Bundeswehr raus aus Afghanistan
Kriegsgegner auf der Suche nach einer politischen Heimat
Jüngste Online-Abstimmungen unter Bundesbürgern haben immer wieder gezeigt, dass mehr als die Hälfte der Beteiligten sich gegen den derzeitigen Einsatz deutscher Truppen in Afghanistan ausspricht. Einige von ihnen sähen allenfalls einen Einsatz gerechtfertigt, bei dem die Soldaten ausschließlich friedliche Wiederaufbauhilfe leisten. Bei aller Kritik an Online-Befragungen, die sicher keinen repräsentativen Querschnitt widerspiegeln, kann man relativ sicher davon ausgehen: Ein Großteil der Deutschen möchte keine Beteiligung am Afghanistan-Krieg!
Parlamentarier ignorieren den Souverän bewusst
Man kann von der Partei “Die Grünen” halten was man will, Tatsache ist: An ihrer Basis haben von Beginn diejenigen eine politische Heimat gesucht, die unter anderem gegen militärische Konfliktlösungen sind. Diese Haltung wurde auch bei dem letzten Sonderparteitag der Partei am 15. September in Göttingen deutlich.
Entgegen den Empfehlungen der Parteispitze hat die Delegierten-Versammlung ein eindeutiges Votum abgegeben. Der Parteitag forderte die Abgeordneten auf, “dem Afghanistan-Einsatz deutscher Tornados und Isaf-Soldaten bei der anstehenden Parlamentsabstimmung nicht zuzustimmen, weil die Vorlage beide Mandate erstmals aneinander koppelt. Zwar unterstützten die Delegierten die Beteiligung an der Isaf. Einen weiteren Tornado-Einsatz lehnten sie aber nach heftiger Kontroverse ab.”
Auch wenn das Ergebnis des im November anstehenden Parlamentsentscheids allein aufgrund der Stimmenmehrheit der Großen Koalition abzusehen ist, wäre es trotzdem wichtig, das “gefühlte Volksempfinden” bei der Abstimmung repräsentiert zu sehen. Das Votum des Grünen-Parteitages wäre ein solcher Wink an die Regierenden.
Aber dazu wird es nicht kommen! Ein großer Teil der Grünen-Abgeordneten geben vor, nicht der Basis, sondern ihrem Gewissen verpflichtet zu sein. Und ihr Gewissen sagt - Teilnahme der Bundeswehr im Krieg am Hindukusch. Ein anderer Teil will mit Stimmenthaltung dem Konflikt begegnen, was eigentlich nichts anderes zum Ausdruck bringt, als dass ein Abgeordneter keine politische Position bezieht. Da fragt man sich, was er im Parlament zu suchen hat.
Diese Grünen-Politik ist nicht neu. Spätestens seit dem Regierungsbeitritt auf Bundesebene hat die Partei ihre sicherheitspolitische Unschuld verloren. Die Zustimmung zur Entsendung von Bundeswehrtruppen in den Kosovo hatte das Eis gebrochen.
Die Ignoranz der Parteispitze gegen das demokratische Votum der Basis spricht aber vor allem einer Partei Hohn, die einst Basisdemokratie für sich selbst einforderte. Das Knirschen und Brodeln an der Basis ist nun zwar deutlich vernehmbar, wird aber in der Summe keinen nennenswerten Einfluss auf die Grünen-Bundespolitik haben.
Für etwas weniger Getöse sorgt derzeit noch das Buhlen von Teilen der FDP um die Grünen. “Das FDP-Bundesvorstandsmitglied Chatzimarkakis hat eine Fusion von FDP und Grünen vorgeschlagen”, heißt es schlicht und meint den noch engeren Schulterschluss der Parteien unter dem Banner neoliberaler Wirtschaftspolitik. Dem Vorstandsmitglied schwebt eine Wiedervereinigung des “deutschen Bürgertums” vor. Verkürzt kann man das auf den Nenner bringen: Eine noch effektivere Politik der Reichen gegen die Armen.
Die einzige Partei, die sich derzeit bedingungslos gegen die deutsche Beteiligung am Afghanistan-Krieg ausspricht, sind die Linken unter Oskar Lafontaine. Auch diese Partei vertritt aber nur eine geringe Minderheit der Wähler.
Was tun?
Was tun? Für eine Vielzahl von Deutschen ist die Frage des Afghanistan-Einsatzes und das enge politische Bündnis mit den USA ein zentraler Punkt deutscher Außenpolitik, dem sie nicht zustimmen. Das einstige “Flagschiff mit der Friedenstaube” - die Grünen, ignorieret das Votum der Basis. Die Politik der Linkspartei - außerhalb der Afghanistan-Frage - stellt für Viele keine erstrebenswerte Alternative dar. Wo findet dieser nicht geringe Teil der Bundesbürger seine Positionen wieder?
