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Die Verbandelung zwischen Mediengestalten und Politikern in den USA

Wayne Madsen hat auf seiner Internetseite einen Beitrag veröffentlicht, der aufzeigt, wie manche US-Medienfiguren über Verwandte mit den Repulikanern und neokonservativen Interessen verbandelt sind:

Da wäre zum Beispiel Howard Kurtz. Er selbst ist bei der Washington Post und ein Moderator der CNN-Sendung “Reliable Sources”. Seine Frau Sheri Annis derweil schreibt für das neokonservative National Review. Außerdem ist sie eine “Beraterin” der Republikaner, war 2002 Pressesprecherin des kalifornischen Gouverneurs Arnold Schwarzenegger. In Kalifornien war sie auch als “Medienberaterin” bei “diversen Einwanderungsfeindlichen” Gesetzgebungen beteiligt. Annis ist Präsidentin des Beraterunternehmens für Politiker “Fourth Estate Strategies“.

Dann gibt es den von mir in den letzten Tagen gelobten Chris Matthews, der Moderator der Sendung “Hardball” auf MSNBC ist. Sein Bruder Jim Matthews kandidierte für die Republikaner für das Amt des Vizegouverneurs von Pennsylvania.

Die bei NBC News beschäftigte Campbell Brown hat einen Mann, Dan Senor. Dieser war früher Pressesprecher der amerikanischen Übergangsregierung im Irak. Außerdem war er bei FOXNews und bei AIPAC, dem zur Israellobby gehörenden American Israel Public Affairs Committee. Weiter Direktor des “US-Israel Business Exchange (USIBEX)” und ein hochrangiges Mitglied der Carlyle Group. Carlyle ist eines der größten privaten Investment-Unternehmen der Welt, für das schon Teile der Bin Laden-Familie, beide George Bushs sowie George Soros sowie weitere ehemalige Staatschefs arbeiteten. Momentan arbeitet Senor im Stab des neoliberalen Senators Joe Lieberman.

Aber damit hören Browns Verbindungen noch nicht auf. Ihre Schwägerin Wendy Senor Singer ist die Direktorin des Büros von AIPAC in Jerusalem. Und Browns Schwager Saul Singer ist ein Kolummnist bei der Jerusalem Post.

Michael Ledeen, über den ich hier schon ausführlich geschrieben habe, ist so Etwas wie der geistige Vater der NeoCons. Und seine Frau Barbara Ledeen ist im Stab der republikanischen Senatskonferenz. Die Tochter von Michael und Barbara, Simone Ledeen, arbeitete für die amerikanische Übergangsregierung im Irak als eine Beraterin des Wirtschaftsministeriums.

Brit Hume ist “Managing Editor” von FOXNews in Washington. Seine Frau Kim Schiller Hume war früher die Vizepräsidentin von FOXNews und die Leiterin des Büros in Washington.

Carl Cameron von FOXNews hat eine Frau, Pauline Cameron, die 2000 für George W. Bushs Wahlkampfteam arbeitete.

John Ellis von FOXNews ist der Cousin von George Bush und war 2000 verantwortlich für die Wahlergebnishochrechnungen seines Senders.

Tucker Carlson von MSNBC hat einen Vater, Richard Carlson, der “Vice Chairman” der “Foundation for the Defense of Democracies (FDD)” ist. FDD ist eine der führenden Denkfabriken, wenn es um Kriegstrommeln (aktuell gegen den Iran) geht. Außerdem ist Richard Clarkson ein Mitglied des Unterstützerfonds des in der Affäre Valerie Plame angeklagten ehemaligen Stabschef von Vizepräsident Cheney, Scooter Libby.

Danielle Pletka von der neokonservativen Denkfabrik American Enterprise Institute hat einen Mann, Stephen Rademaker, der einen leitenden Posten im Außenministerium inne hat und dort unter Anderem für den ehemaligen UNO-Botschafter John Bolton gearbeitet hat.

Bei Veronique Rodman vom American Enterprise Institute sieht es ähnlich aus. Deren Ehemann Peter Rodman war ebenfalls leitender Angestellter im Außenministerium. Zusätzlich war er ein hochrangiger Redakteur der neokonservativen Zeitschrift National Review und ein Mitglied des Project For The New American Century (PNAC).

Bob Schieffer von CBS hat einen Bruder, Tom Schieffer. Der ist Botschafter in Japan, ehemaliger Botschafter in Australien und war zur selben Zeit Präsident des Baseball-Teams Texas Rangers, als auch George Bush Teilhaber des Teams war.

Anne Applebaum von der Washington Post ist die Frau von Radek Sikorski, dem Verteidigungsminister von Polen und ehemaligen American Enterprise Institute-Mitarbeiter.

Jim VandeHei, ebenfalls von der Washington Post, hat eine Frau, Autumn Hanna. Und diese war früher im Stab des abservierten republikanischen Mehrheitsführers im Abgeordnetenhaus, Tom DeLay.

Andrea Mitchell von NBC News ist die Ehefrau des ehemaligen Chefs der Federal Reserve Bank, Alan Greenspan.

John Podhoretz, der bei FOXNews, der New York Post, dem National Review, Bill Kristols Weekly Standard sowie CNN involviert ist, hat einflussreiche Eltern. Sein Vater, Norman Podhoretz, ist Mitglied von PNAC sowie ehemaliger Chefredakteur des “Commentary”, des Magazins des American Jewish Committee. Johns Mutter Midge Decter ist ebenfalls bei PNAC gewesen. Außerdem bei den Denkfabriken Heritage Foundation, Jamestown Foundation, Hoover Institution, Hudson Institute sowie ebenfalls bei “Commentary” und dem Magazin Harper’s. Und zu guter Letzt bei “Accuracy in the Media”.

Francis B. Coombs, Jr, “Managing Editor” bei der Washington Times, ist der Mann von Marian Kester Coombs. Diese schreibt für das Occidantal Quarterly, das von Kritikern als rassistisch bezeichnet wird.

Robert Kagan schließlich, der Mitbegründer von PNAC und Kolummnist der Washington Times, ist ebenfalls gut verbandelt. Seine Frau Victoria Nuland ist die ständige Vertreterin der Regierung Bush bei der NATO. Und sein Bruder Fred Kagan vom American Enterprise Institute war mit seinem Papier “Choosing Victory: A Plan for Success in Iraq” größtenteils für Bushs neue “Strategie” im Irak verantwortlich, die stattdessen die Empfehlungen der Iraq Study Group ausschlug.

(Aktualisierung vom 19. Januar):

Dieser Eintrag kommt ohne Verwandtschaftsbeziehungen aus, aber zeigt trotzdem Verbindungen zwischen Journalisten und Politik.

David Frum schreibt und schrieb für “die Weekly Standard, Forbes magazine, The Wall Street Journal, National Review und seit neuestem wieder als regelmäßiger Kolumnist in der kanadischen National Post”. Frum war lange Zeit Redenschreiber von Präsident Bush und erfand die berüchtigte Phrase von der “Achse des Bösen”. Jetzt ist Frum wie so viele NeoCons am American Enterprise Institute.

(Aktualisierung Ende)

Diese Verbindungen zeigen sehr schön, welche Interessenskonflikte bei vielen Mitgliedern der US-Massenmedien offensichtlicht bestehen. Es erklärt vielleicht zum Teil die offenkundige komplizenhafte Haltung zu den Verbrechen der Bush-Regierung und der dahinter stehenden Ideologien und Denkfabriken.

DaRockwilda
Dieser Eintrag wurde am Mittwoch, den 17. Januar 2007 von DaRockwilda geschrieben und in die Kategorie Medien eingeordnet. Du kannst alle Kommentare zu diesem Artikel mit dem RSS 2.0 Feed beobachten. Du kannst eine Antwort hinterlassen, oder durch einen Trackback auf diesen Artikel verlinken.
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Kommentar von Lawrenti am 17. Januar um 15:46 Uhr

John Podhoretz’ Mutter Midge Decter ist auch Biographin von Donald Rumsfeld. In den 80er Jahren war sie geschäftsführende Direktorin des Committee for the Free World, Rumsfeld war dessen Präsident. Midge Decters Schwiegersohn Elliott Abrams gehörte zu den Unterzeichnern der Prinzipienerklärung des PNAC; unter Reagan war er Chef der Lateinamerika-Abteilung des State Department und in die Iran-Contra-Affäre verwickelt, unter George W. Bush ist er im Nationalen Sicherheitsrat beim Präsidenten für “globale Demokratisierungsstrategie” zuständig. Das Ehepaar Podhoretz-Decter gehört seit den siebziger Jahren zu den führenden neokonservativen Intellektuellen.

Meyrav Wurmser, die Ehefrau von Dick Cheneys Nahostberat er David Wurmser, war Mitbegründerin des Middle East Media Research Institute (MEMRI) und sitzt jetzt im Hudson Institute. Beide Eheleute gehörten (wie Richard Perle und Douglas Feith) 1996 zu den Verfassern des immer wieder lesenswerten Strategiepapiers “Sauberer Bruch”.
http://www.iasps.org/strat1.htm

Kommentar von kewil am 18. Januar um 07:07 Uhr

Und in Deutschland sind die medien und die Politik fein säuberlich getrennt? Wenn Du das glaubst, bist Du eine Polit-Trottel.

