CNN-Moderator zu erstem muslimischen Kongressabgeordneten: "Beweisen Sie mir dass sie nicht für den Feind arbeiten"
Bei den Kongresswahlen am vergangenen 7. November in den USA zog auch der erste muslimische Abgeordnete in das Repräsentantenhaus ein. Sein Name ist Keith Ellison und er ist ein Demokrat aus Minnesota.
Kurz danach war er im Interview auf CNN, und der Moderator Glenn Beck bewies einmal mehr, wie antiislamistisch die USA schon geworden sind. Die ständige Angstmacherei vor “islamischen Terroristen” (die ohnehin vermutlich eine Neuauflage der Dreyfus-Affäre sind) hat dazu geführt, dass Muslime in großen Teilen der westlichen Welt unter Generalverdacht stehen. Und Generalverdacht ist immer kontraproduktiv.
Jedenfalls geht der Antiislamismus schon so weit, dass dieser islamische Abgeordnete sich dafür rechtfertigen muss, dass er Muslim ist:
Wenn das nicht Vorurteile und Generalverdacht vom Feinsten sind, dann weiß ich auch nicht. Diese Paranoia, dass eigene Vertreter für den Feind arbeiten, erinnert stark an die Kommunistenhetze von Joe McCarthy.
Wenn ein Moslem jetzt schon beweisen muss, dass er kein Terrorist ist, was kommt als Nächstes? Müssen Homosexuelle beweisen, dass Sie kein AIDS haben? Ausländer, dass sie keine Drogendealer sind?
Der Ausspruch lässt jedenfalls tief in die US-amerikanische Seele blicken. Denn Beck sagt ja selbst, so fühlen sich viele seiner Landsleute, dass sie einen Moslem pauschal verdächtigen. Durch Becks offene Ausdrucksweise wird das mehr als deutlich. Er sagt das nicht als Spaß, sondern er ringt damit und schämt sich eigentlich selbst dafür, aber er merkt dass er seinem Gegenüber instinktiv nicht traut, allein weil dieser Moslem ist.
In diesem Zusammenhang sei auch noch erwähnt, dass am Pariser Flughafen keine Moslems mehr arbeiten dürfen, da sie “ein Sicherheitsrisiko” darstellen würden (danke an Hacken für den Link).
Dies alles bestätigt nur die Entwicklungen der letzten Zeit. In den USA befürworten bereits 39% der Menschen “besondere Ausweise” für Moslems. Es dauert nur noch wenige Terroranschläge, bis ohne viel Vorstellungskraft Konzentrationslager für Moslems eingerichtet werden könnten. Durch rausgerutschte Ehrlichkeiten wie der von Beck wird immer deutlicher, dass die Moslems in mancher Hinsicht die neuen Juden sind.
Und beim Stichwort Juden fällt nochmals die Doppelmoral von Leuten wie Becks auf. Dieser muslimische Abgeordnete muss beweisen, dass er kein Terrorist ist. Gleichzeitig würde nie im Leben ein Medienmensch in Washington auf die Idee kommen, jüdische Abgeordnete nach dem Beweis dafür zu fragen, dass sie nicht so rassistisch sind wie die auch heute noch bestehenden jüdischen Terrorgruppen oder der ethnische Säuberung propagierende Minister Avidgor Lieberman. Und niemand würde von den jüdischen Abgeordneten einen Beweis dafür verlangen, dass sie nicht für die der Spionage für Israel schuldig befundenen Lobbyorganisation AIPAC arbeiten.
Wo ansonsten Vorurteile auch völlig zu Recht verachtet werden, können gleichzeitig Vorurteile gegenüber islamischen Menschen in der heutigen Gesellschaft offen zelebriert werden.
DaRockwilda
Kurz danach war er im Interview auf CNN, und der Moderator Glenn Beck bewies einmal mehr, wie antiislamistisch die USA schon geworden sind. Die ständige Angstmacherei vor “islamischen Terroristen” (die ohnehin vermutlich eine Neuauflage der Dreyfus-Affäre sind) hat dazu geführt, dass Muslime in großen Teilen der westlichen Welt unter Generalverdacht stehen. Und Generalverdacht ist immer kontraproduktiv.
