Auf Moral gibt es kein Copyright
Bestimmt haben alle mitbekommen, was der neueste Geniestreich des großkoalitionären Kabinetts ist.
Familienministerin von der Leyen will Erziehung von Kindern fest mit Religion verknüpfen, hier ist die entsprechende Mitteilung der Bundesregierung:
“Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen hat mit den christlichen Kirchen den Grundstein für ein “Bündnis für Erziehung” gelegt.”
Bei einer Ministerin der CHRISTdemokraten nicht anders zu erwarten, bevorzugt von der Leyen in ihrem Feldzug für bessere Erziehung erstmal die christlichen Kirchen. Wie zu erwarten folgen Proteste von den anderen größeren Glaubensgruppen in Deutschland, den Moslems und den Juden.
Sie fühlen sich mit Recht benachteiligt, und so rudert die Ministerin zurück und verspricht, bei den nächsten Schritten auch die anderen Religionen miteinzubeziehen.
Vermutlich wird die Kritik dann abebben, und wenn erstmal alle Religionsgemeinschaften involviert sind gibt es keinen breiten Widerstand mehr.
Dabei ist es der völlig falsche Weg, bei einer Initiative für mehr vermittelte Werte in der Erziehung die Kirchen einzuschalten.
Die wirklich wichtigen Werte sind konfessionslos.
Ob man andere Menschen gut behandelt oder nicht, hängt nicht vom jeweiligen Glauben der Menschen ab sondern einfach davon, ob sie gute Menschen sind oder schlechte. Wenn ein Christ sagt, das Gebot der Nächstenliebe würde ihn zum Freundlichsein bringen, dann ist das erfreulich für die Mitmenschen dieses Christen. Aber noch lange kein Grund, Freundlichkeit unter dem Banner des Christentums zu lehren.
Die Freundlichkeit ist älter als das Christentum und älter als jede andere Religion. Sie ist so alt wie der Mensch, sie steckt von Geburt an in uns. Es waren Menschen freundlich, bevor Jesus oder Mohammed über die Erde gewandelt sind. Ergo ist es keine ausschließlich durch Religion hervorzurufende Charaktereigenschaft.
Wenn also die Gesellschaft ihre Kinder auf Basis einer Religion erzieht, so erzieht sie die Kinder mit einer Lüge. Mit der Lüge, Moral sei ein Produkt einer Religion.
Moral ist aber menschlich, keiner hat sie erfunden und das Copyright darauf.
Und das ist nicht die einzige Lüge, die nach den Plänen der Familienministerin in die Köpfe unserer Kinder gelangen wird. So steht in der Presseerklärung:
“Eltern suchen oftmals angemessene Antworten auf die Fragen der Kinder: Wo komme ich her, wer bin ich, wo gehen Menschen nach dem Tode hin? Darauf kann nicht außerhalb eines religiösen Kontextes geantwortet werden.”
Wo komme ich her ? Aus dem Bauch meiner Mama. Und woher kam der erste Mensch ? Aus Afrika, ein Abkömmling all der vor ihm existierenden Lebewesen. Stichwort Evolution.
Wer bin ich ? Ein Stück Biomasse, dass die biologische Aufgabe hat sich zu vermehren, und die gesellschaftliche Aufgabe, ein guter Mensch zu sein. Gut wie in human, nicht wie in gläubig.
Wo gehen Menschen nach dem Tode hin ? Diese Frage stellen sich nur egoistische Angsthasen, die mit dem Gedanken nicht klarkommen, dass Biomasse irgendwann abstirbt und diesem oder jenem Kreislauf der chemischen Stoffe unterliegt. Wir sterben irgendwann, und je früher man sich mit dem Gedanken arrangiert umso besser. Wer sich nach einem ewigen Leben sehnt ist eingebildet und meint, die eigene Existenz sei es wert, verlängert zu werden.
Die Ministerin macht sich aber dafür stark, statt der nackten Wahrheit eine Lüge zu lehren. Den Kindern wird vorgelogen, der Mensch würde von etwas Höherem erschaffen, und er könnte wenn er schön brav ist ewig leben.
Auf den “religiösen Kontext” kann man also entgegen der Annahme der Ministerin verzichten.
Hier will ich die Gelegenheit nutzen, noch weiter zu gehen als nur die Unsinnigkeit dieses Regierungsvorhabens anzuprangern.
Die Trennung von Kirche und Staat muss vollkommen werden, und so bin ich für eine Grundgesetzänderung.
Artikel 7 liest sich wie folgt:
“Der Religionsunterricht ist in den öffentlichen Schulen mit Ausnahme der bekenntnisfreien Schulen ordentliches Lehrfach.”
Und in Baden-Württembergs Landesverfassung sieht das ganze so aus (Artikel 12, Absatz 1):
“Die Jugend ist in Ehrfurcht vor Gott, im Geiste der christlichen Nächstenliebe (…) zu erziehen.”
