Die neue deutsche Welle - vorwärts in eine düstere Zeit!
Programmänderung - Fernsehbeobachtungen von Nemo
Seit ein paar Jahren schon flimmern immer öfter Bilder über die Mattscheibe, bei deren Anblick man sich zuweilen verwundert die Augen reibt - war man solcherlei im Genre von Spielfilm und Vorabendserie seit sehr langer Zeit nicht gewohnt: in zunehmender Häufigkeit werden dem unterhaltungswilligen Fernsehzuschauer privater oder öffentlich-rechtlicher Sender Deutsche in Uniform als Sympathieträger und Helden vorgeführt.
Nur für sich betrachtet, müsste dies vielleicht kein Thema sein. Wen interessiert schon groß das infantile Verdummungsprogramm einschlägiger „Anstalten“? Aber die Zielgruppe dürfte größer als befürchtet sein. Und wenn wir sehen, was in der realen Welt quasi dazu synchron abläuft, dann kommt man ins Grübeln, ob das Eine und das Andere vielleicht irgendwie miteinander zu tun haben könnten. Wollte nicht schon Herr Schröder das Militärische enttabuisieren? Hängt die martialische Programmänderung vielleicht irgendwie damit zusammen - wenigstens indirekt?
Propaganda ist besonders dann heimtückisch, wenn sie sich auf Umwegen in unser Bewusstsein schleicht: Verfügt der kritische Geist bei Nachrichten- oder Dokumentationssendungen vielleicht über ein gesundes Misstrauen, das ihn das Gesehene hinterfragen oder nach alternativen Informationsquellen suchen lässt, so kann ein Spielfilm diese Hürde leicht überwinden. Denn er erhebt ja von vornherein keinen Anspruch auf Authentizität. Und wer sich nur unterhalten lassen will, der gönnt der Skepsis eine Pause. Das ist der Ansatzpunkt - und steter Tropfen höhlt den Stein…
Ich meine konstatieren zu können, dass das Anschwellen dieser ganz besonderen “neuen deutschen Welle” über die Jahre sukzessive ablief und -läuft: Man fällt nicht gleich mit der Tür ins Haus, sondern fängt harmlos an und steigert langsam die Dosis, damit der Konsument das Gesehene besser verdauen und sich allmählich an Härteres gewöhnen kann.
Paramilitärischer Alltag
Eine der ersten Produktionen mit diesem Marschbefehl ist die Serie Die Rettungsflieger. Die Protagonisten tragen zwar die Uniform der Bundeswehr zur Schau, doch listig werden die Soldaten (auch Soldatinnen sind dabei) nicht als bewaffnete Kämpfer, sondern als Sanitäter und Lebensretter vorgestellt. Wer würde denn da kein Verständnis entgegenbringen? Wir lernen hier also zunächst, dass das Militär nicht tötet, sondern - im Gegenteil - Leben rettet und bewahrt.
Für die nächste Dosis im Vorabendprogramm kam die Küstenwache zum Zuge. Auch hier vergisst man nicht, stolz den Adler zu präsentieren. Die maritime Einheit der Bundespolizei (seinerzeit noch BGS) greift schon mal zur Waffe, darf aber auch regelmäßig Schiffbrüchige vor dem Ertrinken retten oder Kriminelle dem Gesetz überantworten, um für Sympathie beim Fernsehzuschauer zu werben.

Szenenfoto Sat1 - GSG 9
Das jüngste Elaborat lässt folgerichtig am tiefsten blicken und zeigt, wohin die Reise gehen soll: GSG 9, Motto: Ihr Mut macht sie zu Helden. Die Mitglieder der Truppe verhalten sich in Taktik und Gestus wie eine militärische Spezialeinheit und lassen es kräftig krachen. Wichtig ist hier vor allem, wer die Bösewichter sind, die es auszumerzen gilt: nämlich blutrünstige Islamisten, serbische Paramilitärs, weißrussische Schmalspurdiktatoren, ehemalige RAF-Terroristen und - da wird’s fast drollig - frustrierte Ossis. Dem Konsumenten am Bildschirm wird die politische Botschaft fast mit der gleichen “Sensibilität” vermittelt, mit der die Gruppe ihre Fälle löst: Der Feind steht im Orient, weit im Osten oder links - also überall dort, wo man dem neoliberalen Globalkapitalismus keine ungeteilte Zustimmung entgegenbringt. Am Rande darf man registrieren, dass den energischen Chef der bundesdeutschen Eliteeinheit der gleiche Mime gibt, der bereits in Eichingers „Untergang“ den schneidigsten SS-General spielte - na so ein Zufall.
Und natürlich zeigt gleich im Anschluss der große, transatlantische Bruder, wie man es richtig macht: Das Siegen sollen wir wohl immer noch lernen, nur nicht mehr (wie es früher im Osten hieß) von der Sowjetunion. Was jetzt noch fehlt, ist die Serie zur Bundeswehr im Auslandseinsatz, die Heimat, die Freiheit, die Zivilisation oder was auch immer am Hindukusch verteidigend - als Heldenepos und mit einem Vorwort des Verteidigungsministers.
Die kollektive Katastrophe
Aber nicht nur die allabendliche, per se intellektuell anspruchslose Serienberieselung soll die deutsche Bevölkerung bei der Fahne halten und für die aus Washington zugewiesene „neue Rolle in der Welt“ konditionieren. Es darf auch der aufwändigere Spielfilm sein. Hier geht es um Effekt und Dramatik, um die Herausforderung einer zu bestehenden Bewährungsprobe. Und da holt man schon mal weiter aus: Ob im „Wunder von Bern“ eine Fußballmannschaft den Erfolg in der Gruppe erkämpft, nach dem Motto “wir sind wieder wer” oder die Bundeswehr unter Führung von Innensenator und Oberleutnant a. D. Helmut Schmidt in der Großen Flut die Hamburger Bevölkerung vorm Absaufen bewahrt (was unbestritten ein großer Verdienst war) - die Grundtendenz, das Leitmotiv dieser Filme ist stets dasselbe. Selbst ein ganz passabler Streifen wie Der Untergang der Pamir, in dem stramme Seekadetten fürs Vaterland baden gehen und der ebenfalls eine wahre Begebenheit nacherzählt, fügt sich nahtlos in dieses nicht sonderlich subtile Umerziehungsprogramm, für das sich durchaus die erste Garde der deutschen Schauspielzunft rekrutieren lässt.

Szenenfoto NDR - Der Untergang der Pamir
Obwohl freilich nur Unterhaltung, verrät all dies wirklich viel über den wahren Zustand des Landes: Die Fernsehmacher scheinen auf der verkrampften Suche nach positiven Anknüpfungspunkten deutscher Lebensrealität zu sein. Da sie dabei in der Gegenwart bei bestem Willen nicht fündig werden können - Zerfall in eine Rette-sich-wer-kann-Gesellschaft, HartzIV-Armut, demografische Krise, Rentenloch, Pisa-Elend, Schulmassaker, Korruption und Auswanderungswelle eignen sich denkbar schlecht als Identifizierungsangebote - flüchten sie immer öfter filmisch in die Vergangenheit. Doch auch auf diesem Feld muss zunächst Flurschadensbeseitigung betrieben werden. Schließlich dominierte dort bisher die Darstellung der dunklen Kapitel deutscher Geschichte. Das stört natürlich, wenn man den Leuten erzählen will, die Heimat sei „out of area“ zu verteidigen. Also greift man tief in die Kiste und beschwört nunmehr entweder den Geist kollektiv überstandener Bewährungsproben herauf (nach dem Motto: wir schaffen das, so wie damals schon) oder es werden gleich vermeintlich bessere Zeiten reanimiert, wie z. B. die fünfziger Jahre: Wie wir wurden was wir sind. (Wobei ich letzteren, etwas anmaßend klingenden Titel - mit ein bisschen Sarkasmus - ganz anders interpretieren würde, als wohl von den Machern intendiert.) Tja, schon bei Orwell lernen wir: Die Vergangenheit ist veränderbar.
Wenn die Gegenwart im Fernsehspiel doch auftritt, dann immer häufiger als Trägermedium von Katastrophen und kollektiven Schicksalsschlägen: Entweder gerät die Natur aus den Fugen (Tornado – der Zorn des Himmels) oder Großbrände brechen aus, wie beim „Inferno über Berlin“. Auch hier geht es nicht unbedingt zivil zu, wenn die beinharten Firefighters mit unübersehbaren Anspielungen auf 9/11 den Kampf gegen die Gefahr aufnehmen. Das verspricht in jedem Falle spektakuläre Bilder und so kann man prima von den tatsächlichen Katastrophen des Alltags (und den dafür Verantwortlichen in den Chefsesseln der Amts- und Vorstandsstuben) ablenken.
Die neuen bundesdeutschen Fernsehhelden in Uniform - sie verkörpern eine gewandelte Qualität. Natürlich gab und gibt es z.B. Krimi- und Polizeiserien (Tatort, der Alte usw.) schon lange. Der Unterschied ist jedoch groß: Obwohl dort Gesetzeshüter die Hauptrolle spielten, ging es dennoch stets zivil zu. Im Vordergrund stand das Individuum, entweder als durch widrige Umstände gescheiterte Existenz (der Täter) oder als psychologisch einfühlsamer Mitmensch (der Kommissar). Die jetzigen Serien und Filme hingegen stellen vor allem uniformierte Protagonisten in den Vordergrund, die in quasimilitärisch organisierten Gruppen gemeinsam zum Erfolg kommen, indem sie Befehlen folgen. Individuelle Schicksale sind höchstens am Rande interessant.
Blut, Schweiß und Tränen
Aber nicht nur die Bilder zeigen uns andere Szenen, auch der Ton hat sich verändert. Wo bisher lange diskutiert, individuell gemenschelt und auch mal kläglich versagt wurde - ein weiches, irgendwie “sozialdemokratisch” wirkendes Profil charakteristisch war, weht nun ein ganz anderer Wind. Da werden Kommandos gebrüllt, zackige Meldungen gemacht und harte Kerle (meist auch nicht weniger handfeste Amazonen) müssen sich als Helden bewähren. Schmutzverschmierte Gesichter wachsen in der Stunde der Gefahr, die uns allen bedrohlich auf den Pelz zu rücken scheint, über sich hinaus - Blut, Schweiß und Tränen haben wieder Konjunktur. Natürlich nicht im Dienste der Geister von vorgestern, sondern für Horst Köhler, die Verfassung und - selbstverständlich - in transatlantischer Treue ergeben.
