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China zensiert Tibet

Aus der Süddeutschen Zeitung:


“China hat am Sonntag den Zugang zum US-Internetportal YouTube blockiert, nachdem auf der populären Video-Webseite Dutzende von Filmen über die Proteste in Tibet aufgetaucht waren.

Die chinesischen Behörden verstärken damit ihre Kontrolle darüber, was die chinesische Öffentlichkeit von den Unruhen in Lhasa und protibetischen Protesten im Ausland zu sehen bekommt.

YouTube ist in China normalerweise leicht zu erreichen. Eine amtliche Mitteilung zur Blockade des Video-Angebots gab es nicht. Ausländische Webseiten werden aber in der Regel umgehend in China geblockt, wenn sie regierungskritische Inhalte verbreiten.

Chinesische Internetbetreiber sind verpflichtet, die auf ihren Servern vertriebenen Inhalte zu beobachten und gegebenenfalls Selbstzensur zu üben. Es gibt mindestens 210 Millionen Internet-Nutzer in China.”



Da fällt einem doch ein, dass in Deutschland diesem Urteil zufolge zwar nicht die Internetbetreiber, doch aber die Domaineigentümer “verpflichtet sind, die auf ihren Servern vertriebenen Inhalte zu beobachten und gegebenenfalls Selbstzensur zu üben”.

Abgesehen davon: Traurig, was in Tibet geschieht.

Henry Edward J.
Dieser Eintrag wurde am Sonntag, den 16. März 2008 von Henry Edward J. geschrieben und in die Kategorie Rechtsstaat eingeordnet. Du kannst alle Kommentare zu diesem Artikel mit dem RSS 2.0 Feed beobachten. Du kannst eine Antwort hinterlassen, oder durch einen Trackback auf diesen Artikel verlinken.
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Kommentar von Rheinbogen am 16. März um 21:05 Uhr

Abgesehen davon: Traurig, was in Tibet geschieht.

Ich weiß es nicht. Was geschieht dort? Im deutschen Fernsehen wird behauptet, die Bilder seien allesamt vom chinesischen Fernsehen manipuliert. Warum wissen die das so genau? Es wird auch gesagt, dass Demonstranten inhaftiert worden seien. Na sowas aber auch, das kommt in unserer Demokratie natürlich niemals vor, auch nicht bei Randalierern……

Selbstverständlich traue ich der chinesischen Regierung nicht über den Weg. Aber der tendenziösen westlichen Berichterstattung auch nicht. Außerdem unterstützt der Westen selektiv manche Unabhängigkeitsbestrebungen und nennt sie Freiheitskampf, während er andere als terroritisch diffamiert. Das Kosovo wird ruck-zuck anerkannt, Tibet und Taiwan unterstützt, die Kurden oder Basken und erst recht die Palästinenser gucken in die Röhre. Das alles ist völlig unglaubwürdig, und Berichte über Tibet waren immer schon von einer Glorifizierung der dortigen Mönche und Kultur geprägt. Wenn es dort jetzt Gewalt gibt, dann können wir gar nicht anders, als zu glauben, die Gewalt gehe alleine von der Staatsmacht aus. Ich fürchte, so einfach ist es nicht.

Kommentar von jonas am 16. März um 22:38 Uhr

@ Rheinbogen
Es wird auch gesagt, dass Demonstranten inhaftiert worden seien. Na sowas aber auch, das kommt in unserer Demokratie natürlich niemals vor, auch nicht bei Randalierern……

Aber ich glaube es ist schon fragwürdig, wenn man alles Ausländer aus der Provinz ausweist, plus den Hilfsorganisationen.
Also sowas habe ich bei uns noch nicht erlebt.
Und ich glaube, dass du genauso wie ich weisst was das für die Menschen die in Tibet demonstrieren bedeutet.

Wenn Amerika so etwas machen würde wie China in Tibet, dann hätten wir in diesem Blog natürlich gleich 20 Einträge, aber klar das ist China da werden andere Maßstäbe angelegt.

Denk mal drüber nach!