Wäre es nicht höchste Zeit, ein breites Bündnis all derer zu formieren, die zur derzeitigen deutschen “Sicherheitspolitik”, die zum Abbau des Rechtsstaates und des Sozialstaates ein klares Nein sagen? Die sich auf demokratische Traditionen besinnen und die Meinung des Souverän schätzen und in ihrer Politik umsetzen? Wie kann ein solcher Anfang aussehen, in dem die “Stimmen” nicht mehr nur in Wahlurnen gesammelt werden, sondern tatsächlich Gehör finden? Es ist Fünf vor Zwölf und die Besorgten treffen sich noch immer meist in Internet-Foren.
Wäre es nicht höchste Zeit, statt den Unmut zu sammeln, ein Programm positiver Zukunftsperspektiven zu entwickeln?
_____________________________________________
Weitere Politblog-Leseempfehlungen:
Brief eines deutschen Offiziers aus Kabul an Frank-Walter Steinmeier am 14. Mai 2007
Artikel in der Londoner “Daily Mail” von Craig Murray, dem ehemaligen britischen Botschafter in Usbekistan zur Situation in Afghanistan vom 21. Juli 2007
Die Rückkehr der Taliban Artikel zu einer ZDF-Dokumentation vom 29. Mai 2007
© Politblog - Lizenzrichtlinien
Jüngste Online-Abstimmungen unter Bundesbürgern haben immer wieder gezeigt, dass mehr als die Hälfte der Beteiligten sich gegen den derzeitigen Einsatz deutscher Truppen in Afghanistan ausspricht. Einige von ihnen sähen allenfalls einen Einsatz gerechtfertigt, bei dem die Soldaten ausschließlich friedliche Wiederaufbauhilfe leisten. Bei aller Kritik an Online-Befragungen, die sicher keinen repräsentativen Querschnitt widerspiegeln, kann man relativ sicher davon ausgehen: Ein Großteil der Deutschen möchte keine Beteiligung am Afghanistan-Krieg!
Parlamentarier ignorieren den Souverän bewusst
Man kann von der Partei “Die Grünen” halten was man will, Tatsache ist: An ihrer Basis haben von Beginn diejenigen eine politische Heimat gesucht, die unter anderem gegen militärische Konfliktlösungen sind. Diese Haltung wurde auch bei dem letzten Sonderparteitag der Partei am 15. September in Göttingen deutlich.
Entgegen den Empfehlungen der Parteispitze hat die Delegierten-Versammlung ein eindeutiges Votum abgegeben. Der Parteitag forderte die Abgeordneten auf, “dem Afghanistan-Einsatz deutscher Tornados und Isaf-Soldaten bei der anstehenden Parlamentsabstimmung nicht zuzustimmen, weil die Vorlage beide Mandate erstmals aneinander koppelt. Zwar unterstützten die Delegierten die Beteiligung an der Isaf. Einen weiteren Tornado-Einsatz lehnten sie aber nach heftiger Kontroverse ab.”
Auch wenn das Ergebnis des im November anstehenden Parlamentsentscheids allein aufgrund der Stimmenmehrheit der Großen Koalition abzusehen ist, wäre es trotzdem wichtig, das “gefühlte Volksempfinden” bei der Abstimmung repräsentiert zu sehen. Das Votum des Grünen-Parteitages wäre ein solcher Wink an die Regierenden.
Aber dazu wird es nicht kommen! Ein großer Teil der Grünen-Abgeordneten geben vor, nicht der Basis, sondern ihrem Gewissen verpflichtet zu sein. Und ihr Gewissen sagt - Teilnahme der Bundeswehr im Krieg am Hindukusch. Ein anderer Teil will mit Stimmenthaltung dem Konflikt begegnen, was eigentlich nichts anderes zum Ausdruck bringt, als dass ein Abgeordneter keine politische Position bezieht. Da fragt man sich, was er im Parlament zu suchen hat.
Diese Grünen-Politik ist nicht neu. Spätestens seit dem Regierungsbeitritt auf Bundesebene hat die Partei ihre sicherheitspolitische Unschuld verloren. Die Zustimmung zur Entsendung von Bundeswehrtruppen in den Kosovo hatte das Eis gebrochen.
Die Ignoranz der Parteispitze gegen das demokratische Votum der Basis spricht aber vor allem einer Partei Hohn, die einst Basisdemokratie für sich selbst einforderte. Das Knirschen und Brodeln an der Basis ist nun zwar deutlich vernehmbar, wird aber in der Summe keinen nennenswerten Einfluss auf die Grünen-Bundespolitik haben.