Nebenbei: Auf mich wirken all diese Szenen unglaubwürdig, gekünstelt und unfreiwillig komisch. Pate gestanden haben offenbar us-amerikanische Actionreißer, da man sich so auch finanziellen Erfolg am internationalen Filmmarkt verspricht. Aber die aufgesetzte Coolness der neuen deutschen Mattscheiben-Draufgänger - zwar verkleidet wie die Teenage Mutant Hero Turtles auf dem Kriegspfad, doch verbeamtet, besoldet nach A13 und mit Anspruch auf subventioniertes Kantinenessen - die sich so strebsam mühen, es ihren transatlantischen Vorbildern im Auftreten gleichzutun, will nicht überzeugen. Wer sonst immer den antiautoritären Sozialpädagogen ala Dr. Specht zu mimen hatte (und sich dabei wahrscheinlich nicht groß verstellen brauchte), kommt als abgeregelter Rambo-Klon eher albern daher.
Nicht, dass ich dazu neigen würde, all diese Trivialia allzu ernst zu nehmen. Nicht, dass ich die mit dieser Programmänderung ziemlich unbeholfen transportierten Werte wie Kameradschaft, Kollektivität (neudeutsch: Teamgeist), (Selbst-)Disziplin und Opferbereitschaft undifferenziert kritisieren wollte. Darüber, ob Egoismus, Individualismus, Laissez-faire und Hedonismus wirklich die bessere Alternative sind, ließe sich wohl streiten. Aber darum geht es hier gar nicht.
Ich stelle nur verblüfft seit geraumer Zeit einen gravierenden Kurswechsel in der filmischen Verarbeitung Deutschlands fest und frage mich, womit wir es hier zu tun haben. Nur ein Zufall, eine Normalisierung, ein Trend, der sich gerade gut verkauft - oder doch mehr? Staatlich verordneter Pseudopatriotismus aus der Bundespropagandaküche oder aus dem Hause Bertelsmann als Sedativum gegen reale Bedrohungen des Alltags? Oder will man den Bildschirmkonsumenten schön subtil über die Unterhaltungsschiene an Erscheinungen gewöhnen, die gerade dabei sind, sich in der realen Welt zu entfalten? Können wir hier eine Strategie beobachten, mit der die Politik, die innen bürgerliche Freiheiten einschränkt und außen die Bundeswehr in weder rechtmäßige noch gerechtfertigte Kriege marschieren lässt, von der medialen Sympathiewerbung für ihre uniformierten Exekutivorgane raffiniert begleitet wird? Sollen sich Krieg, Katastrophe und Notstand als Herausforderungen, die es gemeinsam zu bewältigen gilt, in unserem Bewusstsein einnisten? Dazu fällt mir unvermittelt der Spiegel-Titel 47/06 ein: Die Deutschen müssen wieder das Töten lernen, wohl ein sportlicher Rat der britischen Kollegen, die in diesen Angelegenheiten auch nicht unerfahren sind. Vielleicht sollen sie - die Deutschen - auch wieder das Gehorchen und Sterben lernen? Und diese bittere Pille etwas bereitwilliger schlucken durch die im Fernsehen geprägte Vorstellung, es hätte etwas mit Heldentum zu tun.
Zuletzt: Dieser Text soll nicht etwa als verkappte Werbung für die genannten Sendungen missverstanden werden. Sie sind vor allem eines: langweilig - guckt lieber ARTE. Noch empfehlenswerter ist es, seinen Fernseher zu verschrotten - denn es ist das wichtigste und effektivste Werkzeug der Manipulateure.
Nemo
Seit ein paar Jahren schon flimmern immer öfter Bilder über die Mattscheibe, bei deren Anblick man sich zuweilen verwundert die Augen reibt - war man solcherlei im Genre von Spielfilm und Vorabendserie seit sehr langer Zeit nicht gewohnt: in zunehmender Häufigkeit werden dem unterhaltungswilligen Fernsehzuschauer privater oder öffentlich-rechtlicher Sender Deutsche in Uniform als Sympathieträger und Helden vorgeführt.
Nur für sich betrachtet, müsste dies vielleicht kein Thema sein. Wen interessiert schon groß das infantile Verdummungsprogramm einschlägiger „Anstalten“? Aber die Zielgruppe dürfte größer als befürchtet sein. Und wenn wir sehen, was in der realen Welt quasi dazu synchron abläuft, dann kommt man ins Grübeln, ob das Eine und das Andere vielleicht irgendwie miteinander zu tun haben könnten. Wollte nicht schon Herr Schröder das Militärische enttabuisieren? Hängt die martialische Programmänderung vielleicht irgendwie damit zusammen - wenigstens indirekt?
Propaganda ist besonders dann heimtückisch, wenn sie sich auf Umwegen in unser Bewusstsein schleicht: Verfügt der kritische Geist bei Nachrichten- oder Dokumentationssendungen vielleicht über ein gesundes Misstrauen, das ihn das Gesehene hinterfragen oder nach alternativen Informationsquellen suchen lässt, so kann ein Spielfilm diese Hürde leicht überwinden. Denn er erhebt ja von vornherein keinen Anspruch auf Authentizität. Und wer sich nur unterhalten lassen will, der gönnt der Skepsis eine Pause. Das ist der Ansatzpunkt - und steter Tropfen höhlt den Stein…
Ich meine konstatieren zu können, dass das Anschwellen dieser ganz besonderen “neuen deutschen Welle” über die Jahre sukzessive ablief und -läuft: Man fällt nicht gleich mit der Tür ins Haus, sondern fängt harmlos an und steigert langsam die Dosis, damit der Konsument das Gesehene besser verdauen und sich allmählich an Härteres gewöhnen kann.
Paramilitärischer Alltag
Eine der ersten Produktionen mit diesem Marschbefehl ist die Serie Die Rettungsflieger. Die Protagonisten tragen zwar die Uniform der Bundeswehr zur Schau, doch listig werden die Soldaten (auch Soldatinnen sind dabei) nicht als bewaffnete Kämpfer, sondern als Sanitäter und Lebensretter vorgestellt. Wer würde denn da kein Verständnis entgegenbringen? Wir lernen hier also zunächst, dass das Militär nicht tötet, sondern - im Gegenteil - Leben rettet und bewahrt.
Für die nächste Dosis im Vorabendprogramm kam die Küstenwache zum Zuge. Auch hier vergisst man nicht, stolz den Adler zu präsentieren. Die maritime Einheit der Bundespolizei (seinerzeit noch BGS) greift schon mal zur Waffe, darf aber auch regelmäßig Schiffbrüchige vor dem Ertrinken retten oder Kriminelle dem Gesetz überantworten, um für Sympathie beim Fernsehzuschauer zu werben.

Szenenfoto Sat1 - GSG 9
Das jüngste Elaborat lässt folgerichtig am tiefsten blicken und zeigt, wohin die Reise gehen soll: GSG 9, Motto: Ihr Mut macht sie zu Helden. Die Mitglieder der Truppe verhalten sich in Taktik und Gestus wie eine militärische Spezialeinheit und lassen es kräftig krachen. Wichtig ist hier vor allem, wer die Bösewichter sind, die es auszumerzen gilt: nämlich blutrünstige Islamisten, serbische Paramilitärs, weißrussische Schmalspurdiktatoren, ehemalige RAF-Terroristen und - da wird’s fast drollig - frustrierte Ossis. Dem Konsumenten am Bildschirm wird die politische Botschaft fast mit der gleichen “Sensibilität” vermittelt, mit der die Gruppe ihre Fälle löst: Der Feind steht im Orient, weit im Osten oder links - also überall dort, wo man dem neoliberalen Globalkapitalismus keine ungeteilte Zustimmung entgegenbringt. Am Rande darf man registrieren, dass den energischen Chef der bundesdeutschen Eliteeinheit der gleiche Mime gibt, der bereits in Eichingers „Untergang“ den schneidigsten SS-General spielte - na so ein Zufall.
Und natürlich zeigt gleich im Anschluss der große, transatlantische Bruder, wie man es richtig macht: Das Siegen sollen wir wohl immer noch lernen, nur nicht mehr (wie es früher im Osten hieß) von der Sowjetunion. Was jetzt noch fehlt, ist die Serie zur Bundeswehr im Auslandseinsatz, die Heimat, die Freiheit, die Zivilisation oder was auch immer am Hindukusch verteidigend - als Heldenepos und mit einem Vorwort des Verteidigungsministers.
Die kollektive Katastrophe
Aber nicht nur die allabendliche, per se intellektuell anspruchslose Serienberieselung soll die deutsche Bevölkerung bei der Fahne halten und für die aus Washington zugewiesene „neue Rolle in der Welt“ konditionieren. Es darf auch der aufwändigere Spielfilm sein. Hier geht es um Effekt und Dramatik, um die Herausforderung einer zu bestehenden Bewährungsprobe. Und da holt man schon mal weiter aus: Ob im „Wunder von Bern“ eine Fußballmannschaft den Erfolg in der Gruppe erkämpft, nach dem Motto “wir sind wieder wer” oder die Bundeswehr unter Führung von Innensenator und Oberleutnant a. D. Helmut Schmidt in der Großen Flut die Hamburger Bevölkerung vorm Absaufen bewahrt (was unbestritten ein großer Verdienst war) - die Grundtendenz, das Leitmotiv dieser Filme ist stets dasselbe. Selbst ein ganz passabler Streifen wie Der Untergang der Pamir, in dem stramme Seekadetten fürs Vaterland baden gehen und der ebenfalls eine wahre Begebenheit nacherzählt, fügt sich nahtlos in dieses nicht sonderlich subtile Umerziehungsprogramm, für das sich durchaus die erste Garde der deutschen Schauspielzunft rekrutieren lässt.

