Shooter
Es gibt eine Reihe sehr guter Filme, die von kommerziellen Mainstream-Studios aus Hollywood produziert wurden. So etwa Matrix, Star Wars oder V For Vendetta.

Alle thematisieren sie Missstände in einer Gesellschaft, wie sie auch in unserer Realität auftreten. False-Flag Terror, aus Lügen bestehende Illusionswelten und vieles mehr. Aber alle spielen vor einem mehr oder weniger fiktiven Hintergrund.
Kürzlich habe ich im Gegensatz dazu einen Film gesehen, der ein reales Szenario verwendet. Und wie schon bei V For Vendetta fragt man sich am Schluss, wie es dieser Film nur durch die subtile (Selbst-)Zensurmaschine geschafft hat.
Der Film heisst Shooter, und es gibt ihn in Deutschland momentan bereits auf DVD zu kaufen und auszuleihen. In den Hauptrollen sind Mark Wahlberg und Danny Glover zu sehen. Regisseur ist Antoine Fuqua, der sich spätestens mit “Training Day” einen Namen gemacht hat. Die Produzenten sind Lorenzo di Bonaventura, Ric Kidney, Erik Howsam und Mark Johnson. Der Film basiert auf dem Buch “Point of Impact” von Stephen Hunter. Wie genau er sich an die Vorlage hält, ist nicht bekannt.
(VORSICHT SPOILER: Hier werden die wichtigsten Wendungen der Handlung verraten, wer den Film noch sehen und sich überraschen lassen will, sollte nicht weiterlesen!)
Die Handlung des Films ist sehr spannend und im Gegensatz zu konventionellen Actionfilmen auch erfrischend anders:
Bob Lee Swagger (Wahlberg) ist ein begnadeter Scharfschütze beim US-Militär. Bei einem Einsatz in Äthiopien wird sein Freund und Aufklärer Donnie Fann getötet. Die eigenen Soldaten lassen das Duo im Stich und zurück, weil es sich bei dem Einsatz um eine illegale Operation gehandelt hat. Die US-Armee hat in der Gegend Dörfer zerstört, um Platz für eine Ölpipeline zu machen.
Swagger war aus echtem Patriotismus beim Militär (und vermutlich auch wegen seines enormen Talents). Und der Verrat und die Einsicht, dass die Führer seines Landes sowohl an solch unmoralischen Aktivitäten teilhaben als auch die eigenen Soldaten im Stich lassen, erschüttert ihn und seine Überzeugungen tief. Er kehrt diesen Menschen den Rücken, zieht sich in eine einsame Hütte zurück und will vor allem in Ruhe gelassen werden. (Für Kenner: Seine Erscheinung, die Hütte auf dem Berg mit Hund und Flinte, erinnert sehr an Randy Weaver).
Doch dann fährt eines Tages ein Auto vor seinem Haus vor. Dem Auto entsteigen drei Regierungsmitarbeiter. Sie wollen Swaggers Hilfe. Er soll ein Attentat auf den Präsidenten planen. “Auf welchen Präsidenten?” “Auf unseren”. Aber nicht um ihn wirklich zu töten, sondern um den Secret Service zu testen. Dieser hat nämlich angeblich Informationen darüber, dass ein Attentäter bald einen Anschlag auf den Präsidenten durchführen wird. Swagger soll also seine Expertise auf dem Feld des Scharfschützen beisteuern und dem Secret Service erklären, wie er selbst als Profi einen solchen Anschlag durchführen würde.
Nachdem Swagger sich mehrere Tage mit den örtlichen Begebenheiten der jeweiligen geplanten Auftritte des Präsidenten vertraut gemacht und dem Secret Service seine Analyse mitgeteilt hat, kommt der erste Auftritt: Der Präsident soll gemeinsam mit dem Erzbischof von Äthiopien eine Rede halten.
Swagger und die drei Geheimagenten, die ihn angeheuert haben, beobachten den öffentlichen Auftritt gespannt von einer guten Beobachterposition aus. Swagger schaut ins Fernglas und konzentriert sich auf den Präsidenten, als ihn (Swagger) plötzlich zwei Schüsse in Schulter und Bein treffen. Die Geheimagenten haben ihn reingelegt. Gleichzeitig trifft ein Schuss von einem unbekannten Schützen nicht den Präsidenten der USA, sondern den äthiopischen Erzbischof.
