Terroristen morden im Maghreb
So lautet die neue Schlagzeile in Bild SPIEGEL ONLINE. Ich referenziere den SPIEGEL ONLINE übrigens nicht mehr per Link, weil ich das Ranking dieser Publikation nicht auch noch durch meine Mithilfe hochtreiben will.
Hier die URL: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,476620,00.html
Na gut, vollständig lautet sie
Bin Ladens Terroristen morden im Maghreb
Aber was tuts? Ist bzw. war Osama bin Laden nicht der Bruder eines guten Geschäftsfreundes von G.W. Bush? Und steht nicht für diesen Mann bis heute der Beweis aus, daß er NICHT MEHR auf der Gehaltsliste der CIA steht?
Also richtig müßte die Schlagzeile eigentlich lauten:
“false-flag” - Terroristen morden im Maghreb
Damit wird schon wesentlich klarer, was gespielt wird. Insofern kann man durchaus mit Interesse in dem SpOn - Artikel weiterlesen, wenn man die kryptischen Begriffe entschlüsselt hat.
Die “al-Qaida im islamischen Westen” hat sich offiziell erst Anfang dieses Jahres gegründet.
Aha. SPIEGEL ONLINE war dabei oder hat direkten Zugang zu den “Gründern”? Oder zum wem sonst? Ich frage ja nur. Möge sich jeder seinen Teil denken.
Zur Kategorie der “vom Glauben Abgefallenen” gehört für die von dem ehemaligen GSPC-Kommandeur Abu Musab al-Wudud geführten Truppe auch die Regierung Algeriens, die heute ins Visier genommen wurde.
Klar, jetzt wird auch klarer, warum die USA in Algerien die FIS gegen die FLN unterstützt hatte. Möglicherweise soll die aktuelle algerische Regierung massiv unter Druck gesetzt werden. Hier müßte geforscht werden, mit welchem Ziel.
Das Regime sei für den Verfall der religiösen und moralischen Werte verantwortlich, schrieb die Organisation im Januar in einer “Botschaft an die Muslime Algeriens”, die SPIEGEL ONLINE vorliegt.
Na so was! Darf man fragen, aus welcher Quelle diese Botschaft stammt? Um welche PR- Agentur Nachrichtenagentur es sich handelt? Nein, darf man nicht, es könnten sich ja Antworten finden lassen. Da seien Broder und Mahlzahn vor!
Doch nicht nur Algerien ist von einem Neuerstarken der dschihadistischen Kräfte erfasst - im gesamten Maghreb zeichnet sich eine entsprechende Bewegung ab. Es gebe eine “neu organisierte dschihadistische Szene in Nordafrika”, ist Terrorexperte Steinberg überzeugt. Seit 2003 habe sich das abgezeichnet.
Natürlich, natürlich. Nachdem im Irak jedes Kind weiß oder wenigstens ahnt, daß hinter Al-Qaida die Besatzungsmacht steckt, muß das abgenutzte Instrument einer neuen Verwendung zugeführt werden. Politisches Recycling.
Im Nachbarland Marokko konnten die Sicherheitsbehörden erst gestern eine Terrorzelle unschädlich machen: Vier der Verdächtigen entzogen sich der Festnahme, in der sie ihre Sprengstoffgürtel zündeten und sich das Leben nahmen.
Ist es dabei ähnlich zugegangen wie bei den “Selbstmorden” der “Täter” der Madrider U-Bahn-Attentate? Dann kann ich mir vorstellen, was abgelaufen ist.
Ein Zusammenhang zu dem heutigen Anschlag in Algier ist nicht festzustellen - aber das beide Ereignisse denselben Trend abbilden, ist unter Experten unstreitig: Der Maghreb wächst zum Terrorschlachtfeld heran - eine Vision, die lokale Terroristen, aber auch al-Qaida, stets herbeigesehnt haben. Nicht zuletzt, weil der Maghreb jene arabische Region ist, die am nächsten am Westen liegt.
Das muß man natürlich ein wenig übersetzen. Wäre Al-Qaida wirklich das, was sie vorgibt, dann wäre eine Attentatswelle gerade in diesen Ländern derzeit absoluter Unsinn, vor allem und gerade in Algerien. Auffällig, daß “lokale Terroristen” und al-Qaida unterschieden werden. “Lokale Terroristen” ist gewöhnlich die imperiale Umschreibung für Widerstandsorganisationen, die sich der Kontrolle des Imperiums entziehen. Aha. Offenkundig haben die dem Imperium hörigen Regierungen in Marokko und Algerien wachsende Schwierigkeiten mit ihrer Opposition. Im Falle Algeriens bzw seiner Regierung ist mir noch unklar, ob diese an den Anschlägen beteiligt ist oder ob sie dazu dienen, sie unter Druck zu setzen.
