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Bienvenue, Monsieur le Président!

Wenn Sarkozy-Karcher heute Nachmittag in Berlin auf die Worthülsenfrucht aus der Uckermark trifft, ist wenig Gutes zu erwarten. Warum führt ihn der erste offizielle Amtsbesuch unmittelbar nach seiner Inthronisation als Staatspräsident zur Scharfmacherin des transatlantischen Bündnisses?

Ist es Merkels intime Nähe zu Schorschdabbelju, dem Herrn über das Wohl und Wehe der amerikanischen Rüstungsindustrie, die Sarkozy treibt? Möchte Frankreich stärker als bisher teilhaben am lukrativen Geschäft des mörderischen Aufteilens der Welt?

Da ließen sich durchaus im Vorfeld des G8-Treffens einige gemeinsame Claims abstecken, vom geplanten deutsch-französischen Schulterschluss in Sachen „Durchboxen“ der bei den Bürgern verhassten EU-Verfassung ganz abgesehen.

Schaut man sich einmal genauer an, wie und von wem Sarkozys „Wahlsieg“ forciert wurde, wird klar, in wessen Auftrag er unterwegs ist.

“Die drei größten Pressegruppen befinden sich in der Hand großer Industrieunternehmen, nämlich Lagardère, Bouygues und Dassault, die zum Teil mit dem Staat verbunden sind und daher auf ihr Verhältnis zur politischen Macht achten müssen. Fast alle großen Konzernchefs, die die Medienwelt kontrollieren sind mit Nicolas Sarkozy befreundet. (…)

Ein nahezu familiäres Verhältnis verbindet Sarkozy unter anderem mit Martin Bouygues, der seit zwei Jahrzehnten den privatisierten größten französischen Fernsehsender TF1 kontrolliert Bouygues ist Taufpate des Sohns von Sarkozy und Trauzeuge:
Bouygues, der den gleichnamigen Baukonzern besitzt mit über 110.000 Mitarbeitern und 24 Milliarden Euro Umsatz (2005) - auch in erheblichem Umfang durch Staatsaufträge - kontrolliert den größten Fernsehsender TF1.“

(Jean-Francois Kahn in einem Interview mit der Zeitung L’Humanité)

Heißester Interessent am Kuchen des militärisch-industriellen Komplexes dürfte jedoch Sarkozys engster Freund, der Medienmogul und Rüstungsindustrielle Serge Dassault sein, dessen Konzern “Groupement Industriel Marcel Dassault” (GIMD) nicht nur ein Print-Medien Monopol in Frankreich innehat, sondern auch die Militärflugzeuge “Mirage” und “Rafale” baut und Kampfflugzeuge aller möglichen Länder mit elektronischem Gerät ausstattet.
Quelle

Für Dassault hat Sarkozy als Anwalt einen Erbstreit geregelt – sicher ging es nicht um Peanuts und eine Hand wäscht bekanntlich die andere. Anwaltlich tätig wurde Sarkozy auch für seinen Freund Arnaud Lagardère, “Nicolas ist mein Bruder“, Chef über das Legardère-Imperium mit Anteilen an der Rüstungs- Raumfahrt- und Flugzeugbranche (u.a.EADS).
„Lagardère ist ebenfalls im Rüstungsgeschäft als Großaktionär von EADS und im Besitz einer erheblichen Medienmacht: hierzu gehört unter anderem die Boulevard Zeitschrift “Paris Match”, die Frauenzeitschrift “Elle”, “Le Parisien” und diverse andere Print-Titel. Mit der Übernahme der “Time Warner Book Group” stieg die Lagardère Medienholding zur weltweit drittgrößten Verlagsgruppe auf.
Mehr als 70% der französischen Printmedien werden damit von Rüstungsindustriellen kontrolliert.
Lagardère hatte bei Gelegenheit das Prinzip der journalistischen Unabhängigkeit als “Humbug” bezeichnet und unter anderem den Chefredakteur von “Paris Match” entlassen, als man dort ein für Sarkozy unliebsames Titelblatt gedruckt hatte.
Der Chefredakteur des zum Lagardere-Medienimperium zugehörigen Senders “Europe1″ soll sich mit Sarkozy beraten haben über die Besetzung der Leitung des Politik-Ressorts.“

web-hh kommentierte den Wahlsieg Sarkozys zurecht:
“In Anbetracht der Tatsache, dass Segolène Royal dem dichten Netzwerk an Medienkontakten und Einfluss, über das Sakozy verfügt, nichts auch nur annähernd Vergleichbares entgegenzusetzen hatte, kann es als erstaunlich gelten, dass ihr Wahlergebnis mit 47% nicht weiter hinter dem des frischgewählten Präsidenten zurückblieb.”