Dem Verwundeten gelingt es nur knapp, zu fliehen. Auf der Flucht entwaffnet er den jungen FBI-Agenten Nick Memphis. Diesem sagt Swagger, dass nicht er es war, der den Bischof erschossen hat und dass man ihn hereingelegt hat. Die weitere Flucht gestaltet sich schwer, da die Behörden - wie üblich - mit Hilfe der sich mitschuldig machenden Massenmedien schnell die Kunde vom fliehenden Attentäter und Bösewicht Swagger verbreiten. Um zu belegen, dass er der Attentäter ist, verwenden die Fernsehanstalten Aufnahmen von Überwachungskameras, die Swagger beim Analysieren der Umgebung zeigen - damals dachte er noch, er täte dies für sein Land.
Trotz allem gelingt es dem Flüchtling, sich selbst zu verbinden, ein Auto zu klauen und Unterschlupf zu suchen.
Währenddessen entwickelt sich ein zweiter Charakter. FBI-Agent Memphis, dem Swagger die Waffe abgenommen hatte und dem er sagte, er habe den Bischof nicht ermordet sondern sei in eine Falle getappt, beginnt nun seinerseits damit, Fragen zu stellen. Er beschäftigt sich immer intensiver mit den Geschehnissen und muss erkennen, dass einige Dinge keinen Sinn machen. Warum sollte ein Attentäter Swagger, einer der besten Scharfschützen seines Landes, den Präsidenten um fast einen Meter verfehlen und stattdessen den Erzbischof treffen? Warum behaupten die Behörden, Zeugen hätten Swaggers Waffe gesehen, wie sie aus einem Fenster ragt, wenn jeder halbwegs professionelle Scharfschütze seine Waffe in den Raum zurückzieht, so dass sie von außen nicht sichtbar ist? Warum hatte CNN fertig geschnittene Aufnahmen des Attentats, bevor das FBI sie hatte? Wie kann es sein, dass die Behörden schon nach 22 Minuten eine ballistische Erklärung der Flugbahn der Kugel hatten? “Wir arbeiten schließlich für die Bundesregierung, wir machen nicht sooo nen tollen Job”.
Shooter hat hier eine ganz ähnliche Struktur wie V For Vendetta. In beiden Filmen gibt es einen Helden/Verfolgten (V/Bob Lee Swagger), der sich mit einer korrupten Regierung konfrontiert sieht und dagegen vorgeht. Und in beiden Filmen gibt es einen Regierungsmitarbeiter (Inspektor Finch/Agent Nick Memphis), der zunächst - wenn man so will - auf der anderen Seite steht, um dann damit zu beginnen, seine Regierung kritisch zu hinterfragen. Die Figur des Detektivs stößt dann auf mehrere Ungereimtheiten und Verbrechen seiner eigenen Regierung, die ihn an seinen bisherigen Überzeugungen rütteln und ihn schlussendlich zu einem Gehilfen des Helden/Verfolgten machen.
Und so auch bei Shooter. Agent Memphis bekommt immer mehr Gründe dafür, der offiziellen Version der Ereignisse zu misstrauen. Als nächstes wird nämlich der Polizist, der Swagger am “Tatort” angeschossen hat, tot aufgefunden. Will da jemand einen Mitwisser mundtot machen? Agent Memphis sagt zur FBI-Psychologin: “Bei einer Verschwörung werden immer die Spuren verwischt. Jack Ruby erschießt Oswald,…”.
Nachdem Memphis sich endlich Swagger angeschlossen hat, fahren sie gemeinsam zu einem weiteren wichtigen Charakter. Ein alter Mann in Tennessee hat wichtige Informationen für die von der Regierung Verfolgten. Der Mann ist wie gesagt alt, und seine Erfahrung scheint ihm ein realistisches Bild von der Welt gegeben zu haben:
Als Swagger ihm erzählt, die Regierung habe ihn im Vorfeld des präsidialen Auftritts angeworben, antwortet der Alte:
“Das ist ein schlechter Job. Wer immer diesen Job annimmt, ist üblicherweise bald darauf tot. So funktionieren Verschwörungen nun mal. Die Jungs von Grassy Knoll, die waren innerhalb von drei Stunden tot und wurden draußen in der Wüste begraben.
