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Philip Weiss: Ich habe die Israellobby in Aktion erlebt

Philip Weiss vom New York Observer schreibt in seinem Blog (Auszüge):


Die Israellobby in Aktion

Vor einigen Wochen schaute ich mit an der Columbia Universität an, wie der ehemalige israelische Soldat Yehuda Shaul (…) vor 75 Studenten von seinen Eindrücken von der Besatzung erzählte.

Nach seiner Rede wurde Shaul von Israelunterstützern unter den Zuhörern mit bösartigen Fragen bombardiert.

Genauso eindrücklich war für mich die nach dem Vortrag zwischen den Studenten und Rachel Glaser stattfindende Diskussion. Glaser ist die Campuskoordinatorin der rechten Zionist Organization of America.

‘Was hat das jetzt gebracht? Was hat das gebracht?’ fauchte Glaser die Studenten an.

Yehuda Shaul in Israel sprechen zu lassen sei eine Sache, aber ‘außerhalb Israels spielt ihr mit dem Feuer’ sagte Glaser.

Diese Aussage war ein offener Ausdruck der Ziele der Israellobby. Ein Mitglied einer jüdischen Organisation sagt es sei okay eine breite Diskussion über diese Themen in Israel zu haben, aber es ist gefährlich so eine Diskussion hier zu haben. Warum? Weil die USA die Hauptstütze der Unterstützung ist, die es Israel erlaubt, seine Politik in den besetzten Gebieten fortzuführen. Die Israellobby fürchtet dass US-Amerikaner, wenn sie erst einmal selbstständig sind, Israel aus Desinteresse oder aus Antisemitismus den Rücken kehren würden. Also müssen US-Amerikaner beeinflusst werden - in diesem Fall dadurch, dass die Informationen, die sie über Israel bzw. Palästina bekommen, überprüft werden. Und indem jüdische Studenten unter Druck gesetzt werden, nicht von der vorgeschriebenen Linie abzuweichen.”



Wenn wirklich das die Motivation der Israellobby (auch hier in Deutschland) sein sollte, dann ist dies zu tiefst beledigend. Unterstellt es doch den US-Amerikanern oder wie im Falle des Zentralrats der Juden den Deutschen, zu keiner Differenzierung bereite Vollidioten zu sein. Als ob die US-Amerikaner oder die Deutschen nicht zwischen israelischer Politik und “dem Judentum” unterscheiden könnten. Sicher, es gibt solche Idioten, aber wir sind genug intelligente Leute, um die wenigen wirklichen Antisemiten zu überstimmen.

Wenn sich jüdische Organisationen Sorgen darüber machen, die USA oder andere befreundete Länder könnten sich von Israel “abwenden”, wegen dem was Israel tut, dann sollten sie sich vielleicht mal darauf konzentrieren, zu ändern was Israel tut.

Politische Diskussion zu zensieren, weil sie potentiell Idioten zu Untaten aufwiegeln könnte, kann nicht der richtige Weg sein. Und zeugt von wenig Vertrauen in die Intelligenz der Menschen.

Ich wäre auch nicht bereit, auf einem anderen Feld die Diskussion zu zensieren. Man könnte nämlich ebensogut sagen, dass Kritik am Islam zu Antiislamismus führen kann und zu Gewalt gegen Moslems. Das tut sie auch bestimmt, aber soll man sich deshalb mit Kritik am saudischen Königshaus oder an anderem muslimischen Verbrechern zurückhalten?

Wäre der Krieg in Ostafrika andersrum losgegangen, sprich die Islamisten hätten angefangen die US-unterstützten Äthiopier zu bombardieren, hätte man dann aus Rücksicht auf dumme antiislamische Idioten auf Kritik an dem Krieg verzichten sollen?

Ich denke nicht. Und ich sehe keinen Grund, hier die eine Minderheit bevorzugt zu behandeln.

DaRockwilda
Dieser Eintrag wurde am Samstag, den 30. Dezember 2006 von DaRockwilda geschrieben und in die Kategorie Internationale Politik eingeordnet. Du kannst alle Kommentare zu diesem Artikel mit dem RSS 2.0 Feed beobachten. Du kannst eine Antwort hinterlassen, oder durch einen Trackback auf diesen Artikel verlinken.
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Kommentar von sm am 30. Dezember um 14:26 Uhr

Die Israellobby ist ja keine antisemitische Verschwörungstheorie, auch keine grauen Eminenz oder sowas. Sie ist manifest und hat namen wie: Honestly Concerned, Henryk Broder, ZdJ, “Achse des Guten”, Springerpresse/konkret/bahamas/jungleworld undundund - you name it. Solange da argumentiert wird, ist das absolut legitim. Aber: man muss halt wissen wer da wie argumentiert. Abzulehnen sind hetzerische und repressive Formen des Lobbyismus, zB durch diffamierung als “Antisemit” oder schlimmeres. Es gab fälle wo israelkritische Blogger mit Pädophilie in verbindung gebracht wurden, habe ich gehört. Kann ich ehrlicherweise jetzt nicht belegen - zu faul nachzuschauen.
Was ich belegen kann: wie die Israellobbyisten (es gibt da ganz verschiedene Stufen der aggressivität) kritische Rezensionen zB zu Broders Machwerk verhindern wollen. Arne Hoffman ist das bei Amazon passiert.
http://arnehoffmann.blogspot.c.....ische.html

durch solche Aktionen macht man sich nicht beliebter.

Kommentar von DaRockwilda am 30. Dezember um 15:43 Uhr

@sm und all:

Oder schaut mal hier:

http://www.arendt-art.de/deuts.....a_elam.htm

Kommentar von sm am 2. Januar um 13:52 Uhr

jo kenn ich schon. muss man jetzt nicht hmb anlasten. aber witzig genug dass sich diese spinner auf ihn beziehen…

Kommentar von DaRockwilda am 2. Januar um 17:29 Uhr

Ja ist schon bezeichnend. Auch ich würde da nicht HMB vorverurteilen, das öffnet false-flag deaththreatening (wieder ein neues Wort :-)) Tür und Tor.

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