Religionsunterricht darf nicht geschützt, sondern muss im Gegenteil von staatlichen Schulen bis mindestens zur Mittelstufe verbannt werden. Ab der Mittelstufe dann könnte Religion von der Schule zusätzlich angeboten werden. Das Fach ist dann aber keine Verherrlichung eines Glaubens sondern ein nüchterner, dokumentarischer Blick auf das Gesellschaftsphänomen Religion. Es werden alle Religionen vorgestellt, mit allen Vor- und Nachteilen. So wird ebenso darauf eingegangen, dass religiöse Stiftungen überall auf der Welt Gutes tun, wie auf die unzähligen Pädophilenfälle bei Priestern und die religiöse Verblendung, die schon seit jeher für imperialistische Aktionen gut waren.
Ersetzt würde der Religionsunterricht dann von einem verpflichtenden und ab der ersten Schulklasse angebotenen Ethikunterricht, der der Bewusstsein der Kinder für menschliche Werte und Verhalten stärkt.
Der Passus in der Landesverfassung Baden-Württembergs darf nicht mehr lauten “in Ehrfurcht vor Gott, im Geiste der christlichen Nächstenliebe” sondern vielmehr “in Ehrfurcht vor allen Lebewesen, im Geiste der aufgeklärten Menschlichkeit”.
Ich finde nicht, dass es sich der Steuerzahler leisten kann, es seine Nachkommen zu lehren eine Lüge zu leben.
DaRockwilda
Familienministerin von der Leyen will Erziehung von Kindern fest mit Religion verknüpfen, hier ist die entsprechende Mitteilung der Bundesregierung:
“Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen hat mit den christlichen Kirchen den Grundstein für ein “Bündnis für Erziehung” gelegt.”
Bei einer Ministerin der CHRISTdemokraten nicht anders zu erwarten, bevorzugt von der Leyen in ihrem Feldzug für bessere Erziehung erstmal die christlichen Kirchen. Wie zu erwarten folgen Proteste von den anderen größeren Glaubensgruppen in Deutschland, den Moslems und den Juden.
Sie fühlen sich mit Recht benachteiligt, und so rudert die Ministerin zurück und verspricht, bei den nächsten Schritten auch die anderen Religionen miteinzubeziehen.
Vermutlich wird die Kritik dann abebben, und wenn erstmal alle Religionsgemeinschaften involviert sind gibt es keinen breiten Widerstand mehr.
Dabei ist es der völlig falsche Weg, bei einer Initiative für mehr vermittelte Werte in der Erziehung die Kirchen einzuschalten.
Die wirklich wichtigen Werte sind konfessionslos.
Ob man andere Menschen gut behandelt oder nicht, hängt nicht vom jeweiligen Glauben der Menschen ab sondern einfach davon, ob sie gute Menschen sind oder schlechte. Wenn ein Christ sagt, das Gebot der Nächstenliebe würde ihn zum Freundlichsein bringen, dann ist das erfreulich für die Mitmenschen dieses Christen. Aber noch lange kein Grund, Freundlichkeit unter dem Banner des Christentums zu lehren.
Die Freundlichkeit ist älter als das Christentum und älter als jede andere Religion. Sie ist so alt wie der Mensch, sie steckt von Geburt an in uns. Es waren Menschen freundlich, bevor Jesus oder Mohammed über die Erde gewandelt sind. Ergo ist es keine ausschließlich durch Religion hervorzurufende Charaktereigenschaft.
Wenn also die Gesellschaft ihre Kinder auf Basis einer Religion erzieht, so erzieht sie die Kinder mit einer Lüge. Mit der Lüge, Moral sei ein Produkt einer Religion.
Moral ist aber menschlich, keiner hat sie erfunden und das Copyright darauf.
Und das ist nicht die einzige Lüge, die nach den Plänen der Familienministerin in die Köpfe unserer Kinder gelangen wird. So steht in der Presseerklärung:
“Eltern suchen oftmals angemessene Antworten auf die Fragen der Kinder: Wo komme ich her, wer bin ich, wo gehen Menschen nach dem Tode hin? Darauf kann nicht außerhalb eines religiösen Kontextes geantwortet werden.”
Wo komme ich her ? Aus dem Bauch meiner Mama. Und woher kam der erste Mensch ? Aus Afrika, ein Abkömmling all der vor ihm existierenden Lebewesen. Stichwort Evolution.
Wer bin ich ? Ein Stück Biomasse, dass die biologische Aufgabe hat sich zu vermehren, und die gesellschaftliche Aufgabe, ein guter Mensch zu sein. Gut wie in human, nicht wie in gläubig.
