Wahrnehmungsmanagement in der Praxis - das Beispiel Venezuela
Doch es überschlägt sich die Systempresse mit “alarmierenden Meldungen”. Es wird medial schwer mobil gemacht gegen Venezuela.
Seltsam, das sieht alles sehr vorbereitet aus. Ist ja auch kein Wunder: denn es war lange im Vorfeld schon bekannt, daß die Sendelizenz des Fernsehsenders RCTV zum 27.Mai 2007 ausläuft. Da kann man in aller Ruhe schon die entsprechenden Medienlügen vorbereiten.
APA und dpa hatten alles schon bestens vorbereitet:
Tausende protestierten in Venezuela gegen Schließung von TV-Sender
Mehrstündige Kundgebungen - Chavez wirft der Anstalt “putschistische Aktivitäten” vor
Tausende Menschen haben in Venezuela gegen die geplante Schließung des oppositionellen Fernsehsenders RCTV durch die Regierung protestiert. An den mehrstündigen Kundgebungen nahmen nach Medienberichten am Samstagabend (Ortszeit) in Caracas auch TV-Stars und Politiker teil.
Es gehe um den Schutz der Meinungs- und Pressefreiheit in dem südamerikanischen Land, erklärten Sprecher der neuen Oppositionsbewegung “Nationales Widerstands-Kommando”. Zwischenfälle habe es trotz einer Gegendemonstration von Regierungsanhängern nicht gegeben, berichteten Medien am Sonntag.
(Zitat Ende)
Haben Sie es bemerkt? Aus der Nichtverlängerung einer Sendelizenz ist schon eine “geplante Schließung des oppositionellen Fernsehsenders” geworden. Daß dieser RCTV nach wie vor die Möglichkeit hat, über Kabel und Sattelit zu senden, hat man großzügig unter den Tisch fallen lassen; denn schließlich geht es “um den Schutz Schutz der Meinungs- und Pressefreiheit in dem südamerikanischen Land”. Wir werden später noch untersuchen, was sich hinter dieser Floskel verbirgt.
Die umstrittene Regierung des linksnationalistischen Präsidenten Hugo Chavez will die am 27. Mai auslaufende Lizenz des traditionsreichen Senders RCTV nicht verlängern. Chavez wirft dem Sender “putschistische Aktivitäten” vor. Vor allem RCTV, aber auch andere private Sender hätten zu seinem Sturz am 11. April 2002 beigetragen. Chavez kehrte damals nach knapp 48 Stunden an die Macht zurück. (APA/dpa)
Im hinteren Teil dieser “Meldung” klingt das alles schon ein wenig anders. Wenn wir die Anführungszeichen um “putschistische Aktivitäten” entfernen, wird auch ein Schuh daraus. Erinnern wir uns auch nur kurz daran, daß der genannte “Sturz” ein in jeder Hinsicht krimineller Staatsstreich war, der mindestens 17 Todesopfer forderte.
Von den sonstigen umlaufenden Pressemeldungen habe ich als besondere Perle die von orf.at ausgewählt, vor allem deswegen, weil Forentrolle speziell diese Quelle wortwörtlich zitieren, ohne sie zu nennen ( es ist bekannt, wie Trolle arbeiten). (Quelle: http://orf.at/070526-12707/index.html)
“Meinungsfreiheit” a la Chavez
Aus Chavez’ Sicht wird Venezuelas TV künftig “noch demokratischer”.
Geht es nach den Aussagen von Venezuelas Präsident Hugo Chavez selbst, hat er das Land beinahe schon in ein Paradies auf Erden verwandelt. Da verwundert es, dass der letzte kritische TV-Sender des Landes auch der populärste ist - doch nicht mehr lange.
Wenn schon verdreht wird, dann kommt es auch nicht mehr darauf an, faustdicke Lügen unterzumischen, wird schon nicht auffallen. Was Chavez damit meint, daß Venezuelas TV künftig noch demokratischer wird, wer soll da schon nachfragen (aber ich werde darauf zurückkommen)? Das mit dem Paradies auf Erden ist direkt aus dem Enddarm der CIA, ebenso wie die Behauptung, der “letzte kritische TV - Sender sei auch der populärste”, was sogar eine in sich verschachtelte Doppellüge darstellt. Was ist denn mit Globovision und den anderen “Privatsendern”, die weiterhin senden dürfen und denen gewiß keine Chavez - Freundlichkeit unterstellt werden kann?
Was bisher eine Routinehandlung war - die Verlängerung der Sendelizenz für den Sender RCTV (Radio Caracas Television) - hat Chavez genutzt, um seinen medialen Erzfeind ein für allemal zum Verstummen zu bringen: Die Lizenz läuft Sonntag Mitternacht (Ortszeit) aus.
Haben Sie bemerkt, liebe Leser, daß die Verweigerung einer “Routinehandlung” hier Chavez zum Vorwurf gemacht wird? Wir werden darauf zurückkommen, um was für eine “Routinehandlung” es sich handelte.
Wie will Chavez ab Montag senden?
Schon lange war RCTV Chavez ein Dorn im Auge. Er beschuldigt den Sender etwa, für den Putschversuch gegen ihn verantwortlich zu sein. Künftig sollen die Venezolaner auf dem gewohnten Sendeplatz nur noch linientreues Programm von Chavez’ Gnaden sehen. Medienprofis fragen sich inzwischen, woher der Linksnationalist ab Montag sein eigenes TV-Programm hernehmen will. Bisher gibt es noch keine Senderverantwortlichen, keine Mitarbeiter und kein Programm. Das Equipment hat Chavez allerdings schon.
Woher will der “Linksnationalist” ab Montag nur sein Programm hernehmen? Gute Frage, nicht wahr? Wissen wir Untermenschen doch, daß nur Übermenschen wie CCM, HMB in der Lage sind, Texte zu formulieren, und nur Rupert Murdoch und ähnliche Konsorten in der Lage sind, fernsehen zu machen.
Das “Equipment”, will heißen die terristischen Sendeanlagen, sind übrigens ohnehin staatlich.
Militär an allen Ecken und Enden
Chavez ließ sich in der Nacht auf Samstag vom ebenfalls linientreuen Höchstgericht des Landes beglaubigen, dass er sich das gesamte Inventar von RCTV unter den Nagel reißen kann. Das Militär steht schon bereit, um den Sender zu “bewachen”, wie es heißt.
“Das gesamte Inventar von RCTV” - gemeint sind die terristischen Sendeanlagen - ist ohnehin Staatseigentum, was ORF natürlich wohlweislich verschweigt. Hier die venezolanische Quelle. Was anderes hat das “linientreue Höchstgericht” nicht “beglaubigt”.
Zehntausende protestieren
Außerdem haben Truppen an allen Ecken und Enden der Hauptstadt Caracas Position bezogen. Ausschreitungen werden befürchtet. Zehntausende Venezolaner protestierten am Samstag gegen die geplante Schließung. Ausgestattet mit Flaggen, auf denen das Logo des Senders abgedruckt war, zogen die Demonstranten vor das Gebäude des Senders in der Hauptstadt Caracas.
Die Freiheit, die Chavez meint
Chavez selbst gab wiederum einen Vorgeschmack darauf, was die Venezolaner ab Montag vom TV erwarten dürfen. In einer Rede, die sämtliche Sender auszustrahlen hatten, pries er die Schließung von RCTV sogar als Schulbeispiel für Pluralität und Meinungsfreiheit. “In keinem Land der Welt gibt es so viel Meinungsfreiheit wie in Venezuela”, sagte Chavez und erklärte: Da der Sender künftig in der Hand des Staates sein werde, gehöre er künftig allen Bürgern und werde damit “demokratischer” als je zuvor.
Es ist mir offengestanden zu mühsam, jede der suggestiven Floskeln in diesem Artikel unter die Lupe zu nehmen und überlasse es dem intelligenten Leser, sich die von mir markierten Stellen zu merken.I ch möchte die Frage aufwerfen, warum sich das internationale Medienkartell so über den Entzug der Sendelizenz für einen von mehreren kommerziellen “Privatfernseh” - Unternehmen so sehr aufregt und wir finden die Antwort in der Welt:
Denn RCTV erreichte über seine terrestrische Frequenz eben auch die einfacheren Volksschichten, die ihn nun, da er nur noch über Satellit und Kabel ausgestrahlt werden soll, nicht mehr sehen können.
Schreibt die Welt und lügt damit ausnahmsweise mal nicht. Wie traurig, daß die “einfachen Volksschichten” nun Kabel oder Sattelit zur Hilfe nehmen müssen, wenn sie RCTV unbedingt weiterhin empfangen wollen.
Insofern hat Granier schon recht von einem „Anschlag auf die Meinungsfreiheit“ zu sprechen.
Fügt die Welt gehorsam getreu ihrer Rolle in der Medienlandschaft hinzu. Immerhin hat Granier die “Freiheit”, sein Geschwätz weltweit durch alle Kanäle zu blasen. Von einem Anschlag auf die Meinungsfreiheit kann daher wohl keine Rede sein. Eher würde ich von einem Anschlag auf Graniers Desinformationsfreiheit sprechen.
Der Entzug des Rechts auf Volksverdummung durch einen CIA - gelenkten Privatsender über staatliche Sendefrequenzen als Anschlag auf die Meinungsfreiheit zu bezeichnen, ist der dreiste Versuch medialen Brainwashings. Granier kann immerhin seine “Meinung” in der ganzen Welt publizieren, was den “einfacheren Volksschichten” zweifellos nicht möglich ist. Aber deswegen sind diese “einfacheren Volksschichten” ( eine schöne Umschreibung für Untermenschen - was sie letztlich damit wohl meinen) eben auch “einfacher”, sie haben eben nicht so edle und un - einfache Meinungen, die es verdient hätten, an andere mitgeteilt zu werden.
Muß ich dazu noch mehr sagen?
Natürlich muß da kath.net in diesen Chor auch einfallen:
Die Vorwürfe an RCTV, der Sender sei „pro-amerikanisch“ oder „putschistisch“, entbehrten jeder Grundlage.
“Entbehren jeder Grundlage”? Das kann man wohl nur Menschen gegenüber behaupten, die von den Geschehnissen rund um den Putsch von 2002 keine Ahnung hatten, denn Garnier und sein Sender waren fester Bestandtteil des gescheiterten Putschplanes.
