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Der große Bankenbetrug am Kunden

Morgan Stanley auf der Anklagebank

Am 24. September 2007 fand vor einem New Yorker Bundesgericht die letzte Anhörung im Rahmen einer Sammelklage statt. Zweiundzwanzigtausend (22.000 !) Kläger hatten sich zusammengeschlossen um eine der perfidesten Bankbetrügereien aufzudecken. Angeklagt war die amerikanische Morgan Stanley Bank.



Die Parteien haben sich schließlich auf einen Vergleich geeinigt. Morgan Stanley wird einige Millionen Dollar Abfindung zahlen und musste versprechen, sich zu “bessern”.

Edelmetalle - eine sichere Anlageform?

Der Trend zu Edelmetallen als krisensichere Anlageform ist nicht neu. Verstärkte Aufmerksamkeit erlangen Platin, Gold und Silber aber immer dann, wenn Turbulenzen an den Börsen und auf dem Kapitalmarkt auch Kleinanleger nach Alternativen suchen lassen. In der Regel geht der Kunde zu seiner Bank, kündigt einen Sparvertrag oder verkauft aus seinem Depot Aktien, um den Erlös in Edelmetalle zu investieren. Wer gut beraten ist, splittet dann prozentual einen Teil in Gold, einen in Silber.



Entscheidet sich der Kunde - statt für die weniger empfehlenswerte Variante des Zertifikats - für physische Edelmetalle, kommt je nach Höhe der Anlage dabei eine kleine Menge Gold, teilweise aber eine erhebliche Menge Silber zustande, die die Wenigsten mit nach Hause nehmen und im Sparstrumpf lagern können. Die Banken bieten für den Fall die Lagerung der persönlichen Habe an. Dabei entstehen selbstverständlich Kosten, einmal für den Ankauf der Edelmetalle sowie jährliche Gebühren für die Lagerung und Versicherung. In den sauren Apfel muss der Kunde beißen, schließlich weiß er, dass es immer die Banken sind, die an sämtlichen Transaktionen am meisten verdienen. Er bekommt von seiner Bank einen Nachweis über das gekaufte Silber und in der Folge regelmäßige Forderungen für die Lagerhaltung.

Der Morgan-Stanley-Betrug

Morgan Stanley hat nun den Bogen überspannt. Die Bank hat das Geld der Kunden genommen, aber weder Silber gekauft noch es in der vertraglich vereinbarten Menge eingelagert. Gebühren dafür wurden aber erhoben.

Der Schwindel flog auf, als ein skeptischer Kunde bei Morgan Stanley bat, ihm die Seriennummern und Gewichte seiner Barren zuzuschicken, für die er seit vielen Jahren Lagergebühren und Versicherung bezahlt hatte. Statt der Seriennummern oder Gewichtsangaben erhielt er nur Ausflüchte. Der Anleger war im Internet durch den Silberanalysten Theodore Butler, der diese Praxis schon lange vermutete, hellhörig geworden und setzte er sich mit einem Anwalt in Verbindung.

Eine Lawine kam ins Rollen, immer mehr Betroffene meldeten sich, bis es schließlich zu der gemeinsamen Klage in New York kam. Doch der Ausgang des Gerichtsverfahrens ist wenig befriedigend. Durch den Vergleich kam es zu keiner Verurteilung. Jeder Privatmann wäre vermutlich des Betrugs überführt und vor ein Strafgericht zitiert worden. Nicht so Morgan Stanley. Die Bank gestand nicht mal ihr Fehlverhalten ein.

“Leider sieht es so aus, dass die Teilnehmer der Sammelklage recht wenig erhalten werden. Im Grund wird das Geschäft ganz normal weiterlaufen, jedenfalls was Morgan Stanley und ihre Edelmetall-Lagerpraktiken angeht. Dem muss nur noch ein Richter die endgültige Zustimmung geben”, schreibt Theodore Butler in einem aktuellen Bericht des Falles.

Diese Praktiken haben aber neben dem unmittelbaren Betrug am Kunden und der Tatsache, dass die Banken mit dem eingezahlten Geld beliebige Geschäfte in ihrem Sinne machen können, noch einen viel weitreichenderen Effekt. Wird nämlich auf die Art und Weise Silber in großen Mengen nicht tatsächlich gekauft, entsteht keine Nachfrage auf dem Markt. Der vorgetäuschte “Kauf” hat damit keinerlei Einfluss auf das Preisgeschehen, die normale Angebot- und Nachfrage-Funktion des freien Marktes wird kurzgeschlossen. Wenn das Silber jedoch tatsächlich - wie es sich gehört hätte - gekauft worden wäre, als die Kunden ihr Geld überweisen haben, dann hätte sich dies im Preisgeschehen widergespiegelt.

