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Wenn Tibet Palästina wäre

Ganz im Sinne des gestrigen Kommentars von satyamandira, der da lautet…


“Auszug aus einem Artikel von Uri Avnery: “… WIE JEDERMANN unterstütze ich die Rechte des tibetanischen Volkes auf Unabhängigkeit oder wenigstens auf eine Autonomie. Wie jedermann verurteile ich die Aktionen der chinesischen Regierung dort. Aber ich bin nicht - wie jedermann - bereit, mich an den Demonstrationen zu beteiligen.
Warum? Weil ich ein ungutes Gefühl habe, dass ich mich damit einer Gehirnwäsche unterziehe, dass das, was da vor sich geht, eine Übung in Heuchelei ist. …
… Nein, was mich wirklich stört, ist die Heuchelei der Weltmedien. …””



… hier ein Video von Ry, dem Macher des exzellenten Forums AntiNeoCons:



Hier der Text:


“Extremists Buddhists terrorists and former allies of the Mongolian Hord which threatened all of Western Civilization, were clashing with the Chinese Liberators Tuesday. The Tibetan monks horde the money of their people and want to drive China into the Sea. There is no such thing as Tibet. China is defending itself from religious terrorists who hate the Chinese for no reason. Tibetans are just jealous of China’s economic wealth and freedom.

For years these people have been religious Buddhofascists. Shaving their heads even some of the women! They are totally committed to their fringe element faith. Followers to have been known in times of war (which is constant with these people) set them selves on fire, very akin to a suicide bombing. Imagine what the images of that does to Chinese children?

China has a right to defend itself from terrorism. China should just build another wall, this time a modern wall to keep out the Tibetan invaders by constructing a wall through the middle of Tibet which doesn’t exist. Then maybe with US tax money, the Chinese can demolish homes in Tibet and set up racial colonies for Chinese people only protected by a standing army. If Tibet resists it is because they are racist and jealous. Plus it is God’s will that the Chinese have all of China with no ethnic minorities.

Fox News has reported that “some people say” Daili Lama is Tibetan for Praise Osama. In fact dick Cheney suggested that a lead hijacker in 9/11 met with Tibetan monks in Prague and that the stones they were throwing at the Chinese came from Iran. They want to wipe China off the map. We have to back China after all 30 million Chinese people died in WWII, haven’t they suffered enough? Shouldn’t China have a homeland free of terrorists?”



Die “Free Tibet”-Aktionen werden meines Erachtens von Medien und Politik gepusht, um von den dutzendfach vorhandenen eigenen Verbrechen und Unterdrückungsmechanismen abzulenken. Menschen, die in Tibet ein Opfer sehen und sich engagieren, werden schamlos instrumentalisiert.
Es ist ja toll, dass Menschen in den Industrienationen auf die Straße gehen. Aber bitte, haltet kurze inne und überlegt euch, welche Verbrechen nicht die chinesische, sondern die EIGENE Regierung und deren so genannte “Verbündete” begehen, und justiert dementsprechend eure Prioritäten beim Protest.

Henry Edward J.
Dieser Eintrag wurde am Freitag, den 11. April 2008 von Henry Edward J. geschrieben und in die Kategorie Internationale Politik eingeordnet. Du kannst alle Kommentare zu diesem Artikel mit dem RSS 2.0 Feed beobachten. Du kannst eine Antwort hinterlassen, oder durch einen Trackback auf diesen Artikel verlinken.
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Kommentar von urmel1 am 11. April um 07:55 Uhr

Wer will sich schon von den westlichen Scharfmachern instrumentalisieren lassen?!

Es fällt auch auf, dass diese, m.E. gelenkten Demonstrationen,
auffällig wenig friedfertig ablaufen. Wenn es überwiegend Bürger wären, denen es um TIBET wirklich geht, dann würden die Demonstrationen deutlich friedlicher ablaufen.

Man darf gespannt darauf sein, ob diese vermeintlichen Anhänger die Worte des religiösen Oberhauptes gehört und verstanden haben.

