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Über die Redefreiheit

Im Zuge des gestrigen Posts zu Frank Zappa und seinem bewundernswerten Auftritt auf CNN äußerte ich die Überzeugung, “Worte können niemals Verbrechen sein”. Die darauf folgenden Kommentare haben mich dazu motiviert, das Thema Redefreiheit detaillierter zu ergründen.

Zunächst zur Begrifflichkeit. Ich bin der Ansicht, dass der häufiger benutzte Begriff “Meinungsfreiheit” als Orwellsches Neusprech verstanden werden kann. Er täuscht dem Bürger vor, dieser habe nur die Freiheit der “Meinung”. Eine Meinungsäußerung aber ist nur ein Teilgebiet der Rede (oder Schrift). Andere Teile sind zum Beispiel Tatsachenbehauptungen oder ein Urteil über Personen, Ideen, Lebensweisen. Was eine Meinung darstellt und was nicht, das lässt sich von Staatsorganen mehr oder weniger genehm bestimmen. Ich bevorzuge daher den Begriff Redefreiheit. Oder genauer aber umständlicher “Die Freiheit des Menschen, sich wie ihm beliebt und mit jeglichen Mitteln auszudrücken”.

Unabhängig von Begrifflichkeiten aber ist es in den wohl meisten Gesellschaften Tatsache, dass es keine vollkommene Redefreiheit gibt. Die freie Rede (oder Schrift) wird sowohl durch staatliche als auch durch nichtstaatliche Mechanismen beschnitten. Dies in einer Größenordnung, wo eine Rede, die als unrechtmäßig oder illegitim verurteilt wird, härtere Strafen nach sich ziehen kann, als eine physische Tat.

Frank Zappa meinte hierzu, und da teile ich seine Ansicht, dass es “nur Worte” sind. Keine Gesellschaft sollte es sich erlauben, in der Abstrafung und Verurteilung Worten ein höheres Gewicht beizumessen als Taten.

Aber können Worte trotzdem Unrecht bedeuten, das bestraft werden muss?

Theoretisch kann man die freie Rede in zwei Bereiche unterteilen: Den öffentlichen, politischen Bereich sowie den privaten, persönlichen Bereich.

In diesem zweiten, privaten Bereich gilt für viele, dass die Freiheit des Einen bei der Freiheit des Anderen aufhört. Das ist zunächst ein guter Ansatz, denn in der Tat ist die Persönlichkeit des Einzelnen schützenswert. Und in der Tat können auch Worte und allgemein Kommunikationsvorgänge verletzen, wie beispielsweise bei der Beleidigung, dem Mobbing oder Stalking.

Nun könnte man alle freie Rede dann begrenzen, wenn sie Persönliches zum Inhalt hat.
Doch leider ist der private Bereich nicht immer vom politischen Bereich getrennt. Mit der Begrenzung alles Persönlichen könnte man daher auch unliebsame Informationen und Meinungen über politische oder wirtschaftliche Personen und ihre Praktiken unterbinden, so wie es beim Abmahnwahn in vielen Ländern praktiziert wird.
Hier könnte man einwerfen, dass man ja schließlich trotzdem all das, was der Wahrheit entspricht, nach wie vor über politische oder wirtschaftliche Personen sagen oder schreiben dürfte. Doch die Wahrheit, wenn sie vor Gericht ausgehandelt werden soll, liegt meistens bei den Reichen und Mächtigen. Und nicht bei jenen, denen für Anwälte und mehrere Revisionsrunden das Kleingeld fehlt.

Fürs Erste will ich es im privaten Bereich mit der Erinnerung daran belassen, dass man mit einer Verschärfung des Persönlichkeitsrechts gleichzeitig Betrüger in Politik und Wirtschaft schützt. Und mit einer Lockerung des Persönlichkeitsrechts Stalkern und Verleumdern das Leben leichter macht. Man kann nur hoffen, möglichst nah an der goldenen Mitte zu sein.

Nun zum politischen Bereich.
Im politischen Bereich hat man in Deutschland vor Allem mit der Begrenzung der freien Rede im Bereich der Geschichtsforschung zu tun.

Im Bereich der Geschichtsforschung und -beurteilung (sowie natürlich in Staaten mit theokratischen Elementen die Religionsforschung) kann nur dann eine freie Rede (oder Schrift) als unrechtmäßig bezeichnet werden, wenn im Gegenzug eine andere als rechtmäßig bezeichnet wird. Es wird unterschieden zwischen “tatsächlicher” Geschichte, die vom Staat oder privaten Elementen propagiert wird, und einer unendlichen Anzahl an davon abweichenden, demnach “unwahren” Interpretationen von Geschichte.

Dies wirft zwangsläufig die Frage auf, ob es überhaupt eine Wahrheit gibt, die absolut und unwiderlegbar “wahr” ist.

Man denke an Galileo Galilei. Die Herrschenden zu seiner Zeit hatten eine Wahrheit, an der sie unumstößlich festhielten: Alles dreht sich um die Erde. Das weiß doch jeder. Das können unzählige Experten der Kirche bezeugen und beweisen. Es ist Gesetz.
Und hätte man die meisten Menschen zu jener Zeit gefragt, ob sich tatsächlich alles um die Erde drehte, hätten sie entrüstet gefragt, wie man so etwas denn bezweifeln könne. Und sie haben Galilei verleumdet, eingesperrt und gefoltert.

Und doch kannte er die Wahrheit, und nicht die Anderen.

Die simple Moral der Geschichte ist, dass weder Autorität, (vermeintliches) Expertentum noch Gesetz Wahrheit bedeuten. Im Gegenteil können allesamt irren. Wahrheit gibt es nur, wenn es Widerspruch gibt. Nur durch ewiges Beweisen und Gegenbeweisen kann die Wahrheit gefunden werden.

Und dies gilt demnach ebenso für Geschichte. Kein Gesetz kann Wahrheit schaffen, die Wahrheit muss gesucht und gefunden werden. Wo immer Gesetze (Zensur) und gesellschaftliche Zwänge (Selbstzensur) bei einer bestimmten Frage nicht alle erdenklichen Interpretationen zulassen, verfälscht sich zwangsläufig das Bild, das die Gesamtgesellschaft von der Wahrheit hat.
Hierzu merkte Raul Hilberg, anerkannter Holocaustforscher und einer der Ersten, der sich in “Die Vernichtung der europäischen Juden” mit dem Leid seines Volkes wissenschaftlich auseinandersetzte, treffenderweise an:
“Wenn diese Leute (gemeint sind Holocaustleugner, Anm. HEJ) reden wollen, soll man sie lassen. Das bringt jene von uns, die Forschung treiben, dazu, Dinge, die wir vielleicht als offensichtlich erachtet haben, erneut zu überprüfen. Und das ist nützlich für uns.”

