Folge 4 der Berichterstattung über den Beginn des Dritten Weltkriegs
Und wieder ein Tag vorbei, und nichts hat Israels Mordmaschiene aufgehalten. Die UNO beziehungsweise ihr Generalsekretär Kofi Annan tun das was sie am Besten können, beschwichtigen. Es bringt nichts sich an den Sicherheitsrat zu wenden Kofi, denn dort sitzt auch John Bolton, der “zweite Botschafter Israels bei der UNO“. Er wird jegliche Anstrengungen gegen Israel mit einem Veto stoppen.
Zur Einstimmung empfehle ich jedem Leser, diese Bilder hier aus dem Libanon anzuschauen. Ob unsere Kanzlerin Merkel sie erwähnt hat, als sie gestern mit dem israelischen Ministerpräsidenten telefoniert hat ? Wohl kaum. Oder ob sie von diesem gekühlten Behälter gesprochen hat, in dem vor einem Krankenhaus die Leichen von 91 libanesischen Zivilisten (darunter 55 Kinder. 55 !) lagern ? Ich wage es zu bezweifeln. Sie wird irgendetwas von Existenzrecht Israels und der deutsch-israelischen Solidarität erzählt haben.
Und sollte immer noch jemand die Lüge aus den Massenmedien glauben, dass der gestartete Krieg von der Hamas und ihrer Entführung eingeläutet und verschuldet wurde, der sollte sich die Worte von Noam Chomsky in diesem Video anschauen. Der liberale amerikanische Jude Chomsky beschreibt noch einmal genau, dass diese Entführung eines israelischen Soldaten selbst nur die Antwort auf eine wenige Tage zuvor statt gefundene Entführung zweier palästinensischer Zivilisten durch die IDF (Israeli Defense Force) war. Und Chomsky weisst auch auf das offensichtliche hin, dass nämlich die Entführung eines Soldaten einen weitaus geringeren Verstoß gegen das Kriegsrecht darstellt als die Entführung von Zivilisten.
Zu der Entfachung dieses neuen Krieges bin ich auf etwas Interessantes gestoßen. Schon lange schreibe ich über Beispiele, bei denen sich angebliche arabische Terroristen als Mitglieder westlicher Geheimdienste entpuppen. Was diese dann ausführen sollen nennt man False-Flag Terror, das sind irgendwelche Anschläge die man auf die arabischen (im Falle von Operation Northwoods kommunistische) Terroristen schieben kann, auf lange Sicht aber dann nur den “angegriffenen” westlichen Ländern nutzen.
Ein solches Szenario ist auch bei der dann folgenden Entführung zweier israelischer Soldaten durch die libanesische Hisbollah denkbar. Erstens befanden sich die Israelis diesem Bericht zufolge zum Zeitpunkt ihrer Entführung auf libanesischem Staatsgebiet. Dies könnte darauf hindeuten, dass Israel absichtlich die beiden Soldaten auf die andere Seite der Grenze zu schicken, um sie dann - ja um sie dann zu entführen. Jetzt sagt der Leser “Moment, aber es waren doch die bösen Araber die sie entführt haben”. Das ist auf den ersten Blick richtig, aber nur auf den Ersten.
Dieser Bericht der israelischen Nachrichtenagentur YNet-News zitiert ein “hochrangiges” Mitglied der IDF, der da sagt:
Falls YNet diese Seite löschen sollte, schreibt es in die Kommentare. Ich habe einen Screenshot gemacht, den ich auf Anfrage gern verschicke, weil das eine überaus wichtige Aussage ist. Wenn die Hisbollah in großem Maße vom israelischen Geheimdienst Mossad infiltriert ist, dann ist dies hier keine abwegige Überlegung: Israel schickt zwei Soldaten als Opferlämmer auf die libanesische Seite der Grenze. Dann entführt eine der die Hisbollah infiltrierten Zellen des Mossads als Araber verkleidet die beiden Soldaten, und schon “wird Israel angegriffen” und “man schießt zurück”. Klingt abwegig ? Schon mal vom Sender Gleiwitz gehört ?
Israel jedenfalls soll die Entführung nur recht sein, und führt seinen Plan für einen ausgewachsenen Krieg in der Region fort. Laut dem Verteidigungsminister Amir Peretz ist man bereits auf eine richtige Bodenoffensive im Libanon eingestellt. Braucht ja nur noch der Mossad nochmal ein paar israelische Soldaten entführen.
In Vorbereitung der fortgeführten Einäscherung des Libanon verteilt Israel jetzt Flugblätter, in dem sie das gesamte Land zum Ziel erklärt. “Alle Häuser, die im Verdacht stehen Munition und Waffen zu lagern, werden bombardiert“. Und woher weiß Israel, in welchem Haus Waffen versteckt sind ? Genau so wie Israel “wusste”, dass der Irak Massenvernichtungswaffen hat oder wie ? Wie tief sind wir gesunken, wenn wir so Etwas gelten lassen als Begründung für mehr Bilder wie diese hier ?
Schon jetzt sind ein Drittel der Bomben- und Artillerieopfer Kinder, durch diese “Praktisch alle Häuser können bombardiert werden”-Taktik wird diese Zahl nicht besser werden.
Kommen wir also wieder zu dem Teil des Artikels, der sich mit den Zuschauern auf den billigen Plätzen aus aller Welt befasst.
Hier muss zunächst einmal gesagt werden, dass diese Zuschauer garantiert nicht alles zu sehen bekommen, was vor Ort im Bombeninferno geschieht. Die Sache ist nämlich die: In Israel gibt es einen weiblichen Colonel Sima Vaknin. Vaknin ist die Chefzensiererin der israelischen Armee, nach eigener Aussage “außerordentlich mächtig”:
“Ich kann zum Beispiel eine Order herausgeben, wonach einfach gar nichts veröffentlicht werden darf. Ich kann eine Zeitungsredaktion schließen oder einen Sender. Ich kann fast alles tun.”
So spricht die Zensurchefin. Des weiteren kann sie auch Journalisten ins Gefängnis stecken.
All diesen potentiellen Drangsalierungen muss sich ein Medium beugen, dass in Israel akkreditiert sein will. Der Presseverband “Associated Press” beispielsweise, der für die Meisten internationalen Meldungen verantwortlich ist, akzeptiert diese Bedingungen. Offiziell geht es bei den Bestimmungen nur um Reporte, die von delikaten innerisraelischen Sicherheitsdetails befragen. Wo eine auf Israel abgefeuerte Rakete eingeschlagen hat, wo sich ein Kabinettsmitglied im Grenzgebiet aufhält, etc. Wenn man aber bedenkt, wie groß scheinbar die Macht der israelischen Zensur ist und wie willig sich die Massenmedien der Zensur beugen, und wenn man sich vergegenwärtigt dass Israel auf die gesamte politische Szene einen immensen Einfluss hat, dann liegt der Verdacht nahe, dass diese Zensur auch für die Berichterstattung über den jetzigen Konflikt gilt. Es scheint Israel jederzeit möglich zu sein, über alle Operationen der IDF die Informationshoheit zu haben. Was ist denn sonst der Grund dafür, dass die Massenmedien diese Bilder nicht zeigen ? Wenn sogar ein Riesenverbund wie die Associated Press vor Israel den Schwanz einzieht, warum sollten sie gerade bei Bildern über den zerbombten Libanon mutig aufbegehren ?
Die Massenmedien halten sich sowieso zurück, was die Empörung über die Einäscherung des Libanons betrifft.
Nun also zu den Zuschauern, die nicht alles sehen können.
Die oben angesprochene jetzt schon hohe Zahl an zivilen Toten soll nicht ohne Folgen bleiben. Louise Arbour, die höchste Menschenrechtsbeauftragte der UNO, hat darauf hingewiesen, dass die dafür verantwortlichen Kommandanten Israels nach dem Konflikt vor ein Kriegstribunal kommen könnten. Ich bin schon gespannt wer alles aus der pro-israelischen Lobby wie viel Druck ausüben wird, dass es nicht zu verurteilten israelischen Kommandanten kommt.
Präsident Bush sieht das nicht so wie die UNO, und gibt den Israelis und ihrem Gemetzel großzügig noch eine Woche Zeit, bevor er sich zu ermahnenden Worten bewegen lassen will. Das wiederum will die EU nicht, aber nicht etwa weil es ihr um die zerfetzen Kinder geht sondern weil sie Angst hat. Sie hat Angst davor, dass “westliche Länder” jetzt verstärkt Ziele von Terrorangriffen werden könnten, also auch Europa. “Was die arabische und persische Welt garantiert zum Überkochen bringen wird ist das, was sie schon immer geglaubt hat: Zu sehen, dass Amerika letzten Endes komplett mit Israel unter einer Decke steckt.” Um das zu sehen hätte man nicht auf diesen Krieg warten müssen, aber schön dass auch der namentlich nicht genannte EU-Beamte das kapiert hat.
In England bekommt derweil Premierminister Tony Blair harsche Kritik dafür, dass er sich genauso wie Bush weigert, Israel zu einem Waffenstillstand zu drängen. Der Chef der Liberaldemokraten Sir Menzies Campbell sagte: “Wie können wir gerecht sein, wenn wir nicht willig sind Israels unverhältnismäßige Gewaltanwendung zu verurteilen ?”. Eine Quelle aus dem britischen Verteidigungsministerium bezichtigte Blair der “Falschaussagen und Übertreibungen”, weil dieser auch auf den “Der Iran steckt hinter allem”-Zug aufgesprungen war.
Zudem sind der britische Botschafter in Tel Aviv und sein Generalkonsul in Jerusalem, Simon McDonald und John Jenkings, empört über die Gedenkfeiern in Israel an den Bombenanschlag auf das König David-Hotel in Jerusalem. Damals, am 22.Juli 1946, sprengte die Irgun-Terrororganisation vom späteren Premierminister Israels Mechanim Begin (der später auch Konrad Adenauer töten lassen wollte) das Hotel in die Luft und tötete dabei 92 Menschen. Während die israelische Elite also in diesen Tagen ob des “Terrors gegen Israel” um die Wette heult, feiert sie die eigenen Terroranschläge. Jüdischer Terror ist eben gut, islamischer ist böse. Im Rahmen der Feierlichkeiten hat Benjamin Netanjahu am Hotel eine Plakette angebracht, die die Irgun-Terrororganisation als Helden feiert.
In Kanada gibt es Stimmen aus der Bevölkerung, die verlangen, dass gefälligst das bombwütige Israel die Kosten für die Evakuierung der kanadischen Zivilisten im Libanon übernimmt.
Und wie sieht es in dem Land aus, in dem laut Hillary Clinton jeder Einwohner hinter dem Terrorstaat Israel zu stehen hat ? Nun, das Land ist zweigespalten. Auf der einen Seite gibt es die Bevölkerung, die eine amerikanische Intervention ablehnt, gegen den von Israel geführten Krieg demonstriert und dem Israel-Firster Joe Lieberman mehr und mehr die Unterstützung versagen.
Auf der anderen Seite gibt es die Zionisten unter Amerikas Juden, die sich Israel mehr verpflichtet sehen als Amerika (im Gegensatz zu ihren intelligenteren Glaubensgenossen). Zu diesen Menschen aus der Elite mit den durcheinander geratenen Prioritäten gehört auch der Großteil des amerikanischen Abgeordnetenhauses. Anstatt die Resolution von Dennis Kucinich und damit eine Verurteilung beider Seiten des Konflikts anzunehmen, konnte es dem Senat mit der Verbeugung vor Israel gar nicht schnell genug gehen:
Aber nicht nur manche Juden und Amerikas Politelite sind für Israels Blutbad im Nahen Osten, auch eine Gruppe fundamentalistischer Christen:
Dieser Tage versammelte sich in Washington ein ganz besonderes Klientel.
