Wir könn(t)en auch (fast) ohne Supermarkt
Anlässlich der weltweit knapp werdenden Nahrung schrieb ich am 2. April:
Den Part mit der Selbstversorgung macht bereits seit einigen Jahren ein kleines Dorf in England vor:
…und da man nicht die sechs Meilen zum nächsten Supermarkt mit dem Auto fährt. Und das Gemüse nicht aus Holland herbeitransportiert wird.
Zusammengehörigkeitsgefühl und Freude am produktiven Tun - und an den “einfachen Dingen”. Das ist doch mal was.
Und nein, eine Großstadt kann sich natürlich nicht über Nacht in eine riesige Agrar-Kolchose verwandeln. Aber es wäre schonmal ein Anfang, wenn die Großstädter ihre Speisen selber zubereiten und die Zutaten dazu aus der Umgebung kaufen würden.
Für viele Menschen wird eine Lebensweise wie die der Bewohner Martins allenfalls ein Ideal bleiben, weil es ihre Situation nicht anders zulässt. Aber Ideale braucht man, selbst wenn man sich nur zentimeterweise an sie annähern kann.
Henry Edward J.
“Wir müssen tun, was wir schon lange tun müssten: So gut es geht selbst versorgen, Sammeleinkäufe, lokale Produzenten unterstützen, nicht vor lauter schlechtem Gewissen auf jeden Müll hereinfallen, auf dem ein “so retten wir die Erde”-Kleber klebt.”
Den Part mit der Selbstversorgung macht bereits seit einigen Jahren ein kleines Dorf in England vor:
“Die Einwohner des Dorfes Martin versuchen gemeinsam so autark wie möglich zu werden, um weniger abhängig von Supermärkten zu sein.
Sie züchten ihre eigenen Hühner und Schweine und pflanzen Kartoffeln, Knoblauch, Zwiebeln, Chilis und anderes Gemüse an. Dafür nutzen sie 3,2 Hektar gepachtetes Ackerland.
Von den 164 Familien aus Martin haben sich bereits 101 als Mitglieder der “Future Farm” angemeldet. Die jährliche Mitgliedsgebühr beträgt 2 britische Pfund. Die landwirtschaftlichen Produkte werden dabei an jeden verkauft, der sie haben will.
Die Produktion wird von einem Komitee geleitet, dem unter Anderem ein Radiologe, ein Computerprogrammierer und ein ehemaliger Bewährungshelfer beiwohnen. Der 58-jährige Nick Snelgar, der 2003 die Idee zu dem Projekt hatte, sieht eine langsame ‘Entwöhnung’ der Dorfbewohner von Supermärkten.
Er sagt: ‘Der nächste Supermarkt ist sechs Meilen entfernt. Natürlich gehen die Leute noch dort hin, um Dinge wie Klopapier oder Deodorant zu besorgen. Oder Früchte, die nicht in England wachsen. Wir boykottieren also nicht Supermärkte, sondern wir gewöhnen den Leuten langsam den Gang dorthin ab. Ein Resultat davon ist unser reduzierter CO2-Verbrauch, da wir keine Verpackungen und Tragetüten brauchen.”
…und da man nicht die sechs Meilen zum nächsten Supermarkt mit dem Auto fährt. Und das Gemüse nicht aus Holland herbeitransportiert wird.
“Laut Snelgar, seines Zeichens gelernter Landschaftsgärtner, verdient die gemeinschaftliche Unternehmung pro Jahr 27,000 britische Pfund. Das Meiste davon wird in das Projekt reinvestiert.
‘Wir hatten mit Gemüse begonnen, und dann haben wir gemerkt dass alle Fähigkeiten, die wir benötigten, bereits im Dorf vorhanden waren. Nach dem Gemüse begannen wir mit Hühnern und dann mit Schweinen, und wir lernten in keinen Schritten dazu. Wir verkaufen auch die Produkte anderer Bauern, darunter die eines Schafhirten, und ein Produzent hat Honig’. Noch haben wir keine Milch, aber das planen wir für die Zukunft, genauso wie Erdbeeren und Himbeeren.