Als Vergleich nennt Butler die Geschäfte eines Börsen- oder Fondmaklers. Was würde passieren, wenn er die georderten Aktien nie kauft und die Investition nur als Wette behandelt, wenn er darauf setzt, dass der Kunde verliert? Würden der Wertpapierhandel und die Wirtschaftsbehörden einfach so wegschauen?

Theodore Butler vermutet schon lange “erfundene Lagerbestände”, die es überhaupt nicht gibt. Seit Jahrzehnten sei das seiner Meinung nach Banken-Praxis und er schätzt die Menge auf eine Milliarde Unzen. Die Wahrheit, befürchtet er, liegt womöglich weit darüber.

“Ich ziehe es im Allgemeinen vor, mit belegten Fakten und Zahlen zu arbeiten, und nicht bloß zu spekulieren, wie groß die gesamte Menge sein könnte. Allerdings gibt es dafür keine Berichterstattungspflicht oder Daten der Verrechnungsstellen. Ich bin mir sicher, dass ohne das Urteil zu Morgan Stanley, viele sogar das Problem an sich abstreiten würden. Diesem Fall sei Dank, kann nun niemand mehr abstreiten, dass es ungedeckte Silberzertifikate gibt.”

Ted Butler war der einzige, der jemals über diese erfundenen Lagerbestände geschrieben hat. Die Folge war, dass er von Börsenmarklern, die im Dienst großer Firmen standen, als Spinner abgetan wurde. Mit dem Fall Morgan Stanley ist bewiesen: Butler hat ins Schwarze getroffen!

Pony

Teile der Zitate wurden in deutscher Übersetzung von Silberinfo übernommen.
Dieser Eintrag wurde am Samstag, den 27. Oktober 2007 von pony_huetchen geschrieben und in die Kategorie Wirtschaft eingeordnet. Du kannst alle Kommentare zu diesem Artikel mit dem RSS 2.0 Feed beobachten. Du kannst eine Antwort hinterlassen, oder durch einen Trackback auf diesen Artikel verlinken.
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Kommentar von Ghostwriter am 27. Oktober um 12:04 Uhr

Gepostet bei Schall und Rauch Blog

http://alles-schallundrauch.bl.....anken.html

Erst das Papiergeld jetzt das Papiergold

Kommentar von Anton am 27. Oktober um 12:13 Uhr

Danke für diesen schönen Artikel.

Ich frage mich, ob die Anweisung, für das Geld des Sparers nicht wirklich Gold zu kaufen, “von ganz oben” kommt. Und ob andere amerikanische bzw. internationale Banken das darum genauso handhaben.

Denn wird nicht wirklich physisches Gold gekauft, so hat das natürlich Einfluss auf den Goldpreis (wie der Artikel ja erwähnte). Aber ein hoher Goldpreis ist von den Regierenden nicht erwünscht, denn er ist ein schlechter Indikator für die Wirtschaft bzw für die eigene Wirtschafts- und Finanzpolitik.

Andererseits frag ich aber, ob der amerikanische Goldmarkt überhaupt einen so großen Einfluss auf den Weltmarktpreis hat. Sind es nicht mehr Länder wie China oder Indien, die den Goldpreis wesentlich beeinflussen?

Jedenfalls vermuten Insider ja schon länger, dass die Edelmetallpreise regelmäßig nach unten korrigiert (d.h. manipuliert) werden um die Anleger nicht zu verunsichern. Das wäre nämlich auch schlecht für die Konjunktur.

Das milde Urteil des Gerichts lässt mich irgendwie vermuten, dass hier wieder ein Einfluss von oben stattgefunden hat.

Mein Fazit:
Die realen Edelmetallpreise sind wahrscheinlich viel höher.
Bin gespannt, ob das Urteil sich nun irgendwie auf die Preise auswirkt.