Woher ich das weiß? Ich hab immer noch die Schaufel.”
Der alte Tennessianer führt Swagger und Memphis zum tatsächlichen Schützen und Mörder des Erzbischofs. Dieser erklärt daraufhin, dass der Schuss tatsächlich dem Erzbischof gegolten hat, und nicht dem Präsidenten.
Im weiteren Verlauf der Handlung, in dem Swagger und Memphis dem korrupten Konglomerat immer näher auf den Pelz rücken, hat eben jener Senator Meachum noch einige interessante Dinge zu sagen:
Sätze wie diese hat man lange nicht mehr gehört in Hollywood-Produktionen. Und noch nie gab es einen Filmheld, der wie Swagger zu Hause eine Kopie des Berichts der 9/11-Kommission hat und den Laptop samt Nachrichtenfeeds anmacht mit der rhetorischen Frage, “was für einen Scheiß sie uns heute weismachen wollen”. 9/11, das Attentat auf John F. Kennedy und die generell verlogene und brutale Außenpolitik der USA, für alles findet man in dem Film Referenzen.
Mündige Bürger, die das Internet nutzen, um an den großen Fernsehsendern und Zeitungen vorbei an wichtige Informationen zu kommen. Und die dabei feststellen müssen, dass die immer ausuferndere Zentralisierung von Macht in Verbindung mit der Tendenz, die meisten wichtigen Regierungsangelegenheiten vor dem Bürger geheim zu halten, es Gruppen von korrupten Menschen ermöglicht hat, den Deckmantel der Regierung für allerlei Verbrechen zu nutzen.
Wer diese Tendenzen auch in der “echten” Welt mitverfolgt und ein gesundes Misstrauen gegenüber Regierungen hat, wird mit Shooter bestens unterhalten.
Wie bereits angekündigt ist dies mein vorerst letzter Artikel, wir sehen uns eventuell noch in den Kommentaren
-DaRockwilda

Alle thematisieren sie Missstände in einer Gesellschaft, wie sie auch in unserer Realität auftreten. False-Flag Terror, aus Lügen bestehende Illusionswelten und vieles mehr. Aber alle spielen vor einem mehr oder weniger fiktiven Hintergrund.
Kürzlich habe ich im Gegensatz dazu einen Film gesehen, der ein reales Szenario verwendet. Und wie schon bei V For Vendetta fragt man sich am Schluss, wie es dieser Film nur durch die subtile (Selbst-)Zensurmaschine geschafft hat.
Der Film heisst Shooter, und es gibt ihn in Deutschland momentan bereits auf DVD zu kaufen und auszuleihen. In den Hauptrollen sind Mark Wahlberg und Danny Glover zu sehen. Regisseur ist Antoine Fuqua, der sich spätestens mit “Training Day” einen Namen gemacht hat. Die Produzenten sind Lorenzo di Bonaventura, Ric Kidney, Erik Howsam und Mark Johnson. Der Film basiert auf dem Buch “Point of Impact” von Stephen Hunter. Wie genau er sich an die Vorlage hält, ist nicht bekannt.
(VORSICHT SPOILER: Hier werden die wichtigsten Wendungen der Handlung verraten, wer den Film noch sehen und sich überraschen lassen will, sollte nicht weiterlesen!)
Die Handlung des Films ist sehr spannend und im Gegensatz zu konventionellen Actionfilmen auch erfrischend anders:
Bob Lee Swagger (Wahlberg) ist ein begnadeter Scharfschütze beim US-Militär. Bei einem Einsatz in Äthiopien wird sein Freund und Aufklärer Donnie Fann getötet. Die eigenen Soldaten lassen das Duo im Stich und zurück, weil es sich bei dem Einsatz um eine illegale Operation gehandelt hat. Die US-Armee hat in der Gegend Dörfer zerstört, um Platz für eine Ölpipeline zu machen.