Ciao Jonas

Kommentar von Rheinbogen am 17. März um 07:33 Uhr

@ Jonas:

Woher hast du das - alle Ausländer würden ausgewiesen? Ich habe bisher folgendes gelesen:

Ausländischen Touristen, die sich in Tibet aufhielten, wurde zudem nahegelegt, in den kommenden Tagen das Himalaya-Gebiet zu verlassen. Die Luftfahrt-, Eisenbahn- und Straßenämter würden Reisenden “entgegenkommen”, falls diese ihren Aufenthalt vorzeitig beenden wollten. China führte dem Bericht zufolge Sicherheitsbedenken als Begründung für den Schritt an.

Ausländischen Organisationen wird vorgeworfen, die Unruhen mit zu schüren. Der Vergleich mit den USA hinkt gewaltig, denn dort hat man mit solchen ausländischen Organisationen von vornherein nichts am Hut. Es gibt momentan nunmal keine - z.B. - texanische Befreiungsbewegung. Also bitte solche Vergleiche sein lassen. Mit welchen Propaganda-Methoden die Amerikaner ihre Kriegstaten etc. beschönigen, ist hoffentlich bekannt. Und in Guantanamo hat man Amnesty International auch erst nach langem gerangel und eher pro Forma reingelassen, ohne deren Forderungen auch nur im Ansatz nachzukommen. Und die Welt weiß auch nach Jahren nicht genau Bescheid, was dort überhaupt abgeht.

Mir geht es aber gar nicht darum, die Chinesen zu rechtfertigen. Es geht darum, dass unsere Politiker und Medien völlig einseitig urteilen und berichten (was sie im Falle der USA übrigens nicht tun würden!). Tibet ist zunächst einmal eine chinesische Provinz. Wenn dort Unruhen entstehen, hat die chinesische Regierung das Recht (und im Grunde sogar die Pflicht), diese zu beenden. Gewalttäter werden - wie überall - aus dem Verkehr gezogen. Die andere Seite Tibets wird in den normalen Medien nicht mal ansatzweise gezeigt. Was für einer ist dieser Dalai Lama überhaut? Wofür steht er? Wo liegen die Interessen z.B. der Amerikaner? Das wird nicht thematisiert. Tibet ist gut, die Mönsche sind friedlich, die Chinesen sind böse. Mehr braucht uns nicht zu interessieren. Sowas mache ich nicht mit!

Kommentar von Anne am 17. März um 08:34 Uhr

Ich denke, die Verteidigung Tibets in der Press hat noch einen anderen Grund. Du schreibst, es sei eine chinesische Provinz - aber wie ist es das geworden? Tibet ist besetztes Gebiet, China ist dort einfach einmarschiert. Man hat die Chinesen machen lassen, so wie die Russen in Tschetschenien und…
Aber gerade deshalb finde ich es gut, wenn die Weltöffentlichkeit genau hinschaut und sich nicht damit zufrieden gibt, dass das eine interne chinesische Angelegenheit sei. Bei den Uiguren ist das leider so - die leise Ausrottung vollzieht sich im Geheimen und China ist es recht so.

Kommentar von ali am 17. März um 12:47 Uhr

@ Rheinbogen

Ich stimme dir voll zu. Man weiss wenig was passiert und die Demonstrationen sind kaum nur politisch motiviert (obwohl politische Frustration bestimmt auch mitspielt). Ich habe ebenfalls das Gefühl, dass der Dalai Lama und Tibet hier sehr verklärt wahrgenommen werden, vermutlich wegen des romantischen Buddhismus Bildes das bei uns häufig gepflegt wird.

Nur weil die einen die ‘Bösen’ sind, sind die anderen nicht zwangsläufig die ‘Guten’. Das funktioniert nur in Hollywood.

P.S.: Falls jemand sich für meinen Post zu den Unruhen, die verzerrte Tibetwahrnehmung und was die CIA mit dem Dalai Lama verbindet interessiert, kann hier lesen).

Kommentar von Andreas am 17. März um 12:56 Uhr

vielleicht mal diesen text lesen

http://www.linkezeitung.de/cms.....Itemid=199

wenn der lachende grinsekeks namens dalai lama menschen wie roland koch, g.w. bush usw. zu seinen freunden zählt, mag er das aus friedfertigkeit und mitgefühl tun.
ich finde es einfach nur dämlich, solche leute seine freunde zu nennen.
hat unser dauergrinser jemals etwas zu palästina, afghanistan, irak, gauntanamo geäußert??

Kommentar von Rheinbogen am 17. März um 17:30 Uhr

Hier noch ein hochinteressanter Text - zusammengefasst wird das Buch “Colin Goldner: Dalai Lama - Fall eines Gottkönigs, Alibri Verlag Aschaffenburg, 1999″.

