Montag, 6. November 2006
von DaRockwilda
Der Antiislamismus in den so genannten westlichen Ländern und besonders in den USA war vielleicht noch nie so hoch wie heute. Es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit und der Eventualität weiterer “
islamischer Terroristen“,
bis Moslems in den USA in Konzentrationslager gesteckt werden, wie damals die in den USA lebenden Japaner nach dem Angriff auf Pearl Harbor.
Bereits jetzt befürworten 39% der US-Amerikaner “besondere Ausweise [...]
Montag, 6. November 2006
von DaRockwilda
Das dachte ich zumindest, als ich
dies hier in der Süddeutschen Zeitung las:
“Zu grausig und zu eindeutig waren die Details, die Zeugen und Staatsanwälte vor dem Sondergericht ausgebreitet hatten: Massenverhaftungen, Folterungen, Berichte über gequälte und getötete Männer, Frauen und Jugendliche.”
Doch dann die große Enttäuschung, gemeint ist hier nicht Bush, sondern der ehemalige irakische Staatschef Saddam Hussein. Dieser wurde am Sonntag zum Tode verurteilt, wegen “148 Todesurteilen”.
Angesichts von
allein über 130 Exekutionen, die George W. [...]
Sonntag, 5. November 2006
von DaRockwilda
Mit allen gleichgesinnten Menschen will ich heute auf
Guy Fawkes anstoßen und mich daran erinnern, dass es immer Widerstand gegen kriminelle Regierungen geben wird.
Auf einen Mann, der nicht geschwiegen hat zum Unrecht, und der seinen bequemen Alltag aufgegeben hat um selbst Geschichte zu schreiben. Möge er uns ein Vorbild sein, denn wenn wir rechtzeitig gegen kriminelle Regierungen vorgehen, muss der Widerstand nicht so gewalttätig sein wie bei Guy Fawkes.
Um diesen fünften November zu feiern ist ein ganz besonderer Gast aus dem England der Zukunft zu uns gereist, um einige Worte [...]
Samstag, 4. November 2006
von DaRockwilda
Vier internationale Zeitungen führten Ende Oktober eine Umfrage durch. Der “
Guardian” befragte britische Bürger, “
Haaretz” israelische, “
La Presse” und der “
Toronto Star” kanadische Bürger, und “
Reforma” mexikanische.
Die Bürger wurden gefragt, welche wichtige politische Persönlichkeit ihrer Meinung nach eine “große Gefahr für den Weltfrieden” darstellt. Außerdem wurden sie gefragt, ob die Politik der USA seit 2001 die Welt sicherer gemacht hat, und ob es richtig war, den Irak anzugreifen.
[...]
Freitag, 3. November 2006
von DaRockwilda
Niemand kann daran Zweifeln, dass die israelische Regierung von jeder innerpalästinensischen Streitigkeit profitiert. Da nunmal nicht nur die Etablierung eines israelischen, sondern auch die eines palästinensichen Staates auf dem Plan der UNO stand und steht, haben israelische Zionisten ein Problem. Wenn die Einwohner und Eliten Palästinas friedlich zusammenleben würden, dann gäbe es nichts mehr, was gegen die Errichtung des palästinensischen Staates spricht.
Solange man der Welt die Palästinenser aber als einen unregierbaren Haufen Verrückter präsentieren kann, rückt das “Ziel” eines palästinensischen Staates wieder in weite Ferne. Und es gibt nunmal Elemente in Israel [...]
Freitag, 3. November 2006
von DaRockwilda
Andrew Sullivan
war in der heißen Phase vor dem Beginn des Irakkriegs einer der wichtigsten Verbündeten von Präsident Bush in den Massenmedien der USA. Nicht nur dass er selbst
die Lügen von Saddams Massenvernichtungswaffen weiterverbreitete, er griff auch die Journalisten an, die sich nicht an der Propagandaaktion beteiligten.
