"Man kann die Menschen nicht zum Guten bombardieren"
Nicholson Baker, Autor des eben erschienenen Buches “Human Smoke“, in der Süddeutschen Zeitung über Gründe für den Zweiten Weltkrieg und den Sinn brutaler Interventionen:
Henry Edward J.
“SZ: Wenn Sie sich eine Vorstellung davon verschaffen wollten, was ein Krieg tatsächlich ist - warum wählten Sie den Zweiten Weltkrieg?
Baker: In jeder Diskussion darüber, warum die USA in einen Krieg eintreten sollten oder nicht, das heißt: In allen gefährlichen politischen Situationen seit 1945, wird der Zweite Weltkrieg als Beispiel vor allen anderen angerufen (…) Dieser Krieg war der gute Krieg, der alle anderen Kriege rechtfertigte, bis hin zum gegenwärtigen Krieg im Irak.
(…)
Churchill hat den Krieg nicht begonnen. Aber er hat ihn radikalisiert, viele haben ihn radikalisiert. (…) Von Anfang an hatte Churchill auf einen langen Krieg gesetzt. Er verhängte die Blockade über Kontinentaleuropa, und es hungerte nicht nur die Wehrmacht, sondern es hungerte auch die Zivilbevölkerung in vielen Ländern. Er war derjenige, der mit der systematischen Bombardierung der Städte begann und diese systematisch weitertrieb, in der irrigen Hoffnung, auf diese Weise die Moral der deutschen Zivilbevölkerung zu brechen. Als er im Juni 1940 Premierminister wurde, tat er sofort zwei Dinge: Er ließ die Deutschen in Großbritannien internieren, und unter ihnen waren viele Juden - er selbst machte aus seinem Antisemitismus und aus seiner Gleichgültigkeit gegenüber dem Schicksal der Juden ja keinen Hehl. Und er befahl die Bombardierung des Ruhrgebiets. Und ganz bestimmt war es so, dass dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor eine lange Reihe von amerikanischen Provokationen gegen Japan vorausgegangen waren, nicht zuletzt auf dem Umweg über China. Ich will nicht die Verantwortung für diesen Krieg nivellieren. Ich sage nur, dass eine Katastrophe von solchen Ausmaßen mehr als ein Kraftzentrum hat.
Wenn es überhaupt einen Schluss gibt, den man aus der Geschichte ziehen kann, von 1940 bis heute, so lautet er: Man kann die Menschen nicht zum Guten bombardieren. Es ist unmöglich, jemanden dadurch zu zivilisieren, dass man ihn mit einem Sprengsatz zerreißt. Wenn man Bomben vom Himmel wirft, entsteht nicht Unterwerfung, sondern Hass. Man weigerte sich aber, diese Lektion zu lernen, obwohl sie nicht besonders schwierig ist, und auch nach dem 11. September 2001 übernahmen wieder einmal die Generäle das Regime. Aber es ist nicht ausgemacht, dass eine Fortsetzung der amerikanischen Besatzung im Irak weniger Todesopfer fordern wird, als ein Bürgerkrieg zur Folge hätte.”
Henry Edward J.
Kommentar von Rheinbogen am 14. März um 11:27 Uhr
Ich fürchte, dass dies eines der Tabuthemen ist, über die man eigentlich gar nicht diskutieren darf. Dabei ist es schon lange an der Zeit, sich mit dem 2. Weltkrieg aus anderen Perspektiven zu beschäftigen als der einzigen, die in den Geschichtsbüchern eine Rolle spielt. Briten und Amerikaner haben diesen Krieg nicht (nur) zur (Selbst-)Verteidigung geführt, sondern auch aufgrund eigener strategischer Interessen. Dabei ist unter anderem von Interesse, wie Hitler vor dem Krieg Unterstützung aus den USA erfuhr (und als pikantes Detail bereits damals die Familie Bush eine Rolle spielte). Vor allem finde ich aber aus deutscher Sicht wichtig, dass man in Zukunft hoffentlich US-amerikanische Kriege kritisieren kann, ohne sofort zu hören zu kriegen, dass die Amerikaner seinerzeit völlig uneigennützig die Welt gerettet und Deutschland von der Diktatur befreit hätten (was ohnehin schon deshalb falsch ist, weil immer der Anteil der Sowjetunion vernachlässigt wird, obwohl deren Beitrag ein weitaus größerer war). Die Amerikaner führen Kriege nicht, weil ja sonst niemand die Drecksarbeit macht, sondern weil sie sich einen Vorteil davon versprechen. Und weil die Bevölkerung das womöglich anders sehen würde, muss man die Kriegsvorwände eben…. na sagen wir mal… herbeiführen.
Kommentar von Eckart Mietz am 14. März um 12:33 Uhr
Wer etwas Zeit hat und eklektisch denken kann, sollte sich diese Video „nur mal so“ ansehen.
http://infowars.wordpress.com/.....ronisiert/
Es dauert allerdings fast 3h. Aber das Wochenende steht bevor.
Kommentar von saarmichel am 15. März um 01:20 Uhr
Rheinbogen, da kann ich dir nur zustimmen.
Niemals tat der Amerikaner etwas aus Nächstenliebe oder aus humanistischen Gründen.
Die Amerikaner hatten die niedrigsten Verluste im WK2,traten sehr spät in den Krieg ein, das “Schwein” war schon fast geschlachtet. Sie waren die grössten Gewinnler.
Die Geschichte von amerikanischer Befreiung ist eigentlich nicht nachvollziehbar.
Es geht den Amerikanern immer nur um´s Geschäft, die Gier zur Religion erhoben.
Wie oft wurden schon Kriege durch Lügen und False Flag angezettelt.
Wieso sollte dies heute plötzlich anders sein?
Es sitzen immer noch die gleichen gierigen, korrupten Verbrecher an den Schalthebeln.
Kommentar von chris am 16. März um 02:46 Uhr
und wer immer noch Zeit hat könnte sich auch dieses Video:Freedom to Fascism
dazu ansehen
frohe Ostern