Kommentar von StopTheNewWorldOrder am 11. April um 13:41 Uhr

Ich kann mich dem nur anschließen.
Die aktuelle Stimmungsmache gegen China muß man eindeutig als Kampagne der westlichen Zivilisation sehen.
Und diejenigen unter Uns, die bereit sind, auf diesen Zug aufzuspringen, haben es scheinbar versäumt, sich darüber zu informieren, in welchen Grausamkeiten, Kriegsverbrechen und sonstige Verbrechen gegen die Menschlichkeit unsere eignene Regierungen verwickelt sind.
Denn ich wage zu behaupten - und da wird sich mir jede politisch wohlinformierte Mensch anschliessen müssen - dass wir die Verbrechen Chinas um Längen schlagen.

(dies bezieht sich natürlich nicht “nur” auf Deutschland, sondern auf den gesamten Westen.)

Kommentar von satyamandira am 11. April um 18:13 Uhr

Amerikanische Geopolitik: Tibet - das Afghanistan Chinas?

Oberstleutnant Rose über die Amerikanische Geopolitik, Zbigniew Brzezinski’s Maßnahmen der Sowjetunion ein “Vietnam” zu bescheren und die Situation in Tibet:

“Chinas weicher Unterleib”

Kommentar von redlope am 11. April um 19:11 Uhr

Wir sollten nicht den Fehler machen, China allzu sehr zu exkulpieren. Dies tut z.b. Volker Bräutigam in diesem Artikel:
http://www.sopos.org/aufsaetze.....2c/1.phtml
Die Menschenrechtsverletzungen durch China sind eklatant und gehören angeprangert.
Aber ich stimme voll und ganz zu, dass mir die momentanen Proteste recht instrumentalisiert vorkommen.
Nur, was ist der Zweck? Es fehlt mir schlichtweg das Wissen.

Die recht romantisierenden Memoiren von Heinrich Harrer bestimmen das Tibet-Bild vieler Menschen im Westen, und der tibetische Buddhismus ist eine Weltanschauung, die den hiesigen Eliten recht gut ins Programm passt.
Dazu eine sympathische Figur wie der Dalai Lama, dem man kaum böse sein kann, immer lächelnd, einen weisen Spruch auf den Lippen. Doch las ich, dass er über CIA-Verbindungen verfügt. Freilich weiß ich nicht, welcher Qualität diese Verbindungen heute sind – und dass sich die CIA für eine Persönlichkeit wie den Dalai Lama interessiert, dürfte nicht verwundern.
http://www.timboucher.com/jour.....a-payroll/

Weiterhin las ich, dass in Tibet früher auch die Menschenrechte nicht sehr hoch im Kurs standen. Es war eine feudale Gesellschaft mit einer ungesunden Verbindung von Religion und Macht. Trotzdem ist der Einmarsch in Tibet nicht zu rechtfertigen.
Und was China sonst noch so (vor allem innenpolitisch) so treibt, muss auch angeklagt werden.
http://www.jungewelt.de/2008/04-05/002.php

Aber: Glauben die jetzt so stolz protestierenden Menschen, dass es den westlichen Regierungen und Medien wirklich darum geht, Menschenrechtsverletzungen in China bzw. Tibet zu beklagen? Ganz abgesehen davon, dass man darüber vergisst, sich an die eigene Nase zu fassen? Bisher hatte jedenfalls niemand Probleme damit, mit Verbrecherregimen Geschäfte zu machen – bzw. ihnen in Punkto Menschenrechtsverletzungen nachzueifern.

