Explosion am Badestrand: Egal was passierte, aus dem Frieden wird nichts
Am Freitag hat Israel einen belebten Badestrand im Gazastreifen mit einer Granate beschossen, und tötete dabei mindestens 7 Zivilisten. Dies legt neben Zeugenaussagen der interne Bericht eines eigens eingerichteten Untersuchungsgremiums mit einem General der Israel Defense Forces als Vorsitzendem nahe:
Nach den Angaben von Verteidigungsminister Amir Peretz könnte es sich bei der Granate um eine von sechs in der Region abgefeuerten Granaten Handeln. Bei dieser sei der IDF der Einschlagsort der Granate nämlich unbekannt.
Laut dem englischen Independent entschuldigte sich die IDF auch schon für “den Angriff auf unschuldige Menschen”, und der israelische Militärstabschef Dan Halutz ordnete das Ende des Granatfeuers in der Gegend an.
Ungeachtet der impliziten Schuldeingeständnisse der Armee tut die israelische Regierung jedoch erstmal das, was sie am besten kann: Lügen. Premierminister Olmert versucht es erstmal mit der Lüge der Armee mit dem Heiligenschein:
Gutes Benehmen der IDF ? Wie wäre es mit der Erschießung der englischen humanitären Helfer und des Dokumentarfilmers, oder zur Abwechslung mit den 16 Soldaten, die auf einer Luftwaffebasis ein 13jähriges Mädchen vergewaltigt haben ? Bei Pinocchio wurde wenigstens die Nase lang beim Lügen.
Danach ging Verteidigungsminister Peretz sogar noch weiter, und mutmaßte über einen palästinensischen Granatentreffer:
Dies bezweifeln aber auch Stimmen aus Israel. So schreibt Haaretz:
Ein wenig realitätsbezogener geben sich die Bedenken des Ausschusses der Armee. Der gibt zu Protokoll, dass sich die Zeit der Explosion nicht mit der Zeit des Artilleriebeschusses deckt.
Inwiefern diese Aussage stimmt, lässt sich auf Grund von Olmerts Lügen schwerlich sagen. Er stellt seine Regierung jedenfalls nicht als ehrlich dar.
Die Untersuchungen des Militärs sollen morgen abgeschlossen sein. Inwiefern Armeen sich gern selber belasten, ist auch spätestens nach den Dementis der US Army zum später publik gewordenen Massaker von Haditha fraglich.
Da die Hamas den Angriff auf den israelischen Strand als Grund dafür ansieht, wieder Raketen nach Israel zu schießen, kommt noch ein weiterer Gedanke. Denn wenn man das Thema false-flag terror ernst nimmt, dann kann man sich auch überlegen, ob nicht die Hamas die Explosion herbeigeführt hat, um ihren einseitigen Waffenstillstand wieder beenden zu können.
Zuerst sei mal gesagt, dass die Hamas mit Mitteln aus Israel gegründet wurde. Die Hamas ist ein militantes Gegengewicht zu den friedlicheren Bewegungen der Fatah und der PLO des verstorbenen Arafats, und Israels rechte Likudbewegung wusste dass dies ein Vorteil für sie ist. Kämpfen kann man nur wenn man einen Gegner hat, und die Hamas ist ein besserer Gegner als die PLO, weil diese eigentlich nicht kämpfen will. Land stehen kann man am bequemsten, wenn die Bestohlenen dann von einer militanten Gruppe wie der Hamas vertreten werden.
Ob also israelische Kräfte jetzt noch die Finger bei der Hamas im Spiel hat oder nicht, wissen wir alle nicht. Wir wissen aber, dass die Hamas heute ihren Teil zum ewigen Krieg in Nahen Osten beiträgt.
Mit Hamas auf der einen und mit Olmert auf der anderen Seite wird die Gewalt nie aufhören. Auf Angriff folgt Gegenangriff, und so dreht sich die Spirale weiter. Diese Gewalt muss auf beiden Seiten aufhören, und das wissen im Übrigen auch jüdische Israelis, wie ein gewisser Danny Rubinstein für Haaretz schreibt. Sollte man lesen.
Die einzige Lösung für den Nahostkonflikt kann nur Gewaltlosigkeit und die gegenseitige Anerkennung sein. Man war mal nahe dran an so einer Lösung, als sich 1993 beim Treffen in Oslo PLO-Chef Arafat und der damalige Präsident Israels Jitzhak Rabin die Hand gaben. Bim Olsoer Abkommen wurde schon ein großer Schritt in Richtung des Friedensplans der UNO gemacht. So erkannten sich beide Parteien gegenseitig an, und die PLO sollte die Kontrolle über die besetzten Gebiete bekommen.
Der Frieden hat aber Feinde, und so wurde Rabin 1995 von einem rechtsextremen Nationalisten erschossen. Nach Rabins Tod gingen die Verhandlungen zwischen Arafat und Israel schleppender vonstatten, und so begannen dann 2000 im Verlauf der zweiten Intifada die militanten Kräfte unter den Palästinensern an Oberhand zu gewinnen. Die Hamas ist insofern heute nur die logische Konsequenz dieser Entwicklung.