Mit anderen Worten: Wo keine Schüler sind, die dem Lehrer auf die Finger schauen, kann der erzählen was er will. Und was dabei im Hinblick auf wichtige geschichtliche Ereignisse für Unsinn herauskommt, das illustriert beispielsweise Norman Finkelstein in “Die Holocaust-Industrie“, aus dessen 79. Seite (deutsche Ausgabe) obiges Zitat ist.

Wenn es also unser aller Ziel ist, die Wahrheit zu ermitteln, zu interpretieren und zu konservieren, dann sollten wir Hilbergs Rat befolgen und kein Klima und keine Gesetze schaffen, in dem Historiker und Pseudohistoriker auf der einen Seite erzählen können was sie wollen, weil niemand mehr eine gegenteilige Position auf der anderen Seite einnehmen darf oder kann. Wir mögen denken, wir würden die erinnerungswürdige Wahrheit schützen, indem wir ihre Erörterung mit Restriktionen belegen. Doch tun wir damit den Wahrheitssuchenden an vorderster Front, wie Hilberg so schlüssig formuliert, keinen Gefallen.

Zusätzlich zur Begrenzung der freien Rede im Bereich der Geschichte gibt es vor Allem in autoritäreren Staaten die Angewohnheit, den (zeitgenössischen, aktuellen) Staat und die Herrscher vor unliebsamer freier Rede zu schützen. Dafür finden sich die verschiedensten Begründungen (Entehrung der Nation,…) und sie alle sind für freie Menschen abzulehnen.

Damit solllte diese Abhandlung über Redefreiheit vorerst ein Ende haben, und mir bleibt nur ein Fazit:

Vollkommene Redefreiheit wäre also ein Maximum an Freiheit und ein Minimum an Sicherheit. Entscheide jeder für sich, welches von Beiden er eher benötigt.

Henry Edward J.

P.S. Für alle, die sich bereits jetzt in ihrem Recht zur Redefreiheit beschränkt fühlen: “Es bleibe dabei - die Gedanken sind frei!”
Dieser Eintrag wurde am Mittwoch, den 6. Februar 2008 von Henry Edward J. geschrieben und in die Kategorie Gesellschaft eingeordnet. Du kannst alle Kommentare zu diesem Artikel mit dem RSS 2.0 Feed beobachten. Du kannst eine Antwort hinterlassen, oder durch einen Trackback auf diesen Artikel verlinken.
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Kommentar von Hmann0815 am 6. Februar um 10:26 Uhr

Schwieriges Thema: Spontan würde ich Zappa zustimmen, aber wir wissen alle, dass gerade die größten Verbrechen der Menschheit auf der “freien Rede” beruhen, die ja in der Praxis auch “freies Lügen” und “freies Verführen der Menschen” bedeutet.

Man müsste die Grenze zwischen erlaubt/verboten anders ziehen, beispielsweise könnte Lügen von Politikern und Amtsträgern unter Strafe gestellt werden - das würde schon eine Menge bringen.

Kommentar von Henry Edward J. am 6. Februar um 12:41 Uhr

@Hmann0815:

“beispielsweise könnte Lügen von Politikern und Amtsträgern unter Strafe gestellt werden”

Ein amerikanisches Gericht hat vor Kurzem entschieden, dass Politiker im Wahlkampf nicht die Wahrheit sagen müssen :-)

Im Ernst: Auch dieser Ansatz läuft wieder darauf hinaus, dass “Wahrheit” im Gerichtssaal entschieden werden muss. Und dort gewinnen bislang kaum jene, die eigentlich die Wahrheit auf ihrer Seite haben.

Wahrheit lässt sich nicht herbeiklagen, genauso wenig wie Demokratie sich herbeiintervenieren lässt. Die Wahrheit besteht für sich selber, in der freien Diskussion*. An Gerichte wendeten sich zeitlebens eher die Lügner, um ihr Dogma durchzusetzen.

*Ich weiß dass selbst in der offensten Diskussion nicht alle Menschen von der Wahrheit zu überzeugen sind. Aber man kann sie nicht zur Wahrheit zwingen.

Kommentar von Pic am 6. Februar um 12:50 Uhr

…. und wie ist es mit dem Verbreiten von Lügen?
Ich spreche hier erneut die Holocaustleugnung an: Wenn es in Fachkreisen Meinungsverschiedenheiten darüber gibt, ist das eine Sache (Beispiel von Raul Hilberg, die genannten Vorteile).
Wenn sich aber nun eine andere Meinung als die historisch belegte in weniger reflektierten Bevölkerungskreisen durchsetzt, weil sich zum Beispiel eine ganze Partei, eine Zeitung u.ä. zur Propagierung einer Lüge verpflichtet, wird es schwierig.
Was ist, wenn sich beispielsweise die Dolchstoßlegende (oder ähnliches) erneut als gesellschaftlicher Standard durchsetzt? Da hat man dann schnell gesellschaftliche Probleme am Hacken!
Wie sieht es aus mit der Lehrmeinung an Schulen?

Für mich wird da ein zu starker Vergleich zwischen Meinungsfreiheit und Redefreiheit gezogen. Soll man sie doch haben, die Meinung! Aber eine absolute Redefreiheit birgt große Gefahren insofern, als dass Menschen mit besserer Rhetorik leichtgläubige Mitmenschen nur allzuleicht manipulieren und lenken können.
Und das von mir, der doch so freiheitlich ist….

Viele Grüße!

Kommentar von Henry Edward J. am 6. Februar um 13:01 Uhr

“Wenn sich aber nun eine andere Meinung als die historisch belegte in weniger reflektierten Bevölkerungskreisen durchsetzt, weil sich zum Beispiel eine ganze Partei, eine Zeitung u.ä. zur Propagierung einer Lüge verpflichtet, wird es schwierig.”

Zum Beispiel wenn Zeitungen und Parteien die Lüge propagieren, Ahmadinedschad habe “wipe off the map” gesagt?

http://commentisfree.guardian......r.friendly

Tatsache ist doch dass die (politische) Welt voller Lügen ist, und es von den Machthabern entschieden wird, welche verbreitet werden dürfen und welche nicht.

Ich finde es moralisch äußerst fragwürdig, hier Unterschiede zwischen “Fachkreisen” und der Masse zu machen. Warum sollen “Fachkreise” offen über etwas sprechen dürfen, “Laien” aber nicht?

Kommentar von Henry Edward J. am 6. Februar um 13:07 Uhr

Man kann es noch anders formulieren:

Wer sich als freier und selbstständiger Mensch erachtet, der sollte verlangen, zu einem Ereignis alle Informationen und Standpunkte hören zu dürfen. Und dann selbstständig entscheiden, was für ihn glaubwürdig ist.