Für etwas weniger Getöse sorgt derzeit noch das Buhlen von Teilen der FDP um die Grünen. “Das FDP-Bundesvorstandsmitglied Chatzimarkakis hat eine Fusion von FDP und Grünen vorgeschlagen”, heißt es schlicht und meint den noch engeren Schulterschluss der Parteien unter dem Banner neoliberaler Wirtschaftspolitik. Dem Vorstandsmitglied schwebt eine Wiedervereinigung des “deutschen Bürgertums” vor. Verkürzt kann man das auf den Nenner bringen: Eine noch effektivere Politik der Reichen gegen die Armen.
Die einzige Partei, die sich derzeit bedingungslos gegen die deutsche Beteiligung am Afghanistan-Krieg ausspricht, sind die Linken unter Oskar Lafontaine. Auch diese Partei vertritt aber nur eine geringe Minderheit der Wähler.
Was tun?
Was tun? Für eine Vielzahl von Deutschen ist die Frage des Afghanistan-Einsatzes und das enge politische Bündnis mit den USA ein zentraler Punkt deutscher Außenpolitik, dem sie nicht zustimmen. Das einstige “Flagschiff mit der Friedenstaube” - die Grünen, ignorieret das Votum der Basis. Die Politik der Linkspartei - außerhalb der Afghanistan-Frage - stellt für Viele keine erstrebenswerte Alternative dar. Wo findet dieser nicht geringe Teil der Bundesbürger seine Positionen wieder?
Wäre es nicht höchste Zeit, ein breites Bündnis all derer zu formieren, die zur derzeitigen deutschen “Sicherheitspolitik”, die zum Abbau des Rechtsstaates und des Sozialstaates ein klares Nein sagen? Die sich auf demokratische Traditionen besinnen und die Meinung des Souverän schätzen und in ihrer Politik umsetzen? Wie kann ein solcher Anfang aussehen, in dem die “Stimmen” nicht mehr nur in Wahlurnen gesammelt werden, sondern tatsächlich Gehör finden? Es ist Fünf vor Zwölf und die Besorgten treffen sich noch immer meist in Internet-Foren.
Wäre es nicht höchste Zeit, statt den Unmut zu sammeln, ein Programm positiver Zukunftsperspektiven zu entwickeln?
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Die Rückkehr der Taliban Artikel zu einer ZDF-Dokumentation vom 29. Mai 2007
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Politblog ist Mitinitiator der Aktion

Kommentar von Jan Goldbeck am 22. September um 12:15 Uhr
Jetzt aus dem Land raus wäre so mit das DÜMMSTE was man machen könnte. Die Infrastruktur, der Wiederaufbau, die Sicherheit und der soziale Fortschritt sind in den Teilen Afghanistans sehr eng mit den deutschen Soldaten verbunden, dass ein Abzug Tür und Tor für die alten Macht- und Gewaltherrscher öffnen würde.
Und “die Mehrheit der deutschen sagt” … 5 millionen Menschen lesen Bild … wird es dadurch besser? Viele haben einfach keine Ahnung von der Materie und denke die deutschen seien Besatzer und keine Helfer.
Kommentar von Lamafarmer am 22. September um 12:31 Uhr
Eine neue Partei all derer, die derzeit gegen einen Einsatz stimmen (würden) wäre sicherlich interessant, die Frage ist nur, ob die dann nicht unter den größeren schlicht untergeht. Da ist es doch besser, Gegenstimmen in den Reihen der größeren zu haben, oder nicht?
Kommentar von amadeus am 22. September um 13:11 Uhr
im Grunde genommen müssen die derzeitigen Parlamentarier und deren Parteien komplett abgeschrieben werden, ohne Ausnahme !
Sie arbeiten gegen ihren Chef,dem Souverän,das Volk und das schon seit Jahren.