Jedenfalls geht der Antiislamismus schon so weit, dass dieser islamische Abgeordnete sich dafür rechtfertigen muss, dass er Muslim ist:
(Moderator) Beck: “Ich sage Ihnen, darf ich - können wir einfach kurz fünf Minuten haben in denen wir einfach politisch unkorrekt sind und ich leg die Karten auf den Tisch?
Ellison: “Nur zu”.
Beck: Okay. Ist nicht böse gemeint, und ich kenne Moslems. Ich mag Moslems. Ich war schon in Moscheen. Ich denke wirklich nicht, dass der Islam eine böse Religion ist. Ich - wissen Sie, ich denke er wird missbraucht um ehrlich zu sein.
Nachdem das gesagt wurde, Sie sind ein Demokrat. Sie sagen ‘lasst uns aus dem Irak verschwinden’. Und ich muss Ihnen sagen, Ich war nervös wegen des Interviews mit Ihnen, denn ich muss Ihnen einfach sagen: ‘Sir, beweisen Sie mir dass Sie nicht mit unseren Gegnern zusammen arbeiten’.
Und ich weiß dass Sie das nicht tun. Ich verdächtige Sie nicht, ein Feind zu sein, aber so fühle ich mich, und ich denke vielen Amerikanern wird es so gehen.”
Wenn das nicht Vorurteile und Generalverdacht vom Feinsten sind, dann weiß ich auch nicht. Diese Paranoia, dass eigene Vertreter für den Feind arbeiten, erinnert stark an die Kommunistenhetze von Joe McCarthy.
Wenn ein Moslem jetzt schon beweisen muss, dass er kein Terrorist ist, was kommt als Nächstes? Müssen Homosexuelle beweisen, dass Sie kein AIDS haben? Ausländer, dass sie keine Drogendealer sind?
Der Ausspruch lässt jedenfalls tief in die US-amerikanische Seele blicken. Denn Beck sagt ja selbst, so fühlen sich viele seiner Landsleute, dass sie einen Moslem pauschal verdächtigen. Durch Becks offene Ausdrucksweise wird das mehr als deutlich. Er sagt das nicht als Spaß, sondern er ringt damit und schämt sich eigentlich selbst dafür, aber er merkt dass er seinem Gegenüber instinktiv nicht traut, allein weil dieser Moslem ist.
In diesem Zusammenhang sei auch noch erwähnt, dass am Pariser Flughafen keine Moslems mehr arbeiten dürfen, da sie “ein Sicherheitsrisiko” darstellen würden (danke an Hacken für den Link).
Dies alles bestätigt nur die Entwicklungen der letzten Zeit. In den USA befürworten bereits 39% der Menschen “besondere Ausweise” für Moslems. Es dauert nur noch wenige Terroranschläge, bis ohne viel Vorstellungskraft Konzentrationslager für Moslems eingerichtet werden könnten. Durch rausgerutschte Ehrlichkeiten wie der von Beck wird immer deutlicher, dass die Moslems in mancher Hinsicht die neuen Juden sind.
Und beim Stichwort Juden fällt nochmals die Doppelmoral von Leuten wie Becks auf. Dieser muslimische Abgeordnete muss beweisen, dass er kein Terrorist ist. Gleichzeitig würde nie im Leben ein Medienmensch in Washington auf die Idee kommen, jüdische Abgeordnete nach dem Beweis dafür zu fragen, dass sie nicht so rassistisch sind wie die auch heute noch bestehenden jüdischen Terrorgruppen oder der ethnische Säuberung propagierende Minister Avidgor Lieberman. Und niemand würde von den jüdischen Abgeordneten einen Beweis dafür verlangen, dass sie nicht für die der Spionage für Israel schuldig befundenen Lobbyorganisation AIPAC arbeiten.
Wo ansonsten Vorurteile auch völlig zu Recht verachtet werden, können gleichzeitig Vorurteile gegenüber islamischen Menschen in der heutigen Gesellschaft offen zelebriert werden.
DaRockwilda
Kommentar von josef primzek am 17. November um 11:59 Uhr
Ich denke die Wortwahl des Moderators ist grundsätzlich falsch, das Anliegen aber richtig.
Natürlich sind die Amerikaner mistrauisch gegenüber Moslems. (Die Gründe lasse ich mal außen vor.)
