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Zu Saddams Zeiten…

Die London Times lud sechs normale irakische Bürger in ihr Büro ein, um über das Leben im Irak zu berichten. Man höre und bitte die Iraker um Verzeihung, dass unsere eigene Bundeskanzlerin mit dem, der für dieses Unheil verantwortlich ist, Grillparties veranstaltet:


“Saad war ein Rekrut in Saddams Armee, als die Panzer der US-Armee im April 2003 in Baghdad eintrafen. Er desertierte, ging nach Hause und feierte mit seiner Familie. ‘Wir tanzten. Ich fühlte mich wie neu geboren’.”



Damals hatten die Iraker noch Hoffnung. Doch heute…:


“Wir sagen immer ‘Bei Allah, es wird eine Lösung geben’, aber realistisch gesehen wird es keine Hoffnunge geben. Ja, (ich würde Saddam wieder haben wollen). Aus mehreren Gründen. Unter Saddam musste ich nie mit eigenen Augen mit ansehen, wie ein Freund von mir getötet wird. Ich sah nie Nachbarn von mir, die nur wegen ihres Glaubens aus ihren Häusern vertrieben werden. Und nie habe ich mit angeschaut, wie ganze Familien brutal getötet werden.”

“Hamid wird seine älteste Tochter (5 Jahre alt) nicht in den Kindergarten schicken, nachdem ein anderes Kind (dort) entführt wurde. Er freute sich über Saddams Sturz, aber sehnt sich jetzt nach der Sicherheit der Vorkriegszeit. Er sagt, die irakische Gesellschaft sei zerstört. ‘Es gibt keine Lösung. Meine Kinder haben keine Zukunft. Wie kann man für (die Kinder) eine bessere Zukunft schaffen wenn man jeden Tag ums Überlegen kämpfen muss?’”

“Anas hat von der Welt mehr gesehen als die meisten anderen Iraker. Als eine Tochter eines Diplomaten lebte sie in China und Marokko. Sie ist intelligent und lebhaft, und ihre Gesichtszüge erhellen sich für einen Moment, als sie sich an die Vorkriegszeit erinnert. Damals gingen sie und ihre Freunde in den Urlaub, feierten bis in die Morgenstunden und gingen in Restaurants essen.
Doch jetzt nicht mehr.

Niemand der realistisch und vernünftig ist, würde ein Kind in diese Welt setzen.”

“Saddam bot wenigstens Sicherheit, sagt Muhammad Shati. ‘Wennn du sein Regime ferngehalten hast, dann hast du dich sicher gefühlt.

Wenn ich in Baghdad eine Hochzeitsauto sehe, dann starre ich es an und wundere mich, wie man inmitten all dem hier nich heiraten kann.’”



Ich veröffentliche dies aus zwei Gründen: Erstens gibt es immer noch Menschen, die denken, die Absetzung eines Diktators sei automatisch und bedingungslos etwas Gutes. Doch das ist naiv, solange sich die Lage der Menschen summa sumarum nicht verbessert, ist es nutzlos. Und im Irak hat sie sich nicht nur nicht verbessert, sondern unglaublich verschlechtert.
Und zweitens gibt es immer noch Menschen, die sich wundern, warum Iraker besseres zu tun haben als sich um den Aufbau eines politischen Klimas zu kümmern.

Weitere Artikel zum Thema:

Krauthammer: Iraker sind selber schuld

“Unter Saddam war es besser als jetzt”

DaRockwilda
Dieser Eintrag wurde am Montag, den 27. November 2006 von DaRockwilda geschrieben und in die Kategorie Internationale Politik eingeordnet. Du kannst alle Kommentare zu diesem Artikel mit dem RSS 2.0 Feed beobachten. Du kannst eine Antwort hinterlassen, oder durch einen Trackback auf diesen Artikel verlinken.
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Kommentar von Lara am 27. November um 09:13 Uhr

“Doch das ist naiv, solange sich die Lage der Menschen summa sumarum nicht verbessert, ist es nutzlos. Und im Irak hat sie sich nicht nur nicht verbessert, sondern unglaublich verschlechtert.”

Naivität, Dummheit oder leicht zu beeinflussen, wahrscheinlich von allem etwas. Inzwischen scheint sich aber die Erkenntnis durchzusetzen, dass “Old Europe” einfach die klügeren Bürger hat(te):

http://www.spiegel.de/politik/.....83,00.html

Jonathan Chait von der LA Times schreibt:

“Unter der Überschrift “Bringt Saddam Hussein zurück” fordert Chait, den zum Tode verurteilten Diktator wieder in Amt und Würden zu befördern. Natürlich sei Hussein ein “brutaler Tyrann” und ein “psychotischer Massenmörder”. Dennoch sei er vielleicht die “beste Option”, um den Irak zu befrieden.

“Es hat sich gezeigt, dass es noch etwas Schlimmeres gibt als Totalitarismus, und zwar endloses Chaos und Bürgerkrieg”, schreibt Chait. Um die Ordnung wieder herzustellen, brauche die irakische Bevölkerung einen “großen psychologischen Schock”. Die Rückkehr Husseins, “ein Mann, den alle Iraker kennen und fürchten”, wäre genau das Richtige, fantasiert Chait weiter. Er ist überzeugt: Wenn Menschen die Erwartung einer sozialen Ordnung hätten, würden sie sich von selbst “zivilisiert” verhalten.

