Politblog.net
 

V For Vendetta

Ursprünglich veröffentlicht auf meinem alten Blog. DaRockwilda


Am 7. Februar erwähnte ich bereits im Rahmen meines Artikels über Guy Fawkes, dass das Comic “V For Vendetta” verfilmt wurde.
Letzten Donnerstag kam der Film dann in die deutschen Kinos, und heute war ich drin.

Dieser Film ist einer der wichtigsten politischen Filme, die ich kenne.

Dieser Film ist so vollgepackt mit Referenzen zur aktuellen politischen Lage, mit Anspielungen und Hinweisen, dass man es kaum glauben kann dass so etwas aus Hollywood kommt.

Der Film ist provokant, ein Augenöffner für manche, eine Bestätigung für andere.

Schauplatz ist England in 20 Jahren, aber es ist kein Science-Fiction. Die Gesellschaft ist den gleichen Mächten ausgesetzt denen wir ausgesetzt sind, nur viel offener und extremer.
Dieses England wird von der erzkonservativen Partei “Norsefire” und ihrem totalitären Großkanzler Adam Satler regiert.
Nicht nur der Name, auch das Auftreten des Großkanzlers sind an Adolf Hitler angelehnt.
Die Flagge seiner Partei zeigt zwei Kreuze, und die Herrschaftslegitimation Satlers ist der Glaube. Der Wahlspruch lautet “Stärke durch Einigkeit, Einigkeit durch Glaube”.
Durch diese starke religiöse Prägung und die Art, wie Norsefire und Satler an die Macht gekommen sind, wird noch offensichtlich wer sein zweites Vorbild aus der Realität ist: George Bush.
Satler nämlich konnte sich zum Retter der Nation aufschwingen, nachdem es drei verheerende Terroranschläge mit Biowaffen gab.

Einer von den Anschlägen wurde auf die U-Bahn in London verübt, und dabei werden Bilder des echten Anschlags vom letzten Juli verwendet. Nur eine der vielen Referenzen zur Realität.
Wie der Ermittler Finch, der eigentlich hinter V her ist, später rausfindet, haben alle Anschläge etwas gemein: Sie wurden von der Regierung verübt, um das Volk in Angst zu versetzen und dann den starken Retter zu spielen.

“Angst wurde das ultimative Mittel dieser Regierung”

“Wenn unsere Regierung für den Tod von 100.000 Menschen verantwortlich wäre - würdest du die Wahrheit wirklich wissen wollen ?”

Und genau so ist es. An nichts appellieren westliche Staatslenker mehr, von Bush über Blair bis leider auch hin zu Schäuble, als an die Angst. Angst vor einem phantomhaften Terrorismus, Angst vor einem mit Massenvernichtungswaffen bis an die Zähne bewaffneten Irak, immer mehr auch einfach nur an die Angst vor dem Andersartigen.
Ein Angriff auf das eigene Land ist nicht ein Problem für die Regierung, sondern bei Bush gehört es zum Programm.

Man kann nicht oft genug auf das Project for the New American Century (PNAC) hinweisen, ein Think Tank bestehend aus Neo-Cons, die allesamt jetzt in der Bushregierung hohe Posten einehmen. Unter ihnen sind Dick Cheney, Jeb Bush, Donald Rumsfeld, Paul Wolfowitz, Zalmay Khalilzad, Lewis Libby, Steve Rosen und Steve Forbes.
PNAC formuliert in seinem Positionspapier “Rebuilding America’s Defenses: Strategy, Forces and Resources For a New Century” die Sicherheitsstrategie der USA, und was dafür gebraucht wird ist ein “Neues Pearl Harbor”. Also einen Angriff auf Amerika, der das Volk aufstachelt für neue Eroberungskriege auf der ganzen Welt. 9/11 eben.

Seitdem bezieht sich die gesamte Politik Bushs auf dieses Ereignis, und der Kampf gegen die angeblich schuldigen bestimmt das Handeln. Wie Bush zu sagen pflegt, “I’m a war president“.

Genau, die angeblich schuldigen, im Film sind es ein paar zusammengetrommelte Araber, die ohne großen Prozess exekutiert werden. Und in der Realität ? Auch hier gibt man hastig die Devise “Araber warens”, benennt die Schuldigen die sich an diesem Tag in den Tod geschickt haben, nur dass erstmal 7 davon sich aus den Heimatländern melden und sich fragen was sie damit zu tun hätten. Auch die überragende Anzahl von insgesamt 4 für den Anschlag Angeklagten wird später freigesprochen (Mottasadeq in Deutschland, Moussaoui in Amerika immernoch nicht verurteilt) .