Doch anscheinend ist Sullivan lernfähig, und so musste er kürzlich nach besonders wahnsinnigen Aussagen von Präsident Bush auf eben diesen Wahnsinn hinweisen. Bush hatte auf CNN gesagt, dass sein Vizepräsident Dick Cheney und Verteidigungsminister Donald [...]
Freitag, 3. November 2006
von Steve
Beim Schreiben des Subsidarismusartikels fiel mir auf, wie simpel dieses Prinzip den Erfolg der marktwirtschaftlichen Systeme erklärt: Die Marktwirtschaft ist vielleicht nicht erfolgreich, weil Egoismus immer besser wäre als Kooperation, sondern weil eine Marktwirtschaft zwangsweise subsidiarisch arbeiten muss, also eine Entscheidung über das Medium “Preis” möglichst dezentral treffen lässt.
Genauso arbeitet das Phänomen subsidarischer Effizienz gegen die Großbetriebe, also gegen das Gesetz der Kapitalakkumulation, und erklärt somit, dass bis heute die von Marx auf der Basis von Analysen vorrausgesagte, apokalyptisch anmutende Vernichtung des Mittelstands nicht eingetreten ist.
Dies beides legt vor allem eines nahe: Wie mächtig muss erst [...]
Freitag, 3. November 2006
von Steve
Whew … was für ein langes Wort, oder? Der Witz dabei ist aber: Subsidiaritätsprinzip bezeichnet ein ganz simples Konzept, und das mit einem so komplizierten Wort, das noch nicht mal in einer mir bekannten Sprache viel einfacher ist. Ich werde es deshalb im Folgenden einfach Subsidismus nennen.
Das Prinzip besagt etwas ganz einfaches: Stellt euch ein politisches System vor, das verschiedene Ebenen kennt – zum Beispiel die europäische Union, in der wie in einer großen Babuschka die Union, die Nation, das Bundesland, der Bezirk, der Kreis, die Stadt, das Dorf, der Haushalt und schließlich die Einzelperson ineinander geschachtelt sind. Diese Ebenen nennt man vertikale Ebenen, weil sie (quasi übereinander) auf einer Person stehen können. Jede Entscheidung, [...]
Donnerstag, 2. November 2006
von Steve
In einer französischen Versammlung neulich in Paris, wo es übrigens sehr deutschfreundlich herging, hat einer der Redner einen ganz entzückenden Satz gesagt, den ich mir gemerkt habe. Er sprach von dem Typus des Deutschen, analysierte ihn nicht ungeschickt und sagte dann, so ganz nebenbei: »Der Deutsche gleicht unserm Primus in der Klasse.« Wenn es mir die Leipziger Neuesten Nachrichten nicht verboten hätten, hätte ich Hurra! gerufen.
Können Sie sich noch auf unsern Klassenprimus besinnen? Kein dummer Junge, beileibe nicht. Fleißig, exakt, sauber, wußte alles und konnte alles und wurde - zur Förderung der Disziplin - vom Lehrer gar nicht gefragt, wenn ihm an der Nasenspitze anzusehen war, daß er diesmal keine Antwort wußte. Der Primus konnte alles so [...]
Donnerstag, 2. November 2006
von Steve
«Jenosse», sahre ick, «woso wählst du eijentlich - ?» Ick dachte, der Mann kippt mir vom Stuhl! «Donnerwetter», sacht er, «nu wähl ick schon ssweiunsswanssich Jahre lang diese Pachtei», sacht er, «aber warum det ick det dhue, det hak ma noch nie iebalecht! - Sieh mal», sachte der, «ick bin in mein Bessirk ssweita Schriftfiehra, un uff unse Ssahlahmde is det imma so jemietlich; wir kenn nu schon die Kneipe, un det Bier is auch jut, un am erschten Mai, da machen wir denn ’n Ausfluch mit Kind und Kejel und den janzen Vaein… und denn ahms is Fackelssuch… es is alles so scheen einjeschaukelt», sacht er. «Wat brauchst du Jrundsätze», sacht er, «wenn dun Apparat hast!»
(Aus: Kurt Tucholsky, “Ein älterer, aber etwas angetrunkener [...]