Die Nachteile eines Hussein-Comebacks lägen auf der Hand, räumt Chait ein, “aber denken Sie doch mal an das Positive”. Hussein würde Irak vor dem Einfluss Irans bewahren. Der Diktator würde sich diesmal wahrscheinlich besser benehmen, meint Chait, weil er wisse, dass seine Alternative der Tod durch den Strang sei.

[...]

Im Hauptberuf ist Chait ein einflussreicher Redakteur des Magazins “New Republic”. Dessen Eierkurs in Sachen Irak ist symptomatisch für den Verlauf der Debatte in den USA. Zunächst unbedingte Befürworter des Irakkriegs, schwächten die Leitartikler ihre Unterstützung immer weiter ab, bis sie schließlich zu dem Schluss kamen: “Der New Republic bedauert zutiefst seine frühzeitige Unterstützung dieses Krieges”.

[...]

Chait und “New Republic” sind nicht allein. Auf dem konservativen Sender “Fox News” durfte ein ehemaliger Pentagon-Mitarbeiter bereits sein Rezept für den Irak verkünden: “Nötig ist ein starker Mann, die Demokratie ist gescheitert”.

In der US-Öffentlichkeit herrscht längst die Überzeugung, dass Demokratie eben doch nicht exportiert werden kann. “Amerika kann keiner Nation Demokratie verordnen”, fasst es der republikanische Senator Chuck Hagel zusammen. “Das ist die bittere Lektion”.

[...]

“Die Invasion des Irak wird in die Geschichte eingehen als nationale Sünde mit epischen Ausmaßen”, orakelt Rosa Brooks in der “L.A. Times”. “Alles, was wir tun können, ist zu gehen und uns zu entschuldigen für den schrecklichen Schaden, den wir angerichtet haben”.

Naja. Eine Entschuldigung wird wohl nicht reichen. So nach dem Motto: Ups, sorry, wir haben’s ja nur gut gemeint… Schwamm drüber und weiter im Takt.

Nee, Leute, das reicht nicht. Ich will sehen, wie ihr gewährleistet, dass sowas nicht wieder passieren kann. Ich will sehen, wie die Verantwortlichen zur Verantwortung gezogen werden. Ich will vor allem sehen, dass die Ursachen für das kollektive Versagen der US-amerikanischen Medien (und ihrer Satelliten in unserem Land) benannt werden.

Und dann will ich sehen, wie ihr den Irak wieder aufbaut. Und zwar ohne Diktator, der Kurden vergast, Menschen foltert, Massengefängnisse unterhält.

Ich glaub, ich spinne! Da legen die zwei Länder in Schutt und Asche, ihr kleiner Gesinnungsgenosse Israel ein weiteres, hunderttausende sind tot, verkrüppelt sind noch viel mehr, Kinder haben keine Eltern mehr, der Irak ist verstrahlt mit ihrer Drecksmunition, der Libanon und Afghanistan auch, überall liegen Minen herum, es gibt kaum Strom und Wasser, Benzin kostet Wucherpreise und dann gehen diejenigen, die genau das bejubelt haben, hin und sagen: Sorry!?!

SO nicht, meine Herrschaften!

Kommentar von winfried aus chemnitz am 27. November um 11:14 Uhr

Die Wahrheit ist das es Fiktionen im Umgang mit Kunststaaten gibt!

Irak ist einer und Israel auch!

Befriedung fängt nicht von Oben an sondern von Unten!

Die Lösung im Irak hat ein Zeitfenster gehabt, nun ist die Lösung die Lösung!

Der Iran kann den Süden mit Truppen befrieden und die USA können eine Weile in Kurdistan bleiben!
Der Rest ist verloren und kann erst nach der Chaosphase sich selbst neu Organisieren!

Das Grundproblem ist und bleibt aber das man glaubt militärisch Staaten schaffen zu können also das Pferd von hinten auf zu zäumen!

Kommentar von Morrison am 27. November um 14:26 Uhr

ca. drei bis vier Monate nach der US-Invasion in den Irak - also Juli 2003, habe ich ein Interview mit einem älteren Mann auf der Straße gesehen (ARD Weltspiegel) der sinngemäß sagte:” Ja wir wollten, daß die Amerikaner uns von Saddam befreien, aber jetzt ist es an der Zeit, daß sie wieder nach Hause gehen.”

Kommentar von winfried aus chemnitz am 27. November um 19:11 Uhr

Das Schlimme am Grauen ist dann man sich keine Steigerung vorstellen kann wenn man inmitten des Grauen sitzt, aber es steigert sich endlos weiter!

Kommentar von Unique am 29. November um 20:07 Uhr

Wer sagt denn das es unter Saddam Hussein friedlicher war??
Wieviele Regime-kritische Berichte gab es da wohl?? Wieviele von diesen kritischen Berichten wurden in den europäischen Medien wohl gezeigt?
Wer sagt denn das unter Saddam Hussein kein heimlicher Bürgerkrieg herrschte ??