Gerade habe ich im Auto Radio gehört. Es gab einen Kommentar zu den Ereignissen in Tibet. Die Journalistin sprach von den “reflexhaften Reaktionen” der chinesischen Führung, nicht jedoch von den ebensolchen der westlichen Medien. Sie forderte von China, dass man diesen Medien erlauben solle, sich ein Bild zu machen. Damit hat sie immerhin zugegeben - unfreiwillig natürlich -, gar kein echtes Bild zu haben. Was sie nicht vom forschen Kommentieren und einseitigen Schuldzuweisungen abhält….

Kommentar von StephanB am 17. März um 18:35 Uhr

Bis vor einem Jahr hielt ich den Dalai Lama auch für eine ausgesprochene Respektsperson, aber inzwischen bin ich etwas ins Zweifeln gekommen. Ausgelöst wurde dies durch ein Thread (begonnen am 26.9.2007) im Muslim-Markt-Forum, in dem es eigentlich um Myanmar ging. Dort wurden u.a. die Stichworte Feudalsystem, Großgrundbesitz und auch Folterungen genannt.
Über Tibet bzw. überhaupt über den asiatischen Raum (vielleicht mit Ausnahme von Vietnam) weiß man hier doch meistens fast nichts (ich jedenfalls ;-/ ).
Aufgrundessen was ich an Erkenntnisse durch die Beschäftigung mit dem Phänomen “Peakoil” (http://de.wikipedia.org/wiki/Erdölfördermaximum ) erfahren habe, vor allem dass es auch bei uns in Deutschland eine Zensur gibt, bin ich inzwischen sehr vorsichtig bzw. auch hellhörig geworden, was die allgemeine Verurteilung einer Person oder eines Landes durch unsere Medien angeht.

Vor kurzem wurde der Dalai Lama allgemein mit dem Wort Völkermord zitiert. Er bezog sich dabei wohl auf die eventuell bis zu 100 Tote, die es bei den jüngsten Ausschreitungen in Tibet gab.
Diese Zahl müßte man mal vergleichen mit der Zahl der Menschen nur allein im Gaza-Streifen, die entweder direkt durch militärischen Beschuss gestorben sind oder durch fehlende oder verweigerte medizinische Hilfe (keine Medikamente, Abweisung am Checkpoint, etc.) oder durch Strommangel, zuwenig Wasser und anderes allein in diesem Jahr (10 Wochen).
Gibt es jemanden in der Welt, der in den letzten Jahren auch die Titel-Schlagzeilen einnehmen konnte, weil er Israel einen Völkermord vorwarf?
Dazu bin ich vor ein paar Monaten über die Seite von Thomas Immanual Steinberg auf einen Text der Übersetzerin Ellen Rohlfs gestossen („Nur“ Verbrechen gegen die Menschheit oder
schleichender Völkermord? - Dokumentation von Ellen Rohlfs, 2005/ 2006).
Darin kommt das Wort Armenien vor, aber viel öfters das Wort Palästina.
Ein Völkermord ist übrigens nicht erst dann ein solcher wenn er komplett vollzogen ist, sondern schon beim Töten von Mitgliedern einer Gruppe. Auch Geburtsverhinderung gehört zu diesem Delikt oder die Auferlegung von Lebensbedingungen, die ein Überleben extrem erschweren (aus unserer deutschen Vergangenheit kennt man das Vorgehen).

Also ist auch hier schon wieder die Einseitigkeit am Werk, die “wir” wiederum z.B. China vorwerfen.