Wo gehen Menschen nach dem Tode hin ? Diese Frage stellen sich nur egoistische Angsthasen, die mit dem Gedanken nicht klarkommen, dass Biomasse irgendwann abstirbt und diesem oder jenem Kreislauf der chemischen Stoffe unterliegt. Wir sterben irgendwann, und je früher man sich mit dem Gedanken arrangiert umso besser. Wer sich nach einem ewigen Leben sehnt ist eingebildet und meint, die eigene Existenz sei es wert, verlängert zu werden.
Die Ministerin macht sich aber dafür stark, statt der nackten Wahrheit eine Lüge zu lehren. Den Kindern wird vorgelogen, der Mensch würde von etwas Höherem erschaffen, und er könnte wenn er schön brav ist ewig leben.
Auf den “religiösen Kontext” kann man also entgegen der Annahme der Ministerin verzichten.
Hier will ich die Gelegenheit nutzen, noch weiter zu gehen als nur die Unsinnigkeit dieses Regierungsvorhabens anzuprangern.
Die Trennung von Kirche und Staat muss vollkommen werden, und so bin ich für eine Grundgesetzänderung.
Artikel 7 liest sich wie folgt:
“Der Religionsunterricht ist in den öffentlichen Schulen mit Ausnahme der bekenntnisfreien Schulen ordentliches Lehrfach.”
Und in Baden-Württembergs Landesverfassung sieht das ganze so aus (Artikel 12, Absatz 1):
“Die Jugend ist in Ehrfurcht vor Gott, im Geiste der christlichen Nächstenliebe (…) zu erziehen.”
Religionsunterricht darf nicht geschützt, sondern muss im Gegenteil von staatlichen Schulen bis mindestens zur Mittelstufe verbannt werden. Ab der Mittelstufe dann könnte Religion von der Schule zusätzlich angeboten werden. Das Fach ist dann aber keine Verherrlichung eines Glaubens sondern ein nüchterner, dokumentarischer Blick auf das Gesellschaftsphänomen Religion. Es werden alle Religionen vorgestellt, mit allen Vor- und Nachteilen. So wird ebenso darauf eingegangen, dass religiöse Stiftungen überall auf der Welt Gutes tun, wie auf die unzähligen Pädophilenfälle bei Priestern und die religiöse Verblendung, die schon seit jeher für imperialistische Aktionen gut waren.
Ersetzt würde der Religionsunterricht dann von einem verpflichtenden und ab der ersten Schulklasse angebotenen Ethikunterricht, der der Bewusstsein der Kinder für menschliche Werte und Verhalten stärkt.
Der Passus in der Landesverfassung Baden-Württembergs darf nicht mehr lauten “in Ehrfurcht vor Gott, im Geiste der christlichen Nächstenliebe” sondern vielmehr “in Ehrfurcht vor allen Lebewesen, im Geiste der aufgeklärten Menschlichkeit”.
Ich finde nicht, dass es sich der Steuerzahler leisten kann, es seine Nachkommen zu lehren eine Lüge zu leben.
DaRockwilda
Kommentar von Ice am 22. April um 13:16 Uhr
Sehr guter Artikel Matze
zwar ist dein Standpunkt schon sehr kritisch, aber ich sehe das auch so. Mit einem kleinen Unterschied, wenn wir schon anfangen zu säkularisieren (wofür ich auf jedenfall bin), dann sollten wir gleich jeglichen Religionsunterricht aus der Schule verbannen und nur noch Ethik lehren. Wer will kann ja Nachmittags in irgendwelche Kirchengruppen gehen. Das System wie Frankreich es hat ist wirklich gut, schade dass wir nie eine Revolution mit einer Säkularisierung hatten
Kommentar von wischmopp am 22. April um 13:58 Uhr
Ich finde es äußerst arrogant zu meinen, die letzten großen (metaphysischen) Fragen einfach so beantworten zu können.
Erst wenn du die Nichtexistenz Gottes beweisen kannst, solltest du von einer Lüge sprechen. Scheinwissen ist nicht gut.
Aber ansonsten bin ich ja schon auch eher für Säkularisierung und so.
Kommentar von DaRockwilda am 22. April um 14:48 Uhr
@Frieder:
Der Reliunterricht nach meinem System würde eben nur das “Gesellschaftsphänomen” des “Glaubens” beschreiben, also mit Sekten, Inquisition und allem drum und dran. Weil die Schule soll ja aufs Leben vorbereiten, und es wäre cool wenn die Schüler wüssten was für verblendete Leute da teilweise auf sie warten.
@wischi:
Willst du bestreiten dass es eine Lüge ist, Werte wären von einer Religion erfunden worden ?