Wir sollten uns die Frage stellen in welcher Gesellschaft wir leben wollen, für den Anfang dürfte es genügen die heutigen Mißstände zu benennen und sich von denen zu distanzieren. Ich persönlich stelle mir vor, daß wir eine unabhängige Justiz haben, Korruption verfolgt wird, wenig Bürokratie haben, ein SOZIALER und pazifistischer Staat sind, die Wirtschaft als das gesehen wird was sie ist, nämlich ausschließlich dazu da uns mit Gütern zu versorgen. Die Stellung die die Wirtschaft und ihre Sprachrohre haben müssen radikal zurückgeschnitten werden. Wir sollten uns energetisch autark und dezentralisiert organisieren und unsere Umwelt und Mitmenschen schützen, das Grundgesetz wieder einsetzen und danach “richten”. Den Staat von absolut unsinnigen und lästigen Blutsaugern befreien, die da sind:
Unternehmenssubventionen, Steuerverkürzung durch Armeen von Steuerberatern, Rechtsanwälten;Überwachungsorgien,mehrere Geheimdienste , Rüstung, bürokratischer Wasserkopf, Schulden und deren Zinsen. Damit der Staat endlich seinen Aufgaben nachkommen kann, :
Bildung für alle für lau, Infrastruktur, öffentliche Verkehrsmittel, funktionierende Gerichte, Bürokratieabbau, Prävention von Kriminalität, unsere Umwelt wiederherstellen und endlich nachhaltig wirtschaften.
Erreichbar ist dies prinzipiell, mir fällt aber auf, daß sämtliche Blog´s, Dissidenten, Kritiker ihr eigenes Süppchen kochen.
Es muß klar geamcht werden, daß Kriege gegen Völker, gegen Bevölkerungen, gegen Arbeitnehmer, gegen Sparer, Kritiker und Pazifisten
alle den selben Feind haben.
Das sinnlose und übermäßige Kapital in wenigen Händen, welches die Parlamente,die Medien,die Institutionen , die Eliten gekauft hat, die Ausführenden oder Gekauften , die nennt man landläufig die Elite !
Wenn wir unsere heutige Situation analysieren finden sich Parallelen bezüglich der Wohlstandsverteilung im Jahre 1929 kurz vor der Weltwirtschaftskrise, bezüglich der Bürgerrechte wie 1933 und die weltweite Aufrüstung, Propaganda und Bündnisabkommen wie jeweils vor den beiden Weltkriegen. Bisher wurden die Einzelaspekte zusammenhangslos diskutiert , aber selten unter “ein Dach gestellt”.
Wenn die Diskussion soweit gediehen ist, daß der Zusammenhang vereinzelter Aktionen gegen das Bürgertum klar rüberkommt, dann kann auch
gemeinsam vorgegangen werden. Die benötigten Mittel sollten schon moralischen Ansprüchen genügen, aber konsequent eingesetzt werden bis wir unsere Republik wieder haben.
Amadeus
Kommentar von hgz am 22. September um 13:18 Uhr
Ich bin doch nicht allein und verlassen. Danke Jan, endlich mal jemand, der über den dt. Tellerrand hinausblickt.
Kommentar von pony_huetchen am 22. September um 13:24 Uhr
@Jan Goldbeck
Ich bitte die Artikel, die unter dem Beitrag als Leseempfehlung gegeben werden, zumindest zur Grundlage unserer Debatte voraussetzen zu können. Dann würde sich die Frage, was Dumm ist ganz schnell neu stellen!
Zwischen der Tatsache, dass jemand eine Zeitung liest und dem Fakt, dass fast alle Parteien das Votum des Souveräns missachten, sehe ich keinen Zusammenhang. Das Bildzeitung-Beispiel hinkt, wie so oft. Deutschland ist nicht Bild, genauso wenig wie “wir Papst” sind.
Ich bitte dringend darum, sich den Brief eines leitenden Offiziers - der oben auch als Leseempfehlung angegeben wurde, zu Gemüte zu führen.
Dabei handelt es sich bei dem Verfasser des „internen” Briefes um keinen geringeren als einen erfahrenen Generalstabsoffizier, der seit 2006 als “militärpolitischer Berater der Bundesregierung in Kabul” arbeitet. Davor war er Leiter für Aufklärung und Sicherheit der „Kabul Multinational Brigade” der ISAF (International Security Assistance Force).
Ich denke, der Mann weiß mehr als deutsche (Bild)-Zeitungsleser. Und diese Meldungen sind es unter anderem, die die Front gegen diesen Krieg - auch in den Reihen der Bundeswehr - immer breiter werden lassen.
Also, Jan Goldbeck, mit plumpen Behauptungen kommt man gegen diese Leute und unseren Blog nicht an.
Kommentar von A.Berger am 22. September um 13:39 Uhr
Deutschland hat in Afghanistan absolut NICHTS verloren. Es war eine Schnapsidee dort hinzugehen und erfolgte NUR aufgrund des politischen Drucks der USA.
Jedem westlichen Kriegsherrn sei gesagt, Afghanistan ist nicht zu besiegen, das sollte man nach dem Kriegsverlust der UDSSR eigentlich kapiert haben. Alles rausgeschmissenes Geld und unnötige Menschenopfer.