Kommentar von Abha am 17. März um 19:17 Uhr

So, bevor ich nun endlich in meine internet-oster-fastenkur gehe: Wie wäre es wenn ihr einfach mal Tibetern die sprecht, die Folter üblebt haben und dafür mit eurem Dalai Lama Verleumdungsgesülze aufhört. Das Thema Völkermord in Tibet ist doch nicht erst seit gestern auf der Tagesordnung nur weil ihr erst jetzt mal was im netz zu lesen kriegt! Um den ´D.L geht es hier doch garnicht! Es geht um die Tibeter und um die Systematische Zerstörung ihrer Kultur. Der Westen spielt sich hier nun als Menschenrechtsverteidiger auf und deswegen sind sich nun alle “kritschen und politisch engagierten antimainstreamleute ” einig: Die Vernichtung der bösen titibetischen Kultur ist gerechtfertigt, weil der D.L.ja ein CIA mann ist. Klasse. Keiner gibt sich auch nur die Mühe mal etwas genauer zu forschen. Und sich mal mit ein paar Tibetern zu unterhalten die Folter, Zwangsabtreibung und Flucht überlebt haben.
sich an so paar Schlagworten aufhalten wie D.L liebt Bush, DL.liebt Koch…ist natürlich einfacher. Und die tibetische Kultur darf ruhig ausgerottet werdn, völlig legitim weil es ist ja eine ganz böse böse Mönchsdiktatur.

Wünsche weiterhin viel Freude beim Vermehren der Selbsgefälligkeit .

Om mani padme Hum

Kommentar von Henry Edward J. am 17. März um 21:11 Uhr

In einem Punkt will ich Rheinbogen sicherlich Recht geben.

Die westliche Berichterstattung ist mal wieder ein Paradebeispiel für selektive Wahrnehmung. Es wird von “Genozid” und “Terrorismus” seitens des chinesischen Staates gesprochen. Und zwar nicht nur vereinzelt, sondern in einer wahren Lawine von Leitartiken und Überschriften.

Adressiert an Washington oder Tel Aviv, die Staatsterroristen Nr. 1, gibts sowas natürlich nicht. Die sind unsere Freunde, zu denen auch noch das halbe Kabinett reist (fast alle deutschen Minister in Israel), wo es wahrlich andere Probleme gäbe.

Auf diese selektive Wahrnehmung wollte ich mit meinem Kommentar zur SZ-Meldung hinweisen, wonach die von der SZ angesprochene rechtliche Regelung ähnlich auch in Deutschland gilt.

Kommentar von StephanB am 17. März um 21:26 Uhr

Die tibetanische Kultur wird eher durch den (geförderten) Zuzug vieler Chinesen nach und nach eher ziemlich assimiliert bzw. verwässert, als dass sie extra unterdrückt werden.
Es erfordert allerdings- erst recht nach Peak Oil - besonderes Wissen, um in dieser menschenfeindlichen Gegend überleben zu können und dieses Wissen besitzen die Tibeter, also wird ihre Kultur sicher nicht untergehen.
Die Palästinenser würden wahrscheinlich sofort mit jedem Tibeter tauschen, wenn sie denn könnten.
Deswegen kann man allein schon dem Dalai Lama oder den Medien Einseitigkeit vorwerfen.
Ich habe nichts dagegen, wenn der Dalai Lama (als Lehrer des Buddhismus = Verbot des Töten von Menschen und Tieren - so stehts zumindestens im Buch von Heinrich Harrer), in Zukunft als Vertreter einer der friedfertigsten Religionen dieser Erde, auch sonstwo auf der Welt Völkermorde anprangert.
Dann werde ich mich hier in aller Form für meine Worte entschuldigen.

Man könnte natürlich auch die Einpferchung der Indianer anprangern, oder die Sanktionen gegen Kuba, die Unterstützung Israels, die Heroin-Produktion in Afghanistan, die vielen Toten Irakis aufgrund alliierter Gewalt, etc. pp. bis es einem schlecht wird.

Zur Lösung der kriegerischen Konflikte empfehle ich den Satz von Geoff Lawton (ein sehr aktiver Permakulturlehrer; http://www.permaculture.org.au)
“All the problems of the world can be solved in a garden”.
Er sagte auch sinngemäß, wenn die Menschen wüssten, was mit Hilfe der Natur alles möglich ist, dann hätten sie keine Angst mehr (um die Zukunft).
Am Ufer der Toten Meeres geschah ein Wunder, leider ziemlich abseits der Weltöffentlichkeit und das erst vor ca. vier Jahren:
“Greening the desert” ( http://youtube.com/watch?v=VCCmv_9-0mE )

Und ich werde mich jetzt um meinen platten Fahrradreifen kümmern.

Kommentar von Rheinbogen am 17. März um 21:30 Uhr

Zitat abha:

Die Vernichtung der bösen titibetischen Kultur ist gerechtfertigt, weil der D.L.ja ein CIA mann ist. Klasse. Keiner gibt sich auch nur die Mühe mal etwas genauer zu forschen.