Jeden Samstag treffen sich die Mitglieder und verkaufen ihre Erzeugnisse im Dorfzentrum.
‘Der Preis wird festgelegt, indem wir überlegen wie viel die Lebensmittel uns in der Produktion kosten. Dazu kommen dann 20% für uns. Unsere Schweinswürste beispielsweise sind teilweise billiger als die Würste im Supermarkt. Wir decken unsere Kosten, und der Überschuss wird in das Projekt reinvestiert.
Als wir anfingen, dachten einige Leute wir würden scheitern, wir würden es nie so lange schaffen. Aber die Jahre gingen vorüber, und immer mehr Leute schlossen sich der Sache an.
Die Sache sorgt auch für Gesprächsstoff im Dorf. Es ist schön, zu sehen wie die Leute am Samstagmorgen zum Dorfzentrum kommen und sich unterhalten. Es ist ein gewisses Zusammengehörigkeitsgefühl entstanden’.”
Zusammengehörigkeitsgefühl und Freude am produktiven Tun - und an den “einfachen Dingen”. Das ist doch mal was.
Und nein, eine Großstadt kann sich natürlich nicht über Nacht in eine riesige Agrar-Kolchose verwandeln. Aber es wäre schonmal ein Anfang, wenn die Großstädter ihre Speisen selber zubereiten und die Zutaten dazu aus der Umgebung kaufen würden.
Für viele Menschen wird eine Lebensweise wie die der Bewohner Martins allenfalls ein Ideal bleiben, weil es ihre Situation nicht anders zulässt. Aber Ideale braucht man, selbst wenn man sich nur zentimeterweise an sie annähern kann.
Henry Edward J.
Kommentar von Memphis_Blues am 16. April um 07:58 Uhr
Der Schritt zurück zu kontrolliertem Selbstanbau wird sicherlich nicht für jeden machbar sein. Auch wird es nicht jeder wollen, zusätzlich zur regulären Arbeite noch zuhause im Garten alles anzupflanzen, aber diese Idee mit einem angepachteten Land ist auf jeden Fall ein vernünftiger Weg.
Seit Jahren werden riesigen Flächen brach gelegt, weil sich angeblich der Anbau nicht rentieren würde.
Vielleicht sollten diese Bauern weggehen vom Verkauf an Supermarktketten für einen Bruchteil des Verkaufspreises und die erzeugten Produkte wieder verstärkt auf Märkten oder eigens eingerichteten Läden auf dem Hof oder im Umkreis zu verkaufen!
Ich würde dieses sehr begrüßen!
Ich kann mir gut vorstellen, dass wieder mehr versucht werden würde, die Qualität der Produkte, aufgrund der Basis Erzeuger/Vertrieb/Endverbraucher, zu stärken.
Der direkte Anspruch an den Erzeuger, der auch als Vertrieb/Verkäufer auftritt ist natürlich ein Vielfaches höher, als wenn diese „nur“ die Milch/Eier/Getreide an einen Weiterveredler abführt.
Kommentar von Jochen Hoff am 16. April um 08:23 Uhr
Die Lage wird uns zu ähnlichen Lösungen zwingen. Der steigende Ölpreis wird unsere Möglichkeiten zum Transport einschränken und wir werden nicht umhin kommen Energie und Wärme lokal zu verteilen. Ein Thema wird der Hunger sein ein anderes der Energiemangel
Natürlich wird man uns noch eine Weile erzählen, das es so schlimm gar nicht werden wird, aber das ist nichts anderes als Unfähigkeit gepaart mit Hoffnung auf ein Wunder. Wir können, wenn wir jetzt aktiv werden, einen großen Teil unseres Lebensstandards retten und ebenfalls einen großen Teil der Menschheit. Wenn die Hungernden erst ins Laufen kommen wird das nicht mehr möglich sein.
Kommentar von diefans am 16. April um 12:07 Uhr
Ich denke es gibt auf lange Sicht nur eine Möglichkeit, die “knappen Nahrungsmittel” zu entknappen und qulitativ aufzuwerten. Das ist die vegetarische Ernährungsweise, die sich aus lokalen Märkten bedient.
