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Matthäus liebt Israel

Boykottvorschlag I

Olympische Sportler planen einen Auftritt in China. Und weil China laut Meldungen der westlichen Medien Tibet besetzt hält, halten manche einen Boykott der Sportler/der olympischen Spiele für angebracht.

Nun, Lothar Matthäus geht als Trainer nach Israel. Und weil Israel Palästina besetzt (Westjordanland) und eingeschlossen (Gaza) hält, hält Politblog einen Boykott des ehemaligen deutschen Nationalspielers für angebracht.

Während die deutschen Olympioniken, sofern es nicht zu einem Boykott kommt, sich vor und während ihrem Aufenthalt in China mindestens einmal von chinesischen Menschenrechtsverletzungen distanzieren werden oder dies schon getan haben, tut Matthäus nichts Dergleichen. Im Gegenteil, er “liebt” Israel:


“Israel ist ein wundervolles Land, das man einfach lieben muss, wenn man mal dort war”



Als ersten Beitrag zur Kampagne “Educate Lothar”, die Matthäus über seine zukünftige Arbeitsumgebung informieren soll, übersetzt Politblog nun einen Bericht von M.J. Rosenberg aus dem Jahre 2005. Rosenberg ist Chef des US-amerikanischen Israel Policy Forums und hatte die palästinensische Stadt Hebron besucht:


Hebron Horror

Ungefähr 400 (jüdische) Siedler leben in ‘H-2′ (einem Bereich von Hebron), inmitten von 30.000 Palästinensern.

Letzten Monat besuchte ich H-2, obwohl mir ein israelischer Freund gesagt hatte, dass es ‘der schlimmste Ort in der Westbank’ sei. Warum das? ‘Die Siedler dort sind religiöse Fanatiker, und sie widmen ihr Leben dem Terrorisieren der Palästinenser. Sie wollen die Palästinenser von dort vertreiben. Die Palästinenser können sich nicht wehren, weil die (israelische) Armee sie nicht lässt. Darüber hinaus werden die israelischen Soldaten fast genauso sehr von den Siedlern gehasst, wie die Palästinenser. Das kommt daher, dass die Soldaten versuchen, die Siedler im Zaum zu halten. Diese Soldaten befinden sich in einer Situation, wo sie Fanatiker verteidigen müssen, von denen sie als Nazis bezeichnet werden’ (…)

(…) Meine erste Station in H-2 war die Ibrahimi-Moschee. Sie umgibt die Grotte der Patriarchen. Als ich die Stufen zur Moschee hinabging, wies mich ein junger Palästinenser darauf hin, dass ich die selbe Route nahm wie der jüdische Fanatiker Baruch Goldstein. Dieser stürmte im Februar 1994 in die Moschee und erschoss 29 betende Muslime.

Für die Siedler in Hebron ist Goldstein ein Held. Sein Grab (ein Touristenpark, der nach Meir Kahane benannt ist) wurde in einen Schrein umgewandelt, an dem die Siedler jedes Jahr Goldsteins Amoklauf mit Spielen und Festen feiern. 2004 nahm die israelische Polizei einige der Siedler fest, als sie eine illegale Feier zu Ehren Goldsteins Amoklauf und der Ermordung Yitzhak Rabins abhielten.
Für Palästinenser ist das Goldstein-Massaker natürlich Symbol für ihre Gefährdung.

Ich verließ die Moschee und wanderte durch den größtenteils verlassenen Marktplatz Casbah auf das Viertel der Siedler zu. Auf dem Marktplatz gab es nicht viel zu sehen, nur Siedler mit Waffen und einige wenige Araber, die versuchten ihre Waren zu verkaufen. Der Markt florierte einst, heute ist er fast vollständig verlassen. Und es gibt Graffiti auf Englisch und Hebräisch, das allen Arabern den Tod verspricht.

Aber das markanteste an dem Ort waren die Stahlgitter, die die Araber über den Köpfen der Passanten aufgehängt hatten. Sie sollen vor dem Müll und den Exkrementen schützen, die die Siedler aus ihren Fenstern im zweiten Stock werfen. Die Gitter halten jede Menge ekelerregende Dinge zurück. Auch tödliche Objekte wie Betonblöcke. Flüssiger Abfall dringt natürlich bis auf die Straße durch.

Es ist ein widerwärtiger Anblick. Stellt Euch vor, Ihr schaut auf und seht und riechst die schlimmsten nur vorstellbaren Trümmer über Euren Köpfen, abgehalten nur von einem Stahlnetz.”



Man muss es einfach lieben, wenn man einmal dort war.

Educate Lothar!

Henry Edward J.
Dieser Eintrag wurde am Donnerstag, den 17. April 2008 von Henry Edward J. geschrieben und in die Kategorie Internationale Politik eingeordnet. Du kannst alle Kommentare zu diesem Artikel mit dem RSS 2.0 Feed beobachten. Du kannst eine Antwort hinterlassen, oder durch einen Trackback auf diesen Artikel verlinken.
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Kommentar von Jochen Hoff am 17. April um 07:38 Uhr

Entschuldigung Leute. Aber der Loddar weiß noch nicht einmal wo Israel liegt. Außerdem wäre dieser Boykott genauso blöd wie der andere.

Kommentar von Henry Edward J. am 17. April um 08:06 Uhr

“der Loddar weiß noch nicht einmal wo Israel liegt”

Umso nötiger: Educate Lothar!

Kommentar von Wegi am 17. April um 12:42 Uhr

@Jochen: Ich denke ich liege nicht falsch, wenn ich behaupte dieser Artikel ist ironisch gemeint. ;)

Wenn ich Recht in der annahme bin, dass henry die China-Proteste genau so nerven wie mich, dann ist das eine hervoragende Satire.

Kommentar von Aristana am 18. April um 11:52 Uhr

So -so - so, der “Loddar liebt Isreal”.
Ah ja, aber weiß der Bub denn auch, was dort so alles passiert ???
Dass Menschen anderer Nationalität mit Stahlpfeilen aus Panzergeschossen auf teuflische Weise durchbohrt und gemordet werden ???
Darum Loddar: Das Kipp’chen niemals nicht vergessen !!!
Aber vielleicht gibt’s für die Loddar’sche Frühlings-Romanze ja einen guten finanziellen Grund: Sponsert doch vielleicht gar im Rahmen der immer noch reichlich sprudelnden Wiedergutmachungs-Finanzierung der deutsche Steuerzahler Loddars Trainer-Qualitäten im ehemals “heiligen” Land ???
Oder noch was ganz anderes: Ist dieser Beitrag vielleicht gar nur ein verspäteter April-Scherz ??? Na dann wär’ ja alles klar !!!

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