Das ist ein Schmarren! Die Vernichtung der tibetischen Kultur ist durch nichts gerechtfertigt, und das hat auch kein Mensch weit und breit behauptet. Ich wage jedoch zu bezweifeln, dass es um die tibetische Kultur in erster Linie überhaupt geht.

Und sich mal mit ein paar Tibetern zu unterhalten die Folter, Zwangsabtreibung und Flucht überlebt haben.

Dieser Teil ist ja der bekannte. Es geht aber um den unbekannten. Zu dem gehören auch die vielen Tibeter, denen es unter chinesischer Herrschaft deutlich besser geht als es ihnen in einem eigenen Staat gehen würde. Aber diese Tibeter fragt keiner. Die würden dann nämlich womöglich sagen, dass die Chinesen Straßen und Eisenbahnverbindungen gebaut haben, über die sie Nahrungsmittel transportieren können, und dass ihre Kinder jetzt in die Schule gehen können. Das würde sich einfach nicht mit unserem Weltbild vertragen, in dem die Chinesen nur foltern, morden und vertreiben.

Wünsche weiterhin viel Freude beim Vermehren der Selbsgefälligkeit .

Pfffff……

Zitat HEJ:

Die westliche Berichterstattung ist mal wieder ein Paradebeispiel für selektive Wahrnehmung.

Genau darum geht es!

Kommentar von Henry Edward J. am 17. März um 22:05 Uhr

“Und sich mal mit ein paar Tibetern zu unterhalten die Folter, Zwangsabtreibung und Flucht überlebt haben.”

Das gilt übrigens für jeden Chinesen, nicht nur Tibeter sind Opfer von Zwangsabtreibung und Folter seitens der Regierung in Peking.

Kommentar von Archivar am 17. März um 22:31 Uhr

“Da fällt einem doch ein, dass in Deutschland diesem Urteil zufolge zwar nicht die Internetbetreiber, doch aber die Domaineigentümer “verpflichtet sind, die auf ihren Servern vertriebenen Inhalte zu beobachten und gegebenenfalls Selbstzensur zu üben”.

Abgesehen davon: Traurig, was in Tibet geschieht.

Henry Edward J.”

Ja, natürlich. Uns wenn es zu kritisch wird und nicht unter den 130iger § läuft, dann wird einfach die URL geblockt. So schon tausendfach geschehen. Also nicht anders als in China.

Zum eigentlichen Thema:
Der Widerstand in Tibet gegen die chinesische Besatzung kommt ja nicht von ungefähr und auch nicht zufällig zu diesem Zeitpunkt. China, der größte Widersacher der wohl größten und brutalsten Diktatur unserer Zeit konnte bisher weder politische noch wirtschaftlich beigekommen werden. Da greift nur noch eine bewehrte Strategie, die Destabilisierung aus dem Innern.
Weltpolitik ist keines Falls ein Buch mit sieben Siegeln, man muß nur die Grundsaätze beherrschen.

Kommentar von Henry Edward J. am 17. März um 22:37 Uhr

Noch so eine Überschrift:

“China will keine Zeugen mehr in Tibet”

Wenn Israel mal wieder “aus Versehen” einen Kameramann oder britischen Dokufilmer erschießt seh ich nirgends solche Überschriften.

Kommentar von Abha am 18. März um 13:04 Uhr

Echt Henry? und deswegen sollen nun gefälligst auch keine derartigen meldungen über china gebracht werden,ne?

hier,zum Abschied an euch alle:

http://eigenartiges.blogspot.c.....e-des.html

Kommentar von Henry Edward J. am 18. März um 13:29 Uhr

@Abha:

“und deswegen sollen nun gefälligst auch keine derartigen meldungen über china gebracht werden,ne?!”

Im Gegenteil! Es sollen nur bitte über alle Länder solche Meldungen kommen, auch über die so genannten “guten Freunde und Partner”, nicht nur über die billigen Ziele solcher Anschuldigungen.

(Alles natürlich immer unter dem Vorbehalt, dass die Meldungen auch stimmen)

Kommentar von ali am 18. März um 13:39 Uhr

@abha
Mehrer Personen haben hier die Ausgewogenheit der Berichterstattung über Tibet in Frage gestellt und diese Skepsis mit Argumenten belegt. Ich finde kein Argument in den Kommentaren welche Chinas Politik in Tibet unterstützt oder befürwortet.