Szenenfoto NDR - Der Untergang der Pamir
Obwohl freilich nur Unterhaltung, verrät all dies wirklich viel über den wahren Zustand des Landes: Die Fernsehmacher scheinen auf der verkrampften Suche nach positiven Anknüpfungspunkten deutscher Lebensrealität zu sein. Da sie dabei in der Gegenwart bei bestem Willen nicht fündig werden können - Zerfall in eine Rette-sich-wer-kann-Gesellschaft, HartzIV-Armut, demografische Krise, Rentenloch, Pisa-Elend, Schulmassaker, Korruption und Auswanderungswelle eignen sich denkbar schlecht als Identifizierungsangebote - flüchten sie immer öfter filmisch in die Vergangenheit. Doch auch auf diesem Feld muss zunächst Flurschadensbeseitigung betrieben werden. Schließlich dominierte dort bisher die Darstellung der dunklen Kapitel deutscher Geschichte. Das stört natürlich, wenn man den Leuten erzählen will, die Heimat sei „out of area“ zu verteidigen. Also greift man tief in die Kiste und beschwört nunmehr entweder den Geist kollektiv überstandener Bewährungsproben herauf (nach dem Motto: wir schaffen das, so wie damals schon) oder es werden gleich vermeintlich bessere Zeiten reanimiert, wie z. B. die fünfziger Jahre: Wie wir wurden was wir sind. (Wobei ich letzteren, etwas anmaßend klingenden Titel - mit ein bisschen Sarkasmus - ganz anders interpretieren würde, als wohl von den Machern intendiert.) Tja, schon bei Orwell lernen wir: Die Vergangenheit ist veränderbar.
Wenn die Gegenwart im Fernsehspiel doch auftritt, dann immer häufiger als Trägermedium von Katastrophen und kollektiven Schicksalsschlägen: Entweder gerät die Natur aus den Fugen (Tornado – der Zorn des Himmels) oder Großbrände brechen aus, wie beim „Inferno über Berlin“. Auch hier geht es nicht unbedingt zivil zu, wenn die beinharten Firefighters mit unübersehbaren Anspielungen auf 9/11 den Kampf gegen die Gefahr aufnehmen. Das verspricht in jedem Falle spektakuläre Bilder und so kann man prima von den tatsächlichen Katastrophen des Alltags (und den dafür Verantwortlichen in den Chefsesseln der Amts- und Vorstandsstuben) ablenken.
Die neuen bundesdeutschen Fernsehhelden in Uniform - sie verkörpern eine gewandelte Qualität. Natürlich gab und gibt es z.B. Krimi- und Polizeiserien (Tatort, der Alte usw.) schon lange. Der Unterschied ist jedoch groß: Obwohl dort Gesetzeshüter die Hauptrolle spielten, ging es dennoch stets zivil zu. Im Vordergrund stand das Individuum, entweder als durch widrige Umstände gescheiterte Existenz (der Täter) oder als psychologisch einfühlsamer Mitmensch (der Kommissar). Die jetzigen Serien und Filme hingegen stellen vor allem uniformierte Protagonisten in den Vordergrund, die in quasimilitärisch organisierten Gruppen gemeinsam zum Erfolg kommen, indem sie Befehlen folgen. Individuelle Schicksale sind höchstens am Rande interessant.
Blut, Schweiß und Tränen
Aber nicht nur die Bilder zeigen uns andere Szenen, auch der Ton hat sich verändert. Wo bisher lange diskutiert, individuell gemenschelt und auch mal kläglich versagt wurde - ein weiches, irgendwie “sozialdemokratisch” wirkendes Profil charakteristisch war, weht nun ein ganz anderer Wind. Da werden Kommandos gebrüllt, zackige Meldungen gemacht und harte Kerle (meist auch nicht weniger handfeste Amazonen) müssen sich als Helden bewähren. Schmutzverschmierte Gesichter wachsen in der Stunde der Gefahr, die uns allen bedrohlich auf den Pelz zu rücken scheint, über sich hinaus - Blut, Schweiß und Tränen haben wieder Konjunktur. Natürlich nicht im Dienste der Geister von vorgestern, sondern für Horst Köhler, die Verfassung und - selbstverständlich - in transatlantischer Treue ergeben.
Nebenbei: Auf mich wirken all diese Szenen unglaubwürdig, gekünstelt und unfreiwillig komisch. Pate gestanden haben offenbar us-amerikanische Actionreißer, da man sich so auch finanziellen Erfolg am internationalen Filmmarkt verspricht. Aber die aufgesetzte Coolness der neuen deutschen Mattscheiben-Draufgänger - zwar verkleidet wie die Teenage Mutant Hero Turtles auf dem Kriegspfad, doch verbeamtet, besoldet nach A13 und mit Anspruch auf subventioniertes Kantinenessen - die sich so strebsam mühen, es ihren transatlantischen Vorbildern im Auftreten gleichzutun, will nicht überzeugen. Wer sonst immer den antiautoritären Sozialpädagogen ala Dr. Specht zu mimen hatte (und sich dabei wahrscheinlich nicht groß verstellen brauchte), kommt als abgeregelter Rambo-Klon eher albern daher.
Nicht, dass ich dazu neigen würde, all diese Trivialia allzu ernst zu nehmen. Nicht, dass ich die mit dieser Programmänderung ziemlich unbeholfen transportierten Werte wie Kameradschaft, Kollektivität (neudeutsch: Teamgeist), (Selbst-)Disziplin und Opferbereitschaft undifferenziert kritisieren wollte. Darüber, ob Egoismus, Individualismus, Laissez-faire und Hedonismus wirklich die bessere Alternative sind, ließe sich wohl streiten. Aber darum geht es hier gar nicht.
Ich stelle nur verblüfft seit geraumer Zeit einen gravierenden Kurswechsel in der filmischen Verarbeitung Deutschlands fest und frage mich, womit wir es hier zu tun haben. Nur ein Zufall, eine Normalisierung, ein Trend, der sich gerade gut verkauft - oder doch mehr? Staatlich verordneter Pseudopatriotismus aus der Bundespropagandaküche oder aus dem Hause Bertelsmann als Sedativum gegen reale Bedrohungen des Alltags? Oder will man den Bildschirmkonsumenten schön subtil über die Unterhaltungsschiene an Erscheinungen gewöhnen, die gerade dabei sind, sich in der realen Welt zu entfalten? Können wir hier eine Strategie beobachten, mit der die Politik, die innen bürgerliche Freiheiten einschränkt und außen die Bundeswehr in weder rechtmäßige noch gerechtfertigte Kriege marschieren lässt, von der medialen Sympathiewerbung für ihre uniformierten Exekutivorgane raffiniert begleitet wird? Sollen sich Krieg, Katastrophe und Notstand als Herausforderungen, die es gemeinsam zu bewältigen gilt, in unserem Bewusstsein einnisten? Dazu fällt mir unvermittelt der Spiegel-Titel 47/06 ein: Die Deutschen müssen wieder das Töten lernen, wohl ein sportlicher Rat der britischen Kollegen, die in diesen Angelegenheiten auch nicht unerfahren sind. Vielleicht sollen sie - die Deutschen - auch wieder das Gehorchen und Sterben lernen? Und diese bittere Pille etwas bereitwilliger schlucken durch die im Fernsehen geprägte Vorstellung, es hätte etwas mit Heldentum zu tun.
Zuletzt: Dieser Text soll nicht etwa als verkappte Werbung für die genannten Sendungen missverstanden werden. Sie sind vor allem eines: langweilig - guckt lieber ARTE. Noch empfehlenswerter ist es, seinen Fernseher zu verschrotten - denn es ist das wichtigste und effektivste Werkzeug der Manipulateure.
Nemo
Kommentar von Brumby am 26. Juni um 11:49 Uhr
Ich vermute, der Hase läuft eher da lang, dass die US-Filmindustrie schon seit Jahrzehnten große Kasse mit diesen Genere macht, während die deutsche Filmindustrie zugeguckt hat.
Und jetzt will man eben auch was vom Action-kuchen ab haben.
Aber von Konkurrenz keine Spur. Die Deutschen haben das Action-genere einfach nicht drauf, somit plädiere ich auch dafür, eher beim alt bewährten zu bleiben.
Bambi
Kommentar von Anna am 26. Juni um 11:51 Uhr
Danke für diesen wichtigen, erhellenden und gut geschriebenen Beitrag, Nemo!
Da ich schon seit vier Jahren so gut wie nie fernsehe, ist mir diese Entwicklung vollständig verborgen geblieben. Aber sie paßt absolut ins Bild.
Kommentar von Thomas am 26. Juni um 11:53 Uhr
Ich mag ehrlich gesagt die allermeisten deutschen Filme nicht. (Ausnahmen bestätigen die Regel) Sie wirken auf mich im Erzählstil, in den besetzten Rollen und in ihrer Machart so bemüht glaubwürdig und realistisch das ich sie nur lächerlich finden kann. Somit seh ich mir schon lange keine Filme mehr an. Bei den meisten ausländischen Filmen ist Ironie und Sarkasmus wenigstens deutlich und man wird nicht in jeder Szene mit erhobenen Zeigefinger daran erinnert das man ernst genommen werden will.
Ansonsten hat Nemo nicht Unrecht. Filme dienen schon von jeher der Manipulation unseres Bewußtseins. In vielen von ihnen wird der Zuschauer mit Szenarien konfrontiert die wenig später schon Realität sind. Dank der Filme hat er sich unterbewußt dann schon damit abgefunden.
HIER
gab es schon mal eine Disskussion über das Thema Manipulation durch Filme. Das Deutschland nun auf diesen Zug aufspringt ist nur logisch. Schließlich haben wir mit unserem “Verbündeten USA” einen hervorragenden und erfahrenen Lehrmeister.
Kommentar von Mike am 26. Juni um 12:36 Uhr
Das Problem ist sicher gegeben, und das man abseits von militärisch gestylten Spezialeinheiten durchaus auch erfolgreich produzieren kann, zeigt „Alarm für Cobra 11“. Die von dir genannten Serien GSG9 und Küstenwache, habe ich zum Glück nicht einmal gesehen/mitbekommen. Die Rettungsflieger sehe ich allerdings ein bißchen anders. Denke die waren als Gegenprodukt zu „Medicopter“ gedacht, und haben sicher medizinisch gesehen weniger Blödheiten verzapft als das privatrechtliche Original. Wobei es sicher nicht verkehrt ist diese Entwicklung aufzuzeigen.
Kommentar von Mike am 26. Juni um 12:38 Uhr
Was man den Medien auch anlassten kann:
Heute gibt es wohl kaum ein Medium, dass nicht Blondi Hilton in den Schlagzeilen hat, aber wie heißt es doch so schön.
Haltet die Massen dumm, sie sind leichter zu manipulieren.
Kommentar von Die neue deutsche Welle - vorwärts in eine düstere Zeit! - Pax Aeterna am 26. Juni um 12:47 Uhr
[...] · tar, den 26.06.07 in Medien, Soziales, Deutschland Quelle: politblog.net [...]