Swagger war aus echtem Patriotismus beim Militär (und vermutlich auch wegen seines enormen Talents). Und der Verrat und die Einsicht, dass die Führer seines Landes sowohl an solch unmoralischen Aktivitäten teilhaben als auch die eigenen Soldaten im Stich lassen, erschüttert ihn und seine Überzeugungen tief. Er kehrt diesen Menschen den Rücken, zieht sich in eine einsame Hütte zurück und will vor allem in Ruhe gelassen werden. (Für Kenner: Seine Erscheinung, die Hütte auf dem Berg mit Hund und Flinte, erinnert sehr an Randy Weaver).
Doch dann fährt eines Tages ein Auto vor seinem Haus vor. Dem Auto entsteigen drei Regierungsmitarbeiter. Sie wollen Swaggers Hilfe. Er soll ein Attentat auf den Präsidenten planen. “Auf welchen Präsidenten?” “Auf unseren”. Aber nicht um ihn wirklich zu töten, sondern um den Secret Service zu testen. Dieser hat nämlich angeblich Informationen darüber, dass ein Attentäter bald einen Anschlag auf den Präsidenten durchführen wird. Swagger soll also seine Expertise auf dem Feld des Scharfschützen beisteuern und dem Secret Service erklären, wie er selbst als Profi einen solchen Anschlag durchführen würde.
Nachdem Swagger sich mehrere Tage mit den örtlichen Begebenheiten der jeweiligen geplanten Auftritte des Präsidenten vertraut gemacht und dem Secret Service seine Analyse mitgeteilt hat, kommt der erste Auftritt: Der Präsident soll gemeinsam mit dem Erzbischof von Äthiopien eine Rede halten.
Swagger und die drei Geheimagenten, die ihn angeheuert haben, beobachten den öffentlichen Auftritt gespannt von einer guten Beobachterposition aus. Swagger schaut ins Fernglas und konzentriert sich auf den Präsidenten, als ihn (Swagger) plötzlich zwei Schüsse in Schulter und Bein treffen. Die Geheimagenten haben ihn reingelegt. Gleichzeitig trifft ein Schuss von einem unbekannten Schützen nicht den Präsidenten der USA, sondern den äthiopischen Erzbischof.
Dem Verwundeten gelingt es nur knapp, zu fliehen. Auf der Flucht entwaffnet er den jungen FBI-Agenten Nick Memphis. Diesem sagt Swagger, dass nicht er es war, der den Bischof erschossen hat und dass man ihn hereingelegt hat. Die weitere Flucht gestaltet sich schwer, da die Behörden - wie üblich - mit Hilfe der sich mitschuldig machenden Massenmedien schnell die Kunde vom fliehenden Attentäter und Bösewicht Swagger verbreiten. Um zu belegen, dass er der Attentäter ist, verwenden die Fernsehanstalten Aufnahmen von Überwachungskameras, die Swagger beim Analysieren der Umgebung zeigen - damals dachte er noch, er täte dies für sein Land.
Trotz allem gelingt es dem Flüchtling, sich selbst zu verbinden, ein Auto zu klauen und Unterschlupf zu suchen.
Währenddessen entwickelt sich ein zweiter Charakter. FBI-Agent Memphis, dem Swagger die Waffe abgenommen hatte und dem er sagte, er habe den Bischof nicht ermordet sondern sei in eine Falle getappt, beginnt nun seinerseits damit, Fragen zu stellen. Er beschäftigt sich immer intensiver mit den Geschehnissen und muss erkennen, dass einige Dinge keinen Sinn machen. Warum sollte ein Attentäter Swagger, einer der besten Scharfschützen seines Landes, den Präsidenten um fast einen Meter verfehlen und stattdessen den Erzbischof treffen? Warum behaupten die Behörden, Zeugen hätten Swaggers Waffe gesehen, wie sie aus einem Fenster ragt, wenn jeder halbwegs professionelle Scharfschütze seine Waffe in den Raum zurückzieht, so dass sie von außen nicht sichtbar ist? Warum hatte CNN fertig geschnittene Aufnahmen des Attentats, bevor das FBI sie hatte? Wie kann es sein, dass die Behörden schon nach 22 Minuten eine ballistische Erklärung der Flugbahn der Kugel hatten? “Wir arbeiten schließlich für die Bundesregierung, wir machen nicht sooo nen tollen Job”.