Dabei gibt es jetzt noch Kräfte in Palästina, die eine friedliche Lösung wollen:
Der Präsident der Palästinenser, Mahmoud Abbas, will dieser Tage eine Volksabstimmung durchführen lassen, die im Grunde das propagiert, was die UN schon seit 1967 in mindestens 4 Resolutionen beschlossen hat: Israel zieht sich in die Grenzen vor 67 zurück, Jerusalem bleibt geteilt. Und hier erfüllen zwei Parteien wieder überzeugend ihre Rollen, und unterminieren die Friedensbemühungen: Die Hamas auf der einen Seite will es gar nicht erst zur Volksabstimmung kommen lassen, und Israels Regierungschef Olmert auf der anderen Seite bietet Abbas keine Spur der Unterstützung.
Was können wir in Deutschland tun ?
Die hier herrschende einseitige Verdammung der Hamas führt zu nichts. Beide Bevölkerungsgruppen mögen sich nicht. Den Hass der Palästinenser bekommen wir im Fernsehen vorgesetzt, den Hass der Israelis kann man in Statistiken finden, wenn man nur sucht. Die Selbstmordanschläge der Hamas und die routinemäßige Zivilistentötung der IDF sind gleichwertig schädliche Schachzüge im Spiel um den Frieden. Auf beiden Seiten sitzen die radikalen, die keinen Frieden wollen und sich nicht um UNO-Resolutionen scheren. Olmert und Hamas spielen sich mit jeder neuen Entscheidung gegenseitig in die Hände.
Deshalb bringt es nichts, sich von den Medien aufgeputscht in Streitereien zu ergeben, welche Seite von beiden die Schlimmere ist, ob Zionisten oder Islamisten verachtenswerter sind.
Deutschland muss sich international für die Implementierung der zahlreichen UNO-Resolutionen einsetzen, Olmerts und Hamasens Vorgehen gleichermaßen strafen und Abbas’ Vorschlag unterstützen.
Wenn absehbar ist, dass man mit Reden bei beiden Parteien nicht weiterkommt, dann muss der Sicherheitsrat wohl oder übel eine UNO-Truppe schicken, um die Resolutionen zu implementieren. Wenn es Wahlen in Darfur wert sind, dann wohl auch der Frieden in Nahost.
DaRockwilda
“Die Ergebnisse, die das Gremium dem (israelischen) Verteidigungsminister am Samstagabend überreichte, deuten auf die Arillerieschläge der IDF als Urheber der Explosion (am Strand).”
Nach den Angaben von Verteidigungsminister Amir Peretz könnte es sich bei der Granate um eine von sechs in der Region abgefeuerten Granaten Handeln. Bei dieser sei der IDF der Einschlagsort der Granate nämlich unbekannt.
Laut dem englischen Independent entschuldigte sich die IDF auch schon für “den Angriff auf unschuldige Menschen”, und der israelische Militärstabschef Dan Halutz ordnete das Ende des Granatfeuers in der Gegend an.
Ungeachtet der impliziten Schuldeingeständnisse der Armee tut die israelische Regierung jedoch erstmal das, was sie am besten kann: Lügen. Premierminister Olmert versucht es erstmal mit der Lüge der Armee mit dem Heiligenschein:
“Ich lehne kategorisch alle Versuche ab, die moralische Integrität der IDF zu untergraben. Die IDF ist die moralischste Armee der Welt. Sie hat noch nie eine Politik der Verletzung von Zivilisten verfolgt, und tut es auch heute nicht.”
Gutes Benehmen der IDF ? Wie wäre es mit der Erschießung der englischen humanitären Helfer und des Dokumentarfilmers, oder zur Abwechslung mit den 16 Soldaten, die auf einer Luftwaffebasis ein 13jähriges Mädchen vergewaltigt haben ? Bei Pinocchio wurde wenigstens die Nase lang beim Lügen.
Danach ging Verteidigungsminister Peretz sogar noch weiter, und mutmaßte über einen palästinensischen Granatentreffer:
“Verteidigungsminister Peretz sagte, möglicherweise sei das Unglück nicht auf einen israelischen, sondern einen palästinensischen Granatenangriff zurückzuführen.”
Dies bezweifeln aber auch Stimmen aus Israel. So schreibt Haaretz:
“Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Kassamrakete solch einen erheblichen Schaden verursacht hat, ist gering. Es ist schwer sich vorzustellen, warum Palästinenser versuchen würden, eine Granate von der Gazaküste aus abzufeuern, wo sich hunderte von Zivilisten befinden.”
Ein wenig realitätsbezogener geben sich die Bedenken des Ausschusses der Armee. Der gibt zu Protokoll, dass sich die Zeit der Explosion nicht mit der Zeit des Artilleriebeschusses deckt.
Inwiefern diese Aussage stimmt, lässt sich auf Grund von Olmerts Lügen schwerlich sagen. Er stellt seine Regierung jedenfalls nicht als ehrlich dar.
Die Untersuchungen des Militärs sollen morgen abgeschlossen sein. Inwiefern Armeen sich gern selber belasten, ist auch spätestens nach den Dementis der US Army zum später publik gewordenen Massaker von Haditha fraglich.
