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Die echten Bad Boys

Hollywood mag Stereotype. Der Böse raucht, der Gute betet, Frauen kreischen wenn sie den Killer sehen.
Beliebt sind Stereotype besonders auf dem Feld der ethnischen Abstammung der Charaktere. Drogenhändler und Mafiosi sind meistens (wenn schon nicht mehr italienisch wie in den guten alten Zeiten des Paten) schwarz, südamerikanisch oder russisch.

Besonders krass ist die visuelle Stereotypisierung im Film “Bad Boys 2“. Wie da der Drogen- und Verbrechersumpf von Miami dargestellt wird könnte man meinen, es sei ein einziger Haufen von Haitianern, Kubanern und eben Russen.
Der oberste Ecstasy-Schmuggler im Film ist so ein Russe, und wird von Peter Stormare gespielt, der auch schon dem inkompetenten russischen Kosmonauten Lev Andropov im Film “Armageddon” sein Talent lieh. Beide Filme wurden übrigens von Jerry Bruckheimer produziert und Michael Bay war jeweils Regisseur. Man könnte also darüber spekulieren, die beiden würden gezielt anti-russische Propaganda machen.

Aber zurück zu den Drogen. Der Ecstasykönig von Miami ist geschnappt und seine Verhandlung läuft gerade. Er soll einen weltweiten Drogenschmuggelring führen und alleine in den USA mehr als eine Million Ecstasypillen unters Volk gebracht haben. Der Unterschied zur Realität ist nur dass der Russe Israeli ist und Zeev Rosenstein heißt. Er steht auf der US-Liste der größten 44 Drogenschmuggler weltweit.

Es gibt noch mehr Beispiele dafür, dass die Realität nicht mit Hollywoods Darstellung übereinstimmt. Auch Sean Eretz, ein New Yorker Ecstasybaron, war Israeli. Er bekannte sich 2001 dazu schuldig, Ecstasy über die Niederlande in die Vereinigten Staaten geschmuggelt zu haben. Auch in diesem Fall ging es um Größenordnungen von einer Million Pillen.
Eretz sagte aus, er habe sich zum Schmuggeln orthodoxer Juden bedient. Diese versteckten die Pillen unter Anderem unter ihren chassidischen Hüten. In Brooklyn wurde Eretz dafür zu 15 Jahren Haft verurteilt.

Es scheint hier also eine klare Differenz zwischen Wirklichkeit und Traumfabrik zu geben. Sollten actionreiche Filmbilder besser in Erinnerung bleiben als langweilige Zeitungsausschnitte, dann kann davon ausgegangen werden, dass auch viele Bürger ein falsches Bild von Ecstasyschmugglern in den USA haben. Man könnte sich damit befassen, ob diese Differenz zwischen Realität und Traumfabrik absichtlich erzeugt wird. Und wenn ja, ob es eine Kooperation zwischen Rosenberg auf der einen und Bruckheimer auf der anderen Seite gibt, durch die von Rosenbergs Aktivitäten abgelenkt wird und im öffentlichen Diskurs die ungeliebten Südländer die Sündenböcke für drogenüberschwemmte Großstädte in den USA bleiben. Ist aber nur eine Idee.

DaRockwilda
Dieser Eintrag wurde am Montag, den 9. Oktober 2006 von DaRockwilda geschrieben und in die Kategorie Medien eingeordnet. Du kannst alle Kommentare zu diesem Artikel mit dem RSS 2.0 Feed beobachten. Du kannst eine Antwort hinterlassen, oder durch einen Trackback auf diesen Artikel verlinken.
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Kommentar von ravi am 9. Oktober um 08:55 Uhr

…aber keine schlechte Idee , in ein Land wo die möglichkeiten gar keine grenze haben . MFG RAVI