Mit flimmrigen Bekennervideos wird die Öffentlichkeit trotzdem bei Laune gehalten, im Film wie in der Realität, aber schon Eminems Video zu Mosh hat gezeigt was die Leute darüber denken. Dort fällt auf einmal die Pappkulisse hinter Osamas Höhle um, und Dick Cheney steht dahinter.

Genauso wie Ermittler Finch im Film auf immer mehr Hinweise stößt, dass die Regierung selbst die Biowaffenanschläge verübt hat, gibt es auch in der Realität immer mehr Hinweise darauf wer hinter den Terroranschlägen steckt.

9/11:

- Der vereitelte “3. Anschlag” auf die Brooklyn Bridge. Der angebliche Täter stellt sich später als FBI-Informant heraus - Telegraph

- Der angebliche Al-Quaeda Koordinator in Europa wird vom MI5 durchgefüttert - Times

Die Verschwörungstheorie von den 19 Entführern in 4 Flugzeugen ist so abstrus, dass immer mehr Menschen beginnen daran zu zweifeln. Prominentester Neuzugang ist Schauspieler Charlie Sheen, dessen Vater Martin einder der schärfsten Kritker des Irakkriegs in Hollywood war. Sheen äußerte seine Zweifel auf CNN, und laut einer Umfrage die CNN danach startete teilen 82% der Leute Sheens Zweifel.

Die Bevölkerung weiß dass etwas nicht stimmt, und langsam getraut sie sich es zu sagen.

London:

- Dratzieher war Mitglied in Englands Außengeheimdienst MI6 - John Loftus, ehemaliger Ermittler in Amerikas Justice Department

Madrid:

- Bombenbauer war Mitglied der Polizei - heise/El Mundo

Indonesien/Bali:

- Das indonesische Militär hat Verbindungen zu Terrorgruppe - The Age

Irak:

- Arabisch aussehende Männer mit Sprengstoff und Waffen sind nicht etwa Terroristen - sie sind vom Englands Eliteeinheit SAS - JennyBlog

- Ein Häftling in Guantanamo ist Mitglied in Englands Inlandsgeheimdienst MI5: London Times

Die Norsefireregierung im Film profitiert aber nicht nur politisch von der Angst der Menschen vor den Bioangriffen, sondern auch finanziell. Die obersten Gefolgsleute Satlers sind allesamt Teilhaber einer großen Pharmafirma, die das Gegenmittel gegen die bei den Angriffen freigesetzten Viren hat. In der echten Welt sieht das so aus, dass Donald Rumsfeld Chef der Firma war, die den Vogelgrippeschutz Tamiflu entwickelt hat. Bezeichnend.
Apropos Vogelgrippe, auch sie wird im Film als Panikmache für die auf den Fernseher starrende Bevölkerung eingesetzt.

Verstärkt ist das hiesige politische Klima wieder von Xenophobie, der Angst vor dem Andersartigen, und speziell von Angst vor dem Islam geprägt. Jeder dritte Deutsche habt laut dieser Umfrage des Stern Angst vor dem Islam.
Im Film wird das Ganze so umgesetzt, dass der Koran schon lange verboten ist, und die Gesellschaft wurde von allen Nicht-Weißen gesäubert.

Möglich ist diese Kontrolle der Massen und der öffentlichen Meinung nur durch Medien, die gerne Komplizen sind für die Täuschungen der Regierung. Im Film ist das ein großer Londoner Fernsehsender. Dessen Programmchef sagt “Wir erfinden die Nachrichten nicht. Dafür ist die Regierung zuständig”.
Auch dies entspricht voll und ganz der Realität, siehe Judith Miller. Journalistin für die New York Times, Mitglied in der White Hous Iraq Group (WHIG). Dort wurde der Irakkrieg vorbereitet, und von dort erhielt sie die Lügen über irakische Massenvernichtungswaffen. Diese schleuste sie bereitwillig in die New York Times ein. Miller ist eine absolute Vorzeigepresstitute, eine Nutte die sich an den meistbietenden Fälscher von Nachrichten verkauft.

