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Nach dem "Banküberfall" - Northern Rock steht zum Verkauf

Die Lage ist sehr ernst … - Chef der Bundesaufsicht lehnt gründliche Bankprüfungen ab

Nachdem am Freitag (14. September) vergangener Woche die britische Hypothekenbank “Northern Rock” erst ins Straucheln geriet, dann mit einer Finanzspritze der Bank of England (Britische Notenbank) kurzfristig gestützt werden sollte, steht sie nun offensichtlich vor dem endgültigen Aus.

Bereits am Vortag hatte es Spekulationen über eine finanzielle Notlage der “Northern Rock” gegeben. Am Freitag setzte sich dann nicht nur die Talfahrt der Aktie um 25 Prozent fort, schlimmer: Es gab einen Run auf die Filialen der Bank. Kunden wollten ihre Einlagen abheben. In teilweise tumultartigen Szenen verloren die Briten ihre Nonchalance und ließen ihr sprichwörtliches Understatement vermissen. Es gab Rangeleien und Handgreiflichkeiten aus Angst um das eigene Geld. Der Run auf die Filialen glich mitunter einem Banküberfall, mit dem Unterschied, dass die Akteure an ihr eigenes Geld wollten. Allein heute haben Kunden in den ersten zwei Stunden 2 Milliarden Pfund aus den Filialen getragen.

Ähnlich wie bei den insolventen amerikanischen Hypokredit-Banken liegt die Ursache der Liquiditätskrise der “Northern Rock” - dem fünftgrößten britischen Baufinanzierer - in der Tatsache, dass Kredite zu waghalsigen Konditionen vergeben wurden und nun nicht mehr von den Schuldnern bedient werden können. Der Teufelskreis aus steigenden Zinsen und rapide fallenden Immobilienpreisen erreicht mit Großbritannien einmal mehr Europa. Nach IKB und Sachsen LB in Deutschland ist die britische Hypothekenbank das dritte große europäische “Opfer” der Krise.

Am Montagmorgen, den 17. September, kam dann die nächste Hiobsbotschaft: “Northern Rock” stünde zum Verkauf. Nur findet sich so schnell kein Käufer. Niemand kann nämlich genau die künftigen Verpflichtungen der Bank einschätzen, die Terminkontrakte werden außerbilanziell nach der sogenannten FiFo-Methode (First in - First out) eingetragen. Das macht einen genauen Überblick schwierig.

Nachmittags zum Börsenschluss kam dementsprechend die Meldung: Die Aktien von “Northern Rock” sind um 40 Prozent gefallen. Damit hat das Unternehmen innerhalb weniger Tage mehr als 1,5 Milliarden Pfund, das sind 2,6 Milliarden Euro, an Börsenwert verloren.

Immer mehr Banken verlieren das Vertrauen

Mittlerweile lässt sich die internationale Finanzkrise nicht mehr kleinreden und schon gar nicht verschweigen. Vor allem Banktitel mussten heute an der Börse Verluste einstecken, allen voran die Deutsche Bank und die Postbank. Die Anleger sind misstrauisch geworden, immer noch kann keiner genau sagen, ob weitere Banken in Schwierigkeiten geraten.

Laut ist es in den letzen Tagen auch um Alan Greenspan, den ehemaligen Chef der US-amerikanischen Federal Reserve Bank (FED) geworden. Kritiker werfen ihm die Schuld an der jetzigen Krise vor. Er sei bis zum Ende seiner Amtszeit im Januar 2006 verantwortlich für die Niedrigzinspolitik gewesen, die die jetzige Kredit-Krise auslöste.

Greenspan weist sämtliche Vorwürfe zurück und kapriziert sich vor aller Welt auf den Euro. Es sei “durchaus denkbar, dass der Euro den US-Dollar als Reservewährung ablöst oder als gleichrangige Reservewährung gehandelt wird”, erklärt er munter im “Stern”. “Der Dollar hat als Reservewährung zwar immer noch die Nase vorn, aber gegenüber dem Euro keinen allzu großen Vorsprung mehr.”

Auch Ben Bernanke, der derzeitige Chef der FED, ist in Bewegung gekommen. Nachdem er sich kürzlich bei seinem Deutschland-Besuch nach außen wenig besorgt wegen der Finanzturbulenzen zeigte, wird er nun morgen die neuen Leitlinien der US-amerikanischen Zinspolitik vorgeben. Fachleute rechnen mit einer Zinssenkung um 25 Basispunkte. Das wäre die erste Zinssenkung in den USA seit langem und ein vehementer Versuch, die Wirtschaft zu stärken. Ob der Strudel, in den die Märkte geraten sind, sich dadurch abschwächen lässt, ist fraglich. Fachleute bezweifeln, dass mit Geldspritzen und Zinssenkungen der Krise auf den Geldmärkten effektiv begegnet werden kann.

Die Bundesaufsichtsbehörde vermeidet Bankenprüfung

Anleger suchen derweil ihr Heil in Gold und Staatsanleihen. Die Risikobereitschaft ist deutlich zurückgegangen. Immer mehr Sparer kündigen ihre Einlagen bei den Banken. Die nächsten Pleiten oder Schieflagen, so versichern Kenner der Branche, sind absehbar.

Wie wenig rosig die Aussichten sind, macht ein Bericht vom gestrigen Sonntag über den Präsidenten der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, Jochen Sanio, deutlich. Das Springer-Blatt €uro am Sonntag berichtet:
Jochen Sanio scheut sich, in der gegenwärtigen Bankenkrise volle aufsichtsrechtliche Transparenz herzustellen.

Das Blatt bezieht sich auf einen Bericht von Teilnehmern einer nicht-öffentlichen Finanzausschuss-Sitzung des Bundestages. Danach steckt Sanios Aufsichtsbehörde den Kopf bewusst in den Sand, statt ihrer eigentlichen Aufgabe nachzukommen:
Auf der Suche nach versteckten Risikopositionen aus faulen amerikanischen Hypothekenkrediten habe die BaFin demnach bislang lediglich “sehr diskret wie ein guter Doktor Hausbesuche gemacht und den Puls gefühlt.” Eine genauere Prüfungen strebt die BaFin derzeit nicht an: “Die Lage ist so ernst, dass ich mich nicht, was sonst ganz schnell geschähe, trauen würde, meine Erkenntnisse etwa durch die Anordnung einer Sonderprüfung vertiefen zu wollen“, sagte Sanio.

Die Bevölkerung würde ihre Kenntnisse über die Solvenz deutscher Banken sicher gerne vertiefen, schließlich liegt da vielleicht das bisschen Geld, was sie sich mühsam zusammengespart haben. Der Skandal ist nicht nur ein Finanzskandal - es ist auch ein Vertuschungsskandal, ein Skandal der Aufsichtsbehörden und der Politik!

Weitere Politblog-Artikel zu dem Thema:

12. August 2007 - Der große Schlag ins Bankenkontor
14. August 2007 - Trudelnde Hedgefonds, chinesische US-Dollar und giftiges Spielzeug
17. August 2007 - Für 36 Tausend Euro täglich grinsen - Die Finanzkrise und ihre Akteure
4. September 2007 - Der heiße Herbst - Anzeichen für eine Finanzkrise?
14. September 2007 -Wer schreibt die Geschichte der Verlierer?


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Dieser Eintrag wurde am Montag, den 17. September 2007 von pony_huetchen geschrieben und in die Kategorie Wirtschaft eingeordnet. Du kannst alle Kommentare zu diesem Artikel mit dem RSS 2.0 Feed beobachten. Du kannst eine Antwort hinterlassen, oder durch einen Trackback auf diesen Artikel verlinken.
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Kommentar von nova am 17. September um 18:03 Uhr

da bleibt mir wirlich die spucke weg…hätte ich noch nen tropfen übrig, ich würde ihn sanio ins gesicht speien!

Kommentar von salvo am 17. September um 18:07 Uhr

Kommentar von manicmechanic am 17. September um 18:35 Uhr

“Die Lage ist so ernst, dass ich mich nicht, was sonst ganz schnell geschähe, trauen würde, meine Erkenntnisse etwa durch die Anordnung einer Sonderprüfung vertiefen zu wollen“, sagte Sanio.

Will also sagen: Wenn ich dürfte, würde ich wollen können, oder wie?
Jau! Danke. Keine Fragen mehr Euer Ehren.

Hey nova,
nicht anspeien, an die Hand nehmen und trösten, den armen Kerl.

Kommentar von Anna am 17. September um 18:57 Uhr

Ist schon mal jemandem aufgefallen, wie unterschiedlich der (ehemalige) Rang der Northern Rock auf dem britischen Hypothekenmarkt angegeben wird? Vom Marktführer über Platz Drei und Fünf bis hin zu Platz Acht ist so ziemlich alles vertreten. Hat jemand eine schlüssige Erklärung dafür?

Kommentar von amadeus am 17. September um 20:01 Uhr

@nova

J.Sanio ins Gesicht zu spucken ist nicht ratsam, in ihm haben die Deutschen ausnahmsweise mal jemanden, der sein Fach versteht. 2001 hat er einen deutschen Bankenkollaps abgewendet, Lebensversicherungen wurden brachial am Leben erhalten. 2006 /2007 wurde er durch andere politische Heuchler sturmreif geschossen für krumme Dinge, die er persönlich nicht zu verantworten hatte. Im August hatte er die Kühnheit an den Tag gelegt Tacheles zu reden:
“Das ist die schlimmste Bankenkrise seit 1929″, scheinbar wurde er dafür wieder abgewatscht und in den Urlaub geschickt, er war nämlich wenige Stunden später in kanadischen Wälder und nur sehr schlecht erreichbar. Jemand der schon einmal eine Banken und Versicherungskrise abgewendet hat, fährt sicherlich nicht nach einem brisanten Kommentar in den Urlaub!?
Man kann seinen Kommentar mal ausnahmsweise ernst nehmen. ER sagte nämlich nicht vor wem er Angst hat, wer auf ihn eingeprügelt hat. das klingt eher danach, daß er zurückgepfiffen wurde und demjenigen durch diesen Kommentar eines auswischen wollte. DENN kurz danach brachte n-tv.de die Meldung:

“Spam für höhere Kurse
BAFin prüft Kurs-Tricks “

Klingt das nach einem fähigen Krisenmanager ?
Da hat ihn jemand abkommandiert und gezwungen sich mit Lappalien zu beschäftigen , einen Sinn ergibt seine Äußerung nur , wenn er einen Aufschrei provozieren wollte. Und warum, weil er kühn ist und sich nicht den Mund verbieten lassen will, wohlwissend er sei der Fachmann und nicht etwa ein Politiker, der keine Panik im Lande haben will; Schließlich haben wir ja einen Boom.

beste Grüße
Amadeus

Kommentar von gb am 17. September um 20:36 Uhr

@anadeus
Richtig, außerdem war der angebliche “Urlaub” Sanios sehr kurz. Wenige Tage darauf war in Berlin zum höchstrangig besetzten Krisengipfel mit dabei.
Und: Er wird ja zitiert. Deutlicher durch die Blume geht´s nun mal nimmer. Und würde er noch offener sprechen, würde er erstens gefeuert, zweitens gäbe es morgen früh bereits den Bank-run in D-Land, und drittens würde man die Schuld daran absurderweise ihm persönlich anlasten.

Kommentar von Ronald am 17. September um 20:47 Uhr

Das Collapse-O-Meter ist innerhalb weniger Tage von 6,8 auf neuen Höchststand 7.0 geklettert, ebenfalls innerhalb der letzten Tage ist die Zahl der bereits kollabierten Einzel-Kategorien von drei auf fünf gestiegen.

Täglich gesammelte Infos auf der Systemkrise-Site, auch weitere Infos und Videos zu Northern Rock.

Kommentar von eigen am 17. September um 20:49 Uhr

Hier mal ein schöner Ausflug in die Geschichte und wie der Run überhaupt entstanden ist:

http://www.kommundsieh.de/schlitze.htm
Es sind eben immer die gleichen Schlitzohren !!!

Kommentar von gb am 17. September um 22:05 Uhr

Mystery Trader To Collect On Financial Meltdown? Suspicion increases about so-called Bin Laden trades as markets tumble after bank run!

Last month, we reported on the mystery trader who risks losing around $1 billion dollars after placing 245,000 put options on the Dow Jones Eurostoxx 50 index, which led many analysts to speculate that a stock market crash preceded by a new 9/11 style attack or another catastrophe could take place before or during the third week of September.
The anonymous trader only stands to make money if the market crashes by a third to a half before September 21st, which is when the put options expire.

The Northern Rock crisis was followed by Alan Greenspan’s warning that both the US and UK housing markets are on the verge of a major downturn as Prime Minister Gordon Brown holds an emergency meeting with US Treasury Secretary Hank Paulson today.
Thousands of people around Britain queued for hours at Northern Rock branches throughout Friday and Saturday attempting to withdraw their money as the global credit crunch sunk its teeth in again following the sub-prime mortgage fallout in the US.
Analysts from TheStreet.com dismissed last month’s so-called Bin Laden trades as nothing out of the ordinary, but still noted that the transactions outstrip anything else seen in a year.
Though the current climate will undoubtedly send stocks tumbling, to see a downturn of a full third within a week is unlikely bar a catalyzing outside event like the announcement of military operations against Iran or a terror attack in the west on the scale of 9/11.

