Kosovos Unabhängigkeit - Ein Grund zum Feiern?
Kosovos Unabhängigkeit wird heute im Radio als etwas furchtbar tolles angepriesen, als sollte am Besten die ganze Welt die Sektkorken knallen lassen.
Aus diesem Grund will ich hier kurz auf eine etwas andere Sicht der Dinge verweisen. Ein Artikel auf Global Research trägt verschiedene Stimmen zusammen, die die Unabhängigkeit des Kosovo kritisch betrachten:
Kosovo Independence: “End of Europe”
Beispielhaft aus dem Artikel hier sie Meinung von John Laughland, Autor des Buches “Russia: The New Cold War?”:
Henry Edward J.
Aus diesem Grund will ich hier kurz auf eine etwas andere Sicht der Dinge verweisen. Ein Artikel auf Global Research trägt verschiedene Stimmen zusammen, die die Unabhängigkeit des Kosovo kritisch betrachten:
Kosovo Independence: “End of Europe”
Beispielhaft aus dem Artikel hier sie Meinung von John Laughland, Autor des Buches “Russia: The New Cold War?”:
“As you know, I support the Russian position on Kosovo because it has the merit of coherence, whereas the West’s position is inconsistent and self-contradictory. The West (EU + US) supports the independence of Kosovo but opposes the independence of Flanders, Northern Cyprus, of Republika Srpska in Bosnia, of Transnistria, Abkhazia, South Ossetia etc. The West also opposes the division of Kosovo, whereas only Serbs live North of Mitrovica. Independence for Kosovo will stimulate similar calls for independence in Western Macedonia and the Presevo valley. It may indirectly cause unrest in the Caucasus too.
Moreover, Kosovo will not actually be independent. The EU will take over from the UN its protectorate functions. Elaborate plans have been made for sending thousands of EU officials and police to “post-status” Kosovo, while the 16,000 NATO troops will remain. Kosovo would have had more real independence within Serbia than it has had under the UN or will have in Europe.
Lavrov is right to say that the independence of Kosovo will be the beginning of the end of today’s Europe because the current status of Kosovo is fixed by a UN Security Council Resolution (1244). If the EU and the US override that resolution, which says Kosovo is part of Serbia, they will have once again demonstrated their contempt for international law and shown themselves to be unreliable international partners.”
Henry Edward J.
Kommentar von Henry Edward J. am 17. Februar um 19:20 Uhr
Na klasse - selbst der Kosovo muss für eine dankbare Erwähnung der Clintons herhalten, die ja so sehr für Freiheit stehen. Kotz.
http://www.spiegel.de/politik/.....51,00.html
Kommentar von Rheinbogen am 17. Februar um 20:03 Uhr
Die Amerikaner errichten gerade einen weiteren inoffiziellen US-Staat - diesmal in Europa. Dieser Staat heißt Kosovo. Vermutlich wird’s ein US-Militärstützpunkt, Dankbarkeit muss sich ja irgendwie in mehr als nur Worten ausdrücken. Vielleicht kann ja sogar der Anti-Russland-Raketenschild dort errichtet werden…..
Kommentar von schmunk am 17. Februar um 21:19 Uhr
Ziemlich gute ARD Doku zum Thema Kosovo mit Rudolf Scharping in der Rolle von Colin Powell
nur vier Jahre früher.
Kommentar von hello am 17. Februar um 22:15 Uhr
All die Drogen die in Afghanistan angepflanzt werden müssen ja auch irgendwie nach Europa. Und das einzige mit dem sich zur Zeit im Kosovo Geld verdienen lässt ist der Drogenschmuggel.
http://www.tagi.ch/dyn/news/ausland/842566.html
Kommentar von Abha am 17. Februar um 22:30 Uhr
ei guck a mol do, hab i grad in der jungen welt gfunden
http://www.jungewelt.de/2008/02-18/001.php
jW dokumentiert Auszüge aus einem geheimen Protokoll von Gesprächen zwischen USA und EU: Die »Unabhängigkeits«inszenierung der serbischen Provinz wurde in Washington minutiös geplant:
http://hintergrund.de/index.ph.....;Itemid=63
Kommentar von Don Quijote am 18. Februar um 17:37 Uhr
Ich bin zwar einverstanden, dass die EU und die USA hier mit zweierlei Ellen messen, aber um Fairness walten zu lassen, müsste man schon erwähnen, dass Russland kohärent in seinen Positionen ist, wenn man sich nur auf offizielle Äusserungen bezieht. Die gerade im Zusammenhang mit Abchasien und in Südossetien spielt, ist de facto nicht viel besser (hier mein eigener Kommentar dazu). Einerseits werden diese beiden Gebiete in ihren Abspaltungstendenzen unterstützt, gleichzeitig verweigert man sich jeglicher Autonomie für die eigene Teilrepubliken. Die schönere Fassade macht die Politik nicht konsequenter.