Doch welches Interesse steckt dahinter, wenn, was wahrscheinlich ist, die Proteste instrumentalisiert sind? (Über die die Hintergründe der realen Vorkommnisse in Tibet selbst sage ich jetzt mal nichts. Da weiß ich definitiv zu wenig drüber)
Ist es die Angst des Westens vor dem wirtschaftlich aufstrebenden China? Will man China provozieren, damit es seine Dollars abstößt und damit die Finanzkrise beschleunigt? Hat denn irgendjemand ein Interesse daran, die offenbar unabwendbare Finanzkrise zu beschleunigen? Momentan wird das System ja eher gestützt, was das Zeug hält.
Welches Interesse hat der Westen daran, den Tibet Konflikt anzuheizen? Nachdem westliche Gutmenschen ihren Regierungen jahrelang eher vorwarfen, in Sachen Tibet allzu untätig gewesen zu sein?
Gibt es ein ernsthaftes Interesse daran, die Olympischen Spiele zu boykottieren? Warum? Ich glaube nicht, dass Tibet als Anlass für einen dritten Weltkrieg genommen werden soll.
Doch vielleicht dient das ganze nur als Druckmittel, damit das im Innern kriminelle aber international eher konfliktvermeidende Chinesische Regime auf diplomatischer Ebene dazu gebracht werden soll, Tibet in die Unabhängigkeit zu entlassen, damit dann westliche „Schutzmächte“ sich dort einnisten können, am strategisch günstigem Ort, wie gerade im Kosovo zu sehen?

noch ein Artikel:
http://chefarztfrau.de/?p=157

Kommentar von Henry Edward J. am 11. April um 19:41 Uhr

@redlope:

“Wir sollten nicht den Fehler machen, China allzu sehr zu exkulpieren”

Richtig (vor Allem nicht innenpolitisch). Ich will nur andeuten, dass der Vergleich Israel-China kaum als Expulkieren gelten kann ;-)

Kommentar von Eckart Mietz am 11. April um 22:20 Uhr

Schauen wir mal nur 50 Jahre in Tibets Chronik zurück. Bevor China 1950 Tibet vom „britischen, imperialistischen Joch“ befreite, hatte Tibet 1949 einen flehentlichen Appell an die Vereinten Nationen gerichtet, denn mit dem Ende des Chinesischen Bürgerkrieges war für die Tibeter klar was kommen würde. Aber dieser Hilferuf wurde wegen des „unklaren Rechtsstatus von Tibet als Land“ von England, Indien und den USA das entsprechende Gehör verhindert. – Dann kam das was kommen mußte: Ende 1950 war der chinesische Okkupationssack zu. Und keines von diesen scheinheiligen westlichen Menschenrechtswesen hat protestiert.
Warum reißen sie heute das Maul so weit auf. Die Frage ist ganz einfach zu beantworten: Heute wissen die Pfeffersäcke in den USA , dass es in Tibet nicht nur arme Mönche und unter bislang feudalistischer Macht hungernde Bauern gibt.
Nein es gibt dort erhebliche Bodenschätze, wie Chrom, Kupfer, Magnesit, Blei, Gold, Erdöl, Eisen, Lithium, , Aluminium, Zink, Kaliumchlorid, Bor und andere.
Über „amerikanisches Erdöl“ in Tibets Erde braucht man ja nicht mehr zu reden, aber Metalle sind für die Rüstungsindustrie auch unverzichtbar. Ganz besonders gierig ist man heute auf das Lithium, den es wird zur Herstellung von Hochleistungsbatterien dringend benötigt.

Der Dalai Lama ist nur noch eine Marionette in diesem perversen Spiel der Amis, die bereits am 23. Mai 1991 eine Resolution im US-Senat verabschiedeten mit der gefordert wurde, dass China sich aus Tibet zurück zu ziehen hat.
Wenn die Amis von etwas sprechen, dann ziehen die das auch durch.

Kommentar von redlope am 11. April um 22:26 Uhr

nein… gewiß nicht… ;)
Das bezog sich auch eher auf einiges anderes, was ich zu dem Thema bisher auf kritischen Seiten gelesen habe in der letzten Zeit… wie z.b. der Bräutigam-Artikel.

Kommentar von stimmtso am 12. April um 00:14 Uhr

Die westlichen Mediendemokratur verweigert sich der Aufarbeitung ihres Sündenfalls. Der Krieg gegen den Terror kommt mit einer löchrigen Argumentationskette daher und in allen Machtzentren dieser Welt wird die Nutzung dieser Schwäche diskutiert. Das Spiel geht so: Wenn ihr nicht unsere Kampagne schalmeit, kaufen wir uns mal eine Zahl eurer Redakteure ( kann so teuer nicht sein ) und lassen die über die wackeligen Hochhäuser in Manhatten lästern. Die Bewusstseinsindustrie ist definitiv schizophren und vielleicht bald am Ende.