Kommentar von Sitting-Bull am 26. Juni um 12:49 Uhr
Ich empfehle euch an dieser Stelle das Buch von Christian C. Walther: Der zensierte Tag- wie man Menschen, Meinungen und Maschinen steuert. Eines seiner Hauptaugenmerke ist die Rolle der Medien bzw. mediale Vorbereitung.
Telepolis hat dazu auch ganz geistreiche Beiträge. Ich suche mal.
Kommentar von Sitting-Bull am 26. Juni um 12:53 Uhr
http://www.heise.de/tp/r4/html.....=hollywood
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/25/25002/1.html
Kommentar von hadez am 26. Juni um 13:20 Uhr
Da muss ich Brumby voll und ganz Recht geben.
Ein Blick auf das Abendprogramm im US Fernsehen zeit was bei uns in etwas verzoegert auch kommen wird (und damit mein ich nicht das Gleiche in deutscher Uebersetzung, das gibts ja sowieso)
Wenn ich mich da recht Entsinne was so im US Fernsehn an Propaganda lief (es wird immer stumpfer in letzter Zeit):
JAG - Militaeranwaelte sorgen fuer Recht und Ordnung, lief auch bei uns
24 - kein Kommentar
E-Ring - Patriotismusdusche und “gerechtfertigter” Ungehorsam zum Abendessen
The Unit - In jeder 2. Folge wird das Umgehen von Gesetzen zum Schutze amerikanischer Buerger als notwendig propagiert und praktiziert, natuerlich immer mit Happy End…
Numb3rs - auch in Deutschland, Propaganda Nachricht: “wir brauchen mehr Information, mit Mathematik findet man dann jeden Uebeltaeter” Datamining hooray!
Was mir stark auffaellt, ist immer dreister werdende Propaganda hinsichtlich “Liberale, Linke und Datenschuetzer blockieren das Militaer, was ja nur Gutes will”
Meine speziellen Freunde hinsichtlich dessen sind ganz klar “E-Ring” und “The Unit”
Als politisch aufgeklaerter Buerger (ich bezeichne mich jetzt einfach mal so) schau ich die Serien dennoch gern, allein zur Belustigung.
Was dieses Gedankengut moeglicherweise (eher sicher) bei Kindern anrichtet, stellt die (eher sinnlose und lobbyistisch gelagerte) Killerspiel-Debatte ins Dunkel…
Wie hiess es doch so schoen auf meinem “Sie-Haben-Schwein-Gehabt” Schreibem vom Kreiswehrersatzamt:
“Hau ab, wir brauchen jetzt mehr intelligente und sportliche Soldaten als Kanonenfutter”…. zum Glueck bin ich nich sportlich….
Kommentar von pony_huetchen am 26. Juni um 13:31 Uhr
@ Mike
Die Rettungsflieger waren sicher keine Antwort auf die „Medicopter“ (Start Januar 1998). Die erste Folge der Rettungsflieger lief Ende 1997. Die Vorlaufzeiten der Produktionen hinzuaddiert, scheint es sich mehr um eine “Parallelveranstaltung” gehandelt zu haben. Es wurde ja immer gerne geschaut, was der “andere” plant. So kupferte einer vom anderen (meistens die Öffentlich-Rechtlichen das erhofft Quotenträchtige der Privaten) ab und alles versank im Einheitsbrei auf niedrigstem Niveau.
Kommentar von Mike am 26. Juni um 13:54 Uhr
Sorry, in Österreich war die Ausstrahlung leicht versetzt, und Medicopter war zuerst zu empfangen. Nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil
LG
Kommentar von Arm am 26. Juni um 14:00 Uhr
Die genannten “Identifizierungsangebote” werden nur durch entsprechende Nachrichtensendungen unterbrochen, die chauvinistische Propaganda betreiben. Hier die ersten beiden Meldungen einer gestrigen Ntv Nachrichtensendung (Bertelsmann): Zuerst ein anklagender Bericht über die vermeintliche Ehrbeleidigung durch die gesamte polnische Bevölkerung (Merkels Busenbild), daran anschließend ein Hetzbericht über den armen dt Angeschuldigten, der in einem türkischen Kerker ausharren muß, weil der begründete Verdacht besteht, dass er ein Kind mißbraucht hat. In der Sendung wurde ernsthaft angedeutet, dass das Kind wohl den dt Touristen verführt habe….
….”Du bist Deutschland”….
(Zitat vom Bertelsmann- Chef: “Die Deutschen sind es leid, immer die Verlierer zu sein”)
Kommentar von salvo am 26. Juni um 14:11 Uhr
Sehr gute Analyse. Ich selbst bin zwar kein Fernseher, da ich das seit Jahren boykottiere (wie die meisten Mainstream-Medien) - aber die Instrumentalisierung diese Mediums für die Interessen von Herrschaft ist sicher nachvollziehbar und eigentlich aus deren Sicht konsequent. Das sollte kritische Geister nicht überraschen, sondern eher das Ausbleiben der Nutzung solcher Herrschaftstechniken.
Kommentar von Ingo Wobig am 26. Juni um 14:11 Uhr
Gehorchen lernen brauchen “die Deutschen” nicht. Das liegt im Blut. Sterben lernen? Learning by doing. Sterben wollen für irgendwelche Machtinteressen? Jepp, dazu haben die wenigsten Lust, aber die ersten tun es bereits. In Ausübung Ihrer Pflicht und mit großem TamTam.
Und nun haben wir den Krieg gegen den Terror, der vermutlich in WK III ausarten wird. Die Rolle, die den Deutschen dabei zukommen wird, kennen wir aus den ersten beiden Weltkriegen.
Kommentar von salvo am 26. Juni um 14:17 Uhr
@Arm
zu dieser massenmedialen Bedienung nationalistischer Ressentiments paßt wohl auch der so genannte ‘Deutschlandfons’, mit solchem erbärmlichen nationalistischen Populismus will die SPD den angeblichen Populismus der Linkspartei bekämpfen, gibt sich aber vollends der Lächerlichkeit preis
Kommentar von false-flag operator am 26. Juni um 14:40 Uhr
Sehr guter Beitrag Nemo!
Hatte selber schonmal daran gedacht darüber was zu schreiben als ich vor einiger Zeit per Zufall in einer GSG9 - Folge gelandet bin.
Ich war recht schockiert über die Darstellung der “Staatsbediensteten”, sei es wegen Ihrer “ich-steh-über-dem-Gesetz-und-darf-mir-alles-erlauben” Mentalität oder der Tatsache wo sie angeblich überall eingesetzt werden. (Ich seh jetzt mal davon ab einen Kommentar zur Qualität abzugeben…)
Ich wusste echt nicht wie das nun interpretieren sollte….
Soll es Werbung für die GSG9 sein (Nachwuchsprobleme?)?
Soll es den Zuschauer an die Anwesenheit der GSG9 im Alltag gewöhnen?
Oder soll es den Zuschauer auch direkt an die oben erwähnte “ich-steh-über-dem-Gesetz-und-darf-mir-alles-erlauben” Mentalität der Exekutive gewöhnen?
Naja, vielleicht bin ich auch seit dem G8 und der für 1. Januar 2008 beginnenden Datenvorratsspeicherung etwas überempfindlich geworden ….
Gruß,
False-Flag Operator
Kommentar von chrisi am 26. Juni um 14:44 Uhr
Paßt hier zwar nicht zum Thema, aber es gibt was neues
zum Thema G8-Gipfel in Genua:
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/25/25563/1.html
Kommentar von chrisi am 26. Juni um 15:38 Uhr
Hab ich was falsch gemacht?
Wegen neuen Beitrag: Kommentarpolitik?
Wollte ich mit Sicherheit nicht.
Wußte nicht, wo ich den Link sonst hinsetzen sollte.
Tut mir leid.
Mach jetzt gar nichts mehr.
LG
Kommentar von Padawan am 26. Juni um 15:41 Uhr
Hallo zusammen,
ihr müsst euch mal diesen Artikel anschauen:
http://www.zeitenschrift.com/m.....chen.ihtml
Kommentar von Florian Horváth am 26. Juni um 15:55 Uhr
Erinnert mich immer wieder an die Kamerateams, die sozusagen “unabhängige” Live-Aufnahmen im Krieg nach dem 11. Sep. gesendet haben. Sie begleiteten die eigenen, amerikanischen Teams, um Authentizität und Exklusivität zu gewährleisten. Der Zuschauer sollte praktisch mitfühlen und auf diese Art den besseren Bezug zu den eigenen Truppen finden. In sochen Situationen verlieren die Reporter natürlich völlig die Objektivität.
Bei aktuellen, politischen Debatten und solchen Fernsehsendungen frage ich mich auch, ob noch jemand realisiert, dass Polizei, Bundespolizei und Bundeswehr ihre verfassungsmäßige Legitimation vom Volk bekommen. Schließlich geben wir unser Recht auf Sicherheit und Verteidigung an die Exekutive ab, die uns dabei vertreten sollte. Stattdessen läuft es derzeit umgekehrt.
Kommentar von isularossa am 26. Juni um 16:00 Uhr
Was Film und Fernsehen anstellen kann habe ich selbst erfahren können.
In den 80er war für mich dank der ARD und ZDF alles was im Osten lag schlecht, grau und dreckig. Wenn dann noch Rambo sein Bestes gab um die Welt von den “bösen Russen” zu befreien, dann war man da schon auf Linie gebracht.
Das ich es geschafft habe aus diesem einseitigen Denken heraus zu kommen, habe ich alleine dem Internet und solchen Seiten wie politblog.net zu verdanken.
Für mich stellt sich nur die Frage ob zuerst das Ei oder zuerst das Huhn da war?
Werden solche Filme und Serien deswegen geschrieben um die Massen hinter etwas zu bringen oder greifen die Filmemacher das Thema nur auf weil es gerade aktuell ist?
Gut, der “Elite” kann das egal sein, denn für die gilt es die Massen zu beeinflussen, was ihnen bis heute ausgezeichnet gelungen ist.
Kommentar von chrisi am 26. Juni um 16:07 Uhr
@Padawan
Dein Link zum eigentlichen Thema hier ist super.
Lg
Kommentar von Ludovico am 26. Juni um 16:11 Uhr
Endlich mal eine Aussage, der ich mich voll und ganz anschließen kann.
Schon alleine ARTE ist ist Grund genug, den Fernseher nicht gleich zu verschrotten.
Die meist grindigen deutschen Serienproduktionen sollte man jedoch nicht nur aus politischen Gründen meiden.