Shooter hat hier eine ganz ähnliche Struktur wie V For Vendetta. In beiden Filmen gibt es einen Helden/Verfolgten (V/Bob Lee Swagger), der sich mit einer korrupten Regierung konfrontiert sieht und dagegen vorgeht. Und in beiden Filmen gibt es einen Regierungsmitarbeiter (Inspektor Finch/Agent Nick Memphis), der zunächst - wenn man so will - auf der anderen Seite steht, um dann damit zu beginnen, seine Regierung kritisch zu hinterfragen. Die Figur des Detektivs stößt dann auf mehrere Ungereimtheiten und Verbrechen seiner eigenen Regierung, die ihn an seinen bisherigen Überzeugungen rütteln und ihn schlussendlich zu einem Gehilfen des Helden/Verfolgten machen.
Und so auch bei Shooter. Agent Memphis bekommt immer mehr Gründe dafür, der offiziellen Version der Ereignisse zu misstrauen. Als nächstes wird nämlich der Polizist, der Swagger am “Tatort” angeschossen hat, tot aufgefunden. Will da jemand einen Mitwisser mundtot machen? Agent Memphis sagt zur FBI-Psychologin: “Bei einer Verschwörung werden immer die Spuren verwischt. Jack Ruby erschießt Oswald,…”.
Nachdem Memphis sich endlich Swagger angeschlossen hat, fahren sie gemeinsam zu einem weiteren wichtigen Charakter. Ein alter Mann in Tennessee hat wichtige Informationen für die von der Regierung Verfolgten. Der Mann ist wie gesagt alt, und seine Erfahrung scheint ihm ein realistisches Bild von der Welt gegeben zu haben:
“Sie (die Medien) sagen uns, der Name des Attentäters sei Bob Lee Swagger.
Andererseits haben sie uns auch gesagt dass künstliche Süßstoffe unschädlich seien und dass es im Irak Massenvernichtungswaffen geben würde!”
Als Swagger ihm erzählt, die Regierung habe ihn im Vorfeld des präsidialen Auftritts angeworben, antwortet der Alte:
“Das ist ein schlechter Job. Wer immer diesen Job annimmt, ist üblicherweise bald darauf tot. So funktionieren Verschwörungen nun mal. Die Jungs von Grassy Knoll, die waren innerhalb von drei Stunden tot und wurden draußen in der Wüste begraben.
Woher ich das weiß? Ich hab immer noch die Schaufel.”
Der alte Tennessianer führt Swagger und Memphis zum tatsächlichen Schützen und Mörder des Erzbischofs. Dieser erklärt daraufhin, dass der Schuss tatsächlich dem Erzbischof gegolten hat, und nicht dem Präsidenten.
“Warum? Weil der Erzbischof die Wahrheit sagen wollte: Dass nichts, egal wie grausam und erschreckend es auch ist, jemals geschieht, ohne dass die Regierung ihr Okay dafür gibt. Nicht hier und auch nicht in Äthiopien.
Das Problem ist nicht, wie man es anstellt. Das Problem sind die Leute an der Spitze, die zugeben müssten dass sie etwas wussten. Im Falle der Folterungen von Abu Ghraib wurden nur die untersten Ränge bestraft. Doch die Leute an der Spitze wussten Bescheid. Und wir wissen, dass sie Bescheid wussten. Aber keiner sagt es.”
“Wer das leitet? Meachum, Senator. Ich glaube aus Montana. Aber du verstehst es nicht. Es gibt keinen “Kopf”, den man abschneiden könnte. Es ist ein Konglomerat. Wenn einer von ihnen die Prinzipien ihrer Machenschaften um Geld und Macht verrät, dann verraten sie eben ihn und rächen sich.”
Im weiteren Verlauf der Handlung, in dem Swagger und Memphis dem korrupten Konglomerat immer näher auf den Pelz rücken, hat eben jener Senator Meachum noch einige interessante Dinge zu sagen:
“Immer gibt es eine verwirrte Seele, die denkt dass ‘ein Mensch einen Unterschied machen kann’, und man muss sie töten, um sie vom Gegenteil zu überzeugen. Das ist das Anstrengende an der Demokratie.”
“Auf welcher Seite ich bin? Es gibt keine Seiten. Keine Sunniten und Schiiten, keine Demokraten und Republikaner. Nur die Mächtigen und die Machtlosen.”