Anders klingt das alles schon im Deutschlandradio:
Es hat nur einen Pferdefuß: Die Programme werden auf dem staatlichen Kanal 2 ausgestrahlt. Und die dafür nötige Lizenz will die Regierung Chávez keineswegs verlängern. Der Präsident: “Am 28. Mai endet die Konzession, die sich vor mehr als einem halben Jahrhundert eine Familie dieser reichen, venezolanischen Protze unter den Nagel gerissen hat, so wie sie sich einen Gutteil des Rundfunksystems aneignete, das der venezolanischen Nation gehört.”
Der Staat hat sich in der Vergangenheit wenig um das Kommunikationswesen gekümmert. Die rund 350 TV-Stationen sind fest in privater Hand, aber nur 14 senden überregional, und nur eine Hand voll ist von wirklicher Bedeutung wie der Marktführer RCTV.
Ein desolates System, wie die deutsch-venezolanische Historikerin Dorothea Melcher meint:
“Die venezolanische Medienlandschaft ist nun wirklich ein trauriges Thema. Die haben so fünf oder sechs private Kanäle gehabt und einen staatlichen, den niemand gesehen hat. Der einzige, der dann, als Chávez an die Regierung kam, Regierungsthemen behandeln konnte, war dieser Staatskanal, und der wurde dann auch systematisch ausgebaut, während alle anderen Kanäle zum Teil sehr üble Hetzkampagnen gegen Chávez geführt haben. Ich glaube, dass könnte sich hier niemand leisten.”
Mit “Hier” meint Melcher Deutschland.
Außerdem haben einige von ihnen angeführt von Radio Caracas Televisión den Putschversuch der Rechten gegen Chávez im Jahr 2002 heftig unterstützt und dabei die Nachrichten auf üble Weise manipuliert. Die anderen quotenstarken Privatsender haben inzwischen einen moderaten Kurs eingeschlagen. Nur Marcel Granier, der Direktor von RCTV, glaubte bis zuletzt, der Präsident würde seine Ankündigung nicht verwirklichen.
(…)
Die Regierung Chávez dagegen hat Hunderte von Lizenzen für kleine, “offene” Bürgerfunk- und Fernsehprogramme vergeben.
_
Aha. Das meint Chavez also mit Pluralität und Meinungsfreiheit und nicht das - bisher auf einen einzigen Kanal reduzierte - Staatsfernsehen. So erzeugt man durch Weglassen (wie APA, AP, ORF etc) “Eindrücke”, die keine Fakten sind, sondern “Stimmungen” “günstig disponieren”.
Doch es gibt auch noch andere abweichende Meldungen in unserer Presse.
In Venezuela werden die basisdemokratischen Rechte geradezu explosionsartig ausgeweitet - und die Medien nicht zensiert. Das war vor Hugo Chávez noch ganz anders
schrieb die TAZ dagegen am 16.1.2007.
Und wenn wir bei aporrea.org (Venezuela) nachschlagen , bestätigt sich dieser Eindruck noch.
¡Ni Privados, ni del Estado: Medios Comunitarios!
Lautet die Losung einer breiten Volksbewegung in Venezuela, die den Entzug der Sendelizenz für RCTV ausdrücklich begrüßt und “weder private, noch staatliche, sondern kommunitäre Medien” fordert.
Gegensätzlicher kann es wohl kaum sein, nicht wahr? Wat “stimmt” denn nu? Lesen wir weiter im TAZ - Artikel vom Januar.
Zwar wird, vor allem auch von Deutschen Medien, seit zwei Monaten kolportiert, die Regierung Venezuelas wolle einen bedeutenden oppositionellen TV-Sender verbieten, dies entspricht jedoch nicht der Wahrheit.
Das, im übrigen zum Beispiel zum Deutschen Medienrecht, ziemlich liberale Pressegesetz Venezuelas sieht für alle Fernsehsender die legal Frequenzen nutzen möchten, die Notwendigkeit einer Lizenzierung vor. Diese Lizenz gilt es in regelmässigen Abständen (20 Jahren), zu erneuern. Im März 2007 läuft sie für den Sender RCTV (nur einer von der deutlichen Mehrheit oppositioneller Sender die auf öffentlichen Frequenzen senden) aus.
Gestützt auf das Gesetz verweigert nun die Regierung eine Erneuerung der Lizenz, da sich RCTV 2002 aktiv an einem Putsch beteiligte (und sich selbst, im Fernsehen!!, damit brüstete) und seither weiterhin die gewaltbereite Opposition unterstützte. Die aktive Beteiligung an einem Staatsputsch (Landesverrat) und der wiederholte öffentliche Aufrug zum gewaltsamen Umsturz der demokratisch gewählten Regierung würde in Deutschland nicht nur die sofortige Schliessung des Senders zur Folge haben, sondern auch Haftstrafen für die Beteiligten (die sich “ausserhalb des Grundgesetzes” gestellt hätten). In Venezuela hat nun das schlicht das obligatorische Lizenzierungsverfahren zum Ergebnis geführt, dass RCTV durch sein Verhalten kein Anrecht mehr auf öffentliche Sendefrequenzen hat. Das Eigentum des Senders bleibt unangetastet und die Besitzer können durchaus auch einen neuen Lizenantrag stellen.
Wie verhält es sich mit Senderlizenzen denn wohl in unserem Land? Schlagen wir mal nach bei Wikipedia.
Medienlizenzen
Staatliche Sonderrechte beherrschen insbesondere den Medienbereich. Während Zeitungslizenzen heute nicht mehr verlangt werden, ist für die Ausstrahlung von Radio- oder Fernsehprogrammen noch immer eine Lizenz notwendig. Während der Grund für das Verlangen von Presselizenzen in der besseren Kontrollierbarkeit dieser Medien lag, liegt ein wesentlicher Grund für das Verlangen von Radio- und Fernsehlizenzen (Rundfunklizenzen) in den knappen Ressourcen: Die begrenzte Anzahl von Frequenzen lässt sich nur an eine begrenzte Anzahl von Programmveranstaltern vergeben.
Rundfunklizenz
Privatwirtschaftliche Betreiber von Rundfunkanstalten (Radio und Fernsehen) benötigen in Deutschland nach § 20 des Rundfunkstaatsvertrags eine Zulassung (Lizenz), die von den Landesmedienanstalten vergeben wird. Nach § 25 haben die Sender dabei „inhaltlich die Vielfalt der Meinungen im Wesentlichen zum Ausdruck zu bringen“. Dies heißt, alle „bedeutsamen, politischen, weltanschaulichen und gesellschaftlichen Kräfte und Gruppen müssen in den Vollprogrammen angemessen zu Wort kommen; Auffassungen von Minderheiten sind zu berücksichtigen“. Dies gilt nicht bei Spartenprogrammen.
(….)
Die Genehmigung der Radio- und Fernsehsender durch die Landesmedienanstalten ist davon abhängig, ob Sendefrequenzen frei sind. Die freien Frequenzen werden ausgeschrieben.
Die Kriterien für eine rundfunkrechtliche Zulassung werden unterteilt in persönliche und sachliche Voraussetzungen: Zu den persönlichen Voraussetzungen gehört etwa in Niedersachsen, dass der Veranstalter nicht von einer politischen Partei abhängig ist oder interessierte Privatperson nicht als Volksvertreter einem Landtag oder Bundestag angehören. In vielen Landesmediengesetzen ist festgelegt, dass eine Lizenzvergabe ausgeschlossen ist, wenn an einem Bewerber eine politische Partei auch nur eine mittelbare Beteiligung verfügt. CDU-geführte Landesregierungen wollen damit ausschließen, dass sich jene Zeitungsverlage an Radiosendern beteiligen, an denen die SPD eine Minderheitsbeteiligung hat (siehe SPD-Zeitungsbesitz). Als sachliche Anforderung an einen Lizenzbewerber gilt, dass er wirtschaftlich und organisatorisch als in der Lage beurteilt wird, das den Antragsunterlagen entsprechende Programm auch durchzuführen.
Haben sich, was die Regel ist, mehrere Bewerber beworben, trifft etwa die Niedersächsische Landesmedienanstalt (NLM) eine Auswahl danach, welcher der Bewerber „wahrscheinlich die größte Meinungsvielfalt im Programm bieten wird“ (vgl. Homepage NLM). Entscheidend ist zudem, in welchem Umfang im Programm Information, Bildung, Beratung und Unterhaltung angeboten werden sollen, inwieweit eine Berichterstattung aus dem lizenzvergebenden Bundesland erfolgt sowie in welchem Ausmaß das Programm in diesem Bundesland produziert wird.
Die Lizenz kann in Niedersachsen etwa entzogen werden, wenn das Programm gegen die Menschenwürde, „die sittlichen, religiösen und weltanschaulichen Überzeugungen anderer“, „die Zusammengehörigkeit im vereinten Deutschland und die internationale Verständigung“ sowie Frieden, soziale Gerechtigkeit, die Integration ausländischer Einwohner und Minderheiten verstößt (§13 Abs. 3 und §14 Niedersächsisches Mediengesetz). Andere Bundesländer haben ähnliche Vorschriften.
(wikipedia zitat ende)
Sodann noch einen Auszug aus der Homepage von www.nlm.de
Ob ein Bewerber geeignet ist oder wer von mehreren Bewerbern den Zuschlag erhält, entscheidet die Versammlung der NLM. Diese Beurteilung und Entscheidung geschieht nach gesetzlich vorgeschriebenen Kriterien.
Die Kriterien für eine rundfunkrechtliche Zulassung werden unterteilt in persönliche und sachliche Voraussetzungen: Zu den persönlichen Voraussetzungen gehört u.a., daß der Veranstalter als “juristische Person des Privatrechts? (z. B. eine GmbH) keine politische Partei oder von einer solchen abhängig ist, oder als Privatperson nicht als Volksvertreter in einen Landtag oder in den Bundestag gewählt wurde. Sachliche Anforderung an einen Bewerber ist, daß er wirtschaftlich und organisatorisch in der Lage ist, ein Programm zu veranstalten, das den Antragsunterlagen entspricht und professionellen Ansprüchen genügt.
