Die Freiheit zu Verdächtigen
Ein weiterer Gedanke zur bereits hier und hier angefachten Diskussion um Redefreiheit. Da in dieser Diskussion auch der Standpunkt vertreten werden kann, man könne oder solle die Wahrheit möglichst immer vor Gericht ausfechten, hier ein Hinweis darauf dass nicht alle Reden und Gedanken etwas beinhalten, das sich beweisen ließe:
Aus: Hermann Meyn, “Massenmedien in Deutschland”, Neuauflage 2004, S. 26
Den letzten Satz finde ich ebenfalls wichtig. Und er gilt für alle Seiten. Egal wie einleuchtend eine bestimmte Wahrheit in diesem oder jenem Moment ist, “die Dinge können auch anders liegen”, wenn neue Beobachtungen, Hinweise oder Ergebnisse auftauchen.
Wer aber das Auftauchen neuer Beobachtungen und Ergebnisse mit oder ohne Gesetz unterdrückt, der schließt damit implizit aus, dass “die Dinge auch anders liegen können” und schwingt sich damit zur Unfehlbarkeit auf, die keinem Menschen zusteht.
Henry Edward J.
“Aus dem Grundrecht auf Meinungsfreiheit folgt, dass im Rahmen einer im öffentlichen Interesse geführten Diskussion auch die Äußerung eines Verdachts zulässig sein kann, der sich schließlich nicht beweisen lässt. Der Verdacht darf freilich nicht aus der Luft gegriffen sein. Keinesfalls darf der Eindruck erweckt werden, dass der Verdacht bereits erwiesen ist. Es muss also an allen Stellen die Möglichkeit durchschimmern, dass die Dinge auch anders liegen können.”
Aus: Hermann Meyn, “Massenmedien in Deutschland”, Neuauflage 2004, S. 26
Den letzten Satz finde ich ebenfalls wichtig. Und er gilt für alle Seiten. Egal wie einleuchtend eine bestimmte Wahrheit in diesem oder jenem Moment ist, “die Dinge können auch anders liegen”, wenn neue Beobachtungen, Hinweise oder Ergebnisse auftauchen.
Wer aber das Auftauchen neuer Beobachtungen und Ergebnisse mit oder ohne Gesetz unterdrückt, der schließt damit implizit aus, dass “die Dinge auch anders liegen können” und schwingt sich damit zur Unfehlbarkeit auf, die keinem Menschen zusteht.
Henry Edward J.
Kommentar von Logiker am 11. Februar um 12:34 Uhr
Hinter der Einschränkung der Meinungsfreiheit, steht ja immer die Angst vor dem Bürger. Aber warum Angst vor dem so “aufgeklärten” und “emanzipierten” Bürger haben?
Das ist ein Mistrauensvotum an die Gesellschaft. Aber warum lässt man dann die gleichen Leute dennen man keine gesunde Urteilsfähigkeit zutraut, frei wählen.
Da ist ein eindeutiger Widerspruch mit den demokratischen Werten!
Kommentar von Rheinbogen am 11. Februar um 15:11 Uhr
@HEJ:
Guter Beitrag, dem kann ich zustimmen. Ich denke aber, dass (jetzt mal von der “Holocaust-Lüge” abgesehen) diese Freiheit, dass man nämlich einen Verdacht äußern darf, wenn man klar macht, dass man ihn nicht beweisen kann und er auch falsch sein könnte, auf dem Papier durchaus gegeben ist. Unterdrückt wird sie nicht durch Gesetze, aber es gibt andere, wirksamere Methoden. Ein Verbot führt ja meistens eher dazu, dass eine Sache erst recht interessant wird. Nehmen wir als Beispiel mal die sog. Verschwörungstheorien zum 11. September. Es gibt ja unzähliche Ungereimtheiten, die zwangsläufig dazu führen, dass die offizielle Version angezweifelt wird. Deshalb hat Bush gleich am Anfang gesagt, man werde “Verschwörungstheorien” nicht dulden. Die Medien sind auf diesen Zug völlig unkritisch aufgesprungen. Seither werden alle Überlegungen dieser Art entweder ignoriert oder ins Lächerliche gezogen. Damit wird letztlich auch verhindert, dass etwas geschieht, was längst hätte geschehen können. Dass nämlich zumindest bewiesen wird, dass die offizielle Version gelogen ist. Dafür reichen die Indizien längst aus, aber die Massenmedien ignorieren sie weiterhin. Somit ist die Meinung zwar frei, aber trotzdem eingesperrt.