Was, wenn wirklich diese Woche noch der Stöpsel gezogen wird, oder al-CIA-da Houston oder Manhattan nuked, oder der Iran nuklear attackiert wird? Werden vielleicht in den allerersten Stunden ihre Buddies die Puts noch einlösen können? Werden aber unmittelbar darauf “Bankfeiertage” ausgerufen, Kontenstände und alle Derivate eingefroren und vermutlich (hyper)inflationär entwertet, schon durch Zeitablauf, weil man nicht rankommt? Unvorstellbar weitreichende Gesetze für ein drakonisches Notstandsregime mit Lebensmittelmarken uvwm. wurden erst vor wenigen Jahren klammheimlich mit vielsagendem Schweigen der Presse und Parteien durch “unser” Parlament gepeitscht!

edit: gb - es steht doch groß und breit in der Kommentarpolitik: nicht meterlang copy&paste in die Kommentare. Ihr strapaziert manchmal meine Geduld ;-) Also - ich habe mal wieder eine feine pdf gebastelt und stelle sie nun HIER für alle ins Netz.
Es ist ein Text aus Prisonplanet von Paul Joseph Watson.
Ach ja, und zu diesem Kommentar hier. gb, englische Texte bitte nur im absoluten Ausnahmefall posten - möglichst wenigstens eine kurze Zusammenfassung in Deutsch dazuschreiben. Denkt doch bitte auch an jene, die nicht so gut Englisch können. Danke :-) Pony

Kommentar von pony_huetchen am 17. September um 22:26 Uhr

Kommentar von pony_huetchen am 17. September um 22:39 Uhr

@gb
Also das Schlimme an den Prisonplanet-Szenarien finde ich immer, dass sie in der Regel nur - und zwar in absoluter Regelmäßigkeit und kurzer Zeitabfolge - mit einem katalytischen Schlag zustande kommen könnten.

Wenn der Knall dann nicht kommt, sagt aber keiner bei denen, sorry, wir haben uns geirrt. Nö, stattdessen wird schnell die nächste Katastrophe angepeilt.

Damit will ich nicht die Verdienste schmälern, die Alex Jones sicher in mancherlei Hinsicht haben mag. Mutig ist er, aber eben kein sorgfältiger Journalist. Prisonplanet ist mir - mit Verlaub gesagt - mit seinen Interpretationen etwas sehr verwegen.

Ich glaube, auch ohne den großen “RUMMS” ist schon alles schlimm genug. Also: keine Panikmache á la Watson, sondern die Dinge sorgsam beobachten.

Überrascht werden wir so oder so, da können wir noch so lange wie das Kaninchen auf die Schlange eines eventuellen Anschlages starren. Was kommt (wenn es denn kommt) wird eine medienwirksame Supershow sein, für die “SIE” lange geübt haben.

Kommentar von IDIC am 17. September um 22:46 Uhr

Ein interessanter Beitrag über den Minsky-Moment der aktuellen Situation:

Minsky-Moment

Kommentar von gb am 17. September um 23:36 Uhr

Hier mal eine syrische Erwiderung auf die Lachnummer, Syrien hätte “Nuklearmaterial” aus N-Korea eingekauft, das ISR jüngst zerstört habe (diese letztwöchige militärische Provokation passt ja “wunderbar” zum Eskalationsszenario, wie auch die Vorbereitungskampagne á la Hayden, SSchäuble und Sarkozy, sowie zum zeitgleichen Finanzwelt-Showdown)
Syrian paper warns nuclear rumors may be prelude to US attack

Kommentar von drisch am 17. September um 23:46 Uhr

@ pony wegen prisonplanet, sehe ich genauso, die machen Panik und gelegentlich landen auch rassistische Artikel in diesem Kanal, daher weiss ich nie genau worum es denen da wirklich geht.

Kommentar von gb am 18. September um 00:05 Uhr

Es geht nicht darum, wie das sprichwörtliche Kaninchen auf die Schlange zu starren, sondern kundzutun, und zwar so zahlreich/vielstimmig wie möglich: “Wir wissen, dass ihr es selber wart, wenn es rummst! Ihr könnt uns nicht noch einmal belügen!”
Das wäre wohl das Effektivste, um es zu verhindern. Denn, die Krise wird herausfordernd genug, aber theoretisch hat sie eben auch das Potential einer unglaublich großen Chance!

Kommentar von Skeptic am 18. September um 12:01 Uhr

dazu passend heute themenabend auf ARTE:
20:40 USA - Reich auf Pump
21:45 Sind unsere Staaten bald bankrott?
22:35 Gesprächsrunde

Kommentar von guadalupe am 18. September um 13:37 Uhr

@gb
Du schreibst:
“Es geht nicht darum, wie das sprichwörtliche Kaninchen auf die Schlange zu starren, sondern kundzutun, und zwar so zahlreich/vielstimmig wie möglich: “Wir wissen, dass ihr es selber wart, wenn es rummst! Ihr könnt uns nicht noch einmal belügen!”
Das wäre wohl das Effektivste, um es zu verhindern. Denn, die Krise wird herausfordernd genug, aber theoretisch hat sie eben auch das Potential einer unglaublich großen Chance!”

Wer ist “ihr”, wer “es”, wer “selber”, wer “es” und was rummst?

Die internationale und weltweite Finanzkrise auf einige wenige, die sich verspekuliert haben zu verengen und deswegen nun einzelne “Verantwortliche” als “Schuldige” und “Lügner” zu blamieren, zeigt, daß das Finanzsystem (das alte Geldsystem) nicht begriffen wurde.

Dann bleibt auch das “Potential einer großen Chance” wie Du schreibst “Theorie”.

Historisch “passierten” die Crashs periodisch und regelmäßig. Und es wurde auch regelmäßig auf “die Lügner” geschimpft und Skandale brav aufgedeckt.

Solange man aber weiterhin das alte Geldsystem bejaht, wird es wie immer in der Vergangenheit neu aufgesetzt; Deflation, Hyperinflation, Krieg und Währungsreform und alle sind wieder glücklich wie die Deutschen während des “Wirtschaftswunders” in den 50er/60er Jahren.

Kommentar von gb am 18. September um 22:09 Uhr

@guadalupe
Ich meinte mit “Knall” nicht einen Börsencrash, sondern einen A-Bomben-Anschlag, selbst inszeniert, also das katalytische Ereignis, wovon prisonplanet.com geredet haben dürfte.
Genauso katalytisch, wie es bereits 9/11 für PNAC and friends war, die solch ein Ereignis “zufällig” 12 Monate zuvor schriftlich herbeigesehnt/gefordert/angekündigt hatten.
Die Folge wäre normalerweise dann - also sekundär - ein Crash nie gesehenen Ausmaßes. Heute aber wurde das Ruder erstmal voll Richtung Hyperinflation gedreht. 0,5% Zinssenkung, Dollar fällt tiiiief, DJI30 plus schlappte 335 Punkte, Gold wird bei Kitco nicht mehr korrekt angezeigt, so unerlaubt geht´s durch die Decke. Der wahre Preis ist nicht max. 720 USD/Uz., bei comdirect sieht man, er war bereits auf 727 hochgeschnellt, nach dem FED-Signal zur Hyperinfla. Was für die breite Masse weltweit massive Verarmung bedeuten wird. Es stimmt, wer das alte Geldsystem nicht überwindet, wird immer wieder bestraft. Historisch ist das dennoch neu, weil so global umfassend erstmals ausnahmslos alle Staaten treffend. Das gab´s einfach noch nie die letzten Jahrtausende…

Kommentar von A.Berger am 19. September um 09:44 Uhr

Genau @gb, DAS gabs noch nie. Ich gestehe, ich bin fasziniert, wie das abläuft.

Laut Bloomberg Laufband gestern abend war Gold kurz auf 733.
Sie schaffen die Goldpreisdrückung nicht mehr, es ist aus mit der jahrzehntelangen US Wirtschaftsillusion, aufgebaut auf wertlose Papiere und Schulden. Jetzt kommt der harte Vergleich mit den Dingen, die WIRKLICH etwas wert sind. Nämlich Öl, Erdgas und Gold.
Die Erdölexporteure werden gewiss keine Zahlungen zu diesem Dollar Ramsch- Wechselkurs mehr annehmen. Chavez teilte bereits mit, daß für die USA das ÖL künftig deutlich teurer wird.

Mit der Leitzinssenkung und der Diskontsatzsenkung je um 0,5% geht der Dollar jetzt verschärft in die Inflation.
Infolge Außenhandelsdefizit benötigt die USA monatlichen Auslands- Kapitalzufluß von ca 60-70 Milliarden Dollar.
Wer wird bei diesem läppischen Dollar Zinssatz sein Geld noch in den USA anlegen wollen, wenn er zudem ein verschärftes Währungsrisiko eingeht? Der Druck auf die FED zu weiteren Senkungen wird wiederkommen.

Nach den neuesten Veröffentlichungen der Forschungsgesellschaft LEAP/ E 2020 kann KEINE ENTSCHEIDUNG eines weltweiten Entscheiders mehr den Sturz der USA aufhalten, also wird die Wirkung dieser Zinssenkung auf die Psyche der Spekulanten bald verpuffen und Ernüchterung eintreten.
Lehmann Brothers verkündete tolle Wirtschaftsergebnisse, Goldman Sachs tut auch so, als ob sie gut verdient hätten.
Dazu muß man wissen, daß es eine Spezialorder von Bush gibt, die im Falle, daß die nationale Sicherheit bedroht ist, es einzelnen Unternehmen erlaubt, keine ordentliche Buchhaltung mehr abzuliefern. Was Freddy Mac und Fanny Mae angeblich schon seit einigen Jahren ausnützen, denn es ist doch seltsam, daß bis heute zwar 157 Mortgage Lenders in Konkurs gegangen sind, die beiden größten Hypothekenbanken der USA aber keinerlei ernste Probleme melden.
http://ml-implode.com/
http://www.leap2020.eu/index.php?action=&=

Kommentar von guadalupe am 19. September um 11:16 Uhr

@gb
Du schreibst:
“Ich meinte mit “Knall” nicht einen Börsencrash, sondern einen A-Bomben-Anschlag, selbst inszeniert, also das katalytische Ereignis, “

Wenn Schäuble ankündigt, daß es nicht mehr die Frage ob, sondern nur noch wann ist, kann die Ankündigung wahr werden.
Hoffnung macht, daß Jene sich an Regeln halten, mögen sie uns auch noch so durchgeknallt und undurchschaut erscheinen.
Meine Vermutung: Sie müssen den Freien Willen achten.
Erst wenn eine kritische Masse “zustimmt” (wie auch immer medial verführt), können sie agieren.
Das macht politblog so wichtig.

Du schreibst:
“Es stimmt, wer das alte Geldsystem nicht überwindet, wird immer wieder bestraft. “

Richtig: Und jetzt gibt es Alternativen, die nur verwendet werden brauchen.

Kommentar von A.Berger am 20. September um 08:40 Uhr

Ich korrigiere meinen Tippfehler oben, Gold war auf 723 und nicht auf 733.

Was der einfache Bürger angesichts der beginnenden Krise machen kann, ist, sich vor der kommenden Inflation ( oder Hyperinflation?) effektiv zu schützen. Das heißt, heute alle Dinge rechtzeitig kaufen, die man sicher die nächsten Jahre braucht. Also Dinge, die durch lange Lagerung keinen Wertverlust erleiden ZB Taschentücher, Klopapier, Dosenprodukte etc.

Daß nunmehr auch die Bank of England die Geldschleusen geöffnet hat und die US Fed eine Wirtschaft, die wegen Billiggeld in der Krise ist, mit weiteren Billiggeld da rausholen will, und sich das Vertrauensproblem im Bankensystem nicht entspannt, spricht dafür, daß man weiter Geld ausschüttet und es jetzt zur Inflation kommen wird.

Historisch rückblickend, war Hyperinflation IMMER das Ergebnis von unbehebbaren Wirtschaftskrisen, weil Politiker nicht imstande zu sein scheinen, Probleme rechtzeitig zu erkennen oder WENN Einzelne das Problem erkennen, es immer genügend andere Dummkopfpolitiker gibt, die Reformen und scharfe Korrekturen aus Unwissenheit oder Kurzsichtigkeit vereiteln.

ODER kann es auch zwingende SACHLICHE Gründe für eine solche Uneinigkeit geben, ZB in Europa betreffend den EURO, wo eine Reform in einem Land anders ausfallen MUSS als im anderen Land.
Bei der kommenden Immobilienkrise in Spanien, Frankreich und England, wegen der Überschuldung Italiens und Griechenlands, wird jedes Land an einem anderen Strick ziehen müssen und dabei die Währungsunion auseinanderreißen.

Das MUSS zwangsläufig so kommen, weil das richtige Reformkonzept für das Weichwährungsland Italien ein anderes ist als jenes für das Hartwährungsland Deutschland, es auf der EU Ebene aber IMMER nur EINE EINZIGE einheitliche Weichenstellung geben KANN wegen des einheitlichen Euro.
Bei jeder EU Entscheidung werden daher zwangsläufig jene Staaten, die sich bei den Verhandlungen nicht durchsetzen, die Verlierer sein. Weil das für ihr Land Nötige nicht getan wird, bzw durch die einheitliche EU Politik sogar noch verschlechtert wird.

Ich hoffe, daß die EU Regierungen schnell erkennen, daß der Euro nicht zu halten ist. Sonst kann das blinde Festbeissen an falschen Konzepten Europa wirtschaftlich in eine schwere Krise reißen.
So schön es auch wäre, neben dem Dollar die zweite Weltwährung zu stellen und damit Weltersatzregierung zu spielen, sollen sich die Europäer von diesen Machtträumen lieber schnell verabschieden, bevor es böse endet.

Es macht mich besorgt, daß noch niemand bereit ist, an diesem Tabu der Euro Abschaffung und der DM Wiedereinführung zu rühren. Da diese Erkenntnis noch nicht gereift ist, muß man sich darauf einstellen, daß eine Hyperinflation tatsächlich kommen wird. Geht also einkaufen, solange es noch Billigangebote gibt.