Kommentar von StephanB am 12. April um 11:41 Uhr

Vor kurzem kam eine Meldung, dass die philippinische Regierung ihren Richtern günstige Kredite für den Kauf von Waffen ermöglicht, damit sich diese gegen zunehmende Gewalt (?) vor Gericht (?) besser geschützt sind/ein sichereres Gefühl haben.
Richter bekommen vom Staat zinsgünstige Kredite für den Kauf einer Waffe?
Was verdienen diese Richter, wenn man sich überlegt wie billig (ein paar hundert Euro glaube ich je nach Modell) auf dem Schwarzmarkt zu haben ist, offiziell sicher einiges billiger.
Was kostet demnach in den Philippinen ein Urteil?
Das mit den Bodenschätzen in Tibet kann man auch in einem aktuellen Interview von Gerhard Wisnewski mit dem iranischen Radiosender IRIB hören ( http://www.gerhard-wisnewski.de/ ).
Die Stimmungsmache hat wohl den gleichen Grund wie die seit letztem Herbst “rapide” gesunkene “Qualität” von chinesischem Spielzeug.
Eine Drohung gegen das zu mächtig werdende China?

Wenn die Chinesen die Crash-Sicherheit ihrer selber produzierten Autos in den Griff bekommen, dann muß sich die europäische, amerikanische und japanische Automobilindustrie sehr warm anziehen. Dann wird wahrscheinlich selbst Renault mit seinem Dacia-Programm in Rumänien ein Problem bekommen.
Etwas ähnliches droht in Indien mit dem neuen Billigst-Modell.
Die Frage ist nur wo das Benzin für diese Autos in Zukunft (Peak Oil) dann herkommen soll.

Bemerkenswert ist auch die Nachrichtenstille über jegliche Vorkommnise in Palästina/Israel, vor allem diese Woche, aber ich glaube es war auch so in der Woche davor.

Kommentar von Rufus am 12. April um 20:37 Uhr

Ich möchte hier noch auf die Tatsache hinweisen, daß chinesische Sonderpolizisten bei den bisherigen Fackelläufen, und speziell in London, Frankreich, San Francisco, Demonstranten verprügelt haben.

Ich meine die von den Bildern her gut bekannten Schlägertypen in blauer “Olympia”-Uniform, die neben der Fackel herliefen und sogar die Fackelträger herumkommandierten.

Nochmal: Die Regierungen von England, Frankreich und USA (neben allen anderen, außer Japan, wie wir sehen werden) erlauben also den Einsatz chinesischer Polizisten/Soldaten auf eigenem Boden und gegen die eigene Bevölkerung!!!

http://www.infowars.com/?p=1440
http://prisonplanet.com/articl....._thugs.htm

Da diese Problematik sich im deutschen Sprachraum noch nicht richtig rumgesprochen zu haben scheint wäre ich dem Politblog für einen kurzen Artikel dazu sehr dankbar.

Kommentar von Henry Edward J. am 13. April um 08:58 Uhr

Zu den “Schlägertypen” empfehle ich diesen telepolis-Artikel von Jens Beger:

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/27/27712/1.html

Kommentar von grimoire am 13. April um 10:25 Uhr

Kürzlich besuchte eine Journalistin des WDR eine ehemalige Arbeitersiedlung, die vor 26 Jahren erfolgreich vor dem Abbruch gerettet wurde.
Die ehemaligen Besetzter haben nun den Status einer Genossenschaft und verwalten das Projekt selbst, unter Abschöpfung aller nur möglichen öffentlichen Mittel, was ja auch ihr gutes Recht ist.

Nun soll das Projekt wohl im Lokalfernsehen vorgestellt werden, und ihr ahnt es schon. Es wurde von ehemals gesellschaftspolitisch engagierten Menschen angedacht für diesen Zweck ein Free Tibet Transparent zu gestalten, welches als Banner über die Straße gespannt werden soll.

Gute Nacht Deutschland!