Gibt es mehrere Bewerber, die den Anforderungen genügen, muß die NLM eine Auswahl treffen. Hierfür ist ein entscheidendes Bewertungskriterium, wer von den Bewerbern wahrscheinlich die größte Meinungsvielfalt im Programm bieten wird. Das richtet sich auch danach, in welchem Umfang Information, Bildung, Beratung und Unterhaltung angeboten werden soll und inwieweit die politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Ereignisse Niedersachsen dabei berücksichtigt werden sollen.
Der beste Bewerber bekommt dann schließlich die Erlaubnis erteilt, die nur für eine konkret bezeichnete Programmart, die zu nutzenden Übertragungskapazitäten, das Programmschema, das Verbreitungsgebiet sowie den eingeräumten Sendeumfang gilt. Ändert sich einer dieser Punkte grundlegend, bedarf es grundsätzlich einer neuen Lizenzvergabe.
Lieber Leser, warum sind SIE, ja ich meine SIE persönlich noch nicht auf den Gedanken gekommen, Ihr Recht auf Meinungsfreiheit durch Beantragung einer entsprechenden Medienlizenz zum Ausdruck zu bringen? Warum sollte ein Marcel Granier größere Rechte als Sie besitzen. Schon mal drüber nachgedacht?
Ansonsten lesen Sie sich obige Zitate durchaus nochmals genau durch und fragen Sie sich, ob Sie bei dieser Gesetzeslage einem Privatsender, der in einen blutigen Staatsstreich mit Todesopfern verwickelt war, der SELBST eine politische Partei darstellt, keineswegs daran denkt, Ereignisse, die ihm nicht passen, zu berücksichtigen, und der regelmäßig zu Mordanschlägen auf die gewählte Regierung aufruft, diese Lizenz um 20 Jahre verlängern würden.
Ja, dem Sender wurde die Lizenz entzogen. Aber hierbei geht es nur um die Ausstrahlung auf öffentlich - staatlichen Frequenzen. RCTV wird weiter über Sattelit oder Kabel zu empfangen sein. Es ist also eine Lüge, dass der Sender geschlossen wird. Jeder Venezuelaner kann nach Lust und Laune 24 Stunden am Tag Radio- und Fernsehsender hören oder anschauen, in denen die Chavez-Regierung permanent in Grund und Boden kritisiert wird.
Er kann sich an jeder Ecke Zeitungen kaufen, die nicht ein gutes Haar an Chavez lassen. Er kann (finanzielle Möglichkeiten vorausgesetzt) seine Kinder in Schulen und Unis schicken, in denen nicht mal ein Hauch von sozialistischer/chavistischer Indoktrinierung zu finden ist, sondern die ausschließlich der weißen Oberschicht vorbehalten sind. Er kann Demos gegen die Regierung organisieren und oppositionelle Parteien und Vereinigungen gründen, ohne dabei Knast oder Verfolgung zu riskieren.
Wer immer noch der Meinung ist, daß in Venezuela die Meinungsfreiheit unterdrückt wird, kann sich gern die Webseiten seiner Gesinnungsgenossen in Venezuela selbst zu Gemüte führen. Hier eine kleine Auswahl:
http://www.analitica.com/
http://www.2001.com.ve/
http://www.diario-del-lago.com
http://www.diario-del-lago.com/znn/znn.htm
http://www.el-carabobeno.com/
http://www.el-correo-venezolano.com/
http://www.el-nacional.com/
http://www.elmundo.com.ve/
http://globovision.planetatv.com/#
Den Vergleich zwischen manchen dieser Mordbrenner und einem Christan Klar in Haft, und wie sie im Hinblick auf “Meinungsfreiheit” behandelt werden, kann einem schon zum Erbrechen veranlassen. Es wurde nämlich niemand für die mindestens 17 Todesopfer des CIA - gesteuerten Staatsstreiches jemals vor Gericht gestellt.
Lesen wir weiter im TAZ - Artikel vom 16.1.2007 :
Die Schließung eines Fernsehsenders in Venezuela sei für das demokratische Lateinamerika ein Präzedenzfall, hat José Miguel Insulza, Generalsekretär der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), kürzlich erklärt. Er liegt falsch. In Venezuela ist der letzte Fall keine 5 Jahre her. Am Abend des 12. April 2002 stürmten Polizisten den staatlichen TV-Kanal sowie kommunale Radio- und Fernsehkanäle, die von Pro-Chávez-Aktivisten betrieben wurden. Die Polizei schloss die Sender auf Befehl von Militärs und Oppositionspolitikern, die in der Nacht zuvor gegen Präsident Hugo Chávez geputscht hatten. Seinerzeit protestierte keine Zeitung und auch keine TV- und Radiostation gegen die Maßnahmen - nur ein einziger Chefredakteur äußerte sich kritisch. Die Senderchefs hingegen unterstützten die Putschisten und untersagten ihren Mitarbeitern die Berichterstattung. Die Proteste gegen die Entmachtung von Chávez, die Verhaftungswelle gegen seine Minister, von all dem sollten die Bürger nichts erfahren. “Null Chávismus auf dem Bildschirm” habe die Devise gelautet, so ein ehemaliger Redakteur des Fernsehsenders RCTV. Wäre der Putsch gegen Chávez nicht gescheitert - wer weiß, wie lange die verabredete Gleichschaltung noch gedauert hätte. Ein Aufarbeitung ihrer unsäglichen Rolle hat es in den venezolanischen Medien noch nicht mal ansatzweise gegeben.
Bei der Gelegenheit sei auch daran erinnert, wie unsere “demokratische” Presse damals auf den Putsch gegen Chavez 2002 reagierte.
Venezuela: Das Ende eines Populisten
Hugo Chávez, Südamerikas letzter Autokrat, wurde aus dem Amt gejagt einstweilen regiert der Chef des Unternehmerverbands.
Link auf diesen Artikel im Archiv: http://service.spiegel.de/digas/find?DID=22078479
Venezuela: Adios, Presidente!
Seine Wahlversprechen vom “humanen Wirtschaftssystem” und dem “Kampf gegen die Korruption” erwiesen sich als leeres Gerede. Nach Massenprotesten hat sich Venezuelas Staatspräsident Chávez nun der Forderung des Militärs gebeugt und ist zurückgetreten.
Link auf diesen Artikel im Archiv: http://service.spiegel.de/digas/find?DID=27887371
Ja, der Spiegel war damals schon, wie Sie sehen, ein Mistblatt. “Nach Massenprotesten” habe sich Chavez, “Südamerikas letzter Autokrat”, “der Forderung des Militärs gebeugt”. Aus dem Arschloch der CIA direkt frisch auf Ihren Tisch: Guten Appetit!
Es ist eine Angelegenheit, sich eine derartig unappetitliche Speise nur anzuschauen oder sie auch noch aufzuessen und bei jeder passender oder unpassender Gelegenheit wieder hervorzuwürgen, wie es gewisse Imperialtrolle auch in unserem Forum hin und wieder tun.
Verfolgen wir weiter, was die TAZ schrieb:
Heute sieht RCTV-Präsident Marcel Granier eine “tropische Diktatur im Stile Somozas” heraufziehen, weil die Konzession seines Senders nicht verlängert wird. Das ist nicht nur eine Heuchelei, sondern beleidigt auch die Opfer der wirklichen Diktaturen in Lateinamerika. Darf und sollte man Granier deshalb das Senden verbieten? Natürlich nicht.
Rechtsverstöße der Medien sollten Sache der Justiz sein, wie OAS-Chef Insulza zu Recht erklärt. Nur: Die Verhältnisse sind nicht so. Die Justiz in Venezuela ist schwach und allzu engagierte Rechtspfleger leben gefährlich. Den Staatsanwalt, der die Anklagen wegen des Putsches von 2002 leitete, riss im November 2004 eine Autobombe in Stücke.
Die Konzession für RCTV auslaufen zu lassen - das ist, in Ermangelung besserer Mittel, Chávez’ Weg, die putschfreundlichen Medien in die Schranken zu weisen. Er hat das vor den Wahlen im Dezember angekündigt - genauso wie seinen “Sozialismus des 21. Jahrhunderts” - und ist mit knapp 63 Prozent gewählt worden. Die anderen 37 Prozent dürfen ihn nach Herzenslust einen Diktator schimpfen. Vergangene Woche druckte die Traditionszeitung El Nacional neben dem Editorial eine Chávez-Karikatur mit Hakenkreuz auf der Brust. Und niemand wurde deshalb verhaftet oder umgebracht.
Vor Chávez war das anders. Es wurde gefoltert, auf Demonstranten geschossen, es gab desaparecidos (Vermisste). Dass im “demokratischen” Lateinamerika der Neunziger rechtsstaatliche Verhältnisse geherrscht hätten, ist genauso eine Legende wie die Behauptung, unter Chávez seien an “die Stelle von institutionalisierten und reglementierten Prozessen (… ) Cliquen- und Klientelbeziehungen” getreten, wie Dietmar Dirmoser von der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) in der gestrigen taz vermeldet. Die FES-Zeitschrift La Nueva Sociedad, die Dirmoser seinerzeit herausgab, wusste es 1999 besser: Es waren die Korruption und Klüngelwirtschaft des Vorgänger-Regimes, die die Wähler dem Exoffizier Chávez zutrieben.
In diesem Zusammenhang ist auch ein historischer Rückblick auf die “Integrität” der jammervoll in ihrer “Meinungsfreiheit” beschnittenen Herren sinnvoll:
Zu den regierenden Kleptokraten gehörten nicht zuletzt die der SPD freundschaftlich verbundene sozialdemokratische Acción Democrática. Am 28. Februar 1989, drei Wochen nachdem Willy Brandt ihm zum Amtsantritt die Hand geschüttelt hatte, gab der sozialdemokratische Präsident Carlos Andrés Pérez höchstpersönlich den Schießbefehl gegen einen Volksaufstand, der nach IWF-Anpassungsmaßnahmen ausgebrochen war. Die Unruhen hatten sich damals auch an einem Korruptionsskandal entzündet, bei dem sich auch die venezolanischen Sozialdemokraten die Taschen vollgestopft hatten.