(Mit süffisanter Stimme) “Die USA sind ein Land, wo der ‘Verteidigungs’-minister im Fernsehen auftreten und der amerikanischen Öffentlichkeit erzählen kann, dass es hier um ‘Freiheit’ geht und nicht um Öl. Und niemand hinterfragt das, weil niemand die Antwort hören will, weil es eine Lüge ist.”
Sätze wie diese hat man lange nicht mehr gehört in Hollywood-Produktionen. Und noch nie gab es einen Filmheld, der wie Swagger zu Hause eine Kopie des Berichts der 9/11-Kommission hat und den Laptop samt Nachrichtenfeeds anmacht mit der rhetorischen Frage, “was für einen Scheiß sie uns heute weismachen wollen”. 9/11, das Attentat auf John F. Kennedy und die generell verlogene und brutale Außenpolitik der USA, für alles findet man in dem Film Referenzen.
Mündige Bürger, die das Internet nutzen, um an den großen Fernsehsendern und Zeitungen vorbei an wichtige Informationen zu kommen. Und die dabei feststellen müssen, dass die immer ausuferndere Zentralisierung von Macht in Verbindung mit der Tendenz, die meisten wichtigen Regierungsangelegenheiten vor dem Bürger geheim zu halten, es Gruppen von korrupten Menschen ermöglicht hat, den Deckmantel der Regierung für allerlei Verbrechen zu nutzen.
Wer diese Tendenzen auch in der “echten” Welt mitverfolgt und ein gesundes Misstrauen gegenüber Regierungen hat, wird mit Shooter bestens unterhalten.
Wie bereits angekündigt ist dies mein vorerst letzter Artikel, wir sehen uns eventuell noch in den Kommentaren
Kommentar von DaRockwilda am 18. Dezember um 15:07 Uhr
Übrigens beziehen sich alle Zitate aus dem Film auf die hoffentlich korrekte Übersetzung der englischen Originalversion. Falls jemand die deutsche Version sieht und auf gravierende Abweichungen trifft kann er dies gern hier anbringen.
Kommentar von Saklibahce am 18. Dezember um 18:00 Uhr
ja geiler film. eines der besten und spannendsten filme die ich je gesehen habe. sehr gute dialoge….
Kommentar von kadejott am 18. Dezember um 18:36 Uhr
Sorry, aber solche Filme sind mir zutiefst zuwider. Ich schaue sie mir nicht an.
Meines Erachtens nur wieder einer dieser Streifen, die dem einfältigen Zuschauer weismachen wollen, es gäbe in Hollywood sowas ähnliches, wie Kritik an der US-Politik.
Dies ist wahrscheinlich auch der Grund, warum der Streifen die “Zensur” überstanden hat.
Kommentar von ControlledMelodytion am 18. Dezember um 21:04 Uhr
hi!
ich kenne den film und beeindruckt war ich nicht. in erster linie gehts um diesen wahnsinnig wahnsinnig waaaaahnsinnig tollen scharfschützen und wie gut er das doch kann. die geschichte vom verarschten supersoldaten, der mit der waffe in der hand für gerechtigkeit sorgt. der gesellschaftskritische zuschauer mag in der story gesellschaftskritik erkennen, mit viel gutem willen. guter wille ist etwas, das die meisten gesellschaftskritischen leute auszeichnet, diesem film aber völlig fehlt.
meine meinung: seichte unterhaltung, überall stereotypen, die handlung kulisse fürs geballer und der gute gewinnt, indem er die bösen killt. die bösen waren in diesem falle regierungsmitglieder, es hätten aber auch dämonen oder außerirdische sein können. der film wäre der gleiche geblieben.
kadejott
sieh dir mal “von löwen und lämmern” an. der streifen passt in deine argumentation. “shooter” eigentlich weniger.