Kleine Kinder, die noch sagen was sie denken, glauben diese augenscheinlichen Lügen nicht. So sagt ein kleines Mädchen einfach “Quatsch”, als die Regierung in einem Fernsehbericht verkündet, V wäre tot.
Die Erwachsenen aber starren alle regungslos auf den Fernseher und lassen sich berieseln. Daheim auf dem Sofa, in der Kneipe mit dem Bier in der Hand, bei der Arbeit. Überall ist der Fernseher an, und die Menschen lassen sich von den fabrizierten Schreckensnachrichten Angst einjagen - um sich schutzsuchend an die starke Regierung zu wenden.
Und so läuft es auch in der echten Welt, Bush, Blair und Konsorten präsentieren sich in ihren Fernsehspots als starke Kämpfer gegen den Terrorismus, als Vertreiber der Angst, und die Menschen glauben es und wählen sie.

Die Menschen, die bei anderen Institutionen Schutz suchen, werden auch betrogen. Es gibt selbstverständlich eine Kirche, ist doch der Glauben - bei Satler wie bei Bush - Grundpfeiler der Ideologie. Der Bischof der Kirche im Film hat gern Sex mit minderjährigen Mädchen, und auch das ist der Realität entnommen. Allein in der amerikanischen römisch-katolischen Kirche wurden 2002 nach einer Serie von Missbrauchsfällen 114 (!!!) Priester ihres Amtes enthoben.

Auch Erinnerungen an Bushs illegales Abhören der Bevölkerung werden wach, wenn irgendein Minister aus Satlers Kabinett bei jeder Sitzung so aufschlussreiche Dinge von sich gibt wie: “Laut unseren Abhöraktionen glauben 12% der Bevölkerung, dass V noch lebt”.
Abhören ist nicht dazu da, die Bevölkerung vor Angriffen zu schützen. Sie ist dazu da, den Menschen ein ungutes Gefühl zu geben, wenn sie über Verbrechen der Regierung reden.

Vielleicht wundert ihr euch, was das V aus dem Titel jetzt ist ? Ich habe V bis jetzt 2 mal erwähnt, aber nie erklärt was es bedeutet.
Das liegt daran, dass ich erstmal zeigen wollte wie die Welt im Film (und damit die in der Realität) ist, und was man dagegen tun kann.

V ist nämlich kein Mensch, er ist eine Idee. Er ist “mein Vater, meine Mutter, mein Bruder - er ist Sie”, wie Evey am Schluss zu Ermittler Finch sagt.

V ist im Film dargestellt als ein Mensch (ob Mann oder Frau kann man genau genommen bis zum Schluss nicht sagen), der mit einem schwarzen Umhang und einer Guy Fawkes Maske bekleidet ist. Er kämpft mit übrigens sehr stylischen Dolchen und Sprengstoff gegen diese totalitäre Regierung. Zu Beginn des Films sprengt er den Sitz der Judikative in die Luft, und zum Schluss das Parlament, wie Guy Fawkes wenn dieser nicht geschnappt worden wäre.

V nimmt ein ganzes Fernsehstudio des Propagandasenders als Geisel, um über dessen Kanal eine Botschaft an die Bevölkerung zu senden. Er sagt “Etwas läuft falsch in diesem Land”,und wer das Gleiche fühlt soll sich ihm anschließen. Er verteilt später Guy Fawkes-Masken an die gesamte Bevölkerung, und ruft sie auf ihm bezustehen, diese korrupte und verbrecherische Regierung zu beseitigen.

Die Regierung im Film bezeichnet V, wie nicht anders zu erwarten, als Terrorist.

Was ist V für uns ? Für was steht er, das in unserer Welt fehlt ?

Er ist kein Terrorist. V ist nicht der Osama bin Laden des Filmes, der wird schon von den hastig exekutierten Arabern repräsentiert.
Wie ich sagte, V ist kein Mensch, sondern eine Idee. V ist die Idee der Freiheit. Am Schluss tragen alle seine Maske, alle sind V - alle haben sich der Idee angeschlossen.
Was dieser Film uns sagt ist nicht “Sprengt die Gebäude in der Regierung in die Luft”. Die Sprengung ist symbolisch.

Wenn wir das gleiche tun wollen, brauchen wir keinen Sprengstoff. Wenn wir die Judikative in die Luft sprengen, dann tun wir das indem wir geschlossen zum Bundesverfassungsgericht marschieren. Wenn diese zum Beispiel entscheidet, dass die Regierung Recht hat wenn sie den Islam in Deutschland verbietet. Klingt zu weit hergeholt ? Wenn das BVG entscheidet, dass die Regierung Menschen ohne Anklage für unbegrenzte Zeit festhalten kann, ohne Möglichkeit einen Anwalt zu kontaktieren. Das ist nicht weit hergeholt, das ist Realität, das ist Guantanamo. Und wir Deutschen dürfen niemals den Amerikanern folgen und unser Grundgesetz in den selben Häcksler jagen wir sie ihre Constitution.

