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The World Can’t Wait: Drive Out The Bush Regime - 5. Oktober 2006

Go Fuck Yourself, Mr. Cheney

Am 7. November diesen Jahres werden in den USA die Kongresswahlen abgehalten. Neben dem gesamten Repräsentantenhaus werden auch ein Drittel der Senatsitze zur Wahl stehen.

Die amtierenden Kandidaten, Republikaner mehr, Demokraten weniger, werden eine gehörige Abreibung bekommen. Denn sie nehmen seit geraumer Zeit eine Aufgabe nicht war, deren Erfüllung sie dem US-amerikanischen Volk und der Welt schuldig wären: Die Amtsenthebung des Präsidenten. Wenn der Kongress nur wollte, würde diese ohne Probleme gelingen. Das Abhören von Zivilisten durch die NSA ist sowohl illegal als auch direkt von Bush zu verantworten.

Auch bei anderen heiklen Themen wie dem Irakkrieg oder auch Guantanamo und Abu Ghraib werfen die Abgeordneten dem Präsidenten kaum echte Steine in den Weg. Die Führungsriege der oppositionellen Demokraten steht mehr oder weniger für die gleiche Politik wie Bush: Krieg in Übersee, drakonische Gesetze zuhause, dazu ein exorbitantes Haushaltsdefizit. Echte, revolutionäre Ideen werden ignoriert.

Ein Artikel aus dem Spiegel nennt Zahlen zur Unmut der US.Amerikaner über diese Zustände. 61% der Wähler sind deshalb “unzufrieden” mit ihren Abgeordneten, und volle 84% meinen der Kongress hätte in den letzten beiden Jahren “nicht genug getan”. 75% glauben, der Kongress sei “speziellen Lobby-Interessen” (wie zum Beispiel dem American Israeli Public Affairs Committee (AIPAC)) hörig. Die Unzufriedenheit mit dem Kongress ist so hoch wie seit 1994 nicht mehr. Der Demokratenführer im Senat Harry Reid nennt seinen Sauhaufen den “schlimmsten Nichtstu-Kongress in der Geschichte unserer Landes”.

Die anstehenden Kongresswahlen also werden wenn überhaupt nur das kleinere Problem der Politik der USA lösen. Das größere ist und bleibt auch vorerst der Präsident und seine zum großen Teil dem “Projekt für das neue amerikanische Jahrhundert (PNAC)” angehörenden Regierungsmannschaft.

Da die gewählten Repräsentanten sich mit dieser wichtigen Aufgabe anscheinend nicht wie von der Verfassung vorgesehen befassen wollen, nehmen die Bürger die Sache zunehmend selbst in die Hand - ähnlich der im zweiten Verfassungszusatz gemeinten “Bürgerwehr, die für die Sicherheit eines freien Staates unerlässlich ist”. Wenn auch bislang nur mit Worten anstatt mit Waffen.

Eine solche Gruppe trägt den Namen “The World Can’t Wait - Drive Out The Bush Regime!
2 Monate vor den Kongresswahlen, am 05. Oktober, will sie die gesammelte Wut des US-amerikanischen Volkes in landesweiten Versammlungen zum Ausdruck bringen. Sie ruft die Bürger auf, an diesem Tag die Schule zu schwänzen und die Arbeit niederzulegen um gemeinsam den Willen auszudrücken, Bush und seine PNAC-Mannen aus dem Amt zu jagen.

Eine der beiden Koordinatoren des Projekts ist Debra Sweet, und Bush ist nicht der erste kriegsgeile Präsident, dem sie die Stirn bietet. Als 19jährige wurde ihr 1970 während dem Vietnamkrieg vom damaligen Präsidenten Richard Nixon im Weißen Haus eine Medaille für “public service” verliehen. Als der Präsident ihr die Medaille überreichte, sagte sie ihm: “Mir fällt es schwer wenn Sie uns diese Medaillen geben an ihre Aufrichtigkeit zu glauben, solange Sie uns nicht aus dem Vietnam rausholen.

Dank durch die Gruppe geschaltete Werbung im Internetportal MySpace und in der Zeitung USA Today wurden bislang mehr als 105 Aufmärsche in Städten der USA und Kanada registriert.

Den Aufruf zur Entfernung des Bushregimes haben bislang unter Anderem die Abgeordneten John Conyers jr., Major Owens, Bobby Rush und Cynthia McKinney, die ehemalige Brigadegenerälin Janis Karpinski, der Schriftsteller Gore Vidal, die Schauspieler Viggo Mortensen, Sean Penn, Martin Sheen und Susan Sarandon, Leutnant Ehren Watada sowie Cindy Sheehan unterzeichnet. Mehrere Pfarrer, darunter die bekannten Jesse Jackson und Al Sharpton befinden sich ebenfalls unter den Unterzeichnern.