In feiner Gesellschaft der Schattenmänner hinter Sarkozy also findet das Berliner Treffen statt. Worthülsen in den deutschen Massenmedien werden es begleiten und reportieren.

„Neuer Schwung für den EU-Motor„ titelt heute die Tagesschau und schreibt:

„Das Duo Deutschland-Frankreich gilt als Motor der europäischen Integration. Welche Folgen wird der Wechsel an der französischen Staatsspitze hier haben? Wichtiger Punkt ist in nächster Zeit die EU-Verfassung. Aber auch bei den EU-Agrarsubventionen und dem Türkei-Beitritt sowie in der Industriepolitik und dem Verhältnis zu den USA berühren sich die Interessen der beiden Länder.“

Wie diese Berührung aussieht, dürfte vor dem Hintergrund französischer Interessen, Teil des imperialen Aufteilens der Welt zu werden, klar sein. Merkel kommt dabei die Rolle eines Katalysators der Lüste des militärisch-industriellen Komplexes zu.

Bushs Intimfreundin zur Verbündeten zu haben – was käme der französischen Clique um Lagardère, Bouygues und Dassault gelegener?
Dieser Eintrag wurde am Mittwoch, den 16. Mai 2007 von pony_huetchen geschrieben und in die Kategorie Internationale Politik eingeordnet. Du kannst alle Kommentare zu diesem Artikel mit dem RSS 2.0 Feed beobachten. Du kannst eine Antwort hinterlassen, oder durch einen Trackback auf diesen Artikel verlinken.
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Kommentar von Sitting-Bull am 16. Mai um 14:33 Uhr

OT: Habe einige Tage Exil hinter mir und durfte in dieser Zeit nur Leyendeckers SZ lesen. Was stand da drin? CIA-Agent Hekmatjar hat vermeldet, Bin Laden lebe noch, habe sich aber auch Eigeninteresse etwas aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.

Hier eine Meldung dazu:
http://de.news.yahoo.com/14052.....-lebt.html

Wo sind hier die Schaf-Smilies?

Kommentar von Sitting-Bull am 16. Mai um 16:40 Uhr

Zum Thema: Es kann eigentlich nur um ein Thema gehen: Wie schwächen wir den Euro so sehr, dass die Dollar-Schwäche nicht mehr so auffällt bzw. kurzfristig gestoppt werden kann?

Siehe dazu auch die Goldverkäufe der Französischen Nationalbank in den letzten Wochen.

Und diesen Text:
http://www.hartgeld.com/filesa.....fehlen.pdf

Leute, dieses System ist in den letzten Zügen. Wenn etwas so offensichtlich ist, müssen sie sehr verzweifelt sein.

Kommentar von pony_huetchen am 16. Mai um 17:25 Uhr

@sit :-)

Vgl: Rocks Artikel
http://politblog.net/wirtschaf.....dollar.htm

und Schuldenportrait USA
(hatte Thomas kürzlich verlinkt)

http://www.sgipt.org/politpsy/.....a/usa0.htm
(was sind das eigentlich für Urheber - kennt jemand die Psychologen mit den ökonomischen Ambitionen?) - Sit, kannst Du mal erläutern, was von deren Seite(n) zu halten ist?

Und zum “Auflösen” (was für ein Wort - hört sich an wie “verdunsten lassen”) der Währungs- und Goldreserven der Bundesbank

http://www.tagesspiegel.de/pol.....14589.html
http://www.tagesspiegel.de/mei.....15797.html
(beide Art. von 2002)

wobei ich wieder meine alte Frage unbeantwortet sehe:

Wo ist eigentlich “Das deutsche Gold” - oder das, was davon übrig blieb?
http://www.gerhard-wisnewski.d.....8664#18664

Kommentar von unionsbuerger am 16. Mai um 17:27 Uhr

Erste Entscheidung des Präsidenten SARKOZY ist dass am Anfang jedes Schuljahres der Abschiedsbriefs des jungen kommunistischen Widerstandskämpfers Guy Moquet (mit 17 von Deutschen Truppen wegen Verteilung von Propagandamaterial hingerichtet) in den Gymnasien gelesen wird.