Kommentar von Henry Edward J. am 11. Februar um 16:24 Uhr
@Rheinbogen:
Das sehe ich auch so, deshalb versuche ich auch bei allen bislang zum Thema geschriebenen Artikeln stets zu formulieren “mit oder ohne Gesetz unterdrückt…”
Ganz klar gibt es auch fernab vom Gerichtssaal ein Klima, das kritische Fragen und Fragesteller zu diskreditieren versucht. Das Ergebnis ist dann eine Art Diktatur, die unter Umständen völlig ohne Zensurgesetze auskommt.
Sean Penn beispielsweise kritiserte mal diese Selbstzensur… :
http://politblog.net/nachricht.....en-medien/
Kommentar von Henry Edward J. am 11. Februar um 16:24 Uhr
Kommentar von bitter_twisted am 11. Februar um 22:16 Uhr
Das die Regierung das Hinterfragen des Holocaust verbietet ist mir schon bekannt. Was ich nicht verstehe ist das so viele Bürger das einfach akzeptieren.
1970 wurde in Süd Afrika der Kommunismus verboten. Alle Werke Karl Marxs und vieler anderen bekannte Komunisten, sowie Schriften die Mandela in den 60 ern auf der Universität geschrieben hatten, waren bis 1992 offiziell verboten.
Das Resultat des Verbotes war das der Mauefall und der Fall des Russischen Reichs unter der normalen Bevölkerung nie zur Kenntnis genommen wordn ist, weil es alles ja Apartheid Propaganda war. Kommunismus hatte wenig von seinem glanz verloren, dank den Verbot.
Thabo Mbeki war der ehemalige Generalsekretär der Kommunistischen Partei bevor die KP in die ANC intigriert wurde.
Mit dem Holocaustskepsis in Deutschland ist es ähnlich, es gibt ein paar Ungereimtheiten in der offiziellen Geschichte die nicht aufgeklärt werden dürfen. Für viele reicht das als Beweis das alles nicht stimmt und weil jede Diskussion verboten ist, erreichen die Denkverbote genau was sie verhindern sollen.
Kommentar von marianamayer am 11. Februar um 23:13 Uhr
Im Prinzip ist es nicht so schwer,
Generell darf ich immer meine Meinung sagen.
Es ist jedoch ein Unterschied ob ich mit meinen Worten jemand gezielt verletzen oder Töten möchte oder ob ich meine Meinung sage.
Jaja das gibt es, und hängt nicht nur vom Tonfall ab.
Eine Person kann jemand gezielt anschreien ohne zu verletzen, einfach aus Wut oder die Situation klarzumachen, das war nicht ok so. Es bwirkt etwas positives.
Die Anzahl der Personen die dies bewußt können ist vielleicht 5% - 10 % der Bevölkerung. Jemand wieder auf eine Bahn lenken.
Genausogut gibt es Personen die gezielt Menschen fertigmachen wollen mit Worten. Noch nicht einmal der Tonfall muss aggressiv sein, es ist der gedankliche Hintergrund: z.B. “Ich will dich verletzen”.
Daher (es war ein anderer Ihrer Berichte) : Die Gedanken sind frei, ist so nicht gültig. Gedanken können wie Worte vernichten, sind noch mächtiger, und nicht ausgesprochen.
Ein weiteres Gebiet ist in diesem Zusammenhang das “Positiv Gequatsche”. Alles hat einen Ausgleich ying und yang.
Wenn auf der einen Seite zuviel ist wird es woanders fehlen. Eine der Ursachen für das Unterdrückte negative ohne geduldeten Raum. Was ist die Lösung?
Mariana Mayer
Kommentar von Rheinbogen am 11. Februar um 23:16 Uhr
@ bitter_twisted:
Da du mich zitiert hattes, nur kurz zur Klarstellung: Ich akzeptiere das nicht. Geschichte ist ein ständiger Prozess. Sie wird immer wieder neu geschrieben, umgeschrieben, anders interpretiert. Das ist völlig normal, und der Holocaust darf keine Sonderstellung haben und nicht für alle Zeiten festgeschrieben sein oder nur in einer Richtung erforscht werden.