Menschen die in keiner Diktatur gelebt haben sollten es auch nicht wagen Vergleiche zwischen den Vorteilen einer Dikatatur im Gegenzug zu einem Bürgerkrieg ( der ja keiner ist)aufzuzählen.
Denn hier fehlt die Objektivität !!! Was nicht gesehn wurde , wurde nunmal nicht gesehen und kann somit auch nicht in die Welt hinausgeschrien werden, denn wahrlich niemand hat es “GESEHEN”.

Kommentar von DaRockwilda am 30. November um 01:30 Uhr

“Wer sagt denn das es unter Saddam Hussein friedlicher war??”

Die Iraker. Siehe oben.

“Wieviele Regime-kritische Berichte gab es da wohl??”

Niemand bestreitet dass man dieses Regime nicht kritisiert hätte.

“Wer sagt denn das unter Saddam Hussein kein heimlicher Bürgerkrieg herrschte ??”

Wohl kaum im gleichen Ausmaß wie heute. Wenn doch, bitte, Berichte her.

Kommentar von Ice am 30. November um 12:06 Uhr

Ich glaube auch nicht, dass die Situation davor wirklich besser war. Die Menschen haben sie vielleicht gerade angenehmer in Erinnerung, weil es ihnen mit so viel Gewalt gerade wirklich schlecht geht. Es gibt auch genügend Ostdeutsche die immer wieder behaupten, sie wollten gerne die DDR wieder, aber die meisten meinen das nicht ehrlich, sondern erinnern sich nur an die schönen Aspekte der DDR (keine Arbeitslosigkeit etc.). Aber von der Stasi bespitzelt, gefoltert oder ähnliches wollen sie natürlich nicht wieder. Ich denke es ist auch eine Frage der Gewohnheit. Wenn man sein Leben lang unterdrückt ist gewöhnt man sich daran, nichts gegen den Diktator sagen zu dürfen und die Umstände so zu akzeptieren wie sie sind. Deshalb sieht man dann die persönlichen Freiheiten als nicht so wichtig an wie andere Dinge. Außerdem ist in den ersten Jahren nach einem so gewaltigen Umsturz das Chaos groß.

Ich möchte hier keinesfalls die Irakpoliitk der US Regierung unterstützen. Diese hat dem Irak nicht aus humanitären Grunden, sondern rein aus wirtschaftlichen und politischen Gründen angegriffen. Generell war es ein guter Plan Saddam Hussein zu stürzen, aber das hätte man auch besser hinbekommen.

Kommentar von saratoga am 30. November um 13:31 Uhr

@Frieder,

“Ich glaube auch nicht, dass die Situation davor wirklich besser war.
(…)
Generell war es ein guter Plan Saddam Hussein zu stürzen”

das würde ich als einen seltenen Gipfel von uneingeschränkter Ignoranz bezeichnen (nur, um es besonders vorsichtig auszudrücken)!

Was veranlasst Dich zu solch einer Einschätzung - die Flüchtlingsströme in die Nachbarländer Syrien und Jordanien, die jetzige Arbeitslosigkeit, die zwei Drittel der Irakis erfasst hat, die hochgetriebenen Preise, die nach IWF-Vorgaben umgesetzt werden, die Krankenhäusern, denen mittlerweile jegliche Medikamente fehlen, die Abkappung von Strom und Wasser für die Bevölkerung, die Umsetzung der Monsanto-Verordnung von Bremer oder gar die Hunderttausende irakische Tote, die dieser amerikanische Klogriff mittlerweile fordert? Oder etwa die schamlosesten Lügen, die über den Saddam gezielt in Umlauf gebracht wurden - die Ereignisse um Halabja von einem amerikanisch-israelischen Doppelstaatsbürger, die nicht auffindbaren Schreddermaschinen und WMD, die lange vernichteten Biowaffen aus ur-amerikanischen Beständen usw.?

Bei soviel Ignoranz ist es schon wünschenswert, sich mal vor Ort für eine Woche die Lage beispielsweise in Bagdad anzusehen. Nur eine einzige Woche, doch bitte außerhalb der der neuen Festung des Mittleren Ostens namens “Green Zone”. Außerhalb dieser sind sämtliche irakische Regierungsmitglieder mittlerweile regelrecht vogelfrei, weshalb diese sich auch ausschließlich in ihr bzw. im Ausland aufhalten, vom Rest der Bevölkerung ganz zu schweigen.

Aber es macht Dir ja wahrscheinlich nicht das Geringste aus, dass mit den alten CIA-Veteranen Casteel und Steel, die schon in Kolumbien und Vietnam (PHOENIX!) aktiv waren und beide mit den Contras in Nikaragua wirkten, angehende Terroristen rekrutiert und ausgebildet, Unmengen von Säuberungsaktionen abgewickelt und False-Flag-Anschläge verübt werden. Kurz - die barbarischsten, menschenverachtendsten Aktionen sind für die Invasoren des Iraks ganz legale Mittel zum Zweck.