Kommentar von DaRockwilda am 18. Januar um 13:41 Uhr

@kewil:

?!? Wer behauptet denn sowas? Falls du gute Infos über die Verbandelung in Deutschland hast, immer her damit.

Kommentar von Andreas Friedrich am 18. Januar um 19:56 Uhr

Leider bin ich mir etwas unsicher, ob der folgende Beitrag unter dem Titel “Angela Merkel, eine Neokonservative als Präsidentin der Europäischen Union” in diese Rubrik passt, aber lesenswert ist er allemal:

Angela Merkel, eine Neokonservative als Präsidentin der Europäischen Union

von Thierry Meyssan, Journalist und Schriftsteller, Präsident des Réseau Voltaire, Frankreich

Jetzt, da Angela Merkel für das erste Halbjahr 2007 die Präsidentschaft der Europäischen Union übernommen hat, kommt Thierry Meyssan auf den erstaunlichen Werdegang dieser Verantwortlichen für kommunistische Propaganda in der DDR zurück, die heute christdemokratische Kanzlerin des wiedervereinigten Deutschlands ist.
Er hebt ihre Verbindungen mit den
Neokonservativen und ihre Vorstellungen einer US-amerikanischen Führerschaft in Europa hervor.

Angela Merkel wurde 1954 in Hamburg geboren.
Kurz nach ihrer Geburt traf ihre Familie die ungewöhnliche Entscheidung, nach Ostdeutschland überzusiedeln. Ihr Vater, Pfarrer der lutheranischen Kirche, gründete wenig später ein Seminar in der DDR und übernahm die Leitung eines Behindertenheims.

Er verzichtete auf jegliche öffentliche Kritik am Regime und genoss einen privilegierten sozialen Status: Er verfügte über zwei Autos und reiste oft in den Westen.

Angela Merkel ist eine brillante Studentin und schliesst ihr Physikstudium mit dem Doktorat ab.
Sie heiratet den Physiker Ulrich Merkel, von dem sie sich bald darauf wieder scheiden lässt.
Später lebt sie mit Professor Joachim Sauer zusammen, selbst auch geschieden und Vater von zwei Kindern.
Frau Merkel wird Forscherin in Quantenphysik an der Akademie der Wissenschaften.

Gleichzeitig engagiert sie sich politisch bei der Freien Deutschen Jugend (FDJ), einer staatlichen Jugendorganisation.

Sie steigt dort bis zur Sekretärin der Abteilung für Agitation und Propaganda auf und wird eine der wichtigsten Experten für politische Kommunikation in der sozialistischen Diktatur.
Aus beruflichen und politischen Gründen reist sie oft in die UdSSR, vor allem nach Moskau, was durch ihre guten Russischkenntnisse erleichtert wird.

Obwohl der Fall der Berliner Mauer schon lange erwünscht und vorbereitet wird, überrascht er im November 1989 alle Regierungen. Die CIA versucht die neuen Regierungsmitglieder selbst zu bestimmen, indem sie Verantwortliche des alten Regimes rekrutiert, die bereit sind, den USA zu dienen, wie sie früher der UdSSR dienten.

Einen Monat später wechselt Angela Merkel die Seite und schliesst sich von einem Tag auf den anderen dem Demokratischen Aufbruch an, einer von den westdeutschen Christdemokraten inspirierten neuen Bewegung.

Sie nimmt dort von Anfang an die gleiche Stellung ein wie vorher, ausser dass ihr Posten nun den westdeutschen Begriffen angepasst wird: Sie ist nun “Pressesprecherin”.

Bald einmal wird bekannt, dass der Vorsitzende des Demokratischen Aufbruchs, Wolfgang Schnur, ein ehemaliger Stasi-Mitarbeiter ist. Angela Merkel teilt diese schmerzliche Nachricht der Presse mit. Herr Schnur muss zurücktreten, was ihr ermöglicht, an seiner Stelle Vorsitzende der Bewegung zu werden.

Nach den letzten Parlamentswahlen der DDR tritt sie in die Regierung von Lothar de Maizière ein und wird deren Sprecherin, obwohl der Demokratische Aufbruch nur 0,9 Prozent der Stimmen erhalten hat.

In dieser Übergangsperiode beteiligt sie sich aktiv sowohl an den “2+4″-Gesprächen, die der Aufteilung Berlins in 4 Sektoren und der alliierten Besetzung ein Ende setzen, als auch an den Verhandlungen zur deutschen Wiedervereinigung.
Um, wie sie sagt, einen massiven Exodus von Ost nach West zu verhindern, setzt sie sich für den sofortigen Eintritt der DDR in die Marktwirtschaft und die D-Mark-Zone ein.

Ihr Lebenspartner Joachim Sauer ist bei der US-amerikanischen Firma Biosym Technology angestellt.

Er verbringt ein Jahr in San Diego (Kalifornien) im Labor dieser Firma, die für das Pentagon arbeitet.
Er bleibt in der Folge Experte bei Accelrys, einer anderen für das Pentagon arbeitenden Gesellschaft in San Diego.
Angela Merkel ihrerseits verbessert ihr Englisch, das sie von nun an bestens beherrscht.

Als die DDR in die Bundesrepublik und der Demokratische Aufbruch in die CDU übergeführt sind, wird Angela Merkel in den Bundestag gewählt und tritt in Helmut Kohls Regierung ein.

Obwohl dieser sehr sittenstreng ist, wählt er diese junge Dame aus dem Osten, geschieden, ohne Kinder und im Konkubinat lebend, zu seiner Jugend- und Frauenministerin.
Innert 14 Monaten hat sich die Verantwortliche für kommunistische Propaganda bei der DDR-Jugend zur christdemokratischen Ministerin für Jugend in der Bundesrepublik gewandelt.

In dieser ersten Amtszeit hinterlässt sie jedoch eine sehr magere Bilanz.

Ihre Karriere bei der CDU weiter verfolgend, versucht Angela Merkel erfolglos, sich als Regionalpräsidentin der Partei in Brandenburg wählen zu lassen.
Lothar de Maizière, der Vizepräsident der nationalen Partei geworden ist, werden entfernte Kontakte zur Stasi vorgeworfen; er muss demissionieren, worauf Frau Merkel ihn ersetzt.

1994 wird Klaus Töpfer, Minister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, zum Direktor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen ernannt, dies nach langen scharfen Angriffen der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK).

Diese wirft Töpfer vor, die wirtschaftlichen Realitäten zu unterschätzen.
Helmut Kohl beruft darauf seinen Schützling Angela Merkel an dessen Stelle, was zur Beendigung der Krise führt. Sofort nach ihrem Amtsantritt entlässt sie alle höheren Beamten, die ihrem Vorgänger treu geblieben sind.
In dieser Zeit verbindet sie sich freundschaftlich mit ihrer damaligen französischen Amtskollegin Dominique Voynet.

1998 lässt Bundeskanzler Kohl die USA wissen, dass er der internationalen Intervention in Kosovo nicht zustimmt.

Dies zur gleichen Zeit, zu der Gerhard Schröders Sozialdemokraten und Joschka Fischers Grüne Slobodan Milosevic mit Adolf Hitler vergleichen und zum humanitären Krieg aufrufen.

Die US-freundliche Presse wettert daraufhin gegen den Bundeskanzler los, indem sie ihm die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Landes nach der Wiedervereinigung anlastet.
Die Christdemokraten werden in den Wahlen von 1998 von einer rot-grünen Welle weggespült.

Schröder wird Bundeskanzler und ernennt Fischer zum Aussenminister.
Bald darauf wird Helmut Kohl und seinem Umfeld vorgeworfen, geheime Gelder der CDU angenommen zu haben, aber er weigert sich, auf Grund eines Versprechens, die Namen der Spender bekanntzugeben.

Angela Merkel veröffentlicht daraufhin eine Stellungnahme in der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung”,1 um sich von ihrem Mentor zu distanzieren.

Dadurch zwingt sie Helmut Kohl, sich aus der Partei zurückzuziehen, und kurz danach auch den neuen Vorsitzenden der CDU, Wolfgang Schäuble, zurückzutreten.
Im Namen der öffentlichen Moral übernimmt sie so den Vorsitz der Partei. In der Folge passt sie sich der christdemokratischen Moral an und heiratet ihren Lebenspartner.

Von nun an wird Angela Merkel von zwei wichtigen Pressegruppen offen unterstützt.

Sie kann auf Friede Springer zählen, der Erbin der Axel-Springer-Gruppe (180 Zeitungen und Zeitschriften, darunter “Bild”, “Die Welt”).

Die Journalisten der Gruppe müssen eine Verlagsklausel unterschreiben, die festlegt, dass sie sich für die Entwicklung der Transatlantischen Verbindungen und für die Verteidigung des Staates Israel einsetzen.

Angela Merkel kann auch auf ihre Freundin Liz Mohn zählen, Direktorin der Bertelsmann-Gruppe, Nummer 1 der europäischen Medien (RTL, Prisma, Random House usw.).

Frau Mohn ist auch Vizepräsidentin der Bertelsmann-Stiftung, die den intellektuellen Stützpfeiler der euro-amerikanischen Verbindungen bildet.

Angela Merkel stützt sich auf die Ratschläge von Jeffrey Gedmin, der vom Bush-Clan speziell für sie nach Berlin geschickt wurde.
Dieser Lobbyist hat zuerst für das American Enterprise Institute (AEI)2 unter der Direktion von Richard Perle und der Frau von Dick Cheney gearbeitet.

