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Mal richtig fies sein - Stalking für Experten

Bosheiten zu Geld gemacht


Ein Buch zu besprechen, das man nicht gelesen hat noch jemals lesen möchte, sollte man tunlichst lassen. Was aber, wenn ein solches Druckerzeugnis alle Chancen hat, Bestseller zu werden? Dagmar Aversano-Schreiber hat ihrem Gedächtnis und ihrer Feder abgerungen, was die Welt so gar nicht braucht. Und trotzdem findet sie mit ihrem Machwerk “Stalking. Kleiner Ratgeber für Täterinnen” Resonanz in den Medien.

Es geht ihr dabei nicht um die Opfer der Nachstellungen, sondern eher darum, wie man ein erfolgreicher Stalker wird. Nun mag “Stalken” für alle Beteiligten ein ernstes Problem sein. Auf der einen Seite das belästigte Opfer, das sich kaum wehren kann. Auf der anderen Seite ein Täter, der vermutlich nicht minder leidet. Meist sind es Verlassene oder “nicht Erhörte”, die in einem Zustand extremer psychischer Labilität und Erkrankung ihr Opfer belästigen.

Darüber existieren Fachbücher. Forschungsarbeiten versuchen das Phänomen zu erklären, Therapeuten kümmern sich um die Opfer. Im März dieses Jahres fand das “Stalking” sogar Einzug ins Strafgesetzbuch, der Paragraph 238 StGB regelt den sogenannten Straftatbestand des “Nachstellens”.

Wer glaubt, Frau Aversaro-Schreiber hätte einen spektakulären Forschungsbericht vorgelegt, liegt falsch. Aus dem Nähkästchen plaudert sie. Bundesweit bekannt geworden war sie, als sie für einen munter vor sich hinlebenden Professor eine Todesanzeige in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung schaltete. Den Spaß ließ sie sich eintausend D-Mark kosten.

Gehässigkeit war schon immer “ihre Sache”. Manches in ihrem neuen Buch sei durchaus grenzwertig, gesteht sie selbst. Auch strafrechtlich relevante Gemeinheiten kann man darin finden. Folgt man ihren Ratschlägen, ist man schnell „mit dem Gesetz in Konflikt“. Sie selbst ist wegen ihrer umtriebigen Triezereien vorbestraft und wohl auch in gewissem Maße stolz darauf. Irgend etwas muss der Mensch ja gut können.

Wer zum praktischen Handeln zu feige ist, kann wenigstens bei der Lektüre niedere Instinkte und die gemeine Lust an Boshaftigkeiten befriedigen. So empfiehlt Aversaro-Schreiber, man solle seine Opfer mit „Abonnements und dem Bestellen von Waren in den Wahnsinn treiben“. Entscheidend sei, „das Opfer beschäftigt zu halten. Das Zurückschicken der Päckchen und Pakete kostet Zeit“. Zu Todesanzeigen für die Zielperson rät sie nach wie vor, denn die “erregen traumhafte Aufmerksamkeit.“

Verheirateten Männern soll man anonym Blumen schicken. Das sorgt für häusliche Unruhe und verbreitet eine frostige Atmosphäre, die Ehefrau wird es auf die Palme treiben. Ansonsten rät sie, schlüpfrige Literatur ins Büro zu senden, Telefonnummern männlicher Opfer mit dem Vermerk “Sex, phone me” an die Wände von Herrentoiletten zu schmieren.

Alles wenig witzig und schon gar nicht originell. Für die studierte Kunsthistorikerin Aversano-Schreiber blamabel. Eigentlich nur dumm. Gehässigkeiten auf 69 Seiten ausgebreitet und von einem Verleger gedruckt. Erschreckend ist der Zeitgeist, der sich dahinter verbirgt. Man erinnert sich mit Wehmut an Bestseller-Tische in den Buchhandlungen, auf denen monate- oder jahrelang Erich Fromm “Die Kunst des Liebens” auslag. Das war weitaus sympathischer.