Die gesamten 12 Jahre vor der Irakinvasion war der Saddam ein Staatschef wie jeder andere auch. Und wenn man ihn mit einem Blair oder gar Sharon, Olmert oder erst Bush/Cheney vergleicht, dann sieht er eher wie ein sanftes Lamm aus. Die Verbrechen, die er dennoch zweifellos beging, beging er wegen seiner Verbindungen als Tool der Amerikaner. Entweder als damaliger Befehlsempfänger oder wegen der damit verbundenen Notwendigkeit zum Machterhalt. Mit dem vergeigten 1.GK hatte dann der Mohr seine Schuldigkeit getan. Doch dieses Schicksal teilt er mit vielen anderen, die das “teile und herrsche” ihrer Auftraggeber nicht so genau befolgen und Anwandlungen von Souveränität haben.
Und ich sag Dir noch was - wenn der Saddam jetzt im Irak zur Wahl stehen würde, er würde sie gewinnen - und zwar haushoch.

Was den Vergleich Irak-DDR betrifft - der ist sowas von daneben, das glaubst Du gar nicht. Offenbar kennst Du beides nicht mal ansatzweise - weder den Osten noch den Irak. Und mir scheint, dass Du auch den Ausgangspunkt, auf dem Du Dich bewegst, nicht ganz so gut kennst.

“Ich denke es ist auch eine Frage der Gewohnheit. Wenn man sein Leben lang unterdrückt ist gewöhnt man sich daran, nichts gegen den Diktator sagen zu dürfen und die Umstände so zu akzeptieren wie sie sind.”

Hast Du Dich mal gefragt, ob das nicht auf Dich selbst zutreffen könnte?

Kommentar von Ice am 1. Dezember um 00:44 Uhr

Doch habe ich schon, aber ich bin der Meinung in diesem Land hier alle wichtigen Freiheiten ausleben zu dürfen die ich haben möchte (es gibt nur wenige Ausnahmen…).

Was den Vergleich Irak-DDR betrifft - der ist sowas von daneben, das glaubst Du gar nicht. Offenbar kennst Du beides nicht mal ansatzweise - weder den Osten noch den Irak. Und mir scheint, dass Du auch den Ausgangspunkt, auf dem Du Dich bewegst, nicht ganz so gut kennst.

Ähm, wo war da das Argument von dir? Außer der Behauptung ich würde mich nicht auskennen?

Außerdem hab ich wie schon gesagt auch kein Verständnis für die Irakpolitik der Amerikaner. Ich denke ich weiß genug über Saddam Hussein, und den Irak.

Die Verbrechen, die er dennoch zweifellos beging, beging er wegen seiner Verbindungen als Tool der Amerikaner

Ist das eine Entschuldigung? Ich behaupte doch nirgens, dass die Amerikaner besser sind und alles richtig machen? Es ging mir nur um die generelle Idee Saddam Hussein abzusetzen. Er war zuerst eine marionette der USA und dann ein eher miserabler Politiker, Geschäftsmann und dazu noch sehr brutal. So wie es geschehen ist, war es natürlich denkbar schlecht und es wäre besser gewesen, wenn er noch an der Macht wäre. Die ganze Sache, haben die Amerikaner halt schon früher vergeigt, aber es ist nun mal geschehen und man kann die Zeit nicht zurück drehen. Zurück zu den alten Zuständen mit diesmal einem anderen Diktator oder einem anderen religiösen Führer kann keine Wahl sein und würde nichts verbessern. Also muss man jetzt dran bleiben und den Karren so gut wie es geht aus dem Dreck fahren.

Und ich sag Dir noch was - wenn der Saddam jetzt im Irak zur Wahl stehen würde, er würde sie gewinnen - und zwar haushoch.

Ja, es gibt auch viele Amerikaner die George Bush gewählt haben. Ich bin mir bewusst, dass sich gerade viele Iraker den jetzigen Zustand in dem Krieg und Chaos herrscht wieder weg wünschen, aber was sollen wir den ihnen geben? Einen neuen Führer, weitere Jahre mit Unterdrückung, Folterung und abhängig von wenigen mächtigen Menschen, die für das Öl statt Lebensmittel lieber Waffen kaufen?

Kommentar von DaRockwilda am 1. Dezember um 09:51 Uhr

@Frieder:

Kann grad nicht auf die Diskussion generell eingehen und auf die Argumente.

Ich bitte dich nur, dir mal folgende Frage zu stellen:

Hast du vielleicht einfach Angst davor, jemanden zu verteidigen, von dem dir die Massenmedien wirklich seit Jahren erzählt haben, er sei ein “Schlächter” etc.?

Kann es sein dass du dir insgeheim denkst, Saddam zu verteidigen würde dich zu einem schlechten Menschen machen?

Dies ist keine Unterstellung, nur eine ehrliche Frage. Das Phänomen ist nämlich weit verbreitet. Es fällt Menschen schwer Haltungen zu vertreten, die zwar richtig sind, aber bereits von irgendwie “bösen” Menschen vertreten werden.