Vorsichtig geschätzt starben 1.000 Menschen im Kugelhagel der Armee. Belangt wurde Pérez dafür nie. Gab es wenigstens bei uns einen empörten Aufschrei? Irgendetwas, das den vollmundigen Warnungen nahe kommt, die heute gegenüber Chávez ausgestoßen werden? Ach was! “Pérez muss seine Landsleute dazu erziehen, nicht mehr über ihre Verhältnisse zu leben”, schrieb der Spiegel damals. Das waren noch Zeiten. Heute wollen die Lateinamerikaner über ihre Verhältnisse leben und wählen Typen wie Chávez zum Präsidenten. Was wären wir ohne die Demokratie-Experten, die uns das als Weg zur Diktatur erklären?
Es ist schon eigenartig. Auf einem Kontinent, wo nur Trash über den Bildschirm flimmert, hat die venezolanische Regierung hunderte von Lizenzen für Bürgerfunk und -fernsehen vergeben. Ausgerechnet dieses Land soll auf dem Weg zur Mediendiktatur sein, weil es ab März einen Telenovela-Kanal weniger gibt? So eine Mediendiktatur hätte man hier auch gerne. Hugo Chávez entmachtet das Parlament? Nein, er beantragt beim Parlament begrenzte Vollmachten, um Gesetze zu dekretieren und eine Verfassungsreform zu erarbeiten. Spaniens Aznar hat in den letzten Monaten seiner Amtszeit fast nur noch per Dekret regiert. Niemand wäre auf die Idee gekommen, ihn einen Diktator zu nennen.
Die angekündigten Verfassungsänderungen in Richtung Sozialismus werden in Venezuela selbstverständlich einem Volksreferendum überantwortet. Wenn sie den Bürgern nicht passen, können sie sie ablehnen. Hugo Chávez kombiniert seinen hemdsärmeligen Reformeifer nämlich mit einem ausgeprägten Hang zum Plebiszitären. Im Unterschied zu den Deutschen, die nicht über die europäische Verfassung abstimmen durften, wurde den Venezolanern unter Chávez nicht nur ihre neue Magna Charta zur Abstimmung vorgelegt. Zuvor konnten sie auch noch über die Zusammensetzung der verfassungsgebenden Versammlung entscheiden. Laut dieser Verfassung kann heute jeder gewählte Politiker nach der Hälfte seiner Amtszeit per Volksbegehren aus dem Amt gekegelt werden.
Jede öffentliche Institution muss ihre Bücher für die Bürger öffnen, wenn diese sich in entsprechenden Komitees organisieren. Auf Gemeindeebene können sogenannte kommunale Räte ihre eigenen Mittel verwalten. Die sogenannte bolivarische Revolution ist gekennzeichnet durch eine geradezu explosionsartige Ausweitung basisdemokratischer Rechte.
So CHRISTOPH TWICKEL in der taz vom 16.1.2007, S. 12, 241 Z. (Kommentar)
Eigentlich möchte ich diesen Ausführungen von Christoph Twickel nichts hinzufügen. Vielmehr möchte ich Ihren Blick, liebe Leser, auf einige grundsätzlichere Themen lenken.
Ich zitiere im folgenden einen Absatz aus einem Artikel von Alan Woods.
Alan Woods
Das Zetergeschrei über die „Pressefreiheit“
Besonders verabscheuenswürdig war die Reaktion der westlichen Medien. Während ich hier in Mexiko City diesen Artikel schreibe, sendet das Fernsehen auf allen Kanälen lautstarken Protest gegen die Nichtverlängerung der Lizenz des Senders RCTV, was als Attacke auf die Pressefreiheit dargestellt wird. Der besagte Sender, hat seit Jahren die schlimmste und abstoßendste Propaganda gegen die gewählte Regierung ausgestrahlt, den Präsidenten persönlich beleidigt, ihn wiederholt als Verrückten (und Schlimmeres) bezeichnet. Mehrmals hat dieser Sender zum gewaltsamen Umsturz der Regierung Chávez und zu dessen Erschießung aufgerufen.
Es geht hier nicht um eine unschuldige Gruppe von Journalisten, die für die Verteidigung der Freiheit eintritt. Im Gegenteil, der Sender war lange Zeit das Zentrum des konterrevolutionären Komplotts zur Destabilisierung und zum Umsturz der Regierung, die immer wieder in freien Wahlen bestätigt worden war.
Im April 2002 war der Sender das organisatorische Zentrum des Putsches, das die Bevölkerung zur Unterstützung des Umsturzes aufrief und Falschmeldungen über ein Massaker der Regierung verbreitete. Der Sender verweigerte es gewählten MinisterInnen, im Fernsehen ihre Sicht der Dinge darzulegen.
In anderen Worten, der Sender war einer jener neuralgischen Knoten während der Vorbereitung des Putsches, der das Ziel hatte, eine Diktatur in Venezuela zu errichten, die zahllose Menschenleben gekostet hätte. Er war eines der wichtigsten Instrumente der Oligarchie und der CIA. In jedem anderen Land wäre der Sender längst geschlossen und seine Direktoren vor Gericht gestellt worden. In Venezuela wurde – leider – niemand festgenommen. Der Sendestation wurde erlaubt, solange weiterzuarbeiten, bis ihre Lizenz auslief. Die Behörden haben sich ganz zu recht geweigert, die Lizenz zu verlängern und sie haben die volle rechtliche Befugnis, das zu tun. Das ist alles.
Deshalb muss man entschieden all den Lärm und die Aufregung über die angeblichen Angriffe auf die Pressefreiheit in Venezuela wegen ihrer ganzen Heuchelei zurück weisen.
Die so genannte freie Presse der westlichen Welt ist in Wirklichkeit der Privatbesitz einer Handvoll Superreicher Medienmogule wie Rupert Murdoch. Weit davon entfernt Champions der freien Rede zu sein, sind diese abgehärteten Reaktionäre das Sprachrohr des Imperialismus, der Banken und der großen Monopole. Sie verteidigen fanatisch den Status Quo, das heißt die Versklavung der Völker der ganzen Welt durch eine Hand voll reicher Parasiten.
(Zitat Ende)
Um dem noch einen draufzusetzen möchte ich an einen wirklich genialen Artikel des “Enthüllungsjournalisten” Hendryk M. Broder erinnern, wonach in den guten alten Zeiten gerade mal 200 Leute darüber bestimmt haben, was öffentliche Meinung ist.
Vielleicht wäre es mal an der Zeit, den Begriff “Pressefreiheit” wirklich mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Was bedeutet denn Pressefreiheit, bzw was sollte sie bedeuten? Sollte hier vielleicht auch der Grundsatz “Gleiches Recht für alle” gelten?
Haben Sie übrigens auch bemerkt, wie in der Systempresse frech Meinungsfreiheit und Pressefreiheit in einen Topf geworfen wurde einerseits und die Vergabe von Sendelizenzen über öffentliche Frequenzen mit der Einschränkung von Pressefreiheit?
Sehen Sie, so arbeitet Wahrnehmungsmanagement in der Praxis.
Am 27. Mai läuft die auf 20 Jahre befristete Lizenz aus, die 1987 dem privaten Fernsehsender „Radio Caracas Televisión“ (RCTV) von der damaligen Regierung gewährt wurde und die es dem Kommerzsender erlaubt, sein Signal in Caracas und anderen Städten Venezuelas über Antenne auszustrahlen. Bereits im Dezember kündigte Venezuelas Präsident Hugo Chávez an, diese Genehmigung nicht zu verlängern, sondern die nach Ablauf der Lizenz am 27. Mai frei werdende Frequenz für ein Programm zu verwenden, das den kulturellen und demokratischen Werten besser entspricht.
Der 1953 von dem US-amerikanischen Unternehmer William H. Phelps gegründete Sender gehört heute dem Medienmagnaten Marcel Granier, der über seine Unternehmensgruppe 1BC auch mehrere Radiosender, Schallplattenunternehmen und nicht zuletzt Werbeagenturen kontrolliert. Gemeinsam mit seinem Konkurrenten Venevisión kontrolliert RCTV nahezu drei Viertel des Marktes für Fernsehwerbung in Venezuela, ein einträgliches Geschäft.
Das Programm von RCTV ist in erster Linie eine Aneinanderreihung seichter „Telenovelas“, Spielshows und Filmen. Dazu kommen ein paar Nachrichtensendungen und Talkshows, in denen die Moderatoren keine Gelegenheit auslassen, um gegen die demokratisch gewählte Regierung des Präsidenten Hugo Chávez zu hetzen – in einer Weise, die weit über das geschützte Recht der freien Meinungsäußerung hinausgeht - bis hin zu Aufrufen zur Ermordung des Präsidenten und anderer Repräsentanten der Regierung.
So war es am 11. April 2002 auch RCTV, das mit manipulierten Aufnahmen den Vorwand für den Putsch gegen Hugo Chávez lieferte: Anhänger der Regierung, die sich an der Llaguno-Brücke vor dem Präsidentenpalast versammelt hatten, waren von Heckenschützen beschossen worden. Einige Leute schossen daraufhin zurück. Von RCTV und anderen Medien wurde behauptet, die Chavistas hätten auf „unbewaffnete oppositionelle Demonstranten“ geschossen – der Demonstrationszug der Opposition war aber weit entfernt.
Als nach dem Sturz des Präsidenten Millionen von Menschen auf die Straße gingen, um die Freilassung von Chávez und die Rückkehr zur Demokratie zu fordern, sendeten RCTV und andere Sender Zeichentrickfilme, Telenovelas und Sport – und brachten kein Wort über die Proteste. RCTV-Besitzer Marcel Granier hingegen war gern gesehener Gast der Putschisten und ging in den Stunden der Putschistenherrschaft im Präsidentenpalast Miraflores ein und aus.
Trotzdem geschah diesen Sendern nichts, als Chávez in der Nacht vom 13. auf den 14. April 2002 wieder in den Präsidentenpalast zurückgekehrt war. Der Präsident rief zur Versöhnung auf.