Ich denke, Du kannst nicht bei den US-TV-Zuschauern die gleiche Toleranz vorausstzen, die Du hast, v.a. da Du viele Leute kennst, auch aus der ganzen Welt. Hass und Angst stützt sich jedoch meist auf Unwissen und wer, wenn nicht US-TV-Zuschauer sind unwissend?
Wenn man die Menschen also toleranter bekommen möchte, muß man sie da abholen wo sie sind, mit der Anklage: “Ihr seid intolerant” gelingt das nicht.
Gleichwohl finde ich Deine Vorbehalte absolut angemessen - Pauschalurteile sind NIE gut.
V.a. haben die USA wichtigere Sorgen als moslemischer Terror, sie haben ein Armutsproblem, ein Haushaltsproblem und international ein Glaubwürdigkeitsproblem. Ach ja und natürlich auch noch das Klimaproblem.
Kommentar von DaRockwilda am 17. November um 16:01 Uhr
“V.a. haben die USA wichtigere Sorgen als moslemischer Terror, sie haben ein Armutsproblem, ein Haushaltsproblem und international ein Glaubwürdigkeitsproblem. Ach ja und natürlich auch noch das Klimaproblem”
Das kannst du mal laut sagen.
Aber selbst wenn das Anliegen richtig wäre wäre es trotzdem noch doppelmoralisch, da wie gesagt keiner in den USA alle jüdischen Politiker der Spionage verdächtigen würde.
Wie kann der eine Generalverdacht gut sein, der andere aber gar nicht zur Debatte stehen?
Ich dachte immer Vorurteile wären immer falsch, egal gegen wen sie sich richten.
Kommentar von DaLaima am 24. November um 14:29 Uhr
warum machst du immer alles an den juden fest? oder allein an diesem wort jüdisch? ich denke das die juden die du kritisierst z.b. von der AIPAC oder red israelischen regierung keine gläubigen juden sind bzw. sich nicht an die lehren der thora halten ergo die bezeichnung “jude” nicht auf sie zutrifft
es gibt doch auch christen die fromm tun sich aber einen dreck um die “vorzeigegebote” nächstenliebe und vergebung scheren (siehe cdu oder ignorante dorfpfarrer)
jude ist eine bezeichnung der religion nicht der nationalität, ideologie oder der politischen einstellung
Kommentar von DaRockwilda am 24. November um 14:36 Uhr
“ich denke das die juden die du kritisierst z.b. von der AIPAC oder red israelischen regierung keine gläubigen juden sind”
Das dürfte stimmen. Und selbst wenn sie gläubig sind helfen sie ihren Mitgläubigen nicht im Geringsten.
Da du nicht konkret wurdest nehme ich an du meinstes meinen letzten Beitrag (den direkt vor deinem), also das hier:
“Aber selbst wenn das Anliegen richtig wäre wäre es trotzdem noch doppelmoralisch, da wie gesagt keiner in den USA alle jüdischen Politiker der Spionage verdächtigen würde.”
Ich mache hier nicht selbst irgendwas an der Eigenschaft “jüdisch” fest. Ich frage mich nur warum in den USA sehr wohl vieles an der Eigenschaft “Moslem” festgemacht wird, nicht aber am Jüdischen, obwohl es innerhalb beider Gruppen Missetäter gibt.
Kommentar von Omar am 25. November um 04:42 Uhr
Ja, das Interview ist einfach nur genial. Auf der anderen Seite glaube ich kaum, dass die antiislamische Grundeinstellung einiger TV-Moderatoren auf die amerikanische Allgemeinheit übetragen werden kann..(Glenn Beck gehört allemal zu den Scharfmachern (um es mal mit seinen Worten auszudrücken: he is a nut-job!))
auf der anderen Seite:
“Ich denke die Wortwahl des Moderators ist grundsätzlich falsch, das Anliegen aber richtig.”
Von einem gewählten Repräsentanten einen Beweis zu fordern, dass er nicht für den Feind arbeitet, wobei die Annahme nur von der Religion des Abgeordneten kommt.. Das ist ein “richtiges” Anliegen?? Davon mal abgesehen, dass in den USA genügend Muslime leben sollten, sodass ein “Kennenlernen” möglich (wenn nicht unausweichlich) ist.. Nein, einige Menschen möchten ihre Vorurteile nicht weglegen!