Dass das Leben nach dem Tod eine Lüge ist, sage ich weil mir noch keiner zeigen konnte dass es eben jenes Leben gibt. Religion behauptet aber eben dies, also Lügen sie in meinen Augen. Das an sich würde mich noch nicht so stören, wenn es nicht so gefährlich wäre. Die Vorstellung eines Lebens nach dem Tod bringt die Menschen auf allerlei dämliche Gedanken. Sie hoffen auf ein LndT, wenn ihr Leben scheiße ist anstatt zu suchen wer dafür verantwortlich ist. Sie stellen sich irgendeinen oberen Richter vor, der die Bösen bestraft, anstatt die Bösen selber zu bestrafen.
Und vor Allem unterdrücken sie sich selber und zensieren ihr Verhalten, weil sie sich einbilden eine höhere Kraft würde es alles mitkriegen !
Solche selbstunterdrückerischen Leute sind gefährlich für sich selber und für andere, weil sie auch gern andere unterdrücken.
Kommentar von DaRockwilda am 22. April um 14:50 Uhr
nochmal @wischi:
Um das nochmal zu verdeutlichen:
Ich sage nicht dass meine Antworten die absolute Wahrheit sind, aber der Punkt ist dass mir diese Antworten ausreichen und ich nicht nach noch mehr Sinn etc. suchen muss.
Kommentar von wischmopp am 22. April um 15:08 Uhr
Werte wurden nicht von einer Religion “erfunden”. Das ist richtig. Das habe ich auch nie bestritten.
Dass du behauptest, dass es das Leben nach dem Tod nicht gäbe, weil dir noch keiner beweisen konnte, dass es existiert ist eine äußerst lächerliche Argumentation, die umzudrehen schon ausreicht, um sie zu entkräften. Solange du nicht beweisen kannst, dass es kein Leben nach dem Tod gibt, kannst du nur vermuten und spekulieren. Und wenn du dann aufgrund dieser Vermutungen sagst die Religionen lögen, es gibt kein Leben nach dem Tod, dann ist das eine Behauptung, die sich in keinster Weise von den Behauptungen der Religionen unterscheidet. Es ist ebenso Glauben.
Und dann auch noch zu sagen, Menschen die an ein Leben nach dem Tod glauben seien dämlich, ist nicht nur respektlos sondern auch äußerst töricht.
Kommentar von DaRockwilda am 22. April um 15:59 Uhr
Ja das mit den Werten bestreitest du nicht, aber viele Religionsangehörige. Sie meinen tatsächlich, Freundlichkeit gäbe es nur in der Form von christlicher Nächstenliebe.
Ich sagte ja bereits dass ich nicht behaupte die Wahrheit zu kenne, nur das was der Mensch mit seinen Sinnen wahrnehmen kann und da gibt es kein LndT. Oder merkst du was davon ?
Der Punkt ist einfach, warum reicht diese Erkenntnis nicht aus ? Warum muss man die menschlichen Sinne noch mit irgendwas Externem Toppen ?
Kommentar von wischmopp am 22. April um 16:08 Uhr
Es gibt vieles von dem ich nichts merke, aber was trotzdem existiert.
Und ob es ein Leben nach dem Tod gibt weiss niemand, der noch lebt.
Ich persönlich glaube auch nicht daran und vertrete einen ähnlichen agnostischen Standpunkt wie du, und ich kann auch nicht verstehen wie man an einen Gott oder etwas ähnliches glauben kann. Dennoch tun es einfach viele. Da kann man halt auch nicht drüber streiten, denn sowohl Theismus als auch Atheismus sind Glauben und du wirst weder einen Theisten noch einen Atheisten so ohne weiteres “umpolen” können, weil da Logik und Vernuft nicht mehr greift.
Kommentar von Ice am 22. April um 16:13 Uhr
Nun als Lüge würde ich das ganze auch nicht bezeichnen, denn schließlich sind das nur subjektive Äußerungen ohne wissenschaftlichen Gehalt. Also sind es keine Lügen weil sie nichts wissenschaftlichem wiedersprechen, sondern nur Aussagen über etwas, über das man keine Aussagen treffen kann.
ID (Intelligent Design) ist z.b. eine Religionslüge. Aber kein verbünftiger Wissenschaftlicher befasst sich mit so Dingen wie Leben nach dem Tod, weil es einfach sinnlos ist so etwas zu erforschen.
Kommentar von Danny Busch am 22. April um 17:16 Uhr
“Was Du nicht willst was man Dir tu - das füg auch keinem anderen zu” - das wussten schon die guten alten Heiden.
Kommentar von DaRockwilda am 24. April um 12:59 Uhr
@wischi:
“weil da Logik und Vernuft nicht mehr greift.”
Eben, und hier geht es um staatliche Ressourcen und für was sie verwendet werden. Und so unlogische und unvernünftige Dinge muss man nicht lehren und sollten nie verpflichtend sein. Wenn überhaupt dann ab 8. als Wahlfach aber nie als Pflichtfach.