Infos über Guy MOQUET
http://www.musee-resistance.co.....fs/bio.asp

Kommentar von Nemo am 16. Mai um 17:57 Uhr

Ich finde die Wahl Sarkozys vor allem außenpolitisch interessant und möchte auf zwei Parallelen zur Abwahl Schröders hinweisen.

Erstens die in obigem Beitrag angesprochene Bedeutung der Medien bei der Beeinflussung der Wähler, durch die in beiden Fällen der jeweils US-freundlichere Kandidat unterstützt wurde. Schröder sprach (für einen Systempolitiker erstaunlich ehrlich und gerade aus seinem Mund vielleicht auch ein bisschen albern) bei seinen berüchtigten Auftritten von Medienmacht und Medienmanipulation, hat aber auch schon vor der Wahl entsprechende Verdächtigungen geäußert.

Wir verdanken ihm damit aber die Möglichkeit, als Beleg für die Behauptung wir werden von den Medien manipuliert, einen Bundeskanzler zitieren zu können.

Zweitens wird deutlich, dass die Achse Paris-Berlin-Moskau nun endgültig zerbrochen ist, nachdem bereits Deutschland nach der Bundestagswahl ausscherte. Ein diplomatisches Fiasko für die USA wie vor dem Irakkrieg, als sich ein starker, halbwegs laubwürdiger und auch für andere attraktiver russisch-europäischer Gegenpol gegen die US-Politik formierte, dürfte somit beim nächsten Kreuzzug bzw. dessen propagandistischen Vorbereitungen ausbleiben.

Es steht aber noch viel mehr dahinter, nämlich die systematische Torpedierung der strategischen Partnerschaft zwischen der EU und Russland, die momentan durch eine ganze Reihe von Ereignissen und unter Mitwirkung der neuen EU-Mitglieder vonstatten geht (Raketenabwehrschild, Polen, Tschechien, Estland…) Diese strategische Partnerschaft würde für Europa den langfristig gesicherten Bezug günstiger Energie bedeuten und für Russland den Zugang zu europäischer Hochtechnologie. Eine Symbiose, die in Washington übel auf den Magen schlägt. Denn wie es schon der moralisch über jeden Zweifel erhabene Nobelpreisträger Kissinger in Bezug auf Europa sagte: to keep the Germans down, the Russians out, the Americans in.

Das einzige Gute an der aktuellen Entwicklung ist: sie zeigt uns, dass das alte Europa in den USA ernst genug genommen wird, um - über die Medien - Einfluss auf die Regierungsbildung zu nehmen.

Aber Vorsicht, das ist natürlich alles nur Nemos frevelhafte Verschwörungstheorie….

Kommentar von nemetico am 16. Mai um 18:07 Uhr

Das ist keine Verschwörungstheorie, sondern eine Beschreibung der realen politischen Konstellationen.
Die Politik des Militärindustriellen Komplexes des USA (dessen Instrument u.a. das fast vollständig militarisierte Israel mit seiner Rüstungsindustrie und Militärmacht ist) hat Kissinger ja in obigem Zitat deutlich zum Ausdruck gebracht: to keep the Germans down, the Russians out, the Americans in.
Die Frage, die offen ist:
Wie kommt es, daß unsere “politische und wirtschaftliche Elite” (würg, kotz, erbrech) sich so willig in diesen Vasallenstatus fügt. Pure Dummheit kann es nicht sein. Da müssen massive materielle Interessen dahinterstecken.
Es handelt sich ganz gewiß nicht um die Interessen der arbeitenden Bevölkerung(abhängig Beschäftigte, Arbeitslose, kleine Selbständige), so weit klar.
Aber auch die Interessen des sogenannten “Mittelstandes” (sagen wir besser “mittelständische” Industrie und Gewerbe) werden durch diese massive vasallenpolitzik untergepflügt (ich erinnere an den Fall Möllemann).
Das ist mir noch nicht so ganz klar, wie das funktioniert.
Selbst im Rahmen des Kapitalismus wäre eine eurasische Strategie doch viel sinnvoller als dieses Katzbuckeln vor dem Imperium.

