V For Vendetta in Nepal
Das Land wird von einem rücksichtlosen Herrscher unterdrückt. Was man aus V For Vendetta im Film kennt, ist in Nepal Realität.
Dort thront seit Sommer 2001 König Gyanendra. Er kam an die Macht, als am 1. Juni 2001 Gyanendras Vater, König Birendra sowie dessen Frau und Kronprinz Dipendra (also Gyanendras älterer Bruder) erschossen wurden.
Der neue König ist ein Geschäftsmann, der laut Wikipedia in allen wichtigen Firmen Nepals einen Anteil hat.
Seit König Gyanendra am 1. Februar 2005 die gesamte Regierung entlies und den Notstand verhängte, tyrannisiert er die Bevölkerung nach Belieben.
Unterdrückt wird die Bevölkerung beispielsweise durch das Kastensystem, das mehr als 70% der Bevölkerung in die unterste Kaste steckt.
Der Widerstand gegen ihn formiert sich vor Allem in Form der maoistischen Rebellen, die seit 1996 gegen dieses unterdrückerische Kastensystem und die Monarchie kämpfen.
Wie bei V For Vendetta werden die Freiheitskämpfer dann von den Herrschenden als “Terroristen” bezeichnet. Dieses Zauberwort ruft natürlich Oberterrorist George W. Bush auf den Plan, und so wird 2004 der damalige Außenminister Colin “Powerpointshow” Powell nach Nepal geschickt, um “Hilfe im Kampf gegen den Terrorismus” anzubieten.
Gegen Terrror helfen anscheinend vor Allem Waffen, und so wird König Gyanendras Regime von den USA, England aber auch von Indien, Belgien und Südafrika mit Waffen (natürlich an sämtlichen Waffensperrverträgen vorbei) beliefert. Einen detaiilierten Bericht davon gibts hier bei Amnesty International.
Gegen diese hochgerüstete Übermacht haben die kämpfenden Rebellen keine Chance, bei den Kämpfen kommen laut Wiki 9.000 Menschen ums Leben.
Doch was der Kampf nicht erreichen kann, scheint ein friedlicher Widerstand im Stile von V For Vendetta schaffen zu können:
Wie im Film verhängt der König Ausgangssperren, und wie im Film widersetzt sich die Bevölkerung in ihrem Kampf für Freiheit dieser Anordnung. Anders als im Film schießen die Polizisten leider auf die Demonstranten, und die UN appelierte an den König, die Gewaltausübung der Polizei zu unterbinden.
Die anderen Regierungen der Welt schauen mehr oder weniger zu. Wie für Regierungen üblich, stottern sie hohle Worthülsen: “Wir sind besorgt über die Lage, blabla.” Aber Taten und die wirkliche Unterstützung der Demonstranten bleiben aus. Amerika evakuiert seine Botschaft, und sowohl Gods Own Land als auch China und Australien empfehlen ihren Bürgern, Nepal zu verlassen.
Auch die zweite Großmacht der Region, Indien, reagierte lange nur verhalten. Man lud zu Gesprächen in Neu-Delhi, schickte Sondergesandte. Herausgekommen ist dabei nichts, und so kritisiert auch Indiens ehemaliger Außenminister K. Natwar Singh die passive Haltung der indischen Regierung.
Er empfiehlt, in Nepal eine neue Regierung auf der Grundlage des 12-Punkte-Plans der Opposition aufzubauen. Dieser Plan sieht die komplette Abschaffung der Monarchie und den Aufbau eines Parlaments sowie die Einführung einer Verfassung vor.
Nepal wäre eine hervorragende Gelegenheit, bei der all die “wir wollen der Welt Demokratie bringen”-Staaten zeigen könnten wie ernst es ihnen ist. Aber eine Demokratie kauft eben weniger Waffen als der König…
Gerade Deutschland mit seinen Ambitionen auf eine wichtigere internationale Rolle könnte hier die Initiative ergreifen, und den Menschen in Nepal Demokratie bringen. Man könnte die Passivität der anderen Mächte nutzen, und Deutschland ein hervorragendes außenpolitisches Image verschaffen.