Und diese Schönrederei mit dem “wertvollen Aufbau” ist lächerlich. Wie naiv sind die Abgeordneten eigentlich? In Wahrheit wurde durch die Invasion lediglich der freie Rauschgifthandel ermöglicht. Das Ergebnis der Westintervention ist: Unruhe und Krieg im Südosten, vollkommene Narrenfreiheit der Privatschlächter Ismael Chan, Dostum und wie diese lokalen Fürsten und Drogenhändler und Massenvergewaltiger alle heißen. Die Welt wird mit billigem Rauschgift überschwemmt, überall in Russland und in Europa wird die Jugend mit billigen Drogen zerstört. Und die CIA verdient dran und finanziert mit den illegalen Einnahmen die politischen Untergrundwühler, die die dortigen Staaten destabilisieren wollen.
Ein besonders dreckiges Geschäft, an dem Deutschland dort teilnimmt. Auf Kosten der Steuerzahler.
http://zmag.de/artikel/die-usa.....ckgebracht
Kommentar von hgz am 22. September um 13:42 Uhr
@ Pony
Der Link ist leider kaputt.
Ich erinnere mich an den Brief dieses Offiziers. So weit ist weiß, kritisiert er in erster Linie die Art und Weise wie der Einsatz durchgeführt wird, nicht den Einsatz per se.
Kommentar von pony_huetchen am 22. September um 14:06 Uhr
Danke - ist repariert, geht wieder!
Lies den Brief! Dann stellt sich die Frage nach der Art und Weise nicht mehr!
Kommentar von Matala am 22. September um 14:44 Uhr
der große könig der afghanen
sprach zu seinen untertanen:
ich hab das abendland bereist,
und bin ganz voll von neuem geist.
wir müssen uns modernisieren,
um mit der welt zu konkurrieren.
doch letzten endes fehlt uns nur,
die europäische kultur.
doch amanullahs bergbewohner,
verhauten die kulturdragoner,
die ringsherum afghanistan
mit zivilisation versahn.
da wurde amanullah wütig,
die bande wird zu übermütig.
ich habs im abendland studiert,
wie man das volk zivilisiert.
drauf schickte er ein heer soldaten,
und schoss mit bomben und granaten,
die bergbewohner kurz und klein.
nun werden sie wohl artig sein.
die armen hirten dahingegen,
die wissen jetzt: der bombensegen,
der da in ihre hütten fuhr,
war europäische kultur!
erich weinert, 1928
Kommentar von pony_huetchen am 22. September um 15:01 Uhr
Danke Matala
Das kannte ich nicht, nur den “Heimlichen Aufmarsch” (Ernst Busch). Geschichte wird nicht neu erfunden - sie wiederholt sich. Sehr schön dieses Gedicht!
Kommentar von manicmechanic am 22. September um 15:28 Uhr
Über den Tellerrand blicken?
Danke Freunde.
Keine Fragen mehr zu Eurem Rechtsverständniss.
Eine frei erfundene Begründung, durch einen erstunken und erlogenen Bündnisfall ist schon eine klasse Legitimation!
Wir sind also Helfer und keine Besatzer.
Werden die lokalen Warlords und Drogendealer gerne bestätigen, die unter unserem Schutz munter weiter hantieren.Und das freier und in größerem Maßstab als je zu vor.
Kommentar von grimoire am 22. September um 15:32 Uhr
Seit ich davon überzeugt bin, daß wir von unseren wirtschaftlichen, politischen und religiösen Führern systematisch belogen werden (M. Attas Pass wurde in den Trümmern des WTC gefunden, ist eine der Lügen, denn das ist einfach unvorstellbar!), prüfe ich deren Aussagen und entscheide selbst, ob ich meinen Sinnen oder meinem Verstand vertrauen darf.
Ich stoße in vielen kurzen Gesprächen mit Menschen, aus allen Teilen der Gesellschaft auf immer mehr Verständnis hierfür. Beim Bäcker und Metzger, bei allen „Discountern“, in Bus und Bahn, bei Ärzten . . . In allen Bereichen, außer bei „Sicherheitsorganisationen“, die von diesem Wahnsinn leben.
Hier steht dann oft die unbeantwortete Frage im Raum. Was tun?
Und - um wieder zum Thema zurückzukommen. Ich lasse mir weder von diesen Führern, noch von irgendwelchen anonymen Floskelschmieden, die mir gebetsmühlenartig Unwissehheit oder Dummheit vorwerfen, „die Wahrheit“ diktieren, denn mit solcher Argumentation stellen diese sich selber ins intellekuelle Aus.
Hier ein Beispiel:
Wessen Infrastruktur Sicherheit und sozialer Fortschritt sind durch deutsche Soldaten bei diesem Angriffskrieg in Afghanista gefährdet?