Kommentar von JohnD am 18. Februar um 18:15 Uhr
Traurig zu sehen, wie sich der Traum vieler vor serbischem Minderheitsterror geflohener Albaner nun in Luft auflösen könnte. Im Rahmen sozialer Arbeit mit Asylbewerbern kenne ich die Position vieler Albaner Anfang der 90er. Das war vor dem umstrittenen Einsatz, damals wollte keiner hören.
Fast alle hingen Rugova an, die UCK lehnten die meisten ab. Alle waren für ein unabhängiges Kosovo oder den Zusammenschluss mit Albanien.
Kommentar von Rusty_James am 19. Februar um 13:24 Uhr
Mir drängt sich der Eindruck auf, die NATO sei an einem Krieg mit Russland interessiert. Es hängt von weiteren Provokationen ab, aber meiner Meinung nach ist es nur noch eine Frage der Zeit.
Kommentar von Abha am 19. Februar um 16:48 Uhr
@ Rusty James
deinen Eindruck teile ich..und mir schwant überhaupt nichts gutes! Ich habe den Eindruck ein komplett durchgedrehter Haufen von organisierten Schwervebrechern rüstet zum Armageddon!
und ich möchte bitte nochmals auf diesen Bericht vom August 07[ mit video] aus Kontraste hier aufmerksam machen, der wohl im Sommerloch unterging denn man konnte sogut wie nichts darüber lesen
Obwohl sich die Bundesrepublik für die weltweite atomare Abrüstung einsetzt, lagern Nuklearbomben in Deutschland. Die Waffen, die den USA gehören, sollten einst gegen russische Panzerarmeen zum Einsatz kommen. Zwar ist der Kalte Krieg längst vorbei, doch die CDU will weiterhin nicht auf die Atombomben verzichten. Bundeswehrpiloten trainieren regelmäßig ihren Abwurf. Inoffiziell – denn offiziell ist die Existenz der nuklearen Waffen Geheimsache und Chris Humbs und Kay Walter durften eigentlich nichts erfahren.
Wobei man anmerken muss, daß von Abrüstung ja schon lange nicht mehr dei Rede ist. Habt ihrs nicht mitgekriegt, is völlig out!
Die Strategie der Spannung….
Kommentar von Don Quijote am 19. Februar um 17:01 Uhr
@Rusty_James
Warum bitte soll die NATO an einem Krieg mit dem Land interessiert sein, dass das zweitgrösste Atomarsenal weltweit besitzt? Auf diese Verschwörungstheorie bin ich aber mal gespannt.
P.S.: Mein letzter Kommentar war schlecht formuliert, habe ich beim nochmaligen Durchlesen gemerkt. Ich wollte sagen, dass ich der Aussage im Zitat zustimme, dass hier mit zweierlei Ellen gemessen werde und nicht dass ich die Doppelmoral gutheisse. Gleichzeitig wollte ich Henry Edward widersprechen und aufzeigen, dass Russland ebenfalls mit zweierlei Mass misst. Ich hoffe das ist klarer. Sorry.
Kommentar von Abha am 19. Februar um 17:08 Uhr
PS:
Was mir noch auffällt: Ich habe nun schon zum 3. mal innerhalb weniger Wochen eine Wiederhohlung der Maischbergersendung mit Helmut Schmidt im Tv gesehen, in welcher dessen enge Freundschaft mit Henry Kissinger herausgehoben wird. O-Ton der Sendung: Das größte Problem der Welt ist die Überbevölkerung und der ständig wachsende Energiehunger…”Die Menschen leben in Shanghai übereinander…”
ja Herr Schmidt! Tatsächlich?
Da gibt es tatsächlich Menschen, die in die Großstädte und Metropolen der Welt hereindrängen, in der Hoffnung doch noch ein Stück des Kuchens abzubekommen. Während immer mehr Gebiete zu Ödland verkommen, vergiftet, ausgeplündert, verstrahlt oder wirtschaftl. ruiniert…
Ja ih alten wEISEN, da muss natürlich Abhilfe geschaffen werden und zwar ohne mitder Wimper zu zucken! Es muss mal ordentlich durchgerodet werden! Die Erde ist ja bekanntlich ein Club, da darf nicht jeder rein!