RCTV und andere Sender interpretierten dies als Zeichen der Schwäche und kehrten schnell zur Hetze zurück. Als die reaktionäre Opposition am 2. Dezember 2002 zu einem unbefristeten „Generalstreik“ aufrief, um Chávez zu stürzen, stellten die Sender die Ausstrahlung kommerzieller Werbung ein und brachten nur noch Spots der Opposition. Der „Generalstreik“ war nichts anderes als eine Massenaussperrung – Angestellten wurde mit Entlassung gedroht, wenn sie es wagen sollten, an ihrem Arbeitsplatz zu erscheinen – und eine groß angelegte Sabotage der Erdölindustrie, mit der die Regierung wirtschaftlich stranguliert werden sollte.
Auch dieser Versuch scheiterte und Marcel Granier, der durch den Verzicht auf kommerzielle Werbung bei RCTV Millionen von Dollar in den Sand gesetzt hatte, versuchte erfolglos, der Opposition deren Spots in Rechnung zu stellen.
Danach konnte RCTV jahrelang weitermachen als wäre nichts passiert. Bis Venezuelas Präsident Hugo Chávez am 28. Dezember ankündigte, die am 27. Mai 2007 auslaufende Lizenz des Senders nicht zu verlängern – Ein Verwaltungsakt, wie er gerade angesichts der Vorgeschichte das gute Recht der Regierung ist. Durch das Auslaufen der Lizenz verliert RCTV das Recht, sein Programm über Antenne auszustrahlen – mehr nicht. Im Kabel und über Satellit kann Marcel Granier auch weiterhin die Venezolaner mit seinen Seifenopern beglücken.
Marcel Granier aber tourt durch Europa und bejammert eine angebliche „Verletzung der Meinungsfreiheit“. Privatsender in Deutschland und anderswo beten diese Version eifrig nach. So phantasierte n-tv vor wenigen Tagen davon, mit RCTV werde „der letzte kritische Fernsehsender Venezuelas geschlossen“. Als wenn es Globovisión, Venevisión und wie sie alle heißen – leider – nicht immer noch geben würde. Angebliche Menschenrechtsfreunde, die nichts gegen die Razzien gegen G8-Kritiker und die zeitweilige Schließung von Internet-Diensten wie so36.net einzuwenden haben, protestieren gegen die „Verletzung der Meinungsfreiheit“.
Am 28. Mai aber wird in Venezuela ein neues, öffentliches Fernsehprogramm auf Sendung gehen und die primitiven Serien von RCTV werden in die Kabelnetze verbannt – und das ist gut so!
(Zitat Ende)
Dem würde ich auch zustimmen. Quelle .
Marcos Hernández ist Präsident der venezolanischen Organisation »Periodistas Por La Verdad« (Journalisten für die Wahrheit). Die Gruppe wurde im Januar 2003 als Reaktion auf die Politisierung der Medien in dem südamerikanischen Land gegründet und hat heute 5000 Mitglieder. Der Jungen Welt gab er ein aufschlußreiches Interview, das ich an dieser Stelle auch empfehlen möchte.
Und was meine persönliche Meinung dazu ist?
Nicht daß Sie denken, daß ich Chavez nach dem Mund rede. Tatsächlich finde ich, daß Chavez in dieser Frage ein Weichei, ein Schlappschwanz ist. Ich für meinen Teil habe mir den Slogan “Null Toleranz” gegen Kapitalverbrechen zueigen gemacht.
So wurden 1942 Prescott Bushs (der Großvater unseres verehrten US - Präsidenten) Geschäftsanteile an der Union Banking Corporation enteignet , einem Unternehmen, in dessen Management er tätig war und das gegen den Trading with the Enemy Act verstoßen hatte. Als Entschädigung erhielt er dafür 1,5 Millionen Dollar, die er als finanzielle Grundlage für das spätere Engagement der Familie Bush in der texanischen Ölindustrie nutzte.
Was damals Recht war, kann heute nicht Unrecht sein, nicht wahr?
Dieser Marcel Granier war nach allen vorliegenden Daten aktiv an einem dreisten Akt von Hoch- und Landesverrat beteiligt (so wie Bush 1942), in dessen Verlauf Menschen gezielt ermordet wurden.
In diesem Fall würde ich auch das aus meiner Sicht zu milde Urteil gegen Prescott Bush (letztlich wegen Finanzierung der NSDAP und der Aufrüstung der Wehrhmacht) noch verschärfen und für die weitgehend entschädigungslose Enteignung des Putschisten Granier plädieren. Mit dem beschlagnahmten Vermögen sollten die Opfer des 2002 - Putsches abgefunden und neue Bürgersender unterstützt werden.
Begründung der Beschlagnahme: Formierung einer kriminellen Vereinigung und aktive Unterstützung eines Staatsstreiches zu Lasten der Souveränität des Volkes.
Kommentar von zartbitter am 27. Mai um 23:42 Uhr
Schön ausführlich und mit Quellen belegt. Dem ist nichts hinzuzufügen.
Wer sich danach noch etwas über die “Imperialtrolle” amüsieren will, sollte sich mal die “Kommentare” im Axel Springer Megaphon ansehen
http://www.welt.de/politik/aus.....t_ein.html
Kommentar von zartbitter am 28. Mai um 02:20 Uhr
Apropos Wahrnehmungsmanagement und Zensur. Das jährliche Censored-Project http://www.projectcensored.org...../index.htm hat wieder eine Top25 Liste der “news that didn’t make the news”.
Da sind nette Gruselgeschichten dabei die man vor dem zu Bett gehen lesen kann:
#2 Halliburton Charged with Selling Nuclear Technologies to Iran
#4 Hunger and Homelessness Increasing in the US
#5 High-Tech Genocide in Congo
#8 Pentagon Exempt from Freedom of Information Act
Aha sehr interessant. Aer FoIA ist also nicht das Papier wert auf dem er steht.
…
*grusel, grusel*
Kommentar von ptage am 28. Mai um 11:03 Uhr
Vielen Dank für diesen Bericht.
“Aus dem Arschloch der CIA direkt frisch auf Ihren Tisch: Guten Appetit!”
Ich habe mich kaputtgelacht, auch wenn das Thema noch so ernst ist!
Viva Chavez!
Kommentar von Daniel am 28. Mai um 11:15 Uhr
Sehr schöner Artikel. Danke!
Kommentar von Abdulla am 28. Mai um 11:26 Uhr
@Zartbitter:
Du hast ein “falsches Wort” benutzt.
In den USA existiert kein Hunger.
Laut dem offiziellen Bericht ist es “geringe Lebensmittelbeschaffungssicherheit”
Mfg
Kommentar von Morla am 28. Mai um 11:32 Uhr
Bin sehr beeindruckt! Herzlichen Dank für die gründliche Recherche! Schade finde ich, dass nur wenige ihn lesen können.
Kommentar von Lumbe am 28. Mai um 11:46 Uhr
Klasse Artikel! Danke!
Kommentar von uebel am 28. Mai um 12:47 Uhr
schöne zusammenfassung!
Kommentar von broadcast am 28. Mai um 13:26 Uhr
DPA meldet:
Wer mag, kann sich ja mal Originalaufnahmen dieser “Demonstration” anschauen, zu sehen online bei aporrea.org.
Videos/youtube bei apporea
Die “friedlichen Demonstranten” warfen demnach nicht nur Flaschen und Steine, sondern schossen auch scharf auf die Polizeisperre.
Wer Demonstrationen hierzulande kennt, der wundert sich sicherlich über den Langmut der offensichtlich rein defensiv auftretenden venezolanischen Polizei. Stellen Sie sich solche Szenen mal in Deutschland vor!
Nun, die CIA weiß ja, wie man so was organisiert, Bowen Rosten, CIA - Chef für Lateinamerika, war schließlich mitten unter diesen “Demonstranten”.
Video
Und die “zehntausenden von Demonstranten” kann man in dieser Aufnahme deutlichst überblicken. Können Sie zählen?
Video
Kommentar von broadcast am 28. Mai um 13:34 Uhr
noch besser:
“Pressefreiheit” wie sie die CIA versteht.
Video
Mehrere Male wurden Filmteams von VTV (Venezolana de Televisión) von den “Demonstranten für Pressefreiheit” angegriffen.
Kommentar von undercoverbuster am 28. Mai um 13:39 Uhr
Chavez rocks
Video
Ausschnitt aus seiner Sendung “Alo Presidente”
Kommentar von guan am 28. Mai um 14:47 Uhr
@nemetico:
alles gut beschrieben & untermauert, aber…
“Tatsächlich finde ich, daß Chavez in dieser Frage ein Weichei, ein Schlappschwanz ist.”
ich bin eher der meinung, dass chavez es hierbei sogar viel richtiger angeht, als es so viele andere vor ihm taten - die langfristige umgestaltung der basisgesellschaft! dies ist mit sicherheit viel sinnvoller und effizienter, als mit roher gewalt (!) zu antworten und damit dann noch viel eher unfrieden seitens der “opposition” zu stiften. - beispiel: die schon angesprochenen, regionalen basisprogramme zur information oder auch die einführung eines regionalen geldes bis 2013 sind da genau die richtigen wege, um sich wirtschaftlich vollständig von abhängigkeiten frei machen zu können. und das sollte letztlich dann auch das ziel sein: die konsequente aushöhlung der zinsgeld-wirtschaften im ausgehenden kapitalismus. - was also begründet nun deine meinung, in chavez einen ’schlappschwanz’ sehen zu wollen?
Kommentar von undercoverbuster am 28. Mai um 14:56 Uhr
zum Thema noch ein sehr treffender Videokommentar.
Einfach anschauen, lohnt sich.
Gegen die Allmacht der imperialistischen Medien ankämpfen:
Ja, wir können es | si, podemos | yes, we can!
Kommentar von Marcel am 28. Mai um 16:33 Uhr
Zu dem Putschversuch von 2002 gibt es übrigens, falls es jemand noch nicht kennt, einen netten Film
auf spanisch Inside the Coup
oder auf englisch
The Revolution Will Not Be Televised
Ich habe bloß noch keine Quelle mit deutschen Untertiteln gefunden.
Sowas würde das deutsche Fernsehen wohl auch nur senden, wenn es gerichtlich dazu verpflichtet würde. Vielleicht sollte man sich mal den Spaß machen, und die ARD auf die Erfüllung ihres öffentlich-rechtlichen Auftrages für ein besseres Programm verklagen?