Ob die Geschichte ausgeht wie der Film, wird man in den nächsten Tagen sehen.
DaRockwilda
Dort thront seit Sommer 2001 König Gyanendra. Er kam an die Macht, als am 1. Juni 2001 Gyanendras Vater, König Birendra sowie dessen Frau und Kronprinz Dipendra (also Gyanendras älterer Bruder) erschossen wurden.
Der neue König ist ein Geschäftsmann, der laut Wikipedia in allen wichtigen Firmen Nepals einen Anteil hat.
Seit König Gyanendra am 1. Februar 2005 die gesamte Regierung entlies und den Notstand verhängte, tyrannisiert er die Bevölkerung nach Belieben.
Unterdrückt wird die Bevölkerung beispielsweise durch das Kastensystem, das mehr als 70% der Bevölkerung in die unterste Kaste steckt.
Der Widerstand gegen ihn formiert sich vor Allem in Form der maoistischen Rebellen, die seit 1996 gegen dieses unterdrückerische Kastensystem und die Monarchie kämpfen.
Wie bei V For Vendetta werden die Freiheitskämpfer dann von den Herrschenden als “Terroristen” bezeichnet. Dieses Zauberwort ruft natürlich Oberterrorist George W. Bush auf den Plan, und so wird 2004 der damalige Außenminister Colin “Powerpointshow” Powell nach Nepal geschickt, um “Hilfe im Kampf gegen den Terrorismus” anzubieten.
Gegen Terrror helfen anscheinend vor Allem Waffen, und so wird König Gyanendras Regime von den USA, England aber auch von Indien, Belgien und Südafrika mit Waffen (natürlich an sämtlichen Waffensperrverträgen vorbei) beliefert. Einen detaiilierten Bericht davon gibts hier bei Amnesty International.
Gegen diese hochgerüstete Übermacht haben die kämpfenden Rebellen keine Chance, bei den Kämpfen kommen laut Wiki 9.000 Menschen ums Leben.
Doch was der Kampf nicht erreichen kann, scheint ein friedlicher Widerstand im Stile von V For Vendetta schaffen zu können:
Wie im Film verhängt der König Ausgangssperren, und wie im Film widersetzt sich die Bevölkerung in ihrem Kampf für Freiheit dieser Anordnung. Anders als im Film schießen die Polizisten leider auf die Demonstranten, und die UN appelierte an den König, die Gewaltausübung der Polizei zu unterbinden.
Die anderen Regierungen der Welt schauen mehr oder weniger zu. Wie für Regierungen üblich, stottern sie hohle Worthülsen: “Wir sind besorgt über die Lage, blabla.” Aber Taten und die wirkliche Unterstützung der Demonstranten bleiben aus. Amerika evakuiert seine Botschaft, und sowohl Gods Own Land als auch China und Australien empfehlen ihren Bürgern, Nepal zu verlassen.
Auch die zweite Großmacht der Region, Indien, reagierte lange nur verhalten. Man lud zu Gesprächen in Neu-Delhi, schickte Sondergesandte. Herausgekommen ist dabei nichts, und so kritisiert auch Indiens ehemaliger Außenminister K. Natwar Singh die passive Haltung der indischen Regierung.
Er empfiehlt, in Nepal eine neue Regierung auf der Grundlage des 12-Punkte-Plans der Opposition aufzubauen. Dieser Plan sieht die komplette Abschaffung der Monarchie und den Aufbau eines Parlaments sowie die Einführung einer Verfassung vor.
Nepal wäre eine hervorragende Gelegenheit, bei der all die “wir wollen der Welt Demokratie bringen”-Staaten zeigen könnten wie ernst es ihnen ist. Aber eine Demokratie kauft eben weniger Waffen als der König…
Gerade Deutschland mit seinen Ambitionen auf eine wichtigere internationale Rolle könnte hier die Initiative ergreifen, und den Menschen in Nepal Demokratie bringen. Man könnte die Passivität der anderen Mächte nutzen, und Deutschland ein hervorragendes außenpolitisches Image verschaffen.