Kommentar von SaTa am 27. Oktober um 12:18 Uhr

Ja das ist echt schade.
Das ist nun schon mittlerweile nicht mehr mit zu zählen wie oft Wirtschaftlich Starke Persönlichkeiten (auch juristische Persönlichkeiten) von der Justiz verschont werden bei Fällen, die einer Privatperson ohne Macht sofort das Genick gebrochen hätten…

Kommentar von Jockel am 27. Oktober um 12:27 Uhr

Als Großer Silber Fan freue ich mich und möchte meinen Dank an die Morgan Stanley Bank richten :-) und an alle anderen Banken die ähnliche Geschäftspraktiken bei der “Lagerung/Aufbewahrung von Kunden-Silber haben.
Ich fühle mich dadurch auch bestätigt, daß in Silber ein viel Größeres Wachstums/Gewinn Potential steckt als es bei Gold der Fall ist.
Auch konnten und können wir als Silberanleger Dank dieser Praktiken immer noch davon Profitieren, wird doch der Silberpreis dadurch Künstlich gedrückt und sich der Erwerb von Silber für uns Silber-Fans noch im erträglichen Rahmen bewegt (7% MwSt auf Silbermünzen kann man noch akzeptieren).

Achja, sollte Ted Butler mit seiner Schätzung mit den eine Milliarde Unzen Buch-Silber recht haben, dann sind das in Tonnen 31250 Tonnen die es nur auf dem Papier gibt (ach wie schön :-) ).

Beim Eichelburg konnte man im September einen schönen wenn auch rein Spekulativen Artikel über die Silber-Manipulation lesen
http://www.hartgeld.com/filesa.....uliert.pdf

Also noch einmal mein Dank an die Morgan Stanley Bank .

teilweise aber eine erhebliche Menge Silber zustande, die die Wenigsten mit nach Hause nehmen und im Sparstrumpf lagern können.

Im Strumpf sicherlich nicht aber sooo groß ist ein Kilo Silber nun auch nicht. Um mal ein Maß zu nennen für ein Kilo Silber 10 x 10 cm x ~9mm bei Gold sind es 10 x 10 cm x ~ 5mm ;-) (die Maße entsprechen nicht den offiziellen Barren Maßen sie dienen nur dazu um einmal eine Vorstellung von der Größe von 1Kilo Silber/Gold zu bekommen)

Jockel

Kommentar von Porcospino am 27. Oktober um 14:44 Uhr

Scheinbar hat das Urteil Einfluß auf den Goldpreis. Er ist in 2 Tagen von $760 auf $780 für die Unze gestiegen. und weiter im Anstieg.

Kommentar von hgz am 27. Oktober um 15:35 Uhr

Als Vergleich nennt Butler die Geschäfte eines Börsen- oder Fondmaklers. Was würde passieren, wenn er die georderten Aktien nie kauft und die Investition nur als Wette behandelt, wenn er darauf setzt, dass der Kunde verliert? Würden der Wertpapierhandel und die Wirtschaftsbehörden einfach so wegschauen?

Rein prinzipiell es ist durchaus möglich nicht mit Silber zu handeln, sondern mit dem Anspruch auf Silber. Das nennt man Handel mit Optionsscheinen. Dabei geht es aber eben darum, diese Lagergebühren einzusparen. Das hier ist deutlicher Betrug.

Kommentar von Rufus am 27. Oktober um 15:54 Uhr

Fast könnte man meinen, daß jeder, der von Entscheidern und der Obrigkeit als “Spinner” bezeichnet wird eben doch recht hat, weil man sich so vehement gegen seine “Unterstellungen” wehrt…

Wir lernen also:
- Gold und Silber sind nur was für schrullige Idioten und Weicheier
- 9/11 wurde von Bin Laden veranstaltet und wir müssen alle Angst haben
- die Klimapanik ist berechtigt
- niemand hat die Absicht einen EU-Superstaat zu errichten
- niemand hat die Absicht einen Überwachungsstaat zu errichten

Danke, Morgan Stanley! :-)

Kommentar von Brodthuhn am 27. Oktober um 16:37 Uhr

Ohne die unermüdliche Arbeit von Theodore Butler wäre das Ganze überhaupt nicht herausgekommen. Durch die völlig berechtigte Sammelklage blieb den Verantwortlichen nichts anderes übrig, als einem Vergleich zuzustimmen und das Ganze möglichst geräuschlos unter den Teppich zu kehren. Im Web fand ich außer auf Gold-/Silber-Fanseiten nicht die geringsten Meldungen zum Prozeß außer hier (stammt vom Juni 2007).
Wieder ein Thema das von Spiegel & Co. totgeschwiegen wird. Das dumme Volk soll weiter an die absolute Sicherheit der Banken glauben und Edelmetalle nicht als wahres Geld sondern als altmodisch oder “barbarisches Relikt” betrachten.