Wer nun sagt “ja ich bin frei und selbstständig aber die Masse nicht” der klingt reichlich elitär. Schon fast wie Politiker, wenn sie sich der noblen Lüge bedienen, mit der sie das Volk wissentlich “für das Wohl aller” täuschen.

Kommentar von Solon von Athen am 6. Februar um 14:57 Uhr

Grundsätzlich kann ich dem Inhalt des Textes nur zustimmen. Die Redefreiheit ist eine der höchsten Rechte die wir haben und sie ist ein jede Gesellschaft verpflichtendes Gesetz. Denn letztlich ist sie nichts anderes als der Vollzug, die Aussprache des Gedachten und damit das Wesen einer jeden höheren Kultur.
Dennoch hat sich auch das Gedachte und das Gesagte an einem bindenden Maßstab zu orientieren. Wahrheit! Und Wahrheit ist m.E. nach nichts was dem Diskurs unterworfen ist. Zwar haben wir alle nur relative, subjektive Zugänge zur Wahrheit, deren Wesengehalt aber dadurch selbst nicht herabgesetzt wird. Wenn Wahrheit hingegen wie im Artikel vorgeschlagen nur das Ergebnis des Diskurses und damit abhängig von sozilogischen, historischen und sprachlichen Vorgaben, dann kann es keine definitiven Urteile über Gut und Böse, Richtig und Falsch, Wahr und Unwahr geben: „Wenn es [objektive] Wahrheit für den Menschen nicht gibt, dann kann er auch nicht letztlich Gut und Böse unterscheiden.“ (Benedikt XVI.)

Kommentar von Solon von Athen am 6. Februar um 14:59 Uhr

Was den Fall Galilei im Beitrag angeht, bin ich über die Ungenauigkeit erschüttert mit der er als Argument herangezogen wird. Völlig falsch ist nämlich, dass die damalige Gesellschaft mit Galilei den erster Denker des heliozentrischen Weltbildes hat. N.Cusanus, Kardinal und Bischof, hatte schon sehr viel früher dieses Gedanken niedergelegt und spätestens mit Kopernicus, Kleriker und Domherr, war das heliozentrische Weltbild wissenschaftlich dargelegt und wurde an den Universitäten bereits rezipiert (Salamanca 1561). Davon mal abgesehen, dass er nie gefoltert wurde und seine Kerkerhaft im Palazzo Medici verbüste.
Interessant ist auch, dass Philosophen und Geisteswissenschaftler wie Duhem und Bloch zu der These gelangen, dass die Logik und Vernunft hier wesentlich besser auf kirchlicher Seite vertreten wurde.

Kommentar von nova am 6. Februar um 15:54 Uhr

redefreiheit….schöne sache….hätte ich auch gern.
@pic: ich verstehe schon was du meinst, welches problem sich für dich daraus ergibt.
bin aber der meinung, dass die redefreiheit ein elementarer bestandteil der (politischen) meinungsbildung ist. sich daraus ergebende konflikte muss eine gesellschaft aushalten können.
pluralismus nannte man so etwas wohl einmal…
wenn eine “wahrheit”/ these/ von gesetzen geschützt werden muss, sie keinen widerspruch zulässt, dann ist was faul. es muss immer möglich sein solche “wahrheiten” zu hinterfragen. auch das muss eine gesellschaft aushalten können (genauso wie wir auch die lügen der politiker ertragen müssen.)
auf dem ersten blick, bin ich der idee von einer wahrheitspflicht für öffentliche amtsträger sehr zugeneigt.
auweia, dann käme aber ne menge auf uns zu, was wir zu ertragen wäre….
hätten…wahrheiten….auch die unangenehmen….

Kommentar von Hmann0815 am 6. Februar um 16:56 Uhr

Ich kann nahezu allem zustimmen, was bisher gesagt wurde, aber es gibt Behauptungen, die sich vor Gericht leicht als falsch beweisen ließen.
Aus meiner reichhaltigen kommunalen Erfahrung ein Beispiel: Der Magistrat (dem ich 8 Jahre angehörte) beauftragt den Bürgermeister, Verhandlungen über den Ankauf eines Grundstückes zu führen. Irgend wann berichtet der Bürgermeister, die Verhandlungen seien gescheitert, der Eigentümer weigere sich, das Grundstück zu verkaufen.
Ich weiß aber definitiv, dass der Bürgermeister mit dem Grundstückseigentümer gar nicht gesprochen hat, und der würde das vor Gericht auch bezeugen.

Ich weiß, eine Kleinigkeit. Aber die Welt ist voll von diesen Kleinigkeiten, und ich bin sicher, dass es auch in der großen Politik Fälle gibt, die eben so klar als Lüge entlarvt werden könnten. Wird aber nicht, im Gegenteil, die Medien schlagen sich auf die Seite des Lügners und machen den unglaubwürdig, der die Wahrheit sagt.

Dabei fällt mir auf, dass natürlich auch Journalisten bestraft werden müssten, wenn sie vorsätzlich oder grob fahrlässig die Unwahrheit sagen. In solchen Fällen, wie dem genannten, kommt das Gericht nicht daran vorbei, das korrekte Urteil zu fällen, und damit hätten wir viele Lügen aus der Welt.

Kommentar von Henry Edward J. am 6. Februar um 17:22 Uhr

@Solon von Athen:

“kann es keine definitiven Urteile über Gut und Böse, Richtig und Falsch, Wahr und Unwahr geben”

Was Fakten angeht, so kann es meiner Ansicht nach tatsächlich keine “definitiven Urteile” geben. Nur temporäre. Man kann also durchaus als Mensch eine objektive Wahrheit als solche bezeichnen, aber eben nur “bis auf Weiteres”. Also bis zu dem Zeitpunkt, wo sie widerlegt wird. Und diese Widerlegung sollte man stets zulassen und nicht behindern, auch wenn sie einem subjektiv noch so weit entfernt scheint.

Ohne bislang weiter nachgeforscht zu haben bitte ich um Entschuldigung für eine etwaige unkorrekte Darstellung Galileiis. Mir war nicht bewusst, dass es damals scheinbar ambivalenter war als von mir dargestellt.

@nova:

“es muss immer möglich sein solche “wahrheiten” zu hinterfragen. auch das muss eine gesellschaft aushalten können (genauso wie wir auch die lügen der politiker ertragen müssen.)”

Dem kann ich nur zustimmen.

Kommentar von Henry Edward J. am 6. Februar um 17:25 Uhr

@Hmann0815:

“In solchen Fällen, wie dem genannten, kommt das Gericht nicht daran vorbei, das korrekte Urteil zu fällen, und damit hätten wir viele Lügen aus der Welt.”