Pauschal zu unterstellen die kommentierenden würden Folter und die ‘Vernichtung der tibetischen Kultur’ gutheissen ist ein rethorischer Totschläger und hat nichts zum Thema.

Dein Argument zeigt hingegen das Problem auf welches ich (und ich vermute auch andere Poster) hinweisen wollten: Eine Schwarzweiss-Wahrnhehmung teilt die Welt in Gut und Böse ein. Wenn man also den Dalai Lama in Frage stellt, muss man auf der Seite der Bösen sein. Das mich weder der Dalai Lama noch die chinesische Regierung beeindrucken, hat da keinen Platz.

Kommentar von Spocht am 19. März um 12:24 Uhr

Ganz dumme Frage:

Könnte es sein, daß “befreundete” Dienste genau die Tibet-Sache gerade dazu nutzen, um von eigenen Schandtaten anderswo in der Welt abzulenken? Ich als Geheimdienst-Koordinator würde sicher ein paar Ladengeschäfte dort abfackeln, damit der Staatsterror dort in Reaktion darauf am dampfen ist, um von meiner Region (Pakistan, Afghanistan) ein wenig medial abzulenken. Dabei laut “Haltet den Dieb, da läuft er” rufend, und nach Tibet/Peking durch meine Journaille zeigend.

Wieso hört man nichts mehr von der Unacol-Haliburton-Pipeline vom Kaspischen Meer durch Afghanistans SÜDEN!!!!, da war doch was?, nach Pakistan, ans eisfreien Indischen Ozean, zur Versorgung von guten Freunden? …

Der Spocht.

Kommentar von cBOB am 19. März um 13:04 Uhr

noch ein Link zum Thema. Wo ja auch schon der Name Heinreich Harrer fiel. DL unser Ziehsöhnchen guter alter deutscher Tugenden! Frohe Ostern

Kommentar von lordxeen am 24. März um 21:48 Uhr

Traurig mit anzusehen, wie die Welt vor der Wirtschaftsmacht China anfängt zu zittern. Während im Kosovo entschlossene “Härte” im Sinne der Menschenrechte gezeigt wird verstummen die Jünger der Gerechtigkeit wenn es um China geht. Die Gleichschaltung hat begonnen. Und das nur, damit der Westen weiterhin seine Geschäfte mit dem sog. Reich der Mitte machen kann und versuchtes Spielzeug und andere Abfälle billig importieren kann, damit hierzulande noch mehr Arbeitsplätze vernichtet werden. Werte wie Presse- und Gedanken- und Meinungsfreiheit, Gerechtigkeit, Verantwortung und Demokratie zählen nicht mehr, bzw. sind nicht mehr wichtig. Lieber die Linkspartei wählen und hier auch ne Stasi aufbauen - die China-isierung kann beginnen. Brot und Spiele für das Volk: Hauptsache alle haben ein billiges schickes Handy, was zu fressen und paar Videospiele und Amüsiermeilen. Der Wohlstand wächst doch!
Also: Was wollen diese Separatisten denn auch noch?!?

Die Dumm- und Trägheit der Massen unterstützen diese neue Form der Diktatur. Keine riskiert mehr was für echte Werte - die materiellen Bedürfnisse dominieren. Arme Welt.
Hiermit fordere ich ganz klar zum Boycott der Spiele auf!!!!!!!!!!!!!!