Kommentar von Raffael di-Lenardo am 27. Oktober um 16:41 Uhr

Danke für die Information..
Ich dachte immer dass ich über Anlagemöglichkeiten gut informiert bin aber das wusste ich nicht und noch schlimmer meine Bank hat das noch mit keiner Silbe erwähnt..

Montag werde ich dort sicher vorsprechen und kaufen..

Wünsche noch ein schönes Wochenende für alle
Raffael

Kommentar von Anton am 27. Oktober um 17:05 Uhr

Ups, mit ist oben ein Syntaxfehler mit “nicht” passiert. Es muss natürlich richtig heißen:

“Denn wird wirklich physisches Gold gekauft, so hat das natürlich Einfluss auf den Goldpreis (wie der Artikel ja erwähnte)”

Aber @Brodthuhn

Auch Goldseiten.de hat am 25.10. darüber berichtet, jedoch unter der wenig aussagenden Überschrift “Rausgeschmissenes Geld - von Theodore Butler”

http://www.goldseiten.de/conte.....oryid=5638

@Porcospino

Seit 2001 steigen die Edelmetallpreise. Hat das mit dem 11. September zu tun?

Kommentar von eigen am 27. Oktober um 17:14 Uhr

Hier ein kleiner Anlagetipp für den kleineren Geldbeutel:

5 RM 1933 -1939, 13,89 g (12,5g Feinsilbergehalt )
5 x 5 RM = 62,5 g Silber , ca. 2 Unzen Feinsilber

die gibt’s bei ebay noch massig für ca. 20 €

wie sagte schon Goethe:
ALLEN GEWALTEN ZUM TRUTZ SICH ERHALTEN
http://www.sixbid.com/home/auc.....561q00.jpg

Kommentar von StephanB am 27. Oktober um 17:56 Uhr

“Jedenfalls vermuten Insider ja schon länger, dass die Edelmetallpreise regelmäßig nach unten korrigiert (d.h. manipuliert) werden um die Anleger nicht zu verunsichern.”

Das konnte man dieses Jahr ganz einfach in den Zeitungen nachlesen: Jede Menge Banken haben dieses Jahr große Mengen ihres Zentralbank (?)-Goldes auf den Markt “geworfen” (Spanien, Deutschland(?), Japan(?),etc. ; das müßte wohl selbst bei den Google-News zu recherchieren sein.
Wenn ich vorhin nicht zufällig mal die Homepage von alles-schallundrauch.blogspot.com aufgerufen hätte, hätte ich mir den Artikel bei politblog.net wahrscheinlich nie näher angeschaut. Bei der Überschrift “Der große Bankenbetrug am Kunden”habe ich eigentlich nicht mit so einer Hammergeschichte gerechnet. Ich weiß zwar inzwischen, dass bei Politblog.net alles super recherchiert ist und jeder Artikel des Lesens sich lohnt, aber ich habe auch nicht soviel Zeit wirklich jeden Artikel zu lesen. Artikel zu finanziellen Themen lese ich mich meistens nur bedingt durch, auch wenn ich weiß, dass dieses Thema genauso bedeutend wie das Thema Kriegsvorbereitung oder Erdöl ist.
Eine Überschrift wie “Viele Goldkäufe bei Banken nur vorgetäuscht” oder “Bankenbetrug mit virtuellem Gold” hätten mich vielleicht eher dazu veranlasst den Artikel zu lesen.
Trotzdem danke für die Arbeit dazu!

Den Hammer finde ich ja, dass die gleiche Bank (Morgan Stanley) der Bahn vorschlägt, um Kosten zu sparen, den Zustand des Bahn-Vermögens (Bahnhöfe, Gleise, Weichen, wahrscheinlich auch das Zugmaterial) nach dem Börsengang nur noch auf “ausreichend” zu halten.
Diesen Zustand gibt es bereits heute :-/ Wenn ich da an manche Bahnhöfe in Südbaden denke (z.B. Offenburg), dann fallen mir als Vergleich nur osteuropäische Länder ein. Auch am Hauptbahnhof in Frankfurt bröckelt an allen Bahnsteigen bereits der Estrich und der Beton an den Rändern weg. Das ganze Stahlgerüst hätte dringend eine Sanierung nötig. Im Stuttgarter Hauptbahnhof hat der Bahnsteigbereich den Charme eines Betriebsbahnhofes eines großen Braunkohlekraftwerks, etc.
Das ist wirklich eine absolute Bodensauerei. Noch dazu dass die Bahn sich selber quasi Konkurrenz macht durch ein eigenes Speditionsunternehmen, dass nur auf Lkws setzt und ich glaube mindestens (?) soviel Güter transportiert wie der Güterverkehr auf der Schiene.
Ein leiser Kommentar eines Schaffners, den er mir vor ein paar Jahren sagte: Die Bahn kann froh sein, dass die ICE-1-Züge noch so lange durchhalten.

