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Feiths edle Lüge oder wie israelische Spione im Pentagon den Irakkrieg vorbereitet haben

Erinnert ihr euch an die guten alten Zeiten, als deutsche Kriegsverbrecher nach dem Zweiten Weltkrieg für ihre Vergehen auch verurteilt wurden?

Das ist heute nicht mehr so. Solange man nur für die Richtigen arbeitet, kann man nach Belieben illegale Angriffskriege vorbereiten. Als Belohnung winkt nicht mehr wie für Hitlers Schergen der Galgen, sondern ein Posten an einer angesehenen Universität.

Die Rede ist natürlich vom berüchtigten “Office of Special Plans”. Dieses wurde vor dem Irakkrieg von führenden PNAC-Mitgliedern innerhalb des Pentagons eingerichtet, um die zögerlichen Geheimdienste zu umgehen und der Regierung und der Öffentlichkeit die Lügen über Saddams Massenvernichtungswaffen aufzutischen. Der ehemalige Verteidigungsminister Donald “Aspartam” Rumsfeld hatte das Büro eingerichtet, und Douglas Feith hatte es geführt.

In Douglas Feiths Büro für professionelle Kriegstreiberei arbeitete auch ein gewisser Larry Franklin. Franklin war ein Spion für Israel. Er tauschte mit Hilfe der israelischen Lobbyorganisation AIPAC und der israelischen Botschaft in Washington geheime Informationen aus. Wichtig ist nun Folgendes: Viel Aufhebens wird darum gemacht, dass Franklin geheime Informationen an Israel weitergegeben hat. Doch die sind relativ unerheblich wie er selbst sagte:



“Ich wusste in meinem Herzen, dass (die israelische Regierung) diese Informationen (bereits) hatte”



Was für Informationen sollte Israel auch von den USA wollen. Viel wichtiger für Israel war es doch in den letzten Jahren, dass die USA gewissen “Informationen” bekommen, die einen Krieg gegen Israels Feinde rechtfertigen würden. Und so verhielt es sich eher umgekehrt, die israelische Seite fütterte ihren Spion im Pentagon mit “Information”, die dieser dann in die nach einem Krieg(sgrund) lechzenden Hände von Feith, Rumsfeld und Co weitergeben konnte:


“(Der Chef der israelischen Botschaft) gab mir weitaus mehr Informationen, als ich ihm gab.”



Israels Rolle in der Kreation der erlogenen Kriegsgründe hat General Shlomo Brom bereits für das “Jaffee Centre for Strategic Studies” der Universität Tel Aviv beschrieben:


“Israel war ein ‘vollwertiger Partner’ bei den Fehlern der amerikanischen und britischen Geheimdienste, die das Massenvernichtungswaffenprogramm des ehemaligen irakischen Präsidenten Saddam Hussein vor der von den USA angeführten Invasion übertrieben dargestellt hatten.”



Eine weitere Quelle für die Lügen, in diesem Fall für die so genannten Yellowcake-Dokumente, war der ehemalige AIPAC-Mitarbeiter und Chef”philosoph” der NeoCons, Michael Ledeen.

Während Franklin bereits für seine Spionageaktivitäten mit 12 Jahren Gefängnis bestraft wurde und den beiden involvierten AIPAC-Mitgliedern gekündigt wurde, blieb Douglas Feith bis 2005 Staatssekretär für Politik im Pentagon. Von da an hatte er dann einen Posten an der Georgetown Universität inne.

In einer genialen Demonstration von Lahmarschigkeit hat nun der oberste Rechnungsprüfer des Pentagon im Auftrag des Senats einen Bericht über Feiths subversive Aktivitäten erstellt:


“Der Bericht kommt zu dem Schluss dass Feith, während er Regierungsmitglieder über die angeblich starken Verbindungen zwischen Al Kaida und dem Irak unterrichtete, nicht die Ansichten der CIA und anderer US-Geheimdienste wiedergab. Der Bericht erklärt weiter, dass Feith und seine Mitarbeiter versucht haben, Mitglieder dieser Geheimdienste zu diskreditieren und zu umgehen, weil diese die Anschuldigungen von Verbindungen zwischen dem Terrornetzwerk und Saddam Husseins Regierung vehement bestritten.