Deshalb mein Dank an pony_huetchen für diesen Artikel. Wenn er noch mehr Bild Leser zum Nachdenken bringt, sind wir schon zu dritt!
Kommentar von pony_huetchen am 22. September um 15:38 Uhr
@manicmechanic
Nun verrate doch wenigstens, an welche “Freunde” Du dich richtest?
Kommentar von Sinan am 22. September um 15:40 Uhr
Gregor Gysi in der Debatte über die Fortsetzung der Beteiligung bewaffneter deutscher Streitkräfte an dem ISAF-Einsatz in Afghanistan
Kommentar von Sabine Schiffer am 22. September um 15:43 Uhr
Wer immer noch Zweifel an den wirklichen Zielen in Afghanistan und der gesamten Region hat, dem sei das Buch von Dr. Miraki “Afghanistan after Democracy” empfohlen. Heute wird Kriegspropaganda mit Parolen gemacht, die direkt unser Mitgefühl ansprechen “humanitäre Pflicht”, “nicht im Stich lassen” - das wirkt. Ist aber nichts als Propaganda, die ausblendet, wer welche Machtstrukturen unterstützt und uns alle in den Krieg lügt. Sehen Sie sich die Bilder von Dr. Miraki an und die Aussagen der Menschen vor Ort, die nicht den Flug bezahlt bekommen, um in unserem Bundestag für den Krieg zu werben!
Kommentar von amadeus am 22. September um 15:47 Uhr
Bei dem lieben netten Argument, daß unsere Sicherheit am Hindukusch verteigt werden soll, können wir es keinem übelnehmen, wenn jemand seine afghanische Sicherheit dann im bayrischen Wald verteidigt.
Wir müssen dort raus und zwar schnell !
Das schließt Hilfsleistungen und Unterstützung zu gewähren nicht aus, allerdings kann die erzwungene Hilfe für Afghanistan nicht dafür herhalten die Verfassung zu verbiegen und uns in einen Krieg zu zerren.
HUmanistisch betrachtet müßten wir um Entschuldigung bitten und das Afghanische Volk fragen durch welchen persönlichen Arbeitseinsatz unsere Abgeordneten diesen Fehler begradigen können.
So fair sollten wir dann aber doch sein, unsere Parlamentarier nicht zum Minenräumdienst abzukommandieren. Es reicht wenn sie dort einige Straßen bauen, persönlich natürlich !
Amadeus
Kommentar von hgz am 22. September um 16:10 Uhr
@Pony
Ich glaube hier liegt ein Mißverständis vor. Den Tellerrand habe ich erwähnt, wofür manicmechanic mich heftig kritisiert hat. Daher gilt deine Frage wohl mir.
Mit dt. Tellerrand meinte ich die Mentalität, die A.Berger in dem
Artikel “Deutschlands Interesse am Iran-Krieg” so deutlich beschrieben hat: Hauptsache uns Deutschen gehts gut - alles andere ist mir egal.
Tina
Kommentar von chaolan am 22. September um 16:27 Uhr
Moin,obwohl ich den Typ ja nicht wirklich mag,doch hier hat er mal recht. Zitat Gysi:
Frauen haben es bei der Nordallianz nicht besser als bei den Taliban
Links-Fraktionschef Gregor Gysi sagte in der Debatte des Bundestages, es sei zu Recht gesagt worden, dass die Taliban in Afghanistan bekämpft und entmachtet werden sollten. Es sei zwar wahr, dass das Talibanregime beseitigt worden sei. “Es wird aber nie dazu gesagt, dass die Nordallianz deutlich an Macht gewonnen hat. Die Stellung der Nordallianz zu Frauen- und zu Menschenrechten ist ähnlich wie die der Taliban.” Das werde verschwiegen, so Gysi.
Es gebe jetzt eine Macht von Drogenbaronen und von Warlords, die einfach nicht hinnehmbar sei, meint der deutsche Politiker. Das Bild, das hier gemalt werde, dass jetzt alle in traumhaften Zuständen dort leben würden, habe mit der Realität nichts zu tun, sagte Gysi.
Unter Verweis auf Aussagen von Malalai Joya, einem weiblichen Mitglied der verfassunggebenden Versammlung Afghanistans sagte Gysi, das Problem sei gewesen, dass die Nordallianz nicht entwaffnet worden sei. Sie sei vielmehr aufgerüstet worden. Joya habe zudem kritisiert, dass die Nordallianz Frauenrechte genauso wenig achte wie die Taliban. Den deutschen Soldaten werfe Joya vor, dass diese sich der US-Strategie unterwerfen würde. Deshalb sei es keine Befreiung, sondern eine Besatzung geworden. “Das sagen nicht wir, das sagt diese afghanische Frau”, so Gysi.