Wir müssen geschlossen zum BVG marschieren, wenn es Schäuble Recht geben will, dass in Deutschland wieder gefoltert werden darf. Das ist was V will und für was V steht.

Wenn V das Parlament in die Luft sprengt, dann bedeutet das für uns, dass wir allesamt auf die Straße gehen, wenn unsere Regierung einen Angriffskrieg führt und sich alle Kriegsgründe als Lügen herausstellen. Wie gesagt, der Film ist eine Warnung, die Gesellschaft dort ist nur eine geringfügige Weiterentwicklung der Unseren.

Alles was V von uns fordert, ist dass wir einen Moment unseres egoistischen Handelns opfern, um etwas für das Wohl aller Menschen und für die Gerechtigkeit zu tun. Für das Wohl der Armen und der ungerechterweise Verfolgten, Gefolterten und Getöteten.
Wenn es erforderlich ist, dann sollten wir aus dem Büro gehen, von der Besprechung aufstehen, aus der Deutschstunde gehen, aufhören die Treppe zu kehren, die Party absagen, aus dem Stadion kommen, den Fernseher ausschalten. Einmal uns nicht darum scheren was mit unserem egoistischen Arsch geschieht, ob der Chef uns dann feuert, ob wir dann einen Eintrag ins Klassenbuch bekommen, ob die anderen Gäste der Party dann denken was wir für komische Leute sind.
Einmal an alle und die Gerechtigkeit denken, die Maske aufziehen die V uns geschickt hat, und auf die Straße gehen. Wie es die Menschen im Film am Ende tun, und der Regierung sagen: “Nein, nicht mit uns”.

Wenn wir diesen Mut nicht aufbringen, dann haben wir nichts anderes als Adam Satler verdient, der uns Angst einjagt, uns foltert und unsere Frauen und Töchter vergewaltigen lässt, wenn sie nach 10 aus dem Haus gehen.

Es gibt jetzt ein Triumvirat an Hollywoodfilmen, die und das Ganze in schönen Bildern erklären. Star Wars Episode III hat uns erklärt, wie ein Staatslenker selber eine Terrorarmee (er nennt sie Separatisten) erschafft und dieser Befehle erteilt, sein eigenes Volk anzugreifen. Dieses hat Angst vor den Angreifern und gibt dem Staatenlenker den unwiederrufbaren Status des Imperators, um das Volk schützen zu können. Matrix zeigt uns, wir wir uns aus der Schein- und Lügenwelt ausklinken, wie wir wieder anfangen selbstständig zu denken und die Realität sehen. V For Vendetta zeigt, was wir dann tun müssen um uns von dieser auf Angst aufgebauten Herrschaft zu befreien.

Dies alles steht jetzt vor uns in Form dieser drei Filme, es ist für jeden sichtbar, begreifbar, umsetzbar.

Auf was warten wir ?

DaRockwilda
Dieser Eintrag wurde am Dienstag, den 20. Juni 2006 von DaRockwilda geschrieben und in die Kategorie Krieg, Militär, Terrorismus eingeordnet. Du kannst alle Kommentare zu diesem Artikel mit dem RSS 2.0 Feed beobachten. Du kannst eine Antwort hinterlassen, oder durch einen Trackback auf diesen Artikel verlinken.
Tags:

Kommentar von j.primzek am 20. Juni um 11:07 Uhr

@darockwilda

ich halte mich aus den Spekulationen um 9/11 raus.
Ich würde Dir allerdings den Tip geben, das ganze nicht als Henne-Ei-Problem aufzufassen, d.h.zu entscheiden, wer war zuerst da.

Man sieht es doch bei uns, NPD, ist das jetzt eine Staatspartei, weil die Führungsriege zum großen Teil aus V-Leuten besteht? Nein!

Würde man daher behaupten, die Bundesregierung profitiert von den Aktionen der NPD? Nein!

Zu 9/11 Bisher sieht es wohl eindeutig so aus, als seien die Attentäter Araber gewesen - daß deswegen der Islam zu verdammen ist, halte ich auch für fragwürdig.