Kommentar von thorsten am 18. Dezember um 22:04 Uhr
Shooter ist eigentlich ziemlich gewalttätig, besonders am ende geht alles kaputt. die politische botschaft muß man suchen. mir fiel auf, daß shooter in seiner berghütte auf seinem schreibtisch den Official 911 Commission Report liegen hat. in einer anderen scene liest er drin. das hauptmotiv des films ist wohl, daß shooter eines attentats beschuldigt wird, was er nicht begangen hat.
ein, wie ich finde, viel besserer film ist The State Within, oder Schattenmacht, 7 folgen, vom BBC gemacht, 2007 in RTL2 gesendet und kürzlich als dvd raus gekommen. da gehts um einen bombenanschlag auf ein britisches flugzeug auf amerikanischem boden. die schuld bekommen islamisten. der held des films, der britische botschafter in washington, kommt dem plot nur langsam auf die spur. schlussendlich steckt der industriell-militärische komplex dahinter, eine firma, die über ihre sicherheitsfirmen allerlei ehemalige söldner engagiert und die aktion durchgezogen hat. der film ist sehr spannend gemacht und enthält viele motive, die man m.E. kennen und verstehen muss, um die heutigen vorgänge rund um 911, irak, iran, usw. zu vestehen.
Kommentar von free-medium am 19. Dezember um 04:05 Uhr
Hatte den gleichen gedanken als ich ihn das erste mal gesehen hab.
Trailer Deutsch:
http://www.youtube.com/watch?v=dV2uAiSC9dk
Trailer Orginal:
http://video.google.de/videopl.....1853490448
Erinnert stark an das Kennedy-Attentat, nur das man Oswald dazu noch eine gehörige Gehirnwäsche verpasste.
Danke
DaRockwilda
Kommentar von leon am 19. Dezember um 22:35 Uhr
es hat mich einfach umgehauen, dass so etwas in diesem format der breiten masse vorgesetzt wird. und das ist wahrscheinlich auch das großartige daran. etwas derartig brisantes und aktuelles in einer solchen hülle zu verpacken. (stereotypen und gewalt sprechen nur dafür)
orientiert man sich an der katharsis (der inneren reinigung für den zuschauer; http://tinyurl.com/2kdcxu) gehört dieser film zu den einzigartigsten in der modernen filmandschaft. der film ermutigt die menschen zu einem BEWUSSTEN UND KRITISCHEM PATRIOTISMUS! (und die patriotismus debatte ist für amerika nicht zu unterschätzen…); also zu einem volk, dass zu seinem land steht, weil es sich um es kümmert und es mitgestaltet.
wenn jeder die anspielungen des films wie DaRockwilda untersucht führt er dich automatisch auf eine tiefgründigere ebene (”Jack Ruby, Grassy Knoll”, etc)
am gelungsten empfinde ich zudem das ende: die hinrichtung der verfassungfeinde, die gerade ungeschoren davongekommen sind und dies feiern. sie unterscheidet sich zu den meisten anderen szenen, da hier die handlung nicht für die dramaturgie oder aktion ausgeschlachtet wird. sie selbst ist an sich nur kalt & direkt.
“wie können sie es wagen, ich bin ein senator der USA…
GENAU-> kopfschuss”
Kommentar von thorsten am 20. Dezember um 07:17 Uhr
noch so ein film ist Equilibrium. da geht es um eine gesellschaft, in der jeder eine art beruhigungs- und bewußtseinsdämpfungsdroge nehmen muß. die polizei erschießt jeden der das nicht tut und rottet auch widerstandszellen regelmäßig aus. in einem fall jedoch findet der polizeichef in den räumen von widerständlern klassische werke, u.a. beethoven u.ä. und fühlt sich angesprochen. er setzt immer öfter die droge aus und erkennt mehr und mehr was eigentlich abgeht. schlußendlich legt er den obersten des staates aufs kreuz und befreit das volk. bisschen ähnliche thematik also wie V Vendetta.
Kommentar von Janus am 20. Dezember um 09:23 Uhr
Also ich hab mir den Film wegen des Hinweises hier am Dienstag gekazft und gestern abend angesehen. Ein sehr guter Film. Klar ist auch ziemlich deftige Action dabei aber insgesamt halte ich den Film für sehr gelungen. Die Anspielungen und Parallelen sind nicht zu übersehen… Sehr gut. Mehr davon.
Mein Tipp nach wie vor ist V wie Vendetta. Offener kann man es nicht darstellen. Und als gesellschaftskritischen und sehr beeindruckenden Film kann ich immer wieder nur L.A. Crash vorschlagen.