Kommentar von bert-von-und-zu-blubber am 6. November um 12:34 Uhr

ich hoffe nur, du hast den müll nicht im kino angeschaut….zum glück kann man sich filme, die man auf gezielte manipulation überprüfen möchte, auch gratis aus dem netz holen.
ich möchte mich hier nicht lange zu der rolle der medien in der gesellschaft auslassen, daher kurz: die “vierte gewalt” ist meiner meinung nach die mächtigste instanz jeder gesellschaft, dank hollywood auch zentral gesteuert im globalen maßstab.
wer die medien beherrscht, beherrscht zu einem großen teil die welt. daher muss genauer als irgendwo sonst darauf geachtet werden, WER die macht hat und WAS derjenige wollen könnte.
natüüüüüüürlcih führt sowas schnell zu bösen, bösen, völlig abwegigen und jeder berechtigung entbehrenden WELTVERSCHWÖRUNGSTHEORIEEN.
ich empfehle jedem, sehr genau den abspann von filmen zu lesen und sich daraus ein eigenes urteil zu bilden. laut hendrik broders artikel über antisemitismus ist jeder, der namen analysiert und dabei auf eine jüdische herkunft des trägers schliesst, ein antisemit….zum glück ist herr broder zu sehr mit dem abfassen von büchern beschäftigt (”Hurra, wir kapitulieren!”), als das er euch kontrollieren und anzeigen könnte. im übrigen empfiehlt sich die namensanalyse bei allen medien, besonders artikeln im SPIEGEL….
Jerry Bruckheimer mag übrigens gerne kriegsfilme (u.a Pearl Harbor”) und arbeitet bei der produktion eng mit dem pntagon zusammen.

Kommentar von DaRockwilda am 6. November um 15:25 Uhr

Ich muss dich enttäuschen, ich habe den Film tatsächlich im Kino gesehen. Ich schaue auch öfters Filme von 20th Century Fox und unterstütze damit Rupert Murdoch. Aber wenn die Filme eben gut sind… (gilt nicht wirklich für Bad Boys 2 :-))

Ich schloss die Herkunft der Drogenhändler nicht aus dessen Namen, sondern aus der den Presseartikeln zu entnehmenden Tatsache, dass sie Israelis sind.

Es spricht noch nicht einmal jemand von Juden außer bei der Schmuggelmethode, aber ist schon klar dass einem Broder schon das für seine Keulenschwingerei reichen würde.

Kommentar von bert-von-und-zu-blubber am 6. November um 19:42 Uhr

ich meinte das anders: die akteure im film sind eigentlich eher uninteressant. das da generell gilt Juden = Perfekte Menschen, aktuelle gegner Israels oder sonstiges unliebsames gekröse = widerwärtiger abschaum, ist ja offensichtlich.
viel interessanter finde ich, einen blick auf die regisseure und produzenten zu werfen, immer verbunden mit der frage: “wieso werden den schauspielern solche dialoge in den mund gelegt? WEM NÜTZT ES?”.
ich selbst habe mich vor fünf Jahren praktisch vom kino verabschiedet, was ich bis heute nicht bereut habe.
wie du schön beschrieben hast, ist es schon komisch, dass die menschen in “matrix” so große sehnsucht nach zioooooooon haben (regie: Wachowski brüder). irgendwie komisch, dass Bart Simpson über das Leid, philosophiert, dass die Juden ertragen mussten und in dem Film “The Exorcist” (Regie William Friedkin)ohne irgendeinen bezug zur (schwachsinnigen) handlung, plötzlich der schweizer butler als nazi beschimpft wird (reaktion: “ich bin kein Deutscher, ich bin Schweizer” - Umkehrschluss: alle Deutschen sind Nazis!). Absolut empfehlenswert ist die folge “Whishing on a Weinstein” von “Family Guy” (Seth MacFarlane). aus aktuellem anlass nach der hinweis auf sasha baron cohen (borat / ali g). darüber kann ich sogar lachen, aber was herr cohen an politischen botschaften transportiert, ist schon übelst….ich hoffe, dir ist beim lesen der namen nicht aufgefallen, dass da irgendein zusammenhang besteht. falls doch rufe ich herrn broder an, damit er dir mal erklärt, was du wirklich für einer bist!!
Ich denke wir sind uns einige darüber, dass hendrik blöder´s statements (meist) müll sind. ich würde herrn blöder wirklich gerne folgende frage beantworten lassen: wie kann es sein, dass in einer welt, in der sich alles um den “kampf der kulturen”, der ja im wesentlichen ein “kampf der konfessionen” ist, eine konfession für unsichtbar erklären darf? wie würden die aufgeklärten bürger der “westlichen welt” wohl reagieren, wenn im abspann von filmen nur namen laufen würden, die sich irgendwie nach Moslem anhören? gebe es da eine instanz die sagt: ihr dürft nicht registrieren, dass der film von Moslems gemacht wurde. wenn ihr das registriert, seid ihr anti…ja nun…gegen Moslems halt (wohl dem, der ein griffiges wort wie “antisemitisch” hat….).
ich kritisiere nicht, dass viele regisseure und produzenten Juden sind.
tatsache ist aber auch folgendes: es gab von hollywood immer feindbilder, die irgendwann ausgedient hatten. interessant ist, dass die Deutschen keinesfalls immer die Bösewichte waren, sondern diese rolle von den Russen ausgefüllt werden musste. die schwemme an Holocaust-Filmen setzte erst in den achtziger Jahren ein . vielleicht hat das feindbild vom hässlichen deutschen ja mittlerweile auch bald ausgedient und wird ersetzt durch den barbarischen, stinkenden, wutschnaubenden Moslem. die frage ist wem nützt das?