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Dieser Eintrag wurde am Dienstag, den 28. August 2007 von pony_huetchen geschrieben und in die Kategorie Gesellschaft eingeordnet. Du kannst alle Kommentare zu diesem Artikel mit dem RSS 2.0 Feed beobachten. Du kannst eine Antwort hinterlassen, oder durch einen Trackback auf diesen Artikel verlinken.
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Kommentar von pony-reiter am 28. August um 07:57 Uhr

hallo ihr alle im www

dieser dame kann geholfen werden… in dem man ihre ratschläge befolgt und sie mit ihren eigenen - echt krankhaften - vorschlägen in den wahnsinn treibt…

wäre lustig zu sehen wie sie dann darauf reagiert… mich würde es traumhaft erregen

ansonsten zeigt es mal wieder den allgemeinen gesellschaftlichen verfall

in diesem sinne euer pony-reiter

ps: hat sich die dame schon mal zur psychoanalyse angemeldet??

Kommentar von littleandy am 28. August um 08:41 Uhr

Bezeichnend, dass sie das Buch offensichtlich zunächst einmal für weibliche Täterinnen und männliche Opfer geschrieben hat. Da ist es ja nicht so schlimm, ne?

Kommentar von diefans am 28. August um 09:37 Uhr

na hoffentlich bekommt sie ihre Abreibung - von einem/einer Ebenbürtigen….

Kommentar von D.G. am 28. August um 10:04 Uhr

Hm, da zeigens zur Abwechslung mal Frauen den Männern, ist doch in Ordnung.

Kommentar von DaRockwilda am 28. August um 11:26 Uhr

Na da hat sich in dem Kommentar von “D.G.” direkt über mir wohl jemand erfolgreich in den geschürten Männer vs. Frauen-Kampf einspannen lassen. Glückwunsch, du wurdest erfolgreich dazu gebracht in Geschlechtern zu denken und nicht in Menschen.

Jetzt darfst du munter gegen “die Männer” vorgehen, anstatt gemeinsam mit den Netten unter den Männern gegen jene (Männer UND Frauen) vorgehen, die dich tatsächlich ausbeuten.

Dieses Buch jedenfalls, so scheint es mir, soll direkt in diese Kerbe schlagen: Frauen, wehrt euch gegen die bösen Männer; und Männer, regt euch auf darüber dass ihr hier von Frauen so drangsaliert werden sollt.

Kommentar von flytrap am 28. August um 11:40 Uhr

Schweinereien werden nicht dadurch besser, dass Frauen sie begehen. Etwas als emanzipiertes Verhalten zu bezeichnen, welches, sollte es von “Männerseite” kommen, zurecht als sexistische Chauvinistensch****e gebrandmarkt werden würde, ist bestenfalls nur umgekehrter Sexismus. Eine Schweinerei bleibt es trotzdem allemal, werte[r] Herr/Frau D.G.

Kommentar von basilisk am 28. August um 15:30 Uhr

Dieses Buch ist offensichtlich Teil der westlichen “Meinungsäusserungs-Freiheit” die Frau Merkel in Peking von China erneut “energisch” gefordert hat.

Kommentar von bitter_twisted am 28. August um 15:36 Uhr

Dieses Buch und diese Diskussion demonstrieren ziemlich offensichtlich das es bei uns keine Gleichberechtigung der Geschlechter gibt. Man stell sich vor es hätte ein Mann ein Instruktionsbuch für männliche Stalkers geschrieben, es würde kaum als Humor, wenn auch etwas herber behandelt werden.

Kommentar von hagbard am 28. August um 22:13 Uhr

HALLO ? ?

ist Politblog jetzt schon BILD? Arbeiten hier jetzt schon BILD-Mitarbeiter?

Dieses Buch ist ein kleiner Furz und nicht der Rede wert.

Kein Verlag hat es angenommen, es wird im sogenannten “Book on Damand “-Verfahren gedruckt. D.h. es wird erst gedruckt, wenn ein Kunde es bestellt. >> http://de.wikipedia.org/wiki/Book-on-Demand

also wirklich nicht der Rede wert! Wartezeit ca. 1 - 2 Wochen pro Buch…! Und wie gesagt: 90 % aller Book- on -Demand - Bücher haben eine Auflage von unter 500 Exemplaren.

- Warum dann hier diese Aufregung? Selbst Politblog.de erreicht mehr Leute…!

ARRR!

hagbard

Kommentar von Ich mach dich fertig « Artie schockt am 28. August um 22:51 Uhr

[...] ist, war es ihr möglich, ein Buch über Stalking zu schreiben. Nicht einfach nur ein Buch, sondern ein Ratgeber für Täterinnen. In Kürze sollte es genügend Männer als Opfer von Stalking geben. Im Namen der Wissenschaft: [...]