Umso dankbarer bin ich daher den Amis für erstklassige Qualitätsware wie “The Sopranos” oder “Six Feet Under”.
Wer eine kritische Auseinandersetzung mit politischen Fragen und gesellschaftlichen Problemen sucht, wird dort jedenfalls fündig.
Kommentar von Locked am 26. Juni um 16:37 Uhr
Paramilitarisierung und Propaganda im deutschen Fernsehen - auweh. Das klingt ja schon fast nach Verschwörungstheorie.
Kommentar von Fahrenheit am 26. Juni um 17:03 Uhr
Und das liest sich wie von einem AP…
Kommentar von Rusty_James am 26. Juni um 17:05 Uhr
radios laufen, tv’s laufen,…
Kommentar von abraxas am 26. Juni um 17:21 Uhr
Die sogenannten “Sondereinsatzkommandos” werden in Zukunft eine immer größere Rolle spielen, nach allem was man so im Netz liest und hört. Im Gegensatz zu öffentlichen Behörden wie Polizei und Armee operieren diese Kommandos überall dort wo sie gebraucht werden, im Inland wie im Ausland. Es sind sozusagen staatlich organisierte Terrorgruppen, die dafür bezahlt werden, das zu tun was ihnen die Geheimdienste sagen. Sie stehen über dem Gesetz, genau wie die Geheimdienste.
Für diese fremdbestimmten, konditionierten Kampfmaschinen, die im Auftrag der Regierung töten, soll durch solche TV Serien Sympathie geschaffen, indem sie in den “Heldenstatus” erhoben werden.
In Wahrheit ist es nichts weiter als hirnlose Gewaltbereitschaft, die uns da vor Augen geführt wird. Es ist nur ein neues Niveau der Gewaltverherrlichung, denn Gewalt ist das Thema Nummer 1.
Die Medienanstalten haben nur die Wahl zwischen Gewalt und übelster Verdummung. Selbst wissenschaftliche Sendungen rangieren entweder auf niedrigstem Unterhaltungsniveau oder sie indoktrinieren durch gezielte Meinungsmache. Gestern kam eine “Dokumentation” über das Kennedy-Attentat auf 3sat. Aus dieser Doku konnte man lernen, wie man einen ausführlichen Bericht macht, der vollkommen am eigentlichen Thema vorbei geht und konsequent alles an vorhandenem Material ignoriert, was der wirklichen Aufklärung gedient hätte.
Wenn man den Fernseher einschaltet, sollte man sich bewußt sein, das 97 Prozent von dem was da zu sehen ist, dazu dient, ein primitives Weltbild zu konstruieren in dem der Mensch als dummes, instinktgesteuertes, kriminelles, hilfloses und schuldiges Wesen dargestellt wird, das keine Macht über seine Existenz hat und unfähig ist selbstständig zu denken und zu handeln.
Kommentar von n.i.r.b.i.d. am 26. Juni um 17:41 Uhr
Menschen bleiben sitzen….
Kommentar von Ingo Wobig am 26. Juni um 17:43 Uhr
Funktioniert doch prima.
Kommentar von Brumby am 26. Juni um 17:45 Uhr
Wenn man den Fernseher einschaltet, sollte man sich bewußt sein, das 97 Prozent von dem was da zu sehen ist, dazu dient, ein primitives Weltbild zu konstruieren in dem der Mensch als dummes, instinktgesteuertes, kriminelles, hilfloses und schuldiges Wesen dargestellt wird, das keine Macht über seine Existenz hat und unfähig ist selbstständig zu denken und zu handeln.
Also, ich sehe mir sehr gerne Disneys Babi und Drew Berrymore Liebesfilme an. Worunter fällt das?
Bambi
Kommentar von DaRockwilda am 26. Juni um 17:49 Uhr
@abraxas:
Es gibt ja auch Sondereinsatzkommandos innerhalb der normalen Behörden. Wenn die USA hier ein Wegweiser sind, dann werden diese SWAT-ähnlichen Teams auch hier in Deutschland eine größere Rolle spielen. In den USA ist das schon soweit das praktisch jede Kleinstadt ihr eigenes SWAT-Team hat und diese schon für einfache Drogendelikte eingesetzt werden.
Hab mal hier darüber geschrieben:
Cato-Institut/Radley Balko: Anstieg der paramilitärischen Polizeiübergriffe in den USA
Unterschwellig geht es auch um die Militarisierung/Martialisierung der “einfachen” Polizei. Der Bürger muss sich wieder vor der Polizei fürchten, deshalb bekommt sie auch bald blaue Kleidung statt die grüne, die noch mit dem netten Freund und Helfer asoziiert wird.
Die Vorgehensweise scheint also die hier zu sein:
SEKs etc sind erstmal beim Bürger unbeliebt, wegen ihrem Auftreten und ihrem Aussehen. Deshalb wird der Bürger konditioniert indem ihm durch zB Filme und Serien langsam gezeigt wird das das Auftreten/die Aufgaben der SEKs etc. “heroisch” und “hilfreich” ist, und das Aussehen kompetent und professionell.
Dann kann das große Stürmen losgehen.
Kommentar von Skeptic am 26. Juni um 17:49 Uhr
Platten laufen
Filme laufen
Teenis laufen
Reisen kaufen
Autos kaufen
Häuser kaufen
Möbel kaufen
Wofür?
ton steine scherben, 1971
Kommentar von Rusty_James am 26. Juni um 17:56 Uhr
http://youtube.com/watch?v=sa0rpCgVLs4
wir brauchen viel mehr leute mit äxten in der jacke
Kommentar von abraxas am 26. Juni um 17:57 Uhr
Disney fällt generell unter Verdummung und im speziellen unter emotional/geistige Infantilität.
Hoffe geholfen zu haben.
Kommentar von salvo am 26. Juni um 18:10 Uhr
ach ja, wenn die seelenlosen Funktionäre der neoliberalen Inquisition nur Gedanken verbrennen könnten, so versuchen sie wenigstes das Denken zu verbieten mit ihren abgedroschenen armseligen Kampfbegriffen
Kommentar von Florian Horváth am 26. Juni um 18:17 Uhr
Man könnte sich darüber streiten, wohin Disney gekommen ist. Aber die Ursprünge waren genial und sind es heute noch. Auch Fersehen ist ein kulturelles Medium, mit dem man einfach nur den Umgang lernen muss.
Kommentar von abraxas am 26. Juni um 18:25 Uhr
Fernsehen ein kulturelles Medium???
Es ist eher so, dass jeder der gelernt hat, damit umzugehen schon manipuliert ist. Nicht umsonst gibt es Kinderkanäle, die dazu da sind, die Kinder so früh wie möglich an dieses Medium zu “gewöhnen”.
Das Fernsehen hat mit der wirklichen Welt nichts zu tun. Im Gegenteil, es klammert alles aus, was in dieser Welt Sinn macht. Aber das muss wohl jeder für sich herausfinden.
Kommentar von Rusty_James am 26. Juni um 18:28 Uhr
Also mal spaß bei seite…wie kann man nur freiwillig seine Lebenszeit vor der Glotze verbringen?? Wie kann man apathisch 3 Stunden am Stück vor einem Apperat sitzen, ihn anstarren und einfach nichts dabei tun ? Nichts denken, nicht fühlen, das ist doch beängstigend. Oder wie muss man drauf sein um seine eigenen Kinder einen ganzen Nachmittag vor der Glotze zu “parken”? Das ist doch Wahnsinn. Weil es jeder tut ist doch nichts dabei ?
Fernsehen ist doch nichts anderes als eine Droge, die tägliche Dosis Mumbo-Jumbo. Wie konnte es nur soweit kommen??
Und was bringt schon arte ? Im Netz findet man genug anspruchsvolle Sachen.Wenn man einen internet Anschluss hat kann man sein eigener Programmchef sein. Das ist doch tausendmal besser…nur tote Fische schwimmen mit dem Strom…!
für den richtigen Umgang mit dem Medium Fernsehen hab ich bei youtube eine Inspiration entdeckt:
http://youtube.com/watch?v=8NQ.....mp;search=
aber bitte nicht nachmachen.
(verursacht globale Erwärmung …)
Kommentar von DaRockwilda am 26. Juni um 18:32 Uhr
TV ist auch nur ein Medium. Ein Medium ist immer so gut oder schlecht wie sein Inhalt.
Und klar, Fernsehen als pures Downstream-Medium bietet da lang nicht so viel Entfaltungs- und Interaktionsmöglichkeiten wie das Internet als Down- und Upstreammedium, aber nicht jeder der in diesem Moment vor dem TV sitzt ist ein willenloses Zombie, genausowenig wie jeder der vor dem PC/Internet sitzt ein engagierter politischer Mensch ist.
Man kann auch vor dem Fernseher “denken und fühlen” Rusty.
Kommentar von abraxas am 26. Juni um 18:41 Uhr
P.S. Wenn Fernsehen ein kulturelles Medium wäre, dann würde es anspruchsvoller werden, die Programmcheffs würden dazu lernen und die Auswahl, Qualität und Niveau steigern. Außerdem würde es eine Kultur der freien Rede und Meinungsäußerung geben. Es würde Nachrichtensendungen geben, die selbstständig recherchieren und frei berichten. Es würden Leute in den Talkshows sitzen, die unbequeme und nicht massentaugliche Meinungen vertreten. Insgesamt würde das Fernsehen kreativer, informativer und in jeder Hinsicht bereichernder und intelligenter werden.
Doch die Realität sieht so aus, dass das Niveau in den letzten 20 Jahren immer weiter gesunken ist und der Tiefpunkt nocht nicht erreicht zu sein scheint. Es geht immer noch oberflächlicher und dümmer und voreingenommener.
Inzwischen ist JEDES Thema ein Politikum geworden. Wer kann sich schon frei und unbefangen im TV äußern ohne ständig Angst davor zu haben ein Tabu Thema zu berühren und sich darüber nicht politisch korrekt zu äußern??!!
Kultur ist etwas anderes. Etwas was Stück für Stück abgeschafft wird. Allen voran das Fernsehen.