Leider haben auch die Berichterstattung und Analysen zum 9/11 in deutschen Medien extrem abgenommen. (Mal jetzt verglichen mit Hitler-Dokus.)

Kommentar von j.primzek am 20. Juni um 11:10 Uhr

ach ja, noch etwas, wir haben in Dtl. kein solches Klima der Angst - lustigerweise hat der Otto-Katalog ja nix bewirkt. Kein Terrorist hat sich gefunden.

Kommentar von DaRockwilda am 20. Juni um 12:13 Uhr

“Würde man daher behaupten, die Bundesregierung profitiert von den Aktionen der NPD? Nein!”

Das schließe ich nicht so kategorisch aus wie du. Ich dachte du verstehst das Prinzip divide et impera, und da machen sich auch ein paar aufgebaute Nazis gut… gegen die können dann alle demonstrieren, dann demonstrieren sie schon nicht gegen Sozialabbau oder die CIA-Flüge.

“Zu 9/11 Bisher sieht es wohl eindeutig so aus, als seien die Attentäter Araber gewesen”

Huch an was machst du das bitte fest ?

Kommentar von j.primzek am 20. Juni um 14:18 Uhr

Zur NPD

Ich denke, die Bundesregierung infiltriert diese Partei aus Eigenschutz - nichts wäre schlimmer für unser Ansehen, wenn die sich effektiv organisieren würden.
D.h. es war und ist wichtig, was die denken und planen.

Sicher wurde das NPD-Verbot politisch gebraucht - aber das ist ok.

Gegen Sozialabbau wird demonstriert, z.B. jeden Montag in Berlin, nur geht da niemand hin, wo sind nur all die frustrierten Hartz IVler? Die bleiben zu Hause.

Da kann ich der Regierung ja nix vorwerfen, wenn die Menschen von ihrem Demonstrationsrecht keinen Gebrauch machen.

Im übrigen kann man gegen Harzt IV UND die NPD demonstrieren, wie die PDS beweist.

Der Punkt ist halt, daß zu wenig Leute ihren Hintern hochkriegen. Meist sind es Jugendliche. Schade.

Kommentar von Steve am 20. Juni um 16:06 Uhr

Hi,

Der Punkt ist halt, daß zu wenig Leute ihren Hintern hochkriegen. Meist sind es Jugendliche. Schade.

Das eine Problem ist, dass Demonstrationen nur mit einer schon radikalisierten/mobilisierten Gruppe Wirkung zeigen.

Das andere Problem ist, dass sich zumindest in meinem Umfeld viele Menschen wegen der erfolglosen Demonstrationen ganz aktiv vom Demonstrieren abgewendet haben. Da kann man noch so sehr jammern und lamentieren, in diesem Teufelskreis aus fehlender Beteiligung und ausbleibender Wirkung wird das deutsche Demonstrieren langfristig gefangen bleiben. Selbst CSU und NPD haben das verstanden, und die sind schon nicht die Hellsten.

Schönen Gruß, Steve

Kommentar von DaRockwilda am 20. Juni um 22:49 Uhr

“Ich denke, die Bundesregierung infiltriert diese Partei aus Eigenschutz”

Und divide et impera kommt nicht in Frage ? Ich denke überhaupt nicht dass es “schlimm” wäre für die Regierung, wenn sich die NPD “effektiv organisieren würde”. Dann könnte man ja flugs zeigen, wie “konsequent” man gegen “Demokratiefeinde” vorgeht.

“Das andere Problem ist, dass sich zumindest in meinem Umfeld viele Menschen wegen der erfolglosen Demonstrationen ganz aktiv vom Demonstrieren abgewendet haben”

Das kann ich gut verstehen. Mir fällt da die Frage ein, warum genau ist das denn in Frankreich anders ?

Kommentar von Steve am 21. Juni um 00:26 Uhr

Hi,

Und divide et impera kommt nicht in Frage ? Ich denke überhaupt nicht dass es “schlimm” wäre für die Regierung, wenn sich die NPD “effektiv organisieren würde”. Dann könnte man ja flugs zeigen, wie “konsequent” man gegen “Demokratiefeinde” vorgeht.

Ich gebe zu, mein Latein rostet, aber ist divide nicht der Imperativ von “teilen”? Also ist etwas, “gegen [das] dann alle demonstrieren können”, nicht der Feind jeder Divide-et-impera-Strategie? Im Gegenteil, jemand, der durch D&I herrscht, darf niemals eine große Bewegung aufkommen lassen, _selbst_ wenn sie gegen seine Feinde kämpft, denn es ist nie klar, ob sie sich nicht bald gegen ihn richtet.