Kommentar von Rufus am 13. April um 12:22 Uhr

@Henry

Danke für den Artikel, Henry. Allerdings bin ich von dem gar nicht begeistert. Er spielt die Thematik nämlich runter.

Auf Videos und Fotos zu den Fackelläufen in London/Paris/San Francisco ist zu sehen, wie die “Schlägertypen” (tatsächlich sind es trainierte Polizisten, wie sogar hochoffiziell aus China berichtet wurde) handgreiflich werden und die Polizeien der jeweiligen Länder dabei unterstützen gegen “Free Tibet”-Demonstranten vorzugehen.

Es geht hier nicht um Sinn und Unsinn, Legitimität oder Verlogenheit der “Free Tibet”-Kampagne sondern darum, daß britische/französische/US-Bürger von chinesischen Sicherheitskräften daran gehindert wurden ihre Meinung frei zu äußern. Selbst das IOC hat Kritik an den Typen geäußert und - wie Telepolis sagen - wurden sie vom NOK angeheuert (mit freundlicher Unterstützung der KP und ihrem Sicherheitsapparat, versteht sich) und NICHT vom IOC!

Hinzu kommt eben, daß die Regierungen der Länder repressiv gegen die Demonstranten vorgingen und die “Schlägertypen” dabei mitmachen ließen.

Es geht nicht um “China-Bashing” oder “Sinophobie”. Niemand hat ein Problem mit 1,6 Mrd. Chinesen, die in Frieden und Freiheit leben wollen und die auf eine höchst interessante, 5000 jährige Kultur zurückblicken können. Wenn Kritik an einem repressiven Regime, daß Arbeitslager unterhält, politischen Gefangenen Organe entnehmen lässt und jährlich Tausende wegen Nichtigkeiten hinrichtet “Sinophobie” sein soll, dann haben diese Leute die Welt nicht richtig verstanden.

Wahr ist, daß sich viele Länder der EU, auch dieses hier, und die USA mehr und mehr in Polizeistaaten verwandeln, die China immer ähnlicher werden (ja, lacht nur). Ob man will oder nicht, der Fackellauf IST zum Politikum geworden. Wenn wir in unserem eigenen Land, das angeblich Meinungsfreiheit garantiert, daneben stehen und protestieren (wogegen auch immer), wollen wir dann wirklich von chinesischen Polizisten gegängelt werden?

Kommentar von Rheinbogen am 13. April um 12:53 Uhr

@ Rufus:

Es geht hier nicht um Sinn und Unsinn, Legitimität oder Verlogenheit der “Free Tibet”-Kampagne sondern darum, daß britische/französische/US-Bürger von chinesischen Sicherheitskräften daran gehindert wurden ihre Meinung frei zu äußern.

Nein, darum ging es Henry nicht. Das ist ein anderes Thema, wenn auch mit diesem hier eng verknüpft. Henry (und Uri Avnery) geht es um die Verlogenheit und Doppelmoral der westlichen Politiker und Medien. Diese - um einen weiteren Aspekt einzubringen - zeigt sich auch darin, dass man bei CNn stundenlang live über den Fackellauf berichtet und dabei kein anderes Thema hat als dass gegen China protestiert werde. Ein auch nur im Ansatz vergleichbares Engagement gegen die Verbechen der eigenen Regierung, und meine Aufregung wäre schon nur noch halb so groß. Gegen Proteste auch gegen das chinesische Regime ist überhaupt nichts einzuwenden, allerdings sollte man auch die Fakten richtig schildern (z.B. dass ein eigenständiges Tibet historisch nie wirklich auf der Tagesordnung stand, dass das Mönchsregime faschistoid und extrem frauenfeindlich war, dass zu den Freunden des ach so lieben Dalai Lama viele höchst zweifelhafte Persönlichkeiten zählen und dass Buddhismus und Friedfertigkeit keine Synonyme sind). Ausgehend von einer Faktenlage, die auch solche nicht ins Bild passende Elemente berücksichtigt, kann man darüber reden, wie man den Tibetern tatsächlich helfen kann, und das kann man gewiss nicht durch Maßnahmen gegen Olympia. Und man darf und soll protestieren, demonstrieren und so weiter. Allerdings hat der Westen genügend Unrat vor der eigenen Tür liegen, und so lange insbesondere die Massenmörder Bush, Cheney und einige mehr noch nicht einmal angeklagt, geschweige denn hinter Schwedischen Gardinen sind, wirken sämtliche antchinesischen CNN-Berichte einfach nur heuchlerisch und verlogen. Dazu kommt dann noch die Tatsache, dass wir ein Herz für Tibeter, aber nicht für Palästinenser haben. Oder eins für Kosovo-Albaner, aber nicht für Kurden oder Basken. Wobei das alles bei den Politikern einem Kalkül entspringt. Die Zuneigung der Bevölkerungen zu den tibetischen Mönchen kommt von einer märchenhaften Vorstellung in den Köpfen, die sich dort über viele Jahrzehnte festgesetzt hat und durch nichts erschüttern lässt. Eine romantische Verklärung halt - manch einer glaubt ja auch, die Zeit der Ritter und des Feudalismus sei in Europa eine schöne und romantische Epoche gewesen.