Kommentar von amadeus am 20. September um 09:14 Uhr

@A.Berger

selbst wenn die europäischen Nationen wieder eine eigene Währung ausgeben, werden sie sich wohl kaum vor der Hyperinflation schützen können. Sämtliche
westlichen Volkswirtschaften sind mit dem verfaulenden Dollar durchsetzt. d.h. selbst wenn eine Nation eine gute Krisenpolitik betreibt, ist sie durch die jahrzehntelang forcierte Arbeitsteilung auf andere Länder angewiesen. Man kann sich vor dem Import der Inflation nicht schützen, weil große Teile des “smart Money” gerade von Papierwerten in Rohstoffwerte umschichten, da Rohstoffe bekanntlich ein sehr enger und volatiler Markt ist, bricht genau dieser Stelle die Hyperinflation in der Realwirtschaft durch. Das ist wie eine “Sollbruchstelle”.
Ich kann michaber im Grunde nur Ihrer Meinung anschließen, den Euro fallen zu lassen, es wäre für die meisten europäischen Nationen wesentlich besser, eine Währungspolitik betreiben zu können, welche der eigenen Wirtschaft entspricht.
Den Rat einkaufen zu gehen, solange es Billigangebote gibt kann ich nicht mittragen. Herr Eichelburg auf hartgeld.com gibt diesbezüglich ganz brauchbare aber goldlastige Hinweise, man sollte versuchen die Krise 1929 nachvollziehen und daraufhin reagieren.

amadeus

Kommentar von guadalupe am 20. September um 14:25 Uhr

@A.Berger
Du schreibst:
“Historisch rückblickend, war Hyperinflation IMMER das Ergebnis von unbehebbaren Wirtschaftskrisen, weil Politiker nicht imstande zu sein scheinen, Probleme rechtzeitig zu erkennen oder WENN Einzelne das Problem erkennen, es immer genügend andere Dummkopfpolitiker gibt, die Reformen und scharfe Korrekturen aus Unwissenheit oder Kurzsichtigkeit vereiteln. “

Wirtschaftskrisen entscheiden nicht Politiker. Sie sind systemimmanent gekoppelt an das fehlerhaft konzipierte Geldsystem. Diejenigen, die das Geldsystem steuern, und das sind nicht die Politiker, entscheiden den Zeitpunkt des Crashes. Sie können ihn verzögern oder beschleunigen, kommen muß er in jedem Fall, das war historisch immer so.

Auch ob der Euro wieder drangegeben wird zugunsten einer globalen Einheitswährung (als digital angel) oder zugunsten nationaler Währungen (nach der Pfeife der Herren des Geldes) ist weder Entscheidung des Volkes noch der Politiker.

Es ist allerdings Deine Entscheidung, ob Du weiterhin dem alten Geld seine Herrschaftsmacht sichern möchtest oder nicht.

Meinetwegen geh Vorräte sichern und sichere dem alten Geld seine Macht:
Solltest Du erfolgreich sein und Dich mit Vorräten versorgen können, während es andere nicht können, schau zu, daß Du Deine Vorräte gut sicherst. Vielleicht kannst Du Dir ja bei Blackwater eine bewaffnete GSG9 Einheit engagieren.

Ich setze lieber auf solidarische Konzepte.

Kommentar von A.Berger am 20. September um 14:44 Uhr

@amadeus,

Ein absoluter Schutz vor Inflation ist mE deshalb nicht möglich, weil die EZB die Zinsen nicht erhöhen wird und vor allem Spanien und Frankreich bald “das große Gelddrucken” beginnen werden. Damit kommt ein fixer Euro / DM Rückwechselkurs nicht mehr in Frage.
Neue nationale Währungen in Europa könnten mE für eine bestimmte Übergangszeit parallel neben einem weiterexistierenden Euro eingeführt werden.
Der DM Wert müßte dabei an eine feste Wertgröße, zB Gold gekoppelt sein.
Der Wechselkurs zwischen dem Euro und der DM müßte, innerhalb flexibler Grenzen, frei bleiben, sodaß sich der DM /Euro Geldmarkt langsam selber regulieren kann. Wer ZB seine Ersparnisse in DM umtauschen will, kann es zum jeweiligen Wechselkurs - Euro /DM Tagessatz machen.
Mit bestimmten Absicherungsinstrumenten ( Umtauschrecht nur bis zu einer bestimmten Summe pro Kopf und Nase und nur einen bestimmten Höchstbetrag pro Woche o.ä.) könnte man einen eventuellen spontanen Nachfragehype nach der DM abfedern.

Je länger man mit der DM Rückumstellung wartet, umso größer würde die Massenflucht aus einem immer stärker mißtrauten Euro werden und umso schwieriger eine geordnete Umstellung.

Wichtig ist es, der Wirtschaft so schnell wie möglich ein vertrauenswürdiges, goldgedecktes Tauschmittel an die Hand zu geben um den freien Waren- und Geldfluß aufrechtzuerhalten und die Preise zu stabilisieren.

Kommentar von A.Berger am 20. September um 14:56 Uhr

PS: Und sollte die Bankeninterne Vertrauenskrise noch weiter anhalten, würde ich die DM Konten ausschließlich bei zuvor streng gesäuberten Banken, bevorzugt den Öffentlichrechtlichen eröffnen lassen.
Alle, die mit der DM Geschäfte machen wollen, müssten, um weitere Kreditzurückhaltung und Bankenkonkursängste zu vermeiden, vorher ein strenges BaFIN Prüfungsverfahren durchlaufen haben und absolut alle verdächtigen Problempapiere an einen Dreckaufkauffonds verkauft haben.

Kommentar von guadalupe am 20. September um 15:02 Uhr

@A.Berger
Du schreibst:
“Der DM Wert müßte dabei an eine feste Wertgröße, zB Gold gekoppelt sein.”

Feste Wertgröße? Heute 720 US-Doller, gestern 540 US-Dollar, morgen zwei Eier. Danke.

Du schreibst:
“Wichtig ist es, der Wirtschaft so schnell wie möglich ein vertrauenswürdiges, goldgedecktes Tauschmittel an die Hand zu geben”

Wenn Du den Herren des alten Geldes deren Handwerk besorgen möchtest, dann komme bitte auf den neuesten Stand. Natürlich hatten/haben sie das Gold/Silber monopolisiert und mit metallgedeckten Währungen einerseits ihre Herrschaft abgesichert, andererseits Krieg und Elend institutionalisiert. Du erkennst darin “vertrauenswürdig”. Es ist unglaublich.

Ein ungedecktes altes Geld wie jetzt gibt den Hohen Herren wesentlich mehr Manipulationsmöglichkeiten (s. Schnelltender).

Goldgedecktes Geld kann mit der Wirtschafts- und Bevölkerungsentwicklung nicht mithalten. Agonie, Depression und Verarmung waren und sind die notwendigen Folgen, es sein denn, neue Goldfunde werden gemacht (Klondyke) oder man raubte es halt anderen (Indianer)

http://www.artfond.de/indianer.htm

1 Milliarde Menschen hungern jetzt schon, nicht weil sie zu faul zum Arbeiten sind, sondern weil ihnen ein Tauschmittel versagt wird. Diese und die anderen 3 bis 4 Milliarden mit ausreichend “goldgedecktem” Geld zu versorgen ist ein Ding der Unmöglichkeit. Wer sollte es ihnen schenken? Oder sollen die alle noch tiefer verschuldet werden, weil “man” es ihnen leiht.

Ich werde mich nicht gegen Gold verschulden und darauf eine “Währung” aufbauen, sondern ich will ein schuldenfreies Gold, denn der Wert liegt nicht im Geld, sondern wir schaffen die Werte, der Mensch ist wertvoll, nicht das Gold.

Kommentar von amadeus am 20. September um 15:33 Uhr

@A.Berger

ist grundsätzlich kein schlechter Gedanke den Euro heute schon zu schlachten, ist in jedem Fall besser als ihn auseinander brechen zu lassen und daraufhin aus purer Notwendigkeit neue alte Währungen einzuführen.

Für Deutschland wäre es vllt. sogar machbar eine goldgedeckte Währung herauszugeben aber eben nur vielleicht.
Es setzt nämlich voraus, daß wir unser physisches Gold erstens tatsächlich besitzen und zweitens es hier in Deutschland gelagert wird.
Bei beiden Aspekte hab ich ein schlechtes Gefühl, denn die Deitsche zentralbank hat bis heute nicht erklärt wieviel von unserem Gold sich tatsächlich hier in Deutschland befindet und zweitens haben Zentralbanken in aller Welt Teile Ihrer Goldreserven schon verbraten und zusätzlich an Großbanken verliehen. Aufklärung gibts darüber selbstverständlich nicht.
Für die anderen europäischen Nationalbanken sieht es sehr finster aus, sie haben Ihr Gold in Stützungsverkäufen abgeworfen um den lieben Dollar zu stützen. Die öffentlichen Banken damit einzubeziehen wäre aus deutscher Sicht, nach der IKB und Sachsen LB Geschichte wohl nicht so prickelnd.

Gute Idee aber nicht realistisch.
beste Grüße

Amadeus

Kommentar von A.Berger am 20. September um 15:42 Uhr

Man MUSS eine Währung haben, die einen objektiven Wert hat. Und die nicht durch unfähige Politiker und Wirtschaftshaie inflationiert werden kann. Und das ist historisch mE nur möglich mit Gold.

Irgendwelche ungedeckten “Zettelpapiere” oder “sich selbst entwertendes Geld” und dergleichen funktionieren möglicherweise innerhalb eines geschlossenen Staatswesens, das strengen Gesetzen unterliegt, scheitern aber im internationalen Warenaustausch. Im Außenverhältnis wird kein Staat wie Russland ZB wertvolles ÖL hergeben, wenn er nicht etwas von dauerhaftem Wert, ZB Gold dafür zurückbekommt.

Selbstverständlich ist es möglich, die ganze Welt mit goldgedeckter Währung zu versorgen, das ist nur eine Bewertungsfrage.
Und der, wohl tatsächlich existenten Goldsammelei durch die bisherige Elite wird dadurch entgegengetreten, indem man eine historisch immer wieder beliebte Maßnahme durchführt, nämlich die Beschlagnahme und ein Goldbesitzverbot für Private.
Da hat es sich dann schnell erledigt, das Goldmanipulier-Eliten-Sammel und Tarn- und Tauschproblem.
Alles - über eine bestimmte zulässige Mindestmenge hinaus - hat mE der Allgemeinheit zu dienen und nicht superreichen Spekulanten. Der Abkaufpreis für das Gold wird sich also in Grenzen halten.

Kommentar von A.Berger am 20. September um 15:49 Uhr

@Amadeus,

das Vertrauen der gesamten Welt, daß Deutschland imstande ist, sich das nötige Gold , auch ohne Beschlagnahme o.ä., durch harte Arbeit international zu erwerben, ist GROSS. Für Deutschland wird diese Maßnahme wohl nicht nötig sein.

Die Versorgung Deutschlands mit der nötigen Golddeckung wäre eher kein Problem. Auch wenn das beschlagnahmte deutsche Gold von den Amis mittlerweile komplett verbraten ist und man auf die wenigen Gold Ersparnisse aus den 50er und 60er Jahren angewiesen ist.

Kommentar von guadalupe am 20. September um 15:56 Uhr

@amadeus
Das Gold der Deutschen Bundesbank ist weg. Mach Dir keine Illusionen, daß das irgendeiner verlautbaren wird.
Selbst wenn es noch da wäre und sogar ausgehändigt würde, es könnte nicht einen Bruchteil der Staatsschulden decken.

Warum bezahlen wir nicht wenigstens einen Bruchteil der Staatsschulden mit dem Gold, das uns angeblich gehört?

1. es ist weg.
2. es gehört der Zentralbank und die ist vom Staat (also auch vom Volk) unabhängig.
3. Staatsschulden sind zinspflichtig. Das ist für die Gläubiger lukrativer, weil wir so lieber die MwSt um 20% erhöhen als uns Gedanken über ein richtiges Geldsystem zu machen, also lieber verarmen wollen.

Kommentar von guadalupe am 20. September um 16:08 Uhr

@A.Berger
“Man MUSS eine Währung haben, die einen objektiven Wert hat. “

Gold hat keinen “objektiven” Wert, sondern ist mal dieses, mal jenes wert. Da es von den Herren des alten Geldes monopolisiert ist, kontrollieren jene diesen Wert.

“Und die nicht durch unfähige Politiker und Wirtschaftshaie inflationiert werden kann.”

Die Währung inflationiert sich durch den Zins, nicht durch Haie, Giraffen, Heuschrecken oder Politiker. Kann die Wirtschaft nicht mit dem Zins mitwachsen, inflationiert das fehlerhaft konzipierte Tauschmittel.

“Und das ist historisch mE nur möglich mit Gold.”

Völlig falsch. Jede goldgedeckte Währung endete historisch im Crash.

“Irgendwelche ungedeckten “Zettelpapiere” oder “sich selbst entwertendes Geld” und dergleichen funktionieren möglicherweise innerhalb eines geschlossenen Staatswesens, das strengen Gesetzen unterliegt, scheitern aber im internationalen Warenaustausch.”

Mein Reden ist nicht pro “ungedeckte Zettelpapiere”, die haben wir jetzt schon, noch für “sich selbst entwertendes Geld”, auch das haben wir jetzt schon. Denn das alte Geld ist weder gedeckt, noch kaufkraftstabil. Selbst die “harte” D-Mark hatte am Ende nur noch 5% seines ursprünglichen Wertes.

Mein Reden ist pro kaufkraftstabiles, im Umlauf verstetigtes Tauschmittel, das Tauschmittel ist, als Tauschmittel dient.

“Im Außenverhältnis wird kein Staat wie Russland ZB wertvolles ÖL hergeben, wenn er nicht etwas von dauerhaftem Wert, ZB Gold dafür zurückbekommt.”

Gold fördern die selber. Die geben wertvolles Öl her, um damit deutsche Maschinen oder französischem Champagner zu kaufen. Der Euro ist dabei nur das Schmiermittel, um den Gütertausch zu bewerkstelligen.