Kommentar von pony_huetchen am 28. August um 22:58 Uhr

Ja- dachte ich auch, kleine Auflage. Aber das Machwerk hat immerhin den Weg in Markworts unsäglichen Fakten-Fakten-Fakten “Focus” gefunden. Der hat eine Auflage von ca. einer dreiviertel Million. Und dort erfuhr das Geschreibsel eine ausführliche Würdigung durch die “Ressort Deutschland”-Redakteurin Petra Hollweg. Hinzu kommt noch Focus online.

Also unsere Zahlen sind ja ganz gut, aber ein paar Leser weniger haben wir schon ;-)

Im übrigen sollten wir in Politblog sehr wohl derartige Auswüchse einer “Hassgesellchaft” dokumentieren. Das hat nichts mit BILD zu tun!

Kommentar von Rusty_James am 28. August um 23:07 Uhr

@Pony
Wenn du schon dabei bist , kennst du das Buch “Anleitung zum Unschuldigsein” von Florian Illies ?
Dachte es wäre Satire, aber der Autor meint es anscheinend völlig ernst…”Hassgesellschaft” ist auch hier exakt das richtige Wort.

Kommentar von chut am 28. August um 23:24 Uhr

ein würg-buch - welches nur das ziel hat zu schaden und die lust zeigt bosheiten auszuleben. gerne wird man es verschweigen und gelesen werden muss es nicht.
zur diskussion: die angriffe von der autorin wenden sich erklärtermaßen nicht nur gegen ihr lustopfer sondern gegen die familie und das umfeld, welches durch ihre bosheiten sadistisch gequält werden - hierzu hat sie sich mehrfach öffentlich geäußert, sagen wir besser damit gebrüstet. die diskussion um einen geschlechterkampf trifft hier wohl kaum. vielmehr geht es hier nur um finanzielle interessen, denn die bei den paranoiden aktionen verursachten kosten müssen wieder verdient werden. einfach nur schrecklich und krank.
Im übrigen: die frau ist weder rheinländerin noch kunsthistorikerin. sie hat einen abschluss in archäologie und dilletiert seither in der kunstgeschichte auf einem schlechten niveau herum. traugige geschichte, dass ihr nicht geholfen werden kann und sie ihr treiben ungehindert weitertut. ach es gibt sogar einen ehemann - armer …
http://www.kulturservice-frankfurt.de
nachtrag: besser sie nicht belästigen, denn sie versteht hier selbst keinen spaß

Kommentar von Alex and Volker am 29. August um 15:58 Uhr

Huaaaaa…….

da gibt doch tatsächlich jemand ein Buch heraus, dessen einziger Inhalt es ist, zu erklären, wie man am einfachsten andere Menschen fertig macht. Da die Autorin selber schon massiv aktiv wurde ist zu befürchten dass sie ihr Buch ernst meint. Es gibt…

Kommentar von pony_huetchen am 30. August um 21:37 Uhr

@Rusty_James

Sorry, Deine Frage war mir ganz “durch die Lappen gegangen”. War nicht ignorant und bös gemeint :-)

Also - ich kenne den Autor, das ist der “Generation Golf”-Mensch. Und ich muss sagen, weder er noch seine Bücher haben mich je interessiert. Seit ein paar Jahren bin ich so dreist, nur zu lesen, was ich gerne lesen möchte. Dass, was “viele gerade lesen” oder was man “lesen sollte” lese ich so gut wie nie :-(

So kann ich bei solchen “Themen” dann nie mitreden, was ich aber nicht wirklich bedauere.

:-)

Kommentar von Rusty_James am 30. August um 23:01 Uhr

@pony
kein ding :-)
ja ich bin auch so dreist…
ich hab das ding auch nur in der bücherei in die finger bekommen…war ein ganz interessanter titel und ansprechendes cover bild un so…und ja wiegesagt hab mal drin geblättert, dachte es wäre satire aber wiegesagt der typ meint es ernst…z.b. bei trampern anhalten und dann im letzten moment weiterfahren, oder auf den kinderspielplatz gehen und die sandburgen der kinder zerstören… also das sind “übungen” um seine “bösen schuldgefühle” loszuwerden… dachte passt ganz gut zum thema “auswüchse der hassgeselschaft”
gruß rusty

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