Kommentar von salvo am 26. Juni um 18:46 Uhr
und darin liegt die ganze Tragödie und die Gefahr, da der mediale Wirklichkeitsersatz beim Konsum faktisch die Wirklichkeit subjektiv ersetzt: Die durch Bild und Sprache vermittelte Wirklichkeit der G8-Proteste bildet faktisch den Realitätsbezug von Millionen Menschen, die diese gar nicht erlebt haben. Die große Macht des Fernsehen, weit größer als die der Schrift, liegt gerade darin, dass ihre konstruierte Welt, jederzeit und an jedem Ort an Stelle der objektiv geschehenen und subjektiv erlebten Wirklichkeit treten kann. Dass das Fernsehen auf Grund dieser Eigenschaft, die individuelle Erfahrung von der tatsächlichen Wirklichkeit zu trennen, als Instrument von Herrschaft prädestiniert ist, dürfte klar sein.
Kommentar von Rusty_James am 26. Juni um 18:48 Uhr
ich finde schon. Ein Teil seines Lebens mit Fernsehen zu verbringen ist so wie wenn du dir ein Moped kaufst um damit im Kreis zu fahren…
aber abraxas hat es treffend formuliert: das muss wohl jeder für sich herausfinden.
Ich meine die Erfindung Fernsehen an sich hat ein starkes Poetential, aber was wurde daraus gemacht?…no comment…
der erfinder sieht es ähnlich:
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/21/21722/1.html
Kommentar von DaRockwilda am 26. Juni um 19:01 Uhr
@Rusty:
Und um dich zu widerlegen brauch ich jetzt nur den Fernseher anzumachen.
Ist euch eigentlich schonmal in den Sinn gekommen dass man auch Fernsehen kann nur um sich gut unterhalten zu lassen?
Und was einen gut unterhält und was nicht das ist nunmal Geschmackssache.
Der Punkt ist dass jeder Mensch einen Ausgleich zwischen Unterhaltung und Ernst braucht. Wer nur Ernst macht wird genauso durchdrehen wie jemand der nur Spaß macht.
Ob dann jemand den spaßigen Anteil seiner Zeit am TV oder sonstwo verbringt ist nicht so wichtig (und komm mir jetzt keiner damit dass man beim Sport machen wenigstens gesünder wird) viel wichtiger ist dass die Relation zwischen Spaß und Ernst stimmt.
Kommentar von Sitting-Bull am 26. Juni um 19:06 Uhr
Habe neulich mal wieder “Running Man” von Richard Bachman in die Hand genommen. Was Stephen King da, ich glaube Mitte/Ende der Siebziger als Bild des Fernsehens entwarf, ist zu beinahe 100% heute schon real geworden. Prophet? Oder zwangsläufige Folge dieses Mediums?
Kommentar von Rusty_James am 26. Juni um 19:24 Uhr
@ Rock
Ich versteh ja genau was du meinst. Und man brauch auch auf jeden Fall einen Ausgleich. Das ist wichtig. ( ich persönlich bevorzuge Sport)
Ein aktuelles Beispiel:
Um kurz vor 6 dachte ich mir auch: jetzt mal ne Auszeit.
Wie wärs mit den Simpsons…Also geh ich ins Wohnzimmer schalte die Glotze an. Der Empfänger steht auf Phönix : Irgend eine Pressekonferenz über Treibhausgas…die Verringerung des Co2 Ausstoßes,…bla,bla,bla… sofort weggeschaltet auf Pro7, was seh ich : Werbung für CONTRA CO2 eine neue Sendung oder was weis ich…Einfach nur AUS. Verstehst du was ich meine. Ich habe heute 30 sekunden ferngesehen und es hat mir gereicht. ich kann mich nicht entspannen, im Gegenteil, ich werde wütend!
Ich streite ja nicht ab :Um 2 Uhr nachts oder manchmal auch schon früher kommt auch mal ein guter Film in irgend einem dritten Programm …damit kann man sich wirklich auch mal unterhalten lassen und abschalten.
Aber unterm Strich , das beste Beipsiel ist dieser Co2 Müll und the War on bzw. of Terror, kann man nur sagen: Das Fernsehen wird schmalos für Propaganda missbraucht. Da hilft nur abschalten.
Warum ich mich über Co2 Propaganda aufrege ?
Kommentar von DaRockwilda am 26. Juni um 19:37 Uhr
Wird das nicht jedes Medium?
Und zu deinem Beispiel. Der Fernseher kann nix dafür wenn du nicht die Geduld hast zu warten bis Simpsons kommt. Den Fernseher zu falschen Uhrzeiten anzuschalten ist ungefähr so wie im Internet falsche URLs einzugeben.
Kommentar von Globalisierungsblog am 26. Juni um 20:31 Uhr
Sterben lernen? - Das kann man irgendiwe so schlecht üben.
Kommentar von mannomann am 26. Juni um 20:35 Uhr
Die Zeiten waren immer schon düster,nur keiner hats bemerkt oder wollte es nicht bemerken.
http://www.weimar1919.de/Index.....mfbrd.html
Vorsicht beim lesen,unkontrollierter Wutausbruch möglich (;-))
Kommentar von Brumby am 26. Juni um 20:55 Uhr
Dem Fernsehen abzusprechen, ein kulturelles Medium zu sein ist echt mal ein Fehlgriff.
Ob das Fernsehen nun besser oder schlechter wird hat damit nichts zu tun. Es ist ein Medium, das unsere Kultur entschieden mitbestimmt. Das mag einem gefallen oder nicht. In unserer Kultur spielt es eine große, selbstreflexive Rolle. Wie das Internet mittlerweile auch, aber natürlich in seinen eigenen Regeln
Natürlich kann es nicht die Realität wiedergeben, sondern nur nein konstruiertes Bild davon. Das ist nicht anders als bei Büchern auch. Deswegen ist aber weder das eine noch das andere per se gut oder schlecht.
Bambi
Kommentar von abraxas am 26. Juni um 20:59 Uhr
Psychologen veröffentlichen Jahr für Jahr Studien in denen sie nachweisen, dass das Fernsehen insbesondere schädlich für die Persönlichkeitsentwicklung ist. Außerdem ist das Fernsehen der Hauptgrund für die Gewalttätigkeit im täglichen Leben. Von diesen Studien wird im Fernsehen natürlich nichts berichtet. Aber da kann man noch weiter gehen. Es ist nachvollziehbar, dass das TV das Verhalten ganzer Generationen in Bezug auf Konfliktverhalten, Status, Konsum, Lebensziele, Lebenssinn, Ängste, politische Sichtweisen, Geltungsbewusstsein, gesellschaftliche Regeln, Erfolg usw. manipuliert hat. Das wissen natürlich auch die Leute in den Chefetagen der TV Sender und reizen das Medium aus.
Kommentar von Rusty_James am 26. Juni um 21:16 Uhr
Bei jedem Sender, sei es Fernsehen oder Radio hat man nur die Illusion einer Wahl, letztendlich haben schätzungsweise 80%-90% der Serien, Magazine, Reportagen und Nachrichten immer den gleichen Mainstream-Inhalt, mit unbedeutenden Differenzen. Deswegen hilft nur abschalten.
Beim Medium Buch oder Internet ist es schon was anderes.
Ich kann immernoch selbst und frei entscheiden, was ich lese und bin wesentlich unbeschränkter.
Natürlich kann und wird jedes Medium für Propaganda missbraucht, aber bei den Medien Literatur und Netz ist das “entkommen”, (vorrausgesetzt man will), wesentlich einfacher.
Ne ,dafür kann er wirklich nichts…
Kommentar von DaRockwilda am 26. Juni um 21:21 Uhr
@abraxas:
Nicht einfach “das Fernsehen” erzeugt Gewalt und liefert Konfliktlösungen vor, sondern konkrete Fernsehinhalte. Die könnten genausogut über das Intnernet empfangen werden, aber das macht ein pauschales “das Internet macht gewalttätig” auch nicht legitimer.
Und ganz generell entbindet so eine pauschale Aussage immer auch den Konsumenten irgendwo von seiner Verantwortung. Der wird schließlich in der Regel nicht gezwungen Fernsehen zu schauen.
Also ist das Konsumverhalten genauso ein Problem wie das Angebot, und das sind jeweils konkrete Medieninhalte. Medieninhalte, die über andere Medien ebenso kommuniziert werden könnten. Also bringt so ne Pauschalisierung nix.
Kommentar von salvo am 26. Juni um 21:25 Uhr
es geht nicht darum, Fernsehen moralisch zu werten, sondern darum, dass es sich als Medium in weit größerem Maße als andere Medien eignet, von Herrschaft, ob politische oder ökonomische, instrumentalisiert zu werden. Sprache, als Schrift, als gesprochenes Wort noch weniger, hat weder als Zeichen noch als phonetisches Element die Mächtigkeit des bewegten Bildes, Wirklichkeit vorzutäuschen , zu überlagern und zu ersetzen. Wir haben doch gesehen, in welch weit größerem Maße als die printmedien das Fernsehen z.B. das öffentliche Bewußtsein der G8 proteste geprägt hat. Die Provokationen seitens der Polizei, die Inszenierungen von Gewalt hätten alle in der Öffentlichkeit nicht die diskreditierende Wirkung erzielt, ja sie wären sinnlos gewesen, wenn das Fernsehen nicht die Bilder davon produziert und verbreitet hätte.
Kommentar von Sitting-Bull am 26. Juni um 21:29 Uhr
OT: SpOn zu den CIA-Dokumenten:
http://www.stock-channel.net/s.....count=1541
Kommentar von Rusty_James am 26. Juni um 21:33 Uhr
@Rock
Du hast Recht mit der Verantwortung, aber ob sich der Durchschnitts-Seher sich dieser überhaupt bewusst ist bzw. sich dafür interessiert ist eine andere Frage…Ich glaube die meisten Zuschauer haben sich darüber noch nie Gedanken gemacht, wahrscheinlich aus Bequemlichkeit. Daher läuft dievon abraxas beschriebene die Manipulation von
auch meiner Meinung nach unbewusst ab. Man könnte sogar soweit gehen und sagen : Das ist der Trick dabei…
Kommentar von Brumby am 26. Juni um 21:38 Uhr
Es wird immer ein Medium geben, das sich besser zur Manipulation eignet als andere. Als es noch kein Fernsehen gab, galt das Radio als das Manipulationmedium schlechthin. Zu der Zeit begann im übrigen auch die Wissenschaft sich damit zu beschäftigen.
Heute erleben wir meiner Ansicht nach viel mehr die Zeit einer Gegenbewegung durch das Internet. Vor 15 Jahren hatte niemand die Möglichkeit, eine Information zu checken, wie in TV, Presse und Radio gebracht wurde. Selbst das überprüfen einer Meldung in der ausländischen Presse war ein Kraftakt, den niemand gemacht hat. Heute ist das anders. Ich würde fast sagen, es ist der Anfang vom Ende der TV=Wahrheit-Ära, wie so schön im Film “Wag the Dog” beschrieben.