Kommentar von bd am 26. März um 16:57 Uhr

Ich will nicht behaupten ein Kenner Chinas zu sein, aber ich denke man sollte mal versuchen die Sache aus der Sicht Chinas zu betrachten. Aus deren Sicht ist Tibet kein eigenständiges Land gewesen, also mögen sie dort einmarschiert sein, aber unter Besatzung verstehe ich normalerweise was anderes. Tibet ist mehr oder weniger schon seit dem 7Jh. eng mit China verbunden. Seien es Stäme die dorthin ausgewandert sind, eine chinesische Verwaltung durch China oder die Eingliederung in das mongolische Reich zusammen mit China. Dalai Lama ist übrigens ein Titel, der von den Mongolen verliehen wurde. Vom 13-18.Jh kann man eine zunehmende Unabhängigkeit Tibets feststellen was die Verwaltung angeht. Allerdings war Tibet bis dahin ohne offiziellen Grenzen. Zu einer Art Unabhängigkeitserklärung scheint auch nie gekommen zu sein. Wozu auch? Man hat damals die Tibeter mehr oder weniger machen lassen was sie wollen und der Dalai Lama setzte immer eher auf Zusammenarbeit als auf Konfrontation. Denn eine Unabhängigkeitserklärung hätte sicher schon damals jegliche Unabhängigkeitsbestrebungen vernichtet. Man muss sich zum Beispiel vor Augen führen, das 1940 als der derzeitige Dalai Lama den “Thron” bestieg, dies von der Zentralregierung in China genehmigt werden musste. 1951 wird es dann wirr… Es gab wohl ein 17 Punkte Program unter dem Namen “Abkommen der Zentralen Volksregierung und der tibetischen Lokalregierung über Maßnahmen zur friedlichen Befreiung Tibets” (ist natürlich eine Übersetzung), das unter anderem die Eingliederung der tibetanischen Streitkräfe in die Volksbefreiungsarmee vorsah, dazu gehört aber auch, dass das politische System in Tibet autonom bleibt und in zusammenarbeit mit dem Dalai Lama verändert wird. Dies alles zum Schutzes des chinesischen Mutterlandes vor den Imperialen Einflussen. Ich denke einer der wichtigsten Punkte hier ist der Einmarsch der Armee in Tibet, denn das war auch eines dieser 17 Punkte und der Dalai Lama stimmte dem zu. Man muss auch bedenken, dass nach dem zweiten Weltkrieg es in China zu einem Bürgerkrieg kam und in dieser Zeit hat Tibet versucht sich davor zu schützen indem sie die Armee aufgebaut haben und alle chinesischen Beamten des Landes verweisen haben. Der Dalai Lama suchte nach Unterstützung im Ausland, unter anderem die USa, Großbritanien und Indien. Aber diese Staaten haben sich nicht für Tibet interessiert und Tibet war politisch isoliert. dieses 17 Punkteprogramm war also der Weg Tibets aus der Isolation.

1959 kam es dann zu einer bewaffneten Rebellion von Teilen der Oberschicht und anderen Gruppen in Tibet gegen das Einwirken Chinas. Zu diesem Zeitpunkt befand sich die Armee bereits schon seit Jahren in Tibet und erhielt den Befehl den Aufstand nieder zu schlagen. Allerdings waren daran nicht einfach nur einige “fehlgeleitete” beteiligt, sondern die Oberschicht. Das heisst im Falle Tibets, das Teile der Lokalregierung bewaffnet gegen China vorgegangen sind. Der Aufstand sollte das Feudalsystem schützen. Aus Sicht der Kommunisten ist das natürlich fast noch schlimmer als der Aufstand selbst. Man muss sich mal vorstellen wie ein Feudalsystem mit König, Leibeigenen und sogar Sklaven auf die Kommunisten gewirkt haben muss. Jedenfalls wurde die Lokalregierung dann am 28. März aufgelöst, alle Sklaven befreit und aus Sicht der kommunistischen Regierung für Ordnung gesorgt.

Ich will das jetzt nicht verteidigen und sicher gab es im Vorfeld auch Konflikte zwischen der Bevölkerung und der Armee und auch danach hat man sich nicht gerade freundlich verhalten. Aber der Glaube des Westens das Tibet unabhängig war und es auch geblieben wäre, das Tibet ohne China hätte überleben können, ist aus chinesischer Sicht seltsam bis abwegig.

Und was ist die heutige Situation dort? Die Tibetaner (übrigens kanpp 2.5 Millionen, inklusive Han versteht sich) selbst werden benachteiligt wenn es darum geht einen Job zu finden. Die Jugend ist also von einer gewissen Perspektivlosigkeit betroffen, denn die mit dem Geld, das sind meist Han Chinesen. So gesehen ist der Wille den Dalai Lama zurück haben zu wollen nur all zu verständlich… das sie in dem früheren System vielleicht nicht Teil des Hofes gewesen wären und vielleicht ein noch schlechteres Leben gehabt hätten als jetzt ist natürlich nicht nur reine Spekulation, sondern einem jungen Erwachsenen, der nur an das Jetzt denkt, auch schwer zu vermitteln.