3400 selbst ernannte Christen kamen auf dem Konvent “Christians United for Israel” zusammen. Sie fordern vom amerikanischen Kongress, Israel in keinster Weise an seinem Krieg zu hindern. Ihr Anführer, Pastor John Hagee, hat seinen ganz eigenen Traum von Dritten Weltkrieg:
Leider ist Hagee nicht blos ein einzelner Spinner, sondern seine Ansichten repräsentieren mehr oder weniger einen Großteil der amerikanischen Christen. Eine Umfrage unter Christen des “Pew Forum on Religion and Public Life” fand 2005 heraus, dass zwei Drittel der amerikanischen Christen in der Errichtung des Staates Israel (also das heutige Israel plus Palästina) die Erfüllung der biblischen Prophezeiung ist. “Wenn sie sehen was im Nahen Osten von Statten geht, also eine Menge Feinde umkesseln das Volk Gottes, dann sehen sie die Erfüllung Gottes Wortes auf ihrem Fernsehschirm. Sie es als Beweis für die Nachhaltigkeit von Gottes Versprechen an, wenn Israel über seine Feinde triumphiert.”, meint ein Forscher des Pew Forums.
Während die Christen also ihre eigenen Fans des Dritten Weltkrieges auffahren, will das Project For The New American Century nicht ins Hintertreffen geraten wenn es um den totalen Krieg geht.
PNAC-Gründer William Kristol stimmt mit James Woolsey und Dan Gillerman mit ein und bereitet Amerika auf einen Militärschlag gegen den Iran vor:
Kristol versucht also, die amerikanische Öffentlichkeit zusammen mit seinen PNAC-Freunden ein zweites Mal zu belügen. Bereits vor dem Irakkrieg versprachen sie einen “Spaziergang” im Irak, und jetzt versprechen sie, dass die Iraner sie mit Blumen und Jubelgeschreih begrüßen würden. Nachdem die Iraner gesehen haben wie die Amerikaner die Iraker behandeln ? Niemals.
Aber was stört das Kristol. Er und seine PNAC-Freunde sind nichts weiter als “sales manager” des militärisch-industriellen Komplexes, und dem soll jeder Krieg recht sein und der Dritte Weltkrieg sowieso. Aber wie ich schon gestern schrieb, fehlt noch etwas für eine Ausweitung des Krieges auf den Iran. Ein False-Flag Terrorangriff. Das wissen die Jungs um Kristol und Pastor John Hagee natürlich, und deshalb befinden sich jetzt auch amerikanische Marines in Beirut(die Gerüchten zufolge noch nicht richtig mit der Evakuierung der amerikanischen Zivilisten beginnen können, weil man Israel nicht als Agressor vor dem man flüchten muss darstellen will). Sie geben ein geniales Ziel für einen False-Flag Terrorangriff ab, entweder von Israel oder von Amerika durchgeführt. Dann kann der Krieg gegen den Iran beginnen und Kristol und seine Rüstungsfirmen sind glücklich.
Die Welt soll also für den Dritten Weltkrieg eingestimmt werden, und die Welt reagiert. Die Türkei bereitet eigene “Selbstverteidigungen” nach dem Vorbild Israels gegen irakische Kurden vor während die Türken sich empört von den Israel schützenden USA abwenden, Äthiopien marschiert mit Truppen in Somalia ein, und die libanesische Armee ist bereit, im Falle einer richtigen israelischen Invasion an der Seite der Hisbollah zu kämpfen.
Werden wir in der Lage sein, den False-Flag Terrorschlag als solchen zu erkennen ? Oder werden wir wie schon bei 9/11 erst einmal von den Fernsehbildern überwältigt sein und unsere “uneingeschränkte Solidarität” mit den “Opfern” bekunden, damit diese endlich ihren Krieg starten können ?
DaRockwilda
Zur Einstimmung empfehle ich jedem Leser, diese Bilder hier aus dem Libanon anzuschauen. Ob unsere Kanzlerin Merkel sie erwähnt hat, als sie gestern mit dem israelischen Ministerpräsidenten telefoniert hat ? Wohl kaum. Oder ob sie von diesem gekühlten Behälter gesprochen hat, in dem vor einem Krankenhaus die Leichen von 91 libanesischen Zivilisten (darunter 55 Kinder. 55 !) lagern ? Ich wage es zu bezweifeln. Sie wird irgendetwas von Existenzrecht Israels und der deutsch-israelischen Solidarität erzählt haben.
Und sollte immer noch jemand die Lüge aus den Massenmedien glauben, dass der gestartete Krieg von der Hamas und ihrer Entführung eingeläutet und verschuldet wurde, der sollte sich die Worte von Noam Chomsky in diesem Video anschauen. Der liberale amerikanische Jude Chomsky beschreibt noch einmal genau, dass diese Entführung eines israelischen Soldaten selbst nur die Antwort auf eine wenige Tage zuvor statt gefundene Entführung zweier palästinensischer Zivilisten durch die IDF (Israeli Defense Force) war. Und Chomsky weisst auch auf das offensichtliche hin, dass nämlich die Entführung eines Soldaten einen weitaus geringeren Verstoß gegen das Kriegsrecht darstellt als die Entführung von Zivilisten.
Zu der Entfachung dieses neuen Krieges bin ich auf etwas Interessantes gestoßen. Schon lange schreibe ich über Beispiele, bei denen sich angebliche arabische Terroristen als Mitglieder westlicher Geheimdienste entpuppen. Was diese dann ausführen sollen nennt man False-Flag Terror, das sind irgendwelche Anschläge die man auf die arabischen (im Falle von Operation Northwoods kommunistische) Terroristen schieben kann, auf lange Sicht aber dann nur den “angegriffenen” westlichen Ländern nutzen.
Ein solches Szenario ist auch bei der dann folgenden Entführung zweier israelischer Soldaten durch die libanesische Hisbollah denkbar. Erstens befanden sich die Israelis diesem Bericht zufolge zum Zeitpunkt ihrer Entführung auf libanesischem Staatsgebiet. Dies könnte darauf hindeuten, dass Israel absichtlich die beiden Soldaten auf die andere Seite der Grenze zu schicken, um sie dann - ja um sie dann zu entführen. Jetzt sagt der Leser “Moment, aber es waren doch die bösen Araber die sie entführt haben”. Das ist auf den ersten Blick richtig, aber nur auf den Ersten.
Dieser Bericht der israelischen Nachrichtenagentur YNet-News zitiert ein “hochrangiges” Mitglied der IDF, der da sagt:
“Die Hisbollah ist in großem Maße vom israelischen Geheimdienst infiltriert”
Falls YNet diese Seite löschen sollte, schreibt es in die Kommentare. Ich habe einen Screenshot gemacht, den ich auf Anfrage gern verschicke, weil das eine überaus wichtige Aussage ist. Wenn die Hisbollah in großem Maße vom israelischen Geheimdienst Mossad infiltriert ist, dann ist dies hier keine abwegige Überlegung: Israel schickt zwei Soldaten als Opferlämmer auf die libanesische Seite der Grenze. Dann entführt eine der die Hisbollah infiltrierten Zellen des Mossads als Araber verkleidet die beiden Soldaten, und schon “wird Israel angegriffen” und “man schießt zurück”. Klingt abwegig ? Schon mal vom Sender Gleiwitz gehört ?
Israel jedenfalls soll die Entführung nur recht sein, und führt seinen Plan für einen ausgewachsenen Krieg in der Region fort. Laut dem Verteidigungsminister Amir Peretz ist man bereits auf eine richtige Bodenoffensive im Libanon eingestellt. Braucht ja nur noch der Mossad nochmal ein paar israelische Soldaten entführen.
In Vorbereitung der fortgeführten Einäscherung des Libanon verteilt Israel jetzt Flugblätter, in dem sie das gesamte Land zum Ziel erklärt. “Alle Häuser, die im Verdacht stehen Munition und Waffen zu lagern, werden bombardiert“. Und woher weiß Israel, in welchem Haus Waffen versteckt sind ? Genau so wie Israel “wusste”, dass der Irak Massenvernichtungswaffen hat oder wie ? Wie tief sind wir gesunken, wenn wir so Etwas gelten lassen als Begründung für mehr Bilder wie diese hier ?
Schon jetzt sind ein Drittel der Bomben- und Artillerieopfer Kinder, durch diese “Praktisch alle Häuser können bombardiert werden”-Taktik wird diese Zahl nicht besser werden.
Kommen wir also wieder zu dem Teil des Artikels, der sich mit den Zuschauern auf den billigen Plätzen aus aller Welt befasst.
Hier muss zunächst einmal gesagt werden, dass diese Zuschauer garantiert nicht alles zu sehen bekommen, was vor Ort im Bombeninferno geschieht. Die Sache ist nämlich die: In Israel gibt es einen weiblichen Colonel Sima Vaknin. Vaknin ist die Chefzensiererin der israelischen Armee, nach eigener Aussage “außerordentlich mächtig”:
“Ich kann zum Beispiel eine Order herausgeben, wonach einfach gar nichts veröffentlicht werden darf. Ich kann eine Zeitungsredaktion schließen oder einen Sender. Ich kann fast alles tun.”
So spricht die Zensurchefin. Des weiteren kann sie auch Journalisten ins Gefängnis stecken.
All diesen potentiellen Drangsalierungen muss sich ein Medium beugen, dass in Israel akkreditiert sein will. Der Presseverband “Associated Press” beispielsweise, der für die Meisten internationalen Meldungen verantwortlich ist, akzeptiert diese Bedingungen. Offiziell geht es bei den Bestimmungen nur um Reporte, die von delikaten innerisraelischen Sicherheitsdetails befragen. Wo eine auf Israel abgefeuerte Rakete eingeschlagen hat, wo sich ein Kabinettsmitglied im Grenzgebiet aufhält, etc. Wenn man aber bedenkt, wie groß scheinbar die Macht der israelischen Zensur ist und wie willig sich die Massenmedien der Zensur beugen, und wenn man sich vergegenwärtigt dass Israel auf die gesamte politische Szene einen immensen Einfluss hat, dann liegt der Verdacht nahe, dass diese Zensur auch für die Berichterstattung über den jetzigen Konflikt gilt. Es scheint Israel jederzeit möglich zu sein, über alle Operationen der IDF die Informationshoheit zu haben. Was ist denn sonst der Grund dafür, dass die Massenmedien diese Bilder nicht zeigen ? Wenn sogar ein Riesenverbund wie die Associated Press vor Israel den Schwanz einzieht, warum sollten sie gerade bei Bildern über den zerbombten Libanon mutig aufbegehren ?
Die Massenmedien halten sich sowieso zurück, was die Empörung über die Einäscherung des Libanons betrifft.
Nun also zu den Zuschauern, die nicht alles sehen können.
Die oben angesprochene jetzt schon hohe Zahl an zivilen Toten soll nicht ohne Folgen bleiben. Louise Arbour, die höchste Menschenrechtsbeauftragte der UNO, hat darauf hingewiesen, dass die dafür verantwortlichen Kommandanten Israels nach dem Konflikt vor ein Kriegstribunal kommen könnten. Ich bin schon gespannt wer alles aus der pro-israelischen Lobby wie viel Druck ausüben wird, dass es nicht zu verurteilten israelischen Kommandanten kommt.
Präsident Bush sieht das nicht so wie die UNO, und gibt den Israelis und ihrem Gemetzel großzügig noch eine Woche Zeit, bevor er sich zu ermahnenden Worten bewegen lassen will. Das wiederum will die EU nicht, aber nicht etwa weil es ihr um die zerfetzen Kinder geht sondern weil sie Angst hat. Sie hat Angst davor, dass “westliche Länder” jetzt verstärkt Ziele von Terrorangriffen werden könnten, also auch Europa. “Was die arabische und persische Welt garantiert zum Überkochen bringen wird ist das, was sie schon immer geglaubt hat: Zu sehen, dass Amerika letzten Endes komplett mit Israel unter einer Decke steckt.” Um das zu sehen hätte man nicht auf diesen Krieg warten müssen, aber schön dass auch der namentlich nicht genannte EU-Beamte das kapiert hat.