“Selbstverständlich ist es möglich, die ganze Welt mit goldgedeckter Währung zu versorgen, das ist nur eine Bewertungsfrage.”

Ein Mikrogramm für jeden. Bitte jedem Erdenbürger ein Mikroskop dazuliefern.

“Und der, wohl tatsächlich existenten Goldsammelei durch die bisherige Elite wird dadurch entgegengetreten, indem man eine historisch immer wieder beliebte Maßnahme durchführt, nämlich die Beschlagnahme und ein Goldbesitzverbot für Private.”

Historisch belegt. Hochfinanzler Roosevelt verbot Gold für Private, damit die Hochfinanz alles Gold monopolisieren kann.
Alle US-Bürger mußten unter Androhung hoher Strafen alles Gold zu Spottpreisen abliefern, damit die Hochfinanz die Kontrolle über alles Gold hat.

Kommentar von A.Berger am 21. September um 08:33 Uhr

@guadalupe

Gold ist der einzig stabile Wert, den es historisch gibt. Man konnte für exakt dieselbe Goldmenge im Mittelalter, im 17. Jahrhundert, Anfang 20. Jahrhundert oder im 2.Weltkrieg immer 1 Ei erwerben. Gold ist über Jahrhunderte (!) der einzigste Wert, der niemals inflationiert und der immer absolut korrekt angibt, was welches Produkt im realen Leben wert ist.

Wenn du meinst, der Goldwert sei instabil, dann berechnest du ihn mit einer inflationierten Währung. Aber nicht der Goldwert ist variabel, sondern der Wert des Papiergeldes, mit dem du den Goldpreis berechnest.

Deshalb fürchten ja alle Papiergeldwirtschaften, wie heute alle Fiat Moneys auf der ganzen Welt nur Papierwerte sind, die Konkurrenz des Goldes so sehr. Weil Gold der EINZIGE GRADMESSER ist, wieviel diese Papiergeldwährungen überhaupt noch wert sind.

Und die Hochfinanz drückt den Marktpreis des Goldes mit unglaublichen, geradezu verbrecherischen Mitteln ( Goldfutures, Erpressung der Minenbesitzer, ihre Goldproduktion vorab zu verkaufen statt ihnen Kredite zu geben, das Zentralbanken Gold -Verleihsystem, das Gold ETF)

Wenn es je eine ernste und schwerwiegende Manipulation auf dieser Erde gab und gibt, dann ist es die Goldmanipulation. Als letzter Staat wurde in den 90ern die Schweiz gezwungen, die Golddeckung des Franken aufzugeben. Seither können die Papiergelddrucker ungehemmt alle Papiere anfertigen, alle Derivate verkaufen, Scheine jeglicher Art drucken und ein künstliches, jeden realen Wertes enthobenes Papiergeldsystem führen. Die Einführung eines RFID Chips oder ähnliches auf den Scheinen wäre nur die Weiterführung dieses Schwindelpapier- Gelddrucksystems mit besseren technischen Mitteln.

Dieses Papiergeldschwindelsystem ist DAS Betrugssystem der US angeführten weltweiten Hochfinanz. Denn sie verdienen damit so unglaubliche Summen, daß man sich das gar nicht ausdenken kann.

Die jetzige Finanzkrise hat ihre Ursache darin, daß das Vertrauen der Menschen in dieses Geldschwindelsystem zerbröselt. Die jetzige Krise ist keinesfalls nur ein bißchen Geldausfall auf einem amerikanischen Hypothekenmarkt, der sich zufällig in, in Europa gehaltenen Papieren wiederfindet. Es geht jetzt um ganz was anderes. Um das Grundsätzliche.

Es geht heute darum, daß seit Aufgabe des Bretton Woods Systems in den 1970ern (bis dahin galt die Dollar- Goldbindung und der US Staat mußte für 1 Dollarschein einen bestimmten Goldwert herausrücken) der Dollar durch absolut NICHTS abgesichert ist, sondern ausschließlich nur auf dem weltweiten Vertrauen in die Zahlungsfähigkeit und Zahlungswilligkeit der USA aufgebaut ist.

Und dieses Vertrauen in die US Zahlungsfähigkeit schwindet, angesichts unglaublicher, nie wieder rückzahlbarer US Schulden (geschätzt alle privaten und staatlichen Schulden zusammen derzeit 71 Billionen Dollar ( 71 trillions dollar) in Zahlen:
71.000. 000.000.000 Dollar.

Und was die systematische, durch die Hochfinanz betriebene Gold Antiwerbung betrifft. (BITTE GLAUBT dieser Propaganda nicht, ihr werdet belogen!) Sie sagen ZB Gold hätte 1929 den Konkurs gebracht. In Wahrheit ist damals das Dollar Geldsystem erstmals an die durch die Goldstabilität vorgegebene Verschuldensobergrenze gestoßen und deshalb kam es zur Wertberichtigung an den Spekulationsbörsen. Die Banken haben schon damals künstliche Geldmengen aufgebläht statt die Wirtschaft zum Sparen anzuleiten, und die Wirtschaft gegen die Wand gefahren.

Man muß sagen: Der Schade war verhältnismäßig gering, denn damals stand die GOLD Schutzwand noch da!!!
Die jetzige ungeheuerliche Bankenkrise mit dem ungedeckten Dollar und den restlichen ungedeckten Weltwährungen ist in so unendlichen Maße schlimmer als die Krise 1929, weil die Werte heute in einem viel, viel größerem Umfang von der Realität entfernt sind. Die Rückführung der heutigen künstlichen Preise und Papierwerte auf die WAHREN Werte wird eine Anpassungskrise bringen, gegen die 1929 ein laues Lüftchen war.

Die USA und ihre Elite und die westlich nahen Wirtschaftssysteme können den Einzug der Realität in ihre Wirtschaften nicht mehr verhindern. Die USA steht mE unmittelbar vor einer 10 jährigen schweren Wirtschaftsdepression.

Deutschland wird diese Rückführung in die Realität nicht so stark treffen, weil die deutsche Wirtschaft floriert, die deutschen Betriebe produzieren hochwertige Güter und Waren. Die Deutschen haben eine hohe Sparquote und sie haben den Wert des Geldes nie vergessen und sich nicht überverschuldet. Es gibt nur wenige Deutsche, die sich spekulatorisch wie ein US Durchschnittsbürger verhalten ( ihre Altersrente in Börsenpapieren halten zB) und die meisten Deutschen sind auf dem Boden geblieben sind und wissen noch, was Brot wert ist. Vor allem die wenig verwöhnten DDR Bürger sind vergleichsweise gut geerdet und bereit für Wohlstand hart zu arbeiten.

In Deutschland wird daher gewiss eine brutale Entwertung aller Papierwerte stattfinden, die Sparguthaben werden weggeblasen werden und die eine oder andere Bank wird pleite gehen oder längere Zeit rote Zahlen schreiben, aber die Wirtschaft KÖNNTE sich bald erholen.
Für diese baldige Wirtschaftserholung ist aber UNBEDINGT erforderlich eine stabile goldgedeckte DM Währung, damit der Inflationsimport gestoppt wird, der Geldumlauf reibungslos fließt und die Betriebe, die etwas aufbauen wollen, wieder gute Kredite bekommen.

Kommentar von A.Berger am 21. September um 09:18 Uhr

Eliten führen Krieg. Kriege kostet Geld. Im 1. Weltkrieg wurde die Golddeckung der damaligen Währung aufgegeben, weil man nicht genug Gold als Deckungswert hatte, um die Fortsetzung des Krieges zu finanzieren. Also hob die Elite einfach die Golddeckung ihrer Währung auf und druckte hinfort ungedecktes Papier.
Mit der GOLDBINDUNG der Währung, also MIT DER VERPFLICHTUNG DES STAATES FÜR JEDEN VORGELEGTEN GELDSCHEIN EINE BESTIMMTE FIXE GOLDMENGE AN DEN SCHEININHABER AUSZUHÄNDIGEN, hätte der 1. Weltkrieg maximal ein halbes Jahr gedauert und die erste Kriegspartei wäre pleite gewesen wäre.

Mit einer reinen Papiergeldwährung können unbegrenzt Kriege finanziert werden. Die USA hat mittels ungehemmten Dollardruckens seit dem 2. Weltkrieg eine Unzahl von lokalen Kriegen geführt. MIT einer Goldbindung des Dollar wären die USA bereits aufgrund der Vietnamkriegskosten am Rande der Pleite gestanden.

Wenn nun ein Staat seine Kriege mittels Gelddruckens finanziert, dann steigt die gesamte Geldumlaufmenge, es kommt zu Inflation. Diese spürten die USA nicht sofort, denn sie fluteten die ganze westliche Welt mit ihren Dollarscheinen, sie exportierten also ihre Dollarinflation auch ins Ausland.

Heute steigt die Inflation nicht nur im Euroland, sondern auch in den Währungen der Ölländer Kuweit, Katar, Saudi Arabien etc, extrem steil an. Der Inflationsexport der USA hat also das gesamte weltweite Papiergeldsystem geflutet und es steigt der Wasserpegel auch schon in Übersee.

Inflation bedeutet, jeder einzelne Geldschein verliert an Kaufkraft. Er ist weniger wert. Man denkt beim ersten Hingucken, es sind die Preise, die steigen, doch das täuscht optisch, in Wahrheit steigen nicht die Preise, sondern verfällt der Wert der Währung. Das bedeutet die VERARMUNG hauptsächlich der ARMEN, denn diese verfügen nur über wenige Geldscheine zur Deckung ihrer Grundbedürfnisse.

Wer also heute um 30 Prozent höhere Michpreise zahlen muß, soll nicht auf den Bauer schimpfen, denn dieser verdient dadurch real nicht mehr, sondern er soll wissen, daß er damit seinen Teil an den Kriegskosten der USA zahlt, die diese im Laufe der letzten Jahrzehnte geführt haben. Durch Inflation werden nämlich die Schulden der Reichen auf die Schultern ALLER, auch der Abermillionen Armen, umverteilt.

Inflation kommt zustande, wenn die Elite Angst hat, ihre Spitzenleute bei Überschuldung in Konkurs gehen zu lassen und deren Schulden monetisiert. ( di. trotz Überschuldung ihnen weiter frisches Geld leiht)
Mittels der Spezialtender monetisieren derzeit die Zentralbanken sämtliche Schulden der Elitebetriebe und der Spekulations- Papierinhaber statt sie ehrlich in Konkurs gehen zu lassen und eine Marktbereinigung zu ermöglichen.
Inflation ist immer das Ergebnis, wenn die Politik die Wirtschaftssteuerung nicht mehr schafft und alles aus dem Ruder läuft.
Der Einzelne kann sich vor Inflation nicht schützen, er kann nur Waren und Güter, die er später braucht, zu möglichst niedrigen Preisen heute einkaufen und auf Lager nehmen.

Kommentar von guadalupe am 21. September um 11:29 Uhr

@A.Berger
Kriege sind üblicherweise kreditfinanziert, Golddeckung hin oder her. Golddeckung hat noch nie Kriege verhindert, es wurden jedoch viele Kriege des Goldes wegen geführt (der Krieg -Genozid- gegen die Aztecken und Inkas sollte uns bekannt sein)

Die Hochfinanz finanzierte sowohl die Sowjets wie die Nazis wie die Briten.
Kriegsentscheidend kann dann sein, wer länger finanziert wird.

Warum ist eine Golddeckung für die Finanzierung von Kriegen schnurz? Weil es Kredit gibt.

Als die Briten alles Gold für Kriegsprodukte abgeliefert hatte, erhielt sie halt Kredit und konnte weiter Rüstungsprodukte erwerben. Bezahlt wurde später mit der Kriegsbeute, die aus dem eigenen und dem Raubgold der Nazis und Japaner bestand aber nicht nur das Gold: auch Patente, Besitztümer usw. usf. können auch als Bezahlung dienen.

Wir lernen: Gold hat noch nie Kriege verhindert, sondern gerade erst ermöglicht oder gar bedingt.

http://f28.parsimony.net/forum.....s/1101.htm

Verherrend sind die wirtschaftlichen Folgen einer Golddeckung.
Ein Land hat beispielsweise eine Bevölkerung, die stark wächst. Die Goldmenge bleibt jedoch stabil. Ergo: Die wachsende Bevölkerung, die natürlich auch mehr Güter produziert wie verbraucht, muß sich eine ständig verkleinernde Geldmenge teilen. Folge: Deflation. Das Geld wird immer wertvoller. Waren also zum Verhältnis der Geldmenge immer billiger.
Das ruiniert die Wirtschaftsteilnehmer.

Um dem Ruin zu entgehen, werden Kriege angezettelt, um sich der Goldvorkommen anderer zu bemächtigen. (Kolonialkriege usw.)

Wenn Du also eine Golddeckung möchtest, mußt Du auch Ja zu ständigen Kriegen sagen.

Deine Argumentationsweise ist zutiefst klassisch neoliberal und die Neoliberalen haben zugelernt und ihr Herrschaftsinstrument verfeinert. Mehr Unterschied ist da nicht.

Auch Du bejahst das alte Geldsystem, dessen geistige Kernaussage ist: Geld ist wertvoll, der Mensch höchstens als (vergeldlichtes) “Humankapital” zu gebrauchen. Sonst würdest Du nicht für ein “wertvolles” Geld votieren, obwohl deren “Wert” nach Belieben von der Hochfinanz manipuliert wurde und wird, wie Du selber beredt ausführst.

http://www.artfond.de/revolutionvonoben.htm

Wir sagen, das Geld muß wertlos sein, denn der Mensch ist wertvoll. Uns Rheingoldern dient ein wertloses Tauschmittel, damit wir uns gegenseitig wertschätzen können, denn nicht das Geld, sondern der Mensch schafft die Werte.

Kapitalismus ist nicht nur eine politische Erscheinung und ein Macht-Instrument der Kapital-Elite, sondern eine Geisteshaltung.