Kommentar von StephanB am 13. April um 14:19 Uhr

Für Rufus:
Wenn hohe Staatsgäste irgendwo zu Besuch sind, dann gibt es da auch jede Menge Bodyguards und Sicherheitsleute. Was passiert wenn ein Demonstrant plötzlich friedlich mit einem hoch gehaltenen Pappschild auf so einen Repräsentanten zugehen würde?
Er bekommt dann sicher keine Gratis-Karten für ein U2-Konzert oder dergleichen ausgehändigt.
Was ist mit all den Botschaftsgrundstücken in allen Ländern der Welt?
Dort gilt das Gesetz des jeweiligen Botschaftslandes.

Noch ein Gedanke zu den Gründen des China-Bashings:
Aktuell gibt es in China, ganz offiziell, eine Inflationsrate von ca. 8% (März im Vergleich zum Vorjahresmonat). Natürlich startet China von einem sehr niedrigen Einkommenslevel aus, aber diese Inflation (parallel zum rasanten Wirtschaftswachstum) findet schon seit einigen Jahren statt.

Könnte es sein, dass die westlichen Staaten auch von den Folgen dieser immer spürbarer werdenden Inflation in China (der “Werkbank” der westlichen Welt, vor allem auch für dreckige und gefährliche Produktionsmethoden) ablenken wollen?
Selbst wenn es bis Weihnachten keine Hunger-Revolten mehr geben würde und der Frieden in allen Ländern der Welt einkehren würde, dürfte es in den Industriestaaten diesmal ein deutlich magereres Weihnachtfest geben. Dies würde sowohl den Einzelhandel als auch die Privathaushalte betreffen.
Dies ausgelöst durch die Inflation in China aber auch durch inzwischen sehr hohe Energiepreise ((Schiffs-)Diesel für Transport zu Land/See/Luft, Heizöl, Erdgas, Strom, etc.).

Kommentar von bd am 13. April um 18:05 Uhr

Ich denke es gibt noch 2 Aspekte in der Diskussion über Tibet, die einigen vielleicht nicht gnaz so bewusst sind.

Welche Grenzen hat Tibet eigentlich? Ich denke mit sowas wie einem Vatikan in China könnte man dort leben. Sicher besteht dann immernoch eine gewisse Gefahr zur Anstiftung von Terroristen von dort, aber es geht bei der Unabhängigkeit um ein weit grösseres Gebiet, ein Großtibet. Solch ein Großtibet würde eine Verkleinerung angrenzender Provinzen bedeuten. Und Tibet braucht diese Gebiete, oder Tibet wird ein Land von hungernden.

Man muss auch bedenken, dass Tibet, wie auch China nach dem 2ten Weltkrieg eher vorindustirell waren. Die Industrialisierung war eines der wichtigsten Aufgaben um China stark und unabhängig zu machen. Fast die gesamte Infrastruktur und Industir in Tibet stammt aus chinesischen Förderprogrammen für diese Region. Sicher ist das Gebiet für Cina sowohl historisch als auch von den Erzen her wichtig, aber wer würde in so einem Gebiet unter massiven Investitionen eine Industrie aufbauen und dann das einfach vergessen?