Was ich sagen wollte, war, dass im Falle des Holocaust die Meinungsfreiheit tatsächlich gesetzlich ausgehebelt wurde, was normalerweise nicht der Fall ist. Normalerweise wird sie anders eingeschränkt als durch Gesetze - und meistens viel wirksamer.
Kommentar von grimoire am 12. Februar um 09:45 Uhr
Weiß jemand von Euch was aus der Unterschriftenaktion für Freiheit und Demokratie geworden ist?
Ich bekomme die Seite nicht mehr angezeigt.
Kommentar von Henry Edward J. am 12. Februar um 10:51 Uhr
@grimoire:
Die Projekte werden jetzt von unterschiedlichen Admins betreut, wir versuchen mal eine Stellungnahme zu bekommen…
Kommentar von Rheinbogen am 12. Februar um 12:28 Uhr
Ich habe mir gestern nochmal den Film “Unter falscher Flagge” angesehen (gibt’s jetzt übrigens auch bei youtube), in dem ja auch Mathias Bröckers zu Wort kommt. Dabei fiel mir wieder ein, dass der seinerzeit nach dem 11. September von H.M. Broder mit einer Hetzschrift bedacht wurde, die ich hier nochmal verlinke, um zu zeigen, was in Sachen Meinungsfreiheit (bzw. Redefreiheit - hier gilt wohl beides zugleich) alles möglich ist. Man beachte besonders den letzten Absatz.
Übrigens zitiert Broder Bröckers (im vorletzten Absatz) wie folgt:
Nun, wie wir inzwischen längst wissen, hat Bröckers “kranker Kopf” sehr gut funktioniert. Er wusste schon am 11. oder 12. September ziemlich genau über Motive und Folgen Bescheid, während Broders Kopf wohl eher Anlass zu Sorge bietet…..
Kommentar von winfired am 12. Februar um 19:42 Uhr
Ein alter aber originaler Erfahrungswert - die Einschränkung - ist kein so großes Problem - wenn aber die Leute zur sprachlichen Selbstzensur greifen dann wird es düster!
Aber viele Meinungen sind keine Meinungen sondern Übertragungen.
Kommentar von schere am 12. Februar um 20:47 Uhr
Wenn ich das so lese, zum Thema Demokratie/ Meinungsfreiheit, frage ich mich manchmal
Was eigentlich Demokratie bedeutet. Herrschaft des Volkes ? Wer ist denn das Volk?
Normalerweise die Einwohner eines Landes wie z.B. Deutschland.
Wollen die deutschen dass die Bundeswehr in Afghanistan Kampfeinsätze macht um die Mohnfelder zu schützen ?
Wollen die deutschen Hartz IV ?
Wollen die deutschen Kinderarmut ?
Wollen die deutschen die Verarmung eines großteils der Bevölkerung ?
Wollen die deutschen die Schulden bezahlen für die Bankenkrise ( IKB ) ?
Wollen die deutschen die Bundesbahn verkaufen ?
Wollten die deutschen die Energie Konzerne verkaufen ?
Demokratie existiert doch nur in den Köpfen, sie ist doch nicht wahr.
Niemand fragt das Volk bei grundsätzlichen Problemen.
Es ist doch einfacher das eigene Volk auszuplündern als ständig die Nachbarn anzugreifen um sie auszuplündern.
Demokratie ist eine Scheinwelt in der wir leben, die uns glauben macht wir hätten ein Mitspracherecht. Meinungsfreiheit ist nur ein Aspekt dieser Chimäre.
Kommentar von Gustav Staedtler am 15. Februar um 15:14 Uhr
Um was geht es euch hier bei diesem Diskurs.?
Um Wahrheitfindung oder um die Bestaetigung des Systems.?
Gustav.
*
Ich vermisse die konstruktive Kritik und also die praktische kritische Rede-, Meinungs- und Publikationsfreiheit.
DA WO DIE ANGST DAS VOLK BEHERRSCHT, DA ERZEUGT DER TYRANN DAS SCHWEIGEN AUCH OHNE GESETZ UND DIREKTE VERBOTE.
*
DIE GEDANKEN SIND NICHT FREI.!
Man unterdrueckt die Wahrheit schon im Geiste.
Gustav Staedtler.