Nun, zum Verblöden eignet sich das Fernsehen sich noch, aber zum Manipulieren…da sind wir über den Berg und es beginnt die Talfahrt
Bambi
Kommentar von DaRockwilda am 26. Juni um 21:39 Uhr
@Rusty:
Du meinst wohl das Wechseln zu besseren Informationen ist einfacher. Das “entkommen” von den schlechteren Informationen ist beim Fernseher genauso einfach wie bei anderen Medien, Stecker ziehen und man ist entkommen.
@Salvo:
Erzähl das mal den Zuhörern, die sich mit Orson Welles War Of The Worlds haben täuschen lassen!
Man kann andersrum auch sagen dass beispielsweise beim Radio der Manipulator nur Töne fälschen und vorgeben muss, beim Fernsehen aber immerhin Bilder, sogar bewegte Bilder und Töne. Da gibt es mehr Fehlerquellen und es ist aufwändiger.
Einfaches Beispiel: Stell dir vor in Berlin demomstrieren 20 Millionen Menschen. Der manipulative Radiosprecher braucht nur zu sagen es sind 20 Tausend und der Zuhörer muss ihm wenn er dazu neigt glauben. Der Fernsehmoderator muss aber sich immerhin die Mühe machen und irgendwelche Einstellungen finden, die die 20 Mio wie 20 Tsd erscheinen lassen.
Zum Thema G8, wenn man sich die damaligen Zeitungstitel ansah dann muss man sagen dass auch in einer Welt nur mit Zeitungen der Bürger belogen und aufgehetzt worden wäre der dafür empfänglich ist.
Kommentar von DaRockwilda am 26. Juni um 21:41 Uhr
@Rusty:
So und wie kannst du ihn dafür sensibilisieren (für seine Verantwortung), indem du ihm a) einredest er würde von einer Flimmerkiste manipuliert werden oder b) fragst warum er denn dieses oder jenes schaut?!
Kommentar von Rusty_James am 26. Juni um 22:12 Uhr
Rock:
Ich fürchte, c): Garnicht…,das ist jetzt auch ziemlich hypothetisch ,aber ich bin ja nicht dafür verantwortlich das sich irgendwer Uuups die Pannen Show ansieht. Wenn er damit glücklich wird, dann soll er sich halt Uuups die Pannenshow ansehen…Jedenfalls kann man nicht bestreiten, daß das Niveau stetig fällt. Ich glaube schon das es Kreise mit viel Macht gibt die daran ein Interesse haben, das es so ist.
z.B. Monitor damals noch mit Klaus Bednarz, was ich noch mitbekommen habe, war wirklich außergewöhnlich fürs deutsche Fernsehen meiner Meinung nach, aber wie man jemanden dafür sensibilisieren soll sich soetwas anzusehen, No Idea, wahrscheinlich weis der Durchschnittsseher garnichts von der Existenz einer solchen Sendung. Ich glaube aber in Wahrheit gibt es bei solchen Sendungen beim Durchschnittszuschauer einfach keine Resonanz, warum ist halt die Frage…
Kommentar von salvo am 26. Juni um 22:15 Uhr
@Rock
ja, manipulieren kann man mit allen Informationsträger oder Medien, aber einige eignen sich dafür besser. Meiner meinung nach ist das fernsehen dafür weit anfälliger als die rein sprach-, tonbasierenden Medien. Natürlich könnte ein Moderator - die Polizei tut es übrigens regelmäßig - so manipulieren, wie du es dargestellt hast. Es ist aber ein großer Unterschied, wenn die falsche Wirklichkeit nur auf dem Wort eines Moderators basiert oder auf die Evidenz von Bildern. Sicher eignet sich für solche Art von Manipulation (die bloße falsche Angabe über Demo-teilnehmern) vielleicht ein anders medium besser als das fernsehen. Aber für eine umfassende Manipulation, welche die Realitätswidergabe von bewegten Bildern leistet, reicht das nicht. Das hat eine ganz andere Qualität: Ich gehe davon aus, dass die Gewalt bei den Demos von der Polizei als massenmediale Inszenierung provoziert wurde - eben weil diese Bilder von den visuellen medien aufgenommen werden sollten. Und diese inszenierte und in Bilder festgehaltene Wirklichkeit hat die öffentliche Meinung weit mehr beeinflußt als die anderen kleineren Manipulationen in den anderen Medien.
Kommentar von Arm am 26. Juni um 23:18 Uhr
Besonders perfide wird in der Unterhaltungssparte den Konsumenten manipulativ eine zerstörerische Ideologie in die Augen gestreut. Hierzu muss nicht auf Hollywood und den Kulturimperialismus verweisen, kürzlich kam ja ans Tageslicht, dass die (von einem Arbeitgeberverband finanzierte) neoliberale Initiative Neue Marktwirtschaft Textpassagen in beliebten Soaps im staatsnahen Rundfunk eingekauft hat - zB diese Sätze mit der Botschaft: Lohnnebenkosten müssen runter, Arbeitszeiten rauf.
Nicht nur der Sportbereich ist zudem durch versteckte Werbung der Industrie verseucht, siehe auch den KrimiFall ““Tatort”“.
Um der Kritik den Boden zu entziehen, soll Schleichwerbung jetzt generell legalisiert werden.
Zu politischen Propagandasendungen wie Christiansen&Co, aber auch so scheinseriösen Wirklichkeitsverdreher wie der Tagesschau muss ich glaube ich nichts sagen.
Ich garantiere jedem, der 2 Wochen auf die Glotze verzichtet, dass seine gefühlte Lebensqualität um 30% steigt. Danach den Kasten einfach wegschaffen!
Kommentar von interessent am 26. Juni um 23:24 Uhr
danke fuer den beitrag nemo. gut geschrieben.
wie ich schon in einem frueheren beitrag erwähnte konsumiere ich seit 8 jahren kein fernsehen mehr. am anfang war das als ob mir eine wichtige droge verweigert wird (find grad keine bessere beschreibung). nach einer woche fühlte ich mich aber wie neu geboren und an dem guten gefuehl hat sich auch nix geaendert. wenn ich heute bei freunden oder bekannten zu besuch bin und die kiste laeuft reg ich mich nur auf. das ist alles der absolute dreck. man kann es drehn und wenden wie man will - es wird einfach fuer jeden anspruch etwas gesendet. null niveau auf den privaten, da merk ich jedesmal das nur verdummt werden soll.(ich sag da immer assitv dazu) aber ard und zdf sind auch nicht besser. arte ist ne rühmliche ausnahme, ich verzichte trotzdem drauf. mein leben ist um einiges einfacher geworden ohne glotze.und konditionieren tu ich mich lieber selbst, das will ich nie wieder anders haben. ich bin der meinung das sich in diesem land einiges bewegen wuerde wenn die fernsehsender ihren betrieb einstellen würden. dann wuerde bei ganz vielen die festplatte namens gehirn wahrscheinlich neu formatiert. ich finde an fernsehglotzen auch absolut nichts entspannendes. mit dem wissen, welches ich mir in der fernsehfreien zeit erworben habe, geht das auch nicht mehr. bilde dir deine meinung- aber ohne glotze (und natürlich ohne bild).
ps: es ist schön das es soviele gleichgesinnte hier gibt, das zeigt mir wenigstens “ich bin nicht allein”. aber wir sind eine minderheit, und das ist das problem.
mfg I
Kommentar von DaRockwilda am 26. Juni um 23:45 Uhr
@interessent:
Darüber lässt sich aber streiten. Was macht denn der Teil der Fernsehzuschauer, der bislang eher unreflektiert geglotzt hat, nach so einer Abschaltaktion? Man kann schon darüber streiten ob die dann alle auf einmal anfangen sich um ihre Mitmenschen und Umwelt zu kümmern, oder ob sie nicht einfach statt Trash-TV Trash-Zeitschriften oder -Homepages konsumieren.
@Nemo:
Ich will dir aber auch ganz allgemein nochmal sagen dass der Artikel klasse ist. Nicht dass du denkst dass ich bei all meiner “Verteidigung” des Fernsehers nicht das eigentliche Programm kritisieren würde.
Kommentar von pony_huetchen am 27. Juni um 00:59 Uhr
Es gibt sie durchaus, die Lichtblicke in der Fernsehlandschaft. Und da muss auch ich vor allem ARTE hervorheben, einer der wenigen Sender, die hier ab und an flimmern dürfen.
An alle “Fundamentaisten” und radikal Fernseh-Verteufler: Meines Erachtens verhält es sich wie mit Wein oder mal einer Zigarette: Das Maß machts, ob es Genuss oder Sucht ist. (Troztdem sind mir unfanatische Nicht-TV-Inhaber sehr sympatisch
)
Nun ist just morgen so ein Tag - weniger des Genusses, als viel mehr der hoffenlich exzellenten Information (ja - das gibt es tatsächlich noch!)
Ich möchte auf diesen Film ganz ausdrücklich hinweisen:
Kriegsbeute Mensch - Wie Regierungen ihre Soldaten verraten
ARTE
Mittwoch, 27. Juni 2007 um 20.40 Uhr
Aus dem Pressetext:
Kommentar von Nemo am 27. Juni um 01:47 Uhr
Rock,
Folgendes Zitat stammt angeblich von Woody Allen:
Falls das stimmt, sehe ich folgendes Problem: Wenn die Dummen in dem Maße dümmer werden wie die Klugen klüger aber es gibt mehr Dumme als Kluge, dann nimmt durchs Fernsehen im Saldo die Dummheit zu.
Im Ernst: Es gab wohl Untersuchungen, dass das Fernsehen weniger durch seine Inhalte (das auch), sondern v.a. durch die Art des Konsumierens verdummt. Das Problem ist das “Berieseln lassen” durch bewegte Bildchen, das Verdummen geschieht nicht durch die vermittelten Informationen, sondern durch das Nicht-Denken, die Passivität. Beim Lesen eines Buches muss man den Text durchdenken, beim Radio hören wenigstens etwas Phantasie haben, um sich Bilder erst vorzustellen. Beim Fernsehen wird alles gleich vorgekaut geliefert.