Kommentar von nemetico am 28. Mai um 17:12 Uhr
Ich beziehe das zunächst ausschließlich auf das wirklich über alle Maße milde Verhalten der venezolanischen Regierung gegenüber dem RCTV und den meisten Putschbeteiligten.
Ich habe mich auch nicht für ‘rohe Gewalt’ ausgesprochen, sondern für die Ausschöpfung der gesetzlichen Möglichkeiten. Die Nichtverlängerung einer Lizenz für einen explizit staatlichen Sendekanal, der ohnehin für Staatsfernsehen eigentlich mal vorgesehen war und nicht für Privatfernsehen (es gibt auch Sendekanäle für privates Fernsehen) ist wohl außerordentlich milde zu nennen.
Nicht umsonst brachte ich den Vergleich am Anfang: ein Fernsehsender, aus dessen spärlichen “Nachrichtensendungen” Mord- und Putschaufrufe regelmäßig durch verantwortliche Sprecher gegen die gewählte Regierung erklingen würden, würde in Deutschland mit Sicherheit sofort geschlossen werden.
Kommentar von nemetico am 28. Mai um 17:23 Uhr
Ergänzung
Chavez hätte 2002 nach dem Putsch entsprechend der Gesetzeslage die Lizenz sogar für 5 Jahre entziehen können. Er ließ sie aber bis zum Stichtag einfach auslaufen und verlängerte sie nicht.
Das kündigte er auch an und unterstützte die Gründung der (an das Usprungskonzept von BBC angelehnte) TVES (Televisora Venezolana Social), die seit heute den Kanal übernommen hat. TVES entspricht unseren “öffentlich-rechtlichen” Sendern und ist auch kein echtes “Staatsfernsehen”.
http://www.aporrea.org/medios/n95641.html
TVES hat auch sein Programm seit heute früh wie geplant aufgenommen. Auf dem angegebenen Link ein netter youtube - Clip über die Startsendung.
Von wegen ORF:
Lach, wieher, Medienprofis, pruuust
Sollen sie sich nur weiter fragen. TVES sendet ab heute 24 Stunden am Tag.
Bei diesem Wust von Lügen weiß man gar nicht, wo man anfangen und wo aufhören soll.
Kommentar von G@nseblümchen am 28. Mai um 17:28 Uhr
Uhoh…
Kommentar von nemetico am 28. Mai um 17:31 Uhr
Quelle
Kommentar von guan am 28. Mai um 17:36 Uhr
@Marcel & all:
‘The Revolution Will Not Be Televised‘ (in deutsch / arte-doku / 511 mb als DivX / 6 dateien via rapid.share):
h**p://doku.cc/2006/12/08/chavez-the-revolution-will-not-be-televised/
Kommentar von guan am 28. Mai um 18:14 Uhr
@nemetico:
hmm, dafür dass chavez eine grundsolide, basisdemokratische grundhaltung an den tag legt (die dir ja zumindest etwas zu lasch erscheint), um die gesellschaftlichen entwicklungen weiterhin möglichst friedlich zu schützen, macht er es meines erachtens schon genau richtig. zu zeiten des putsches seinerzeit (siehe ‘televised’-link in dt.) war die lage tatsächlich noch um einiges brisanter, weil gewalttätiger seitens des kapitals. heute zumindest hat sich seine art & weise des seichten, aber beständigen widerstands doch weltweit ein grösseres ansehen verdient, weil es eben weitgehend gewaltfrei vollzogen wurde und langfristig wohl auch bleiben wird, wenn das us-empire-kapital nicht kriegerisch eingreifen sollte.
ich finde, der chavez macht es schon ziemlich richtig so, denn er hat ja schliesslich auch die richtigen kanäle (gute beziehungen zu anderen südam. staaten sowie zu china, russland und iran) klargemacht, um sich nicht einer qua totalitär-diktatorischen regierungsweise hingeben zu müssen, wie es unsere angeblich demokratischen regierungen ja hierzulande in europa - mittels indirekter gewaltenteilung und massivster lügerei - schon seit jahrzehnten tun, obwohl diese sich alle als ‘previlegierte vertreter der eigenen völker’ darstellen (was ja an sich schon ein schlechter witz ist, weil parlament. demokratie immer nur die politik der lobby darstellen kann = fehlende konrolle der regierungen & geheimdienste, während eine echte basisdemokratie die regionalen zusammenhänge eines jeden einzelnen durch mitsprache berücksichtigen würde). insofern find ich das vorgehen von chavez insgesamt mindestens angebracht, jedoch bei manchen dingen tatsächlich auch etwas zu wenig radikal (das gebe ich gern zu). aber dafür lernen die venezolaner sehr schnell, wie demokratie wirklich funktionieren kann, wenn direkte mitsprache möglich wird. und davon sind wir europäer ja selbst leider noch ziemlich weit entfernt.
nun-ja, die zeit wird zeigen, ob sich die welt insgesamt noch zu positiveren abläufen für uns alle verändern liesse oder nicht. ich bin noch immer davon überzeugt, wenn wir dies weltweit klever anstellen würden…
Kommentar von Beobachter am 28. Mai um 22:23 Uhr
Ich bin völlig unbeeindruckt. Natürlich würde ein deutscher Privatsender, der zum Staatsstreich aufruft, geschlossen.
Das hat RVTV aber nicht getan. Er hat nach Meinung sozialistischer Kreise (die von neutralen Medien nur wiedergegeben wird) während des Putsches Zeichentrickfilme gesendet und nicht objektiv berichtet.
Welch ein unglaubliches Verbrechen, ich bin zutiefst erschüttert.
Ob der Blogautor Belege dafür hat, dass der Sender tatsächlich am Putsch beteiligt war bzw. dazu aufgerufen hat? Erst dann würde sein Pamphlet Sinn ergeben. Ich wette, seriöse, neutrale Quellen wird er nicht finden.
Offensichtlich für mich ist, dass die historisch regelmäßige Anwendung von sozialistischen und kommunistischen Regierungen von Konzepten wie Diktatur, Rechtswillkür, Gewalt und Demokratiefeindlichkeit sich erneut in Venezuela beweist und den zahlreichen arbeitsresistenten Vertretern des linken Randes in Deutschland nicht in ihr ideoligisches Weltbild passt.
Kommentar von Spartacus am 28. Mai um 22:36 Uhr
ein herzliches hallo an alle.
ich bin neu hier doch freue ich mich seit über einem jahr jedentag aufs neue ineressante artikel hier im blog vorzufinden.
daher ein herzlichen dank an die autoren.
@all
eine ARTE dokumentation
“Hugo Chávez - ein Staatsstreich von innen”
liegt auf rapidshare.com ist eine *.ogm datei, 538mb gross,
mit winrar gepackt und in 6 teilen gesplittet.
hier die download links:
part1.
http://rapidshare.com/files/33.....1.rar.html
part2.
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part4.
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part5.
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part6.
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Kommentar von Mr.Chainsaw am 29. Mai um 01:18 Uhr
Also als Weichei würde ich Chavez nun wirklich nicht bezeichnen. In dem von dir zitierten Artikel aus der Taz steht doch, dass die Justiz dort noch zu schwach ist. So würde ein Prozess vielleicht garnicht erst zustande kommen. Außerdem finde ich diese Art sehr geschickt gewählt. Denn die Kritik daran muss auf fadenscheinige Argumente zurückgreifen und macht sich selbst lächerlich.
Kommentar von verwiesen « WAHN² sinn³ am 29. Mai um 02:18 Uhr
[...] nun zur Kritik genau dieser Berichterstattung: Telepolis politblog.de (leider etwas sehr lang, aber schon informativ; einige Behauptungen werden nicht begründet, [...]
Kommentar von Rudi Ratlos am 29. Mai um 08:48 Uhr
@Abdulla
Hübsche Floskel von der “geringen Lebensmittelbeschaffungssicherheit”!
Erinnert mich an die Abschaffung der Armut in Deutschland vor einigen Monaten. Bislang galt ja je nach Definitionsgrenze der “relativen Armut” jeder offiziell als arm, der 50 bzw. 60 Prozent oder weniger des Durchschnittseinkommens verdiente.
Im Dezember 2006 gab das Statistische Bundeamt Wiesbaden eine neue Statistik heraus, wonach fast 11 Mio Deutsche - mithin 13% der Bevölkerung - “von Armut bedroht seien”, und orientierte sich dazu an der bisherigen Grenze für die relative Armut der EU von 60%., ohne jedoch eine neue Grenze für tatsächliche, relative Armut zu definieren. Damit folgte das Amt sicher einer Vorgabe der Bundesregierung, die sich ja strikt weigert, auch nur anzunehmen, daß jemand, der in Deutschland lediglich das soziokulturelle Existenzminimum (Alg2, Sozialgeld, Sozialhilfe) zur Verfügung hat, arm sein könnte.
Es gibt also defintiv seit Dezember letzten Jahres keine Armen mehr in Deutschland. Auch eine Leistung des medialen Managements…
Kommentar von nemetico am 29. Mai um 09:21 Uhr
Immer diese Imperialtrolle….
Ich schreibe diese Antwort aber nicht in der Hoffnung, einen Troll überzeugen zu wollen, sondern die Lügen dieser Leute zu entlarven.
Daß Ihresgleichen von meinem Artikel nicht ‘beeindruckt’ sind, glaube ich gerne. Immerhin sehen Sie sich gezwungen, zu probieren, ob noch was für Ihre Sache zu retten ist (im Vertrauen gesagt: nein).
Wir sprachen ja auch von RCTV.
Ach Gott, wie niedlich.
Weiß der Teufel, was Sie unter “seriös” und “neutral” verstehen, wahrscheinlich sind Ihnen die folgenden Quellen ohnehin nicht CIA - konform genug:
Tagblatt
Es wurde vor allem von RCTV die bewußte Falschmeldung verbreitet, Chavez wäre zurückgetreten, was eine staatsstreichunterstützende Lüge war. Dies veranlaßte nämlich verfassungstreue Truppenteile, zunächst passiv zu bleiben. Der Staatsstreich kippte, als ein Soldat den gefangengesetzten Chavez per Zettel fragte, ob die von RCTV verbreitete Meldung, er sei zurückgetreten, stimmen würde, und Chavez dem Soldaten verstohlen zu verstehen gab, daß das eine Lüge sei. Von da an brach der Staatstreich zügig zusammen.