Da die Hamas den Angriff auf den israelischen Strand als Grund dafür ansieht, wieder Raketen nach Israel zu schießen, kommt noch ein weiterer Gedanke. Denn wenn man das Thema false-flag terror ernst nimmt, dann kann man sich auch überlegen, ob nicht die Hamas die Explosion herbeigeführt hat, um ihren einseitigen Waffenstillstand wieder beenden zu können.
Zuerst sei mal gesagt, dass die Hamas mit Mitteln aus Israel gegründet wurde. Die Hamas ist ein militantes Gegengewicht zu den friedlicheren Bewegungen der Fatah und der PLO des verstorbenen Arafats, und Israels rechte Likudbewegung wusste dass dies ein Vorteil für sie ist. Kämpfen kann man nur wenn man einen Gegner hat, und die Hamas ist ein besserer Gegner als die PLO, weil diese eigentlich nicht kämpfen will. Land stehen kann man am bequemsten, wenn die Bestohlenen dann von einer militanten Gruppe wie der Hamas vertreten werden.
Ob also israelische Kräfte jetzt noch die Finger bei der Hamas im Spiel hat oder nicht, wissen wir alle nicht. Wir wissen aber, dass die Hamas heute ihren Teil zum ewigen Krieg in Nahen Osten beiträgt.
Mit Hamas auf der einen und mit Olmert auf der anderen Seite wird die Gewalt nie aufhören. Auf Angriff folgt Gegenangriff, und so dreht sich die Spirale weiter. Diese Gewalt muss auf beiden Seiten aufhören, und das wissen im Übrigen auch jüdische Israelis, wie ein gewisser Danny Rubinstein für Haaretz schreibt. Sollte man lesen.
Die einzige Lösung für den Nahostkonflikt kann nur Gewaltlosigkeit und die gegenseitige Anerkennung sein. Man war mal nahe dran an so einer Lösung, als sich 1993 beim Treffen in Oslo PLO-Chef Arafat und der damalige Präsident Israels Jitzhak Rabin die Hand gaben. Bim Olsoer Abkommen wurde schon ein großer Schritt in Richtung des Friedensplans der UNO gemacht. So erkannten sich beide Parteien gegenseitig an, und die PLO sollte die Kontrolle über die besetzten Gebiete bekommen.
Der Frieden hat aber Feinde, und so wurde Rabin 1995 von einem rechtsextremen Nationalisten erschossen. Nach Rabins Tod gingen die Verhandlungen zwischen Arafat und Israel schleppender vonstatten, und so begannen dann 2000 im Verlauf der zweiten Intifada die militanten Kräfte unter den Palästinensern an Oberhand zu gewinnen. Die Hamas ist insofern heute nur die logische Konsequenz dieser Entwicklung.
Dabei gibt es jetzt noch Kräfte in Palästina, die eine friedliche Lösung wollen:
Der Präsident der Palästinenser, Mahmoud Abbas, will dieser Tage eine Volksabstimmung durchführen lassen, die im Grunde das propagiert, was die UN schon seit 1967 in mindestens 4 Resolutionen beschlossen hat: Israel zieht sich in die Grenzen vor 67 zurück, Jerusalem bleibt geteilt. Und hier erfüllen zwei Parteien wieder überzeugend ihre Rollen, und unterminieren die Friedensbemühungen: Die Hamas auf der einen Seite will es gar nicht erst zur Volksabstimmung kommen lassen, und Israels Regierungschef Olmert auf der anderen Seite bietet Abbas keine Spur der Unterstützung.
Was können wir in Deutschland tun ?
Die hier herrschende einseitige Verdammung der Hamas führt zu nichts. Beide Bevölkerungsgruppen mögen sich nicht. Den Hass der Palästinenser bekommen wir im Fernsehen vorgesetzt, den Hass der Israelis kann man in Statistiken finden, wenn man nur sucht. Die Selbstmordanschläge der Hamas und die routinemäßige Zivilistentötung der IDF sind gleichwertig schädliche Schachzüge im Spiel um den Frieden. Auf beiden Seiten sitzen die radikalen, die keinen Frieden wollen und sich nicht um UNO-Resolutionen scheren. Olmert und Hamas spielen sich mit jeder neuen Entscheidung gegenseitig in die Hände.
Deshalb bringt es nichts, sich von den Medien aufgeputscht in Streitereien zu ergeben, welche Seite von beiden die Schlimmere ist, ob Zionisten oder Islamisten verachtenswerter sind.
Deutschland muss sich international für die Implementierung der zahlreichen UNO-Resolutionen einsetzen, Olmerts und Hamasens Vorgehen gleichermaßen strafen und Abbas’ Vorschlag unterstützen.
Wenn absehbar ist, dass man mit Reden bei beiden Parteien nicht weiterkommt, dann muss der Sicherheitsrat wohl oder übel eine UNO-Truppe schicken, um die Resolutionen zu implementieren. Wenn es Wahlen in Darfur wert sind, dann wohl auch der Frieden in Nahost.
DaRockwilda