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Mugabe will Wirtschaft ethnisch nationalisieren

Interessante Meldung in USA Today:


“Der Präsident von Zimbabwe, Robert Mugabe, hat während des aktuellen Wahlkampfs ein neues Gesetz unterzeichnet. Dieses schreibt vor, (…) dass ‘eingeborene Zimbabweaner’ in jeder Firma und bei jeder Übernahme mindestens 51% der Besitzanteile kontrollieren müssen.”



Was denkt ihr? Enteignung von “Ausländern”, oder legitimer Schutz der Volkswirtschaft?
Dieser Eintrag wurde am Montag, den 10. März 2008 von Henry Edward J. geschrieben und in die Kategorie Wirtschaft eingeordnet. Du kannst alle Kommentare zu diesem Artikel mit dem RSS 2.0 Feed beobachten. Du kannst eine Antwort hinterlassen, oder durch einen Trackback auf diesen Artikel verlinken.
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Kommentar von stumax am 10. März um 14:26 Uhr

Hoi,
Enteignung von “Ausländern” würde ich dazu nicht sagen. Ich halte das eher für einen cleveren Schachzug gegen den “Ausverkauf” der heimischen Wirtschaft und förderung von Arbeitsplätzen.
Wäre doch auch was für Deutschland, glaub ich.
Somit hätten die “Heuschrecken-Hegefonds” lange nicht die Macht die sie jetzt haben.

Kommentar von Memphis_Blues am 10. März um 16:04 Uhr

Putin macht das doch auch!
Da sind es sinnvolle Mittel, den Reichtum von Russland sicher zu stellen.
In der dritten Welt ist es ein prinzipielles Fehlverhalten.

Kommentar von Franz am 10. März um 16:19 Uhr

Kapitalismus ist immer schlecht. Letztendlich mag es aber sehr viel vernünftiger sein, den Ausbeutern und Unternehmern aus dem eigenen Volk einen großen Vorteil gegenüber den weltweit operierenden Konzernen einzuräumen.

Das verhindert einen Totalausverkauf der Wirtschaft in die Hände der Global Player und Heuschrecken. Andererseits kommt so auch weniger Investitionsgeld rein, das ausländische Unternehmer mitbringen würden.

Kommentar von Logiker am 10. März um 16:43 Uhr

In erster Linie könnte man das als eine art Wiedergutmachung für die Ausbeutung sehen. Alleridngs bleibt da die Frage vom tatsächlichen Nutzen. In Südafrika sah man ja wie zurückgegebenes Agrarland der weisen Siedler, unter den Schwarzen innerhalb kürzester Zeit verwahrloste.
Was nützt den Zimbabwanern es, wenn sie eine Wirtschaft in die Hand bekommen, die sie nicht beherrschen.

Das die bereits seit 2000 zurückgegebenen Farmen auch in Zimbabwe nicht laufen steht ja im Artikel.

Unter dem Gesichtspunkt ist die Frage ob es sich dabei überhaupt um einen Schutz der Volkswirtschaft handelt!

Kommentar von OhDaeSu am 10. März um 17:49 Uhr

etnische Unterschiede sind absolut absurd.
Braucht dann jeder Arbeitgeber einen Rassepass oder was?
meiner meinung nach nicht geeignet um wirtschaftlich etwas zu erreichen.

Kommentar von Reinhard am 10. März um 19:45 Uhr

Der alte Disput (Friedrich Liszt - Adam Smith) besteht also weiter fort, wobei F.L. kein unbedingter Gegner des Feihandels war, sondern diesen nur für sinnvoll hielt, wenn sich die Handelspartner auf dem selben Wettbewerbsniveau befinden. Solange dies nicht der Fall sei, sollte eine Volkswirtschaft tunlichst geschützt werden, da sie sonst entweder verarmt oder aber geschluckt wird. Eine Maßnahme wie die obige reicht also nicht einmal aus, um die Volkswirtschaft zu schützen. Auch die Ein- und Ausfuhr muss durch Zölle oder Steuererleichterungen kontrolliert werden.

