Jeder Krieg ist ein Schlag ins Gesicht der Armen
Eine Regierung hat ein bestimmtes Einkommen, dass sie in ihre Nation investieren kann. Sie kann damit entweder sündhaft teure Waffen kaufen, oder die vielen Bedürftigen und Hungernden und Frierenden versorgen und ihnen so ein menschenwürdiges Leben ermöglichen.
Das wusste auch einer, der sich mit Krieg auskennt. Von Dwight D. Eisenhower, erst Oberbefehlshaber der Alliierten Streitkräfte in Europa während des Zweiten Weltkriegs und dann Präsident der USA, äußerte 1953 vor der American Society of Newspaper Editors diesen denkwürdigen Spruch:
Dieser Spruch passt wie die Faust aufs Auge zur aktuellen Lage in Israel und einer Meldung von Moti Bassok in der israelischen Zeitung Haaretz:
Neben den Todesopfern, die der Krieg gefordert hat, werden also auch diejenigen getroffen, die noch am Leben sind. Was wird Israel tun, wenn der Lebensstandard auf den Stand von 1986 sinken soll ? Um mehr Finanzhilfe aus den USA bitten (den diese dank der Israellobby bestimmt bezahlen werden) ? Aus ärmeren Menschen lassen sich jedenfalls mehr Soldaten für weitere Kriege machen, das steht fest. Ebenso steht fest, dass eine Verarmung auch eine zunehmende Radikalisierung mit sich bringt, was gerade im Nahen Osten äußerst unproduktiv ist.
DaRockwilda
Das wusste auch einer, der sich mit Krieg auskennt. Von Dwight D. Eisenhower, erst Oberbefehlshaber der Alliierten Streitkräfte in Europa während des Zweiten Weltkriegs und dann Präsident der USA, äußerte 1953 vor der American Society of Newspaper Editors diesen denkwürdigen Spruch:
“Jede Kanone, die gebaut wird, jedes Kriegsschiff, das vom Stapel gelassen wird, jede abgefeuerte Rakete bedeutet letztlich einen Diebstahl an denen, die hungern und nichts zu Essen bekommen, denen, die frieren und keine Kleidung haben. Eine Welt unter Waffen verpulvert nicht nur Geld allein. Sie verpulvert auch den Schweiß ihrer Arbeiter, den Geist ihrer Wissenschaftler und die Hoffnung ihrer Kinder.”
Dieser Spruch passt wie die Faust aufs Auge zur aktuellen Lage in Israel und einer Meldung von Moti Bassok in der israelischen Zeitung Haaretz:
“Forderungen des Verteidigungsministeriums könnten Lebensstandard um 20 Jahre zurückversetzen
Beamte im Verteidigungsministerium wollen für die Wiederaufstockung und Wiederbeschaffung von Waffensystemen die in diesem Krieg beschädigt wurden, sowie für die Vorbereitungen auf den nächsten Krieg 5,4 Milliarden €, größtenteils in den Geschäftsjahren 2007 und 2008.
Laut einem hochrangigen Beamten im Verteidigungsestablishment würde eine Zustimmung des Kabinetts bedeuten, dass die gesamte zivile Struktur militärischen Bedürfnissen untergeordnet werden und den zivilen Budgets einen tödlichen Schlag versetzen würden, darunter die für Infrastruktur und Bildung.
“Wenn die Forderung des Verteidigungsministeriums nach zusätzlichen 5,4 Milliarden € (…) akzeptiert wird, wird Israel in die Zeit des “Verlorenen Jahrzehnts” [1974-85 nach dem Yom-Kippur-Krieg, als das Verteidigungsbudget das zivile Budget erdrückte und die Inflation dreistellig war] zurückkehren”, sagte der Beamte gestern.
Die Wirtschaftsfachleute der Regierung behaupten, die Forderungen seien außergewöhnlich und würden Israel wirtschaftlich um 20 bis 30 Jahre zurückversetzen, was eine deutliche Senkung des Lebensstandards beinhaltet.”
Neben den Todesopfern, die der Krieg gefordert hat, werden also auch diejenigen getroffen, die noch am Leben sind. Was wird Israel tun, wenn der Lebensstandard auf den Stand von 1986 sinken soll ? Um mehr Finanzhilfe aus den USA bitten (den diese dank der Israellobby bestimmt bezahlen werden) ? Aus ärmeren Menschen lassen sich jedenfalls mehr Soldaten für weitere Kriege machen, das steht fest. Ebenso steht fest, dass eine Verarmung auch eine zunehmende Radikalisierung mit sich bringt, was gerade im Nahen Osten äußerst unproduktiv ist.
