Politblog.net
 

UNO: "Nicht alle Regierungen sind so fortschrittlich wie Teheran"

Zunächst einmal muss man sich Etwas vor Augen halten, das in den Massenmedien leider oft unter den Tisch gekehrt wird.

In den Massenmedien wird immer noch versucht das Bild zu vermitteln, dass es den Irakern jetzt irgendwie besser gehen würde als unter Saddam. Angesichts der “überfüllten Friedhöfe” Friedhöfe in Baghdad ist das ein Schlag ins Gesicht der Iraker, die jetzt unter den chaotischen Umständen zu leiden haben. Dieses Chaos hat es unter Saddam nicht gegeben. Unter Saddam gab es keine islamischen Kämpferbanden, die sich gegenseitig die Kehle aufgeschnitten haben. Ganz einfach deshalb, weil er ein autoritäter Führer war, und die teilen ihre Macht nicht gerne.

Der Irak unter Saddam Hussein war ein ganz und gar nicht islamistisches Land, er war das wohl “westlichste” Land unter seinen arabischen Nachbarn. Minderheiten wie Christen, Schwule, daneben auch Akademiker und selbstverständllich Frauen sind sich allesamt einig, dass es ihnen unter Saddam besser ging. Das sollte einem schon zu denken geben. Erst vor Kurzem hat auch der ehemalige Chefwaffeninspekteur der UNO, Hans Blix, geäußert, dass es dem Irak unter Saddam besser ging.

Diese Fakten jedenfalls machen sich nicht gut bei dem Versuch, dem Krieg den ungefähr 9. Sinn zu geben, nämlich dass Saddam ein “Diktator” war. Es fällt schwer zu rechtfertigen, warum hunderttausende sterben und verstümmelt werden mussten, warum abermilliarden US-Dollars ausgegeben werden für den Sturz eines Mannes, der gegen seine Nachfolger geradezu wie ein Unschuldslamm wirkt.

Ich rekapituliere dies alles nicht ohne Grund. Denn ohne Frage laufen bereits die Vorbereitungen für einen weiteren Krieg, gegen den Iran. Und ohne Zweifel werden auch diesmal die Kriegstreiber und die komplizenhaften Massenmedien versuchen, den Iran möglichst als “Diktatur” darzustellen. Denn irgendwie muss auch dieser Militärschlag gerechtfertigt werden, nachdem man auch dort keine Massenvernichtungswaffen finden wird.

Also will ich hier jede Gelegenheit nutzen, positive Dinge über die Politik im Iran zu schreiben. Über die negativen wird mit Sicherheit genug berichtet.

Ein solches positives Ding scheint Irans Umgang mit AIDS-Kranken zu sein. Ich zitiere den UN-AIDS-Direktor Peter Piot aus der FAZ:


“Ausgerechnet Iran gilt als Musterland im Kampf gegen Aids. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt die Islamische Republik sogar als Modell für den Mittleren Osten.
In Iran gibt es eine wachsende Zahl junger Menschen, die Drogen injizieren. Das Rauschgift stammt aus dem Nachbarland Afghanistan und ist beliebt, weil es billig zu haben ist. Die Gefängnisse in Iran sind voll mit jungen Drogenkonsumenten. Die Regierung in Teheran geht allerdings pragmatisch mit dem Problem um: In allen Provinzen werden Methadon-Programme angeboten, auch in den Gefängnissen. Spritzen und Nadeln werden ausgetauscht. Und überall stehen Kondome unentgeltlich zur Verfügung. Ich wünschte, alle Länder in der Region wären dazu bereit.”



Zumindest in dieser Hinsicht stellt sich heraus, dass das angefeindete Land im Nahen Osten ironischerweise das fortschrittlichste und wie beim Irak “westlichste” seiner Nachbarn ist. Diese Politik jedenfalls klingt für mich nicht nach religiösem Wahn, sondern nach intelligenter und humaner Vorgehensweise.
Selbstverständlich ist das nur ein Bereich unter vielen, aber man muss ein Land von so vielen Seiten wie möglich betrachten.

DaRockwilda
Dieser Eintrag wurde am Montag, den 30. Oktober 2006 von DaRockwilda geschrieben und in die Kategorie Internationale Politik eingeordnet. Du kannst alle Kommentare zu diesem Artikel mit dem RSS 2.0 Feed beobachten. Du kannst eine Antwort hinterlassen, oder durch einen Trackback auf diesen Artikel verlinken.
Tags:

Eigenen Kommentar verfassen:

Du musst eingeloggt sein um einen Kommentar schreiben zu können.