Kommentar von saratoga am 1. Dezember um 11:33 Uhr

@Frieder,

“Einen neuen Führer, weitere Jahre mit Unterdrückung, Folterung und abhängig von wenigen mächtigen Menschen, die für das Öl statt Lebensmittel lieber Waffen kaufen?”
… womit Du wahrscheinlich ausdrücken willst, dass dies auf Saddam zutreffen würde.
Was allerdings ebensolcher Unsinn ist, denn der Irak stand 12 Jahre lang unter einem internationalen Embargo, dass neben Waffen u.a. auch dringend benötigte Medikamente einschloss. An den Folgen deren Mangels sind innerhalb dieser Zeit 500.000 irakische Kinder gestorben, was eine Frau Albright, die u.a. im Council on Foreign Relations und im National Endowment for “Democracy” direkt für die Finanzoligarchie um Rockefeller tätig ist, zur besten Sendezeit dazu veranlasste, dies als einen Preis zu bezeichnen, der es wert sei.

Im Oil-for-Food-Programm wurde Saddams Irak dazu gezwungen bzw. “die Möglichkeit eröffnet” (je nach Betrachtungsweise), sein Öl für 20% des Weltmarktpreises zu verkaufen. Praktisch ein internationaler Raubzug, der möglich wurde, da im Zuge der historischen Entwicklungen um Irak und den IWF jener den Großteil der Nahrungsmittel einführte. Nahrungsmittelkontrolle – kommt das nicht bei den jetzigen Entwicklungen bekannt vor (WTO, Genfood, Kamikazegen, große Landreformen in Südamerika,…). Dass die Irakis unter diesen massiven ökonomischen Knebelungen dennoch ein sorgenfreies und erträgliches Leben führen konnten und auch die allübliche Spaltungskarte der Amerikaner nicht zog (wie in Jugoslawien), kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Keiner der Politikvertreter hierzulande, die sich im Laufe der letzten 16 Jahre in diesem Land hier im Auftrag von Banken und Großindustrie verlustieren durften, wäre dazu ansatzweise in der Lage – KEINER. Und keiner von ihnen hätte überhaupt ein Interesse dafür gehabt!

Was soll überhaupt der irreführende Unsinn, den Leuten dort “etwas geben zu wollen”? Als ob sie auf die Haupterrungenschaften der westlichen Zivilisation wie Bombenterror, Korruption u.ä. auch nur ansatzweise wert legen würden. Was maßt sich der Westen (hier in Vertretung von Deinem Geschriebenen) überhaupt an, darüber bestimmen zu wollen? Denen geht es genau wie den stinknormalen Palis und Juden in Israel – die wollen einfach nur menschlich erträglich und in Frieden leben. Ohne Einmischung und Fremdbestimmung. Diese Leute wollen IHRE zivilisatorischen Weg entwickeln – und zwar ohne vom Westen bevormundet zu werden.

Offenbar lebst Du in einer einzigen Scheinwelt. Ob “geben wollen” oder sonstige Umschreibungen von Arten der “Hilfe” – bei all dem geht es einzig und allein um die Ausdehnung des eigenen Machtbereiches des Westens, um wirtschaftliche Knebelungen zur eigenen Gewinnmaximierung. Denn dafür müssen in den Zielländern die strukturellen Grundlagen geschaffen werden. Mal geht das mehr, mal weniger offen vonstatten – es gibt viele Möglichkeiten. Der IWF hat die Aufgabe, die Länder der 3.Welt über Öldollars und Zinsen in wirtschaftliche Abhängigkeit zu bringen. Damit das auch erfolgreich geschieht – dazu gibt es speziell ausgebildete “economic hit men”. Ob Mord, ob Bestechung – zur Erreichung des Zieles ist alles erlaubt – ALLES. Der slowakische Finanzminister wurde anlässlich der Bilderbergtreffen beauftragt, die Rahmenbedingungen in seinem Land für große internationale Konzerne zu schaffen. Als das umgesetzt wurde, zahlten jene im Gegensatz zu einheimischen Unternehmern kaum Steuern. Seitdem war die Slowakei Bushs neoliberales (besser NEOFEUDALES) Vorzeigemodell in Europa. Die Beispiele lassen sich beliebig fortführen.

Fakt ist, die Leute in allen Teilen der Welt haben die Schnauze gestrichen voll von diesen permanenten westlichen Knechtungen, die im besten orwellschen Neusprech unter schönklingenden Worten versteckt werden (Siehe auch Antisemit – wer etwas gegen Juden sagt, wird gern als solcher bezeichnet. Doch Semiten haben damit nichts zu tun und sind Anhänger einer Sprachgruppe des Mittleren Ostens, die auch die Araber umfasst. Demgegenüber sind die meisten Juden des Mittleren Ostens Khasaren und kommen aus Osteuropa, haben also mit Semiten nicht das Geringste zu tun). Saddam war einer der ersten, der weltweit etwas gegen diese Bevormundungen tat und geriet deswegen (und dem Ölreichtum seines Landes) ins westliche Kreuzfeuer. Früher gab es dazu mal den internationalen Konsens der Nichteinmischung in Innere Angelegenheiten.

Das Grundübel an Deinen Beiträgen ist, dass Du 1:1 die Scheinargumente der westlichen Propaganda übernimmst ohne erst mal die Zusammenhänge zu erkennen oder wenigstens zu hinterfragen und Dich damit zum willigen Tool der westlichen Politikverbrecher machst (warum fällt mir in diesem Zusammenhang bloß gerade der CIA-Böll ein?). Du klebst in der von den Medien fabrizierten Scheinwelt fest und merkst es nicht einmal. Damit stehst Du bei weitem nicht allein – ich habe mittlerweile unzählige Aussagen gehört, die einfach nur das nachplappern, was die Medien vorgeben. Und das z.T. von hochintelligenten Leuten.