Solange die “Kritiker” des Kapitalismus deren Geisteshaltung teilen (Geld muß wertvoll sein, der Mensch ist es also nicht) und lediglich an Symptomen rumkritteln (wie kann der böse Bush, Blackstone, Monsanto das nur tun) bleiben sie eine geistige Stütze der Eliten, insbesondere weil sie darauf bestehen, bei aller Kritik durch Verwendung des alten Geldes, dieses System zu stützen.

Warum sollte man wollen, das Geld oder das Gold der Hochfinanz als Lebensbedingung des Menschen, als Grundlage der wirtschaftlichen Kommunikation untereinander zu akzeptieren?

Kommentar von A.Berger am 21. September um 12:49 Uhr

@guadalupe:
Ich kenne die Gedankengänge, aus denen heraus, Freigeld - Befürworter, ZB Rheingolder etc. das in ihren Augen richtige Geldwesen ableiten. Ich respektiere den guten Willen der Freidenker in hohem Maße.

Man KANN dieser Richtung folgen, ABER, wie bereits oben gesagt, wird ein Papiergeldsystem ( das künstlich entwertet wird) nur INNERHALB eines einzelnen Staates funktionieren können, weil nur dort dieselben Anwendungsgesetze für das Papier gelten.

Sobald ein Geld geeignet sein MUSS, im INTERNATIONALEN Handel und internationalen Warenaustausch eingesetzt zu werden, SCHEITERT jedes Freigeldsystem. ( zumindest heute noch)

Denn es ist unrealistisch anzunehmen, daß es HEUTE ( Zukunft nicht ausgeschlossen!) auf der ganzen Welt gleiche Rahmengesetze geben könnte, in denen das Freigeld gleichzeitig funktioniert. ZB müßten Entwertungsvorschriften überall im selben Ausmaß gelten, müßte Verzinsung im selben Maße überall gleich kontrolliert werden, müßte die nötige Bodenbewirtschaftung überall gleich gesetzlich geregelt sein, sonst geriete das System sofort in Schieflage.

Das deutsche Volk KANN sich HEUTE nur eine Währung zulegen, die erstens mit rein deutschen Gesetzen machbar und steuerbar ist und die zweitens zugleich im internationalen Handel von anderen fremden Rechtsstrukturen, anderen Völkern und anderen Nationen und anderen Wirtschaftssystemen ZB China, angenommen wird.

MAG SEIN, das Freigeldsystem wird in ein paar Jahrhunderten die gebildete Menschheit erfreuen, denn sie ist eine sehr ehrenwerte Idee, keine Frage, doch zum heutigen Zeitpunkt im Jahr 2007 , in der Zeit einer ENT- Globalisierung und Re - Nationalisierung, steuert alles auf lokale Währungseinheiten zu.

Eine hochfinanzkontrollierte RFID Weltwährung halte ich für ausgeschlossen, Bernanke kann heute nicht mal den Auslandsdollar retten, wie will er da Einfluß auf das komplexe Weltgeflecht nehmen?? Das ist vorbei.

Das weltweite Gold gehört auch NICHT der Hochfinanz, denn die privaten Aufkäufe dürften sich in Grenzen gehalten haben, sonst hätte die Goldpreisdrückung, allein ZB durch eine EZB Verkaufsankündigung nie so gut funktioniert. Tatsächlich ist viel Gold nach Russland und in die arabischen Staaten abgeflossen, aber, glaube ich, nicht so sehr viel in die Taschen westlicher Superreicher. Auch deutete ich die Möglichkeit der Verstaatlichung und Beschlagnahme überschüssigen Privatgoldes bereits an.

Da Gold nicht als realer Umlauf, sondern nur als Sicherheit gehalten werden muß, muß also nicht das gesamte Gold in real in den Tresoren gehalten werden, sondern es genügt als Sicherheit das Vertrauen in die Kraft des jeweiligen geldausgebenden Staatswesens, sich erforderlichenfalls das Gold durch harte Arbeit oder Warenverkäufe im internationalen Handel rechtmäßig erwerben zu können. Ein Ölstaat bräuchte also kaum Gold in seinen Tresoren, da er ja sein Öl als Sicherheit hat.
Andere afrikanische Rohstoffländer werden Diamanten als Währungssicherheit nehmen oder Erdgas oder Uran.

Meine Ansicht ist nicht “neoliberal”, im bekämpfe das kranke US Wirtschaftssystem vehement, sondern besagt sinpel, daß ein Mensch und eine Volkswirtschaft arbeiten und sparen muß, um Wohlstand zu erwerben, denn nur NICHT konsumierte Güter erhöhen langfristig den Wohlstand eines Volkes und nicht die verkonsumierten Güter.
Die Ideologie, wonach Konsum Wohlstand erhöhen soll, ist am Beispiel des bankrotten US Staatsbürgers erwiesenermaßen gescheitert. Keynes Verschwendungsdenken hat der westlichen Welt im Ergebnis nur Schulden und keinen Wohlstand gebracht.

Das Freigeld widerspricht übrigens dieser meiner Theorie der österreichischen Schule nicht grundlegend, sondern wendet sich auch gegen den Zins als illegitimes Umverteilungsmittel.

Aber über die (gewiss diskussionswürdige ) Zinsenfrage wird man JETZT nicht alles ausdiskutieren können, denn DAFÜR haben wir JETZT keine Zeit. Es muß sofort gehandelt werden und daher gehts bei der neuen DM nur mit einer Golddeckung.

Kommentar von Neutrino am 21. September um 17:08 Uhr

Sobald ein Geld geeignet sein MUSS, im INTERNATIONALEN Handel und internationalen Warenaustausch eingesetzt zu werden, SCHEITERT jedes Freigeldsystem. ( zumindest heute noch)

Ich bin der Meinung, daß eine nationale Währung nicht dafür geeignet sein muß, damit einen internationalen Handel zu betreiben. Für den internationalen Handel reicht eine Weltweite Verrechnungseinheit - ich denke dabei beispielsweise an den ECU - durchaus aus. Vielleicht ein ähnliches System wie es John Maynard Keynes auf der Konferenz zur Reform des Weltwährungssystems in Bretton Woods vorgeschlagen hat?

Kommentar von amadeus am 21. September um 17:12 Uhr

@ A.Berger

ich verfolge Ihre Kommentare schon seit einiger Zeit, ich erkenne, daß Sie sich mit der Materie beschäftigt haben und m.E. fundierte Ansätze diskutieren.
Ich habe verlautbaren lassen, daß ich ebenso der Meinung bin, den Euro lieber heute als morgen rückabzuwickeln, die Gründe dafür liegen kurz und bündig in den verschieden Volkswirtschaften, die in einen Topf geworfen werden und aus dessen Mittelwert wird dann der Euro abgeleitet; zum Leidwesen aller Beteiligter.
Die Schlüsse die Sie daraus ziehen, kann ich leider nur bedingt gutheißen. Daß jedes Land seine eigene konvertierbare Währung benötigt ist nun klar, aber daraus nun gleich wieder die alte D Mark und deren Strukturen einzufügen halte ich für ungünstig. Weil:
Eine goldgedeckte Währung gleichzeitig als Tausch - und Wertaufbewahrungsmittel für das Inland sowie den Außenhandel einzuführen ist fast die Quadratur des Kreises, ein Kompromiß der jeweiligen Anforderungen zum Tauschen und Wert erhalten im In-und Ausland.
Man sollte darüber nachdenken, die Vorteile des Freigeldes mit den einer goldgedeckten Währung zu verknüpfen, dies scheint gegeben, wenn man im Inland Schwundgeld bzw. Freigeld und im Außenhandel eine goldgedeckte “D Mark” einsetzt, als Wertaufbewahrungsmittel kann dann die Außenwährung eingesetzt werden. Man kann damit den schwächelnden Binnenhandeln flottmachen , während die deflationäre Wirkung der Golddeckung auf den Außenhandel beschränkt bleibt und sogar die Handelsbilanz jeweils in Richtung NULL bzw. “Ausgleich” drückt.
Es ist klar, daß die Notenbank einen Wechselkurs zwischen Inlands-und Auslandswährung ansetzen muß, was eigentlich kein Problem darstellen sollte.

lg
amadeus

Kommentar von guadalupe am 21. September um 17:35 Uhr

@amadeus:
Richtig. Die Tausch- und Wertaufbewahrungsfunktion des alten Geldes schließen sich gegenseitig aus. Entweder nutzt man es als Tauschmittel, dann gibt man das Mittel weg oder als Wertaufbewahrungsmittel, dann tauscht man es nicht mehr, sondern behält es.

Auch im Außenhandel werden in erster Linie Güter getauscht und das Tauschmittel dient dem Güteraustausch.

Wenn uns jemand aus dem Ausland etwas verkaufen will, dann will er etwas zurück, was er auch verwenden kann. Beispielsweise die heimische Währung, weil er zu Hause einkauft, beispielsweise eine Fremdwährung, weil er z.B. Rohstoffe importieren will oder eben die nationale Währung des Käufers, weil er in dem Land Güter kaufen möchte, wohin er gerade verkauft hat.

In den beiden ersten Fällen wechselt er die Tauschmittel bei denjenigen, die dafür Bedarf haben, im letzten Fall akzeptiert er Rheingold.

Regelt alles der freie Markt. Es entwickeln sich Preise und Wechselkurse, abhängig von Angebot und Nachfrage.

Letztendlich werden allerdings diejenigen, die die Chance haben, mit RG zu produzieren, unschlagbar günstig produzieren können, da sie sich zinsfrei finanzieren, während die anderen mit fehlkonzipierten Tauschmitteln Produzierenden erst einmal die Finanzierungskosten decken müssen, um zu überleben.

Eine “goldgedeckte” D-Mark braucht es nur für diejenigen, die nicht rausbekommen haben, daß man Devisen umtauschen kann.

Die werden vielleicht Gold wollen, aber dann ist doch reales Gold viel sinnvoller als ein “goldgedecktes” Geld mit der Unsicherheit, ob das Gold überhaupt im Tresor ist oder nur ein Teil oder überhaupt nix mehr (wie de Gaulle mit seinen goldgedeckten US-Dollar 1972 in Fort Knox herausfinden mußte).

Kommentar von A.Berger am 21. September um 18:45 Uhr

@neutrino

Solche Tausch- Bartersysteme werden ZB von Chavez heftig genutzt um den Handel mit seinen südamerikanischen Nachbarn abzuwickeln und den Dollareinkauf zu umgehen.

Doch es bleibt immer die Frage, wie wird eine Leistungsbilanzdifferenz ausgegeglichen? Was bekommt der, der MEHR lieferte für sein wertvolles Gut und keine Gegenverrechnungspunkte hat? Also ICH würde etwas Wertvolles wie Erdgas nur gegen etwas vergleichbar Wertvolles liefern.
Ich bestehe bei meinem Golddeckungsvorschlag nicht auf einer Deckung in Gold für jedes Land. Nur für Deutschland wäre es am Sinnvollsten. Andere Länder als Deutschland haben ZB Erdgas als Deckung oder Öl oder Cadmium oder Zink oder Uran oder Diamanten oder einen Rohstoffmix aus eigener Produktion. Etwas was jeder braucht. Damit muß die jeweilige Währung gedeckt werden, damit man dieses Geld international annimmt.

@amadeus

Klingt zwar verlockend, diese Kombination von Freigeld und Golddeckung ist mE aber nicht durchführbar. Denn würde diese Teilung der DM nicht dazu führen, daß ein jeder Deutsche, der nach maximalem Gewinn und gleichzeitiger Wertaufbewahrung seiner Einkünfte strebt, bemüht sein würde, alle seine Produkte ins Ausland zu verkaufen statt den Binnenmarkt damit zu versorgen? Ich sehe bei diesem Vorschlag ein enormes Risiko einer Fehlallokation der Güter.
Das Problem daß Tausch- und Wertaufbewahrungsfunktion einander Probleme bereiten, wird erst dann gelöst werden können, wenn es eine einheitliches Weltwährungssystem gibt. Bei unterschiedlichen Staaten wird jeder seine Werte zu schützen wissen und nur gegen Werthaltiges mit anderen tauschen.

Kommentar von amadeus am 21. September um 19:14 Uhr

@ A.Berger

Meinen Sie, daß jeder Friseur,Gastwirt,Bäcker,Schuster,Fleischer,Bauer,Handwerker,Lokführer,
Makler,Akademiker,Verkäufer,….. all die Waren und Dienstleistungen ins Ausland verschiebt nur um werterhaltende DM zu bekommen ?
Das Problem Deutschlands ist nicht etwa der geringe Export von HighTec,Maschinen,KFZ,Kraftwerken,Anlagen,erneuerbare Energien; sondern der Binnenhandel ist im Eimer, eben weil diese Anbieter an Deutschland gebunden sind. Der nächste Einwand an Ihre Argumente, stellt sich mit der Frage , wovon eine Exporteur, welcher “Auslands-DM” erzeilt in Deutschland konsumieren möchte, diese “Auslandswährung” zu essen, zu verheizen und zu verkonsumieren ist lt. meiner Definition nicht möglich, der Exporteur muß diese gegen Schwundgeld eintauschen, oder er verhungert bzw. läßt sich seine Brötchen aus Frankreich kommen. Desweiteren müssen die Angestellten und auch tlw. die Lieferanten v. Vorprodukten des
Exporteurs in Inlandwährung bezahlt werden. Solang also der Wechselkurs zw. Inlands- und Auslandswährung aufeinander abgestimmt ist, sehe ich keine Probleme sondern Vorteile.

Amadeus

Kommentar von winfried aus chemnitz am 21. September um 19:36 Uhr

Ach ihr lieben Leute - ehe ihr so über Freigeld sprecht - lest doch bitte erst einmal das Original - (oben im Blog - Kostenlos) .