Ob die Geschichte ausgeht wie der Film, wird man in den nächsten Tagen sehen.
DaRockwilda
Kommentar von Tina am 24. April um 17:13 Uhr
ich hoffe da kommt dann noch ne Fortsetzung zu dem Thema;-) …würd mich nämlich auch sehr interessieren wie das weitergeht!
Kommentar von DaRockwilda am 24. April um 17:47 Uhr
Ich vergaß noch ganz zu schreiben:
Ein etwaiges Engagement der BRD in Nepal könnte zudem helfen, ein hypothetisches Errichten eines kommunistischen Regimes seitens der Maoisten zu unterbinden.
So würden nur die Mehrzahl der Demonstranten, also die Leute die einfach ihre Freiheit haben wollen, an der Regierungsbildung beteiligt werden.
Kommentar von Der_Xte_Mensch am 24. April um 22:18 Uhr
ich finde, du stellst das alles ein bisschen einfach dar. (ziemlich schwarz-weiss… wie in vfv halt… schrecklicher film). wenn die komplette monarchie abgeschafft würde, würde das ganz sicher in totalem chaos enden. denn die armee hört lediglich auf den könig, da in ihr v.a. menschen der volksgruppe der ghurkas sind und diese traditionell auf kein parlament hören. nach abschaffung der monarchie wäre es für die maoisten ein leichtes, die kontrolle über das land zu ergreifen und alles wäre am arsch! schon jetzt haben die maoisten viele menschen in ihrem kampf getötet, auch aktuell während den demonstrationen der pro-demokratischen.
naja, aber wie’s so is, lenkt der könig nun ein und hat eine versammlung des parlaments für freitag einberufen…
Kommentar von DaRockwilda am 24. April um 22:21 Uhr
@X-Man: Dann baut man eben eine Armee ohne Ghurkas auf ?
Und zun den Maoisten habe ich ja schon geschrieben dass man da nur eine internationale truppe bräuchte, um etwaige Machtkonzentrationen zu verhindern.
Kommentar von Jonas am 24. April um 23:50 Uhr
he ihr fraggles, stellt mich mal als autor da in die liste, dann bekommt ihr auch artikel.
ich fänds cool wenn du maoisten da weiß reißen würden und den scheiße kastentypen wegbomben würden.
Kommentar von DaRockwilda am 25. April um 14:50 Uhr
Kastenscheiße ist wirklich scheiße, aber Maoisten unter Umständen auch.
Freischaltung muss Frieder machen, der hat noch Uni…
Kommentar von Der_Xte_Mensch am 25. April um 15:57 Uhr
aha, also willst du einen krieg gegen die maoisten? na, damit wäre ja viel geholfen. da kannst auch gleich das ganze land plattmachen, das sind nämlich viele… es gibt auch sowas wie diplomatie! und die hilft auch bei maoisten…
Kommentar von jonas am 25. April um 17:47 Uhr
wieviel diplomatie bringt zeigen ja die ganzen autoritären systeme auf der welt ganz gut, die werden entweder gebombt, gestürzt oder sonst noch was.
Diplomatie hat außerdem auch immer einen militärischen hintergrund, ohne da ein bisschen zu posen bringt das gerede nix, sonst könnte ja jeder kommen..
Kommentar von DaRockwilda am 25. April um 18:17 Uhr
Also 1. stelle ich in den Raum dass die Mehrzahl des Widerstands mit den Maoisten nur das gemeinsame Interesse des Stürzens des Monarchens teilt, und selber nicht maoistisch ist.
Die extreme Gruppe die dann übrigbleibt, wenn die den neuen Staat nicht annimmt, dann muss man sich erstmal ihre Forderungen anhören und wenn die nix bringen muss man den neuen Staat vor ihnen schützen, notfalls mit Waffengewalt.
Wenn aber erstmal ein wirklich gerechtes System herrschen würde, würden sich viele der Rebellen auch damit begnügen.