Senator Ron Wyden, ein Mitglied des Geheimdienstausschusses, sagte auf CNN dass Feiths Handlungen nicht nur ‘falsch’ waren, sondern es auch ‘ernste Fragen darüber ergeben, ob Feith gegen ein Gesetz verstoßen hat, wonach unser Ausschuss informiert werden muss’.”



Es ist bezeichnend für diesen nunmehr demokratischen Senat, dass Wyden zwar irgendwelche Regelverletzungen beklagt, gleichzeitig aber kein Wort darüber verliert, dass Feith und die anderen Lügner einen illegalen Angriffskrieg vorbereitet haben. Wie eingangs erwähnt sollten Feith und seine Komplizen dafür zumindest den Rest ihres Lebens im Gefängnis verbringen anstatt an einer Universität zu lehren.

Feith derweil hat die Frechheit, seine Kriegstreiberei zu verteidigen:


“Es ist gesund, die Informationen der CIA zu hinterfragen. Was die Leute im Pentagon getan haben, war richtig. Es war ‘good government’.”



Man darf gespannt sein, wieviele Menschenleben solches “good government” noch fordern wird. Feiths Antwort ergibt natürlich Sinn, wenn man sie im Sinne von Leo Strauss, einem Vorbild der NeoCons, betrachtet: Das Gehetze gegen den Irak war die “edle Lüge“, die Herrschern erlaubt ist, um mit Hilfe der Proklamierung falscher Behauptungen ein höheres, in ihren Augen gutes Ziel zu erreichen.

Um den Bogen zur aktuellen Situation und den Kriegsvorbereitungen gegen den Iran (Kriegsvorbereitungen, bei denen einmal mehr Israel seine Finger im Spiel hat) zu spannen: Das Office for Special Plans gibt es immer noch. Es ist im Pentagon in den gleichen Räumen untergebracht wie das alte, auch drei der Hauptverantwortlichen sind wieder mit dabei. Zudem hat es im Außenministerium ein Schwesterbüro mit dem Namen “Office for Iranian Affairs” bekommen, das von Dick Cheneys Tochter Liz. Wie viel israelische Spione mit an Bord sind ist bislang noch unbekannt.

Festzuhalten ist also Folgendes: Die Spur der Lügen im Vorfeld des Irakkriges reicht von Israel über AIPAC und die Botschaft über Spione wie Franklin direkt in das Pentagon. Von dort aus wurden sie weitergereicht und fanden sich in Bushs Reden und der unsäglichen Power-Point-Präsentation von Colin Powell vor den Vereinten Nationen wieder.

Einmal mehr muss man hier betonen, dass PNAC und der Rest des Militärisch-Industriellen Komplexes in den USA natürlich nichts lieber wollte als einen Krieg. Es ist nicht so, dass Israel allein die großen USA dazu gebracht hat, den Irak anzugreifen. Aber zeigt diesen Artikel jedem Apologeten, der behauptet, Israel habe beim Irakkrieg ganz unschuldig gar keine Rolle gespielt und sei nur Zuschauer gewesen.

DaRockwilda
Dieser Eintrag wurde am Mittwoch, den 14. Februar 2007 von DaRockwilda geschrieben und in die Kategorie Krieg, Militär, Terrorismus eingeordnet. Du kannst alle Kommentare zu diesem Artikel mit dem RSS 2.0 Feed beobachten. Du kannst eine Antwort hinterlassen, oder durch einen Trackback auf diesen Artikel verlinken.
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Kommentar von jolly rogers am 14. Februar um 16:39 Uhr

klasse artikel! respekt!

Kommentar von DaRockwilda am 17. Februar um 00:25 Uhr

Neuigkeiten in der Verhandlung gegen die zwei AIPAC-Spione:

“WASHINGTON — A federal judge in Virginia has dealt two blows to the defense of a pair of pro-Israel lobbyists accused of illegally trafficking in classified information.

In one ruling this week, Judge Thomas Ellis III rejected defense motions to demand testimony from Israeli government officials. In another decision, the judge refused to suppress statements the FBI obtained in 2004 from the two lobbyists, Steven Rosen and Keith Weissman, who were later fired from the American Israel Public Affairs Committee.”

http://www.nysun.com/pf.php?id=48850

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