Kommentar von DaRockwilda am 6. November um 22:45 Uhr

Juden = perfekte Menschen stimmt überhaupt nicht. Allein der die Menschheit bekriegende Magneto aus X-Men ist jüdisch.

Es lässt sich darüber reden, inwiefern die aktuellen Verbrechen Israels in Hollywood korrekt wiedergegeben werden. So gibt es zwar genügend Filme über islamischen Terrorismus, aber soweit ich weiß hat Spielberg die Terrorbande Irgun um Menachim Begin und ihren Terror gegen Araber und die britischen Besatzer noch nicht in Szene gesetzt.

Und wie gesagt, diverse Ethnien, Russen Deutsche oder Lateinamerikaner, werden sehr oft als bösartig dargestellt was ganz klar propagandistisch und teilweise schon verhetzend ist. Aber im Umkehrschluss kann ich nicht wirklich das Bild des perfekten Juden erkennen, wie du es nennst.

Ich würde zum Beispiel gern jetzt schon wissen, wie die Weinsteins den bald erscheinenden Film um das Attentat auf Bobby Kennedy gemacht haben. Ob sie die These vom palästinensischen Einzeltäter vertreten oder die berechtigten Zweifel daran in den Film einfließen lassen.

Kommentar von bert-von-und-zu-blubber am 6. November um 23:23 Uhr

leider kenne ich weder magnetus noch x-men….
ich habe damit angefangen, einzelne fälle aufzuzählen. das war ziemlich blöd (denn ich habe nicht vor, hier eine komplette Doktorarbeit reinzuschreiben….).
ich könnte tausende weitere beispile aufführen, die meine (zugegebenermaßen ziemlich platte) these rechtfertigen.
letzten endes reicht aber auch ein logischer schluss, um zum gleichen ergebnis zu kommen: wenn ein Franzose, der auch nur entfernt patriotisch ist, einen film über franzosen macht, wird dieser film eher pro-französisch. genauso gilt für jüdische regisseure und produzenten. ebenso verständlich ist es, wenn der jüdische regisseur ein primäres interesse an der jüdischen geschichte hat. blöd nur, wenn die produktionsstätte, die die welt mit filmen versorgt, von jüdischen regisseuren und produzenten dominiert wird (oh je….das ist ja schon wieder eine absolut dumme erfindung von antisemiten, oder?). dadurch, dass der holocaust, vor allem mit hilfe der medien, zu ersatzreligion wird, können juden allerhand privilegien für sich beanspruchen (wie peter novick in “nach dem holocaust” eindrucksvoll belegt).
warum gibt es über die anderen großen menschheitsverbrechen keine oder nur wenige filme?
stoff gebe es genügend (in klammer die opferzahlen in MILLIONEN!!):
Mao (70) / Sklaverei (ca. 60-100) / Gulags (10-50) / Holocaust (4-6)….komisch, oder?
Joachim Fest hat mal gesagt, dass man keine politischen, sondern nur anthropologische konsequenzen aus dem holocaust ziehen kann (das gleich muss auch für alle anderen verbrechen gegen die menschlichkeit gelten).
das problem ist nur, dass es leute gibt, die keinerlei interesse an anthropologischen, dafür umso mehr an wirtschaftlichen und politischen aspekten haben

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