Dadurch wird nicht nur die Verschwendung als Tierfutter und die Tierquälerei verhindert, durch die Schaffung/Benutzung lokaler Märkte/Anbieter wird auch der Preis (Ligquidierung von Zwischenhändlern) gesenkt und die Qualität/Frische (kurze Transportwege, wenig Lagerung) gesteigert - außerdem hilft man den Menschen in seiner Umgebung und nicht den dicken Supermärkten.
Wer da kommt und anfängt zu diskutieren, er brauche das Eiweiß und das Eisen und so, der solle sich mal eine Analyse der gängigsten Pflanzen und ihrer Vitalstoffe ansehen und mit den tierischen Produkten vergleichen.
eine von vielen Zusammenfassungen: Fakten_Vegetarismus
Kommentar von hadezi am 16. April um 13:41 Uhr
(Achtung: Dieser Kommentar wurde manuell aus dem Spamordner gefischt und konnte dadurch erst zeitlich verzögert veröffentlicht werden. Wir entschuldigen uns bei dem Autor/der Autorin. Die Redaktion)
Da ich die Idee, durch die Bündelung von Kompetenzen in regionalen “Zweckverbänden” (gemeint ist der Zusammenschluss von Menschen mit ungefähr identischen Vorstellungen) in jeder Hinsicht sinnvolle Solidarstrukturen zu schaffen, nicht nur nachhaltig befürworte, sondern im Rahmen meines Engagements auch “zu vermarkten” versuche, kann ich das Beispiel des englischen Dorfes nur nachdrücklich gutheißen. Möglich wäre so etwas fraglos auch in Deutschland - nicht nur, aber im besonderen Maße in den von Abwanderung und Zerfall bedrohten, neuen Bundesländern.
Ich würde bei dem fraglos korrekten Denkansatz vor dem Hintergrund der akut steigenden Lebensmittelpreise allerdings noch einen Schritt weitergehen - etwa in Richtung auf reelle Lebens-, Wohn- und Arbeitsgemeinschaften, durch die sich alle Kosten des normalen Lebens erheblich reduzieren lassen würden. Vom verloren gegangenen, aber für den Kampf gegen neoliberale und militante Weltherrschaftsallüren unabdingbaren sozialen Zusammenhalt gar nicht erst zu reden.
Allerdings habe ich - wie ich zerknirscht und verärgert eingestehen muss - feststellen müssen, dass an und für sich logische Denkansätze fast immer an der Realität scheitern - oder sagen wir lieber: an der mangelnden Flexibilität der meisten Menschen, wenn es darum geht, alternative Lösungsansätze nicht nur theoretisch zu entwickeln, sondern auch gemeinsam entschlossen in die Praxis umzusetzen. Aufgeben werde ich deshalb zwar nicht, aber alleine, respektive im Verbund mit nur einigen Gleichgesinnten, denen leider die unabdingbare “finanzielle Grundlage” abgeht, wird sich ein wirksames und reelle regionale Solidargemeinschaften bildendes Engagement schwerlich anschieben lassen.
Trotzdem stelle ich das hier im Blog einfach mal zur Diskussion. Vielleicht lässt sich der ebenfalls verfolgte Zweck des Aufbaus einer aktiven, überzeugenden Gegenströmung zum vorherrschenden Mainstream (Zeitgeist) ja ebenso sinnvoll wie erfolgreich mit der akuten Problemlösung hinsichtlich künstlich in die Höhe getriebener Preise verbinden?
Kommentar von Hmann0815 am 16. April um 14:58 Uhr
Das ist für mich die positivste Meldung seit langem. Das ist Leben, wie ich mir das immer vorgestellt habe, wobei für mich eine Haupttriebfeder ist, dass alle Mächtigen der Welt sprichwörtlich im Hemd da stehen würden.
Leider habe ich noch nie einen Menschen persönlich getroffen, der bereit war, das zu leben (meine Frau eingeschlossen), und ich glaube nicht, dass sich das durchsetzen wird, obwohl - wenn alle so leben - es praktisch die Probleme der Menschheit löst (außer der Übervölkerung).