In England bekommt derweil Premierminister Tony Blair harsche Kritik dafür, dass er sich genauso wie Bush weigert, Israel zu einem Waffenstillstand zu drängen. Der Chef der Liberaldemokraten Sir Menzies Campbell sagte: “Wie können wir gerecht sein, wenn wir nicht willig sind Israels unverhältnismäßige Gewaltanwendung zu verurteilen ?”. Eine Quelle aus dem britischen Verteidigungsministerium bezichtigte Blair der “Falschaussagen und Übertreibungen”, weil dieser auch auf den “Der Iran steckt hinter allem”-Zug aufgesprungen war.
Zudem sind der britische Botschafter in Tel Aviv und sein Generalkonsul in Jerusalem, Simon McDonald und John Jenkings, empört über die Gedenkfeiern in Israel an den Bombenanschlag auf das König David-Hotel in Jerusalem. Damals, am 22.Juli 1946, sprengte die Irgun-Terrororganisation vom späteren Premierminister Israels Mechanim Begin (der später auch Konrad Adenauer töten lassen wollte) das Hotel in die Luft und tötete dabei 92 Menschen. Während die israelische Elite also in diesen Tagen ob des “Terrors gegen Israel” um die Wette heult, feiert sie die eigenen Terroranschläge. Jüdischer Terror ist eben gut, islamischer ist böse. Im Rahmen der Feierlichkeiten hat Benjamin Netanjahu am Hotel eine Plakette angebracht, die die Irgun-Terrororganisation als Helden feiert.
In Kanada gibt es Stimmen aus der Bevölkerung, die verlangen, dass gefälligst das bombwütige Israel die Kosten für die Evakuierung der kanadischen Zivilisten im Libanon übernimmt.
Und wie sieht es in dem Land aus, in dem laut Hillary Clinton jeder Einwohner hinter dem Terrorstaat Israel zu stehen hat ? Nun, das Land ist zweigespalten. Auf der einen Seite gibt es die Bevölkerung, die eine amerikanische Intervention ablehnt, gegen den von Israel geführten Krieg demonstriert und dem Israel-Firster Joe Lieberman mehr und mehr die Unterstützung versagen.
Auf der anderen Seite gibt es die Zionisten unter Amerikas Juden, die sich Israel mehr verpflichtet sehen als Amerika (im Gegensatz zu ihren intelligenteren Glaubensgenossen). Zu diesen Menschen aus der Elite mit den durcheinander geratenen Prioritäten gehört auch der Großteil des amerikanischen Abgeordnetenhauses. Anstatt die Resolution von Dennis Kucinich und damit eine Verurteilung beider Seiten des Konflikts anzunehmen, konnte es dem Senat mit der Verbeugung vor Israel gar nicht schnell genug gehen:
“Demokratische und republikanische Senatoren drängen darauf, Israel uneingeschränkte Unterstützung bei seiner Offensive gegen Hisbollahkämpfer anzubieten. Dies spiegelt nicht nur ein parteiübergreifendes Interesse daran wieder, einen wichtigen Alliierten Amerikas zu verteidigen sondern auch die langfristige Unterstützung von jüdischen Wählern und Wahlkampfspendern zu sichern, sagen Mitglieder und Strategen beider Parteien. Während Israel seine Artillerie- und luftangriffe auf den Libanon intensiviert und vor einem langen Krieg warnt, verabschiedete der Senat gestern ohne Gegenstimme eine parteiübergreifende Resolution die Israels Militäroffensive gutheisst und Hisbollah und deren beide Unterstützer Syrien und den Iran verurteilt.”
Aber nicht nur manche Juden und Amerikas Politelite sind für Israels Blutbad im Nahen Osten, auch eine Gruppe fundamentalistischer Christen:
Dieser Tage versammelte sich in Washington ein ganz besonderes Klientel.
3400 selbst ernannte Christen kamen auf dem Konvent “Christians United for Israel” zusammen. Sie fordern vom amerikanischen Kongress, Israel in keinster Weise an seinem Krieg zu hindern. Ihr Anführer, Pastor John Hagee, hat seinen ganz eigenen Traum von Dritten Weltkrieg:
“Sein neuestes Buch, “Jerusalem Countdown: A Warning to the World”, interpretiert die Bibel so: Russische und arabische Armeen werden in Israel einmarschieren und von Gott vernichtet werden. Dies wird zwischen China und dem Westen, der von einem Anti-Christ, dem Chef der Europäischen Union, angeführt wird, einen Kampf um Israel führen. Der finale Kampf zwischen dem Osten und dem Westen - bei Armageddon, einem real existierenden Ort in Israel - wird dem zweiten Erscheinen Christus auf Erden vorrausgehen, schließt Hagee.”
Leider ist Hagee nicht blos ein einzelner Spinner, sondern seine Ansichten repräsentieren mehr oder weniger einen Großteil der amerikanischen Christen. Eine Umfrage unter Christen des “Pew Forum on Religion and Public Life” fand 2005 heraus, dass zwei Drittel der amerikanischen Christen in der Errichtung des Staates Israel (also das heutige Israel plus Palästina) die Erfüllung der biblischen Prophezeiung ist. “Wenn sie sehen was im Nahen Osten von Statten geht, also eine Menge Feinde umkesseln das Volk Gottes, dann sehen sie die Erfüllung Gottes Wortes auf ihrem Fernsehschirm. Sie es als Beweis für die Nachhaltigkeit von Gottes Versprechen an, wenn Israel über seine Feinde triumphiert.”, meint ein Forscher des Pew Forums.
Während die Christen also ihre eigenen Fans des Dritten Weltkrieges auffahren, will das Project For The New American Century nicht ins Hintertreffen geraten wenn es um den totalen Krieg geht.
PNAC-Gründer William Kristol stimmt mit James Woolsey und Dan Gillerman mit ein und bereitet Amerika auf einen Militärschlag gegen den Iran vor:
Bill Kristol: “We are in a way lucky that Iran has revealed its aggression, its recklessness, its terror ties before they succeeded in becoming a nuclear power. We have to stop them from getting nuclear weapons. We can try diplomacy. I am not hopeful about that. We have to be ready to use force.”
FoxNews: “You know, the down side, though, you know very well, to all of that being that we’re involved in Iraq and Afganistan. Also that Iran is much different than Iraq. It’s huge and more formidable”
Bill Kristol: “It is, but also the Iranian people dislike their regime. I think they would be – the right use of targeted military force — but especially if political pressure before we use military force – could cause them to reconsider whether they really want to have this regime in power”
Kristol versucht also, die amerikanische Öffentlichkeit zusammen mit seinen PNAC-Freunden ein zweites Mal zu belügen. Bereits vor dem Irakkrieg versprachen sie einen “Spaziergang” im Irak, und jetzt versprechen sie, dass die Iraner sie mit Blumen und Jubelgeschreih begrüßen würden. Nachdem die Iraner gesehen haben wie die Amerikaner die Iraker behandeln ? Niemals.
Aber was stört das Kristol. Er und seine PNAC-Freunde sind nichts weiter als “sales manager” des militärisch-industriellen Komplexes, und dem soll jeder Krieg recht sein und der Dritte Weltkrieg sowieso. Aber wie ich schon gestern schrieb, fehlt noch etwas für eine Ausweitung des Krieges auf den Iran. Ein False-Flag Terrorangriff. Das wissen die Jungs um Kristol und Pastor John Hagee natürlich, und deshalb befinden sich jetzt auch amerikanische Marines in Beirut(die Gerüchten zufolge noch nicht richtig mit der Evakuierung der amerikanischen Zivilisten beginnen können, weil man Israel nicht als Agressor vor dem man flüchten muss darstellen will). Sie geben ein geniales Ziel für einen False-Flag Terrorangriff ab, entweder von Israel oder von Amerika durchgeführt. Dann kann der Krieg gegen den Iran beginnen und Kristol und seine Rüstungsfirmen sind glücklich.
Die Welt soll also für den Dritten Weltkrieg eingestimmt werden, und die Welt reagiert. Die Türkei bereitet eigene “Selbstverteidigungen” nach dem Vorbild Israels gegen irakische Kurden vor während die Türken sich empört von den Israel schützenden USA abwenden, Äthiopien marschiert mit Truppen in Somalia ein, und die libanesische Armee ist bereit, im Falle einer richtigen israelischen Invasion an der Seite der Hisbollah zu kämpfen.
Werden wir in der Lage sein, den False-Flag Terrorschlag als solchen zu erkennen ? Oder werden wir wie schon bei 9/11 erst einmal von den Fernsehbildern überwältigt sein und unsere “uneingeschränkte Solidarität” mit den “Opfern” bekunden, damit diese endlich ihren Krieg starten können ?
DaRockwilda
Kommentar von j.primzek am 21. Juli um 10:35 Uhr
Das traurige daran ist ja, daß mit diesem Krieg, den Flüchtlingen zwei gefährliche Dinge entstehen:
1. Bilder über tote Moslems und zerbombte Straßen
2. Die treffen in die Hirne und Herzen vieler arbeitsloser junger Männerin der arabischen Welt.
Mit anderen Worten: Eine tolle Werbekampagne für Al-Quaida oder sonst wen.
Anstatt also die Region aufzubauen, kommen wieder die an die Macht, die sie spalten wollen.
Also simpel gestrickter Moslem würde ich im übrigen alle Vorurteile gegenüber Israel und dem damit verbündeten Westen bestätigt sehen.
Kommentar von Zukunftsblog » Blog Archiv » Die Bilder des Krieges am 21. Juli um 10:48 Uhr
[...] Links zum Thema: Uni Kassel Rezension des gleichnamigen Buches von Gerhard Paul Politblog.net ..dritter Weltkrieg [...]
Kommentar von Steve am 21. Juli um 17:21 Uhr
Hi,
liberale amerikanische Jude Chomsky
Vorsicht mit Uebersetzungen von “liberal”, das Wort meint im US-englischen und im deutschen oft zwei paar Schuhe. Deutsche wuerden Chomsky wohl nicht als liberal bezeichnen.
Rest des Textes lese ich irgendwann mal ;-).
Schoenen Gruss, Steve
Kommentar von Steve am 21. Juli um 18:05 Uhr
Hi nochmal,
eines muss ich zur ganzen Serie noch loswerden: Mit dem Weltkrieg wird das leider nichts.
Du solltest bedenken, von wem wir hier reden:
Da sind die USA, deren Reservisten nach einschlaegigen Untersuchungen Probleme haetten, Ohio zu finden, geschweige denn, in einen ernsthaften Krieg zu ziehen. Deren regulaere Armee ist jetzt aber schon eingesetzt.
Realistisch gesehen sind die Amerikaner zu einem zuenftigen, konventionellen Weltkrieg nicht in der Lage. (Sie haben ja bei den anderen auch erst mitgemacht, als alles vorbei war.) Sowas braucht naemlich auch eine ganze Menge Vorbereitung, Logistik und Sachverstand, immerhin wuerde ein Grossteil der Bevoelkerung unter Bedingungen in Bewegung gesetzt, die unguenstiger als zu Katrina-Zeiten sind.
Israel ist voll mobilisiert. Mehr geht eigentlich nur im Volkssturm, und das wuerde ein ziemlich laecherlicher Krieg, wenn “mobile Infanterie” hiesse, dass genug Rollstuehle zur Verfuegung stuenden.
Polen stuende sicherlich fest an der Seite der USA. Polen ist aber heilfroh, einen Krieg laenger als fuenf Wochen ohne Kapitulation zu ueberstehen, geschweige denn zu gewinnen.
Russland stand auch mal besser da. Die Mobilitaet der Armee ist, wie man hoert, nur noch eingeschraenkt gewaehrleistet. Ersatzteil- und Mechanikermangel, alles, was fahren kann, ist schon in Tschetschenien im Einsatz.
China koennte noch mitspielen, aber bei der Bestechlichkeit der dortigen Beamten sollte eine wohleingesetze Euromillion das Engagement schnell beenden.