Der Linkspolitiker stellte grundsätzlich in Frage, Kriegseinsätze im Ausland mit Frauen- und Menschenrechten legitimieren zu wollen. “In wie vielen Ländern wollen Sie eigentlich aus diesem Grund intervenieren? Wie ist es um die Frauenrechte in Saudi-Arabien bestellt?”, fragte Gysi. “Dort dürfen die Frauen nicht einmal Auto fahren. Sie dürfen ohne Genehmigung ihres Ehemannes nicht das Land verlassen. Sie werden schlicht und einfach unterdrückt. Aber Herr Bush und seine Familie machen dickste Geschäfte mit der herrschenden Familie in Saudi-Arabien. Deshalb interessieren ihn dort die Menschenrechte nicht.”
Es gebe sehr viele Länder, in denen die Bundeswehr einmarschieren müsste, wenn es tatsächlich um die Menschenrechte ginge, so Gysi. “Selbst die USA müssten Sie wegen Guantánamo angreifen.”
Es werde bezogen auf den Afghanistan-Einsatz immer wieder gefragt, was passiere, “wenn wir das Land verlassen. Als Antwort wird immer die schlimme Herrschaft der Taliban genannt. Das ist völlig falsch”, so Gysi. “Wir müssen die Nordallianz entwaffnen. Sie bewaffnen hingegen die Nordallianz. Das ist die Wahrheit. Sie sehen zu, wie die Nachbarländer eine völlig unterschiedliche Politik betreiben. Ob Russland, Usbekistan, Pakistan oder der Iran: Sie alle bewaffnen entweder die Taliban oder die Nordallianz. Sie aber schauen nur zu. Das ist die Realität; darin liegt das Problem.”
Gysi: Erst als die Verhandlungen der USA mit den Taliban über eine Gaspipeline gescheitert war, ging es um die Menschenrechte
weiterlesen hier:
http://www.ngo-online.de/ganze.....p?Nr=16639
Kommentar von Matala am 22. September um 17:00 Uhr
ein gutes buch zum thema ist auch -afghanistan, der krieg und die neue weltordnung- von winfried wolf.
er beschreibt eindrucksvoll den weg der bundeswehr, von der verteidigungsarmee zur kriegsmacht.
sehr lesenswert
l.g.
Kommentar von nova am 22. September um 19:00 Uhr
yoah chaolan, bin da ganz bei dir.
eigentlich müssten diese länder ihre internen probleme selbst lösen.
aber der westen unterstützt immer jene gruppen im ausland, die ihren eigenen interessen dienlich sind.
als sie den usa noch dienlich waren, nannte man sie freiheitskämpfer oder muchahedin, als sie ihnen im weg waren (beim piplinebau) wurden sie zu al kaida.
dennoch bedient man sich eben dieser al kaida zur destabilisierung des irans und lybiens.
es laufen 2 realitäten gleichzeitig ab: ein film fürs volk und eine die dahinter versteckt ist.
Kommentar von Drahtzieher am 22. September um 19:54 Uhr
Die “Amerikaner” bauen sich halt ihre eigene Welt.
Und vergessen dabei zu gern ihr eigenes Wissen.
Wie hieß es doch in dem schönen Propagandafilm RamboIII
Hamid:
“Ein Gebet sagt: O Gott, schütze mich vor dem Gift der Kobra, den Zähnen des Tigers und der Rache der Afghanen. Sie wissen, was das bedeutet?”
Rambo:
“Dass ihr Jungs euch nicht verscheißern lasst.”
Wir müssen mit dem schweren Kampfgerät raus aus Afghanistan.
Ich bezweifle das aktuell noch irgendeine involvierte Fraktion als “humanitäre Wiederaufbauhilfebringer” erscheint.
Die Afghanen lassen sich nicht verscheißern.
Afghanistan ist vermutlich zur Zeit korrupter, verbrecherischer und als zu zeiten der Taliban.Sicherlich gibt es jetzt Schulen und Handynetze und Microwellen.
Ist ja immerhin schonmal weniger Mittelalter.
Und Musik hören und tanzen kann man auch.
. . .
Wieso erkennen nur wenige dass sich unsere Wertvorstellungen nicht so einfach in den arabischen Raum exportieren lassen?
Freiheit heißt, jeder kann tun was seinen Fähigkeiten entspricht.