Nun mal ein Komment zu folgender Aussage:

“Sobald ein Geld geeignet sein MUSS, im INTERNATIONALEN Handel und internationalen Warenaustausch eingesetzt zu werden, SCHEITERT jedes Freigeldsystem.”

Es passiert nichts anderes als beim Dollarumtausch heute auch -es gibt einen Wechselkurs - (in diesem ist wie üblich alle Berücksichtigt was eine Währung betrifft) - Wechselkurs heißt - Angebot und Nachfrage - man kann Überweisen - wie gehabt!

Außerdem würde gerade die Stabilität der Freigeld Währung dafür sorgen das es eine ziemlich harte Währung wäre.

Die ULG wäre genauso in den Preisen wie andere Kosten heute auch - es wäre etwas im 0,5 % Bereich!

Kommentar von Neutrino am 21. September um 21:10 Uhr

Was bekommt der, der MEHR lieferte für sein wertvolles Gut und keine Gegenverrechnungspunkte hat?

Wer über längere Zeit ständig mehr exportiert als importiert kann durchaus durch einen Schwund in einer Weltverrechnungseinheit bestraft werden. Durch dieses Ungleichgewicht der Länder entstehen ja auch Spannungen.

Ich bestehe bei meinem Golddeckungsvorschlag nicht auf einer Deckung in Gold für jedes Land. Nur für Deutschland wäre es am Sinnvollsten.

Meines Erachtens muß eine Währung nicht durch Edelmetalle gedeckt werden sondern durch die Wirtschaftsleistung. Meinetwegen kann der Welthandel mit Gold abgewickelt werden, was ich allerdings auch nicht gut finde. Warum soll denn ein Volk ständig mehr arbeiten als es selbst verbraucht?

Damit muß die jeweilige Währung gedeckt werden, damit man dieses Geld international annimmt.

Gibt es eine Verrechnungseinheit mit der der Welthandel betrieben wird, muß niemand auch nur einen “Pfennig” unseres Geldes akzeptieren. Es reicht völlig aus, daß unsere Produkte und Dienstleistungen einen guten Ruf haben. Die Leistung muß zählen und nicht die Deckung der Währung - wobei die über die Wirschaftsleistung meiner Ansicht besser gedeckt ist als durch jedes Edelmetall oder anderen Rohstoff.

Eine Deckung des Geldes über Rohstoffe die wir aus der Erde holen gibt es im Grunde eh nur als Krücke, denn gedeckt wird ein Geld immer über die Wirtschaftsleistung. Gibt es beispielsweise eine Golddeckung, kann die Geldmenge nicht der Wirtschaftsleistung angepaßt werden. In der Folge kommt es dann zu Inflation oder häufiger zur Deflation. Das Geld paßt sich daher von selbst der Wirtschaftsleistung an und von daher wird es auch über die Wirschaftsleistung gedeckt. Allerdings eben mit seinen Schwankungen durch einen festgelegten Wechselkurs zw. den Banknoten und dem Gold, was nicht das Ziel einer guten Währung sein kann.

Kommentar von A.Berger am 22. September um 08:25 Uhr

@Winfried aus chemnitz

die Frage und das Problem, das es zu lösen gilt, ist nicht die rechnerische Abwicklung des Welthandels, ob Bartersysteme, Punktsysteme etc. sondern die Frage der Werthaltigkeit bzw. Wertdeckung einer Währung. Also die Frage, WAS hat zB ein Chinese in einem völlig anderem Rechtssystem als unseren tatsächlich in der Hand, wenn er einen Euroschein annimmt? Heute hat er nur das Vertrauen in die Marktteilnehmer in der Hand, daß er von diesen für diesen Euroschein irgendwann eine Leistung einkaufen kann. Er hat NICHT das Versprechen der Euro Regierungen in der Hand, für diesen Schein jemals etwas Werthaltiges herzugeben. Wenn das Vertrauen in den Euroschein wegfällt und daher kein anderer Marktteilnehmer mehr für den Schein Waren hergibt, schaut der Chinese durch die Finger. Er bekommt nichts, null, niente, mehr für seinen Schein, denn niemand hat ihm dafür eine Wertgarantie gegeben.

Diese Werthaltigkeit einer Währung ist etwas anderes als die in der Freigeldlehre vieldiskutierte Wertaufbewahrungsfunktion einer Währung.

Heute haben wir bedrucktes Papier, genannt Dollar, Euro, Franken, etc. ohne jede Werthaltigkeit, weil keine Institution auf dieser Erde für einen Dollarschein oder einen Euroschein irgendetwas hergeben MUSS.
Auch Rheingold ist durch keinen echten Wert gedeckt, da keine Institution dieser Erde für einen präsentierten Rheingold - Schein etwas Werthaltiges hergeben muß. Man kann also nicht von einer Wertstabilität des Rheingold sprechen.

Aber selbstverständlich hat der Dollar, der Euro etc. eine Wertaufbewahrungsfunktion.

Die Frage der DECKUNG einer Währung ist auch von der Frage, wie man diese Währung im praktischen Leben organisiert ( ob Goldstücke oder goldgedeckte Noten imUmlauf sind ist prinzipiell egal) strikt zu trennen.

Wir müßten in unserer Diskussion zu einer klaren Begriffsdefinition finden, ansonsten jeder von etwas anderm spricht und das zu einer substanzlosen Worte- Verwirrung führt.

@amadeus,
ja, ich meine daß eine krasse Güterfehlallokation stattfinden würde. Dieses Konzept würde mE umgehend zu einer krassen Warenzurückhaltung im Inhalt führen, was dem Zweck einer Währung, nämlich den fließenden Geschäftsverkehr im Inland und Ausland sicherzustellen, grundsätzlich widerspricht. Auch würde kein Unternehmer, der werthaltige Außen DM besitzt in eine Firma, die Inlandsgüter herstellt und vertreibt, investieren. Er würde sich damit der Werthaltigkeit seiner angesparten AuslandsDM berauben.

Kommentar von A.Berger am 22. September um 08:58 Uhr

Zur fehlenden Werthaltigkeit unserer derzeitigen Währungen und Inflation:

Da eben KEINE Institution auf dieser Erde für einen Euroschein oder einen Dollarschein etwas Werthaltiges hergeben MUSS, kann die Institution, die den Euro- oder Dollarschein druckt, beliebige Mengen davon drucken und im Umlauf bringen.

Pro Schein “verdient” diese “druckende Institution” den ausgewiesenen Dollarwert abzüglich der Papierkosten und der Druckerfarbe, etwas plakativ ausgedrückt. Der Rest ist Nettogewinn.

Da die herrschenden Eliten gerne Geld verdienen und Kriege zur Machterweiterung führen, drucken sie hemmungslos Geld, bzw. geben großzügig Kredite, die die Umlauf- Geldmenge exakt so wie frisch gedrucktes Papier erhöhen.

Sie BRAUCHEN dafür ja NICHTS HERZUGEBEN. Es gibt, wie gesagt keine Einlösepflicht. Das Gelderzeugungsspiel führte dazu, daß die Dollarumlaufmenge ( auch Euroumlaufmenge) in den letzten Jahren ( seit der Aufkündigung der Gold- Einlösepflicht durch Nixon) exponentiell angestiegen ist.

Diese Geldschwemme führte zur Blasenbildung in einzelnen Kapitalmarktsegmenten, also strömten diese Geldmengen einmal in die Internetblase, dann in die Immobilienblase, dann in die Aktienblase und verursachten dort künstliche Aufblähungen, die dann in Crashs zusammenbrechen und große Schäden verursachen.

Unkontrolliertes Geldmengenwachstum führt über kurz oder lang zu Inflation und Währungsentwertung. Inflation bedeutet, der Wert des einzigen Geldscheines des armen Mannes sinkt. Er kann sich plötzlich Grundnahrungsmittel nicht mehr leisten. Eine Massen- Verarmung ist die Folge.

SO, UND DESHALB MUSS ES WIEDER EINE WERTHALTIGE WÄHRUNG GEBEN, um diese Geldschwemmen, verursacht durch gierige Eliten, zu verhindern. Denn wenn die USA in den letzten 30 Jahren für jeden Dollar tatsächlich einen kleinen Goldwert garantieren hätte müssen, wären sie mangels Deckung bald am Ende der Dolllardruckerei angelangt gewesen und gäbe es die heutige Dollarwelt- Wirtschaftskrise nicht.

Kommentar von amadeus am 22. September um 10:33 Uhr

@ A.Berger

Ihre Annahmen, daß es zu einer krassen “Güterfehlallokation” kommen würde,
kann falscher nicht sein, die Wirtschaft ist längst zu einem Selbstzweck verkommen, sie stellt wesentlich mehr Güter her als benötigt werden. Als Indiz dafür gilt Werbung, kurze Lebendauer von Gütern, Bedarfsweckung, Massenproduktion und “sackteure” Reparaturen von Massenprodukten.
Der Unternehmer wird für alles produzieren, solang die eingenommene Währung konvertierbar ist, schließlich wird immer noch in die USA exportiert, die ja nun wirklich eine “Papierwährung” ist. Es gilt ebenso nicht die Annahme, das niemand in einer Freigeld-Region investieren würde, nur um werterhaltende DM zu behalten. Im Gegenteil, im Freigeld-Raum können sie unschlagbar günstig produzieren, weil sämtliche Zinskosten aus der Produktion herausfallen. Es gibt Stimmen, die meinen, daß heutzutage ca
40 % Anteil aller Preise inkludierte Zinslasten sind.
Ich gewinne langsam den Eindruck, daß Sie um jeden Preis eine “Goldwährung” haben wollen, fast dogmatisch ! Ich kann in Anbetracht der heutigen Situation zwar ihren Wunsch nachvollziehen, jedoch sollten Sie sich über die Nachteile einer Goldwährung im klaren sein. Eine Goldwährung führt immer in eine Deflation, eine die es in Deutschland für die unteren 50% der Bevölkerung bereits gibt. Sie wollen die Pest mit der Cholera bekämpfen.
Die DM war eine zeitlang mit verschiedenen Währungen gedeckt, zusätzlich verfügte die Deutsche Zentralbank über sehr hohe Goldbestände und trotzdem wurde sie sukzessiv entwertet. Das lag an der mangelnden Kontrolle der Bürger gegenüber den Notenbankern und Politikern aber nicht am Goldmangel. Der Punkt, den Sie berechtigterweise kritisieren hat seinen Ursprung im Demokratiedefizit und nur tlw. an der Struktur der Währung. Durch Schwundgeld ist es den Eliten fast unmöglich diese Manipulation nochmal zu betreiben, diese selbsternährende “Zinsbestie” im Staatshaushalt gäbe es dann nicht, die heutige Inflation und die darauffolgende Manipulation in den Medien hätten keine Möglichkeit sich auszubreiten.

Amadeus

Kommentar von amadeus am 22. September um 10:51 Uhr

@ A.Berger

in unseren Medie wird seit einigen Monaten von einem Boom gesprochen, der bei dem Großteil der BEvölkerung nicht ankommt. Dieser mediale Mumpitz soll verdecken, daß selbst im Boom die Menschen zügig verarmen. Die Indikatoren, wie Hartz4 -Anträge, Ablehnungsbescheide von Hartz 4, Privatinsolvenzen, ausstehende Forderungen des Fiskus, steigen immer schneller immer höher und das obwohl wir in diesaem Jahr 3 % mehr erwirtschaften als im Vorjahr und im Vorjahr 2 % mehr als im Jahr davor und soweiter! Wie kann man mehr erwirtschaften und trotzdem ärmer werden ?
Das geht nur wenn dieser Wachstumsbeitrag und “noch etwas mehr” bei den Kapitalgebern ankommt.
Die Menschen, Sippen, oder Clans die über sehr viel Kapital verfügen können es nicht mehr “verkonsumieren” sondern sie sind schon dazu gezwungen es neu anzulegen und Zinsen zu kassieren. Die Zinsen bezahlt aber derjenige, der einen Kredit aufnimmt bzw. ein Konzern der Mitarbeiter entläßt. Das nennt man “mein Geld arbeitet” aber es arbeitet nur ne arme Sau, die unbedingt einen Kredit benötigt, weil das eigene Einkommen nicht mehr ausreicht um zu leben. Diese Überzüchtung hört schlagartig auf, wenn Sie “Schwundgeld ” zulassen, der arme Kapitalist ist nämlich gezwungen mit all seinen Scheine und Guthabenkonten 4 mal im Jahr zu seiner Bank zu fahren und Wertmarken zu kaufen und zu kleben. Spätestens dann macht
Reichtum anhäufen kein Spaß mehr, der Staat hat ordentliche Einnahmen und der Kredit wird unschlagbar günstig, der Kapitaleigner bekommt das Geld z.Bsp nach 10 Jahren komplett zurück und erhält pro Jahr noch 1 % Zinsen und er ist glücklich weil er 10 Jahre lang keine Wertmarken kleben mußte und bezahlen mußte.

Amadeus

Kommentar von guadalupe am 22. September um 11:59 Uhr

@A.Berger
Du schreibst:
“Auch Rheingold ist durch keinen echten Wert gedeckt, da keine Institution dieser Erde für einen präsentierten Rheingold - Schein etwas Werthaltiges hergeben muß. Man kann also nicht von einer Wertstabilität des Rheingold sprechen. “

Aber selbstverständlich ist Rheingold durch echte Werte gedeckt.

Durch die Güter und Dienstleistungen, die Rheingolder gegen Rheingold bereitstellen.

Der Rheingold-Bäcker deckt es mit frischen Brötchen, der Buchhändler mit klugen Büchern, der Journalist mit investigativen Recherchen, das Theater mit einer spannenden Aufführung, der Golduhrenhersteller mit Golduhren, der Apotheker mit Gesundmachern usw. usf.