Als Manipulationsinstrument ist das Fernsehen deshalb so wichtig, weil an dieser Front keine Waffengleichheit zwischen den Mächtigen und den Beherrschten existiert. Eine Rede auf der Straße halten oder eine Zeitung drucken kann im Prinzip auch der kleine Mann, Radio machen geht auch noch - der Aufwand ist jeweils überschaubar und der Qualitätsunterschied fällt nicht so sehr ins Gewicht. Fernsehen in entsprechend professioneller High-End-Qualität dürfte technisch, finanziell und organisatorisch nur ganz wenigen vorbehalten sein.
Pony,
vielen Dank für den Fernsehtipp…
Kommentar von Dirk am 27. Juni um 02:01 Uhr
Was ich beängstigend finde, ist das Kampagnenhafte vieler Medienereignisse, die wie abgesprochen wirken.
Um ein paar Beispiele zu nennen:
als es mit Hartz-IV anfing, gab es auf einmal von ARD und ZDF über NTV, RTL, RTL-II usw. usf. auf einmal unzählige sogenannte Dokumentationen und Berichte über Mietvandalen, Sozialbetrüger und “arbeitsscheue” Arbeitslose. Frei nach der Devise: wenn Menschen nicht mehr wie Menschen behandelt werden, braucht man eine Ideologie, die diese eben als Untermenschen schildert, mit denen man eigentlich gar nicht anders verfahren kann.
viel banaler: seit den Diskussionen über “die Deutschen sterben aus”, demographischer Faktor usw., kann man kaum noch den Fernseher einschalten, ohne Schwangere zu sehen. Und allerlei seichter Kram, mit denen das Kindermachen angeheizt werden soll. Es wird schliesslich Kanonenfutter gebraucht.
G8: da fällt mir mehreres auf. Erst die bundesweite “Diskussion” über Christian Klar und die RAF. Ob er nun noch 3 Jahre länger sitzen muss oder nicht: darüber wird monatelang auf allen Kanälen und in allen Blättern herumdiskutiert. Zeitlich genau passend zum G8-Gipfel. Dann die Aktionen der Bundesanwaltschaft in Hamburg.
Auf eimal gibt es eine neue Terrorgefahr von links. Die Stimmung wird mächtig angeheizt.
Als kleine Seitengeschichte: Es wird bekannt, dass es in den vergangenen Jahren(!) viele linke Anschläge gegeben hat, die alle sehr dem Anschlag auf Diekmanns Auto glichen. D.h. die Attentäte wollten weder Menschen verletzen noch töten.
Dass es diese Anschläge gegeben hat, glaube ich den Behörden sogar. Nur: warum wurde darüber eigentlich nie und nirgends berichtet? Glaubte man vielleicht, dass angesichts der Verhältnisse in Deutschland viele Menschen Sympathie empfunden hätten?
Warum wird darüber auf einmal vor dem G8-Gipfel berichtet. Ich würde (fälschlicherweise) annehmen, dass etwa die Springerpresse, jederzeit freudig über solchen “linken Terrorismus” berichtet hätte. Hat sie aber nicht. Und alle anderen Zeitungen, TV usw. haben ebf. kollektiv geschwiegen.
Auf Phönix gab es vor ca. 1,5 Jahren ein wirklich entlarvenden Moment, als Angela Merkel vor der versammelten Schar deutscher Medienmacher offen von Agenda-Setting sprach und den Mietmäulern herzlich für Ihre Mitarbeit dankte.
Danke für den Artikel,
Dirk
Kommentar von Sitting-Bull am 27. Juni um 06:32 Uhr
Wo hier die Berichterstattung über Demonstrationen erwähnt wird, deren Protestlerzahl im Fernsehen zusätzlich zu fälschen wäre:
Dann wird darüber eben gar nicht berichtet. Ich kann mich an eine Antikriegsdemo in Washington 2004 erinnern, bei der zwischen 500.000 und 1. Million Menschen waren, und es gab keine, ich wiederhole, keine Berichterstattung dazu im Fernsehen. Ich wusste nur wegen democraticunderground und deren Bildern davon (Gegenöffentlichkeit). Und wenn alle nicht darüber berichten, was sagt uns das?
Mittlerweile hat es sich etwas geändert, man berichtet über Antikriegsdemos, aber nicht über Impeachment oder 911-Demos. Anfang 2007 gab es wieder eine Demonstration in Washington, ich sammle immer die Bilder davon, dieses Mal wurde davon berichtet, aber jedes Mal die Zahl der Protestler (liebster O-Ton: thousands…) immer dramatisch reduziert, und es lassen sich immer Kamereinstellungen finden, die eine starre Abschlußveranstaltung oder Ausschnitte der Demo zeigen, aber nicht das Gesamtmaß.
Woher kommt diese Gleichschaltung?
Anderes Beispiel die Verwendung von Wörtern. Wir haben es ja schon oft dokumentiert, zum Beispiel “El-Kaida im Irak”. Auf einmal berichten alle Medien davon. Wer gibt solche Dinge vor?
Kommentar von interessent am 27. Juni um 08:35 Uhr
@ rock:
denen geht es dann so wie mir. erstmal desorientiert, dann neue perspektive erkennen und den hintern heben.eventuell das erste mal seit jahren mit dem nachbarn reden und sich über die abschaltaktion beschweren-). thrash zeitschriften konsumieren? keine ahnung - wohl eher nicht mehr als jetzt schon. aber thrash hp’s besuchen setzt schonmal internetanschluss und ein paar grundkenntnisse im inetgebrauch voraus. zum inetgebrauch muss man auch ein klein bischen mehr aktivität investieren als ins tv zu glotzen. und über kurz oder lang stolpert man dann über ein paar informative seiten wie diese hier und fängt an intensiver über diverse probleme unserer zeit nachzudenken. und vom nachdenken zum handeln sollte der schritt nichtmehr allzu groß sein.
achso bei mir kam der schritt ins inet erst nach 3,5 jahren tv abstinenz. hatte vorher auch nie am pc gesessen und hielt das für ausgemachte zeitverschwendung-). inet ist sicher auch kein allheilmittel, aber ein schrittchen in die richtige richtung. wenn mensch dann noch bereit ist ein paar weitere zu gehen, wirds schon werden.
mfg I
Kommentar von abraxas am 27. Juni um 08:51 Uhr
Es sind wahrscheinlich hochrangige Mitarbeiter der Geheimdienste die vorgeben was gesendet werden darf und was nicht. Dabei ist es egal ob es sich um Zeitung, Radio oder TV handelt. Alle diese Medien in der westlichen Welt werden von 5 großen Medienkonzernen gesteuert, die entscheiden welche Nachrichten erscheinen und welche nicht. Die einelnen Zeitschriften oder Fernsehsender haben keinerlei Rechte eigene politische Themen zu publizieren. Wenn man bei Google ein Stichwort eines aktuellen politischen Themas eingibt, erscheinen 20 oder 30 Artikel verschiedener Onlinezeitungen, die alle denselben Wortlaut haben. Die Nachrichen selbst werden in “Neusprech” wiedergegeben wie z.B. “die radikal-islamische-Hamas”, “Atomstreit mit dem Iran”, “Menschen mit Migrationshintergrund”, “Friedenseinsätze”, “Autonome”, “ausländerfeindlich”, “Al-Kaida”, “erhöhte Terrorgefahr” usw. Die Bilder zu den Nachrichten werden auch gerne mal manipuliert und aus dem Zusammenhang gerissen.
Kommentar von Mike am 27. Juni um 09:54 Uhr
@Brumby
Die Wort höre ich wohl, allein mir fehlt der Glaube. Leider beziehen immer noch 70-85 % (habe keine Zahlen ist nur aus Beobachtungen resultierend) der Leute ihre Informationen aus dem Fernsehen und den Zeitungen. Du darfst hier nicht dem trugschluß unterliegen, das alle so wie wir primär das Internet nutzen um Informationen zu überprüfen.
Kommentar von chrisi am 27. Juni um 16:56 Uhr
Nicht nur im TV geht es furchtbar ab - finde in den Kinos ist es noch viel schlimmer. Vor allem hier kann man die jungen Leute
besser ansprechen als mit dem TV.
Hier wird versucht einzubleuen, ein Menschenleben ist absolut nichts mehr wert. Macht den Bezug auf Geheim-Gefängnisse und Folterungen heutzutage ziemlich deutlich.
Überzeugt euch selbst:
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/25/25537/1.html
Kommentar von abraxas am 27. Juni um 19:39 Uhr
Sowas trauen sie sich im TV noch nicht. Bis jetzt zumindest. Da muss erst mal noch “seichte Verblödung” herhalten.
In diesem Zusammenhang sind auch die James Bond Filme interessant, da sie die eigentliche, dreckige, verlogene, charakterlose und gefühlslose Arbeit eines Geheimagenten glorifizieren indem sie ihn mit tollen Abenteuern, schicken Autos und schönen Frauen ausstatten. Da wird versucht ein Bild zu zeichnen, das das männliche Idol schlechthin darstellt. Erstrebenswert für Männer und anbetungswürdig für Frauen. Dabei sind die Filme allesamt hohl - nur eben sehr aufwändig mit sehr viel Geld in Szene gesetzt. Und nebenbei entsteht im Unterbewusstsein der Zuschauer eine Akzeptanz und sogar Bewunderung für einen der übelsten und kriminellsten Jobs der Welt.
Kommentar von chrisi am 27. Juni um 20:02 Uhr
@abraxas
Bis jetzt noch nicht - warte es ab!
Wie heißt ein Spruch: Schlimmer gehts immer - Frau Wimmer!
Kommentar von pony_huetchen am 1. Juli um 17:26 Uhr
PROGRAMMHINWEIS
ARTE
Sonntag, 1. Juli 2007 um 18.05 Uhr
Operation Sunrise
Kommentar von Ingo Wobig am 1. Juli um 17:59 Uhr
Dann kann es ja nicht mehr lange dauern, bis wir Deutschen uns am Ausbruch des “Dritten Weltkriegs” für schuldig bekennen und auf Wiedergutmachungsforderungen gefasst machen können.
Kommentar von pony_huetchen am 1. Juli um 19:06 Uhr
Ach, sind es “die Deutschen”, die in Form von CIA-Vorgänger OSS und SS-Obergruppenführer und -General Karl Wolff in der Schweiz verhandelt haben?
Dass der Kalte Krieg von den USA, den gesamten Westalliierten und reaktionären, z.T ehemaligen Nazi-Kräften aus Deutschland initiiert wurde, ist ja von Beginn der Aktionen an kein Geheimnis gewesen. Zu offensichtlich waren viele der “Maßnahmen”.