Um von der Satire wieder wegzukommen: Die Weltkriege wurden zwischen hochorganisierten und -militarisierten Gesellschaften gefochten. Die Ansprueche an den Staat, die so ein Krieg stellt, sind nicht ohne, und ich bezweifle wirklich, ob die heutigen Kontrahenten das hinbekaemen. Viel wahrscheinlicher ist ein neuer Stellvertreterkrieg, der wieder einmal Tod, Leid, Hass und ein paar unbedeutende Grenzverschiebungen bringt. Wenn man ueberhaupt von einem “neuen” Krieg sprechen will. Aber ich halte es fuer extrem unwahrscheinlich, dass mehr brennen wird als ‘67.
Schoenen Gruss, Steve
Kommentar von Steve am 21. Juli um 18:05 Uhr
Hi nochmal,
eines muss ich zur ganzen Serie noch loswerden: Mit dem Weltkrieg wird das leider nichts.
Du solltest bedenken, von wem wir hier reden:
Da sind die USA, deren Reservisten nach einschlaegigen Untersuchungen Probleme haetten, Ohio zu finden, geschweige denn, in einen ernsthaften Krieg zu ziehen. Deren regulaere Armee ist jetzt aber schon eingesetzt.
Realistisch gesehen sind die Amerikaner zu einem zuenftigen, konventionellen Weltkrieg nicht in der Lage. (Sie haben ja bei den anderen auch erst mitgemacht, als alles vorbei war.) Sowas braucht naemlich auch eine ganze Menge Vorbereitung, Logistik und Sachverstand, immerhin wuerde ein Grossteil der Bevoelkerung unter Bedingungen in Bewegung gesetzt, die unguenstiger als zu Katrina-Zeiten sind.
Israel ist voll mobilisiert. Mehr geht eigentlich nur im Volkssturm, und das wuerde ein ziemlich laecherlicher Krieg, wenn “mobile Infanterie” hiesse, dass genug Rollstuehle zur Verfuegung stuenden.
Polen stuende sicherlich fest an der Seite der USA. Polen ist aber heilfroh, einen Krieg laenger als fuenf Wochen ohne Kapitulation zu ueberstehen, geschweige denn zu gewinnen.
Russland stand auch mal besser da. Die Mobilitaet der Armee ist, wie man hoert, nur noch eingeschraenkt gewaehrleistet. Ersatzteil- und Mechanikermangel, alles, was fahren kann, ist schon in Tschetschenien im Einsatz.
China koennte noch mitspielen, aber bei der Bestechlichkeit der dortigen Beamten sollte eine wohleingesetze Euromillion das Engagement schnell beenden.
Um von der Satire wieder wegzukommen: Die Weltkriege wurden zwischen hochorganisierten und -militarisierten Gesellschaften gefochten. Die Ansprueche an den Staat, die so ein Krieg stellt, sind nicht ohne, und ich bezweifle wirklich, ob die heutigen Kontrahenten das hinbekaemen. Viel wahrscheinlicher ist ein neuer Stellvertreterkrieg, der wieder einmal Tod, Leid, Hass und ein paar unbedeutende Grenzverschiebungen bringt. Wenn man ueberhaupt von einem “neuen” Krieg sprechen will. Aber ich halte es fuer extrem unwahrscheinlich, dass mehr brennen wird als ‘67.
Schoenen Gruss aus Bratislava, Steve
Kommentar von DaRockwilda am 22. Juli um 11:30 Uhr
@J.Primzek:
“Mit anderen Worten: Eine tolle Werbekampagne für Al-Quaida oder sonst wen”
Das sehe ich genau so, und das wird anscheinend billigend in Kauf genommen.
“Also simpel gestrickter Moslem würde ich im übrigen alle Vorurteile gegenüber Israel und dem damit verbündeten Westen bestätigt sehen”
Und als aufwändig gestrickter Westler ?
@Steve:
“Deutsche wuerden Chomsky wohl nicht als liberal bezeichnen”
Ja richtig, das fortwährende Lesen englischer Texte färbt einfach ab bei mir
“Da sind die USA, … Deren regulaere Armee ist jetzt aber schon eingesetzt”
Es braucht nur einen neuen Anschlag und einer Wehrpflicht stünde nichts mehr im Wege.
“Israel ist voll mobilisiert”
Das ist so weit ich weiß richtig, und das ist aber auch der Punkt. Israel braucht unbedingt den Kreigseintritt Amerikas oder Englands, um die praktisch eroberten Gebiete halten zu können.
Zu China und Russland, eben da weiß man nicht genau wie einsatzbereit die sind, Fakt ist aber dass diesmal mit dem Iran weitaus höhere strategische Interessen Russlansds und Chinas betroffen sind als im Fall Irak.
“Wenn man ueberhaupt von einem “neuen” Krieg sprechen will. Aber ich halte es fuer extrem unwahrscheinlich, dass mehr brennen wird als ‘67″
Ja richtig eigentlich ist das ein einziger Krieg seit der Gründung Israels.
Ich will nochmal Etwas betonen. Erstens mal wäre auch ein zweites 67 katastrophal. Zweitens finde auch ich dass es keineswegs gesichert ist dass die Lage so weit eskaliert. Sinn meiner Artikel zum Thema sollte es aber sein, darauf hinzuweisen welche Gruppierungen eben auf solche eine Eskalation zuarbeiten.
“Schoenen Gruss aus Bratislava, Steve”
Hehe ich wünsch dir noch einen schönen Urlaub, aber halt dich von schönen Mädels die nach Leichen riechen fern
–> http://www.imdb.com/title/tt0450278/
Kommentar von j.primzek am 22. Juli um 12:40 Uhr
@ darockwilda
als aufwendig gestrickter Westler weiß ich, daß es nicht DIE Juden gibt.
Es gibt sehr israelische Jugendliche, die genau wie ihre arabischen Altersgenossen ihr Glück suchen, die wohl Party, Spaß, Stimmung, Leute kennen lernen. (In Kriegen trifft man zwar auch Leute, aber die Gespräche sind doch nach einem solchen Treffen eher nicht mehr möglich.)
Als aufwendig gestrickter Westler weiß ich, daß arabische Scheichs dick am Irakkrieg verdienen, da weiß ich, daß die auch wenig Skrupel haben, mit Goldman Sachs Geschäfte zu machen.
Als aufwendig gestrickter Westler erinnere ich mich an IRAN-Contra, wo Israel, der Iran, die USA involviert waren.
Ich weiß, daß es nicht schwarz und weiß gibt, ich weiß aber, daß Geld und Macht korrumpiert.
Kommentar von DaRockwilda am 22. Juli um 14:41 Uhr
“als aufwendig gestrickter Westler weiß ich, daß es nicht DIE Juden gibt”
Das wollte ich dir auch nicht unterstellen. Ich will aber die Möglichkeit aufzeigen, dass sich bei allen von uns doch Vorurteile unterbewusst aufbauen. Man kann natürlich groß rausreden dass man nicht alle über einen Kamm schert, aber tun wir das vielleicht nicht irgendwann doch im Geheimen ?
Es wäre ein interessantes Thema für Psychologen, ich könnte mir durchaus vorstellen dass du oder ich, nachdem wir von Russen zusammengeschlagen werden, unterbewusst durchaus einen Hass auf Russen allgemein entwickeln. Bzw, dass unsere Wahrnehmung der russischen Allgemeinheit von dieser einen Tat von da an gefärbt wird.
Im Übrigen noch eins: Es gibt nicht “Die Juden”, aber es gibt “die Israelis die wie jedes Volk ein Stück Verantwortung für die Taten ihrer Regierung tragen”. Um da einen generellen Hass auf das Land zu entwickeln (nicht auf das Judentum an sich), braucht man kein “einfach gestrickter” sein. So einfach sind wir alle gestrickt.
Kommentar von Daniel Sprenger am 24. Juli um 13:08 Uhr
Na das ist ja mal ein prima Eingeständis. Selbsterkenntnis beim Chefideologen des antiisraelischen Kampfverbandes! Herzlichen Glückwunsch.
Für sowas gibt es für gewöhnlich THerapeuten, dann muss man seine Verschwärungstheorien auch nicht mehr im Poliblog ausbreiten…ist nur ien tipp!
Kommentar von j.primzek am 24. Juli um 14:13 Uhr
ähm, Daniel Spengler, widerlegen Sie doch bitte mal die sogenannten “Verschwörungstheorien” mit Fakten anstatt mit Behauptungen.
Fakt ist jedenfalls, uns Bürgern werden eine Menge Infos vorenthalten. Jeder TV-Kuh wird ein Interview gewährt und Verone Bohlen Feldbusch Pooth darf bei Kerner gefälschte Tränen schluchzen, aber einem Iranischen Präsidenten gibt erst der Spiegel in einem Coup kontroversen Interview Raum und der Öffentlichkeit, sich ein Urteil zu bilden.
Ich möchte selbst entscheiden, ob der Iranische Präsident ein Irrer ist, das möchte ich nicht von ARD und Bild gesagt bekommen.
Frau Merkel hat einen Brief von diesem Präsidenten bekommen und veröffentlicht diesen nicht - moment, ist das ein Privatbrief oder ein Brief ans Deutsche Volk - hey, dann möchte ich’s lesen!
Auszug aus dem Briefbericht bei Stern.de
“Es geht im Wesentlichen darum, wie wir zusammenarbeiten können, um die Probleme der Welt zu lösen”, sagte ein Regierungsmitarbeiter, der das Schreiben als “ziemlich wirr” bezeichnete.”
Hääh, da will jemand mit unszusammenarbeiten und dessen Brief bezeichnen wir als wirr?
Das will ich selbst lesen!!!
@ Darockwilda, ich weiß nicht wohin damit, aber hier ist die Rede von IRanspräsidenten, übersetzt von der New York Times: http://www.nytimes.com/2005/10.....mp;ei=5070
Kommentar von DaRockwilda am 24. Juli um 16:45 Uhr
@Daniel Sprenger:
“ähm, Daniel Spengler, widerlegen Sie doch bitte mal die sogenannten “Verschwörungstheorien” mit Fakten anstatt mit Behauptungen”
Dem hier von J.Primzek kann ich nicht mehr viel anfügen.
Was für eine Selbsbekenntis meinst du ?
Kommentar von j.primzek am 24. Juli um 17:57 Uhr
@ darockwilda
“Um da einen generellen Hass auf das Land zu entwickeln (nicht auf das Judentum an sich), braucht man kein “einfach gestrickter” sein. So einfach sind wir alle gestrickt.”
Warum sollte man Israel hassen?
Ich finde es problematisch, genauso wie Syrien oder den Iran, die einfach mit der Hizbollah eine Terrormiliz in einem fremden Land finanzieren - soetwas würde ich mir in Deutschland verbitten.
Mich hat solch ein Verhalten auch bei den USA gestört, als sie den Schah finanzierte usw. Darum stört es mich erst recht bei Syrien und dem Iran.
Im Vergleich mit Syrien und dem Iran muß ich auch sagen, sind die Menschen in Israel viel freier, dort geht die Gelichberechtigung sogar so weit, daß Mann und Frau an der Waffe dienen müssen.
Klar, gibt es ein paar Orthodoxe, die Frauen in die Küche verbannen wollen, aber es gibt viel mehr liberales.
Außerdem mag ich Israel, weil mein wunderbarer Laptopprozessor dort entwickelt wurde.
Nee, also von Israel könnten die Araber eine Menge lernen, nicht nur, wie man Atombomben baut.
Kommentar von DaRockwilda am 24. Juli um 18:14 Uhr
“Warum sollte man Israel hassen?”
Ich meinte nicht, dass wir alle Israel hassen SOLLEN. Nur dass es von den jetzigen Verbrechen Israels bis zum Hass auf das Land ein kurzer, simpler Weg ist.
“Im Vergleich mit Syrien und dem Iran muß ich auch sagen, sind die Menschen in Israel viel freier, dort geht die Gelichberechtigung sogar so weit, daß Mann und Frau an der Waffe dienen müssen.
Klar, gibt es ein paar Orthodoxe, die Frauen in die Küche verbannen wollen, aber es gibt viel mehr liberales.