Kommentar von pony_huetchen am 16. Mai um 18:31 Uhr

@ Nemo

Immer gern gesehen - Nemos frevelhafte Verschwörungstheorien und kluge Analysen. :-)

Und zur Verschärfung des Konfliktes EU - Russland ein interessanter aktueller Artikel in RIA novosti

Russland-EU-Gipfel wegen Beziehungskrise zum Scheitern verurteilt - „Wedomosti“

13:06 | 15/ 05/ 2007

MOSKAU, 15. Mai (RIA Novosti). Der bevorstehende Russland-EU-Gipfel wird entweder ergebnislos oder skandalös ergebnislos sein, schreibt die Tageszeitung „Wedomosti“ am Dienstag. Verhandlungen über ein neues Partnerschafts- und Kooperationsabkommen wird es keine geben.

Experten prognostizieren eine jahrelange Stagnation in den Beziehungen zwischen beiden Seiten.

Um Verhandlungen über das Grundlagenabkommen beim Gipfel aufnehmen zu könnten, hätte die EU eine einheitliche Position zu Russland vereinbaren müssen, was jedoch vom Handelskonflikt zwischen Russland und Polen durchkreuzt wurde. Nun stellte es sich aber heraus, dass Polen in diesem Konflikt von Litauen und Estland unterstützt wird. Das einzige, worin sich die EU-Außenminister bei ihrem Treffen am Montag einig waren: Der Gipfel muss stattfinden.

Wie ein Kreml-Sprecher mitteilte, sollen beim Gipfeltreffen unter anderem die Wiederaufnahme des polnischen Agrarexports nach Russland, die Kosovo-Regelung, die geplante Stationierung von Basen des US-Raketenabwehrsystems in Polen und Tschechien sowie die Demontage sowjetischer Denkmäler in Europa diskutiert werden.

Nach seinen Worten wird die Abschlusserklärung zum Treffen unabhängig davon unterzeichnet, ob die Verhandlungen erfolgreich oder nicht verlaufen werden.

Nach Ansicht von Boris Schmeljow vom Wirtschaftsinstitut der Russischen Wissenschaftsakademie wird die Stagnation in den Beziehungen zwischen Russland und der EU Jahre dauern. Die Seiten sind mit dem jetzigen Format der Wirtschaftsbeziehungen insgesamt zufrieden: Russland ist der größte Energielieferant nach Europa, während die EU der wichtigste russische Exportmarkt ist. Eine weitere Annäherung würde von Russland Änderungen im politischen System und Wirtschaftsreformen erfordern, zu denen es jedoch nicht bereit ist.

Russland vertritt die Meinung, dass Europa ein neues Grundlagenabkommen nötiger hat, insofern hat es nicht vor, Zugeständnisse für eine Beschleunigung dieses Prozesses zu machen, so Schmeljow.

Noch scheint Russland einen klaren Deeskalationskurs zu bevorzugen, die Frage ist, wie sich Putin bei einer weiteren Zuspitzung des Konflikts um die US-NATO geplanten Militärstützpunkte verhält. Die Verlautbarungen aus Moskau nach Rice’s Reisediplomatie lassen vorerst nur eines erkennen: Vorrangiges Ziel Russlands scheint im Moment die Aufnahme in die OECD zu sein.

Kommentar von Cato am 16. Mai um 18:43 Uhr

Neben den von Pony Genannten zählte ja auch der Milliardär Vincent Bolloré (der Eigentümer der Jacht, auf der Sarkozy nach seiner Wahl ausspannte) zu den Förderen und engen Freunden Sarkozys:

Vincent Bolloré, unter anderem Herausgeber von verschiedenen Gratis-Zeitungen, die in einer täglichen Auflage von 635.000 Exemplaren im Wahlkampf das Loblied auf den Kandidaten Sarkozy gesungen hatten.

http://www.tagesschau.de/aktue.....98,00.html

http://fr.wikipedia.org/wiki/Vincent_Bollor%C3%A9

http://www.welt.de/print-welt/.....erung.html

http://www.20minutes.fr/articl.....ollore.php

@ Nemo:

Denn wie es schon der moralisch über jeden Zweifel erhabene Nobelpreisträger Kissinger in Bezug auf Europa sagte: to keep the Germans down, the Russians out, the Americans in.