Kommentar von Sitting-Bull am 27. Oktober um 20:30 Uhr

Die Krönung wäre natürlich, wenn man den Wett-Vergleich hinzunimmt, dass sozusagen der Buchmacher (die Bank) die Wettprämien auch noch so einsetzen kann, dass der Silberkurs gedrückt wird- mit OS, Futures oder OTC-Geschäften. Wie fühlen sich Wetten an, bei dem der Buchmacher bzw. die Bank eigentlich immer gewinnt?

PS: Das ganze erinnert an Fractional Reserve Banking. Der Betrug fing damals ja genau so an:

Papiergeld setzte sich durch, weil es bequemer und sicherer zu transportieren war, als eine Menge schwere Gold- und Silbermünzen.
Aus Bequemlichkeit, um nicht unnötigerweise Reisen zu den Goldschmieden zu unternehmen, fingen die Anleger, die bei den
Goldschmieden ihr Gold hinterlegt hatten, damit an, nur noch diese Papiere zu tauschen. Dies erledigte man mit einer Unterschrift,
dem sog. Indossament, der bekräftigte, dass das Gold von dem einen zum anderen überging.

Über die Zeit, um den Prozeß zu vereinfachen, wurden diese Quittungen zahlbar dem Empfänger, an statt einzelne Unterschriften der
Einleger zu benutzen. Damit wurden diese Quittungen leicht übertragbar.
Jedoch brach diese Maßnahme jede Möglichkeit, eine identifizierbare Lagerung des Goldes nachzuvollziehen.
Man hatte ja nur noch generelle Rechte an dem hinterlegten Gold, keine konkreten mehr, die mittels Vertrag nachvollziehbar waren.

Das hatte ganz eigenartige Nebenwirkungen:
Denn nun erkannten die Goldschmiede, dass immer nur ein Teil der Empfänger dieser Quittungen oder der Einleger des Goldes
gleichzeitig kamen. Und so konnten die Goldschmiede einen ungeheuren Betrug begehen, der bis heute nicht aufgedeckt worden ist und
immer noch so weiter funktioniert.
Sie fingen an, mehr Geldscheine auszugeben als Gold in den Tresoren war, und verlangten auf diese zusätzlichen Quittungen Zinsen.
Niemand würde je auf den Betrug kommen, wenn nicht alle gleichzeitig ihr Gold zurückverlangen würden.
Dieses war die Geburt des heute noch als „Fraktional Reserve Banking“ bekannten Prinzipes, wonach die Geldverleiher nur einen
Bruchteil der ausgegebenen Geldmenge tatsächlich in Gegenwert der Einlagen gedeckt hatten.
Was zunächst nicht weiter bedrohlich ist, ist es doch, wenn man sich die Folgen anschaut. Goldschmiede konnten Zinsen auf etwas
kassieren, was sie selbst aus dem Nichts geschaffen hatten. Wer dieses erst einmal verstanden hat, begreift schnell, wie viel Macht
das schon in wenigen Jahren ausmachen konnte.
Und dieser Betrug wurde nie entlarvt. Er wurde vielmehr zum zentralen Leitmotiv für alle herrschenden Klassen seit dieser Zeit.
Die Verbraucher bekamen in der Regel nichts davon mit. Denn selbst als es später einmal Bankpaniken gab, wurden heimlich Reserven
anderer Banken herangeschafft, so dass es nach Außen aussah, als ob alles in Ordnung wäre.
Und außerdem begriffen die Menschen schon bald nicht mehr, was Geld nun überhaupt war: Handelbare Schuld, nur mit einem Wert nur
versehen, weil jemand anderes daran glaubte, er könne diesen Geldschein wieder in etwas Handfestes einlösen, obwohl dieses Handfeste
gar nicht mehr oder nicht in ausreichender Höhe existierte. Wir haben es also mit einem Kettenbriefspiel oder besser, mit einer
Reise nach Jerusalem zu tun. Der letzte, der das Vertrauen in die Währung verliert, muss erkennen, wie viel sein Geld dank dieses
Riesen-Betruges wert war- nicht einmal das Papier, auf dem es gedruckt wurde.