Lieber jagen wir den Planeten ganz in die Luft, spalten immer weiter und weiter bis das es Bumm macht!
[bevor da noch einer auf die Idee kommt und diese Idee viellicht sogar popolär werden könnte, das es auch die Möglichkeit gäbe in Frieden miteinander zu leben, ein gerechtes Wirtschaftssystem, das allen eine würdiges Leben ermöglich könnte, einzuführen und endlich, endlich die Energiewende zu vollziehen die uns dann endlich endlich aus diesem Höllenfeuer befreien könnte...]
Kommentar von treuni am 19. Februar um 19:19 Uhr
“Kosovos Unabhängigkeit - Ein Grund zum Heulen?”
…wäre auch eine treffliche Überschrift gewesen !
http://www.jungewelt.de/2008/02-19/001.php
Merkel, Steinmeier und das Pack im Bundestag wissen sicherlich, was sie da anerkennen wollen…
Wird wirklich langsam Zeit, sich von solchem Gesindel zu trennen, sie treiben Europa und die Welt, mit Vorsatz, in eine Katastrophe…
Kommentar von Rheinbogen am 19. Februar um 20:11 Uhr
@ Don Quijote:
Wieso “Verschwörungstheorie”? Rusty hatte geschrieben:
Den Eindruck muss man doch gewinnen. Und der geplante Raketenschild der Amerikaner in Osteuropa dient vermutlich nur einem Zweck (und welchem auch sonst?): Er soll nach einem atomaren Erstschlag, der die Russen deutlich schwächt, das abfangen, was sie dann noch abfeuern können. Er ist also Teil einer Kriegsstrategie und -vorbereitung gegen Russland.
Kommentar von treuni am 19. Februar um 20:54 Uhr
Auch Karl Weiss hat es sehr weise zusammengefasst, wie so oft…
http://karlweiss.twoday.net/stories/4715451/
Kommentar von Don Quijote am 20. Februar um 15:20 Uhr
@Rheinbogen
Ich denke es besteht ein Unterschied zwischen einem Szenario eines Krieges mit Russland (für welches die NATO zweifellos plant, aber das gilt für viele andere Länder und Regionen auch) und einem effektiven Interesse an einem Krieg. Ich sehe kein plausibles Motiv der NATO Staaten an einem Krieg gegen Russland. Selbst wenn ein solches existieren würde, kann ich mir nicht vorstellen, was die extrem hohen Risiken rechtfertigen würde.
Vergleicht man die Beziehungen Russlands mit den NATO Staaten mit denen der Sowjetunion mit dem Westen, müssen diese (trotz aller Kalt-Kriegs-Rethorik der letzten Monate) immer noch als recht gut eingeschätzt werden.
Ich stelle nicht in Abrede, dass sich Russland eingeengt und zu einem gewissen Masse bedroht fühlt. Die ganze Situation scheint in meinen Augen ein klassisches Sicherheitsdilemma zu sein: Massnahmen der einen Seite die als Defensiv gedacht sind, erhöhen das Gefühl der Verletzlichkeit auf der anderen Seite. So unter Druck wird versucht den Verlust an relativer Macht/Kraft zu kompensieren, was wiederum als offensives Aufrüsten wahrgenommen wird. So entstehen Rüstungsspiralen, aber nicht zwangsläufig Kriege.
Kommentar von Rheinbogen am 20. Februar um 19:27 Uhr
Ok, das kann ich unterschreiben. Das mit der NATO stammte ja nicht von mir, aber ich habe es mir zueigen gemacht. Richtig ist, dass gewisse Kräfte in den USA (und andernorts, aber vor allem dort) ein Interesse daran haben, Russland als “Global Player” auszuschalten, gemäß der PNAC-Doktrin, dass in Zukunft kein anderes Land in der Lage sein darf, die USA herauszufordern. Russland kann aber nur mit Massenvernichtungswaffen und einem vernichtenden Erstschlag besiegt werden. Die Vorbereitungen hierzu laufen jedenfalls, und natürlich wäre es den entsprechenden Leuten sehr recht, wenn Russland sich so verhielte, dass man in die Geschichtsbücher schreiben kann, es habe den Krieg begonnen. Deshalb die Provokationen. Übrigens wäre nach diesem ganzen Szenario logischerweise irgendwann China dran. Man erwägt ja die Waffe, die auf spezifische Genotypen zielt - vielleicht soll die nicht die Schwarzen oder Araber vernichten, wie manch einer dachte, sondern die Asiaten….
Kommentar von Rusty_James am 20. Februar um 19:27 Uhr
Dabbelju hat immerhin mit wwIII gedroht.