Dieser Ausspruch stammt nicht von Henry Kissinger, sondern von dem ersten NATO-Generalsekretär Lord Ismay, der nach dem Zweck der NATO befragt, äußerte: To keep the Russians out, the Germans down, and the Americans in.

Insofern befand er sich ganz im Einvernehmen mit Winston Churchill, der nach dem Zweiten Weltkrieg geäußert habe, so wolle er die Deutschen haben: Fett, aber impotent.

Allerdings hatte der ja ebenfalls nach dem Zweiten Weltkrieg mit Blick auf Stalins Sowjetunion gesagt, man habe das falsche Schwein geschlachtet.

http://globetrotter.berkeley.e.....-con2.html

http://www.hoover.org/publicat.....75336.html

Kommentar von pony_huetchen am 16. Mai um 18:46 Uhr

Denn wie es schon der moralisch über jeden Zweifel erhabene Nobelpreisträger Kissinger…….

Da fällt mir doch gleich folgende Dokumentation ein:

Kriegsverbrecher Kissinger

Kein Bericht von der Preisverleihung in Oslo - schade aber auch ;-)

Kommentar von Sitting-Bull am 16. Mai um 19:08 Uhr

http://www.sgipt.org/politpsy/.....a/usa0.htm
(was sind das eigentlich für Urheber - kennt jemand die Psychologen mit den ökonomischen Ambitionen?) - Sit, kannst Du mal erläutern, was von deren Seite(n) zu halten ist?

Der Erwähnung von Paul C. Martin lässt auf Debitisten schließen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Debitismus
Die grundsätzliche Analyse der Debitisten ist richtig, allerdings engt sie die Geldkritik zu sehr ein- aber das tun vermutlich alle Strömungen, die sich heute ernsthaft kritisch mit diesem Thema auseinander setzen. So können diese teilweise gegeneinander ausgespielt werden. (Man braucht nur ein paar Sekunden in das Systemfehler-Forum reinschauen, um zu sehen, was ich meine!) Eine gute kurze Übersicht gibt es hier:

http://www.goldseiten.de/conte.....oryid=4326

Mein Kommentar damals dazu:

Die Vertreter der Theorien widersprechen sich teilweise gegenseitig, das
liegt m.E. nach daran, dass man es wirklich von
verschiedenen Seiten her betrachten kann, und man nicht wirklich sagen kann,
das ist richtig, und das ist falsch, vielleicht weil
alle irgendwo recht haben.
(mir ergeht es so bei den von Ihnen vorgestellten Thesen).

Einig sind sich die meisten Geldkritiker aber daran, dass unser jetziges
Geldsystem ein Verbrechen an der Menschheit darstellt und
dringend ans Licht der Öffentlichkeit und anschließend reformiert gehört.
Vielen Dank für Ihren Beitrag, diesen Prozess zu
unterstützen, in dem Sie diese wichtige Thematik ansprechen.
Die meisten Schweigen, es ist ja ein Tabuthema, bewußt und geschickt aus
unserer Wahrnehmung entrückt worden.

Kommentar von Nemo am 16. Mai um 19:52 Uhr

@ nemetico

Wie kommt es, daß unsere “politische und wirtschaftliche Elite” (würg, kotz, erbrech) sich so willig in diesen Vasallenstatus fügt. Pure Dummheit kann es nicht sein. Da müssen massive materielle Interessen dahinterstecken.

Nicht Dummheit, nur Konsequenz. Die vermeintliche Elite ist selbiges ja weniger qua eigener Leistung, sondern vor allem aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit, Benutzbarkeit und Folgsamkeit im Sinne der Systemregeln, die die Vormacht ausgegeben hat (das ist nicht nur in diesem System so). Verdankt die Bundesrepublik ihre Existenz nicht auch irgendwie einem nation building durch die USA? (Dieser Vergleich mit dem Irak[!] kommt übrigens nicht von mir, sondern aus Washington selbst.) Da hat man als Elite doch dankbar zu sein - und entsprechendes Verhalten wird natürlich belohnt. Der Herr Schröder war halt nicht konsequent genug oder hat sich vom bösen, bösen Tschekisten Wladimir P. vom rechten Wege abbringen lassen - war eben (trotz Kaschmirmantel) doch nur ein einfacher Emporkömmling und nicht elitär genug…

Apropos Konsequenz: Egoismus ist nunmal die alles überstrahlende Parole, sozusagen die oberste Direktive. So durfte ich es jedenfalls der hochoffiziellen Aufklärungsbroschüre für Ossis Wohlstandsmaschine Marktwirtschaft entnehmen, als ich 1990 zwangsweise wiedervereinigt wurde. Darin liege das Erfolgsgeheimnis des Kapitalismus - und ich werde doch dem historischen Sieger nicht widersprechen.