Eben das halte ich für einen Irrtum, dass man Lügen mit Urteilen “aus der Welt bekommt”. Wenn das so wäre, dann müsste die Restriktion der deutschen Geschichtsinterpretation doch zu einer beinahe vollkommenen Konformität und Akzeptanz der “offiziellen” Version geführt haben. Hat sie aber augenscheinlich nicht.

Und was hier noch gar nicht angesprochen wurde: Lügner, die für ihre Lüge eingesperrt werden, erlangen dadurch immer ein Stück Legitimität und Märtyrerstatus. Ohne die Einsperrung würde ihre Lüge im Sonnenlicht der öffentlichen Diskussion zerfallen, aber im Untergrund kann sie weitergären.

Kommentar von Hmann0815 am 6. Februar um 17:56 Uhr

Ein letzter Versuch:

HEJ: “Eben das halte ich für einen Irrtum, dass man Lügen mit Urteilen aus der Welt bekommt”.

Das gilt für Lügen, die bereits in der Welt sind. Wenn aber, um in meinem Beispiel zu bleiben, der Bürgermeister hart für seine Lüge bestraft würde, dann wird er das nicht noch einmal machen, dann sind viele Lügen aus der Welt, weil sie gar nicht erst rein kommen.
Und die Basis für viele große Lügen sind oft die vielen kleinen Lügen, ohne die eine große Lüge nicht glaubwürdig wäre.

ps. Was niemand glaubt, der es nicht selbst erlebt hat: Von zehn Aussagen des Bürgermeisters oder anderer wichtiger Personen, die ich überprüft habe, weil sie mir suspekt vor kamen, waren etwa neun genau so glatt gelogen, wie in meinem Beispiel. Leute die eine bestimmte Position haben, können behaupten was sie wollen, man glaubt ihnen und macht den nieder, der einfach nur die Wahrheit will.

Kommentar von Henry Edward J. am 6. Februar um 18:14 Uhr

Auch ich erlaube mir nochmal :-)

Es wurde meines Wissens nach noch niemand Mächtiges fürs Lügen bestraft, wenn es nicht andere Mächtige so wollten. Solange wir ein Justizsystem haben, das die Mächtigen bevorteilt und schützt, würden alle Klagen ins leere Laufen.

“Leute die eine bestimmte Position haben, können behaupten was sie wollen, man glaubt ihnen und macht den nieder, der einfach nur die Wahrheit will.”

Das würde genauso bleiben, weil wir den Mächtigen im Gerichtssaal nicht beikommen. Bereits heute könnte man mächtige Lügner wegen ihrer Lügen bestrafen. Aber die Justiz schafft das nicht einmal bei den Herren Bush und Cheney, die die Welt in einen Krieg gelogen haben.

Kommentar von bitter_twisted am 6. Februar um 19:44 Uhr

“Vollkommene Redefreiheit wäre also ein Maximum an Freiheit und ein Minimum an Sicherheit. Entscheide jeder für sich, welches von Beiden er eher benötigt.”

Würde es stimmen das wir Sicherheit auf kosten der Freiheit kaufen müssten, dann müssten die freisten Länder auch die gefährlicsten sein und die unfreisten auch die sichersten. Die Wirklichkeit sieht aber anders aus. Manche hinterfragen ob Singapore und Israel tatsächlich so sicher sind wie ihre Statistiken behaupten, die restlichen der 10 sichersten Länder der Welt sind unter den 25 freisten, nach Bewertung füri nternationale Pressefriheit und AI.

Unter den 25 unfreisten Länder gibt es keines das in irgendeiner Weise für inner Sicherheit auffält, ganz im Gegenteil, alle Länder die für ihre Bürger als besonders unfrei gelten sind auch für Zivilisten gefährlich

Kommentar von Rheinbogen am 6. Februar um 19:47 Uhr

Ich denke, Bush & Co sollten nicht für die Lügen bestraft werden, sondern für die Konsequenzen, die sich daraus ergeben haben. Also für zigtausend Tote im Krieg. Dafür (und für manch anderes) gehören sie lebenslänglich hinter Schwedische Gardinen. Die Lügen selbst sind nicht das Problem - da sind das Volk und die Medien zu rügen, weil sie sich belügen lassen (und z.B. einen Herrn Bush sogar wiederwählen - muss man mehr dazu sagen?).

Kommentar von Ich am 6. Februar um 20:40 Uhr

Ich möchte diejenigen, die für ein Bestrafen von Lügen plädieren, fragen, wer die Macht haben soll, zu entscheiden was Wahrheit und was Lüge ist? Werden nicht dadurch alle anderen entmündigt? Wie könnte verhindert werden, dass diese (totale!) Macht die Machthaber korrumpiert?
Die Beispiele in den bisherigen Kommentaren zeigen, dass es ausreichend wäre, die Taten (oder Unterlassungen) auf Strafbarkeit zu untersuchen. Da würde sich bei Bush reichlich finden (Angriffskriege, Unterstützung von Verschleppungen und Folter …) und bei dem oben genannten Bürgermeister ist klar, dass er seinen Auftrag nicht ausgeführt hat. Die Lügen sind bei beiden sekundäre Erscheinungen.
Im übrigen würden sich manchen Machthabern leichter Lügen nachweisen lassen, wenn man nicht für den Nachweis der Lüge eine Klage wegen Verleumdung o. ä. befürchten müsste. Dadurch wird die Wahrheit eine Frage des Geldes, bzw. wieder der Macht, die Richter einzusetzen.

Kommentar von nova am 7. Februar um 00:39 Uhr

hihihi, sind ein wenig vom thema abgekommen und haben den fokus zu weit auf das lügen gerichtet.
vielleicht bin ich nur ein träumer aber ich glaube, dass die lügen nicht das große problem sind, solange eine wirkliche redefreiheit besteht.
denn dann gäbe es auch aussagen, die der lüge wiedersprechen und ihr damit die energie entziehen.
die lügen über den 9.11. z.b. können sich nur deshalb noch halten, weil alles was sie aufdecken könnte, von den mainstream-medien unterdrückt wird. (wobei wir wieder bei der redefreiheit angekommen).
kurz gesprochen: wo wahrheit gesagt werden darf, wird es für die lüge schwer zu verweilen.

Kommentar von Bensil Norm am 7. Februar um 01:06 Uhr

Zitat :
“P.S. Für alle, die sich bereits jetzt in ihrem Recht zur Redefreiheit beschränkt fühlen: “Es bleibe dabei - die Gedanken sind frei!”