Nee, also von Israel könnten die Araber eine Menge lernen, nicht nur, wie man Atombomben baut”
Ich habe spontan nichts zur Religion bei der Hand, aber hast du allein die Bilder von den durchgeknallten Siedlern gesehen, die die anrückenden IDF-Soldaten mit Säure bespritzt haben als diese die Siedlungen räumen wollten ? Es gibt einen Haufen Leute dort die denken dass sie ein Recht auf das Land der Palästinenser haben. Und ich wüsste nicht warum Landraub weniger schlimm als Frauenvermummung sein sollte. Beides ist zu verurteilen.
Es gibt übrigens bzw. gab ein arabisches Land, dass ziemlich säkulär war und seinen Männern UND Frauen einen westlichen Lebensstil ermöglichte: Es war der Irak unter Saddam Hussein. Und du scheinst von der israelischen Gesellschaft ein zu positives Bild zu haben, weil du zu wenig Informationen hast, mal schauen was ich auf die schnelle finde:
Israels Atomreaktor und A-Bombenfabrik Dimona, plus die Behandlung des Whistleblowers Vanunu sowie die jahrelange Täuschung der viel zitierten “internationalen Gemeinschaft”:
http://wakeupfromyourslumber.b.....eapon.html
In diesem Thread habe ich Artikel gesammelt, die von Israels erheblicher Rolle beim Drogenschmuggel berichten, kannst sie ja mal überfliegen (mindestens ein Links ist bereits tot leider):
http://aussenpolitikforum.fore.....uggel.html
Dieser Link hier ist zum Glück noch da, Israel hat die höchste Kinderarmutsrate aller “westlichen” Länder:
http://www.ynetnews.com/articl.....97,00.html
Kommentar von j.primzek am 24. Juli um 19:45 Uhr
@ darockwilda
Irgendwo steht es ja auch schon, als simpel gestrickter Moslem würde man jetzt sehr schnell zum Israel- oder Judenhasser.
Das mit Vanunu wußte ich schon, darüber hat ja u.a. Seymor Hersh geschrieben.
Ich weiß auch, daß der Irak recht liberal war (habe gerade mit Grausen gelesen, daß einige Grundrecht in der Verfassung eingeschränkt werden, sollten sie gegen die Moral verstoßen)
Ich will im übrigen nicht Landraub gegen Frauenvermmung aufrechnen.
Ich will nur sagen, daß man von Israel eine Menge lernen kann. (Auch über Konflikte innerhalb der Gesellschaft.)
Kommentar von Andreas Friedrich am 24. Juli um 20:36 Uhr
Liebe Leute,
hört doch bitte mit dem verbalen Glaubenskrieg auf.
Ob Jude, Moslem, Christ, sch…egal, es gibt auf jeder Seite solche und solche.
Geht es um Politik oder um was geht es?
Natürlich, ich gestehe ein, dass radikale Gläubige die Politik mitbestimmen, so wie es bei den Moslems radikale gibt, gibt es auch bei den Christen (die sog. fundamentalistischen Christen des George Bush, die sog. Antideutschen und/oder Honestly Concerned) und auch bei den radikalen Juden, gerade in Siedlerkreisen (Yesha Siedlerrat, und/oder die sog. Hügel-Jugend in den Westbank) radikale.
In diversen jüdischen Kreisen wird bei jeder kleinsten Gelegenheit die “Pulsa Denura” ausgesprochen, das sollte aber hier kein Thema sein.
Auch geht es nicht um Hass auf Yisrael, es ght um die Politik der Regierung in Tel Aviv, oder?
Also, legt mal Judentum, Christentum oder Moslems beiseite und lasst politische Fakten sprechen.
Andrerseits könnte ich diverse Stellen aus der Torah zitieren.
Das wäre aber für dieses Forum wie für jedes andere wenig dienlich.
Bis dann
Kommentar von DaRockwilda am 24. Juli um 23:25 Uhr
“Ich will nur sagen, daß man von Israel eine Menge lernen kann. (Auch über Konflikte innerhalb der Gesellschaft”
Und was ? Dass man den Staat nicht als “israelisch”, sondern als “jüdisch” bezeichnet und so alle Minderheiten anderen Glaubens ausschließt ?
http://www.zmag.de/artikel.php?id=1235
Dass man die Sirenenalarme bei Raketenangriffen nicht auch auf arabisch sendet ? Dass man chinesischen Hilfsarbeiten verbietet, mit israelischen Frauen Sex zu haben ?
http://www.guardian.co.uk/isra.....42,00.html
Dass man Familien”reunions” verbietet ?
http://www.amnestyusa.org/news.....E150422006
Straßen baut, auf denen Palästinenser nicht fahren dürfen ?
http://www.zmag.de/artikel.php?id=1235
Ich wüsste nicht was das alles mit einer guten Gesellschaftspolitik zu tun hat.
Kommentar von j.primzek am 25. Juli um 00:39 Uhr
Natürlich kann man davon lernen - aus Fehlern sollte man lernen. Die arabischen Staaten könnten z.B. lernen, daß sie nicht ähnliche Fehler begehen - aber hast Du nicht irgendwo ein Beispiel genannt, wo Christen verfolgt werden, weil sie keine Moslems sind.
Aus Somalia hört man, daß die Scharia eingeführt wird.
Apropos - ich habe nicht gehört, daß es in Israel Steinigungen für Ehebrecherinnen gibt.
Ich leugne nicht die negativen Seiten:
Man kann davon lernen, daß ein Staat rassistisch werden kann, wenn sie ersten Einwohner doch gerade davor flohen. (Soviel zu den chinesischen Gastarbeitern.)
Du kannst lernen, daß Politk und Leben zwei Paar unterschiedliche Schuhe sind.
Ich kenne junge Israelis, die sich einen Dreck um Politik kümmern sondern lieber ihre Firmen erfolgreich und ihre Familie und Freunde um sich herum haben wollen.
http://www.findarticles.com/p/....._n15961175
Man kann von Israel lernen, daß man innerhalb von 50 Jahren einen Staat aufbauen kann, der Kriege gewinnen, sine Bevölkerung bilden kann.
Ich weiß, wir sind an 4.letzter Stelle, knapp vor Israel, was die Bildungschancen armer oder Migrantenkinder angeht, aber vergleich das mal mit Ägypten oder Jemen.
UND DAS ALLES OHNE ÖL!!!
Ich sage es mal so, wer wie Du, schnell und treffend Kritikpunkte findet, sieht vielleiht nicht mehr das Positive.
Außerdem muß ich mal ganz deutlich sagen, die Araber hatten 1948 jede Gelegenheit, Israel gar nicht erst entstehen zu lassen. Aber der noch nichtmal gegründete Staat hat einen 2 oder 3 Frontenkrieg gewonnen - das verdient meinen Respekt.
Für mich ist der Umgang der Araber mit den Palestinenser ein Hohn - warum zahlt die massiv EU Aufbaugelder für Palestina, was ist mit Saudi-Ölrabien oder Bahrein?
Man denke nur daran, was Deutschland leisten konnte, bei der Flut 2002, der Wiedervereinigung.
Na klar, ist Israel schwierig, dort gibt es Folter und mit dem Mossad einen gefährlichen Geheimdienst, der Selbstjustiz übt, leugne ich nicht - aber Du hast die größten Kritiker Israels oft in Israel selbst sitzen, die Dürfen sogar in Zeitungen schreiben:
http://www.dva.de/sixcms/detai.....amp;_VID=O
Zeige mir das mal bitte im Iran!
War letztens auf einer Veranstaltung von Amnesty, wo sie einen Iranischen Journalisten vorgestellt haben, den sie kurz zuvor aus dem Gefängnis rausgepaukt haben.
In Israel werden keine Diskos en masse verboten, wie in Somalia, die Frauen tragen keine Bettlaken aus religiösen Gründen. (Sorry, das war polemisch.)
So, all das kann man lernen, wenn mal will.
Und mann kann sogar noch bei dieser blöden Auge um Auge Mentalität bleiben, das wendet ja der Mossad und die Regierung sehr gerne an.
Gute Nacht.
Blöde Region da unten, macht Liebe und knallt Euch nicht ab - hat bei uns auch so funktioniert.
Kommentar von DaRockwilda am 25. Juli um 01:27 Uhr
“Man kann von Israel lernen, daß man innerhalb von 50 Jahren einen Staat aufbauen kann, der Kriege gewinnen, sine Bevölkerung bilden kann”
Einen Staat aufbauen ?? Ohne die Milliardenhilfen aus Amerika und anderen Ländern wäre Israel nie und nimmer lebensfähig. Und wie wurde er aufgebaut ? Mit Bombenterror gegen die Engländer, siehe Hotel König David. Oder aufgebaut mit total dreisten Aktionen, die jedem anderen Land der Welt eine Invasion und Annihilation eingebracht hätten:
“Im Dezember 1968 kaperten Mossad-Agenten acht Raketenboote, die im französischen Cherbourg für Israel gebaut worden waren, die Präsident Charles de Gaulle aber nicht ausliefern lassen wollte”
http://de.wikipedia.org/wiki/M.....perationen
Und das Attribut “einen Krieg gewinnen zu können”, das werde ich nun wirklich nicht honorieren. Ein schönes Attribut, von dem man lernen könnte, wäre “einen Krieg verhindert zu haben”.
“aber vergleich das mal mit Ägypten oder Jemen”
Wenn Ägypten oder der Jemen so einen Haufen Finanzhilfe wie Israel oder so einen Haufen Wirtschaftsleistung wie die BRD hätten würden diese Länder ihren Kindern bestimmt eine bessere Bildung ermöglichen. Produktivität ist nunmal Output durch Input, und wenn ein Haufen Input aus andern Ländern geschenkt wird dann ist ein hoher Output keine große Leistung.
“UND DAS ALLES OHNE ÖL!!!”
Stimmt nur teilweise. Nach dem Sechstagekrieg hatte Israel Ölquellen auf der Sinaihalbinsel.
“warum zahlt die massiv EU Aufbaugelder für Palestina, was ist mit Saudi-Ölrabien oder Bahrein”
Saudi-Arabien wird von einer korrupten Familie beherrscht, dass sich einen Scheiß um die eigene geschweige denn palästinensische Bevölkerung kümmert.
“Man denke nur daran, was Deutschland leisten konnte, bei der Flut 2002, der Wiedervereinigung”
Jeder Soziologe wird dir erklären dass die Wiedervereinigung finanziell ein absolutes Desaster war. Ist also eine relative Leistung, die auch nur durch die Unterstützung aus West und Ost möglich war. Es kommt immer auch um die Unterstützung aus der Welt an, und die hat Israel nunmal en masse.
“Zeige mir das mal bitte im Iran!
War letztens auf einer Veranstaltung von Amnesty, wo sie einen Iranischen Journalisten vorgestellt haben, den sie kurz zuvor aus dem Gefängnis rausgepaukt haben”
Ich erinnere nur an Vanunu. Und während Kritik an Israel wird überall unterdrückt, mit der Antisemitismuskeule. Ob physisches oder psychisches Verbot läuft aufs Gleiche hinaus.
“In Israel werden keine Diskos en masse verboten, wie in Somalia, die Frauen tragen keine Bettlaken aus religiösen Gründen”
Daran wird natürlich die Welt genesen, an den Diskos. Und Frauen mit Vermummung müssen sich schon keine Sorgen um Cellulite machen wie die unseren
“So, all das kann man lernen, wenn mal will”
Wie gesagt, der Irak hatte es gelernt wenn man so will. Und anstatt das zu loben bombt man ihn kaputt. Ich bin auch überzeugt davon, dass beispielsweise die Ägypter bestimmt freier leben wollen aber Mubarak nunmal Amis Liebling da unten ist und deshalb ungestraft die Bevölkerung drangsaliert.
Es gibt schlechte Eigenschaften der Nachbarländer und manche gute in Israel, aber ich finde es obszön zu sagen die guten soll man lernen wenn neben den Guten eine so erkleckliche Anzahl an abartigen Eigenschaften wie die zitierten vorhanden sind.