Unterschätzen würde ich auch nicht den langen Atem, den China beweisen kann. Es würde mich nicht wundern, wenn sie darauf warten bis der Dalai Lama eines natürlichen Todes stirbt und dann seine Reinkarnation nicht anerkennen werden. Ich meine mich zu erinnern, dass es in China eine Behörde für Religionsfragen gibt und diese hat festgelegt, dass die offizielle Anerkennung einer Reinkarnation der Zustimmung dieser Behörde bedarf. Mit dem jetzigen Dalai Lama können sie sowas nicht machen, da er ja schon vor dem 2. Weltkrieg als solcher anerkannt wurde.

Kommentar von grimoire am 13. April um 20:56 Uhr

Nun, ich bin mir recht sicher, daß auch bei diesem Konflikt schon lange ein im Grunde “spiritueller Krieg” geführt wird.
Hierbei sterben Menschen, die genau so unschuldig sind, wie sie unwissend nur sein können. Die Führer solcher Kriege sitzen meist in sicheren Sesseln, auch im Exil. Der Papst ist hier als selbsternannter “Stellvertreter” ein leuchtendes Beispiel.
Wir haben wenig bis gar keine Ahnug von dem Wissen, was uns von solch anerkannten “Heiligkeiten” vorenthalten wird.
Dafür daß es bei denen auch Opfer gibt, wie das unbekannte Schicksal des vielleicht noch lebenden letzten Panchen Lama beweist, bezahlen viele unwissende und unschuldige Menschen mit ihrem Leben.

Ich bin einfach erschüttert darüber, wie selbst Freunde von mir diese momentane, sehr werbewirksame Anti-China Medienveranstaltung unterstützen, ohne auch nur annähernd Zusammenhänge zu begreifen, was ich in meinem letzten Kommentar erwähnte.
“Free Tibet” Transparente aufzuhängen, weil die Redakteurin des Senders so hübsch war und so mit den Wölfen zu heulen, finde ich wirklich bemerkenswert - es funktioniert sogar in angeblich alternativen Projekten!
Und wenn in dieser Hinsicht nicht mehr öffentliches Interesse entsteht, können wir natürlich so viel “Free Tibet” Plakate aufhängen, wie wir wollen, um unsere Knechtschaft anzuerkennen.
Wir sollen das sogar tun, es ist gewollt, und meine Freunde sind ganz brav!
Ich habe das Transparent heute (noch nicht hängen) gesehen und bekam auf meinen Vorschlag eines alternativen Textes, der uns hier im Land womöglich persönlicher betrifft und wichtiger sein mag zur Antwort: “Meinst Du wir wollen den Verfassungsschutz hier haben?”
Wie naiv sind viele eigentlich?

Zurück zum Thema: Von Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann

Guten Morgen Deutschland! :D

Kommentar von Rufus am 14. April um 18:56 Uhr

@Rheinbogen

Guter Text! Genau so sehe ich es auch. Mir ging es in meinem Beitrag speziell um die blau uniformierten Sonderpolizisten, deren Präsenz ich in diesem Zusammenhang als einen Akt der schweren Verletzung von nationaler Souveränität sehe. Aber daran sind nicht die Chinesen schuld sondern die jeweiligen Regierungen.

Denn, StephanB, sicher kann, darf und sollte ein Staatsgast seine eigene Leibwache mitbringen aber die Olympia-Fackel ist kein Politiker! Wenn das IOC nicht möchte, daß die Fackel gelöscht wird - aus welchen Gründen auch immer - dann soll das IOC (und nicht China!) eine private Schutztruppe dafür anheuern (meinetwegen sogar Blackwater, wenns denn sein muss).