D&I-Herrschaftsformen sind im Übrigen bei Extremisten recht unnötig, denn D&I ist dazu da, Macht zu verschleiern oder mit wenig Macht zu regieren. Rechte nutzt man politisch viel besser durch eine Strohpuppentaktik: Man verbrennt, argumentativ oder politisch, eine Puppe aus Stroh, um im entstehenden Rauch den Mann verdecken zu können.

Das kann ich gut verstehen. Mir fällt da die Frage ein, warum genau ist das denn in Frankreich anders ?

Gute Frage. Dissertierst du bald in der Politologie? ;–)

Schönen Gruß, Steve

Kommentar von j.primzek am 21. Juni um 01:23 Uhr

@steve

ich finde Demos trotzdem wichtig, was gibt es schon besseres, wenns irgendwo was schlimmes gibt?

Ich meine, die Ärztedemos sind z.T. gut gelaufen.

Kommentar von Necrodamos am 21. Juni um 12:22 Uhr

Ich hab den Artikel schon beim alten Blog gelesen und er hat einige gute Denkansätze.

Aber irgendwie wirkt mir das dann doch zu sehr weit hergeholt. Wir müssen aufpassen, dass wir im Rahmen bleiben und nicht aufeinmal alle Angst vor einer Entwicklung wie dieser haben. Damit will ich sagen, dass dieser Film als Warnung dienen kann, aber genauso zur Panikmache zum Werkzeug von Machthabern werden kann.

Kommentar von DaRockwilda am 21. Juni um 13:01 Uhr

“Also ist etwas, “gegen [das] dann alle demonstrieren können”, nicht der Feind jeder Divide-et-impera-Strategie?”

Im Gegenteil. Ich versuchs noch anders zu erklären: Normalerweise gibt es immer eine bestimmte Menge an Revolutionswillen seitens der Beherrschten gegenüber den Beherrschern. Politisch kaum wirklich repräsentierter Bürger gegen die Elite beispielsweise. Und diesen Revolutionswillen, der sich ja auch in einer gewissen Bereitschaft und Kompetenz in punkto Demonstrationen, Initiativen, sogar Schlägereien äußert, wird aufgeteilt/dividiert: Eben in Revolutionswillen gegen Nazis in dem Beispiel.

Einfach gesagt, wer gerade auf einer Antinazidemo ist kann nicht gleichzeitig auf einer Antibankensystemdemo sein. Wer für ein Antinaziprojekt ehrenamtlich schuftet und xxx Euro an Spenden sammelt, kann diese Ressourcen nicht für ein Direktdemokratieprojekt nutzen.

Wenn du darauf hinauswillst, dass die Empörung gegenüber Nazis die normalen Bürger zusammenschweißt anstatt “aufzuteilen”, dann ist das auch nur halb richtig. Erstens sind nicht alle Bürger so aufgebracht gegen Nazis, manche verteidigen sie auch, und zweitens ist der zusammengeschweißte Rest ja für die Machthaber komplett ungefährlich, weil die Energie wie oben beschrieben in eine andere Richtung fließt. Gegen die Nazis, nicht gegen die Machthaber.

“jemand, der durch D&I herrscht, darf niemals eine große Bewegung aufkommen lassen, denn es ist nie klar, ob sie sich nicht bald gegen ihn richtet”

Deshalb ist ja die Führungsriege fast nur aus V-Männern zusammengesetzt. Die wissen sowas schon zu verhindern.

Kommentar von Ewgenij am 21. Juni um 13:07 Uhr

Ich möchte nur sagen das auch solche Filme eine strategische Maßnahme der US Regierung ist. Diese ist psychologisch “bestimmt” nachweisbar. Denn solche Filme sollen eine Kontroverse aufzeigen um ein Stück Wahrheit zu zeigen, jedoch mit dieser Aufklärung das ganze wieder beschwichtigen. Das heisst im Klartext, dass die Zuschauer desenibilisiert werden sollen. Die selben Intentionen kann man den Filmen Syriana und Insideman entnehmen wo eine jüdischer Geschäftsmann seine Vergangenheit verschleiern möchte. Die ganzen Filme zeigen die Wahrheit absichtlich nur sehr grob!