Er ermutigt sie sehr, den Euro dem Dollar anzupassen.

In der AEI hat er zuvor die New Atlantic Initiative (NAI) geleitet, die alle wichtigen amerikafreundlichen Generäle und Politiker Europas vereinte.

Er hat auch am Project for a New American Century (PNAC) mitgewirkt und das Kapitel über Europa in diesem Programm der Neokonservativen verfasst.

Dort schreibt er, dass die EU unter der Kontrolle der Nato bleiben muss und dass dies nur möglich sein werde, wenn “die europäischen Forderungen nach Emanzipation” geschwächt werden können.3 Gleichzeitig ist er auch Verwalter des CCD (Council for a Community of Democracies),4 der eine Uno der zwei Geschwindigkeiten fordert, und er übernimmt die Leitung des Aspen-Instituts in Berlin.5 Das Angebot seines Freundes John Bolton,6 Stellvertretender Botschafter der USA bei der Uno zu werden, lehnt er ab, damit er sich ganz der Betreuung von Angela Merkel widmen kann.

2003 vertraut das State Departement Jeffrey Gedmin und Craig Kennedy ein ausgedehntes Programm für “öffentliche Diplomatie” an, das heisst für Propaganda, welches unter anderem die geheime Subvention von Journalisten und Meinungsbildungsstellen in Westeuropa beinhaltet.7
2003 widersetzt sich Gerhard Schröder der anglo-amerikanischen Operation im Irak.

Angela Merkel veröffentlicht daraufhin eine Stellungnahme in der Washington Post,8 in der sie die Chirac-Schröder-Doktrin der Unabhängigkeit Europas zurückweist, ihre Dankbarkeit und Freundschaft gegenüber “Amerika” betont und den Krieg unterstützt.

Im Mai 2004 verwirrt sie die Situation, indem sie die Wahl des Bankiers Horst Köhler zum Bundespräsidenten durchsetzt, dem Hauptredaktor des Maastrichter Vertrags, dem Vertrag zur Einführung des Euro, und ehemaligen Präsidenten der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) und Direktor des IWF. Daraufhin lanciert sie eine “patriotische” Kampagne gegen den radikalen Islamismus.

Während der ganzen Kampagne für die Bundestagswahlen von 2005 prangert sie die steigenden Arbeitslosenzahlen an und die Unfähigkeit der Sozialdemokraten, diese einzudämmen.

Die CDU erhält daraufhin in den Umfragen einen Vorsprung von 21 Prozentpunkten.

In dieser Situation veröffentlicht ihr geheimer Berater Jeffrey Gedmin in “Der Welt” einen offenen Brief an sie.

Nachdem er das deutsche Wirtschaftsmodell kritisiert hat, schreibt er weiter: “Bevor Sie das Land voranbringen können, müssen Sie diese Nostalgiker intellektuell überwältigen. Sollte Herr Sarkozy Herrn Chirac nachfolgen, wird Frankreich vielleicht einen Aufschwung erleben. Es wäre schade, wenn Deutschland weiter zurückfiele”.

Dieser Einladung folgend, gibt Angela Merkel endlich ihre Lösungsvorschläge bekannt.

Sie schiebt einen ihrer Berater, den ehemaligen Richter am Verfassungsgerichtshof, Paul Kirchhof, vor und betraut ihn mit der Initiative “Neue Soziale Marktwirtschaft”.9 Sie kündigt den Stop der Progression der Einkommenssteuer an: der Prozentsatz soll der gleiche sein für Bedürftige wie für Superreiche. Gerhard Schröder, der scheidende Bundeskanzler, kritisiert dieses Projekt in einer Fernsehdiskussion scharf.

Der Vorsprung der CDU wird pulverisiert.
Schliesslich erhält die CDU 35% der Stimmen und die SPD 34%, der Rest verteilt sich unter den kleineren Parteien.

Die Deutschen wollen Schröder nicht mehr, aber sie wollen auch Merkel nicht.

Nach langwierigen und mühsamen Verhandlungen wird eine grosse Koalition gebildet: Angela Merkel wird Bundeskanzlerin, aber sie muss die Hälfte der Ministerposten an die Opposition abgeben.

Anlässlich der israelischen Intervention in Libanon setzt sie den Einsatz der deutschen Flotte im Rahmen der FINUL durch, indem sie erklärt: “Wenn die Daseinsberechtigung Deutschlands darin besteht, das Existenzrecht von Israel zu garantieren, können wir jetzt, wo dessen Existenz in Gefahr ist, nicht untätig bleiben”.

Seit dem 1. Januar 2007 steht Angela Merkel der Europäischen Union vor.

Sie macht aus ihrem Ansinnen keinen Hehl, Frankreich und die Niederlande zu zwingen, eine zweite Version des Entwurfs für eine europäische Verfassung anzunehmen, obwohl diese Länder eine erste Version in einem Referendum abgelehnt haben.
Auch verbirgt sie ihre Absicht nicht, das Projekt des Zusammenschlusses der nordamerikanischen Freihandelszone mit der europäischen zur Bildung eines “grossen transatlantischen Marktes” – den Vorstellungen von Sir Leon Brittan entsprechend – wiederzubeleben.

1 Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 22.12.1999.
2 «L’Institut américain de l’entreprise à la Maison-Blanche», Réseau Voltaire vom 21.6.2004.
3 «Europe and Nato: Saving the Alliance» von
Jeffrey Gedmin in Present Dangers. Crisis and Opportunity in American Foreign and Defense Policy unter der Leitung von Robert Kagan et William Kristol, Encounter Books 2000.
4 «La démocratie forcée» von Paul Labarique, Réseau Voltaire vom 25.1.2005.
5 «L’Institut Aspen élève les requins du business», Réseau Voltaire vom 2.9.2004.
6 «John Bolton et le désarmement par la guerre», Réseau Voltaire vom 30.11.2004.
7 «Selling America, Short» von Jeffrey Gedmin und Craig Kennedy, The National Interest Nr. 74, Winter 2003.
8 «Schroeder Doesn’t Speak for All Germans» von Angela Merkel, The Washinton Post vom 20.2.2003.
9 Dieser Think tank beruft sich auf die soziale Marktwirtschaft, die Bundeskanzler Ludwig Erhard in Abstützung auf den Marshall-Plan 1963–66 einrichtete.

Kommentar von DaRockwilda am 18. Januar um 21:28 Uhr

Und wie das hier reinpasst.

“Sie macht aus ihrem Ansinnen keinen Hehl, Frankreich und die Niederlande zu zwingen, eine zweite Version des Entwurfs für eine europäische Verfassung anzunehmen, obwohl diese Länder eine erste Version in einem Referendum abgelehnt haben.”

Dazu habe ich heute in der SZ gelesen, dass die französische Kandidatin Royal auch bei einer weiteren EU-Verfassungsentscheidung das Volk abstimmen lassen will. Hoffentlich zieht sie das durch und die Franzosen geben wieder contra.

Kommentar von ravi am 19. Januar um 10:46 Uhr

Der Beitrag von Andreas Friedrich ist sehr sehr gut , Respekt ,Respekt……. Ravi

Kommentar von Karin am 19. Januar um 15:41 Uhr

An Andreas Friedrich

Ich finde deinen Beitrag sehr informativ. Ich selbst habe schon länger den Eindruck, dass Merkel Deutschland NUR unter dem Aspekt “Wirtschaftsstandort” regiert und jedes außen-und innenpolitische Handeln diesem Aspekt untergeordnet ist. Deutschland als “Heimat” ist ihr eher egal - dazu passt auch ihr vehementes Eintreten für die neue EU-Verfassung

An DarockWilda:

was mich an der Politik des “EU-VerfassungumjedenPreis” ärgert: Die Menschen werden über die Nachteile dieser Verfassung gar nicht aufgeklärt - es wird alles nur positiv und toll dargestellt. Dass damit jedes EU-Land weitgehend seine Souveränität und Eigensteuerung (Währung, Zuwanderung,Armee, Gesetze ect.)an eine zentralistische, undurchsichtige, demokratisch NICHT gewählte Eurokratie abgibt, wird überhaupt nicht deutlich dargestellt. Auch wird verschwiegen, dass die EU NICHT aus der Nato aussteigen will. Damit bleiben die Soldaten weiter bezahlte Söldner im Interesse der USA - mit einem Unterschied: Tritt die neue Verfassung in Kraft kann KEINES der EU-Länder einen Kriegsbeitritt ablehnen, wenn zwei/drittel einen solchen Krieg befürworten. Ein Ablehnen Deutschlands oder Frankreichs - wie im Irak-Krieg geschehen- wäre mit der neuen EU-Verfassung so nicht mehr möglich. Merkel favorisiert übrigens Sarkozy - dieser Franzose ist mehr auf ihrer “Linie”. Mal schauen, wen die Franzosen wählen.

Karin

Wer sich mit der EU-Verfassung jenseits von offiziellen Jubelmedien und Jubelpolitikern auseinandersetzen will:

http://www.egon-w-kreutzer.de/.....ssung.html

http://www.eu-verfassung.com/

Kommentar von Andreas Friedrich am 19. Januar um 18:53 Uhr

Hallo Leute,
der folgende Beitrag unter dem Titel “Die Lüge als Instrument der politischen Manipulation/ Die Strategie der Spannung und die Nato” ist, ich geb es zu, etwas lang- aber trotzdem, m.E. hier sehr gut aufgehoben.