Na ja…richtig solange man eben nicht gechipt ist.
Doch die Technik wirds schon richten und der Gedankenpolizei die entsprechenden Mittel zur Verfügung stellen.
Wenn nicht bald was passiert.
Ulele
Bensil Norm 2050minusX

PS: bitte tausend-reporter auf Stern.de nicht vergessen und für den Politblog und deren Partnerseiten abzustimmen.
Danke

Kommentar von redlope am 7. Februar um 05:02 Uhr

Zum Thema Holocaust-Leugnungs-Verbot:

Obwohl ich mich viel mit dem Holocaust beschäftigt habe, war mir immer sehr unwohl bei der Diskussion über das Verbot der Holocaust-Leugnung. Auch viele „Linke“ offenbarten hier oft einen verborgenen autoritären Charakter.
Für mein Unwohlsein gibt es 3 Gründe:

1. Auch wenn ich eine Meinung nicht teile, ist es mir wichtig, dass sie geäußert werden darf. (frei nach…??)

2. Es droht Salami-Taktik. Nazis, Kinderpornographen und Terroristen bilden die mehrheitsfähige Vorhut, um die Bürgerrechte zu beschneiden. Dann sind die Gesetze da und bilden die Blaupause, um später auch Linke, Blogger, G8-Gegner, Warez-Freunde…etc… verfolgen zu können. Es geht ums Prinzip.
So könnte auch die rückwirkende Deutung von Geschichte per Gesetz Schule machen.

3. Speziell beim Holocaust sehe ich noch ein Problem: Dadurch, dass per Gesetz verboten wird, ihn zu leugnen, macht man das „Leugnen“ zu einem Thema. Damit wird eine bisher von seriösen Kreisen nicht in Frage gestellte historische Tatsache zu einer „Meinung“ unter mehreren Meinungen, von denen eine verboten wird. Hier verschwimmt die Grenze zwischen Wissenschaft und Politik. So sehe ich dieses Gesetz sogar eher kontraproduktiv.

Kommentar von Medien Quo Vadis am 7. Februar um 19:42 Uhr

Leute, die nicht schreiben können, machen Interviews mit Leuten, die nicht denken können, und fabrizieren daraus Artikel für Leute, die nicht lesen können. (Frank Zappa über Journalisten)

Ein schöner Artikel. Da es hier um Redefreiheit geht und über unsere Mahnwache vor dem ZDF bereits von Politblog berichtet wurde, habt Ihr sicher nichts dagegen , wenn wir unseren Aufruf zum Aktionstag für fairen Journalismus hier einstellen. Ich muss es leider aufteilen in mehrere Beiträge. Näheres auch auf unserer Website. Wenn der eine oder andere aus der Nähe von Hamburg spontan am Samstag hinzukommen kann, gerne.

Aufruf zum Aktionstag für fairen Journalismus - gegen Medienmanipulation!

Am 9.2.2008 führen alle Wege nach Hamburg!

„Medien - Quo Vadis?” verleiht 1. Medienpreis für Manipulation an Johannes B. Kerner

Da sämtliche Hauptbeteiligten an den Medienkampagnen gegen Eva Herman – nämlich in chronologischer Reihenfolge: Springer-Verlag, NDR, Kerner-Produktion und die dpa – ihren Sitz in Hamburg haben, ruft MQV zum Aktionstag am 9. Februar 2008 in Hamburg auf!

Geplant ist ab 11 Uhr eine ganztägige Mahnwache vor dem Kerner-Studio in der Rothenbaumchaussee, sowie ein Protestmarsch zum NDR und zur dpa.

Kommentar von Medien Quo Vadis am 7. Februar um 19:45 Uhr

Eingeladen sind alle Bürger, die für neutrale und informative Medien eintreten und gegen manipulative Presse, Sendungen und Talkshows, insbesondere in öffentlich-rechtlichen Programmen. Es geht NICHT allein um die Person Eva Herman, obgleich an jenem Tag die Hauptprotagonisten an der J.B. Kerner Sendung vom 9.10.07 und der anschließenden Tatsachenverdrehung von uns besucht werden.

Jeder mag in diesem Zusammenhang andere Vorstellungen von notwendigen Maßnahmen haben, Einigkeit besteht aber sicher darin, dass der Vorgang vollständig aufgedeckt und richtig gestellt werden muss und sich die Kerner-Redaktion bei den Zuschauern und Frau Herman zu entschuldigen hat. Andere Teilnehmer, denen die zunehmende Medienpräsenz einer Einzelperson und die damit verbundene Verquickung von öffentlich-rechtlichen mit privaten Medien (hier Spiegel und Springer mit der J.B.Kerner Redaktion und damit auch dem ZDF) zu weit geht, sind ebenfalls herzlich willkommen. Außerdem möchten wir von der DPA wissen, wie es zu den Zitatverdrehungen vom gleichen Tag kommen konnte und wer hierfür die Verantwortung trägt.

Kommentar von Medien Quo Vadis am 7. Februar um 19:46 Uhr

Aus Anlass seiner bevorstehenden 1000. Sendung soll Johannes B. Kerner – natürlich zugleich stellvertretend für seine Redaktion und das gesamte ZDF – bei dieser Gelegenheit auch der

1. Medienpreis für Manipulation - Die „Eiserne Bratpfanne“

überreicht werden.

MQV würdigt damit die herausragendste Fehlleistung des Jahres 2007 in den Medien!

Ausrichter des Aktionstages und der Versammlung: Bürger und Zuschauer sowie die überparteiliche Vereinigung “Medien Quo Vadis - Bürger gegen Medienmanipulation”

Ausgeladen und bei Anwesenheit von der Teilnahme ausgeschlossen werden erkennbar Rechts- oder Linksradikale, sowie jegliche Extremisten mit gewaltverherrlichenden Ansichten oder erkennbarer Gewaltbereitschaft.

Jeder ist aufgerufen, sachlich und kreativ seinen individuellen Protest zu bekunden. Es wird gebeten vor Ort den Anweisungen der Ordner und ggfls. der Polizei Folge zu leisten.

Beginn der Versammlung:
Samstag, 9.02.2008 um 11.00 Uhr

Treffpunkt vor den Studios Johannes B. Kerner
Rothenbaumchausee 80, 20148 Hamburg

Dort werden wir bis ca. 14.00 Uhr verweilen, um uns dann auf den relativ kurzen Fußmarsch zum NDR, Rothenbaumchausee 132 zu machen.

Kommentar von Medien Quo Vadis am 7. Februar um 19:49 Uhr

Im Anschluss und nach Rückkehr zum Ausgangspunkt findet gegen 15.00 Uhr ein Aufzug mit vorausfahrendem LKW statt zur

dpa - Deutsche Presse Agentur
Mittelweg 38, 20148 Hamburg.