Und hier kommt der nächste Umstand hinzu, wofür Du ein einzigartiges Paradebeispiel abgibst. Die meisten versuchen sich im durch Politiker und Medien vorgegebenen Rahmen der „political correctness“ zu bewegen. Gerade hier in Deutschland ein Grundübel, die ein Angepasstsein und die (gesellschaftliche) Akzeptanz mit einschließt. Darum grunzt das Land auch im einzigartigen Tiefschlaf. Ich würde fast Wetten darauf eingehen, dass in vielen anderen Ländern bei solch willfährigen Lakaien wie Münte, Bütikofer oder gar Merkel, die imperiale Ambitionen über das Wohl der eigenen Bevölkerung und gar das Grundgesetz öffentlich infrage stellt (”Wir haben keinen Rechtsanspruch auf Demokratie”) eher die Stabilität des nächsten Astes getestet wird.

“Es ging mir nur um die generelle Idee Saddam Hussein abzusetzen.”
Dazu war KEINERLEI internationales Recht vorhanden!
Was Du hier tust, ist dem mittlerweile kleinsten gemeinsamen vorgegebenen Nenner der Invasoren zu folgen („endlich ist Saddam weg“). Mit den ständigen Übertreibungen und Verteufelungen auf die Person Saddam werden Leute ins Besatzungsboot geholt und die eigene Kriegspolitik rechtfertigt. Wie es tatsächlich aussah, habe ich oben ausführlich dargelegt.

“Zurück zu den alten Zuständen mit diesmal einem anderen Diktator oder einem anderen religiösen Führer kann keine Wahl sein”
Die Bestimmung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ist einzig und allein Sache der Irakis.
Was Du hier als willkommenes Sprachrohr der westlichen Finanzkreise von Dir gibst, ist nicht nur überaus anmaßend sondern noch dazu völlig irrelevant. Und ganz nebenbei - meinst Du tatsächlich noch immer, Du würdest in einem anderen als den von Dir oben genannten Zustand leben. Die westliche „Demokratie“ (eine solche ist es nicht und verdient somit auch nicht diesen Namen) ist nichts anderes als die Diktatur des Geldes. Diese Gesellschaftsform stellt sicher, dass eine ganz kleine Schicht von Finanzkräftigen Politik, Gesellschaft und Medien bestimmt. Somit ist auch der Ausdruck Demokratur treffender, der über einen dahinsiechenden Parlamentarismus (die entscheidungsbefugten Politiker SIND eine der Schutzschichten dieser Finanzoligarchie) sichergestellt wird. Es gibt also zu dem von Dir Aufgeführten KEINEN prinzipiellen Unterschied. Entscheidend ist einzig, wohin die Gewinne fließen. Der Wesen bevorzugt natürlich einen “demokratischen” Diktator, der von ihm abhängt.

“Also muss man jetzt dran bleiben und den Karren so gut wie es geht aus dem Dreck fahren.”
Es kommt IMMER auf die verfolgten Ziele an. Und altruistische Eingebungen verfolgt dort KEINER der Besatzer. Wenn sich die Aktionen danach – also an den Menschen im Irak orientieren sollen, so kommt NUR der SOFORTIGE Abzug der Besatzer infrage.

“Ich denke ich weiß genug über Saddam Hussein, und den Irak.”
Du weißt einzig und allein das, was Dir von den Medien eingetrichtert wurde. Keine Hintergründe, keine Zusammenhänge, keine Details. Dafür kein Vorwurf, denn damit stehst Du bei weitem nicht allein, zumal gerade der Irak der Gipfel der Medientäuschung ist (neben Russland) und dort mittlerweile erfolgreich jegliche unabhängige Journalisten durch Panzergranaten, bleihaltige Luft u.ä. aus dem Verkehr gezogen wurden. Doch es ist wieder mal die Anmaßung und Arroganz der westlichen Entscheidungsträger, die Du zu 1000% übernimmst, die völlig fehl am Platze sind.

Kommentar von Lara am 1. Dezember um 12:20 Uhr

Ich würde Saddam nicht verteidigen wollen. Er war ein Tyrann, seine Söhne waren perverse Widerlinge (und er hat es ihnen gestattet) und er hat Teile seines Volkes terrorisiert.

Aber ich würde auch George Bush nicht verteidigen wollen.

Was man aber sagen muss, ist, dass die Beseitigung eines Übels nicht reicht, wenn man an Stelle dessen ein weitaus schlimmeres Übel setzt und das ist die herrschende Anarchie, die Folterungen zuerst der US-Angestellten und danach die ihrer irakischen Lakaien und die tägliche Gewalt auf den Straßen. Ich finde jetzt leider nicht den Artikel, den ich suche, aber darin stand, dass sich das Leben der Iraker in allen Punkten verschlechtert hat und dass die Situation jetzt schlimmer ist, als unter Saddam und während des Boykotts durch den Westen, der unter anderem dazu führte, dass eine halbe Million irakischer Kinder starb. Vielleicht finde ich den Text noch, aber hier ein anderer Text, der ein ähnlich deprimierendes Bild zeigt:

Pollack: Iraq May End Up Worse Off Than Under Saddam
http://www.cfr.org/publication/11727/

Darin steht auch, dass das Zeitfenster zur Verbesserung der Lage im Irak so gut wie geschlossen ist. Und warum? Weil die nötigen Mittel nicht zur Verfügung gestellt wurden.