Die Lüge als Instrument der politischen Manipulation/ Die Strategie der Spannung und die Nato
von
Silvia Cattori*

Dr. phil. Daniele Ganser ist Historiker, spezialisiert auf Zeitgeschichte seit 1945. Er unterrichtet am Historischen Seminar der Universität Basel und er ist Präsident von ASPO-Schweiz. Dr.Ganser hat ein Werk über die ” Geheimen Armeen der NATO” publiziert. Die Vereinigten Staaten haben in Westeuropa, seines Erachtens, während 50 Jahren terroristische Anschläge organisiert, die dann zu Unrecht den Linken zugeschrieben wurden, um sie in den Augen der Wähler zu diskreditieren. Heute dauert diese Strategie an um Angst vor dem Islam zu bewirken und um Kriege für die Energiereserven zu rechtfertigen.

Daniele Ganser
Gespräch zwischen Silvia Cattori und Dr. Daniele Ganser ‚ [1], Dezember 2006

Silvia Cattori: Ihr Werk befasst sich mit den „geheimen Armeen der Nato“ [2] und zeigt, dass die Strategie der Spannung [3] und der False Flag terrorism [4], von denen die Medien interessanterweise nie sprechen, grosse Gefahren mit sich bringen. Es informiert darüber, wie die Nato während des kalten Krieges – in Abstimmung mit den Nachrichtendiensten aller europäischen Länder und dem Pentagon – sich der Geheimarmeen bedient hat, Agenten aus dem rechtsextremen Lager rekrutiert und terroristische Anschläge organisiert hat, die man dann der Linken zuschrieb. Wenn man das erfährt, kann man sich fragen, was denn heute ohne unser Wissen passiert.

Daniele Ganser: Es ist zuerst sehr wichtig zu verstehen, was die Strategie der Spannung wirklich umfasst und wie sie während dieser Periode funktioniert hat. Das kann uns helfen, die Gegenwart zu beleuchten und besser zu sehen, in welchem Ausmass sie immer noch funktioniert. Nur wenige Leute wissen, was dieser Ausdruck Strategie der Spannung bedeutet. Darüber zu sprechen und ihn zu erklären, ist sehr wichtig. Die Strategie der Spannung ist eine Taktik, mit der man Attentate selber begeht, um sie dann anderen in die Schuhe zu schieben. Der Ausdruck Spannung will auf eine gewollt gemachte emotionale Spannung hinweisen, die ein Angstgefühl erzeugen soll. Der Ausdruck Strategie zeigt, dass es darum geht, die Angst der Menschen gegenüber bestimmten Gruppen zu nähren. Die geheimen Strukturen der Nato wurden von der CIA in Zusammenarbeit mit dem MI6 (Britischer Geheimdienst) ausgerüstet, finanziert und trainiert, um die bewaffneten Kräfte der Sowjetunion im Kriegesfalle als Guerilla zu bekämpfen. Aber auch - gemäss der Informationen, über die wir heute verfügen -, um terroristische Attentate in verschiedenen Ländern zu begehen. So haben seit den 70er Jahren die italienischen Geheimdienste diese geheimen Armeen benutzt, um „terroristische“ Attentate anzuzetteln. Das Ziel war zu provozieren, in der Bevölkerung Angst zu schüren und dann die Kommunisten als Urheber zu beschuldigen. Das war zu der Zeit als die kommunistische Partei ein grosses Gewicht im Parlament besass. Mit der Strategie der Spannung sollte sie diskreditiert und geschwächt werden, damit sie nicht auch noch in der Exekutive Fuss fassen konnte.

Silvia Cattori: Zu erfahren, was das heisst, ist das eine. Aber es bleibt schwer zu glauben, dass unsere Regierungen die Nato, die europäischen Nachrichtendienste und die CIA einfach so haben machen lassen und damit die Sicherheit ihrer eigene Bürger bedroht haben!

Daniele Ganser: Die Nato stand im Zentrum dieses mit dem Terror verbundenen Geheimnetzes. Das Clandestine Planning Comittee (CPC) und das Allied Clandestine Committe (ACC) waren Unterabteilungen der Nato, die heute klar identifiziert sind. Aber auch heute, wo das allgemein anerkannt ist, ist es immer noch schwierig zu erfahren, wer eigentlich was gemacht hat. Es gibt keine Dokumente, in denen man nachzuprüfen könnte, wer kommandierte, wer die Strategie der Spannung organisierte, wie die Nato, der MI6 und die aus dem rechtsextremen Lager rekrutierten Terroristen sich die Rollen untereinander aufteilten. Dass es im Innern dieser geheimen Strukturen Elemente gab, die die Strategie der Spannung angewendet haben, ist die einzige Gewissheit, die wir haben. Die Terroristen der extremen Rechten haben in ihren Aussagen vor Gericht oder gegenüber Journailsten erklärt, dass die Geheimdienste und die Nato sie in diesem Untergrundkampf unterstützt hatten. Aber wenn man Erklärungen von den Mitgliedern der Nato und des CIA verlangt - was ich über mehrere Jahre versucht habe -, beschränken sich sowohl Nato als auch CIA darauf zu sagen, dass es vielleicht einige kriminelle Elemente gegeben haben könnte, die sich ihrer Kontrolle entzogen hätten.

Silvia Cattori: Waren diese geheimen Armeen in allen europäischen Ländern aktiv?

Daniele Ganser: Mit meinen Recherchen habe ich belegt, dass diese geheimen Armeen nicht nur in Italien existierten, sondern in ganz Westeuropa, in Frankreich, in Belgien, in Holland, in Dänemark, in Schweden, in Finnland, in der Türkei, in Spanien, in Portugal, in Österreich, in der Schweiz, in Griechenland, in Luxemburg und in Deutschland.
Man würde zuerst vielleicht denken, dass es eine einheitliche Guerillastruktur gegeben habe, und diese geheimen Armeen alle bei der Strategie der Spannung mitgemacht hätten, also auch bei terroristischen Attentaten. Nun haben aber diese Geheimarmeen nicht alle an Attentaten mitgemacht. Sie haben sich unterschieden, hatten sie doch zwei ganz verschiedene Arten der Aktivität. Die geheimen Strukturen der Nato - gewöhnlich „Stay behind“ [5] genannt – waren zu Beginn so konzipiert, damit sie als Guerilla im Falle einer Okkupation Osteuropas durch die Sowjetunion eingreifen konnten. Das ist heute ganz klar. Nach Meinung der Vereinigten Staaten war dieses Guerillanetz nötig, weil die im Zweiten Weltkrieg von Deutschland eroberten Länder zu wenig vorbereitet waren und es nach der Besetzung sehr schwer war, eine Widerstandsbewegung aufzubauen.
Eine Anzahl von Ländern, die von Deutschland besetzt waren wie zum Beispiel Norwegen, zogen aus ihrer Unfähigkeit zum Widerstand gegenüber den Besatzern ihre Schlüsse und sagten sich, dass sie für eine neue Besetzung besser vorbereitet sein sollten. Sie wollten über eine andere Option verfügen und für den Fall, dass die reguläre Armee besiegt wäre, auf eine Geheimarmee zählen können. Es hatte in diesen Geheimarmeen ehrliche Leute, ernsthafte Patrioten, die ihr Land im Falle einer Besetzung verteidigen wollten.

Silvia Cattori: Wenn ich es richtig verstehe, wurden diese Stay behind, deren anfängliches Ziel die Vorbereitung auf den Fall einer sowjetischen Invasion war, von diesem Ziel abgebracht, um neu die Linke zu bekämpfen. Es fällt schwer zu begreifen, weshalb die linken Parteien nicht Untersuchungen angestellt haben und diese Umorientierung nicht früher publik gemacht haben.