Kommentar von Rufus am 16. April um 18:19 Uhr
Äpfel aus Neuseeland oder Chile nach Deutschland zu transportieren ist der größte Schwachsinn.
Ein Lob an die Farmer von Martin. Natürliche, selbst angebaute Nahrung schmeckt immer noch am besten.
Die Klimapanik kann sich Herr Snelgar gerne in die Nase schieben. Seine Kohlenstoffdioxidemissionen werden weder die Erde vernichten, noch das Klima zerstören und auch nicht das Konto vom fetten Herrn Gore leeren. Sie werden nur dafür sorgen, daß seine biologisch korrekten Pflänzchen noch besser wachsen, weil Pflanzen nunmal atmen CO2, ne? Die Klimapanik (UNO) ist die linke Klinge der Globalen Elite im Kampf gegen Freiheit, Souveränität und Selbstbestimmung; die rechte Klinge ist die Terrorpanik (NEOCON). Beides wunderschön diffuse “Bedrohungen”, die man weder effektiv bekämpfen noch jemals “besiegen” kann. Da macht die Hegelianische Dialektik grad massive Überstunden.
Ich fürchte nur, Monsanto wird was dagegen haben wenn wir deren wundervolles Terminator-Saatgut nicht zu schätzen wissen wollen.
Da heuert man dann gerne ein paar schwer bewaffnete Steroid-Bullen von Blackwater an, die in Martin & Co. nach OBL und seinen Gemüseterroristen suchen (alternativ können den Job sicher auch chinesische Fackelschützer machen). Aber was soll´s - die haben schon so viel Natriumfluorid getrunken, so viel Quecksilber gespritzt bekommen und so viel Depleted Uranium im Irak eingeatmet, daß sie die wahre grüne Revolution in 10 Jahren wohl nicht mehr mitbekommen werden.
Darauf trinke ich erstmal ein großes Glas Karottensaft! Mmh…
Kommentar von lbm1958 am 16. April um 19:00 Uhr
Ich habe gerade ein Beet mit 5qm Haferwurzel bestellt. Der Wahnsinn Gemüse und Obst um die Welt zu karren, wird durch die Ölpreisentwicklung gestoppt. Für mich ist Monsanto und Kollegen die gefährlichste Firma der Welt. Wer Geld besitzt soll ein Jahr weiterleben der Rest darf verhungern. Trotzdem verstehe ich nicht warum ein Land wie Indien sich das bieten lässt. Sind diese Neuaufsteiger nur eine Synthese aus Profitgier und Skrupelosigkeit.
Nur das Argument mit den Vegetariern missfällt mir. So wie Deutschland nicht mit CO2 Terror die Welt rettet, wird auch kein einziger Mensch vor dem Hunger bewahrt auch wenn wir alle Vegetarier werden sollten. Ohne den Dung meiner Kaninchen würden die Kartoffeln wohl nur halb so groß werden.
Vor 200 Jahren entstand unter anderen die Schreber - Bewegung als Aufklärungsform die proletarischen Massen zu schulen ihre Ernährungssituation zu verbessern und sich dem Kampf gegen die Napoleonische Kontinentalsperre zu widmen. Es tut auch Heute wieder Not Menschen beizubringen ein Stück weit unabhängiger zu werden vom neoliberalen Massenmarkt.
Kommentar von sakura am 16. April um 19:15 Uhr
Find ich gut! Und natürlich kann man auch in Städten anpacken. Wer auch nur einen kleinen Balkon hat kann schon relativ pflegeleichte Gemüsesorten wie Tomaten, Zuchini,… und Kräuter züchten. Und damit sein Budget ein wenig schonen. Wenn da genug Stadtbewohner mitmachen ergibt sich insgesamt ein schöner Einsparungseffekt.
Wer sogar ein Stück raren Garten hat: Städte bildeten sich historisch dort aus wo Handelsrouten waren aber auch dort wo die Gegend besonders fruchtbar war. Ich denke gerade in Städten kann der Boden einiges leisten.