Erst gestern stellte die europäischse Polizeibehörde Europol den Terrorbericht für das Jahr 2006 vor. Demnach wurden in der EU zwischen Oktober 2005 und Dezember 2006 340 Personen wegen Vergehen festgenommen, die im Zusammenhang mit Terrorismus standen - von ihnen waren mehr als die Hälfte aus Marokko, Algerien und Tunesien.
Diese Aussagen lassen den Verdacht aufkommen, daß der “Terrorismus” im steigenden Maße auch zur Einschüchterung der moslemischen Minderheiten in Europa, speziell in Frankreich zum Einsatz kommen soll bzw schon kommt.
Eine niederländische Studie vom Dezember 2006, die den Zeitraum zwischen 2001 und 2006 untersuchte, kam zu einem ähnlichen Ergebnis: Ein Viertel der Dschihadisten, die in Europa aktiv wurden, stammten demnach aus Algerien, gemeinsam mit anderen Nordafrikanern machten die gut die Hälfte der Gruppe aus.
Als Ursachen für die Revitalisierung dschihadistischen Gedankenguts in den Maghrebstaaten nennt Terrorexperte Steinberg eine Monopolisierung der Religionsauslegung durch den Staat und die repressive Politik der Regime gegenüber Islamisten.
Aha. Auf eine verdrehte Art und Weise stimmt das wahrscheinlich sogar. Die Monopolisierung der Religionsauslegung durch den Staat ist ein Euphemismus für die Verstärkung der staatlichen Repression gegen die Bevölkerung und die repressive Politik der Regime gegenüber Islamisten (sie nennen sie verrückterweise sogar Regime!) auch.
Aber auch der Irakkrieg spiele eine Rolle.
Gewiß. Dort ist der Al-Qaida-Schwindel nämlich längst aufgeflogen.
Allerdings weisen Steinberg und seine Ko-Autorin Isabelle Werenfels in ihrer Studie auch auf die Möglichkeit hin, dass die Annäherung der GSPC an al-Qaida aus einer Position der Schwäche heraus zustande gekommen sein könnte: Um neue Rekrutierungs- und Finanzierungswege zu öffnen, beispielsweise.
Anders ausgedrückt: man muß andere Gespenster als al-Qaida erfinden, weil die alte agent provocateur - Organisation sich abgenutzt hat.
Die Zahl der GSPC-Kämpfer wird von ihnen auf rund 800 geschätzt. “Dass eine Terrororganisation geschwächt ist, bedeutet in der Regel nicht, dass sie keine Anschläge mehr zu organisieren vermag”, ergänzen sie freilich.
Daran ist nicht zu zweifeln. Wenigstens zweifle ich nicht daran, daß genug Geld zur Verfügung steht.
Im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE vermutete Steinberg heute jedenfalls, dass “man damit rechnen muss, dass es zu weiteren Anschlägen in der Region kommen wird.”
Das dürfen, müssen wir wahrscheinlich durchaus als Ankündigung verstehen.
Sie sehen, wenn man die richtigen Schlüssel kennt, sind sogar SPIEGEL ONLINE - Artikel informativ.
Kommentar von nemetico am 11. April um 17:53 Uhr
Fundsachen
Neue Züricher Zeitung
Die Autorin Cornelia Derichsweiler, Madrid, halte ich für keine echte Desinformationssöldnerin, sie scheint zu glauben, was sie schreibt. Ich vermute, daß sie einfach die Meldungen diverser PR-Agenturen “verarbeitet”, denn mit Sicherheit arbeitet sie nicht in Algerien und der Sahel-Zone. Sie scheint mir eine ernsthafte Journalistin zu sein, die “gefüttert” wird. Aber einiges an ihrem Text ist aufschlußreich.
Die zunehmende Ausbreitung islamistischen Terrors in Nordafrika macht nicht nur den europäischen und maghrebinischen Staaten, sondern auch den Amerikanern Sorge.
Ist doch immer schön, wenn “die Amerikaner” “besorgt” sind. Dahinter steckt gewöhnlich immer irgendeine Teufelei.
In Washington hatte man allerdings schon 2002 erste Kaida-Spuren in der Sahelzone entdeckt.