Daniele Ganser: Im Falle Italiens beispielsweise wird klar, dass die kommunistische Partei nie eine Antwort bekam, wenn sie Auskünfte über die geheime Armee verlangte, die in diesem Lande unter dem Codename Gladio [6] operierte. Man schob stets den Schutz des Staatsgeheimnisses als Vorwand vor und verweigerte damit weitere Auskünfte.
Erst 1990 hat Giulio Andreotti [7] die Existenz der Gladio Geheimarmee und ihre direkten Verbindungen zur Nato, zum CIA und zum MI6 vor dem Senat bestätigt. In dieser Zeit hat der Richter Felice Casson nachgewiesen, dass der eigentliche Urheber des Attentates von Peteano im Jahre 1972, das damals Italien erschüttert hatte, und das bis zum damaligen Zeitpunkt militanten extremen Linken zugeschrieben worden war, Vincenco Vinciguerra war, der dem Ordine Nuovo nahestand, einer Gruppe der extremen Rechten. Vinciguerra hat zugegeben, das Attentat mit Hilfe der italienischen Geheimdienste begangen zu haben. Auch Vinciguerra hat von der Existenz dieser Geheimarmee Gladio gesprochen. Und er hat ausserdem erklärt, dass während des kalten Krieges diese geheimen Attentate in Europa den Tod von Frauen und Kindern verursacht hatten. Ebenfalls bestätigt hat er, dass diese von der Nato kontrollierte Geheimarmee Verästelungen überall in Europa hatte. Nachdem diese Informationen bekannt geworden waren, gab es eine politische Krise in Italien. Nur dank den Nachforschungen des Richters Felice Casson besitzt man heute die Kenntnis über die Geheimarmeen der Nato.
Als in Deutschland die Sozialisten der SPD 1990 erfahren hatten, dass auch in ihrem Land, wie in allen andern europäischen Ländern, eine geheime Armee existierte und dass ihre Strukturen mit dem deutschen Geheimdienst verbunden waren, wollten sie einen Skandal heraufbeschwören und klagten die konservative Partei der CDU an. Diese Partei reagierte folgendermassen: Falls ihr uns anklagt, werden wir dem Volk sagen, dass die SPD während der Regierung von Willy Brandt ebenfalls in diesen Komplott verwickelt gewesen war. Weil all das mit den ersten Wahlen im vereinigten Deutschland zusammenfiel, welche die SPD zu gewinnen hoffte, begriffen die Führer der SPD, dass dieses Thema 1990 kein Wahlkampfthema sein konnte. Schliesslich waren sie einverstanden damit, dass diese geheimen Armeen reingewaschen und gerechtfertigt wurden.
Im europäischen Parlament wurden im November 1990 viele Stimmen laut, die sagten, dass diese geheimen Armeen nicht toleriert werden dürften. Auch ginge es nicht an, diese Terrorakte, deren wirkliche Herkunft nicht aufgehellt sei, ohne Erklärung zu lassen. Die Hintergründe müssten erforscht werden. Darauf hat das europäische Parlament bei der Nato und bei Präsident Busch Senior schriftlich protestiert. Aber nichts geschah. Nur in Italien, der Schweiz und in Belgien wurde mit öffentlichen Untersuchungen begonnen. Von allen Ländern haben nur diese drei ein wenig Ordnung in diese Affäre gebracht und einen Bericht über ihre geheimen Armeen herausgegeben.

Silvia Cattori: Was ist heute? Sind diese geheimen Armeen immer noch aktiv? Gibt es geheime staatliche Strukturen, die sich der Kontrolle des Staates entziehen?

Daniel Ganser: Für einen Historiker ist es schwierig, auf diese Frage zu antworten. Wir verfügen, wie ich schon sagte, nicht über Berichte zu allen Geheimarmeen aus den verschiedenen einzelnen Ländern. Zudem verweigern sowohl die CIA als auch die NATO jeden Kommentar. In meinen Werken analysiere ich die Tatsachen, die ich nachweisen kann. Aber weil es schon für die Vergangenheit schwierig ist, die Strategie der Spannung historisch nachzuweisen, ist es für die Gegenwart noch einiges anspruchsvoller.
Was Italien betrifft, gibt es einen Bericht, der aussagt, dass die geheime Armee Gladio aufgelöst worden ist. Über die Existenz der Geheimarmee P26 in der Schweiz gibt es ebenfalls einen Bericht des Parlaments vom November 1990. Folglich sind hier diese geheimen Armeen aufgelöst, ebenso die Waffen- und Sprengstofflager, welche diese Armeen an geheimen Orten in den jeweiligen Ländern angelegt hatten, auch in Italien und auch in der Schweiz.
Aber in den anderen Ländern hat man nichts getan. In Frankreich versicherte Präsident Mitterand, dass alles der Vergangenheit angehöre. Im Nachhinein hat man erfahren, dass diese geheimen Strukturen immer noch wirksam waren, als nämlich Giulio Andreotti zu verstehen gab, dass der französische Präsident gelogen hatte. Andreotti sagte in etwa: „Sie sagen, dass die geheimen Armeen nicht mehr existieren würden, aber beim geheimen Zusammentreffen im Herbst 1990 wart ihr Franzosen auch dabei, sagen Sie also nicht, dass diese nicht mehr existieren würden.“ Mitterand wurde ziemlich wütend über Andreotti, weil er nach dieser Enthüllung seine Aussage berichtigen musste.
Später hat der ehemalige Chef der französischen Geheimdienstes, Admiral Pierre Lacoste, zugegeben, dass diese geheimen Armeen auch in Frankreich existierten und dass sie auch in Frankreich in terroristische Attentate verwickelt waren.
Es ist also schwierig zu sagen, ob dies alles längst vergangen ist. Sogar wenn alle alten stay-behind Armeen aufgelöst worden wären, wäre es ein leichtes gewesen, neue Strukturen zu schaffen, und sich weiter dieser Techniken der Strategie der Spannung und der False flag Operationen zu bedienen, egal unter welchem neuen Namen.

Silvia Cattori: Wäre es denkbar, dass die Vereinigten Staaten und die Nato nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion die Strategie der Spannung und die False flag Operationen an anderen Fronten weiterentwickelt haben?

Daniele Ganser: Meine Nachforschungen haben sich auf die Periode des kalten Krieges in Europa konzentriert. Aber man weiss, dass es anderswo False flag Operationen gegeben hat, bei denen die Verantwortlichkeit von Staaten nachgewiesen werden konnte. Beispiel: die Attentate im Iran 1953, die zuerst den iranischen Kommunisten zugeschrieben wurden. Nun aber hat es sich herausgestellt, dass der CIA und der MI6 sich Provokateure bedient haben, welche sich als Kommunisten ausgaben und Terroranschläge ausübten. Das strategische Hauptziel war es damals, die Regierung Mohammed Mossadeghs zu stürzen, was gelang. Dies geschah im Zusammenhang mit dem Krieg um die Kontrolle des Erdöls. Anderes Beispiel: die Attentate1954 in Ägypten, die man zuerst den Muslims unterstellt hatte. Es hat sich in der Folge herausgestellt, dass die Agenten des Mossads die Urheber waren. Das ist unter dem Begriff Affäre Lavon [8] bekannt geworden. Hier ging es Israel strategisch darum, dass die britischen Truppen Ägypten nicht verliessen um als Puffer zwischen Agypten und Israel den Schutz Israels zu gewährleisten. Also, es gibt historische Beispiele, die zeigen, dass die Strategie der Spannung und der false flag Operationen von den USA, von Grossbritannien und Israel angewendet worden waren. Wir müssen die Nachforschungen in diesem Bereich weiter verfolgen, haben doch auch andere Länder in ihrer Geschichte diese Strategie angewendet.

Silvia Catori: Diese geheimen Strukturen der Nato, die nach dem zweiten Weltkrieg – von den USA initiiert - geschaffen wurden, um die europäischen Länder mit einer leistungsfähigen Guerilla auszustatten, die fähig war, einer sowjetische Invasion zu widerstehen, haben letztlich dazu gedient, kriminelle Operationen gegen europäische Bürger zu führen. Alles deutet darauf hin, dass die Vereinigten Staaten ganz andere Dinge anvisierten.

Daniele Ganser: Sie haben recht, diese Frage aufzuwerfen. Die Vereinigten Staaten waren an einer politischen Kontrolle interessiert. Diese politische Kontrolle ist ein wesentliches Element der Strategie von Washington und London. General Geraldo Serravalle [9], Chef der Italienischen stay-behind Geheimarmee Gladio, gibt davon ein Beispiel in seinem Buch. Er erzählt, dass die Vereinigten Staaten nicht an der Vorbereitung dieser Guerilla für den Fall einer sowjetischen Invasion interessiert waren. Er merkte, was die Agenten der CIA wirklich interessierte, die bei den von ihm geleiteten Trainingsübungen der geheimen Armee in Italien dabei waren. Sie wollten sich versichern, ob diese Geheimarmee zum Beispiel auch militante Kommunisten kontrollieren konnten. Washington fürchtete, dass die Kommunisten in Ländern wie Griechenland, Italien und Frankreich an die Macht gelangen könnten. Das war es also, wozu die Strategie der Spannung dienen musste: Die Politik gewisser Länder Westeuropas zu beeinflussen und eine bestimmte Richtung zu geben.

Silvia Cattori: Sie haben vom emotionalen Element gesprochen als wichtigem Faktor in der Strategie der Spannung. Also sollte der Terror, dessen Herkunft für die Menschen im Unklaren bleibt und die Angst, die er hervorruft, zur Manipulation der Meinung dienen. Nimmt man heute nicht an ähnlichen mafiösen Prozessen teil? Gestern schürte man die Angst vor dem Kommunismus, heute schürt man nicht die Angst vor dem Islam?

