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Todenhöfers 10 Thesen

Auf der Website zu Jürgen Todenhöfers neuem Buch “Waum tötest du, Zaid?” sind 10 Thesen des Autors aufgelistet. Besonders bemerkenswert sind Folgende:


“3. Islamisch getarnte Terroristen sind Mörder. Für christlich getarnte Anführer völkerrechtswidriger Angriffskriege kann nichts anderes gelten.

7. Der Westen muss die islamische Welt genauso fair behandeln, wie er Israel behandelt. Muslime sind so viel wert wie Juden und Christen.

10. Das Gebot der Stunde heißt Staatskunst, nicht Kriegskunst – im Irankonflikt, im Irakkonflikt und im Palästinakonflikt.”



In der Erläuterung zu den Thesen steht unter Anderem:


“Warum darf man über Muslime und ihre Religion faschistoide Dinge sagen, die in Bezug auf Christen und Juden zu Recht geächtet sind? Wir müssen diese Dämonisierung des Islam und der Muslime beenden.

(…) Die langfristig sicherste Garantie für das Überleben Israels und seiner fünf Millionen Juden ist nicht die Feindschaft, sondern die Freundschaft seiner 300 Millionen näheren und ferneren arabischen Nachbarn. Hierzu muss der Westen, aber auch Israel einen fairen Beitrag leisten.

(…) Israel muss, wie der gesamte Westen, mindestens so viel in Gerechtigkeit investieren wie in Waffen. Die Behandlung der Palästinenser entspricht nicht der sittlichen Größe und Einzigartigkeit des jüdischen Volkes. Gerade als Bewunderer der jüdischen Kultur kommt man an dieser Feststellung nicht vorbei.

(…) Es ist schon ein bizarres Schauspiel, das manche westliche Politiker aufführen, wenn sie von Jahr zu Jahr entschlossener und mutiger gegen das Unrecht von gestern „kämpfen“, während sie zum Unrecht von heute schweigen. Man kann auch durch Schweigen schuldig werden.”



Was ist so bemerkenswert an diesen drei Thesen und den Erläuterungen?

Der Mut und die Deutlichkeit. Die Dinge werden hier beim Namen genannt. Bush und seine Komplizen werden zu Recht “christlich getarnte Anführer völkerrechtswidriger Angriffskriege” und “Mörder” genannt. Und: Israel wird nicht ausgespart, wie sonst bei so vielen angeblich kritischen Beiträgen zum Thema Antiterrorkrieg.

In dieser Klarheit wird Beides normalerweise nicht an so prominenter Stelle angeprangert. Ein Politblog-Leser aus München hat berichtet, dass die 10 Thesen großflächig auf Werbeplakaten hängen. Das passiert bei so ernsten politischen Themen nicht alle Tage.

Dank gebührt daher Jürgen Todenhöfer und dem Bertelsmann-Verlag/Random House, dass sie diese klare politische Aussagen treffen und prominent bewerben.

Nun warten wir auf die Meldung, dass ein wichtiger Politiker Todenhöfer als außenpolitischen Berater verpflichtet…

Henry Edward J.
Dieser Eintrag wurde am Freitag, den 14. März 2008 von Henry Edward J. geschrieben und in die Kategorie Krieg, Militär, Terrorismus eingeordnet. Du kannst alle Kommentare zu diesem Artikel mit dem RSS 2.0 Feed beobachten. Du kannst eine Antwort hinterlassen, oder durch einen Trackback auf diesen Artikel verlinken.
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Kommentar von cb am 14. März um 12:02 Uhr

Alles in allem ja richtig und Unterstützenswert. Nur ein Punkt ist mir bisher noch nicht so aufgefallen:

“Warum darf man über Muslime und ihre Religion faschistoide Dinge sagen, die in Bezug auf Christen und Juden zu Recht geächtet sind?”

Also diesbezüglich habe ich eher ein anderes Gefühl, über Christen kann man sagen was man will, aber wehe man sagt etwas über Muslime. Gut, bei Juden auch, dann kommt man gleich wieder mit der Keule Vergangenheit. Aber bei Muslimen nicht weniger.

Nur eine kleine Korrektur wie ich es mir aus meinen Beobachtungen erschließe.

Kommentar von Stephmeister am 14. März um 14:22 Uhr

Also diesbezüglich habe ich eher ein anderes Gefühl, über Christen kann man sagen was man will, aber wehe man sagt etwas über Muslime. Gut, bei Juden auch, dann kommt man gleich wieder mit der Keule Vergangenheit. Aber bei Muslimen nicht weniger.

Das man über Christen sagen kann was man will und über Moslems nicht hängt wohl hauptsächlich von der Gläubigkeit beider Parteien ab.
Man schaue sich zum Vergleich einmal an wieviele Moslems TÄGLICH dem Aufruf zum Gebet folgen und dann wieviele Christen am Sonntag zur Messe in die Kirche gehen.
Hätte man vor, sagen wir mal, 50 Jahren einen ähnlichen blasphemischen Super-GAU wie die Mohammed-Karikaturen über den christlichen Glauben veröffentlicht, dann wäre hier sicher auch einiges los gewesen.
Natürlich auch alles eine Frage der medialen Verarbeitung eines solchen: Ich glaube kaum das von denen die z.B. wegen den Karikaturen auf die Straße gegangen sind auch nur 5% tatsächlich sachlich darüber informiert waren. Mediale Aufarbeitung a la BLÖD-Zeitung… Siehe die westliche Auslegung des berühmten Zitats von Ahmadinedschad bzgl. Israel.

Greetz
Stephmeister

Kommentar von jacomo am 14. März um 16:18 Uhr

Es geht nicht darum, wer was gegen wen sagen darf.
Es geht um die Aechtung des Gesagten.

Und die ist wohl erheblich markanter bei Aussagen gegen Christen und vor allem Juden, denn gegen Muslime.

Solange man die Meinung der Muslime diesbezueglich auch noch verurteilt.

Kommentar von engola am 15. März um 01:20 Uhr

Übrigens habe ich mir gerade den Live-Stream angeschaut:
Veterans against War - heute in Washington.

Irak-Soldaten (ex) berichten über ihre Erlebnisse in Irak. - Das ist sehr krass, die führen den Krieg vor Augen:

ivaw.org/ws_live.html

Das ganze geht noch bis Sonntag.
Vorhin habe ich mal ein paar Minuten Audio und Screenshots gespeichert. Winter-Soldier 2008

Kommentar von drops am 16. März um 00:04 Uhr

Mit einem Dank an eine Herrn Todenhöfer bin ich ja einverstanden, aber mit BERTELSMANN? Diesem Wolf im Schafspelz?

Diese neoliberale Denkfabrik ist verantwortlich für unser entsolidariserte Zusammenleben, unzählige Lobby- und Scheinorganisation allen voran die INSM…

Oh, ich glaube ihr sollte hier einmal den Spaten ansetzen…

“Deutschland gehört Liz Mohn und Friede Springer.”

Kommentar von Henry Edward J. am 16. März um 00:17 Uhr

@drops:

Hm ohne mich jetzt genauer mit Bertelsmann auseinandergesetzt zu haben stimmt natürlich, dass meine Aussage präzisiert werden sollte:

Irgendein Verantwortlicher bei Bertelsmann hat jedenfalls grünes Licht für die Werbung gegeben. Irgendeiner hätte die Publizierung theoretisch stoppen können, und hat es nicht getan.

Diesem Einen gebührt für diesen Fall Dank.

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