EDIT: Ich habe schon wiederholte Male darauf hingewiesen, dass hier keine Privat-Werbung für Rheingold gemacht werden soll. Ich bitte endgültig darauf selbst zu achten, ansonsten werde ich die Beiträge löschen. Es kann über Freigeld im allgemeinen und Regionalwährungen im besonderen gesprochen werden, aber es kann nicht mehr für Rheingold geworben werden. Zu erzählen, dass sei nun schon in New York anerkannt und andere Reklameparolen sind unerwünscht. Das spiegelt nicht die Wahrheit wieder und da vermischen sich Traum und Realität. Das ist Verdummung der Leute und das lasse ich nicht zu. Also: Entweder ist jetzt Schluss mit der ständigen “Rheingold-Geschichte”, oder ich sehe keine Möglichkeit mehr. Ich bin nicht bereit mir die Mühe zu machen, lange Beiträge ständig auf ihren Werbeinhalt zu überprüfen. Pony

Kommentar von A.Berger am 22. September um 14:42 Uhr

Ich sehe, es war sehr gut, daß ich oben klare Begriffsdefinitionen versucht habe.

@guadalupe: Dadurch ist klar geworden, daß der Begriff “Werthaltigkeit” völlig unterschiedlich aufgefasst wird. Eine WÄHRUNG kann nicht durch produzierte Güter und Waren gedeckt sein, diese Güter werden mit einer Währung gekauft, aber die notwendige Währungsdeckung ist begrifflich etwas anderes als ein damit eingekauftes Gut. Wir reden offenkundig auf völlig unterschiedlichen Ebenen.

@amadeus: ich teile Ihre Meinung nicht, kann mich zur Fehlallokation nur wiederholen. Der hohe Wert des Goldstandard
ist historisch erwiesen. Ich zitiere Ihnen gerne kurz aus der Fachliteratur:
Goldstandard und Geldwertstabilität der Währungen im 19 Jhdt.
Französischer Franc 1814-1914 100 Jahre Stabilität
Holl. Gulden 1816 - 1914 98 Jahre
Pfund Sterling 1821-1914 93 Jahre
Schweizer Franken 1850-1936 86 Jahre
Belgischer Franc 1832-1914 82 Jahre
Schwedische Krone 1873-1931 58 Jahre
Deutsche Mark 1875-1914 39 Jahre
Italienische Lira 1883-1914 31 Jahre
1914 wurde der Goldstandard binnen Wochen über Bord geworfen.

1995 war ein US Dollar aus dem Jahr 1940 nur noch 8 Cents wert.

Als das FED 1914 seine Tätigkeit aufnahm begann es sofort Geld zu drucken. Diese Expansion führte zur Weltwirtschaftskrise, weil eine Anpassungsrezession nötig wurde. In den 30 ern gabs Deflation, doch war nicht der Goldstandard dran schuld , sondern das ungehemmte Gelddrucken vorher.
Den derzeitigen rasanten Geldwertverlust kann man daran ablesen, daß sich Zb Milch um 30(!) Prozent verteuern wird. Das ist ein ungeheuerliches Scheitern unserer Währungspolitik.

Die USA betreibt eine systematische Anti Gold Politik. Diese liegt NUR im Interesse jener, die weiterhin ungedeckte Papiergelder drucken wollen, das einfache Volk hat ein existentielles überlebensnotwendiges Interesse an der Wertstabilität seiner geringen Ersparnisse.

Kommentar von A.Berger am 22. September um 15:15 Uhr

@ amadeus

Es ist mir bekannt, daß die derzeitigen Preise zum hohen Prozentsatz aus Zinslasten bestehen. Das muß reduziert werden, indem man die Verschuldung drastisch zurückfährt. Denn nur durch diese perversen Schuldenaufnahmen in der Herstellerkette kommen diese Zinsbestände erst in die Endverbraucherpreise hinein.
Auch gegen Zinsenwucher sollte es strenge Maßnahmen geben, ZB auch Verschuldungsverbote für die öffentliche Hand, bei Langfristinvestitionen verschärfte befristete Rückzahlungsverpflichtungen; Zb man kann als Privatmann erst einen neuen Kredit aufnehmen, wenn man den alten zurückgezahlt hat, Verbot des Zinseszins, Anhebung der zwingenden Eigenkapitaldecke bei Investitionen jeder Art, bessere Konsumentenaufklärung über die tatsächlichen Kreditkosten und scharfe Kontrolle der Kreditinstitute, Verbote der Derivate- und Zertifikatswirtschaft, Verbot vieler Aktienspekulationspraktiken ZB Leerverläufe. Verbote des Rückkaufs eigener Aktien, Beschränkung der Erwerbsfreiheit juristischer Personen und Verbot diverser Schachtel- Beteiligungsstrukturen. Aufhebung der Steuervorteile für juristische Personen und Bevorzugung von Gesellschaften mit persönlicher Haftung.

Den Zins als geringfügige Belohnung für Konsumverzicht sollte man mE aber nicht grundsätzlich abschaffen, da er einen volkswirtschaftlichen Zweck der Ressourcenoptimierung und der Wohlstandsschaffung erfüllt. Nur nicht verkonsumierte Güter erhöhen den Wohlstand einer Gesellschaft. Man muß daher Anreize zum Sparen und zum Konsumverzicht schaffen, der belohnt werden muß. Das wird durch den Zinsgewinn sichergestellt.

Kommentar von amadeus am 22. September um 15:37 Uhr

@ A.Berger

Sie tun ja gerade so, als hätte ich dem Goldstandard die Stabilität abgesprochen. Das hab ich nicht getan, im Grunde stellen wir beide dieselbe Diagnose und wollen die Ursache bekämpfen. Sie führten eine Liste von Zeiträumen in denen
der Goldstandard und die Preisstbilität vorherrschte, an, auch diese bezweifle ich nicht, die Liste kann man beliebig verlängern. Nur steht in der Liste nicht ob Deflation vorherrschte, Preisstabilität verkommt bei Ihnen zum Selbstzweck, d.h. um jeden Preis ! Und genau den bin ich nicht bereit zu zahlen, wenn man Preisstabilität durch einen negativen Zins erreichen kann. Sie vertraten mehrfach die Argumentation, daß durch Schwundgeld eine Fehlallokation von Gütern einsetzen würde. Ich habe mehrfach argumentativ dagegen gehalten von Ihnen hingegen kam nur die Beteuerung, daß es so kommen würde ohne Argument ! Das ist Ihrerseits eine Annahme die durch häufiges wiederholen nicht richtiger wird.

Den letzten Absatz hätten Sie sich komplett sparen können, das ist gelinde gesagt neoliberales Gesülz, denn:
wenn sämtliche Transaktionen einem negativen Zins unterliegen, ist ein Kredit mit NULL Prozent Zinsen immer noch lukrativ !

herzlichst
Amadeus

Kommentar von guadalupe am 22. September um 15:42 Uhr

@A.Berger
Die Definition der “Werthaltigkeit” in der klassischen Volkwirtschaftstheorie hier bei Wikipedia:
Zitat:
“Mann spricht von Währungsdeckung wenn die Summe der umlaufenden Geldnoten und Münzen vollständig durch Edelmetalle oder Fremdwährungsbestände im Eigentum der Notenbank gedeckt sind.”

http://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%A4hrungsdeckung

Ich staune jedes Mal Bauklötze, welche gedanklichen Kapriolen gelernte Volkswirtschaftler leisten. Sogar Fremdwährungsbestände wie US-Dollar stellen in der Volkswirtschaftslehre eine Deckung dar, Hauptsache, sie befinden sich im Besitz der Notenbank. Es ist unglaublich.

Wir sollten uns allerdings daran erinnern, daß macroeconomics bzw. Volkswirtschaft keine Wissenschaft wie Physik oder Chemie ist, sondern eine interpretierende “Wissenschaft” von Prozessen.

Wenn ich manchen volkswirtschaftlichen Unsinn lese, habe ich mehr und mehr den Eindruck, daß die Volkswirtschaftslehre womöglich in Teilen ein ideologisches Produkt zur Festigung und Untermauerung des alten Geld- bzw. Herrschaftssystems ist. Hier ein Beispiel zu volkswirtschaftlichem Unsinn von lehrenden Volkswirtschaftlern, zufällig wegen der Immobilienkrise sehr aktuell

http://www.artfond.de/davidfriedmann.htm

Ich gebe Ihnen recht, wir reden auf unterschiedlichen Ebenen.

Die Auffassung von Wert im Sinne der klassischen Volkswirtschaftslehre teile ich nicht. Sie ist doch offensichtlich falsch.

@pony_huetchen: Ich kann zu Freigeld und Regionalwährungen kaum etwas sagen, da Rheingold weder das eine, noch das andere ist. Und ich möchte nicht, daß Rheingold mit Freigeld oder Regionalwährungen verwechselt wird. Von einer allgemeinen Akzeptanz in New York hatte ich nicht gesprochen, sondern daß es in New York von wenigen akzeptiert wird. Mir dennoch eine Verdummung der Leute vorzuwerfen, empfinde ich als recht unfair.

Edit: Warum gibt es denn auf den Rheingold-Seiten kein Forum, wo sich die Leute informieren können?
Du scheinst Dir den Politblog als Marketingstrategie ausgewählt zu haben, vor allem seit hier hin und wieder Artikel zur Finanzkrise stehen. Das aber geht nicht! Jede Debatte, die hier im Blog zur Krise geführt wird, wird von den Parolen “Rheingold kommt ohne Schuld auf die Welt” begleitet.

Ich und andere halten aber an dem System einiges für bedenklich - und zwar vor allem, dass es EINER ist, der bei der Herausgabe von 100 Teilen Spielgeld immer 23 einbehält und in jedem folgenden Jahr von seinen Spielteilnehmern pro 100 Murmeln 5 zurückhaben möchte. Darüber aber keine Rechenschaft ablegen muss - es ist eben ein Spiel! Da ist der Wurm drin - und da spielen wir nicht mit. Das rechne man sich mal um: Bei 1000 Spielteilnehmern sind das schon mal 5 % von 100.000 = 5.000 Murmeln pro Jahr. Und die werden dann als “Verwaltungskosten” verbraten. Von mir aus - aber darüber sollte man offen sprechen und nicht so tun, als täte man anderen einen Gefallen. Tatsache ist: je größer der Schneeball wird, desto mehr Murmeln fließen Jahr für Jahr an den Murmel-Herausgeber zurück. Feine Sache.

Genauso wie in diesem Blog gebetsmühlenartige Missionierung für Parteien oder Religionsgemeinschaften unerwünscht ist, kann es nicht sein, dass jemand sein Konzept bewirbt. Sicher sind die Darstellungen bezüglich des “bereits erfolgten Einsatzes” der bunten Papierzettel aus Düsseldorf völlig überzogen. Was soll ein Mensch in New York damit? Milch und Brötchen kaufen? Wir wollen in diesem Block politische Ideen entwickeln, nicht die Möglichkeiten des Tauschhandels privilegierter Künstler debattieren. Hast Du gelesen, dass mittlerweile 80Tausend Amerikaner auf der No-Fly-Liste stehen. Das ist eine wichtige Frage. Und diese Leute interessieren die bunten Papierscheine wenig, die kommen nämlich ohne Probleme nicht mal mehr raus aus USA, geschweige denn können sie die Zettelchen eintauschen. Verdummend ist man, wenn man zum eigenen Vorteil anderen etwas vorgaukelt. Und der Eindruck wird erweckt. Also: Sprich doch einfach über Deine Idee in einem eigenen Forum. pony

Kommentar von guadalupe am 22. September um 16:23 Uhr

@A.Berger
“Nur nicht verkonsumierte Güter erhöhen den Wohlstand einer Gesellschaft.”

Gegenthese: Nur zu verkonsumierende Güter stellen den Wohlstand dar.

Wie betrachten Sie den Kölner Dom? Er wurde vor 1.000 Jahren erbaut und wir konsumieren ihn heute noch, indem wir dort Hochzeiten feiern, beten oder einfach staunen. Ich halte ihn für Wohlstand erhöhend, weil er täglich von tausenden Leuten konsumiert wird.
Oder bin ich wieder auf einer anderen Ebene. :-)

Kommentar von A.Berger am 22. September um 16:29 Uhr

NUN, wir beide treten auf der Stelle. :)
Ich habe meine Gründe, wieso ich eine Fehlsteuerung annehme, doch bereits angedeutet. Ein jeder würde in die werthaltige DM flüchten, dh es gäbe eine “gute” DM , die Zinsen bringt und eine “schlechte” DM, die Wert verliert oder keine Zinsen bringt.

Würden Sie je durch Export ins Ausland verdientes “gutes” Geld in einen Inlandsbetrieb investieren, der Güter erzeugt und diese Güter dann um “schlechtes” Geld im Inland verkaufen? Das rechnet sich nicht. Vor allem nicht, wenn der Kaufmann sein Geld zB für sein Alter ansparen will. Dieser Kaufmann würde mit der “guten DM” im Ausland seinen Betrieb eröffnen oder sein Geld dort zinsbringend parken oder im Inland nur Exportgüter produzieren, um damit wiederum “gute DM” einzunehmen.

Ich schlage dann vor, daß wir im freundlichen Einvernehmen über den bestehenden Dissens bei Gelegenheit dieses Thema beenden. Es würde leider den Rahmen des Blogs sprengen, hier Aufsätze über Fehlallokationen und sonstige Aspekte zu verfassen und es fehlt, ehrlich gesagt, mir auch an Zeit hiefür.

PS: Der Deflationsvorwurf ist in meinen Augen gezielte Rufschädigung an der Golddeckung und nichts anderes.
liebe Grüße
A.Berger

Kommentar von guadalupe am 22. September um 16:38 Uhr

@A.Berger
“gutes” Geld versus “schlechtes” Geld.
Es passiert genau das umgekehrte dessen, was Sie erwarten.

Das schlechte Geld verdrängt das gute. Konnte man wunderbar beobachten, als die Zigarette im Nachkriegsdeutschland gängiges Tauschmittel war.