Daniel Ganser: Ja es gibt eine sehr deutliche Parallele. Während der Vorbereitungen zum Krieg gegen den Irak im Jahre 2002 und 2003 hat man gesagt, dass Saddam Hussein biologische Waffen besitze, dass es eine Verbindung zwischen dem Irak und dem Attentat vom 11. September gebe oder dass eine Verbindung zwischen dem Irak und den Terroristen von Al Qaida existiere. Aber all das war nicht wahr. Mit diesen Lügen wollte man die Welt glauben machen, das die Muslime den Terrorismus überall verbreiten wollten, dass dieser Krieg notwendig sei, um den Terror zu bekämpfen. Nun aber war der wahre Grund für den Krieg die Kontrolle über die Energieressourcen. Aus geologischen Gründen konzentrieren sich die Reichtümer von Gas und Erdöl in den muslimischen Ländern. Wer sich ihrer bemächtigen will, muss sich hinter solchen Manipulationen verstecken.
Man kann der Welt nicht sagen, dass es nicht mehr genug Erdöl hat, weil das Produktionsmaximum auf der Welt, der „peak oil“, vermutlich vor 2020 erreicht wird und deshalb das Erdöl des Iraks geraubt werden müsse. Die Leute würden sagen, dass man wegen des Erdöls keine Kinder töten dürfe. Und sie haben recht. Man kann ihnen auch nicht sagen, dass es unter dem Kaspischen Meer enorme Reserven habe und dass man darum eine Pipeline zum Indischen Ozean bauen wolle. Man kann auch nicht sagen, dass man vom Kaspischen Meer über den Osten vorstossen und darum Turkmenistan und Afghanistan kontrollieren müsse, weil man die Pipeline nicht durch den Iran im Süden und auch nicht durch Russland im Norden legen könne. Aus diesem Grunde muss man die Muslime als Terroristen bezeichnen. Das sind grosse Lügen, aber wenn man tausendfach wiederholt, dass die Muslime Terroristen seien, beginnen es die Leute am Ende zu glauben und beginnen zu denken, dass diese Kriege gegen die Muslime nützlich wären. Sie beginnen auch zu vergessen, dass es viele Formen des Terrorismus gibt und dass die Gewalt nicht zwangsweise eine muslimische Spezialität ist.

Silvia Cattori: Im Grunde hätten diese geheimen Strukturen aufgelöst werden können, aber die Strategie der Spannung wurde fortgesetzt?

Daniele Ganser: Dies ist richtig. Man kann Strukturen auflösen und daneben neue aufbauen. Es ist wichtig zu erklären wie in der Strategie der Spannung die Taktik und die Manipulation funktioniert. Dies alles ist illegal.
Aber für die Staaten ist es viel leichter die Menschen zu manipulieren als ihnen zu sagen, dass man versuchen will die Hand über das Erdöl anderer zu legen. Natürlich sind nicht alle Attentate auf die Strategie der Spannung zurückzuführen. Aber es ist schwierig zu wissen welche Terroranschläge durch wirkliche Terroristen ausgeführt werden und welche durch die Geheimdienste manipuliert sind. Sogar jene die wissen dass manche Terroranschläge durch Staaten manipuliert werden um politische Feinde zu diskreditieren, können an eine psychologische Barriere gelangen. Nach jedem Anschlag haben die Menschen Angst, sie sind durcheinander. Es ist sehr schwer zu akzeptieren, dass die Strategie der Spannung, und die Strategie des False flag eine Realität sind. Es ist einfacher die Manipulation zu akzeptieren und sich zu denken: ’Seit dreissig Jahren informiere ich mich und ich habe nie von diesen kriminellen Geheimarmeen gehört. Die Muslime greifen uns an und aus diesem Grunde bekämpfen wir sie.’

Silvia Cattori: Von 2001 an hat die EU Anti-Terror Massnahmen ergriffen. Es hat sich dann gezeigt, dass diese Massnahmen der CIA erlaubte Menschen zu entführen, sie an geheime Orte zu transportieren und zu foltern. Sind die europäischen Staaten nicht ein wenig Opfer ihrer Unterwerfung der USA geworden?

Daniele Ganser: Die europäischen Staaten haben nach den Attentaten des 11. Septembers 2001 gegenüber den USA eine schwache Haltung eingenommen, wie Vasallen. Nachdem sie erklärt hatten, dass geheime Gefägnisse illegal sind, liessen sie es geschehen. Das gleiche mit den Gefangenen von Guantanamo. In Europa wurden Stimmen laut die sagten: ‚Man kann Gefangenen nicht den anwaltlichen Beistand verweigern.’ Als Frau Angela Merkel diese Frage wegen Guantanamo aufbrachte haben die USA ihr klar gemacht, dass Deutschland im Irak mitverwickelt sei, dass ihre Geheimdienste mitgeholfen hatten den Krieg vorzubereiten und deshalb zu schweigen hätte.

Silvia Cattori: In diesem Kontext, in dem es noch viele ungeklärte dunkle Stellen gibt, stellt sich die Frage welche Sicherheit kann die Nato den Völkern, die sie beschützen sollte, noch geben, wenn sie den Geheimdiensten erlaubt, die Bevölkerung zu manipulieren?

Daniele Ganser: Was die manipulierten terroristischen Attentate durch die Geheimarmeen des Netzes Gladio während des Kalten Krieges angeht, ist es wichtig klar bestimmen zu können ob und wie die Nato daran mitbeteiligt war und zu wissen was wirklich geschah. Waren es isolierte Anschläge oder Taten die durch die Nato geheim organisiert worden waren? Bis zum heutigen Tag weigert sich die Nato über die Strategie der Spannung und über den Terrorismus während des Kalten Krieges Auskunft zu geben; die Nato weist alle Fragen über Gladio zurück.
Heute missbraucht man die Nato als Angriffsarmee, obwohl diese Organisation nicht dazu gegründet wurde. Man hat sie am 12. September 2001, unmittelbar nach den Attentaten von New York, aktiviert. Die Mitglieder der Nato bestätigen, dass der Grund ihrer Teilnahme am Krieg gegen die Afghanen der Kampf gegen den Terrorismus sei. Aber die Nato riskiert diesen Krieg zu verlieren. Es wird eine grosse Krise ausbrechen mit Debatten. Wir müssten wissen, ob die Nato, wie sie es behauptet, einen Krieg gegen den Terrorismus führt, oder ob es sich um eine Situation wie im Kalten Krieg handelt und Geheimarmeen wie Gladio den Terrorismus manipulieren. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob die Nato sich in ihrer Geschichte an ihren Auftrag hielt, die europäischen Länder und die USA im Falle eines Angriffes der UdSSR zu verteidigen - was nie geschah – denn dafür wurde sie gegründet. Oder ob die Nato mit Geheimarmeen im Kalten Krieg den Terror manipulierte und die Angst vor den Kommunisten schürte. Ganz sicher wurde die Nato nicht gegründet um sich des Erdöls oder des Erdgas der arabischen Länder zu bemächtigen.

Silvia Cattori: Man könnte noch verstehen, wenn Israel, das Interesse an einer Ausbreitung der Konflikte in arabischen und muslimischen Ländern hat, die USA in diesem Sinne ermutigt. Aber wo liegen die Interessen der europäischen Länder sich mit Truppen in einem Krieg wie in Afghanistan zu engagieren, und das unter dem Kommando des Pentagon?

Daniele Ganser: Ich denke Europa ist verwirrt. Die USA sind in einer Position der Stärke und die Europäer haben die Tendenz zu denken das Beste sei sich dem Stärkeren anzuschliessen. Aber man müsste ein wenig weiter denken. Die europäischen Parlamentarier weichen schnell dem Druck der USA, die immer mehr Truppen fordern an dieser oder jener Front. Je mehr die europäischen Länder weichen, je mehr sie sich untergeben, desto mehr werden sie mit immer grösseren Problemen konfrontiert. In Afghanistan stehen die Deutschen und Briten unter amerikanischem militärischem Kommando. Strategisch gesehen ist dies für die Länder keine interessante Position. Jetzt verlangen die USA von den Deutschen Soldaten auch in den Süden von Afghanistan zu verlegen, in Gebiete wo der Krieg viel rüder ist. Wenn die Deutschen ja sagen, riskieren sie durch afghanische Kräfte massakriert zu werden die jede Besetzung ablehnen. Deutschland müsste sich ernsthaft überlegen ihre 3000 Soldaten aus Afghanistan abzuziehen. Aber für die Deutschen, die ein wenig die Vasallen der USA sind, ist es ein schwieriger Schritt den Befehlen der USA gegenüber ungehorsam zu sein.

Silvia Cattori: Was wissen unsere Autoritäten die uns heute regieren von den Strategien der Spannung? Können diese weiter zulassen dass Kriegstreiber Staatsstreiche anstiften, Entführungen und Folter betreiben ohne zu reagieren? Haben sie noch die Möglichkeit kriminelle Aktivitäten zu unterbinden?

Daniele Ganser: Ich weiss es nicht. Als Historiker beobachte ich, und dokumentiere vor allem die Geschehnisse. Als politischer Berater sage ich, dass man den Manipulationen, die Angst erzeugen und allen weismachen wollen, dass die ‚Terroristen’ immer die Muslime sind, nicht nachgeben darf; ich sage dass es um den Kampf über die Kontrolle der Energiereserven geht; man muss Mittel finden die Energieknappheit zu überwinden ohne in Richtung einer Militarisierung zu gehen. Man kann die Probleme nicht auf diese Art lösen: man verschlimmert sie damit.

Silvia Cattori: Wenn man die Verteufelung der Araber und der Muslime, ausgehend vom Israel-Palästina Konflikt beobachtet, denkt man dies hätte nichts mit dem Erdöl zu tun?