Der Weg dorthin beträgt maximal 800 Meter. Vor Ort werden wir je nach Möglichkeit einer Gesprächsführung bis ca. 16.30 Uhr verweilen um dann zurück zur Rothenbaumchausee 80 zu ziehen. Abschlusskundgebung und Auflösung der Versammlung erfolgen gegen 18.00 Uhr.

Es wird höchste Zeit, dass wir unser Verlangen nach fairem, ehrlichem und unparteiischem Journalismus nochmals auf die Strasse bringen. Unsere Empörung muss sichtbar werden!

Herr Kerner, Herr Bellut, Herr Schächter und der Fernsehratsvorsitzende, Herr Polenz, dürfen nicht in dem Irrglauben gelassen werden, wir wären lediglich ein Internetphänomen! Darüber sind wir nach unserer Vereinsgründung am 7.12.2007 auch längst hinaus.

Vorrangiges Ziel des Vereins ist daher laut Satzung auch der Schutz und die Förderung des grundgesetzlich verbrieften Rechtes auf freie Meinungsäußerung und Meinungsbildung. Dazu wird MQV über den aktuellen Fall hinaus aufdecken und öffentlich dokumentieren, in welcher Form und von wem Presse und elektronische Medien instrumentalisiert werden.

Medien-Quo-Vadis

Kommentar von Henry Edward J. am 8. Februar um 00:59 Uhr

@MedienQuoVadis:

Euer Aufruf ist hier natürlich willkommen (und eine weitere Erinnerung daran, dass wir die Kommentarlänge wieder erhöhen müssen).

Es gibt wahrlich so viel Lügen und/oder Irrtümer in der Mainstreamberichterstattung. Eben erst hörte ich im Radio dass angeblich nach Romneys Aufgabe nur noch 2 Republikaner übrig sind mit McCain und Huckabee. Die Redaktionen scheinen echt voll von inkompetenten Versagern zu sein.

Kommentar von winfired am 8. Februar um 16:25 Uhr

WIR sind REDEFREIHEIT!

Kommentar von Robert am 10. Februar um 19:26 Uhr

Gerade Galilei ist hier ein gutes Beispiel, wo die Wahrheit nicht so eindeutig zu sein scheint. ;-)

Kommentar von Robert am 10. Februar um 19:27 Uhr

Scheint so als wäre der Link verschluckt worden:

Warum die Inquisition im Fall Galilei Recht hatte

Kommentar von grimoire am 10. Februar um 23:03 Uhr

Mal eine aktuelle Frage, die hoffentlich mit dem Thema Zensur nichts zu tun hat.
Was ist eigentlich aus freiheit-und-demokratie.net?
Ich rief die Seite heute auf und stellte fest, daß sie gesperrt ist “HTTP FORBIDDEN”.
Weiß jemand woran es liegt?

Kommentar von Rheinbogen am 10. Februar um 23:05 Uhr

Ich habe diesen langen Aufsatz gelesen, darin viel Interessantes gefunden, aber eine Sache nicht verstanden: Warum die Inquisition im Fall Galilei Recht hatte. Das ist fast wie bei einem wegen z.B. Mordes Verurteilten, von dem man inzwischen längst weiß, dass er den Mord nicht begangen hatte, über den später aber bekannt wurde, dass er bei einem versuchten Banküberfall beteiligt war. Und nun würde jemand behaupten, dass die Anklage seinerzeit doch Recht hatte.

Kommentar von Logiker am 11. Februar um 12:21 Uhr

Ist ja klar das hier bei den Kommentaren die “Holocaustleugner” als Argument fallen. Der Begriff Holocaustleugner ist an sich schon selbst eine Verleugnung bzw. Verunglimpfung. Es sind Geschichtsrevisionisten die damit grundsätzlich ins rechte Lager abgeschoben werden sollen, egal was für eine Motivation sie haben. Geschichtsrev. gibt es für alle Epochen. Kein “Holocaustl.” leugnet die Tatsache der Judenverfolgung / Vertreibung, Reichskristallnacht die KZs oder vereinzelte Massaker. Es geht denen um die geplante systematische Vergasung der Juden und um die Kriegsschuldfrage.
Sie gehen da, mit für sie glaubhaften Beweisen ran. Hier plump von Leugnern zu sprechen, ist vielleicht freie Meinungsäußerung aber faktisch eine Verleugnung.
Das geht sogar schon soweit das Anwälte die deratige Geschichtsrevisionisten verteidigen, sich schon anschließend selbst auf der Anklagebank wiedergefunden haben, nur weil sie Beweise für seine Thesen vorlegen wollten.
Im letzten Fall von Horst Mahler sagte der Richter sogar, das sie keine Beweise vorlegen bräuchten, da laut StGb die Leugnung Strafbar ist und es somit egal wäre was die Wahrheit ist, da er den Straftatbestand erfüllt.
Wenn das nicht Totalitär ist!

Kommentar von arjello am 11. Februar um 16:00 Uhr

Wie gross die Redefreiheit ist, sieht man ja hier. In den ganzen Kommentaren wird der Begriff “Holo…..” ca. 10 mal erwähnt. Als wenn das der Inbegriff der Redefreiheit wäre. Ja, klar alles dreht sich, auch noch nach zig Jahren, um ein und das selbe Thema. Hier scheint es Public Relation Gnome zu geben, die unbedingt wollen, dass dieser Blog unter dem genannten Begriff zu finden ist. Dabei ist das doch mittlerweile eine abgehakte Sache und andere wichtigere Dinge stehen im Mittelpunkt. Und dabei sollte man die Redefreiheit benutzen.
Der Witz aber ist, politblog könnte die genannten Beiträge einfach entfernen, ohne gegen die Redefreiheit zu verstossen. Denn sie hätten das Hausrecht.
Hier wurde hin und her diskutiert über die Redefreiheit, aber eine nützliche Abgrenzung ist nicht zu lesen. Es kommt auf das “Forum” an, auf den Absender und Empfänger und den Inhalt. Und beim Inhalt auf genaue Details. Oft geht im Getümmel die Möglichkeitsform unter und dem redenden wird unterstellt, etwas behauptet zu haben. Durch die verblassenden Deutschkenntnisse verschiedenster Gruppierungen kann man von Differenzierung wohl nicht mehr sprechen. Da wird die Redefreiheit zur Farce.

Kommentar von Logiker am 11. Februar um 16:43 Uhr

@ arjello

die Tatsache das der Holocaust hier 10 mal vorkommt (Jetzt 12) spricht ja für sich das es keine abgehakte Sache ist. leider
Im Schuluntericht völlig dominierend als ob es DIE DEUTSCHE GESCHICHTE wäre und fast jeden Tag im Fehrnsehen ein Bericht als ob es gestern passiert wäre.
Unabhängig vom Hol.. an sich, kann man am Umgang mit diesem Thema von öffentl/staatl. Seite sehr schön sehen, auf was für einem Entwicklungstand die Bevölkerung im Punkte Bevormundung ist und in wie weit der Staat sich als Erzieher sieht.
Außerdem zeigt der Staat hier am krassten wie weit er bereit ist, die Meinungsfreigheit einzuschränken und ist deshalb besonders Exemplarisch.