Unsere Eliten gehen da nur mit gutem Beispiel voran. Warum also sollte man in die Erwartungshaltung verfallen, diese Leute könnten etwas für das Gemeinwohl oder auch nur für den Mittelstand oder die Wirtschaft und nicht einzig und ausschließlich nur für sich selbst tun? Warum sollten sie am Ast sägen, auf dem sie sitzen? Das wäre ja systemwidriges Verhalten. Und der Gemeinbürger - so er auf den Gedanken kommt, Gemeinwohl ginge vor Eigenwohl - macht sich bereits der Sympathie für totalitäre Systeme oder die Feinde der Freiheit verdächtig - und Verbrechdenk ist im Orwellstaat kein Kavaliersdelikt.

@ Pony

Ich grüße Sie.

Ja, was die EU und Russland betrifft: Leider ziehen eisige Zeiten auf. Der lachende Dritte sitzt woanders.

Bzgl. Henry K. darf ich auch Cristopher Hitchens’ Buch Die Akte Kissinger empfehlen. Gibt’s wohl leider nur noch antiquarisch…

Kommentar von DaRockwilda am 16. Mai um 19:54 Uhr

@Cato:

Entschuldige die verzögerte Freischaltung deines Kommentars. Der Filter schnappt sich immer wieder irgendwas und manchmal dauert es halt bisschen bis einer der Admins wieder zum Freischalten kommt.

Kommentar von Nemo am 16. Mai um 20:14 Uhr

@ cato

Dieser Ausspruch stammt nicht von Henry Kissinger, sondern von dem ersten NATO-Generalsekretär Lord Ismay, der nach dem Zweck der NATO befragt, äußerte: To keep the Russians out, the Germans down, and the Americans in.

Sie haben damit natürlich völlig Recht und ich habe mich vergoogelt…

Kommentar von Bosse am 16. Mai um 21:18 Uhr

Zum Thema Währung Dollar/Euro empfehle ich:
“Der Weltgeldbetrug” http://members.fortunecity.de/.....etrug.html
mfg Bosse

Kommentar von pony_huetchen am 17. Mai um 01:01 Uhr

@Nemo

Bzgl. Henry K. darf ich auch Cristopher Hitchens’ Buch Die Akte Kissinger empfehlen. Gibt’s wohl leider nur noch antiquarisch…

Danke. :-) Ja - aber gut erhältlich, sogar bei Amazon.de auf deutsch.

und @ all

Es gibt darüber hinaus online sehr umfangreiche Auszüge des Buches “The Trial Of Henry Kissinger”, die die wesentlichen Fakten beinhalten sowie einen kurzen Ausschnitt in der deutschen Lettre-Ausgabe (Nr. 53 von 2001) - ich habe es für Interessenten gebookmarkt.

http://del.icio.us/pony_huetchen/kissinger

pony

Kommentar von DaRockwilda am 18. Mai um 03:10 Uhr

Hier wurde es ja arg offtopic, dann eben auf die Gefahr hin dass es ein wenig untergeht:

Genialer Artikel Pony. Die israelischen Verbindungen Sarkozys kenne ich, aber diese Verbandelung mit dem MIK und den Medienbossen war mir völlig neu. Absolut wichtiger Aspekt für eine Beurteilung Sarkozys.

Danke.

Kommentar von DaRockwilda am 19. Mai um 16:18 Uhr

@all:

Radio Utopie berichtet, dass anscheinend das erste militärische Ziel Sarkozys der Sudan ist:

“Darfur, Nord-Sudan: Laut der Sudan Tribune hat der neugewählte Präsident von Frankreich, Nicolas Sarkozy, “Sofortmassnahmen” (”urgent action”) in der an Erdöl und Uran reichen Provinz des (Nord)-Sudan gefordert (1).”

http://www.radio-utopie.de/index.php?themenID=514

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