Ach nee, in Washinton hat man Kaida-Spuren mit dem Fernrohr in der Sahel-Zone “entdeckt”. Hat es was mitBodenschätzen in Dahrfur zu tun?
Die Vereinigten Staaten haben seither viel Geld für die Entwicklungs- und vor allem für die Sicherheitspolitik in der Region investiert. Allein im letzten Jahr erhielten die Sahel-Staaten und ihre winzigen Armeen Waffen und Kommunikationssysteme für rund 80 Millionen Dollar.
Aha? Interessant.
Am engsten ist offenbar die militärische Kooperation mit Algerien.
War mir ehrlich gesagt bis jetzt nicht klar.
In der Wüstenregion im Süden des Landes sollen US-Spezialtruppen und algerische Einheiten gemeinsame Übungen veranstalten. Algerische Truppen dringen in einzelnen Fällen auch bis nach Mali vor, um Aktivisten der Salafisten zu verfolgen.
Oh? Mali?
Das amerikanische Engagement in der Region übertrifft inzwischen bei weitem dasjenige der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich. Die Franzosen haben zwar im Tschad noch eigene Truppenkontingente stehen, scheinen jedoch mit dem Anti-Terror-Kampf eines geographisch so unüberschaubaren Gebiets überfordert zu sein.
Der französische Imperialismus ist eben überaltert. Bemerkenswert die Formulierungen. Es scheint eine “Notwendigkeit” des “Anti-Terror-Kampfes” im Tschad zu bestehen. Warum? Weil die Bevölkerung des Tschad so sehr unter Al Qaida (=Kloschüssel) leidet? Oder um ihr aus ihrer “extremen Armut” zu helfen? Das mit Sicherheit nicht. Es ist doch bemerkenswert, was man alles da herauslesen kann. Der US-Imperialismus “ersetzt” also die Rolle Frankreichs, bzw des französischen Imperialismus in dieser Zone. Die Parallele zu Vietnam 1954-56 ist erstaunlich.
Auch die Amerikaner tun sich schwer im Niemandsland: Die Übungslager der Islamisten können binnen wenigen Stunden verlegt werden. Die Sicherheitskräfte der Sahel-Staaten sind für diesen Kampf nur schlecht gewappnet. Die extreme Armut der Region gilt als gefährlicher Nährboden für Extremismus.
Kuckuck. Gäbe es Journalisten, sollten diese unbedingt recherchieren, welche Teufeleien da im Gange sind.
Kommentar von undercoverbuster am 11. April um 19:21 Uhr
SpOn:
Anschlag vor algerischen Amtssitz: Einem Selbstmordattentäter war es gelungen, mit einem Auto auf den geschützten Parkplatz vor dem Amtssitz in Algier vorzudringen. Dort soll er Augenberichten zufolge den Wagen zur Explosion gebracht haben. Sechs Stockwerke des Gebäudes wurden erheblich beschädigt.
Brand nach Autobombenexplosion: Feuerwehrmänner versuchen, das Feuer auf der Straße vor dem algerischen Regierungspalast zu löschen. Das Auto explodierte gut 30 Meter vor dem Eingang des Regierungssitzes.
Aus dem Irak wissen wir mittlerweile, wie so etwas abgelaufen sein könnte.
Es gibt verschiedene Methoden, um ein solches “Selbstmordattentat” zu realisieren. Zum einen kann in einem abgestellten mit Bombe präpariertem Auto eine Leiche untergebracht werden. Zum anderen gibt es - in zahlreichen Varianten - die “Methode Taxifahrer”. Ein unwissender “Selbstmordattentäter” kutschiert als Kurierdienst einen Koffer oder etwas ähnliches zu einem Zielort und ruft dann per Handy eine Telefonnummer an, um Bescheid zu geben, daß er am Auftragserfüllungsort angekommen ist.
In jedem Fall sollte auffällig sein, daß ein echtes “Selbstmordattentat” in diesen Fällen - vom “militärischen” Gesichtspunkt her - eigentlich völlige Vergeudung eigener Menschenleben wäre - aus der Sicht einer möglichen “terroristischen Organisation”. Es wäre eigentlich nicht notwendig, für solche Anschläge einen Kamikazeattentäter anzusetzen.
Alles deutet auf False Flag hin.
Kommentar von Tobias am 11. April um 19:56 Uhr
Es geht einfach darum, den Leuten Angst einzujagen, um so Kontrolle auszuüben. Nur so kann ein Staat heutzutage funktionieren.