Das war SWR
Das war die FR.
Ihnen, “Beobachter”, ist das alles sicherlich nicht CIA-konform und linientreu genug. Dann beißen Sie doch einfach in die Tischkante!
Ich habe Ihresgleichen mein Lebtag noch nicht bei ehrlicher, gesellschaftlich nützlicher Arbeit gesehen, und ich bin älter, als die meisten hier glauben.
Machen Sie nur weiter, ich benutze Leute Ihres Schlages sehr gerne, um anderen Lesern etwas zu verdeutlichen und zu erklären.
Kommentar von Wahrnehmungsmanagement in der Praxis - das Beispiel Venezuela - Pax Aeterna am 29. Mai um 10:35 Uhr
[...] · tar, den 29.05.07 in Medien, Geschichte, Soziales, Politik, Probleme, Lügen, Amerika Quelle: politblog.net [...]
Kommentar von Jens am 29. Mai um 11:09 Uhr
Guter Artikel. Danke!
Kommentar von DaRockwilda am 29. Mai um 11:49 Uhr
Sorry falls der Link schon irgendwo kam:
http://www.guardian.co.uk/lett.....62,00.html
Kommentar von nemetico am 29. Mai um 12:21 Uhr
Empfehlung:
Die Bevölkerung als Programmgestalter
Venezuela: Neuer TV-Kanal im Dienste der Öffentlichkeit / Lizenz für rechten Sender ausgelaufen
Quelle
Zitate:
Kommentar von Malone am 29. Mai um 13:22 Uhr
Leute Ihr seid klasse! Mich haben die “Berichte” stutzig gemacht, was mich veranlasste, nachzuforschen, so dass ich hier gelandet bin. Ich gehe hier auch nicht mehr weg *g* Speziell für Euer Alter kann ich Euch nur massiv Respekt zollen, bedauern, dass es nicht mehr Leute Euren Kalibers gibt, und hoffen, dass Ihr nichts dagegen habt, wenn ich Euch verlinke. Viele Grüße, Marc
Kommentar von Bella am 29. Mai um 13:59 Uhr
….es spricht für Chavez, dass er die Sendelizenz eines staatsfeindlichen Putchistensenders ganz demokratisch einfach nicht verlängert. Chavez war immer äußerst tolerant mit seiner militanten und terroristischen Opposition, niemand kam - wie die gescheiterte RAF - in Isolationshaft.
Ich hätte es verstanden und für richtig gehalten, wenn Chavez gleich nach dem Putchversuch die staatsfeindlichen Terroristen in den Knast gesteckt hätte……er hat es nicht getan, weil er es gar nicht nötig hat, denn die Mehrheit des venezuelanischen Volkes steht hinter ihn.
Wie gingen denn die US-freundlichen Rechtsregierungen in Lateinamerika bisher mit der Opposition um? Folter war da normal, wie auch die mittlerweile neoliberal gewendeten Ex-Tupamaros in der Mitte-Links-Regierung in Uruguay sicher bestätigen können.
Chavez ist der erste Präsident Venezuelas der die Reichtümer seines Landes den Armen zugute kommen läßt. Die Öldollars fließen ganz keynesianisch - das ist nun ganz und gar nicht sozialistisch sondern eine sozialdemokratische Politik - in Programme für Bildung, Erziehung, Wohnung, Gesundheitswesen und subventionierte Lebensmittel für die Armen. Für diese Politik der sozialen Gerechtigkeit hassen ihn die Parteigänger des Washington-Consensus….einer Poltik die Argentinien 2001 in den ökonomischen Zusammenbruch führte.
Hierzulande hetzt man jetzt gegen die Medienpolitik von Chavez, weil man verhindern will, dass sich ganz Lateinamerika vom Dikatat von IWF und Weltbank gänzlich lossagt……aber diese beiden Institutionen - die verantwortlich sind für tausende Hungertode in Lateinamerika, werden dort gar nicht mehr benötigt. Dank Chavez bekommt die Weltbank ihre mit erpresserischen Kontitionen ausgestatteten Kredite im Süden nicht mehr los.
Was sich heutzutage in Lateinamerika abspielt, wird zwar gerne mit revolutionärer Retorik verkauft, ist aber im Grunde orginäre sozialdemokratische Politik.
Aber heutzutage sind wir schon so weit, das sozialdemokratische Ideen revolutionär sind für die neuen Feudalherren dieser Welt.
Kommentar von Trendsetter am 29. Mai um 14:29 Uhr
Frage: Wo hat der Sender zum Mord aufgerufen? Der Vergleich ist unzulässig. Dass der Sender dem Putschversucht sympathisierend gegenüberstand, ist etwas völlig anderes.
Auch ist es völlig unlogisch, den Sender erst nach vielen Jahren zu schließen, wenn der Vorfall wirklich so gravierend war.
Das sieht doch alles sehr nach einem Racheakt aus.
Kommentar von nemetico am 29. Mai um 14:47 Uhr
Wie RCTV den Coup medial vorbereitete (video der Kooperative Calle y media)
Dank an den Kommentator in telepolis “dirtyfinger”
Vorspulen zu 51:34
Es wird nebenher gezeigt, was im TV ausgestrahlt wurde und was sich (mutmaßlich) tatsächlich zutrug.
Die Anti-Chavez-Version:
Pro-Chavez Demonstranten eröffnen das Feuer auf Anti-Chavez
Demonstranten, worauf die Polizei eingreift und mit Wasserwerfern und Gewehren den Mob zurückdrängt.
Die Pro-Chavez-Version:
Die Polizei und Scharfschützen eröffnen das Feuer auf die
pro-Chavez Demonstranten, die Überlebenden fliehen und bekommen Feuerschutz von anderen Demonstranten.
Kommentar von pony_huetchen am 29. Mai um 15:38 Uhr
Hallo,
nix Vorspulen - hier ist die richtige Timecode-Einstellung:
==Anklicken==, dann seid Ihr gleich an der richtigen Stelle
Kommentar von nemetico am 29. Mai um 15:41 Uhr
danke!
Kommentar von nemetico am 29. Mai um 15:45 Uhr
in telepolis zum gleichen Thema und einem guten Artikel von Harald Neuber ein wahres Massenaufgebot von Imperialtrollen und aber ebenso zahlreichen Aufkommen von teilweise sehr gut informierten Kommentatoren.
Link
Kommentar von Mein-Parteibuch.com » Massenmedien belügen deutsches Volk zu Venezuela am 29. Mai um 16:14 Uhr
[...] Und natürlich gibt es einige Blogger, die ihre Leser deutlich besser als die Massenmedien informieren, z.B. Woschad mit “Meinungsfreiheit in Deutschland“, das Redblog mit “5,48 % des EP verurteilte Venezuela” und natürlich das Politblog mit dem Beitrag “Wahrnehmungsmanagement in der Praxis - das Beispiel Venezuela“. [...]
Kommentar von Bella am 29. Mai um 17:07 Uhr
Start des ersten öffentlich rechtlichen TV-Senders in Venezuela, der anstelle des privaten Kommerzsenders jetzt die Bevölkerung regierungsunabhängig mit Informationen versorgt:
http://www.venezuela-aktuell.d.....p;Itemid=8
Ein Stück Mediendemokratie in Venezuala
Kommentar von DirtyFinger am 29. Mai um 18:19 Uhr
wow, ich wurde von nemetico zitiert.
Äußerst ausführlich recherchierter Artikel und viele Quellen, danke.
Das macht es einfacher den 0815-Trollen entgegenzutreten.
Aber mal ehrlich, spon ist mir eigentlich nie negativ aufgefallen - erst bei deren venezuela-berichterstattung wurde ich misstrauisch.
hätte ich nicht zufällig vorher The Revolution Will Not Be Televised gesehen, wäre mir das auch nie aufgefallen.
Kommentar von PowerToThePeople am 30. Mai um 03:51 Uhr
Meinen Respekt für diesen hervorragenden Artikel. Schön sauber und logisch argumentiert.
Eine kleine Ergänzung habe ich aber noch. Von den Privatsendern konnte man ja nichts anderes erwarten, aber hat jemand die Taggeschau der ARD vom 28.05.2007 in Erinnerung? Da wurde auch die dreiste Lüge von der “Schliessung (angeordnet duch Chávez) des LETZTEN regierungskritischen Senders”
nachgeplappert, RCTV müsste jetzt seinen Betrieb komplett EINSTELLEN und würde durch einen “staatlichen Sender” ersetzt und es wurde verharmlosend von “Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei” gefaselt und nicht etwa von gewaltsamen Übergriffen und Randaliererei militanter Oppositioneller (wie es bei linken Demonstranten die verordnete Sprachregelung gewesen wäre).
http://www.tagesschau.de/sendu.....V_,00.html
Gerade die Taggeschau transportiert häufig tendenziöse Berichterstattung bis hin zur glatten Propaganda, gespickt mit Halbwahrheiten und ganzen Lügen, und lebt nur noch von ihrem früheren Image der Seriosität. Sehr deutlich wird dieses, wenn man mal die Tagessschau von vor zehn oder zwanzig Jahren sich anguckt. Nicht das man da nichts kritikwürdiges finden könnte, aber im Vergleich dazu ist sie nur noch eine Schatten ihrer selbst. Ob Werbung für die private Renteversicherung, eine völlig selektive Auswahl und Exponierung neoliberaler “Experten” (Rürup, Rafflhüschen, Straubhaar, Sinn), subtile Hetzte gegen ausserparlamentarische Oppositionelle oder auch die total einseitige Berichterstattung, was den Israel-Palästina Konflikt und die Besatzung der palästinensischen Gebiete betrifft. Das sind nur ein paar Beispiele. Also Obacht vor allen Dingen was die ÖR Nachrichtensendungen so machen. Die haben nämlich noch eine gewisse Reputation in der Bevölkerung, die meiner Meinung nach mittlerweile völlig unangemessen ist.
Bei mir heisst das heute-journal nur noch Lügen-Journal und, um mal ein anderes Beispiel zu nennen, die dpa steht für mich nur noch als Abkürzung für Deutsche Propaganda Agentur.