Daniele Ganser: Ja, in diesem Fall ja. Aber aus der Perspektive der Vereinigten Staaten handelt es sich um den Kampf die Kontrolle über die Energiereserven zu übernehmen, über diesen Eurasischen Teil der in der „Strategischen Ellipse“ die von Aserbeidschan, über Turkmenistan und Kasachstan bis nach Saudi-Arabien, Irak, Kuwait und den Persischen Golf reicht. Das ist genau da, in dieser Region wo sich dieser angebliche Krieg „ Gegen den Terrorismus“ entwickelte wo sich die wichtigsten Öl- und Gasreserven gehäuft befinden. Meiner Meinung nach handelt es sich um nichts anderes als um ein geostrategisches Machtspiel in dem die europäische Union nur verlieren kann. Denn, wenn die USA die Kontrolle über diese Reserven übernehmen und die Energiekrise sich verschlimmert werden die USA uns Europäern sagen:“ Sie wollen Gas, sie wollen Erdöl? –Sehr gut, im Gegenzug wollen wir dafür dies oder das“. Die Vereinigten Staaten werden das Erdöl und das Gas den europäischen Ländern nicht umsonst geben. Wenige Menschen wissen, dass der „ peak-oil“, das Produktionsmaximum, in der Nordsee bereits erreicht wurde und dass damit die Erdölproduktion in Europa – die Produktion in Norwegen und in Grossbritannien – sich im Niedergang befindet.
An dem Tag an dem die Menschen realisieren werden, dass die Kriege gegen den Terrorismus manipuliert sind und dass die Beschuldigungen gegen die Moslems, ein Teil der Propaganda sind, werden sie überrascht sein. Die europäischen Staaten müssen aufwachen und verstehen, wie die Strategie der Spannung strategisch funktioniert. Sie müssen auch lernen den USA „nein“ zu sagen. Auch in den USA gibt es viele Menschen, die diese Militarisierung der internationalen Beziehungen nicht wollen.

Silvia Cattori: Sie haben auch Forschungen zu den Attentaten des 11. September 2001 gemacht und als Co-Autor mit anderen Intellektuellen die über Ungereimtheiten und Widersprüche in der offiziellen Sicht der Ereignisse und den Ergebnissen der von Herrn Bush eingesetzten Untersuchungskommission beunruhigt sind, ein Buch geschrieben? Haben Sie nicht die Befürchtung als „Verschwörungstheoretiker“ bezeichnet zu werden?

Daniele Ganser: Meine Studenten und andere Leute haben mich immer gefragt: Wenn es bei diesem „Krieg gegen den Terrorismus“ wirklich um Erdöl und Erdgas geht, könnten die Attentate des 11. Septembers nicht auch manipuliert worden sein? Oder ist es ein Zufall, dass die Muslime von Oussama ben Laden genau in dem Augenblick zugeschlagen haben als die Länder des Westens begannen zu verstehen, dass sich eine Erdölkrise ankündigte? Da habe ich begonnen mich zu interessieren was über den 11. September geschrieben wurde. Vor allem habe ich den offiziellen Untersuchungsbericht zu den Terroranschlägen studiert, der im Juni 2004 veröffentlicht wurde. Wenn man als Historiker in dieses Thema eintaucht, sieht man von vornherein, dass es eine grosse globale Debatte gibt, rund um das was sich wirklich am 11. September 2001 abgespielt hat.
Die Information die wir haben ist nicht sehr genau. Wichtige Fragen und Ereignisse werden im sechshundertseitigen Untersuchungsbericht überhaupt nicht erwähnt, darunter zum Beispiel der Einsturz des so genannten „dritten Turmes“,. Die Kommission spricht in ihrem Bericht nur vom Einsturz von zwei Türmen, den „Twin-Towers“. Das ist ungenau, denn es gab noch einen dritten Turm mit einer Höhe von 170 Metern, der am 11. September in New York eingestürzt war; der Turm heisst WTC 7. Einige spätere US Regierungsberichte sagen, ein kleines Feuer habe das WTC7 zum Einsturz gebracht. Aber ich habe mit Professoren gesprochen, die die Struktur der Gebäude gut kennen; sie sagen dass ein kleines Feuer die Struktur einer so grossen Dimension nicht zerstören kann. Die offizielle Geschichte des 11. Septembers, die Schlussfolgerungen der Kommission, sind nicht glaubwürdig. Dieser Mangel an Klarheit bringt die Forscher in eine schwierige Situation. Verwirrung herrscht auch über das was sich wirklich im Pentagon ereignet hat. Man sieht auf den vorhandenen Videobildern nicht wie darauf ein Flugzeug hätte stürzen sollen.

Silvia Cattori: Das Parlament von Venezuela hat die Vereinigten Staaten gebeten umfangreichere Erklärungen zu bringen, um den Ursprung der Attentate zu erhellen. Sollte das nicht ein nachahmenswertes Beispiel sein?

Daniele Ganser: Es gibt über den 11. September viele Unsicherheiten. Die Parlamentarier, die Universitäten, die Bürger haben das Recht auf Antworten was wirklich stattgefunden hat. Ich denke es ist wichtig sich weiter darüber Gedanken zu machen. Es ist ein Ereignis blich, dass man fünf Jahre später immer noch nicht genau weiss wdass niemand vergessen kann; jeder erinnert sich wo er sich in jenem Moment befand. Es ist unglauas damals geschah.

Silvia Cattori: Man bekommt den Eindruck, dass alle offiziellen Körperschaften die öffentliche Darstellung nicht in Frage stellen wollen. Haben sie sich manipulieren lassen durch die Desinformation, organisiert durch die Strategen der Spannung und des „False flag“?

Daniele Ganser: Wenn man Angst hat ist man manipulierbar; Angst die Arbeit zu verlieren, Angst den Respekt der Menschen die einen lieben zu verlieren. Man kann die Spirale der Gewalt und des Terrors nicht verlassen, wenn man die Angst siegen lässt. Angst zu haben ist normal, man muss offen darüber sprechen und auch über die Manipulationen die sie nähren. Niemand kann den Konsequenzen entfliehen. Dies ist umso schlimmer als politisch Verantwortliche oft unter dem Eindruck dieser Angst handeln. Man muss die Kraft finden zu sagen : „ ja, ich habe Angst, dass die Lügen Menschen leiden machen; ja, ich habe Angst zu denken, dass es bald nicht mehr viel Erdöl hat; ja, ich habe Angst, dass dieser Terrorismus von dem man spricht die Konsequenz von Manipulationen ist, aber ich werde mich nicht einschüchtern lassen“.

Silvia Cattori: Bis zu welchem Punkt beteiligen sich Länder wie die Schweiz an dieser Politik der Spannung?

Daniele Ganser: Ich denke in der Schweiz gibt es keine Strategie der Spannung. Dieses Land kennt keine terroristischen Anschläge. Aber was wahr ist, ist, dass die Politiker in der Schweiz wie anderswo, die Vereinigten Staaten mit deren Stellung der Macht fürchten und die Tendenz haben sich zu sagen: Es sind gute Freunde, wir haben kein Interesse uns mit ihnen anzulegen.

Silvia Cattori: Diese Art zu denken und Lügen zu decken die aus der Strategie der Spannung herrühren, macht sie nicht jeden zum Komplizen der Verbrechen die daraus entstehen? Bei den Journalisten und den politischen Parteien angefangen?

Daniele Ganser: Persönlich denke ich, dass jedermann – Journalisten, Akademiker, Politiker –über die Verwicklungen der Strategie der Spannung und des False flags nachdenken sollte.
Da stehen wir. Es ist wahr, in Anbetracht der Phänomene, die unser Verständnis übersteigen. Deshalb muss man sich jedes Mal, wenn es terroristische Attentate gibt fragen und zu verstehen versuchen was dahinter steckt. Erst ab dem Tag, wo man offiziell zugibt, dass die „false Flag“ tatsächlich existieren, wird man eine Liste der „false Flag“ erstellen die in der Geschichte stattgefunden haben und sich darüber einigen, was zu tun wäre.
Das Streben nach Frieden ist das Thema, das mich interessiert. Es ist wichtig die Debatte über die Strategie der Spannung in Gang zu bringen und festzustellen, dass es sich um ein reales historisches Phänomen handelt. Denn solange man die Existenz der Strategie der Spannung nicht anerkennt kann man nicht handeln. Aus diesem Grund ist es wichtig zu erklären, was die Strategie der Spannung wirklich bedeutet. Und wenn man sie einmal verstanden hat lässt man sich nicht mehr durch Angst oder Hass gegen eine Gruppe einnehmen,
Man muss dabei sagen, dass es sich nicht nur um ein einzelnes Land handelt, dass darin verwickelt ist; dass es nicht nur die Vereinigten Staaten, Italien, Israel oder der Iran sind, sondern dass sich das überall abspielt, auch wenn bestimmte Länder daran intensiver teilnehmen als andere.
Man muss verstehen ohne dieses Land oder jene Person anzuklagen. Angst und Hass helfen uns nicht weiter, sondern lähmen die Diskussion. Ich erlebe viele Anklagen gegen die Vereinigten Staaten oder auf der anderen Seite gegen den Iran und Syrien. Aber die Friedensforschung lehrt uns, das man sich nicht zu Beschuldigungen nationalistischer Art hinreissen lassen sollte und dass weder Hass noch Angst notwendig sind, dass das wichtigste ist aufzuklären.
Dieses Verständnis würde uns allen helfen.

Silvia Cattori: Warum wurde ihr Buch – das im Original auf englisch erschienen ist und die Geheimarmeen der Nato beschreibt - auf italienisch, auf türkisch, auf slowenisch übersetzt, und bald auch auf griechisch, jedoch noch nicht auf französisch?

Daniele Ganser: Ich habe noch keinen Verlag in Frankreich gefunden. Falls ein Herausgeber daran interessiert ist mein Buch auf Französisch zu übersetzen und zu veröffentlichen würde mich das freuen.