Kommentar von nemetico am 11. April um 20:31 Uhr
Ergänzung
Da gäbe es auch noch das Stichwort Strategie der Spannung
Kommentar von DaRockwilda am 12. April um 03:07 Uhr
@nemetico:
Du schreibst:
Ich denke, die algerische Führung soll deshalb unter Druck gesetzt werden:
Es geht hier um das neue US-Oberkommando für Afrika, siehe:
http://politblog.net/krieg-ter.....itplan.htm
http://politblog.net/internati.....ichten.htm
Man nehme also ein paar “islamische” Terroristen, hetze sie gegen die algerische Regierung und biete dieser wiederum an, sie mit einem US-Vorposten gegen die “Gefahr” zu schützen. Imperator Palpatine wäre stolz.
Kommentar von avatar am 12. April um 09:25 Uhr
“Es geht einfach darum, den Leuten Angst einzujagen, um so Kontrolle auszuüben. Nur so kann ein Staat heutzutage funktionieren.”
@tobias
Ja und auch bei uns in D funktioniert das ganz gut:
Rinderwahnsinn,Vogelgrippewahn, Klimakatastrophe, Zeckenhysterie usw. usw….
Ja und damit hat man in den letzten Jahren “das Volk” von den wirklich wichtigen Veränderungen, die im Hintergrund liefen und heimlich Beschlusssache wurden, abgelenkt. Funktioniert wirklich gut.
Kommentar von nemetico am 12. April um 11:25 Uhr
@DaRockwilda
Teufel nochmal, Darockwilda, ich hab mir jetzt deine Artikel jetzt erst genau durchgelesen. Das ergibt eine Übereinstimmung.
Du hast recht.
Damit ist vom “Cui bono?” und vom “Wer war es erfahrungsgemäß?” völlig eindeutig, wer die “Terroristen im Maghreb” sind.
Ach du dickes Ei.
Überlege mir ernsthaft, ob ich eine Art offener E-Mail an die algerische Botschaft entwerfe.
Kommentar von guan am 12. April um 17:13 Uhr
genau so ist es! - wo ich gestern die meldung gehört (nicht gesehen) hatte und der sprecher dann meinte, dass es die CIA-Aussenfiliale ‘Al Quaeda’ gewesen sein soll (woher ahnte ich genau das nur schon vorher?), war mir sofort klar, dass es sich hierbei um einen präzise & schnell ausgeführten, erpresserischen versuch seitens des pentagon gegen die alg. regierung gehandelt haben müsste.
schaut man sich mal an, wieviele bases es allein schon im mittelmeerraum gibt (spanien: rota, moron, zaragossa - sizilien: signorella - kreta: souda bay / die engländer sind auf zypern und wollen den amis bald platz machen…), so müssen all diese basen auch mit dem neuen imperialen ziel des pentagon in afrika koordiniert werden, denn uganda (wo eh schon mehr als 2 luftwaffenbasen existieren) liegt zudem von den strategischen routen viel zu weit weg. algerien wäre also der wichtigste landstrich (auch gegen frankreich als zweckmassnahme!), um schnell operativ - luft & wasser - tätig werden zu können, zumal die amerikaner sich schwerpunktmässig aus europa zurückziehen wollen.
aber wofür genau? um ein neues schlachtfeld in europa aufzubauen? ein neuer plan? oder doch eine neuerliche verschwörungstheorie?? - und da passt es auch irgendwie zum gesamtpuzzle, den europäer erneut zu ‘umzingeln’…
Kommentar von guan am 12. April um 18:00 Uhr
ach nochwas fiel mir ein - algerien will bei der ‘freien Gas-OPEC’ mit machen, die sind natürlich an keinerlei amerikanischer einflussnahme interessiert…
“… Neben Iran und Russland stehen Algerien, Venezuela, Katar, Trinidad und Tobago, Nigeria, Oman, die Vereinigten Arabischen Emirate, Brunei, Malaysia und Indonesien auf der Liste der Länder, die bereit wären, ihre Teilnahme am künftigen Kartell zu diskutieren…”
http://de.rian.ru/world/20070404/63077932.html
und auch
http://de.rian.ru/business/20070120/59418611.html
(”Algerien hält Schaffung einer “Gas-OPEC” für zu früh” - diese position dürfte sich jetzt sicher schlagartig ändern…)
Kommentar von nemetico am 16. April um 17:01 Uhr
aufschlußreich, auch die Kommentare