Und geh mal davon aus daß die Waffenfabriken und Kreditinstitute auf der russischen und auf der NATO Seite den gleichen Personen gehören.
Kommentar von Rusty_James am 20. Februar um 19:53 Uhr
Ich habe zu früh auf Enter gedrückt, es geht noch weiter:
Also jedenfalls, wenn man das glaubt mit den Besitzverhältnissen, dann bekommt die Frage nach den Risiken eine andere Bedeutung.
Alles Gute
Kommentar von Henry Edward J. am 20. Februar um 23:50 Uhr
http://www.telegraph.co.uk/new.....ovo120.xml
Kommentar von Don Quijote am 26. Februar um 13:11 Uhr
Entschuldigt die späte Replik aber ich war unterwegs und hatte keine Zeit zu antworten. Hier also meine Kommentare, falls hier noch jemand liest.
@Rheinbogen
Das PNAC ist ein neo-konservativer Think Tank und nicht die amerikanische Regierung. Einige dieser Leute hatten zugegebenermassen zuviel Einfluss in den letzten Jahren. Das heisst aber nicht, dass sie erstens die Politik alleine gemacht hätten. Zweitens gibt es einen Unterschied zwischen Politik zu betreiben und Thesenpapiere (die ja auch etwas Lärm machen sollten) zu veröffentlichen. Drittens hat die neokonservative Bewegung stark an Einfluss eingebüsst nach dem Irak-Disaster. Dass die PNAC furchteinflössende Thesen verbreitet bestreite ich jedoch nicht. Sie gleichzusetzen mit der amerikanischen Aussenpolitik ist wahrscheinlich ihnen doch zu viel Ehre zu verschaffen.
@Rusty_James
Bush hat kaum damit gedroht den dritten Weltkrieg anzuzetteln (aber das behaupte ich einfach mal so, vielleicht kannst du ja noch das genaue Zitat mitliefern). Ich kann mir vorstellen, dass er mit dem dritten Weltkrieg gedroht hat. Angst gehörte schliesslich zum politischen Repertoire.
@ Henry Edward J.
‘Confrontation’ würde ich nicht gleich als ‘Krieg’ verstehen. Es gibt da noch einige schwächere Stufen auf der Skala . Mein Eindruck ist, dass im Telegraph zugunsten des reisserischen Leads, eine gewisse Zweideutigkeit gewollt war, dass aber ‘Konfrontation’ nicht im Sinne von ‘bewaffnete Auseinandersetzung’ gemeint ist. Aber bei nicht namentlich gennanten Quellen sind solche Einschätzungen und auch eine Einordnung des Zitates eher schwierig.
Kommentar von Henry Edward J. am 26. Februar um 13:57 Uhr
@DonQuijote:
Als Krieg hätte ich es auch nicht unbedingt tituliert. Interessant ist die Frage, ob die Logik der NATO (die durch das Zitat angedeutet wird) umgekehrt verstanden werden kann, nämlich dass die Unabhängigkeit des Kosovo ein Mittel ist, die Konfrontation mit Russland zu verschärfen.
Denn es sollte ja wohl klar sein, dass die NATO das Kosovo nicht aus Freiheitsliebe anerkennt. Und dass das Kosovo scheinbar für die NATO einen Wert hat, den zB das Baskenland usw. nicht hat.
Kommentar von Don Quijote am 26. Februar um 15:04 Uhr
@ Henry Edward J.
Die NATO anerkennt als Organisation keine Staaten und die Mitglieder scheinen in der Kosovofrage eher gespalten zu sein (und nicht nur zu diesem Thema). Man sollte daher aufpassen dies nicht zu sehr auf strategisches Verhalten zurückzuführen.
Ansonsten sind wir uns wohl weitgehend einig und ich stimme oberer Aussagen voll und ganz zu. Ich würde jedoch unterscheiden zwischen den USA und den anderen NATO Staaten. Ich vermute die USA sind nicht unglücklich darüber, dass man den ‘Russkies’ in der guten alten Kalte-Krieg-Logik ein Wenig auf den Zehen rumtreten kann. Die anderen Staaten die Kosovo anerkennen möchten (oder schon haben) wollen wohl einerseits nicht wahrhaben wie Russland sich vor den Kopf gestosssen fühlt und anderseits vermute ich, sehen sie keine Alternative wie sie aus dem ‘Final-Status’ Schlammassel wieder rauskommen könnten (wie ich auch schon in meinem Blogeintrag, den ich im ersten Kommentar verlinkt habe, argumentierte).