Kommentar von j.primzek am 25. Juli um 10:40 Uhr
@ darcokwilda
Ich sage es mal kurz, der Region wäre viel geholfen, würden Länder wie Iran, Syrien usw. sich an den positiven Errungenschaften Israels orientieren.
Sie können Israel doch gerne übertreffen, was z.B. den Minderheitenschutz, Gleichberechtigung, Bildungschancen etc angeht.
Ich überspitze mal:
Ja, die Welt würde an Diskos genesen, weißt Du warum?
Wenn Menschen tanzen, trinken, feiern und sich ein wenig um Frauen streiten, haben sie keine Zeit fanatisch zu werden. Frage doch mal einen Jugendlichen hier nach Gesundheitsreform, die meisten wollen feiern, Spaß haben, das führt zwar zu politischer Ahnungslosigkeit, aber sie haben auch keine Lust mehr, in Polen mit Panzern einzumaschieren.
Und ja, es tut einem Land - nicht nur optisch - gut, wenn es seine Frauen nicht unter Bettlaken versteckt.
Dahinter steckt nämlich auch eine Geisteshaltung - verstecken, heimlich machen, an Freiheit hindern und das unter dem Mäntelchen des Schützens. Grrrr.
Ok, Vanunu das sit richtig.
Ich lese auch die Amnesty-Jahresberichte über Israel aber ich lese auch die über den Iran
Man kann einfach schwer leugnen, im Vergleich mit vielen seiner Nachbarstaaten ist Israel einfach weiter, Menschenrechtlich usw.
Das Geld sollten sie lieber in Unis stecken, dann wären sie unabhängiger vom Westen und hätten klügere Köpfe.
Bei den meisten anderen Punkten hast Du recht, die würde ich nicht bestreiten.
Kommentar von j.primzek am 25. Juli um 10:41 Uhr
@ moderator bitte irgendwie den Link zu Amnesty und Iran zum laufen bringen, danke.
http://www2.amnesty.de/interne.....pand=69#69
Kommentar von DaRockwilda am 25. Juli um 11:07 Uhr
@J.Primzek:
Die Links funktionieren bei mir.
“Sie können Israel doch gerne übertreffen, was z.B. den Minderheitenschutz, Gleichberechtigung, Bildungschancen etc angeht”
Das ist natürlich richtig.
“Ja, die Welt würde an Diskos genesen, weißt Du warum?
Wenn Menschen tanzen, trinken, feiern und sich ein wenig um Frauen streiten, haben sie keine Zeit fanatisch zu werden”
Naja aufs Maul hauen sie sich trotzdem in der Disko. Schonmal daran gedacht dass vielleicht die meisten Syrer kein Geld für eine Disko haben ? Faustregel: Je ärmer ein Land, um so religiöser. Je reicher, um so mehr ist Religion nur noch Symbolik und die Gesellschaft wird dekadent und wendet sich von allen Göttern ab. Um Fanatismus zu besiegen musst du die Armut besiegen !
Und auch so hinkt dein Beispiel, was ist denn mit Amerika und Israel ? Die haben Diskos, auch das Geld dafür, und trotzdem anscheinend noch gehörig Lust, mit Panzern in anderen Ländern einmarschieren.
Oder hier, schau mal zu was deine tollen Diskos in Israel führen, zu unheimlich vielen Vergewaltigungen:
http://www.jpost.com/servlet/S.....3498800368
“Dahinter steckt nämlich auch eine Geisteshaltung - verstecken, heimlich machen, an Freiheit hindern und das unter dem Mäntelchen des Schützens”
Steckt hinter Tanga Minirock Stiefel Mascara Lippenstift Parfum Loreal weil ich es mir wert bin nicht auch eine Gleichschaltung ? Eben nicht vom Staat, sondern von der Wirtschaft forciert ?
“Man kann einfach schwer leugnen, im Vergleich mit vielen seiner Nachbarstaaten ist Israel einfach weiter, Menschenrechtlich”
Also himmel noch eins ist es denn keien Frage der menschenrechte wie man sich in den besetzten Gebieten aufführt ???
Oder was ist damit ?:
“At least 17 soldiers and five civilians are under investigation for the rape of an 11-year-old girl at an Israeli air base, the military confirmed yesterday”
http://www.guardian.co.uk/inte.....25,00.html
Das mit dem tollen “Brückenkopf der Demokratie im Nahen Osten” stimmt eben nur bedingt.
Kommentar von Lara am 25. Juli um 18:36 Uhr
Uh, Herr Primzek, Sie haben ja interessante Vorstellungen. Im Moment habe ich nicht die Zeit, auf alles, was Sie so schreiben, einzugehen, aber einige kurze Anmerkungen kann ich dazwischen quetschen.
Die arabische Liga hilft durchaus, sogar Saudi Arabien (@rockwilda): Gerade erst, nachdem die ach so demokratieversessene EU die Palästinenser für ihr unbotmäßiges Wahlergebnis abzustrafen begann:
http://db.mop.gov.ps/amc/donorprofile.asp
Die andere Behauptung, dass die arabischen Staaten “alle Möglichkeiten” hatten, ist fast schon amüsant. Woher nimmst du denn nur solche Vorstellungen? Glaubst du etwa, die arabischen Staaten hätten militärisch eine Chance gehabt? Und selbst wenn: Findest du, dass das die Art und Weise ist, wie man mit Menschen umgeht? Erst das Selbstbestimmungsrecht der Völker ignorieren, dann die Leute aufeinander losgehen lassen und derjenige, der die besseren Waffen hat, darf dann das Land behalten, sich noch mehr nehmen und sich als rechtmäßiger Eigentümer betrachten? Für so etwas braucht man die UNO nicht. Sie wurde eigentlich geschaffen, um genau so was zu verhindern. Aber das sind Aspekte bei dem ganzen Thema, die gerne unter den Tisch gefallen lassen werden, da sie so einige unrühmliche und peinliche Seiten des Teilungsplanes offenbaren würden.
Wie kann es denn eigentlich angehen, dass die UNO beschließt, das palästinensische Gebiet einfach irgendwelchen Europäern zu geben? Und wieso wurde das Land so ungerecht geteilt?
Kommentar von DaRockwilda am 25. Juli um 22:13 Uhr
Bis Primzek sich wieder meldet, fang ich mal mit dir ne Diskussion an Lara
“Wie kann es denn eigentlich angehen, dass die UNO beschließt, das palästinensische Gebiet einfach irgendwelchen Europäern zu geben?”
Waren da nicht die Engländer hauptsächlich schuld ? Das besetzte Palästina gehörte doch den Engländern davor. Weil unter dem Gesichtspunkt können die Engländer doch damit machen was sie wollen oder ? Mein Problem ist eher das, was sich Israel seitdem alles unter den Nagel gerissen hat.
Kommentar von j.primzek am 25. Juli um 22:17 Uhr
@ darockwilda
stimme Dir zu mit der Armut, daher ärgert mich auch die Zerstörung frischer Infrastruktur in Palästina so wahnsinnig. Das ist auch für ISrael ökonomischer Wahnsinn.
Zu Konsumkritik und Vergewaltigung machen wir einen anderen Thread auf, ok?
@lara
Ich meine 1948, da kamen Araber von drei Seiten unf Ben Gurion und Co. haben es trotzdem geschafft, das beeindruckt mich einfach.
Ich stimme aber natürlich zu, was die Uno angeht.
Ich würde den Arabischen Staaten ringsrum generell raten:
Seit doch Vorbild für Israel, baut Unis, laßt Arme zur Schule und Frauen auch. Lehrt Fremd- und Programmiersprachen statt Botschaften des Hasses.
Das meine ich nicht als Friedensprophet sondern als Ökonom, bildet Eure Bevölkerung aus, dann könnt ihr da auch ordentliche Firmen anlocken, aufbauen.
Weißt, und bilden geht auch oft fast ohne Geld.
Für theoretische Informatik braucht man oftmals nur Papier, für Mathe erst recht.
Nach dem WKII haben deutsche Gefangene in ihren Lagern Vorlesungen abgehalten, damit sie was zu tun haben.
Es geht also und in den alliierten Lagern war das Leben gewiß kein Zuckerschlecken.
Kommentar von DaRockwilda am 25. Juli um 22:50 Uhr
@Primzek:
“Zu Konsumkritik und Vergewaltigung machen wir einen anderen Thread auf, ok?”
Was bleibt aber dann von Israels Vorbildfunktion übrig ? Du bist immerhin jetzt von “Israel ist toll” auf “Araber sollen toller sein” gekommen, das nenne ich einen Unterschied.
“Ich würde den Arabischen Staaten ringsrum generell raten:
Seit doch Vorbild für Israel, baut Unis, laßt Arme zur Schule und Frauen auch. Lehrt Fremd- und Programmiersprachen statt Botschaften des Hasses”
Ich erwähnte bereits den Irak unter Saddam. Aber ansonsten schließe ich mich dem Ruf nach mehr Fortschritt dort unten gern an. Ich will eben nur dass die Staatenlandschaft da unten als 1 Gutes gegen x Schlechte gesehen wird. Sondern sie sind alle irgendwie nicht das Gelbe vom Ei.
Kommentar von j.primzek am 25. Juli um 23:20 Uhr
dem letzten Satz stimme ich zu, aber das Israel toll ist, habe ich nicht gesagt, im gegenteil: “Ich finde es problematisch.”
Was von Israel bleibt:
Naja, Loveparade in Tel Aviv , Frauenwahrecht, Uni auch für Frauen, Organisationen für Schwulenrechte tja und natürlich vieles besser zu machen.
Konsumkritik finde ich nicht passend in einem Beitrag über Weltkrieg und Vergewaltigung auch.
Vergewaltigungen nach Diskos kommen nun mal vor und haben nix mit Israel zu tun - da könntest Du pauschal Deutschland, die USA oder auch Dänemark kritisieren.
Das meinte ich.
Und ganz ehrlich: Ich glaube, es sind weniger Frauen nach Diskos vergewaltigt worden als bisher in Religionskriegen und auch weniger Leute sind gestorben, weil sie die falschen Schuhe anhatten als wenn sie die Falsche Religion hatten.
Nicht daß ich falsch verstanden werde - jeder Tote, Vergewaltigte ist eine zuviel, aber ganz kann man diesen Wahnsinn wohl nie ausrotten.
Kommentar von Lara am 26. Juli um 00:36 Uhr
@Rockwilda:
Es stimmt schon was du sagst, aber nicht ganz. Die Briten hatten einen Gutteil der Schuld an dem ganzen Schlamassel, aber vorwiegend, weil sie damals mehreren Seiten Versprechungen machten: Dem Scharif von Mekka versprachen sie (eigentlich der Hochkommissar von Ägypten, Henry McMahon) 1915/16 die Eigenständigkeit, allerdings mit vagen Aussagen über die territoriale Aufteilung und unter Verwendung verschiedener Definitionen dessen, was beide Seiten unter arabischen Gebieten verstanden (McMahon meinte damit eigtl. die muslimischen und der Scharif die ethnischen Araber, also auch die Christen). Churchill sagte später, Palästina sei nie in diesem Plan enthalten gewesen, aber wie gesagt: Da war breiter Spielraum für Interpretationen - die Araber sahen das im Nachhinein als Beweis dafür, dass die Briten von Anfang an ein falsches Spiel mit ihnen trieben. Im Gegenzug sollten die arabischen Völker sich gegen die osmanische Herrschaft auflehnen und auf Seiten der Briten kämpfen, was sie dann taten. Für lau sozusagen.
Mit den Franzosen verabredeteten die Briten ebenfalls eine Aufteilung des Nahen Ostens, das ist das sog. Sykes-Picot-Abkommen - beim Suchen nach einer guten Quelle habe ich das hier gefunden: http://domino.un.org/UNISPAL.n.....d20066e9d7!OpenDocument
Unter: II. GEGENSÄTZLICHE VERSPRECHUNGEN ist das gut nachzulesen.