Mfg Ewgenij

Kommentar von DaRockwilda am 21. Juni um 13:48 Uhr

Und trotdem könne wir sie als Startpunkt nehmen. Wir sollen ja nach dem Film nicht aufhören zu denken. Sie sind eine Basis, von der aus es weitergehen kann. Und als Medium sind Filme nunmal sehr gut geeignet, um völlig ahnungslosen Menschen einen Einblick in die Materie zu geben.

Bei Youtube habe ich übrigens gerade einen kurzen Film gesehen, der die Parallelen von V For Vendetta und speziell 9/11 aufzeigt:

http://youtube.com/watch?v=AJ7.....etta%20911

Kommentar von Steve am 21. Juni um 13:50 Uhr

Hi,

Im Gegenteil. Ich versuchs noch anders zu erklären: Normalerweise gibt es immer eine bestimmte Menge an Revolutionswillen seitens der Beherrschten gegenüber den Beherrschern. Politisch kaum wirklich repräsentierter Bürger gegen die Elite beispielsweise. Und diesen Revolutionswillen, der sich ja auch in einer gewissen Bereitschaft und Kompetenz in punkto Demonstrationen, Initiativen, sogar Schlägereien äußert, wird aufgeteilt/dividiert: Eben in Revolutionswillen gegen Nazis in dem Beispiel.

Na ja … Das ist nicht das D&I, wie es normalerweise definiert wird. Das ist schon eine ziemlich festgelegte Strategie, deren Kern (wiederhole: Kern) es ist, niemandem mehr Macht haben zu lassen als man selbst hat, und da erreichst du mit Nazidemonstrationen nur wenig.

Die Strategie, die du hier offengelegst, ist vielmehr ein Burgfriedensansatz.

Schönen Gruß, Steve

Kommentar von DaRockwilda am 21. Juni um 14:09 Uhr

“deren Kern (wiederhole: Kern) es ist, niemandem mehr Macht haben zu lassen als man selbst hat”

Also würdest du sagen, dass der gesammlte Revolutionswille aller Beherrschten, wenn er sich NUR auf die Absetzung der Herrschenden richten würde, nicht ausreichend wäre um ein ernsthaftes Problem darzustellen ?

Außer Nazis gibt es da ja noch dutzende anderer Felder…

Kommentar von Steve am 21. Juni um 14:15 Uhr

Hi,

ob ich das sagen würde, ist ja irrelevant zur Bewertung des Ansatzes. Die Frage ist, ob die Macht, die gegen Nazis, gegen Arbeitslosigkeit oder gegen “Sozialschmarotzer” in Stellung gebracht wird, jeweils für sich genommen größer ist als die Macht, die sonst außerhalb der Regierungssphäre rumschwirrt.

a) Ja: Kein divide et impera.
b) Nein: Möglicherweise divide et impera.

Ich sage, a), denn die Medien mobilisieren vor allem gegen die letztere Gruppe extrem.

Schönen Gruß, Steve

Kommentar von DaRockwilda am 21. Juni um 20:40 Uhr

“Ich sage, a), denn die Medien mobilisieren vor allem gegen die letztere Gruppe extrem”

Ich verstehe immer noch nicht, wie das D&I ausschließen soll. Ja, die Antinazibewegung wird durch die Medien gestärkt, wenn du so willst also die Stärkung einer anderen Machtgruppe, aber eben einer Machtgruppe die der eigenen nicht gefährlich werden kann !

Das Aufrüsten anderer ist ja nichts schlimmes für die Machthaber, solange die IN DEN WICHTIGEN BEREICHEN die eigene Macht nicht angreifen.

Kommentar von Steve am 21. Juni um 20:50 Uhr

Hi,

ich glaube auch, wir reden aneinander vorbei.

Wenn ich dich richtig verstehe, siehst du hier eine Machtausübungsstrategie: Da stimme ich dir zu.

Ich stoße mich an der Terminologie: Divide et impera ist ein Fachausdruck, und der passt hier einfach nicht. Divide et impera-Ansätze verbieten, irgendeine Gruppe zu stärken. Ist genau so wie in der Informatik, wo Divide-et-impera-Algorithmen die Klasse der Algorithmen bilden, die ein Problem in Teilprobleme zerlegen, aber nie, nie, nie Teilprobleme zusammenlegen.

Wie gesagt, dass da Machtausübung ist, will ich gar nicht bezweifeln.