Freie Übersetzung aus: Moneychangers: The History of Money oder auch The Money Masters.

Kommentar von NicolasHofer am 28. Oktober um 11:44 Uhr

Bei Edelmetallen schockt das ja fast schon niemand mehr. Aber das ganze ist in Form von “Naked Short Selling” auch bei Aktien gang und gäbe. Dabei wird dem Kunden (z.B. ein privater Kleinanleger) in seinem Depot die Aktie zwar angezeigt, aber es befindet sich nicht die Aktie sondern nur ein sog. “IOU” (I owe you - ich schulde dir) auf diese Aktie im Depot. Für den Kunden ist der Unterschied nicht zu erkennen. Das nennt sich fachmännisch: FTD - für “fail to deliver” und das Ganze neudeutsch: naked short selling.
Short selling (Leerverkauf) deshalb, weil der Verkäufer der Aktien (neudeutsch: BrokerDealer) die Aktien verkauft ohne sie zu haben. Später allerdings muss er seine Position dann “glatt stellen”, das heißt ausgleichen, indem er sich am Markt diese Aktie zum dann aktuellen Marktpreis kauft.
“Naked” ist diese short Position, weil sie nicht ausgeglichen wird. Das eigentlich für kurzfristige Lieferschwierigkeiten gedachte “fail to deliver” wird ausgenutzt, indem die Aktie von vornherein gar nicht “geliefert” werden soll.

Es ist eine Art “Fiat-Aktie” (= Aktie aus dem Nichts) wenn man so will. So unglaublich sich das anhört - aber es sind von diesen IOUs bzw. FTDs so viele “in Umlauf”, dass die SEC sich nicht traut diese Praktik zu verbieten, da es zu “erhöhter Volatitlität” am Markt kommen würde, wenn die Positionen alle ausgeglichen werden müssten. Meint: Der Aktienmarkt würde zusammenbrechen.

Ich hab dazu mal eine sehr gute Präsentation gesehen, allerdings finde ich sie im Moment leider nicht.

Kommentar von NicolasHofer am 28. Oktober um 11:50 Uhr

Hab die Präsentation gefunden. Es ist eine Stunde, die sehr gut investiert ist in meinen Augen: http://www.businessjive.com

Kommentar von Mr Mindcontrol am 28. Oktober um 12:08 Uhr

So, das ist jetzt auch ein gutes Argument, dass große Verschwörungen DOCH funktionieren können. Wenn alleine Morgen Stanley mindestens 22.000 Anleger gewerbsmäßig so betrogen hat aber das ganz sein soll bei Banken, dürften es bestimmt insgesamt mehrere 100.000 geprellte sein. Bei so viel Banken mit so viel Kunden müssen 1 viele 100 Mitarbeiter wenn nicht mehr als 1000 Mitarbeiter eingeweiht gewesen sein ( beteiligt aber noch mehr ). Wenn die alle Jahre dicht gehalten haben und das Jahre NICHT an die Öffentlichkeit kam, ist das ein gutes Argument gegen die Leute die immer Sagen große Verschwörungen seinen unmöglich, weil da sicher ( von 100ten) jemand reden würde. Das ist bei dieser riesigen Silberverschwörung NICHT passiert.

Mr Mindcontrol

Kommentar von gmurlch am 28. Oktober um 12:29 Uhr

So, das ist jetzt auch ein gutes Argument, dass große Verschwörungen DOCH funktionieren können

@Mr Mindcontrol

das ist mal wieder ein sehr gutes argument für die, die ohnehin nicht an Verschwörungen zweifeln, sozusagen als bestätigung.

jeder andere wird den ganzen vorgang bezweifeln. jedenfalls so lange bis der spiegel, die welt, die bildzeitung oder irgendeiner von den gez-propagandasendern darüber berichtet. und dort herrscht wie immer das schweigen im walde.

tschüssikowski

Kommentar von eigen am 31. Oktober um 20:52 Uhr

Der Ben dreht den Hahn noch etwas weiter auf:
Die US-Notenbank hat den Leitzins zum zweiten Mal binnen sechs Wochen gesenkt. Die Zentralbank verringerte den Leitzins am Mittwoch um 25 Basispunkte auf 4,50 Prozent.

‘Über Jahre hinweg haben die Notenbanken die Welt mit billigem Geld überschwemmt - und damit die Wohlhabenden noch wohlhabender gemacht. Jetzt droht die Inflation. Und die macht die Armen ärmer.’

http://www.spiegel.de/spiegel/.....36,00.html

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