Die Briten erhielten also das Mandat für Palästina und durch ihr vorheriges Herumlavieren und allseitigen Versprechungen haben sie den Grundstein gelegt für alle weiteren Unsicherheiten. Als dann immer mehr Leute aus Europa nach Palästina einströmten (nicht zuletzt wegen dem nicht nur in Deutschland grassierenden Antisemitismus) wurde die Lage zunehmend explosiv. Es kam zu gegenseitigen Angriffen, jeder gegen jeden, jüdische Kampfgruppen (je nach Standpunkt Terroristen oder Freiheitskämpfer) wie Irgun, die Stern-Bande und die Haganah griffen sowohl Briten als auch Araber an, die palästinensischen Bewohner waren auch keinen Pazifisten und die Briten verloren irgendwann die Nerven (der Terroranschlag auf das King-David-Hotel war da kein unmaßgeblicher Beitrag) und warfen entnervt das Handtuch.
Ich zitiere mal der Einfachheit halber:
“Die Vereinten Nationen, der de-facto Nachfolger des nicht mehr bestehenden Völkerbundes, waren erst zwei Jahre alt, als ihnen die Lösung des Palästina-Problems übertragen wurde. Im Mai 1947 schuf die Generalversammlung den Sonderausschuß der Vereinten Nationen für Palästina (UNSCOP) und ermächtigte ihn, die europäische Judenfrage mit der Palästinafrage in Verbindung zu bringen. Dies geschah trotz der Proteste palästinensischer und anderer arabischer Vertreter. Sie verlangten, daß auch andere Länder der großen Anzahl durch den Krieg heimatlos gewordener europäischer Juden Zuflucht geben sollten. Der Sonderausschuß besuchte neben Palästina und anderen arabischen Ländern auch Deutschland und Österreich.
Eines der Ziele der Vereinten Nationen ist die Achtung des Selbstbestimmungsrechts der Völker. Dieses Prinzip wurde zu Ende des Ersten Weltkrieges international anerkannt und auch anderen unter Mandat gestellten arabischen Territorien zuerkannt. Auf das britische Mandat über Palästina wurde es jedoch faktisch nicht angewandt. Im Bericht des Sonderausschusses wird dazu festgestellt:
“…zur Zeit der Schaffung der ‘A’-Mandate wurde es (das Prinzip der Selbstbestimmung) auf Palästina nicht angewandt, offensichtlich wegen der Absicht, dort die Gründung der jüdischen nationalen Heimstätte möglich zu machen. Man kann sogar soweit gehen zu sagen, daß die jüdische nationale Heimstätte und das Palästinamandat, das eine Kategorie für sich darstellte, diesem Prinzip zuwiderliefen”.”
(Gleiche Quelle)
Tja. Und da beißt sich die Katze in den Schwanz. Dass sich die arabischen Bewohner mit so einem Beschluss nicht gerade zufrieden zeigten, dürfte niemanden wirklich verwundern. Und das ist auch der Punkt, den ich persönlich für sehr fragwürdig halte. Die UNO hat dabei ihre eigenen Prinzipien ignoriert - wie rechtmäßig so ein Beschluss ist, kann man sich schon fragen. Aber diese Frage wird regelmäßig unterdrückt mit dem Mantra des Existenzrechts und jeder, der es wagt, diese Frage zu stellen, als Antisemit in die Ecke gestellt. Nicht ohne Grund, wie man sieht.
Aber ein jüdischer Staat hätte sonstwo gegründet werden können (= existieren) - wer eine Schuld gutzumachen hatte, das war ja wohl Deutschland und die übrigen europäischen Länder, in denen die Nazis nicht nur bekämpft wurden (Österreich und Frankreich z.B.)
Darüber hinaus erhielten die Araber weit weniger Anteil am Land, als ihrem Bevölkerungsanteil entsprach (das Tortendiagramm in Abb. 3 scheint mir etwas misslungen…), was ebenfalls nicht gerade dazu beitrug, dass die arabischen Teile den Plan für gerecht halten konnten.
In Summe würde ich sagen, dass die Briten den Grundstein legten und die UNO den Rest tat. Es ist auch kein Wunder, dass Israel die Dutzenden Resolutionen ignorierte, schließlich hat die UNO selbst ihre Prinzipien ignoriert und immer wieder deutlich gemacht, dass Israel nicht bestraft wird. Man könnte sagen, all das Gequatsche, Resolutionieren etc diente nur dazu, die Zeit bis zur endgültigen Vertreibung aller Araber zu vertreiben. Das einzige Problem war, dass die Palästinenser nicht aufgaben und sich nicht endgültig vertreiben ließen.
So, wie es aussieht, ist Condi aber gerade dabei, mit Olmert das Palästinenserproblem endgültig zu lösen.
Offensichtlich ist die Menschheit einfach nicht in der Lage, zu lernen. Pisa international sozusagen.
So, ist viel länger ausgefallen als geplant, daher verschiebe ich jetzt meine Antwort an Jott und wünsche eine gute Nacht.
Lara
Kommentar von j.primzek am 26. Juli um 01:49 Uhr
@lara
Du hast das Problem ja knapp zusammengefaßt, daß die Palestinenser darunter zu leiden haben, daß im III Reich Millionen von Juden vernichtet wurden.
Also kurz: Was können Palestinenser für europäischen Judenhass?
Und wenn jemand von denen fragt, warum sie damals ihr Land verlassen mußten, dann kann man entweder wahrheitsgemäßt antworten:
1. Weil sie nicht daran gehindert wurden, Eure Vorfahren zu vertreiben
Oder man argumentiert moralisch:
2. Weil die Juden eine Heimstatt brauchen und daß dort, wo sie 2000 Jahre zuvor geflohen sind.
Mit dem gleichen Recht könnte übrigens Deutschland Gebiete in Polen reklamieren und die Polen Gebiete in Weißrussland.
Da kann man immer nur sagen: in die Vergangenheit schauen sollen Historiker und Juristen, aber Politker und andere sollen, müssen in die Zukunft blicken.
D.h. die Palestinenser sollten ihre Jugend bilden so gut es geht (und es geht noch besser als jetzt)
Dass es schwierig ist, daß es ungerecht ist, daß Millionen Palestinenser enteignet wurden, keine Frage, nur muß man hier wohl realisitisch bleiben.
Kommentar von DaRockwilda am 26. Juli um 03:43 Uhr
@Lara:
Wünsch dir auch eine Gute Nacht, danke für die Mühe, hab bei dem Bereich erst bruchstückhaftes Bild der Geschichte. Irgun beispielsweise kenne ich, King David, nicht aber die verschiedenen Deals der Großmächte.
@J.Primzek:
“Weil die Juden eine Heimstatt brauchen und daß dort, wo sie 2000 Jahre zuvor geflohen sind”
Täusche ich mich oder sind die Juden wenns überhaupt stimmt aus Ägypten geflohen ?
“Mit dem gleichen Recht könnte übrigens Deutschland Gebiete in Polen reklamieren und die Polen Gebiete in Weißrussland”
Sehr richtiges Argument. Ich dachte ja immer an sowas denkt heute keiner mehr, aber gerade unter den Bayrischen CSUlern gibt es Mitglieder im “Bund der Vertriebenen” und so. Gefährliche und überflüssige Sache.
“D.h. die Palestinenser sollten ihre Jugend bilden so gut es geht (und es geht noch besser als jetzt”
Ich finde es schon irgendwie obszön, zu sagen “Jo mei jetzt kriegt ihr halt die verrückten Siedler und die schießwütige IDF in euer eigenes Land, na schauts halt dass ihr wenigstens eure Kinder bildet. Willst du auch mit dem hier “nur muß man hier wohl realisitisch bleiben” sagen, dass wir nicht mehr als solche Ratschläge für die Palästinenser tun können ?
Kommentar von j.primzek am 26. Juli um 08:55 Uhr
@darockwilda
Klar,sind sie auch aus Ägypten geflohen und deswegen hat man das ja auch (1967?) angegriffen.
Übrigens waren die Juden auch mal in Bagdad, äh Babylon und hat sich Saddam nicht auch mak als Nebukadnezar aufgespielt?
Nee,im Ernst, ich meine nach dem Aufstand von Simon Bar Kochba (132-135 nChr) sind ja viele Juden quer durchs römische Reich gewandert und seit damals glaube ich, hatten sie ihren Staat aufgegeben.
@darcokwilda
Mit dem obszön verstehe ich, aber:
Viele wollen ja ganz Palästina, warum auch nicht, kann ja nicht sein, daß irgendeine UNO 1948 einfach so beschließt, einen neuen Staat auf fremden Gebiet zuzulassen.
Aber ganz Palästina gibt es eben nicht - das meine ich mit realistisch.
Ich bin im übrigen auch der Ansicht, daß Israel mit seiner Siedlungspolitik, dem Mauerbau keinen Frieden erschafft.
Aber bei allem hin und her, würde ich mich trotzdem als palästinensische Führung hinsetzen und meine Leute ausbilden.
Ich würde ein paar Gastdozenten einkaufen, große Vorlesungen abhalten und zusehen, daß da was läuft und ich z.B. Computerprogrammierer ausbilde oder Ärzte usw.
Kommentar von Ice am 26. Juli um 09:02 Uhr
“Täusche ich mich oder sind die Juden wenns überhaupt stimmt aus Ägypten geflohen ?”
soweit mich nicht alles täuscht, sind die Juden da schon vor wesentlich längerer Zeit geflohen [aus Ägypten], nämlich so vor 4000 jahren. Aber dann haben die schon einige Zeit in Israel gelebt. So bis 400 v. Chr. oder so hatten die ja auch einen eigenen Staat, und dann haben sie halt unter persischer/römischer/christlicher usw. Herrschaft gelebt…. Israel wurde schon damals gern erobert
Kommentar von Lara am 26. Juli um 09:23 Uhr
Hallo zusammen.
Also Jott, glaubst du, die Palästinenser haben überhaupt keine Schulen?
The boycott of Palestinian education
The Right to Education Campaign, Birzeit University, 3 June 2006
http://right2edu.birzeit.edu/news/article393
Oder hier:
Israel Denying Education to Palestinian Children - U.N.
by Thalif Deen
http://www.commondreams.org/he.....003-05.htm
Und zu den angeblich zum Hass aufrufenden Schulbüchern:
Palästinensische Schulbücher unter Kritik, Von Anabel Rett, Bonn
http://www.reiner-bernstein.de.....chulb.html
Palästinensische Schulbücher predigen keinen Hass und keine Gewalt / Palestinian Textbooks do not incite hatred and violence
Eine vom US-Kongress in Auftrag gegebene Studie entkräftet landläufige Vorurteile / Analysis and Evaluation of the New Palestinian Curriculum
http://www.uni-kassel.de/fb5/f.....lbuch.html
Schulbücher in Israel
Palästinensische Autonomiegebiete annektiert
http://www.qantara.de/webcom/s.....282/i.html
Vielleicht weniger in Diskos rumhängen und dafür mehr lesen…?
SCNR
MfG,
Lara
Kommentar von DaRockwilda am 26. Juli um 11:02 Uhr
Ihr solltet beide Geschichtsprofessoren werden
EDIT:
@Lara: Falls du dich übrigens wunderst warum deine Kommentare nicht sofort erscheinen, wenn diese Links enthalten dann muss ich sie erst freischalten deshalb die Verzögerung, verzeih mir
Kommentar von Lara am 26. Juli um 12:54 Uhr
*grins* - natürlich verzeih ich dir, ich könnte dir nie böse sein
Kommentar von Josef Primzek am 26. Juli um 16:32 Uhr
@lara danke für die Links.
Ich hänge im übrigen nicht in Diskos rum.
(Obwohl, vielleicht ist das hier auch eine Disko, hier wird nämlich viel diskutiert…)
Ich habe nicht behauptet, daß in palästinensischen Schulen o.ä. zum Haus aufgerufen wird.
Mir geht es darum, daß den Palästinensern einfach keine andere Möglichkeit bleibt, außer sich zu bilden.
(Mir fiele da halt hauptsächlich Informatik o.ä. ein.)