Mit solidarischen Grüßen
PttP
Kommentar von eisscholle.twoday.net am 30. Mai um 10:20 Uhr
Meinungsfreiheit in Venezuela…
Große Aufregung hier darüber, daß die venezuelanische Regierung die auslaufende Sendelizenz eines Senders nicht verlängert. Das Politblog hat einen lesenswerten Beitrag zu diesem Thema.
Stellen Sie sich mal vor, liebe Leser, ein …
Kommentar von nomis am 30. Mai um 11:32 Uhr
Hammer recherchiert! Respekt vor der vielen Arbeit und der Aufbröselung der Zusammenhänge.
Mal ne gegensätzliche Meinung zum Tenor des Artikels:
http://kuechenkabinett.org/arc.....e_sti.html
Kommentar von Bella am 1. Juni um 12:05 Uhr
eine differenzierte Darstellung der Medienpolitik in Lateinamerika findet sich hier:
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/25/25411/1.html
Kommentar von rigardi.org - anders, kritisch, unabhängig. am 3. Juni um 13:12 Uhr
Hinweis zu Venezuela…
Dieser Tage fällt die Berichterstattung über Venezuele bzw. Präsident Hugo Chavez relativ negativ auf. Vereinzelt melden sich Gegenstimmen, werden aber schnell als Jubelbären und Anhänger von totalem Staatssozialismus abgetan. Zugegeben: Auch ich …
Kommentar von winfried aus chemnitz am 3. Juni um 19:47 Uhr
http://tinyurl.com/2nuojw
Ich hätte es auch gerne so genau geschrieben - Gratulation - besonders die Demokratisierung und Dezentralisierung der Rundfunksender fand ich ein gelungenes Argument.
Gefährlich wenn das auch noch Nachahmer findet.
Kennt einer den Film über den Putsch?
Der lief in den Dritten Programmen einst recht oft!
Dort sah man die Innenansicht des Geschehens weil das Reportage Team quasi eingeschlossen war mit der Regierung und man sah einiges über die Medien und ihre Lügenbilder als aktive Putsch beteiligte.
Kommentar von Horst am 4. Juni um 00:06 Uhr
Da die deutschen Medien eigentlich nur auf verkürzende Agenturmeldungen zurückgreifen, ist die Innenansicht von Augenzeugen umso interessanter.
Stefan vom eher linken Küchenkabinett berichtet aus Caracas und seine Schilderungen hören sich dann doch anders an als, dass was wir uns hier so gerne vorstellen:
http://kuechenkabinett.org/arc.....e_sti.html
http://kuechenkabinett.org/arc.....ocial.html
Kommentar von Trierer Medienblog » Über die Macht der Medien am 4. Juni um 22:26 Uhr
[...] korrigieren: http://pfalzhaus.twoday.net, http://linkszeitung.de, http://www.jungewelt.de, http://politblog.net; und wurde mir erstmals über das Ausmaß dieses Medienmissbrauchs bewusst, was schließlich auch [...]
Kommentar von Michael am 13. Juni um 11:34 Uhr
Danke für diese ausführliche Bestätigung meiner Annahme.
Ich hatte schon bei der ersten Meldung in der Tagesschau den Eindruck, daß die Sache stinkt (gezielte Meinungsbildung eben).
Es war dann schon fast belustigend festzustellen, wie versucht wurde, diese “Meldung” geradezu verzweifelt über etwa 2 Tage ins Extreme zu
ziehen, nur um sie danach klammheimlich im Mediennirvana zu begraben als die Wahrheit ihren Weg nach Europa gefunden hatte.
Kommentar von nur nebenbei am 18. Juni um 16:30 Uhr
Ich habe mir lange überlegt ob es sich lohnt in einer Seite die eine so einseitige Meinung vertritt ein Kommentar hinzuzufügen…
Ich habe 20 Jahre in Venezuela gelebt und habe die Art und weise wie Politik betrieben wurde derma?en verachtet, dass ich selber zum Chavez wähler wurde.
Allerdings muss ich sagen, dass Eure Meinungen und verlinkungen, genauso wenig der Realität entsprechen wie die von BBC, Globovisión, el Nacional und co. ausgestrahlten Sendungen, bzw. Artikel.
An dem Tag des Putches, und wir werden nie erfahren was da wirklich los war (habe mich -als Hobby Journalist- auf beiden Demos rumgetriben und muss schon ehrlich sagen, dass die Oppositionsdemo - leider- die bedeutend größere war). Was ich aber bestätigen kann, ist, dass die Tatsache, dass auf RCTV Pretty Woman lief nicht als rechfertigung für einseitige Presseberichterstattung angesehen werden kann, denn 1. waren die Journalisten der verschiedenen TV sender im Radio aktiv, da sie sich fürchteten, genau wie 90% der Bevölkerung auch, auf die Strasse zu gehen.2. Wir erfuhren alle dass Chavez wieder da ist nicht durch die öffentlichen radiosender sondern über “Unión Radio” (mehrere Oppositionssender) und die gaben sich mal ausnahmsweise Neutral, nachdem vor allem Leute wie Granier die Medien aufgerufen hatten den Konsenzpakt mit Chavez einzugehen…
Ihr könntet jetzt argumentieren, dass die Oppositionssender Feige waren oder dass nichts die Tatsache rechtfertigt in VTV einzubrechen und alles zu begschlagnahmen, dazu möchte ich nur an Chavez´Putch damals gegen Carlos Andres Perez erinnern der viel gewaltsamer und Blutiger ausgelaufen ist in dem er auch als erstes die Studios von VTV stürmte um seine Staatsübernahme zu verkünden….
Es ist vielleicht nicht einfach zu vrstehen wieso und weshalb es nicht als Strafbar gilt den VTV im Falle eines Putches zu stürmen, aber es hat sich als eine Art Tradition eingebürgert, als Sybmolik dafür, dass jetzt neue an der Macht sind. Wenn ich euch mal etwas damit befasst, werdet auch ihr sehen, dasss nichteinmal Chavez diese Aktion als Argument für die Schliessung sieht, wenigsten nicht bis vor 3-4 Monaten….
Ich mochte Chavez wirklich, aber es hat sich für mich herausgestellt, dass auch er uns nur mit den gängigen Lateinamerikanischen Lügen füllt, enttäuscht und ziellos musste auch ich schliesslich meine Koffer packen und nach Deutschland zurückkehren, denn bei all der “Chavistischen Pressefreiheit” die es geben mag, was ich jeden Tag miterlebe ist nur die Tatsache, dass man als weisser nicht mehr in den Westen der Stadt kann, dass mitlereile jeder mindestens ein Mordfall kennt, über die Hälfte davon von der von Chavez neu errichteten Policia Metropolitana, dass heutzutage leute unter jeder Brücke hausen, was früher nur allzu selten vorkam, und dass die Strassen unbefahrbar geworden sind (dazu fällt mir ein: die verkaufquoten der Luxuswagen anbieter stiegen in den letzten 4 Jahren auf Rekorhöhe, auf 90% dieser Wagen kleben “Viva Chavez” aufkleber…Ich finde dass das nicht unter gerechter Einkommensverteilung spricht)
und ich könnte noch stundenlang weitermachen aber ich denke -LEIDER- dass ihr euch sowieso nur an den Argumenten anhängen werdet, die ihr Problemlos mit dem einen oder anderen Film oder ZeitungsZitat Kontern könnt ohne euch mal ersthaft darüber Gedanken zu machen, dass gerade diese Art (Chavez´ Art) der Linken Politikführung die wahren Linken Ideale in der Gesellschaft verblassen lassen…
Kommentar von Mein-Parteibuch.com » Offener Brief an die Redaktion vom ZDF heute-journal am 7. August um 13:08 Uhr
[...] an der TU Ilmenau und hat sich im ZDF heute-journal mal die Anmoderationen von Marietta Slomka zum Themenkomplex Venezuela, Hugo Chávez und RCTV angeschaut. Mein Parteibuch hatte die Operative Information der [...]
Kommentar von mehlstaub am 19. November um 22:35 Uhr
Ich muss feststellen, dass du eine genau so verfärbte Wahrnehmung hast, wie die von dir so genannte “Systempresse”. Nur eben andersrum.
Wo ich dir recht geben muss: Der Sender wurde nicht geschlossen und das wurde in den meisten deutschen Medien in der Tat falsch dargestellt. Allerdings stellt sich die Frage, ob die Nichtverlängerung der terrestrischen Sendefrequenz in Venezuela nicht faktisch einer Schließung des Senders nahe kommt.
Wegen der doch recht eintönig-kritischen Berichterstattung hierzulande habe ich mich auch mal mit dem Thema “Hugo Chávez” beschäftigt. Und ich bin zu der Erkenntnis gekommen, dass man viele positive Fakten, insbesondere was seine Sozialpolitik betrifft, hierzulande nicht erfährt. Das liegt aber vielleicht auch daran, dass es eben keine Schlagzeile ist, wenn in Venezuela ein neues modernes Krankenhaus eröffnet wird.
Ach ja und da wäre noch der Putsch: Es ist nicht ganz klar, wer nun wirklich zuerst geschossen hat. Die Verdrehung der Tatsachen in den Medien erfolgte aber erst nach der Schießerei. Schlimm genug. Aber ich wäre vosichtig die privaten Medien als Mörder hinzustellen.
Zum letzten Absatz bleibt noch die Frage, ob der Vergleich zwischen RCTV und NSDAP wirklich angebracht ist. Ich finde nein!
Kommentar von mein-parteibuch.com » Roy TV - Verboten in BRD am 2. Juli um 20:43 Uhr
[...] der CIA abzusetzen. Mit Märchen à la Tagesschau oder Milliardärspresse kann man nun in Punkto Glaubwürdigkeit nun wahrlich keinen Blumentopf mehr gewinnen. [Trackback URI] [...]
Kommentar von Roy TV wurde in Deutschland verboten » Beitrag » SaarBreaker am 2. Juli um 23:17 Uhr
[...] Demokratie der CIA abzusetzen. Mit Märchen à la Tagesschau oder Milliardärspresse kann man nun in Punkto Glaubwürdigkeit nun wahrlich keinen Blumentopf mehr gewinnen. (Quelle: Mein [...]