Der Widerspruch Hausrecht/Redefreiheit ist allerdings sehr interessant!

Zu meinem obigen Kommentar. Es war doch der Zündelprozess, wo der Richter diese unglaubliche Aussage tätigte. (Im Artikel letzter Absatz)

http://www.taz.de/index.php?id.....2/16/a0106

Kommentar von Henry Edward J. am 11. Februar um 16:54 Uhr

@arjello:

Ich denke auch dass wir vor Allem Redefreiheit beherzigen und durchsetzen sollten, um nicht wie von Bush angedroht beim Thema 9/11 oder anderen jüngeren Beispielen wie 7/7 und und und irgendwann verboten zu werden.

Der Satz des Richters aus dem Prozess ist aber wirklich der Hammer. Der zeigt perfekt, dass der Staat hier Geschichte dogmatisiert hat, und den für jeden Menschen und jede Aussage gültigen Grundsatz “es könnte eventuell auch anders sein” abgelegt hat.

Sowas ist Unrecht. Und es wird nur deshalb aufrecht erhalten, weil a) ein Großteil der Bürger denkt damit das akkurate Andenken an die Verbrechen zu schützen (dass dem nicht so ist erklärt Hilberg und auch Finkelstein) und b) ein Großteil der Bürger zu faul ist, ein Standardwerk wie Hilbergs Destruction of the European Jews zu lesen und sich mit der (wahren oder nicht wahren) Auslegung anderer Leute zu konfrontieren. Wer faul ist tritt der anderen Seite nicht entgegen, sondern lässt sie komfortabel verbieten.

Kommentar von arjello am 12. Februar um 13:16 Uhr

Ich stimme zu. Redefreiheit ist ein wichtiges Gut und wir sollten uns damit beschäftigen sie zu nutzen und nicht über sie zu diskutieren. Ob und wie es den Holo… gab, lässt sich in unterschiedlichsten Werken nachlesen. Jeder der vernünftig denken kann, kann sich dann ein Bild machen.

Was wir machen müssen ist, die aktuellen Lügen und Betrügereien die “jetzt” passieren nennen. Denn damit lässt sich was erreichen. Da ist Redefreiheit wichtiger. Die Geschichte werden wir irgendwann klar stellen, ob das bestimmte Leute wollen oder nicht.

Der zentrale Punkt ist seit einigen Jahren die Energie (Gas, Oel). Darum dreht sich alles, denn der Bedarf steigt exorbitant. Die USA nutzt seine Machtstellung aus um sich eine gute Ausgangsposition im Zugriff auf Energie-Rohstoffe zu verschaffen. Die USA machen es mit Krieg -> Irak viel. Iran, China macht es mit Geld -> Sudan, Tschad, etc., Russland mit Politik -> EU.

Man sollte die Redefreiheit nutzen um den Menschen klar zu machen, dass alle politischen Bemühungen in fast allen Ländern sich nur um diesen Punkt drehen. Deshalb wird auch die Atomenergie in Deutschland wieder so wichtig. Denn Deutschland hat keinen Zugriff auf andere Energiequellen, die die benötige Leistung bringen könnte.

Kommentar von arjello am 12. Februar um 13:54 Uhr

Tatsache ist, wenn Deutschland mehr Atomkraftwerke bauen würde, hätte es auch die Möglichkeit Atombomben zu bauen und damit “wieder” eine Weltmacht zu werden. Mal abgesehen von der Unabhängigkeit von Oel und Gas. Da das aber, von den Siegermächten, nicht gewollt ist wird der Bevölkerung über die Presse seit Jahrzehnten eingebläut es sei eine gefährliche und umweltschädliche Technik .
Genau so, wie die USA nicht wollen, dass der Iran die Atomkraft friedlich nutzen kann, denn dabei entsteht Material mit dem man Atomwaffen bauen kann, wenn man will. Wollen sie es auch nicht in Deutschland.
Die leichtgläubigen Umweltschützer, haben auch brav den Mist Jahrzehnte geglaubt und glauben ihn noch immer.
Das ist eine aktuelle Wahrheit, denn jetzt zahlen alle Deutschen den Preis dafür. In Form von höheren Rechnungen beim Strom und mit Menschenleben in Afghanistan.
Es wird Zeit das Deutschland sich aus diesem Zwangskorsett befreit. Sich unabhängig macht von der Energieversorgung (Oel -> USA, Gas -> Russland) und durch den Bau von Atombomben auf Basis der Materialien der Atomkraftwerke wieder auf die gleiche Augenhöge mit den grossen Industriestaaten gebracht wird.
Es kann nicht sein das der Iran das darf und Deutschland nicht.

Kommentar von Rheinbogen am 12. Februar um 23:19 Uhr

@ arjello:

Da das aber, von den Siegermächten, nicht gewollt ist wird der Bevölkerung über die Presse seit Jahrzehnten eingebläut es sei eine gefährliche und umweltschädliche Technik .

Es ist eine gefährliche und umweltschädliche Technik. Punkt.

Die leichtgläubigen Umweltschützer, haben auch brav den Mist Jahrzehnte geglaubt und glauben ihn noch immer.

Die Ablehnung der Atomkraft aus zahlreichen guten Gründen geht meilenweit über das Lager der Umweltschützer hinaus.

Das ist eine aktuelle Wahrheit, denn jetzt zahlen alle Deutschen den Preis dafür.

Wir haben doch eine ganze Reihe von Atomkraftwerken…..

Es wird Zeit das Deutschland sich aus diesem Zwangskorsett befreit. Sich unabhängig macht von der Energieversorgung (Oel -> USA, Gas -> Russland) und durch den Bau von Atombomben auf Basis der Materialien der Atomkraftwerke wieder auf die gleiche Augenhöge mit den grossen Industriestaaten gebracht wird.

Wenn das der Weg sein soll, dann gute Nacht! Ich bin ja nach wie vor der Meinung, diese Waffen sollten weltweit abgeschafft werden. Leichtgläubiger Umweltschützer der ich bin…..

Kommentar von arjello am 13. Februar um 15:23 Uhr

Es ist eine gefährliche und umweltschädliche Technik. Punkt.

Wer sagt und bestimmt das? Leute die Laien auf dem Gebiet sind. Komisch das dass in allen anderen Ländern der Erde genau anders herum gesehen wird.