Bis jetzt arbeiten ja viele Palästinenser ja auswärts. oft als Hilfskräfte.
Wenn sie hingegen ihre Bevökerung qualifizieren, kann die bessere Jobs im Ausland annehmen und nmehr Geld in die Heimat transferieren.
Hört sich zynisch an, aber nur dadurch verbreitzert sich ihre Machtbasis.
Im übrigen kotzt es mich auch an, daß EU Infrastruktur zerschossen wird.
Kommentar von Lara am 26. Juli um 18:24 Uhr
Hi Jott,
sorry, ich wollte nicht sagen, dass du das behauptet hättest. Es passte nur zum Thema und ist ein sehr häufiger Vorwurf, da hab’ ich’s halt dazu gesetzt.
Die palästinensische Gesellschaft hat(te) eigentlich ein eher hohes Bildungsniveau. Ich kenne zwar auch einige, die eher Hilfsarbeiten machen, aber die meisten, die ich kenne, sind Akademiker, größtenteils Ärzte, Ingenieure oder Betriebswirte. Das ist natürlich nicht repräsentativ, entspricht aber auch ihrem Ruf im arabischen Raum.
“Im übrigen kotzt es mich auch an,…”
Ja, das kotzt mich auch an. Ebenso kotzt mich an, dass diese Zerstörungswut keine Konsequenzen für Israel hat. Wieso holt sich die EU das Geld nicht von der israelischen Regierung zurück oder streicht zumindest weitere Geschenke wie die U-Boote, sonstige Waffenlieferungen oder Subventionen? Wenn man denen den Geldhahn zudrehen würde, würden sie ganz schnell dazu übergehen, das Völkerrecht zu achten und sich auf die Grenzen von 67 zurückziehen.
Ich kaufe jedenfalls keine Waren mit Strichcode-Anfang 972 (aus Israel) mehr - aber solange der größte Exportbeitrag Waffen sind, wird sie das nicht sehr stören, ist mir schon klar. Aber Kleinvieh macht auch Mist.
So, ich bin dann jetzt erst mal unterwegs und offline,
Grüße an alle, sorry noch mal wegen dem missverständlichen Link,
Lara
Kommentar von j.primzek am 26. Juli um 21:41 Uhr
@lara
mein Laptopprozessor wurde auch in Israel entwickelt (Centrino)
Naja, wenn Israel für seine Zerstörungen zahlen müßte, wer müßte das nicht alles? Die Serben in Bosnien, die Kroaten da ebenso, die Nato in Serbien?
Nene, da ist schon besser, man läßt das ruhen.
Allerdings, richtig, müßte
Kommentar von Daniel Sprenger am 27. Juli um 12:12 Uhr
Hallo, mir sind wieder einige Widerspüchlichkeiten aufgefallen:
Ein Warenboykott von israelischen Waren widerspricht ja wohl eindeutig einer aufgeklärten HAltung der Toleranz gegenüber anderen Völkern. Zumal der Israel vorgeworfene Rassismus so auf einer subtileren Ebene selbst praktiziert wird.
Der Vorwurf, den “liberalen Irak unter Saddam Hussein” zerstört zu haben, obwohl er Männern und Frauen gleiche Rechte (der Unterordnung?) zusprach, stellt dessen autokratische, auf eine kleine Machtclique gestützte Herrschaft als geradezu harmlos dar. Das widerspricht der von mir wohl hoffentlich zurecht unterstellten demokratischen Grundhaltung… Wenn der Irak-Einsatz verurteilt werden will, dann nur, weil er dem Völkerrecht, dieser brüchigen, aber wichtigen Instanz internationaler Beziehungen widersprach und aus Gründen der praktischen Probleme nach dem Ende der Hauptkriegshandlungen - aus Gründen, die Hannah Arendt in “Macht und Gewalt” so wunderbar dargelegt hat, ist aus militärischer Gewalt selten Macht (als Fähigkeit der Menschen miteinander zu handeln und politische Fortschritte zu erreichen) entstanden. Allerdings trägt momentan der Terror daran die HAuptschuld. Die irakische Bevölkerung will wohl nur in Frieden leben, der Terror versucht das zu verhindern.
“Wie gesagt, der Irak hatte es gelernt wenn man so will. Und anstatt das zu loben bombt man ihn kaputt. Ich bin auch überzeugt davon, dass beispielsweise die Ägypter bestimmt freier leben wollen aber Mubarak nunmal Amis Liebling da unten ist und deshalb ungestraft die Bevölkerung drangsaliert”
Aber gleichzeitig wird Ägypten unter Mubarak kritisiert, und zwar für etwas, dass bei Saddam noch gelobt (oder wohl eher nicht gesehen) wurde. Trotz sicherlich nicht idealer HErrschaftsführung ist doch zu sagen, dass Ägypten weitaus liberaler als Saddams Irak ist: denn es gab dort halbwegs ernst zu nehmende Gegenkandidaten bei der letztjährigen Präsidentenwahl, die zumindest öffentlich und medial für ihr politisches Programm werben durften! Und Mubarak wurde nicht mit 100% wiedergewählt.
Zudem wird Mubarak auch deshalb von den USA gestützt, damit die radikal-islamische Muslimbrüderschaft nicht an die MAcht kommt. Und diese widerum würde die Region weiter destabilisieren, da sie Israels Existenzrecht ablehnt. Ägyptens Friedensvertrag mit Israel ist doch ein riesen fortschritt gewesen, dieser würde dann wohl seine Gültigkeit einbüßen. Somit ist es natürlich nicht ideal, Mubarak zu stützen, wohl aber aufgrund der innenpolitischen Situation in Ägypten das beste, was man momentan tun kann.
Und hier ist der letzte Widerspruch: Nur, weil die USA hinter Mubarak stehen, wird dessen stabilisierende Rolle in der Region diskreditiert, ohne die Folgen zu sehen, die mit der Muslimbruderschaft an der MAcht entstehen würden. Und dass, obwohl doch eigentlich die Beruhigung der Lage wohl auch im Interesse von da Rockwilda ist.
Saddam stand gegen die USA, wird als liberal dargestellt, Ägypten kooperiert mit den USA und wird, trotz offensichtlich mehr Freiheit (aber sicherlich immer noch nicht genug, was aber wg. der Muslimbruderschaft schwierig ist…) deshalb diskreditiert. Das widerspricht der eigentlich Forderung nach mehr Freiheit in der Region und der Sorge um Frieden (denn aus Ägypten kamen keine aggressiven Töne gegen Israel, aus dem Irak sehr wohl, mitunter begleitet von Raketen!)
Die REgion braucht Politiker und Gesellschaften, die realistische Friedenschancen ausloten und so handeln, dass alle davon profitieren. Das ist schwierig, aber wohl nicht unmöglich. Syrien, Iran und die Hisbollah als Verbindungsglied zwischen ihnen sehen das anders, notwendigerweise, weil ihre Macht sich ja durch Ressentiments gegen Israel so schön stabilisieren lässt. Mubaraks MAcht hingegen ist von radikalen Kräften bedroht, weil er Israel anerkennt. Mehr Freiheit würde dort momentan recht schnell zu mehr Unfreiheit führen.
Kommentar von DaRockwilda am 27. Juli um 13:34 Uhr
@Daniel Sprenger:
\\\”Ein Warenboykott von israelischen Waren widerspricht ja wohl eindeutig einer aufgeklärten HAltung der Toleranz gegenüber anderen Völkern\\\”
Großartig wie du hier wieder die Verantwortlichkeiten durcheinanderbringst. Entspricht etwa die Annihilation der Libanesen \\\”einer aufgeklärten Haltung der Toleranz gegenüber anderen Völkern\\\” ?
Fakt ist, dass der einfache Bürger nur mit Warenboykott Konsequenzen gegen Israel ziehen kann. Die Bundesregierung weigert sich ja bekanntlich, einfachste Dinge wie die U-Boot Schenkungen zu stoppen.
\\\”Zumal der Israel vorgeworfene Rassismus so auf einer subtileren Ebene selbst praktiziert wird\\\”
Wo ?
\\\”Der Vorwurf, den “liberalen Irak unter Saddam Hussein” zerstört zu haben, stellt dessen autokratische, auf eine kleine Machtclique gestützte Herrschaft als geradezu harmlos dar\\\”
Relativ harmlos. Er war auch nur relativ liberal. Das sind alles Relationen zur gängigen \\\”Schlächter von Baghdad\\\” Propaganda.
\\\”Das widerspricht der von mir wohl hoffentlich zurecht unterstellten demokratischen Grundhaltung\\\”
Ist das so schwer zu verstehen ? Es kommt auf die konkreten Verhältnisse vor Ort an, und da sieht es nunmal jetzt für einen Großteil der Iraker schlechter aus als unter Saddam. Es spielt nur eine untergeordnete Rolle, ob dein Regime gewählt ist oder nicht. Wichtiger ist wie das Land gestaltet wird.
\\\”aus Gründen, die Hannah Arendt in “Macht und Gewalt” so wunderbar dargelegt hat\\\”
Naja Hanna Arendt… ich kenn zwar diesen Text nicht, aber ansonsten hat sie Mängel was die Systematik von Politik angeht. Wer Totalitarismus nicht von Antisemitismus trennen kann…
\\\”Allerdings trägt momentan der Terror daran die HAuptschuld\\\”
Wenn du die religiöse Gewalt meinst, die GAB ES NICHT UNTER SADDAM.
\\\”Zudem wird Mubarak auch deshalb von den USA gestützt, damit die radikal-islamische Muslimbrüderschaft nicht an die MAcht kommt. Und diese widerum würde die Region weiter destabilisieren, da sie Israels Existenzrecht ablehnt\\\”
Ich finde es herrlich wie du kein Mal die Idee äußerst, dass Israel sich gefälligst nach UN-Beschluss in die Gebiete vor 67 zurückzuziehen hat. Wenn dies geschehen ist dann ist jeder Kampf gegen Israel inakzeptabel. Bis dahin nicht.
Kommentar von j.primzek am 27. Juli um 13:56 Uhr
@ darockwilda
wenn man den Stopp der Schenkungen stoppt, dann schenkt man, hier: U-Boote !-)
Kommentar von DaRockwilda am 27. Juli um 14:07 Uhr
Kommentar von Lara am 27. Juli um 18:17 Uhr
Ich hab’ nicht viel Zeit und das meiste hat Rockwilda auch schon beantwortet, aber das hier will ich doch schnell sagen:
Ein Warenboykott widerspricht in keiner Form einer demokratischen Grundhaltung, im Gegenteil. Es ist meine Entscheidung, wofür ich Geld ausgebe und ich finanziere keinen Staat, der Menschen von ihrem Land vertreibt, der mit weißem Phosphor und Streubomben bombt, der auf Krankenwagen schießt, der Wohngebiete dem Erdboden gleichmacht und zu alldem auch noch scheinheilig für sich in Anspruch nimmt, moralisch und demokratisch zu handeln.
Ich habe übrigens auch keine Waren aus Südafrika gekauft, als dort noch die Apartheid herrschte - war das auch undemokratisch?
Und wie demokratisch ist der Boykott der Palästinenser?
Und bitte erspar mir Sprüche wie “Es ist Hamas, die boykottiert wird, nicht die Palästinenser”. Diesen Spruch kann ich genauso wenig ernst nehmen wie den nervigen Doublespeak bzgl. des Terrors gegen die libanesische Bevölkerung - damit meine ich das, was die israelische Armee gerade im Libanon abzieht, garniert mit dem scheinheiligen Geseihere großäugiger Armeesprecher, die den treuherzigen Augenaufschlag wohl noch nicht lange genug vor dem Spiegel geübt haben, dass es Hisbollah sei, auf die die Bomben fallen, nicht der Libanon. Nur, falls das unklar sein sollte.
Also, wer ebenfalls keine Lust hat, das israelische Sozialprodukt zu steigern, vermeidet Waren, bei dem die ersten drei Ziffern des Strichcodes 972 sind.
Lara