“I think that we really did have, as we warned, a real chance in the spring, especially because we had a new military commander who went over there, Lt. Gen. Peter W. Chiarelli, who formulated a brilliant plan—a plan that actually could have worked if he had been given the resources and everything else he needed to make it work. Unfortunately, he was not. All we got out of it was this Baghdad security plan, which was not properly conducted or resourced the way that Gen. Chiarelli wanted it to. And now that we’re already into October, the likelihood we can pull Iraq out of this downward spiral is becoming increasingly unlikely.”

Warum hat er die Mittel nicht bekommen? Wieso wurde diese letzte Chance bewusst nicht genutzt? Es ist offensichtlich, dass die Neocons niemals die Absicht hatten, den Irak zu befreien und eine stabile Ordnung zu schaffen. Was sie wollten, war ein Irak, der im Bürgerkrieg versinkt und für lange Zeit keine Rolle mehr im regionalen Machtgefüge spielen soll. Das ist genau das gleiche Spiel, was schon in Gaza und jetzt der West Bank gespielt wird.

Direkt nach dem Einmarsch der Bush-Krieger wurden sämtliche Institutionen, die für die öffentliche Ordnung zuständig sind, aufgelöst. Mit der Begründung, dass man den Saddam-Beamten diese Aufgabe nicht anvertrauen kann. Ganz im Gegensatz zu den vielen Nazis übrigens - die waren wohl nicht so schlimm, die Nazis. Aber inzwischen ist ja jeder mittelmäßige Diktator schlimmer als Hitler mit seinen 100 Millionen Toten.

Nachdem also alle stabilisierenden Faktoren beseitigt wurden, fielen die US-Soldaten und die Söldner über die irakische Gesellschaft her, richteten Abu Ghraib ein, terrorisierten die Bürger mit den verschiedensten Methoden (nächtliche Überfälle im Stile der Waffen-SS, willkürliche Massenverhaftungen, Folter schlimmer als unter Saddam, ungezielte Liquidierungen), plünderten die irakischen Kulturschätze und irgendwann hatte auch der letzte Iraker kapiert, dass diese Leute nicht gekommen sind, um sie zu befreien.

Zu dem Zeitpunkt faselten die Neocons, die die Fäden der Bush-Marionette zogen, noch von Demokratie und behaupteten, nicht die Iraker leisteten Widerstand, sondern die “Ausländer” von dem Popanz Al-Qaida. Was von Anfang an eine lächerliche Behauptung war. Wer lässt sich schon dankbar vergewaltigen und kämpft nicht, wenn Invasoren die eigene Tochter vergewaltigen, den Sohn töten, nachdem er ebenfalls vergewaltigt wurde und Mütter und Väter verhaften. Und ebenfalls vergewaltigten wie es in Abu Ghraib an der Tagesordnung war.

Und nun, wo das Chaos perfekt ist, versuchen ebendiese Kriegstreiber, sich mit dümmlichen Ausreden aus der Affäre zu ziehen:

Die US-Panzer werden aus dem Irak rollen - auf einem mit Ausreden gepflasterten Weg von Robert Fisk
Seattle Post / ZNet 16.11.2006, http://www.zmag.de/artikel.php?id=1967

Auszüge:

“Die katastrophalen Philosophen, die hinter dem irakischen Blutbad stecken, waschen ihre Hände in Unschuld und wollen mit dem Schlamassel nichts zu tun haben. “Nicht wir!” rufen sie”

Bei Richard Perles Version des ‘Mea Culpa’ verschlägt es mir regelrecht den Atem. Als damaliger Vorsitzender des Pentagon Defense Policy Board Advisory Committee hatte er noch gesagt: “Der Irak ist ein sehr guter Kandidat für demokratische Reformen”. Heute gesteht Perle, “die Verderbtheit im Irak unterschätzt” zu haben. Natürlich sieht er die Verantwortung beim amerikanischen Präsidenten. Gleichzeitig schränkt er ein (liebe Leser, tief durchatmen): “Ich denke, wenn ich (das Orakel von) Delphi wäre und vorausgesehen hätte, wo wir heute sind und die Leute mich gefragt hätten, “sollen wir in den Irak rein?” hätte ich, so denke ich heute, gesagt, “nein, lasst uns andere Strategien in Betracht ziehen”".