Hier aber haben europäische und US-Amerikanische Behörden den Einsatz fremder Truppen (und dazu noch solche eines repressiven Regimes) auf eigenem Boden und gegen die eigene Bevölkerung erlaubt. Für Olympia 2012 in London wird sogar schon diskutiert, israelische Sonderkommandos auf den Straßen von London patroullieren zu lassen (wegen Al-CIAda). Ich weiß, viele werden abwinken, “ist doch nicht wichtig”, aber hier wird ein Präzedenzfall für die Zukunft gesetzt. Ähm, wie war das noch mit der militärischen “Amtshilfe” zwischen EU-Staaten im Rahmen der EU-Verf…rahmenvertrag!?

Abgesehen davon: Der erste Fackellauf fand 1936 statt, initiiert von einem mitteleuropäischen Regime dessen Name mir leider entfallen ist. Darüber liest man nichts in der Presse.

Ach und noch was: Bei allem verlogenen “Free Tibet”-Geschrei da draußen in der Welt - das, was die Tibeter durchmachen ist nichts im Vergleich zu dem was im Rest Chinas und gegen die gesamte chinesische Bevölkerung stattfindet.

Wer möchte kann sich auch mal schlau machen über die Rolle die Bush Sr. damals in den 70ern auf diplomatischer Ebene gespielt hat. Und was er u.a. mit der Ein-Kind-Politik zu tun hat, aber das nur am Rande.

Kommentar von tar am 15. April um 20:11 Uhr

ein guter kommentar auf welt.de:

Denkmal meint:
15.04.2008, 17:08 Uhr

Am 23.5.1951 unterzeichnete der 14.Dalai Lama über einen Unterhändler ein 17-Punkte-Abkommen der “zentralen Regierung des Volkes” und der “lokalen Regierung Tibets” über Maßnahmen “zur friedlichen Befreiung Tibets”: 1. Das tibetische Volk kehrt in die Volksrepublik China zurück.

Am 24.10.1951 bestätigte er dieses Abkommen mit einem Telegramm an Mao Tsedong. Nach einem von der CIA unterstützen gescheiterten Gurerillakrieg verlies er, rasch nachfolgend sein engsten Mönchsadel und seine Bediensteten Tibet 1959 nach Indien, bestritt die Unterzeichnung des Abkommens und forderte seither ein Großtibet, doppelt so groß als das des 13. Dalai Lama während dessen Amtszeit:

Kein Staat der Erde, auch keiner in der UN stellte je offiziell die Zugehörigkeit Tibets zu China in Frage, kein Staat der Erde hat je die Exilregierung des Dalai Lama in Dharamsala, Indien anerkannt.
Auch hat der Dalai Lama keinerlei demokratische Legitimität, nicht einmal seiner Exilgemeinde hat er sich je zu einer Wahl gestellt.
Im dritten Reich waren SS-Himmler, SA- Harrer, KZ-Begner und SS-Schäfer Propagandisten für Tibet, sahen sie doch im Ahnenerbe eine geistige Verbindung zum Lamaismus.

In den Wirren des 2. Weltkrieges sorgten die NAZIs für eine Tibet-Euphorie durch ständige Aufführungen von Tibetfimen zur Ablenkung vom Kriegsalltag.

Zu den heutigen Anhängern und Freunden des Dalai Lama zählen Roland Koch, George Bush, der Giftgasguru Asahara, Anthrosposophen, Theosophen, Friedrich-Naumann-Stiftung (FDP), Heinrich-Böll-Stiftung (Grüne), Hollywood mit etlichen Kitschfilmen, viele Prominente und eine Unzahl unkritischer Verehrer und Tibet-Propagandagruppen, die bei jeglicher Kritik ein Wutgeheul ertönen lassen und eigentlich nur ein einziges Argument gebetsmühlenartig wiederholen: Chinesische Propaganda-
und jegliche Kritik, im TV, der Presse und auch im Internet, verhindern, zumüllen und totschreien, um eine inhaltliche Diskussion nicht führen zu müssen.

Auch fällt auf: Die westlichen Medien sind garadezu gleichgeschaltet, bis heute wird das Progrom an der chinesischen Bevölkerung durch einen gewalttätigen tibetischen Mob uns als friedlicher Protest verkauft und mit aus Nepal stammenden Bildern die Brutalität der chinesischen Sicherheitskräfte suggeriert.

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