Den Grund dafür hat schon der Finanzagent Sir Thomas Gresham im 16. Jahrhundert herausgefunden.

Zitat:
“wird das wertvollere Zahlungsmittel zusehends mehr gehortet und das wertlosere immer mehr für Transaktionszwecke eingesetzt. Das schlechte Geld verdrängt das gute.”

gehortet = es wird nicht verwendet
für Transaktionszwecke eingesetzt = es wird verwendet
Quelle

http://www.wiwi.uni-muenster.d.....esetz1.htm

Kommentar von A.Berger am 22. September um 17:19 Uhr

Der Kölner Dom wurde nicht verkonsumiert, da er nicht “aufgegessen” wurde, sondern einen besonders dauerhaften Wert darstellt.
Wir kommen also zum selben Ergebnis: :)
Kölner Dome bauen ist wirtschaftlich besonders sinnvoll, weil auch die Nachwelt bis zu den URURURURUR….Enkeln noch von den Touristenströmen profitieren kann.

Kommentar von Peinhart am 22. September um 18:15 Uhr

Eine Gesellschaft ist nicht ‘wohlhabend’, wenn sie ’spart’ (schon gar nicht irgendwelche ‘Wertartefakte’), sondern wenn sie sich so organisiert, dass ihre Mitglieder stetig und Tag für Tag auf’s neue ihre Bedürfnisse befriedigen können. Dazu muss man zwar auch ‘haushalten’, aber nicht mit Geld, sondern mit Ressourcen und Arbeitskraft. Gerät das zugunsten der Akkumulation von sog. ‘Werten’ aus dem Blick, dann haben wir genau das Schlamassel, in dem wir uns befinden. Dann zählen wir Geld und vergessen, morgens Brötchen zu backen, sobald sich das ‘nicht rechnet’. Auch der Bau von Kölner Domen ist wirtschaftlicher Humbug, solange es an Brötchen mangelt, und auch der Tourismus, von dem die Urenkel profitieren, dreht sich letztlich wieder nur um die Brötchen, die auch die dort Beschäftigten morgens gerne auf dem Tisch haben.

Kommentar von guadalupe am 23. September um 13:16 Uhr

@A.Berger @Peinhart
Ich gebe Ihnen beiden recht.
Erst kommt das Fressen, dann die Moral.

Die gotischen Kathedralen wurden ja erst dann gebaut, als die primären Bedürfnisse so sicher abgedeckt waren, daß man mit der gewonnenen Freizeit langfristige Projekte angehen konnte.

Sie waren also nicht wirtschaftlicher Selbstzweck, sondern Ausfluss des erarbeiteten Überflusses, der dank eines gescheiten Geldsystems den Arbeitenden zugute kam.

Seinerzeit hieß das Geldsystem die Brakteaten und die Arbeitenden hatten bei unglaublichem Wohlstand eine vier Tage Woche.

Zitat:
“Die Entwicklung der Gotik fällt also unzweifelhaft in die Periode der dreihundertjährigen mittelalterlichen Hochkonjunktur, die wir uns ohne Brakteaten-Zirkulation und ohne “Reno-
vatio monetarum” gar nicht vorstellen können. “
Quelle

http://www.artfond.de/unverganglich.htm

Kommentar von pony_huetchen am 23. September um 14:50 Uhr

Bezüglich Rheingold:
Ich hatte gesagt, der Blog solle keine Werbeveranstaltung für Rheingold werden und habe als Editierung meine Bedenken zu dem Projekt offen geäußert.

Um die Debatte ein für alle Mal abzuschließen, finde ich es aber notwendig und nur fair, einen Antwort von guadalupe, die mich als Mail erreichte hier zu veröffentlichen.

Guadalupe, ich möchte Dich trotzdem fortan bitten, das Thema Rheingold nicht zum Schwerpunkt Deiner Kommentare zu machen. Dann nämlich müssen wir es wirklich als “Missionierung” der Leser betrachten und das entspricht nicht den Grundsätzen einer freien Debatte. Also - zum Schluss noch einmal ganz deutlich: Rheingold-”Werbung” findet hier nicht statt! :-)

Die Mail von guadalupe:

Liebe Pony Hütchen,

Du bist mir ja jemand. Einerseits möchtest Du nicht, daß Dein Forum zur Rheingold-Geschichte umfunktioniert wird, was ich gut verstehen kann, andererseits erhalte ich von Dir im Forum eine Breitseite an Kritik am Rheingold, auf die ich eigentlich antworten möchte.

Ich lass das aber mal, weil so interessiert ist im Forum sicherlich keiner am Rheingold.

Rheingold habe ich im Forum nicht aus Marketinggründen erwähnt, sondern weil es meines Wissens zur Zeit die einzige funktionierende Initiative ist, die ein richtig konzipiertes Tauschmittel ist. Da die Regiogelder und das Freigeld vom Ansatz her falsch konzipiert sind, möchte ich Rheingold nicht einmal in deren Ecke gerückt wissen.
(Regiogelder werden gegen Euro getauscht, sind also eurogedeckt, Freigeld möchte das existierende alte Geld umlaufsichern, beides ist kappes)

Politische Dinge sind m.E. oft aus Finanzierungszusammenhängen zu verstehen. Letztere versteht man besser, wenn man das Geldsystem versteht. Hartz IV ist eine Folge des Geldsystems und nicht der Drangsalierung einzelner Politiker geschuldet.

Wenn dann das fiat money als Schuldiger ausgemacht wird, wie hier im Forum, dann aber breit Werbung für eine Golddeckung betrieben wird, dann geht mir der Hut hoch.

Deiner Kritik am Rheingold gehe ich hier nach. Rheingold ist ganz anders, als Du Dir das vorstellst.

Warum gibt es denn auf den Rheingold-Seiten kein Forum, wo sich die Leute informieren können?

-kommt vielleicht noch. Mein Ziel ist allerdings nicht die Diskussion über Rheingold, sondern die Verwendung desselben. Wir sind alle seit Jahrhunderten geprägt vom alten Geldsystem, es ist unser aller Glaubensfeste von links bis rechts, dieses Geldtabu zu druchbrechen gelingt nicht argumentativ.

Du scheinst Dir den Politblog als Marketingstrategie ausgewählt zu haben, vor allem seit hier hin und wieder Artikel zur Finanzkrise stehen.

-nein. Rheingold-Marketing funktioniert so nicht.

Das aber geht nicht! Jede Debatte, die hier im Blog zur Krise geführt wird, wird von den Parolen “Rheingold kommt ohne Schuld auf die Welt” begleitet.

-mich nervt es tatsächlich, wenn in Kommentaren “Spekulanten” und “unfähigen Politikern” die Schuld gegeben wird und der Systemzusammenhang übersehen wird.

Ich und andere halten aber an dem System einiges für bedenklich - und zwar vor allem, dass es EINER ist, der bei der Herausgabe von 100 Teilen Spielgeld immer 23 einbehält und in jedem folgenden Jahr von seinen Spielteilnehmern pro 100 Murmeln 5 zurückhaben möchte. Darüber aber keine Rechenschaft ablegen muss - es ist eben ein Spiel!

-Bitte versuch doch Rheingold zu verstehen. Ich gebe keine Rheingold heraus und so behalte ich auch keine Rheingold ein. Herausgeber des Rheingolds ist der einzelne Rheingolder und er bezahlt mich und unsere Drucker und die Layouter und die Werbebemühungen und die Webseite und und und mit Rheingold. Ich will auch keine Rheingold zurück, da ich sie nie herausgegeben habe. Die 5% ist eine Gebrauchsgebühr auf die Verwendung des Rheingolds.

Da ist der Wurm drin - und da spielen wir nicht mit. Das rechne man sich mal um: Bei 1000 Spielteilnehmern sind das schon mal 5 % von 100.000 = 5.000 Murmeln pro Jahr. Und die werden dann als “Verwaltungskosten” verbraten. Von mir aus - aber darüber sollte man offen sprechen und nicht so tun, als täte man anderen einen Gefallen.

-Ich habe die “Kosten” nie verheimlicht. Bitte bedenke, daß wir die 27 Rheingold ja mitdrucken. Obwohl sie also alle bezahlen, kosten sie niemanden etwas. Wir könnten auch jedem 200 Rheingold in die Hand geben und 80 Rheingold als Druckkosten nehmen. Da stünde sich sogar jeder besser. Wir hätten einen Etat von 80 Rheingold, um Rheingold zum Erfolg zu führen und jeder einzelne hätte 120 Rheingold, um seinen Wohlstand zu steigern.

Wir gehen jetzt vorsichtig mit 100 Rheingold (73 zu 27) in den Markt. Das Rheingold-Experiment ist historisch neu und ich möchte Fehler vermeiden und vorsichtig sein, obwohl mit 27 Rheingold nun wirklich keine Werbekampagne gestartet werden kann. Die Geizkarte Payback ging mit mehreren hunderten Millionen Euro an den Start, zinspflichtig von Bankenkonsortien geliehen, die jeder Payback Nutzer (Händler wie Kunden) nun mit Zins und Zinseszins zurückzuzahlen hat.

Bei uns muß nichts zurückgezahlt werden, da sich jeder sein Rheingold schenkt.

Die 5% Gebrauchsgebühr sind notwendig, um Rheingold in Umlauf zu halten und die Menge der Tauschmittel stabil zu halten. Bei Nutzung einer Kreditkarte werden 3 bis 6% fällig, allerdings bei jeder einzelnen Transaktion. Beim Rheingold nur einmal im Jahr. Teile die einmal im Jahr Gebrauchsgebühr durch die mögliche Zahl der Verwendungen, dann kommst Du auf Kosten im Promille-Bereich.

Wenn also jemand mir einen 1 Rheingold-Schein präsentiert (=50 cent wert), dann kassieren wir 5% Gebrauchsgebühr, das sind 0,05 Rheingold oder 0,025 cent. Damit müssen wir allerdings auch einen neuen 1 Rheingold-Schein drucken. Wer glaubt, so reich werden zu können, dem gebe ich die Erneurung der Rheingold-Scheine gerne in die Verantwortung.

Tatsache ist: je größer der Schneeball wird, desto mehr Murmeln fließen Jahr für Jahr an den Murmel-Herausgeber zurück. Feine Sache.

Wir sind kein Schneeball. Schneeball oder Kettenbrief-Systeme sind Euro und US-Dollar.
Du schreibst doch über die Verwerfungen am Geldmarkt durch das alte-Geld-Kettenbrief-System. Lies Dir den ZEIT-Artikel durch. Der beschreibt es. Und Rheingold durchbricht es.

Genauso wie in diesem Blog gebetsmühlenartige Missionierung für Parteien oder Religionsgemeinschaften unerwünscht ist, kann es nicht sein, dass jemand sein Konzept bewirbt.

Schwierig die Abgrenzung. Wenn jemand Golddeckung propagiert, ist das auch Werbung. Ich weiß schon, was Du meinst und ich wäre glücklicher gewesen, wenn ich statt Rheingold irgendetwas anderes hätte schreiben können.

Sicher sind die Darstellungen bezüglich des “bereits erfolgten Einsatzes” der bunten Papierzettel aus Düsseldorf völlig überzogen. Was soll ein Mensch in New York damit? Milch und Brötchen kaufen?

Hatte ich doch geschrieben. Die wenigen im Ausland haben wirtschaftliche Beziehungen nach Deutschland, insbesondere zu Rheingoldern.

Wir wollen in diesem Block politische Ideen entwickeln, nicht die Möglichkeiten des Tauschhandels privilegierter Künstler debattieren.

Pony_Huetchen, ich bitte Dich. “privilegiert” Das ist Rethorik. Beim Rheingold, an dem auch Handwerker und unprivilegierte HartzIV Empfänger teilnehmen, handelt es sich um ein in seinen Grundfesten anders konzipiertes Tauschmittel als das alte Geld. Die Grundfeste ist immer die Emission. Wie kommt das Geld in die Welt. Da ist der Schlüssel. Im übrigen auch für das Herrschaftssystem. Es legitimiert sich so.

Ich weiß ja, daß hier gut recherchiert wird und meine Hoffnung war, daß auch mal recherchiert wird in dem Sinne, daß der Spur nachgegangen wird, wie kommt das alte Geld denn eigentlich in die Welt und warum sind wir weltweit dermaßen extrem verschuldet, produzieren immer mehr und werden immer ärmer, während die Umwelt zerstört wird und die Kapitalien trotzdem krachen. Das ist politisch.

Hast Du gelesen, dass mittlerweile 80Tausend Amerikaner auf der No-Fly-Liste stehen. Das ist eine wichtige Frage. Und diese Leute interessieren die bunten Papierscheine wenig, die kommen nämlich ohne Probleme nicht mal mehr raus aus USA, geschweige denn können sie die Zettelchen eintauschen.

Ja, das ist schrecklich. Ich habe Jahre in den USA gelebt und ich traue mich da nicht mehr hin. Die Leute, die von damals dort noch kenne, sind alle so Fox-News geprägt, daß die Bush auch noch klasse finden.

Verdummend ist man, wenn man zum eigenen Vorteil anderen etwas vorgaukelt. Und der Eindruck wird erweckt.

Vorgaukeln tue ich nicht. Wo ist “eigener Vorteil” denn verwerflich. Wenn Du durch Deine Artikel die politische Situation verbessern willst und wirst, hast Du sehr wohl “eigene Vorteile”. Ja, ich habe keine Lust auf HartzIV für mich oder andere, ich will keine Armut um mich herum. Ich will, daß ich und meine Mitmenschen in einem allgemeinen, gleich verteilten Wohlstand leben.

Ich würde mich freuen, wenn Du Rheingold nicht abwehren würdest, sondern dessen Stärken wie Schwächen nachgehen würdest. Deiner Kritik, weshalb “zahlt” ein Rheingolder den Druck der Scheine, habe ich hoffentlich beantworten können.

Sonnige Sonntagsgrüsse

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