Vielleicht geht mir Perles widerlich selbstgerechtes ‘Mea Culpa’ deshalb so gegen den Strich, weil Perle der Fiesling war, der mich vor ein paar Jahren in einer Radiosendung in Bagdad übel beschimpft hat. Er hat mich verurteilt, weil ich darauf beharrte, die USA würden ihren Krieg im Irak verlieren. Perle behauptete damals, ich sei “ein Unterstützer der Aufrechterhaltung des Baathistischen Regimes” - eine besonders niederträchtige Lüge, zumal ich über Saddams Massenvergewaltigungen und Massenhinrichtungen in Abu Ghraib schon berichtet hatte, als Perle und seinesgleichen noch zu Saddam Husseins Untaten schwiegen und Perles Kumpel Donald Rumsfeld dem ‘Monster von Bagdad’ fröhlich die Hand schüttelte, um die Wiedereröffnung der Amerikanischen Botschaft in Bagdad zu erreichen.

Und sein Kumpel David Frumm kommt zu dem Schluss, der Präsident habe seine “Ideen wohl nicht ganz absorbiert” - die Ideen hinter Frumms Reden nämlich, die dieser für den Präsidenten schrieb. Ich fürchte, es wird noch schlimmer kommen. Diejenigen, die uns zum Einmarsch in den Irak ermutigten, die uns ermutigt haben, einen Krieg anzufangen, der bis heute 600 000 Zivilisten das Leben gekostet hat, sie werden noch Übleres von sich geben.

Und so tun die Neocons das, was sie am besten können. Sie lügen mit einer Chutzpah, dass es einem den Atem verschlägt. Es ist wirklich zum Kotzen, wie diese Leute versuchen, ihre Schuld auf andere abzuwälzen.

Das, was wir jetzt sehen, ist so direkt ihre Verantwortung, dass darüber kein Zweifel bestehen kann.

Kommentar von Lara am 1. Dezember um 12:29 Uhr

He, Saratoga.

Du hast ja recht, aber musst du Frieder so anmachen?

Ich mein, ich red’ ja auch ganz gern Tacheles, aber Frieder scheint mir nicht jemand zu sein, der sich Informationen verschließt, wenn man sie ihm zukommen lässt. Es ist nun mal so, dass man sich mit der Thematik intensiver beschäftigen muss und wenn man andere Interessensgebiete hat, ist das nicht immer möglich.

MfG.

Kommentar von saratoga am 1. Dezember um 13:36 Uhr

Naja, unter Anmachen verstehe ich schon etwas anderes. Ich könnte ja tatsächlich mal damit anfangen, doch dagegen wäre das Bisherige eher harmlos.

Prinzipiell verfolge ich ja auch Eure Diskussionen nicht sehr intensiv und mische mich da auch selten ein. Doch Frieders ursprünglicher Kommentar hat schon einen etwas dicken Hals verursacht - und zwar, weil er so überaus typisch ist für deutsche Medienhörigkeit, westliche Arroganz und ein ausschließliches Bewegen in starren vorgefertigten Bahnen, womit letztendlich bereitwillig den derzeitigen politischen Rattenfängern gefolgt wird ohne es zu merken. Der Kommentar war soooo typisch für den “gemeinen Mediendeutschen”.

Doch das Festhalten an einer solchen (teilweisen) Akzeptanzhaltung halte ich für viel gefährlicher als die offensichtlichen Trollereien eines NeoNazi. Denn sie gehen mit gesellschaftlicher Akzeptanz daher, mit Breitenwirkung - wozu mittlerweile das Übermaß an orwellschen Begriffen beiträgt.

“Eine Lüge muss nur oft genug wiederholt werden…” - in der heutigen Zeit ein Kinderspiel, wenn man über die entsprechenden Mittel verfügt. Umso wichtiger ist es, vorgebrachte Scheinargumente auch als solche zu entlarven, nicht der öffentlichen Diskussionsrichtung (oder Rechtfertigungsrichtung) zu folgen.

Kommentar von saratoga am 1. Dezember um 17:00 Uhr

@Lara,

erneuter Versuch, da der Kommentar vom Nachmittag noch immer geblockt ist.

Naja, unter Anmachen verstehe ich schon etwas anderes. Ich könnte ja tatsächlich mal damit anfangen, doch dagegen wäre das Bisherige sehr harmlos.

Prinzipiell verfolge ich ja auch Eure Diskussionen nicht sehr intensiv und mische mich da auch selten ein. Doch Frieders ursprünglicher Kommentar hat schon einen etwas dicken Hals verursacht - und zwar, weil er so überaus typisch ist für deutsche Medienhörigkeit, westliche Arroganz und ein ausschließliches Bewegen in starren vorgefertigten Bahnen, womit letztendlich bereitwillig den derzeitigen politischen Rattenfängern gefolgt wird ohne es zu merken. Der Kommentar war soooo typisch für den “gemeinen Mediendeutschen”.

Doch das Festhalten an einer solchen (teilweisen) Akzeptanzhaltung halte ich für viel gefährlicher als die offensichtlichen Trollereien eines NeoNazi. Denn sie gehen mit gesellschaftlicher Akzeptanz daher, mit Breitenwirkung - wozu mittlerweile das Übermaß an orwellschen Begriffen beiträgt.

“Eine Lüge muss nur oft genug wiederholt werden…” - in der heutigen Zeit ein Kinderspiel, wenn man über die entsprechenden Mittel verfügt. Umso wichtiger ist es, vorgebrachte Scheinargumente auch als solche zu entlarven, nicht der öffentlichen Diskussionsrichtung (oder Rechtfertigungsrichtung) zu folgen.

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