Mit Reden beteiligen sich unter Anderem auch ehemalige Diplomaten an dem Projekt. So zum Beispiel Ann Wright, die aus Protest gegen den Irakkrieg ihren Posten im US-Außenministerium aufgab sowie Craig Murray, der als britischer Botschafter in Usbekistan mageblich daran beteiligt war, die Folterpraxis der Regierung Usbekistans und die Duldung dessen durch die Regierungen Großbritanniens und der USA öffentlich zu machen.

Auch wenn die Zeit bis zum 5. Oktober nur noch kurz ist - ein Termin zwei Wochen später wäre wohl besser gewesen um mehr Zeit zur Mobilisation zu haben -, könnte dieses Projekt interessant werden. Je mehr der prominenten Unterzeichner sich selbst mit Reden und öffentlichen Auftritten beteiligen, um so mehr Menschen daheim vor dem Fernseher könnten von der Sache überzeugt werden.
Ich persönlich würde den Organisatoren ja empfehlen, zwecks Mobilisierung den Film V For Vendetta zu zeigen. Faschistoide Regierungen sind besiegbar, aber nur wenn man Etwas tut und nicht passiv wartet dass ein Retter kommt.

Ich hoffe inständigst dass am 5. Oktober quer durch die USA die Statue des Diktators gefällt wird - so wie diese hier.

DaRockwilda
Dieser Eintrag wurde am Freitag, den 29. September 2006 von DaRockwilda geschrieben und in die Kategorie Internationale Politik eingeordnet. Du kannst alle Kommentare zu diesem Artikel mit dem RSS 2.0 Feed beobachten. Du kannst eine Antwort hinterlassen, oder durch einen Trackback auf diesen Artikel verlinken.
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Kommentar von Channing am 29. September um 16:55 Uhr

Kleine Korrektur: die Wahlen sind am 7. November

Kommentar von DaRockwilda am 29. September um 17:07 Uhr

Oh natürlich da bin ich wohl mit dem anderen Datum durcheinander gekommen, thx.

Kommentar von adversarius am 1. Oktober um 23:20 Uhr

Naja, im Grunde ist es eigentlich egal wer oben in der Regierung eingesetzt wird - ob nun Republikaner oder Demokraten - solange die eh alle ein und dem gleichen Club angehören wird da immer noch die wahre Weltpolitik beschlossen und nicht im Kongress oder sonstwo. Das heißt, selbst wenn der Oberspinner Bush als Präsident abgesetzt werden sollte, wird sich an der tyrannischen Außenpolitik der USA kaum was ändern.

Kommentar von sem am 5. Oktober um 23:09 Uhr

wenn man betrachtet mit welchem elan die republikaner clinton impeachen wollten, als dieser sich seinen trieben erlegend mit ms.lewinsky vergnügt haben soll, ist es ein ungemeiner witz, dass ein präsident der für die gefährlichsten und verbrecherischten führungsfehler der us-geschichte verantwortlich ist, aus (falschem)”patriotismus” im amt zu halten versucht wird.

der “terrorismus-trumpf” wird sicherlich schon bald in (falseflag-)manier wieder ausgespielt werden schätze ich.

ich denke angesischts der bereits verschärften gesetzeslagen in den usa und der fast erschrekenden unterstützung aus der direkten oppositions-partei der usa, wird auch auf öffentlichen druck hin eine amtsenthebung George W. Bush’s nicht erreichbar sein.

für 2008 wartet schon liebermann in den startlöchern.
die thinktanks und damit die fatale weltpolitik bleiben gleich.

Kommentar von goekhansiris am 12. November um 04:02 Uhr

Ich würde mal gerne wissen ob im deutschen TV über all diese Sachen berichtet wird. Ich schaue schon seit einer geraumen Zeit sehr sehr selten Fernsehen, jedoch seit einigen Tagen wieder vermehrt. Trotz der Bedeutung aller Ereignisse in den USA für uns alle wird nichts berichtet… hmm also ich weiß es nicht… hab ich diesen Eindruck nur weil ich zur falschen Zeit den Fernseher eingeschaltet habe oder wird wirklich im deutschen TV nichts darüber berichtet. Ich muss hinzufügen das ich sehr enttäuscht mit dem Fernsehprogramm war als ich über die letzten Tagen den Fernseher anmachte…. Ich sah nur Callinshows, Frauentausch, Promidinner, Werbung, Supernanny, und ne Sendung die eine Schule zeigte in der die Schüler auf ein Leben mit Harz4 vorbereitet werden und ich habe festgestellt oder besser gesagt ICH werde das GEFÜHL nicht los das seit dem 11 September das Fernsehprogramm in Bezug auf Aufklärung und Information sich geschmälert hat und Platz gemacht hat für ein Fersehprogramm das darauf aus ist den Zuschauer von wichtigem abzulenken.

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