Silvia Cattori
Schweizer Journalistin.
Alle Artikel dieses Autors

[1] Historiker und Friedensforscher, Universität Basel, Schweiz. Homepage: http://www.danieleganser.ch

[2] Nato’s secret Armies: Terrorism in Western Europe. Frank Cass Verlag London ISBN 07146850032005

[3] False flag operations (Operationen unter falscher Flagge) Der Ausdruck wird für Terroraktionen verwendet, die von Regierungen oder Organisationen im Geheimen geführt werden, für deren Urheberschaft dann aber andere verantwortlich gemacht werden.

[4] Stay behind (das heisst: Im Falle einer sowjetischen Invasion im Hintergrund bleiben) ist der Name für die heimlichen Strukturen, die eingeführt wurden, um einen Partisanenkrieg zu führen

[5] Gladio bezeichnet die Gesamtheit der europäischen Geheimarmeen, die unter der Führung der CIA standen

[6] Präsident des Ministerrates, Mitglied der Christlich Demokraten. (Präsident der Ministerkonferenz, Mitglied der christlichen Demokratie)

[7] Affaire Lavon, nach dem Namen des israelischen Verteidigungsministers, der zurücktreten musste, nachdem aufgedeckt wurde, dass der Mossad in diese kriminellen Aktionen verwickelt war.

[8] Chefgeneral der Geheimarmee Gladio von 1971 bis 1974.

[9] 9/11 American Empire: Intellectual speaks out. 2006

Übersetzung aus dem Französischen: Zeit-Fragen

Anm.: Dieser Beitrag wurde uns (profi-reporte) am 19.01.2007 per E-Mail zugesandt.

Kommentar von dix0n am 20. Januar um 07:54 Uhr

wo grad alle am zitieren sind … ich kopier das jetzt nicht alles hier rein … passt aber ganz gut zu dem thema und das blog wollte ich ja schon lange mal empfehlen *g

Kommentar von Thomas am 20. Januar um 10:27 Uhr

@Andreas
Interessanter Beitrag!
Wirklich bezeichnend das solche Arbeiten nie den wirklichen Weg in die Massenmedien finden.
Bücher gibt es ja viele, deswegen fällt so ein Werk leider nicht auf. Mundpropaganda nützt ein bißchen, ist aber längst nicht genug.
Ein Fernsehbeitrag zur besten Sendezeit würde den einen, oder anderen vielleicht mal dazu bewegen nachzudenken, zu hinterfragen.
Sowas wie secret.tv ist da vielleicht ein Anfang, wenn auch nur im Internet zu sehen und leicht von VT’s durchzogen. Bin allerdings gespannt wann jemand einen Riegel vor solche Initiativen schiebt.
Aber wer weiß, vielleicht

Kommentar von dix0n am 20. Januar um 11:34 Uhr

lol und auch endlich mal ne kostenpflichtige revolution. aber man muss sich ja anpassen im zeitalter des bodensatzes der evolution ..

Kommentar von ravi am 20. Januar um 11:55 Uhr

Beitrag von Andreas ist nicht nur interessant , es ist viel viel mehr und auch ein hinweis das in Politblog wird nicht nur gegen USA und Israel geschrieben .MFG Ravi

Kommentar von Thomas am 20. Januar um 12:10 Uhr

Nun ja, ich muß selber zugeben das ich solche kostenpflichtigen Sachen eher zwiespältig betrachte.
Klar das die Produktion Geld kostet. Aber ich kann mich meist des Verdachts nicht erwehren das auch Profit dahinter stecken könnte.
Aufklärung funktioniert am ehesten und ist am glaubwürdigsten wenn sie nichts kostet. Ernstgemeinte Aufklärung sollte höchstens auf Spenden aufgebaut sein.

Aber ok, ist zumindest recht professionell gemacht und findet hoffentlich viele Nachahmer.

Kommentar von Andreas Friedrich am 20. Januar um 17:41 Uhr

@Thomas: “Wirklich bezeichnend das solche Arbeiten nie den wirklichen Weg in die Massenmedien finden”.

Sehr guter Aspekt Thomas, was meinst Du, wer die eigentlichen Verantwortlichen bei den “Massenmedien” sind?
Nimm das Beispiel “Springer-Verlag” (zu den Vertragesmodalitäten beim Springer habe, so glaub ich zumindest, schon was getickert), oder auch diverse TV-Sender.
Überall sitzen Lobbyisten und PolitikerInnen in den Aufsichtsräten, auch die Readktionen vieler Zeitungen sind nicht neutral- im Gegenteil.

Diverse müssen sich bei “höheren Stellen” die Erlaubnis einholen, bestimmte Leserbriefe veröffentlichen zu dürfen.

Versuch doch mal, beim Spiegel und/oder der BILD, beide sicher hoch anspruchsvoll, einen wirklich kritischen Beitrag z.B. zum Thema USA-Irak Krieg oder zum Nahost-Konflikt loszuwerden.

Ich erinnere mich an eine Demo hier in Düsseldorf gegen den Libanon Krieg von vor einigen Monaten, diese Demo lief unter dem Motto: “Stoppt den Krieg, Frieden für den Nahen Osten”.

Eine grosse Tageszeitung machte daraus die Schlagzeile, “antiisraelische und antisemitische Demonstration in Düsseldorf”.
Mit den für die Demo Verantwortlichen hat allerdings niemand gesprochen- alles klar?

Auch von der Veranstaltung “Stopp the Wall” in Berlin- Neukölln haben lediglich einige diverse Internetportale berichtet, trotz Hinweise an Printmedien und TV-Sender im Vorfeld der Veranstaltung.

Sicher, es gibt unabhängige (auch und gerade im Internet), aber diese wenigen guten Beispiele sind leider quantitativ zu wenig, um das breite Publikum zu erreichen.

Kommentar von Thomas am 20. Januar um 18:50 Uhr

Nun ja, sich wirklich Gehör verschaffen zu wollen ist ein extrem schwieriges Unterfangen.
Die Massenmedien haben offensichtlich kein Interesse an Wahrheiten die nicht aus hochoffizieller Feder stammen.
Oder sagen wir mal die Medien wollen der Masse diese Wahrheiten nicht zumuten;-) Das könnte womöglich für Unfrieden sorgen und unangenehme Fragen aufwerfen die irgend jemand beantworten müßte.
Damit es nicht dazu kommt wird das Volk eben mit ausgesuchten Informationen ruhig gestellt. Aufmüppfige werden als Extremisten, Terroristen oder Lügner bezeichnet und da sie sich vor der Öffentlichkeit nicht verteidigen können ensteht zwangsläufig ein falsches Bild.
Wer dafür verantwortlich ist, darüber kann ich nur spekulieren. Es gibt schon zu viele Verschwörungstherorien, da müssen schon handfeste Beweise her.

Kommentar von DaRockwilda am 21. Januar um 21:17 Uhr

@Karin:

“Die Menschen werden über die Nachteile dieser Verfassung gar nicht aufgeklärt - es wird alles nur positiv und toll dargestellt”

Sehr richtig. Und das ist ja nicht erst jetzt bei der Verfassung so, sondern bei der EU an sich.

Und eine Verfassung ist nunmal das grundlegenste Vertragswerk in einer Demokratie, und wenn sie erst einmal in Kraft getreten ist nicht so leicht zu streichen. Deshalb muss sie abgelehnt werden, bis auch die letzte kleine Formulierung genau unseren Vorstellungen entspricht. Und da ich keine Zeit habe alles zu lesen bin ich über Länder wie Frankreich dankbar, die das ganze Ding ablehnen.

Übrigens eine Ungerechtigkeit sondersgleichen, dass in Deutschland nicht ebenfalls das Volk dazu befragt wird.

Kommentar von nemetico am 3. April um 18:09 Uhr

Ein ganz schlimmes aktuelles diesbezüglich findet sich in der TAZ, siehe hier:http://www.taz.de/pt/2007/04/03/a0133.1/text.ges,1
Schlimm genug, daß die neokonservative Kriegsmaschine sich in den SPIEGEL einkaufen konnte, aber daß die TAZ sich auch dergestalt für den nächsten”Zwischenfall im Golf von Tonking” kaufen läßt (Denn Israel sieht sich als einziger Staat der Welt von einem atomaren Holocaust bedroht”- an diesem Satz ist ja fast nichts, das nicht Lüge wäre) ist schon wirklich grauenhaft.

Kommentar von Warentester am 5. April um 09:41 Uhr

Diese Verwandtschaftsbeziehungen sind zum Glück zur Zeit im extremen Wandel!

Selbst Männer wie Mathew Dowd, langjähriger Berater von Bush und Haupt-Architekt des Wahlsieges gegen John Kerry sagt: Der Präsident hat total versagt.

Und das aus dem Mund von einem der Treuesten der Treuesten!

Dowd weiter: Der Präsident hat den Bezug zur realität verloren und seine konservativen Wähler im Stich gelassen.

Das Time Magazine zeigte auf der Titelseite schon Ronald Reagan mit einer dicken Träne und es wurde gefragt wo der Retter sei, der die Soldaten aus dem Irak heimholt.

Es ist unverständlich, wie ein Mann die USA innerhalb von acht Jahren politisch UND wirtschaftlich so ruinieren konnte.

Der Cowboy in Washington wäre besser da geblieben, wo er hingehört: nach Texas in die Wüste.

Na wenn das keine LICHTBLICKE sind?!

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