Kommentar von Der_Xte_Mensch am 25. April um 19:56 Uhr
@jonas: die maoisten waren auch in letzter zeit kompromissbereit, was die opposition anging. natürlich mit großen vorbehalten, aber so schwachsinniges großmotziges militärisches aufspielen bringt hier glaube ich nichts
@matze: naja… die opposition hat die wiedereinsetzung des parlaments akzeptiert, die maoisten nicht und haben weiter demonstriert und teile der stadt lahm gelegt. naja, wird man sehn, wie das weitergeht
Kommentar von jonas am 26. April um 00:06 Uhr
ich meine es ist klar dass sie das nicht akzeptieren, ich würde das auch nicht machen.
Es soll jetzt das alte Parlament einberufen werden, das heißt: 1. Königreich bleibt es 2. Es bleibt ein Kastensystem 3. Der König hat weitreichende Vollmachten
wenn die Maoisten eine neue Verfassung und eine dazugehörige verfassungsgebenden Versammlung. Das ist voll verständlich, das Angebot zementiert alte Verhältnisse
@ matze: das mein ich doch gar nicht, wer keine militärische option in der hinterhand hat kann gar keine diplomtie führen. das meinte ich damit nur
Kommentar von Der_Xte_Mensch am 26. April um 14:17 Uhr
ääähm, nö. die mehrheit im parlament bestimmt die verfassung, nicht der könig. und es ist schon eine verfassung der momentanen “opposition” geplant, die die rechte des königs weiter beschneiden soll. trotzdem lassen sich die maoisten nich drauf ein
Kommentar von jonas am 26. April um 14:54 Uhr
naja erstens kenn ich mich nicht aus was das tibetische staatssystem angeht und zweitens, wie gesagt leere versprechungen bringen nix, entweder kein könig(bzw ohne rechte) oder kein frieden
Kommentar von DaRockwilda am 26. April um 15:27 Uhr
In dem Punkt hat Jonas Recht, so lange nur leere Worte im Raum stehen und nicht etwas Handfestes würde ich mich auch nicht zufrieden geben.
Kommentar von Der_Xte_Mensch am 26. April um 21:06 Uhr
naja, jetzt warten wir einfach bis freitag ab. dann wird das parlament tagen. das glaub ich einfach mal
wenn nich, dann werden wir weitersehn. und wenn, werden sie bestimmt über eine verfassung reden, denn nepal hat keine…
p.s. wir reden über nepal… tibet wird von china unterdrückt…
Kommentar von jonas am 27. April um 14:31 Uhr
ups, danke…
Kommentar von Politblog.net » Nepal: Maoisten wollen U.N.-Aufsicht am 21. Mai um 16:49 Uhr
[...] Malte äußerte dann in den Kommentaren zu meinem ursprünglichen Artikel seine Bedenken über die Maoisten: [...]
Kommentar von Basanta Thapa am 3. September um 12:34 Uhr
Ich kenne mich mit dem Thema recht gut aus und muss sagen, deine Darstellung der Lage ist mehr als naiv.
Das Leben ist nunmal kein Film, weder der König, noch die Maoisten noch die Sieben-Parteien-Allianz haben eine blütenreine Weste.
Deine Aufrufe basieren natürlich auf dieser vereinfachten Einschätzung der Lage, daher sage ich hierzu nichts.
Allerdings sollte man, anstatt das Verhalten des deutschen Auswärtigen Amtes zu verurteilen, sich auch den Grundsatz den staatlichen Souveränität vor Augen halten, den es zu wahren gilt.
Ein Eingriff ist höchstens durch Menschenrechtsverletzungen gerechtfertigt, aber auch hier ist die Rechtslage hochumstritten.
Naja, die Zeit hat die dargestellte Lage ohnehin überholt. Offensichtlich haben die Nepalis es auch ohne ausländische Einmischung geschafft.
Und inwiefern Demokratie in Nepal wirklich Demokratie nach unseren Maßstäben bedeutet, ist ohnehin schwer zu sagen.