Lokale Produktion ist sehr wichtig und wertvoll. Trotzdem muss klar sein, das damit die Winterzeit kaum überbrückbar ist. In vielen Fällen ist das Obst/Gemüse aus Übersee energetisch sinnvoller als die Kühlung heimischer Obstsorten. Primitives Einwecken wäre energetisch besser, zerstört aber wichtige Inhaltsstoffe.
Ist jedenfalls ein gutes Testprojekt auch auf ein zukünftig mögliches peak oil Szenario.
Kommentar von OhDaeSu am 16. April um 20:37 Uhr
@ diefans: danke. endlich hat es mal jemand gesagt. Vegetarische Ernährung ist eine wichtige Sache. Fleischkonsum ist ökologisch und energetisch einfach irrsinn. Rießige Mengen Wasser und Nahrungsmittel werden so verschwendet….
Von Gülle und Abgasen nicht zu sprechen…
Aber eigendlich haben wir ja kein Produktionsproblem (nein liebe Agro-industrie das haben wir nicht….), wir haben ein Verteilungsproblem.
@Henry: verstehe nicht warum man erst nach England fahren sollte, in Deutschland gibt es das schon seit über 10 Jahren. Und es geht über das Einkaufen und Produzieren weit hinaus.
Es heißt Sieben Linden:
http://www.siebenlinden.de/htmcontent2000.html
Kommentar von StephanB am 16. April um 22:03 Uhr
Zum Anfangen kann ich das Buch “Das neue Buch vom Leben auf dem Lande” von John Seymour empfehlen (kostet gerade zum Sonderpreis 19,90, 304 Seiten mit vielen bunten Zeichnungen) über den Garten in den Jahreszeiten, wie man schlachtet, einkellert, Käse herstellt etc. Dann vielleicht noch das Buch Permakultur vom Alpenrebell Sepp Holzer (Zitronen auf 1200m Höhe).
Nein ich bekomme keine Prozente.
Zu den Kartoffeln würde ich beim nächsten Setzen (erst wieder nach ca. vier oder fünf Jahren am gleichen Platz) einfach ein bischen Tomatenmark oder Tomatenpüree geben. Das darin enthaltene Flavonoid (Pflanzenfarbstoff) Naringenin wirkt Wunder. Dieses Flavonoid wird u.a. von Leguminosen (z.B. Bohne, Klee, Erbse) bzw. Schmetterlingsblütlern eingesetzt, um die Stickstoffbakterien anzulocken, die dann mit der Pflanze eine Symbiose eingehen: Die Pflanze liefert Kohlehydrate und die Bakterien liefern den Stickstoff, d.h. den Dünger.
Im Internet nach “Naringenin” und “Flavonoid” suchen oder nach “Döbereiner” und “Zuckerrohr” oder “Weizen” und “Azorhizobium caulinodans”.
Ich verstehe die Gründe für Vegetarier, aber trotzdem schmeckt mir das Fleisch. Es würde aber sicher reichen bzw. schon viel helfen, wenn es nur noch 1-2 mal pro Woche Fleisch geben würde.
Man muß sich mal vorstelllen wieviel Energie man sparen könnte, wenn jeder wieder selber einmachen würde (z.B. Sauerkraut aus Weißkohl) und keine Millionen von Blechdosen oder Gläsern (Schmelzenergie!) mehr verkauft würden.
Kommentar von StephanB am 17. April um 09:52 Uhr
Der Supermarkt war übrigens keine lang ersehnte Erfindung, sondern er mußte den Menschen (zumindestens in Deutschland; wurde vor ein paar Monaten in einem Film gezeigt) erst mit viel Aufwand schmackhaft gemacht werden, bevor man anfing den Laden um die Ecke links liegen zu lassen.
Im Grunde hat sich damit letztlich auch der Verkehr erhöht, da früher ein paar Lieferwagen zu den Innenstadtgeschäften gefahren sind und heute muß jeder zum Einkaufen mit dem Auto zum Einkaufszentrum fahren, bis auf wenige Anwohner bei günstiger Lage.