Schönen Gruß, Steve

Kommentar von DaRockwilda am 21. Juni um 21:31 Uhr

“Divide et impera-Ansätze verbieten, irgendeine Gruppe zu stärken”

Eben das sehe ich nicht so. In der Wiki-Definition wird das auch gar nicht erwähnt.

Das Vorbeireden seh ich genauso, und ich denke es rührt vor Allem daher, dass ich was anderes aufteilen will als du. Ich will ja nicht zwingend Gruppen aufteilen, sondern in dem Fall ja primär “Revolutionsenergie”. Verstehst du zumindest wie ich denke dass diese Energie aufgeteilt wird ? Dann können wir immernoch Terminologie besprechen.

Kommentar von Steve am 21. Juni um 23:45 Uhr

Versuch mal die englische Wikipedia-Definition ;-).

Ich verstehe deinen Denkansatz und sehe gut, wie du die Energie aufgeteilt siehst. Und ich sehe vor allem, dass das Ziel der Diskussion meinerseits erfüllt ist: Du weisst, dass manche Menschen sich daran reiben, ob D&I hier der korrekte Begriff ist. Was hälst du davon, die Diskussion zu begraben?

Schönen Gruß, Steve

Kommentar von DaRockwilda am 22. Juni um 00:16 Uhr

Okay. Du hast ja die Machtausübung bereits erkannt, und im Grunde genommen reicht das auch. Wie man es dann nennt ist zweitrangig. Gute Nacht :-)

Kommentar von Claudia Troßmann am 24. September um 01:32 Uhr

Die Maske assoziiert bei mir Zapatistas, Marco und Holloway, der geht pi mal Daumen von der These aus: Die Macht wird machtlos, wenn ihr keine Macht zugestanden wird.

Da würde ihm jeder Psychiater Recht geben. Auf diese Art wird mensch nicht nur Phobien los. ;)

Kommentar von Remember, remember the fifth of november « infowars am 12. November um 21:04 Uhr

[...] Um diesen fünften November zu feiern ist ein ganz besonderer Gast aus dem England der Zukunft zu uns gereist, um einige Worte an uns zu richten die uns nachdenklich stimmen sollten. Meine Damen und Herren, hier ist V: “Guten Abend. Zuerst will ich mich für diese Unterbrechung entschuldigen. Wie so viele von euch mag ich den Komfort des Alltags. Die Sicherheit des Vertrauten, die Ruhe der ständigen Wiederholung routinierter Abläufe. Das mag ich genauso wie jeder Andere. Aber um uns zu erinnern, so wie an diese wichtigen vergangenen Momente die man gewöhnlich mit einem Todesfall oder dem Ende irgendeines schrecklichen blutigen Kampfes verbindet, oder die Zelebrierung eines schönen Feiertags, dachte ich mir, wir könnten heute diesen 5. November, einen Tag an dem leider nicht mehr der Vergangenheit gedacht wird, zu etwas Besonderem machen, indem wir uns ein wenig unserer Zeit nehmen und miteinander reden. [...]

Kommentar von jan am 4. Januar um 22:35 Uhr

mein lieber autor, ich bin deiner meinung. ich bin auch dabei, wenn ich nur wüßte das es etwas anständiges geben würde das so gesittet und anständig handeln kann wie V.
hast du eine idee?

gruß
jan

Kommentar von DaRockwilda am 5. Januar um 01:02 Uhr

@Jan:

Du musst entschuldigen, aber ich bin mir noch nicht ganz sicher, wie ich deinen Kommentar verstehen soll. Ich habe oft von Kritikern gehört, V würde ja selbst gewalttätig und vor Allem gegenüber Evey unfair handeln. War dein “gesittet und anständig” also ironisch gemeint, oder hast du es ernst gemeint und mehr auf seine Werte bezogen?

Ansonsten verstehe ich dich so, dass du ein Beispiel in der echten Welt willst, das so unterstützenswert wäre wie V.

Bitte um Verdeutlichung, DaRockwilda

Kommentar von Fahrenheit am 2. Juli um 00:41 Uhr

Kommentar von Hörman am 13. Juli um 00:56 Uhr

Ein absolut hervorragender Film!

1984, Fiktion, Vergangenheit, Gegenwart und mögliche Zukunft werden aufgegriffen um an jeden einzelnen zu appellieren Verstand und Mut zu gebrauchen!

Ansehen!

Eigenen Kommentar verfassen:

Du musst eingeloggt sein um einen Kommentar schreiben zu können.