Kommentar von Fr33dom am 20. Dezember um 13:18 Uhr
Hab mir den Artikel zwar jetzt nicht durchgelesen (Noch nicht leider keine zeit + lust
)
Aber hab den Film vor einigen wochen mit meinemVater gesehen !
Der ist klasse und sehr gut.
Da kommt so einiges vor : False flag, Anspielung auf den Mord an J.F Kennedy und einiges mehr - kann ich nur empfehlen !
Kommentar von Fr33dom am 20. Dezember um 13:20 Uhr
Achja :
Der Film zeigt auch wie mans eigentlich machen sollte … meiner meinung nach jedenfalls..
Kommentar von ico am 20. Dezember um 16:35 Uhr
Gesellschaftskritik in Filmen ist doch so eine Sache. Ich könnte jetzt genausogut (wenn auch etwas platt) argumentieren, dass sobald ein Thema von Hollywood vermarktet wird, es aus der Realität in eine Phantasiewelt gehoben wird. Und dann heißt es: “Sowas kanns doch in der echten Welt gar nicht geben, lief ja im Kino.”
Kommentar von Rufus am 22. Dezember um 22:11 Uhr
Der Film ist sehr zu empfehlen um Leute an die ganze “Wahrheitsthematik” heranzuführen. Zunächst einmal ist er ein typischer Hollywood-Actionfilm mit einem Typen in der Hauptrolle, der wie Markus Kafka mit Muskeln aussieht und übermenschliche Rambofähigkeiten aufweist. Viel Geballer, Blut und Explosionen.
Erstaunt haben mich auch die schon angesprochenen Anspielungen zu JFK, Regierungskorruption, Lügen, Desinfo und 9/11.
Der Film ist ein guter Anfang und es kommt hoffentlich mehr davon.
Nachteile:
Die Kritik fällt nicht allzu scharf aus. Die großen Bösewichte sind am Ende nur ein Senator und ein Army-Colonel. Der russische Agent sagt an einer Stelle auch: “In Abu-Ghraib sitzen nur die kleinen Fische. Unsere Regierung will nur nicht zugeben, daß sie nichts wusste.” Nix über WTC 7 usw. Auch ist der Präsident mal wieder “sakrosankt”, obwohl es klar ist, daß Bush bei 9/11 mit drin steckt und daß Lyndon B Johnson damals auch über das JFK-Attentat mehr als nur bescheid wusste (ebenso Bush Sr.).
OK, wie gesagt, der Film ist ein guter Anfang. Bei der DVD gab´s auch eine kleine Sonderdoku über die Independence Hall, Verfassung etc. Quasi “back to the roots to US Freedom” - das weckt Hoffnungen!
Kommentar von koppino am 23. Dezember um 16:09 Uhr
ein weiter sehr empfehlenswerter film ist
fahrenheit 451
ist aus den 60er jahren
aber immer aktuell.
Kommentar von MMJoda am 25. Dezember um 08:36 Uhr
Allesamt schöne filme
doch meines erachtens ist V f. Vendetta nicht zu topen
wollt nur an dieser stelle noch anmerken das eine u-bahn zum reichstag gebaut wird …^^
Kommentar von morph am 9. Januar um 19:55 Uhr
hmm, nachdem ich mir aufgrund der empfehlung hier das filmchen angesehen habe, bin ich ehrlich gesagt etwas enttäuscht, das ganze ist eigentlich nur ein sniper-helden-epos, die story ist doch nicht wirklich erstzunehmen, das ganze dreht sich um (nur) 400 tote für den bau einer pipeline, ich kenne da ein beispiel aus der “gegenwärtigen realität” wo der bodycount bereits um einiges höher liegt, die paar sprüche von wegen jfk und so reissen den film nun auch nicht raus.
ja, “V” ist nicht zu toppen und ein film der diesen auch nur halbwegs
in den schatten stellt wird wohl noch lange auf sich warten lassen.
http://www.youtube.com/watch?v.....o&eurl
gruß, morph
Kommentar von KuddelTM am 9. Januar um 21:46 Uhr
Dialog:
Danny Glover: Willst du, das der Präsident ermordet wird? Willst du, das Amerika von Verbrechern regiert wird.
Mark Walberg: manchmal werden wir das - jahrelang …
Grandioso!