Man muss auch bedenken das Chinesen… ich will nicht sagen fremdenfeindlich sind, aber wenn man gewohnt ist mit Leuten zu arbeiten, die denken wie er selbst, die aussehen wie sie selbst und auch mehr oder weniger die selben Ziele haben, dass es für solch einen aus der Uniformität geborenen Menschen schwer ist mit einem angehörigen z.B. eines Turkvolks umzugehen. Ja, vielleicht sollte man die Türken als vergleich heranziehen… Wenn ein Deutscher einen Job zu vergeben hat, wird er ihn eher an einen Deutschen oder an einen Türken geben? Ich denke es wird eher ein Deutscher sein. Nicht weil er Türlen nicht mag, sondern weil es sein Risiko als Unternehmer ist und er glaubt mit dem Deutschem besser zurecht zu kommen. Das wird man so fast in jedem Land finden, dass sich nicht als Einwanderungsland versteht. Bevor jetzt aber jemand mit Rassismus und Fremdenfeindlichkeit kommt, sowas findet man schon zwischen Nord- und Südchinesen, auch wenn man nur die Han nimmt.

Bedenken sollte man auch, dass die Chinesen sehr stolz auf ihr vereinigtes China und die lange Geschichte sind. Kommt nun also eine Bevölkerungsgruppe und will sich von China trennen, ist es so ähnlich wie der Verrat an dem kulturellen Erbe Chinas. In anderen Worten: Das mögen die garnicht. Und das würde vielleicht auch einen Gesichtsverlust bedeuten. Und lieber lässt man sich für seinen harte Politik gegen Aufständige kritisieren als das man sein Gesicht verliert. Denn mit dieser harten Politik tun sie das ihrer Meinung nach nicht.

Bedenken muss man auch, dass obwohl 92% der Chinesen Han sind, es über 50 nationale Minderheiten gibt… jedenfalls offiziell anerkannte. 8% klingt nach nicht sehr viel, aber bei 1.3Mrd Menschen, sind das leicht 100 Milionen, also mehr als Deutschland Einwohner hat. Man will diese natürlich nicht motivieren sich mit einem Teil Chinas davon zu machen.

Ich glaube also nicht das es hier um Religion allein geht. Es geht darum ein Land stabil zu halten, das einem statigen Wandel unterliegt.

China muss sich auch erst daran gewöhnen nicht alles kontrollieren zu wollen. Allerdings ist das für China schwer, denn auf diese Art wird schon seit Jahrhunderten regiert dort. Aber man stelle sich vor was die es für einen Kontrollfanatiker bedeutet ein Land zu sein, dass die olympischen Spiele ausrichtet, aber im inneren Elemente hat, die diese Spiele dazu nutzen könnten Ärger zu machen. Da will man schon möglichst vorher versuchen die potentiellen Unruhestifter festzustellen. Und genau deswegen hat China einen Teil des Berges sperren lassen. Eine bewusste und kalkulierte Provokation um später keine Überraschungen zu erleben. Das ganze ist also sowas wie eine Polizeiaktion.

Und natürlich will man keine Presse dabei haben, die Stellen das aus Sicht der Chinesen falsch dar, teilweise vielleicht sogar bewusst. Wäre ja nicht das erste Mal das manipulierte Fotos für Schlagzeilen sorgen sollen.

Die Chinesen erwarten von der Regierung Olympische Spiele die größer und besser sind als alles zuvor. Es soll den stolz der Chinesen zeigen und ihren glauben an ihr Land. Es soll ihre Wirtschaftskraft zeigen und nicht zuletzt ein riesen Spaß werden. Das sind hohe Erwartungen an die Regierung, viele Möglichkeiten fatale Fehler zu begehen.

Noch eins… dank der vergangenen Dalai-Lama-Aktion ist Deutschland nun offiziell für die 1-China-Politik ist bedeutet ein Unterstützen eines Boykotts das man entweder ein absolut unzuverlässiger Außenpolitischer Partner ist (was schlimm wäre), oder das man in die Autonomie eines anderen Staates eingreifen will… das wäre Völkerrechtlich bedenklich und somit noch schlimmer.

Ich möchte ja nichts herbeidichten, aber… ich meine das China vielleicht sowas machen wird war bekannt und dass die Reaktionen auf den Besusch des Dalia Lama in Deutschland derartig ausfallen würden war sicher auch klar… Ich frage mich ob man das absichtlich gemacht hat um China besser zu unterstützen, oder ob man sich einfach nur außenpolitisch dumm verhalten hat.

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