Andererseits ist ein gesunder Handel ohnehin nicht so frei, wie es die dominanten Wirtschaftskräfte so gerne propagieren. Handel ist vom Ursprung her ein Ausgleich zwischen Mangel und Überfluss - und nur innerhalb dieser Grenzen gesund, wobei man verkauft, was man übrig hat - oder zumindest entbehren kann, und einkauft, woran es einem mangelt. Rohstoffexporteuren mangelt es meist an Technologie, die sie aber kaum erstehen können, weil zwischen den Rohstoffen und der Technik ein Mehrwert entsteht, welcher mit den Rohstoffen niemals bezahlt werden kann. Als Beispiel kann hier Schokolade dienen, die in Kakao produziernden Ländern teurer ist als z.B. in Deutschland. Es wäre also immer sinnvoll, Rohstoffe im eigenen land zu veredeln und so den Mehrwert (und den damit einhergehenden Wohlstand) im eigenen Land - und nicht im Ausland - entstehen zu lassen. Dazu braucht man aber die entsprechende Technologie - und die wird von den dominierenden Wirtschaftsmächten kontrolliert und nur “sorgfältig” dosiert weitergegeben. Das Patentrecht ist erst in zweiter Linie ein Schutz gegen Wettbewerber. In erster Linie ist es ein Mittel, den Mehrwert groß genug zu halten, um die Rohstofflieferanten in Abhängigkeit und Nachteil zu halten. In der derzeitigen Globalisierung kann man Arbeitskraft ohne weiteres in die Kategorie “Rohstoffe” einreihen, wobei die “Entwickelten” nicht mehr Staaten sondern Korporationen sind… Eine alles in allem saugefährliche Entwicklung für Otto Normalverbraucher weltweit!

Kommentar von Franz am 11. März um 21:06 Uhr

etnische Unterschiede sind absolut absurd.

Nö, sind sie nicht. Aber evtl. sollte der geneigte Leser dieser Zeilen erstmal den Begriff Ethnie in einem Lexikon nachschlagen. Komischerweise mußte ich in zahlreichen politischen Diskussionen, die ich bisher mit Leuten von ganz links bis hin zu ganz rechts führte, immer wieder feststellen, daß der Begriff oft in einem streng biologischen Sinne aufgefasst wurde.

Völker sind bekanntlich unterschiedlich. Somit weisen sie auch unterschiedliche Lebensarten, Entwicklungsstände und Gebräuche auf. Unglücklicherweise eigneten sich die Entwicklungsstände und Gebräuche in einigen Völkern sehr viel besser zum Krieg führen und Beherrschen als in anderen. Die daraus folgende Entwicklung nahm ihren Höhepunkt, als eine kleine Handvoll europäischer Staaten fast die ganze Welt kolonialisierten und die militärisch sehr viel schwächeren Völker unterdrückten und ausbeuteten.

Heutzutage hat man da praktischerweise den Kapitalismus. Der braucht im Umgang mit wirtschaftlich Andersdenkenden zwar auch noch den einen oder anderen Krieg und militärisch besetzte Gebiete, schafft den Hauptteil der Unterdrückung anderer Menschen aber über die Marktwirtschaft. Nicht grundlos spricht man von Wirtschaftsimperialismus.

Jedenfalls verhindert dieses Gesetz die unkontrollierte Ausbreitung von den übermächtigen Global Playern aus dem Ausland zumindest in Maßen. Kapitalismus bleibt es trotzdem. Von Seiten des eigenen Landsmannes dürfte man zwar sehr viel weniger Skrupellosigkeit erwarten dürfen, als von multinationalen Konzernen, das kapitalistische Ausbeutungsprinzip bleibt dennoch bestehen.

Kommentar von Logiker am 13. März um 00:38 Uhr

“etnische Unterschiede sind absolut absurd.”

Also als erstes sind sie erstmal Realität!

Landläufig/Weltweit wird ja der Unterschied verteufelt und kaum einer mag die guten Seiten des Ethnopluralismus sehen.

Auch scheint kaum einer zu sehen, dass die Vermischung auf lange Sicht zu einer Einheitsethnie führt, was schlichtweg einfach langweilig ist!

Aber das ist eigentlich ein anderes Thema.

Kommentar von jacomo am 13. März um 01:06 Uhr

Warum und was waere daran langweilig?

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