DaRockwilda
Kommentar von Steve am 31. August um 13:36 Uhr
Hi,
Eine Regierung hat ein bestimmtes Einkommen, dass sie in ihre Nation investieren kann.
So richtig auch der Rest des Artikels ist, so volkswirtschaftlich falsch ist dieser Satz. Nichts ist konstant.
Anders gesagt: Die Investitionssumme der Regierung ist alles, aber nicht konstant, abhängig von Steuerlast und vielen anderen Parametern.
Was vielleicht zielführender ist, ist dein zweiter Ansatz: 5,4 Milliarden Euro heißen zum israelischen Mindestlohn, der auch oft gezahlt wird (knapp 600 Euro im Monat), etwa 750.000 Mannjahre. Ich wiederhole: Das heißt, dass jeder Mann, jede Frau und jedes Kind in Frankfurt und Umland ein Jahr lang nur für diese Budgeterhöhung arbeiten.
Schönen Gruß, Steve
Kommentar von DaRockwilda am 31. August um 14:48 Uhr
@Steve:
Schöne Veranschaulichung. Aber ich weiß ja nicht wie man das in Dublin so macht ;-), aber ich zumindest verstehe “bestimmtes” nicht äquivalent zu “konstant”. Selbstverständlich ist das Budget nicht im Geringsten konstant, das habe ich aber auch nicht behaupten wollen.
Schönen Gruß zurück, Rockwilda
Kommentar von Steve am 31. August um 16:34 Uhr
Hi,
wenn du’s nicht so gemeint hast, ist es gut. Der Ausdruck “bestimmtes Budget” verführt nur dazu, zu glauben, es gebe ein Regierungsbudget X, das man auszugeben habe, und keinen Cent mehr. Wenn man mehr ausgebe, seien das Schulden und damit schlecht, weniger könne man auf die hohe Kante legen und das sei gut. Weniger Staatseinnahmen hießen damit, dass man weniger ausgeben müsse.
Diesen volkswirtschaftlichen Nonsens glauben viele, auch in der Post-Keynes-Ära. Davor wollte ich nur warnen ;-).
Kommentar von Heiko am 31. August um 22:23 Uhr
Hi,
gibt es da nicht auch eine Parallele zu Deutschland? Während die Agentur für Arbeit einen angeblichen Überschuß von knapp 10 Mrd. € erwirtschaftet, hört man Wünsche aus dem Verteidgungsministerium neue Fregatten (u.a.) für ca. 6 Mrd. € anzuschaffen. Es dürfte klar sein, daß der “Gewinn” der Agentur, die man ja rhetorisch geschickt von der ARGE entkoppelte, zum größten Teil durch rigoroses Kürzen des Förderkataloges (einschlß. Eingliederungshilfen etc.) erzielte. Das ist mE jetzt schon ein Bruch sozialstaatlicher Verantwortung (bzw. der Verfassung), bloß keiner getraut es sich offen auszusprechen.
Ein weiteres Beispiel für obige These…
greetz Heiko
Kommentar von Steve am 31. August um 23:47 Uhr
Hi Heiko,
ich bin leider in der relevanten Gesetzgebung nicht bewandert, aber wenn ich nur meinen Wirtschaftssachverstand nehme, ist das ironischerweise verfassungskonformer als der umgekehrte Fall. Neue Fregatten sind schließlich Investitionen, und Zahlungen an Arbeitslose Konsum …
Meine Meinung über Bundeswehrfregatten bildete sich ganz schnell, als ich eine davon an einem Wochentag seelenruhig im Hafen von Oslo liegen sah, kein Mann an Deck, keiner lädt auf, keiner lädt ab, keiner putzt, keiner streicht, kurz: Keiner arbeitet und es ist nur teures, aber dennoch rostendes Metall, zu einem Ausflugsdampfer zusammengeschweißt. Horn von Afrika hin, Küstenwache her. (Ja, das Gleiche hatte ich auch schon von Marinewehrdienstleistenden gehört, aber nie geglaubt.)
Schönen Gruß, Steve
Kommentar von DaRockwilda am 1. September um 00:28 Uhr
Nur kurz soviel, der einzige mir zu Ohren gekommene indirekte Bericht eines Marinesoldaten der BW geht in die gleiche Richtung. Sonnen auf Deck im Mittelmeer.