Die Ablehnung der Atomkraft aus zahlreichen guten Gründen geht meilenweit über das Lager der Umweltschützer hinaus.

Es ist aber mit Sicherheit nicht die Mehrheit.

Wir haben doch eine ganze Reihe von Atomkraftwerken…..

Viel zu wenige. 40 % der Energie in Deutschland wird durch Kohlekraftwerke erzeugt. Die jetzt wegen dem hohen CO2 - Ausstoss teurer werden. Dir mag es ja vielleicht egal sein, wenn Du pro Jahr 200 bis 300 Euro deshalb mehr für Strom bezahlen musst. Einfachen Arbeitern nicht.

Wenn das der Weg sein soll, dann gute Nacht! Ich bin ja nach wie vor der Meinung, diese Waffen sollten weltweit abgeschafft werden. Leichtgläubiger Umweltschützer der ich…

Hier geht es um Macht. Drittweltländer haben sie, warum nicht Deutschland ? Es geht um das was DE in die Waagschale werfen kann. Mit Träumen ist da nicht gediehnt.

Kommentar von arjello am 13. Februar um 15:34 Uhr

Vielleicht zur Ergänzung.

Hätten wir die letzten zwanzig Jahre nicht damit verbraucht politisch um Umweltschutz oder nicht zu streiten, sondern dafür gesorgt das Atomkraft sicher und umweltschonend wird, dann wären wir heute ganz wo anders. Aber eine verbohrte Einstellung auf beiden Seiten hat dazu beigetragen dass es nur noch schwarz / weiss Denken gibt. Ja oder nein. Das halte ich für dumm. Langfristig wird es solchen Ländern wie Deutschland gar nicht anderes übrig bleiben als auf Atomkraft zu setzen. Sonst kannst Du die Wirtschaft einfach zuklappen. Mit Wind etc. kann man nur einen ganz kleinen Teil abdecken. Was ich auch für richtig halte, aber man muss ja realistisch bleiben.

Das mit der Atombombe für Deutschland hätte auch für andere, befreundete Länder eine grosse strategische Bedeutung. Die Machtverhältnisse würden sich erstaunlich ändern. Denk da mal drüber nach. Grundsätzlich bin auch ich der Meinung es sollte überhaupt keine geben. Aber wenn die Strukturen so sind wie sie sind, kann man nicht den Kopf in den Sand stecken und warten was passiert.

Kommentar von Rheinbogen am 13. Februar um 21:14 Uhr

Wer sagt und bestimmt das? Leute die Laien auf dem Gebiet sind. Komisch das dass in allen anderen Ländern der Erde genau anders herum gesehen wird.

Das stimmt doch gar nicht. Es wird nur von den Lobbyisten anders herum gesehen. Den Energiefirmen, bestimmten (längst nicht allen) Politikern und solchen Wissenschaftlern, die mit entsprechender Forschung Geld verdienen. Und das alles nicht nur in anderen Ländern, sondern auch bei uns. Dass die kernenergie gefährlich ist, muss wohl nicht begründet werden, oder wo lebst du? Dass sie umweltschädlich ist, ergibt sich alleine schon aus der Tatsache, dass radioaktiver Müll entsteht, der über Tausende von Jahren gelagert werden muss. Überleg dir mal, wie vor 5000 oder gar 10000 Jahren geschrieben wurde - wir können das heute kaum noch entziffern, glauben aber, künftige Generationen mit Warnschildern vor unseren Hinterlasenschaften warnen zu können. Das ist alles völlig absurd.

Es ist aber mit Sicherheit nicht die Mehrheit.

Die Mehrheit der Politiker? Die Mehrheit der Medienvertreter? Oder die Mehrheit der “normalen” Menschen? Was meinst du jetzt? Was ich gewiss weiß, ist, dass die Industrie einen Haufen Geld in Imagekampagnen steckt!

Kommentar von Rheinbogen am 13. Februar um 21:24 Uhr

Dir mag es ja vielleicht egal sein, wenn Du pro Jahr 200 bis 300 Euro deshalb mehr für Strom bezahlen musst…

Kernenergie ist per se nicht billiger, sondern viel teurer. Uran ist ein endliches Material wie Öl. Die Risiken sind bei der Kernenergie aber viel größer. Denk mal nur an mögliche Anschläge. Müssten die Betreiber auf dem freien Markt ihre Versicherungspolicen kaufen und z.B. diese Kosten an die Endverbraucher weitergeben, sähe es gleich ganz anders aus. Nur ein Beispiel.

…sondern dafür gesorgt das Atomkraft sicher und umweltschonend wird, dann wären wir heute ganz wo anders.

Nein, wir hätten uns die sinnlosen Diskussionen über eine angeblich sicher oder umweltschonend machbare Technologie sparen sollen und statt dessen Nägel mit Köpfen machen müssen. Es gibt Alternativen, und wir haben selbst beim Energiesparen noch riesiges Potential.

Langfristig wird es … Deutschland gar nicht anderes übrig bleiben als auf Atomkraft zu setzen.

Irgendwann bald schon wird es wieder einen Unfall geben. Dann wollen wir mal sehen, was passiert. Hoffentlich haben wir dann genügend Alternativ-Technologie zu verkaufen…. Ende off-topic!

Kommentar von arjello am 14. Februar um 15:17 Uhr

Nur mal so zur Info hier ein Link, wie viele Atomkraftwerke es gibt und wo sie stehen. Nach Deinem Szenario ist Welt voll Blödmänner und nur Du weisst wie alles geht, oder?

Anzahl Atomkraftwerke auf der Welt

Nichts ist sicher auf der Welt, auch keine Windkraftanlage.

Kommentar von Rheinbogen am 14. Februar um 18:58 Uhr

Nach Deinem Szenario ist Welt voll Blödmänner und nur Du weisst wie alles geht, oder?

Wieso soll ich denken, das seien Blödmänner? Die verdienen sich einen Wolf, für Endlagerung und Abriss kommt dann am besten der Steuerzahler auf. Für die Risiken oder nach einem Unfall die Gesellschaft. Natürlich geht das so, wie denn sonst?

Hier mal ein nettes Beispiel aus der Schweiz.

Aber eigentlich wollte ich nicht mehr weiter diskutieren, da dieses Thema hier fehl am Platz ist.

Kommentar von Politblog.net » Hassemer über die Freiheit - will falsche Meinungen nicht unter Strafe stellen am 10. Juni um 17:02 Uhr

[...] über die Freiheit - will falsche Meinungen nicht unter Strafe stellen Schon lange vertrete ich die Ansicht, dass die deutsche Idiotie der gesetzlichen Monopolisierung von Geschichtsdeutung moralisch falsch [...]

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