene. Wir sind die Marionetten, sie ziehen die Schnüre und wir tanzen. Unsere Talente, unsere Fähigkeiten und unsere Leben sind alle das Eigentum anderer. Wir sind intellektuelle Prostituierte.”

Kommentar von Henry Edward J. am 7. Mai um 10:54 Uhr

@gerina:

Nein das ist offensichtlich noch nicht die neue Plattform. Ich hatte im Pause-Post lediglich verlauten lassen, dass sich diese in Arbeit befindet und mit deren Einführung Ponys etwaige Zukunft hier bekannt sein sollte. Nicht dass die Plattform nach der Pause eingeführt wird.

Wie von Pony damals angekündigt gehört das Politblog nicht mehr den alten Betreibern und ist in die USA umgezogen. PonyHütchen wollte mit der neuen Redaktion weitermachen. Die Redaktion wartet wie zahllose Leser auf eine Entscheidung von Pony, ob und wann mit ihr wieder zu rechnen ist.

Kommentar von mr.t-ness am 7. Mai um 12:43 Uhr

Beitrag von orf.at

Am Fundort der Leiche seien “handgeschriebene Mitteilungen über die Selbstmordabsicht des Opfers” gefunden worden, sagte Polizeisprecher Jeffrey Young in der Ortschaft Tarpon Springs. “Hinweise auf ein Fremdeinwirken gibt es nicht.”

Irgendwie alles sehr wiedersprüchlich…

Kommentar von Henry Edward J. am 7. Mai um 12:51 Uhr

Es ist kein Problem, eine “handgeschriebene Mitteilung” zu fälschen.

Kommentar von mr.t-ness am 7. Mai um 13:09 Uhr

@Henry: Die ganzen Fakten sprechen auch für deinen Beitrag und ich bin ganz dieser Meinung. Ich wollte hier nur noch etwas ergänzen (da hier von erhängt die Rede ist). Und in der Tat konnte ich kein Medium finden, welches auch nur ansatzweise Zweifel an der Geschichte einräumt.

Kommentar von Henry Edward J. am 7. Mai um 14:30 Uhr

@Mr. T-ness:

Sorry, hab glaub deinen Kommentar anders verstanden. Nichts für ungut!

Kommentar von Henry Edward J. am 7. Mai um 21:56 Uhr

Und wo wirs von politischen Morden haben.

Obama scheint nun uneinholbar. Das könnte Hillary zu verzweifelten Mitteln greifen lassen.

John F. Kennedy junior starb bei einem “Unfall” in seiner Privatmaschine, nachdem er (und als Kennedy hätte er viele Sympathien und Chancen) seine Kandidatur für den Senat bekannt gegeben hatte.

http://www.whatreallyhappened......JR/jj.html

Hillary kandidierte für den selben Senatssitz aus New York.

JFK junio ist tot, Hillary im Senat.

Wie weit wird sie fürs Weiße Haus gehen?

Kommentar von Spocht am 8. Mai um 18:01 Uhr

@ Henry Edward J.

Deine Frage, wie weit wird sie … gehen?, scheint mir falsch gestellt.

Sollte sie nicht besser lauten, was machen die Marionettenregisseure im Hintergrund aus diesem Kasperle-Theater um Whitewater-Hillary und den anderen Populisten?

Der Spocht

Eigenen Kommentar verfassen:

Du musst eingeloggt sein um einen Kommentar schreiben zu können.