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NeoCons sehen in Bush den Sündenbock für den Irakkrieg

Am heutigen Dienstag, dem 7. November 2006, finden die Kongresswahlen in den USA statt. Wie schon bei den Präsidentschaftswahlen 2004 gibt es bereits im Vorfeld eine Menge Berichte von Problemen mit den elektronischen Wahlmaschinen.

Doch es ist letztlich irrelevant, welche “Partei” (ich verwende Anführungszeichen, weil es in den USA keine zwei Parteien gibt - es gibt nur eine Kriegspartei mit einem linken und einem rechten Flügel) mehr Spendengelder für die Manipulation der Wahlmaschinen ausgeben kann. Da wird nur entschieden, welchen Namen künftig die Schecks tragen, die der militärisch-industrielle Komplex an die “Volksvertreter” ausstellt.

Es wird keinen Unterschied machen, welcher Partei die gewählten Kandidaten angehören. Die allermeisten von ihnen werden sowieso von den gleichen Konzernen finanziert. Ob nun Rüstungsfirma X oder Y; Ob nun Großbank A oder B, ob Pharmakonzern P oder K auf offenere Ohren bei den Gewählten stößt als die Konkurrenzfirma, spielt für die letztendliche Politik keine Rolle.

Wenn die Republikaner jetzt allzuviel Glaubwürdigkeit verspielt haben und Präsident Bush unpopulär ist, dann setzt das große Geld eben auf die Demokraten. Statt NeoCons gibt es NeoLibs.

Das gleiche gilt nicht nur für Geld, sondern auch für die hinter der imperialistischen Außenpolitik stehenden Ideologen. Auch die so genannten “Architekten” der jeweiligen Kriege wechseln einfach die Front.

Beobachten konnte man dies in den letzten Tagen gleich bei drei hochkarätigen Vertretern der NeoCons, nämlich bei Richard Perle, Kenneth Adelman und David Frum.
Alle erschienen die drei Herren kürzlich in Interviews, in denen sie Präsident Bush kritisierten. Der Präsident, der so brav die Forderungen des Project For A New American Century erfüllt hat, ist nun der Sündenbock. Perle sagt, sein großartiger Plan für den Irak sei durch die Inkompetenz im Weißen Haus zu dem verkommen, was sich heute im Irak abspielt.

Richard Perle hatte selbst als Chef des Defense Policy Board Advisory Committee im Pentagon den Mann eingeladen, der vielleicht wie kein anderer für das Schlamassel im Irak verantwortlich war: Ahmed Chalabi, der Exiliraker mit dem fantasievollen Lügen über Saddams Horrorwaffen.

David Frum war der Mann, der die Rede des Präsidenten von der “Achse des Bösen” 2002 mitverfasste.

Kenneth Adelman schließlich ist der Volksverhetzer, der ebenfalls 2002 in einer Kolumne in der Washington Post behauptet hatte, “der Irakkrieg wird ein Spaziergang”.

Diese drei Männer sind nicht unschuldig. Jeder hat auf seine Art dazu beigetragen, den Bürgern der USA einen Krieg gegen den Irak schmackhaft zu machen. Sie haben die USA und die Welt belogen und einen illegalen Angriffskrieg mit zu verantworten. Jemand sollte im Irak anrufen und fragen, ob neben dem Galgen für Saddam Hussein nach Platz ist.

So aber werden diese NeoCons versuchen, auch den nächsten Krieg für die Rüstungslobby zu verkaufen, ob an Republikaner oder an Demokraten.

DaRockwilda
Dieser Eintrag wurde am Dienstag, den 7. November 2006 von DaRockwilda geschrieben und in die Kategorie Krieg, Militär, Terrorismus eingeordnet. Du kannst alle Kommentare zu diesem Artikel mit dem RSS 2.0 Feed beobachten. Du kannst eine Antwort hinterlassen, oder durch einen Trackback auf diesen Artikel verlinken.
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Kommentar von Lara am 7. November um 13:59 Uhr

Mit den beiden Flügeln, das war ein Zitat vor Gore Vidal, der es allerdings so ausgedrückt hat: “Amerika hat ein Einparteiensystem mit zwei rechten Flügeln”

Die angeblich linke Demokratin Nancy Pelosi wurde in einem Feature auf Deutschlandfunk zur US-Wahl gestern als eine Art rechte Sozialdemokratin beschrieben, zumindest bezogen auf die deutsche Polit-Landschaft.

Und zur Einheitskriegspartei habe ich - auch gestern - einen interessanten Artikel gelesen:

“Es darf nicht vergessen werden, daß die Administration des demokratischen Präsidenten William Clinton weitaus mehr irakische Opfer auf dem Gewissen hat, als die von Präsident George W. Bush. Laut UN-Angaben starben aufgrund des von der Clinton-Administration durchgesetzten Wirtschaftsembargos gegen Irak in den 90er Jahren 1,5 Millionen Menschen, zum größten Teil Kinder und Alte. Das geschah mit Unterstützung der »westlichen Wertegemeinschaft« und mit der gemeinsamen Zielstellung, Saddam Hussein in die Knie zu zwingen und in Irak die »Demokratie« einzuführen. Auf die Frage von Moderator Lesley Stahl am 12. Mai 1996 in der Fernsehshow »60 Minuten«, ob der Tod von bis dahin 500000 irakischen Kindern den Preis wert sei, antwortete Clintons damalige Außenministerin Madeleine Albright mit einem klaren Ja.”
http://www.jungewelt.de/2006/11-06/010.php

Ohne Worte.

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