Der “War on Terror” und “Mission Enduring Freedom” können im Grunde nie Enden, was ja, durch 1984 als Allgemeinwissen geltend, der Feuchtetraum eines jeden totalitären System sein dürfte. Wieso schreit niemand auf?
Holt die Armeen heim!
Kommentar von Sinan am 22. September um 20:09 Uhr
@chaolan
Die gesamte Rede habe ich bereits gepostet:
Gregor Gysi in der Debatte über die Fortsetzung der Beteiligung bewaffneter deutscher Streitkräfte an dem ISAF-Einsatz in Afghanistan
Gibt es auf der Seite auch als Pod-Cast.
Kommentar von Ranseier am 23. September um 00:51 Uhr
Es geht ums Erdöl und die Pipeline vom Kaspischen Meer zum Indischen Ozean. Ach ja-in diesem obskuren Land das für uns hinter den sieben Bergen, bei den sieben Zwergen liegt, wohnen auch ein paar Menschen, aber die haben sich wohl schon immer gegenseitig den Schädel eingeschlagen. Ohne das Erdöl würde das niemanden interessieren. Und weil es auch jetzt niemanden interessiert, da kein Afghane in einem Land der Besatzer wählen kann, können sie sich gar nicht dagegen wehren, dass ihr Land unser Bombenabwurfplatz ist.
Man hat mit der Luftnummer eines Terrors, den es nicht gibt, einen beliebigen Grund geschaffen, dort einmarschieren zu können. Es wurden so Tatsachen geschaffen und wenn die Einheimischen sich in ohnmächtiger Wut wehren, dann klebt man ihnen einfach das Label “Al Quaida” an und schon ist die Ausrede für brutale Gegenmaßnahmen gegeben.
Aber was sollen wir machen?
Deutschland selbst ist in angloamerikanischer Hand-oder besser: Sie haben uns an den Eiern. Wenn wir uns aus echter Humanität militärisch zurückziehen würden, um internationalen Helfern wie THW, DRK o. Ä. zusammen mit bestenfalls leicht bewaffneten UNO Truppen das Feld zu überlassen, dann würde sich das Amerika Bushs garantiert mit kalten Wirtschaftssanktionen an uns rächen. Das ist ein großes Dilemma.
Kommentar von dommemoto am 23. September um 05:14 Uhr
Unter der Voraussetzung dass der deutsche Einsatz wirklich etwas
bringt um die Sicherheit und Freiheit der afghanischen Bevölkerung
auf Dauer zu verbessern kann ich schlecht für einen plötzlichen
Abbruch des Mandats sein.
Man sollte sich bewusst sein welche Alternative es momentan
gibt - eine Wiederkehr der Taliban zur alles bestimmenden Macht kann niemand wollen der sich darüber informiert hat wie stein-
zeitlich und despotisch sie damals geherrscht haben.
Wenn allerdings nur ein gewisser Status Quo aufrecht erhalten werden
soll, der irgendwo zwischen Krieg und Frieden rangiert, wenn man
nicht den Mut hat grundlegende Probleme anzugehen wie z.B.
den Drogenanbau und Export oder die selbstherrliche Macht
diverser Kriegsherren, dann wird der Einsatz auf lange Sicht
wohl relativ erfolglos bleiben.
Und wenn der Einsatz ,wie von vielen angenommen, nur eine
Art Vasallenleistung an unseren grossen Bruder ist und sich
deutsche regierende Politiker nichtmal im Traum wagen gewisse
Missstände (ob jetzt einsatztaktisch oder gesamtstrategisch …)
offen zu kritisieren und Änderungen vehement zu fordern,
dann verkommt er leider zu einer Farce, die sowohl die
BW-Soldaten als auch die Afghanen verspottet.
Kommentar von amadeus am 23. September um 09:02 Uhr
@ranseier
G.W.Bush wird uns nicht mit Wirtschaftssanktionen belegen, dann fliegt ihm sein eigener Laden um die Ohren. Der Gigant USA ist gerade am Sterben und schlägt noch mal heftig um sich. Würden Deutschland seine Investitionen in Amerika sofort einstellen und Gelder abziehen, sowie US-Staatsanleihen verkaufen und den Dollar abwerfen, dann geht Amerika binnen Tagen vor die Hunde. Ich denke, daß unsere Politiker einfach gut geschmiert sind mit Dollars ohne Wert.
Amadeus
Kommentar von Mandy am 26. Oktober um 14:47 Uhr
Also ich finde das die Soldaten aus Afghanistan abgezogen werden sollen.
Mein Freund ist selber bei der Bundeswehr und ist in Afghanistan und ich will ihn wieder hier haben.
Schon alleine die gefahren die da alle lauern auf unsere Soldaten es wird zu gefährlich!