Je nach Größe des Einkaufszentrums und der Wegeanbindung kann heute niemand mehr, selbst direkte Nachbarn, mal eben den Einkaufskorb schnappen und zum Einkaufszentrum laufen. Alleine die Größe mancher Supermärkte würde ausreichen, um Leichtathletik-Weltmeisterschaften darin zu veranstalten.
Wir sind heute per Kabeln mit der ganzen Welt vernetzt, aber nach wie vor ist es für Firmen anscheinend ein Unding auf die Selbstdisziplin ihrer Mitarbeiter zu setzen und sie zu Hause arbeiten zu lassen. Einmal pro Woche könnte man sich ja in der Firma treffen, jede Abteilung an einem anderen Tag. Das würde auch nicht nur viel Transportenergie und -zeit sparen, sondern auch viel Verkehrslärm. Zudem könnte man sich jegliche Büroneubauten sparen.
Das wäre natürlich ein Milliardenverlustgeschäft für die Bauindustrie, aber diese eingesparten Milliarden könnte man dafür in bessere Bildung für alle oder eine bessere Betreuung für alte Menschen stecken.
Kommentar von lbm1958 am 17. April um 22:02 Uhr
Die schöne neue Welt kommt
und sie wird eine sehr Alte sein. Wenn die Papiergeldvermehrer reihenweise aus den Wolkenkratzern fallen, weil der Dollar kolabierte dann zählen nur die Werte die man Anfassen kann. Das heisst aber nicht das der Wohlstand ausbricht, die Entschuldung läuft zu Lasten der Sparer.
Der Kampf der Superreichen um Firmen, Länder, Rohstoffe, Bergwerke und Landwirtschaftlichen Gütern ist längst im Gange. Wozu brauche ich den Dollar wenn ich alle Ölquellen kontrolliere und der zukünftigen Konkurrenz den Hahn abdrehen kann. Für Otto Normalverbraucher weltweit heisst es vorbereitet sein, statt Harry Potter vieleicht mal den “kleinen Ratgeber für Heimwerker” lesen. Die Löhne werden weiter nur unerheblich steigen die Inflationsrate aber in Richtung Hyperinflation. Kochkurse sind auch eine Vorsorge auf kommende Zeiten. Ich glaube nicht das wir uns den intellektuellen Luxus der Unterscheidung zwischen vegetarisch und fleischlich leisten werden. Es ist sicher schon ein Plus nicht am Nikotin zu kleben. In einem Kochbuch von 1946 las ich unter grüne Bohnensuppe: man nehme 25g Fleisch und löse den Knochen aus ! Ich hoffe ich täusche mich was die nächste Zukunft betrifft.
Kommentar von sammelleidenschaft am 18. April um 15:10 Uhr
Selbstversorgung wird notwendig werden. Das sehe ich auch so.
Zu glauben, daß das ohne Tauschmittel geht, nur weil wieder das herrschende versagt hat, halte ich für einen gefährlichen Irrtum, weil dann irgendwann das alte im neuen Gewand genutzt werden wird.
Wenn jemand eine Finanzierung für solche Selbstversorgungsprojekte braucht, soll sich beim Rheingold melden. http://www.rheingoldregio.de
Wir finanzieren gerne.
Kommentar von Logiker am 20. April um 22:03 Uhr
Selbstversogung ist klasse, aber muss nicht für jeden in Frage kommen. Auf jedn Fall nicht in Deutschland, denn es ist ein Agrar land. Ich denke der Anbau müsste in kürzester Zeit so umgestellt werden können das man zumindest in der Nahrung und damit beim wichtigsten Wirtschaftsgut autark ist. Müsste doch eigentlich sogar günstiger werden, da die langen Tarnsportkosten wegfallen!;)
@diefans
Sehr schön, Vegtarismus ist nicht nur ethischer sondern auch ökonomischer. Von dem was so ein Rind verfuttert bis es schlachtreif ist, könnten zig mehr Menschen ernährt werden als durch das Rind, Vorausgestzt es handelt sich dabei um extra angebautes Viefutter,was entsprechende Anbaufläche wegnimmt.